Es ist: 13-04-2021, 19:32
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Der Wilde Pfad (2/7)
Beitrag #1 |

Der Wilde Pfad (2/7)
Vorweg:
Ich hoffe, die Kampfszene ist einigermaßen gelungen – vor Verbesserungsvorschläge bin ich wie immer dankbar!



überarbeitet: 19.09.2011


Teil 1 -- Teil 2 -- Teil 3 -- Teil 4 -- Teil 5 -- Teil 6 -- Teil 7



Casidhe kam zügig auf die Beine, Levain hingegen blinzelte benommen. Wahrscheinlich war er noch in die Zwiesprache vertieft gewesen, aber darauf konnte Degaryn im Moment keine Rücksicht nehmen. Bei seiner ersten Begegnung mit den Imperialen war er gezwungen gewesen, seinem Trupp den Rückzug zu befehlen, weil sie keinerlei Informationen über ihre Gegner gehabt hatten. Doch jetzt war der Wald vorbereitet. Jetzt war die Zeit der Vergeltung.
»Du bleibst bei Casidhe«, wies er den jungen Druiden an und stieß einen hohen Pfiff aus. »Wo ist Hircun?«
Die Waldläuferin zuckte die Schultern. Gelassen nahm sie eines der Jagdhölzer auf und verhakte es in den Ledergurten auf ihrem Rücken. Auf ähnliche Weise befestigte sie auch Bogen und Köcher, bevor sie ihren Blick ebenfalls über die Bäume streifen ließ.
»Er wollte den südlichen Pfad im Auge behalten.«
»Ruf ihn. Und kommt zur Blutlinde.«
Degaryn wartete die Antwort nicht ab, denn er wusste, dass er sich auf Casidhe verlassen konnte. Während er in den Wald eintauchte, überprüfte er die beiden Äxte an seiner Seite. Lief alles nach Plan, würden sie den Imperialen gar nicht erst von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen. Aber wie alle Menschen besaßen auch diese die dumme Eigenart, auf völlig unvorhersehbare Ideen zu kommen.
Die Hälfte der Strecke lag bereits hinter Degaryn, als das Raunen der Blätter erneut seinen Namen sang. Verwundert hielt er inne, griff aber nach dem Rindenholz und legte seine Hand auf den Stamm des nächsten Baumes – eine schmächtige Sommereiche, vielleicht drei oder vier Jahre alt.
Abrupt verstummte das Wispern.
Instinktiv zog Degaryn die Hand zurück und lauschte einige Atemzüge lang auf die unnatürliche Stille. Sie hing lauernd zwischen dem Gesang der Vögel, bis er die sonnenwarme Borke noch einmal berührte. Das Lied begrüßte ihn und er schickte seine Gedanken an Casidhe auf die Reise durch das Blätterdach. Eine Warnung, ein Ahnung von Gefahr. Weitere Atemzüge verstrichen, in denen die Befürchtung aufkeimte, auch dieses Gespräch könne so plötzlich enden – bis sie endlich antwortete.
Ohne weitere Zeit zu verschwenden, setzte Degaryn seinen Weg fort.
Als er jedoch die Stelle erreichte, an der sie den Hinterhalt vorbereitet hatten, entdeckte er weder Norandhras noch Sinnur im Zwielicht des Unterholzes. Wie Raureif kroch Angst über den Rand seines Denkens, gegen die er wenige Augenblicke lang machtlos war. Sie legte ihre Finger um seine Kehle und ließ sich nur schwer abschütteln.
Es würde einen Grund geben, warum die beiden Pfadwanderer ihre Posten verlassen hatten. Sie waren zuverlässig – ihre Leben verwoben mit Lirnwan und dem Ewigen Lied.
Doch der Wald wollte sein Geheimnis nicht preisgeben. Wind rauschte durch die Kronen, Äste knackten, Vögel sangen. In der Luft lag weder der Klang von Waffen, noch der Geruch von Blut. Es war, als gäbe es die Imperialen gar nicht. Trotzdem mussten sie hier sein. Irgendwo.
Ein weiteres Mal flüsterte Degaryn seinen Ruf in den Gesang der Blätter – nur die Stille antwortete ihm. Norandhras hätte er durchaus zugetraut, das Lied mit Absicht zu überhören. Vermochte der mürrische Pfadwanderer doch zu gut, Verschlossenheit und mangelnden Respekt als die gleiche Eigenart auszugeben.
Aber Sinnur würde ihm eine Antwort niemals verweigern. Sein Schweigen nagte eisig an Degaryns Zuversicht.
Ein Knacken im Gestrüpp drängte die aufkeimende Verzweiflung zurück. Ohne sich umzudrehen, spannte er jeden Muskel. Das Geräusch war rechts hinter ihm erklungen, zu weit entfernt, als dass ein Schütze schon freies Schussfeld hatte.
Die Finger der rechten Hand legten sich um den Griff der Axt, denn hinter ihm standen die Bäume zu dicht, um das Jagdholz einsetzen zu können. Dicht genug, um einen Trupp ungeschickter Imperialer daran zu hindern, ihnen in den Rücken zu fallen. Doch wer auch immer durch das Dickicht schlich, war sich seines Fehltritts offenbar bewusst. Kein weiteres Geräusch verriet ihn.
Langsam zog Degaryn seine Linke zurück und drehte sich um. Im Zwielicht zwischen den Bäumen bewegte sich eine graue Gestalt; fließend und lautlos. Und bereits gefährlich nah.
Er löste seine Axt aus dem Waffengurt und warf sie in der gleichen Bewegung nach dem Eindringling. Ein Wildelf hätte ihn längst als Seinesgleichen erkannt und die Heimlichkeit aufgegeben. Er hatte diesen Gedanken noch nicht zuende gebracht, als die scharfe Schneide einschlug und die Gestalt zu Boden riss.
Mit schnellen Schritten war Degaryn bei ihr, ging in die Hocke, zog die andere Waffe und suchte die Umgebung ab.
Nichts.
Erst sein zweiter Blick galt dem Mensch zu seinen Füßen, dessen leerer Blick auf irgendetwas außerhalb dieser Welt gerichtet war. Das schwarze Klingenblatt hatte die Lederrüstung durchschnitten und war in den Brustkorb eingesunken. Keine glänzende Metallrüstung, kein gelb-weißer Wappenrock, auf dem die Sonne prangte. Der Mann war kein Sonnenkrieger.
Was geht hier vor?
Laubrascheln ließ ihn herumwirbeln, ein Schatten aus den Augenwinkeln nur, doch instinktiv warf er sich zur Seite. Er hörte das Surren der Bogensehne und kam wieder auf die Beine. Zwischen ihm und dem Schützen ein kräftiger Baum.
Mit einer fließenden Bewegung löste er sein Jagdholz aus dem Ledergehänge. Er lockerte den Griff und lauschte. Seit dem Schuss waren lediglich drei Atemzüge vergangen – der Schütze verriet sich durch einen falschen Schritt.
Degaryn wirbelte halb um den Stamm, suchte sein Ziel, fand es – und warf. Um sich selbst kreisend schnitt das Jagdholz seinen Weg durch die Luft.
Er sah der Waffe nicht nach, sondern ging in die Knie, schrieb zwei heilige Zeichen in die Luft, sprach die Worte der Macht. Ein dumpfer Schlag und ein schmerzerfüllter Aufschrei kündeten von einem Treffer.
Er spürte die Kraft des Waldes, die auf ihn überging, spürte das Singen in Lirnwans Blättern.
Aus den schemenhaften Bewegungen im Zwielicht des Unterholzes wurden weitere Schützen.
Mit einem heftigen Ruck zog Degaryn seine Axt aus dem Brustkorb des Toten und sprang auf, als das Wurfholz zu ihm zurückkehrte. Seine Finger schlossen sich um den glatten Griff und er folgte der Bewegung des Schwungs, um erneut hinter einem Baum Deckung zu suchen.
Zwei Sehnen summten, bevor der erste Eindringling den Stamm umrundete – einen Pfeil angelegt, der losschnellte, kaum dass er seinen Gegenüber bemerkte. Degaryn sprang aus der Hocke hoch, nahm den Schwung mit und trieb die Axt tief in Fleisch. Kurz vor dem Aufschrei sirrte ein weiterer Pfeil durch das Gehölz. Er spürte den Aufprall eines Körpers im Laub, noch bevor er seinem Gegner die Beine wegtrat. Mit einem heftigen Ruck kam seine Waffe frei.
Ohne Zögern verließ Degaryn seine Deckung erneut und schleuderte das Jagdholz dem ersten Mann entgegen, den er entdeckte. Sein Gegner wich der rotierenden Waffe aus und verspielte die Möglichkeit auf einen guten Schuss. Nur zwei Schritt von Degaryn entfernt hatte ein weiterer der Eindringlinge Stellung bezogen, einen leichten Lederschild in einer Hand, ein schlankes Kurzschwert in der anderen. Keiner der Kerle trug Metall oder ein Sonnensymbol.
Noch bevor das Jagdholz zurückkehrte, sprach Dengaryn vier Worte der Macht. Kälte durchströmte seinen Körper – Kälte und vollkommene Stille. Obwohl sich alles in ihm sträubte, trieb er jeden Ton des Ewigen Liedes aus seinen Gedanken hinaus. Und hinein in die schwarze Schneide seiner Axt.
Dennoch sah er den Schlag seines Gegners kommen und tauchte unter ihm hinweg. Mit zwei Schritten zur Seite brachte er den Mann zwischen sich selbst und die Schützen. Seine Waffe traf den Schild und glitt hindurch als sei er aus Laub. Sein Gegner allerdings reagierte schnell, riss den Buckler zur Seite und lenkte damit auch die Axt von ihrer Bahn ab.
Wieder surrte eine Bogensehne; wieder stürzte ein Körper ins Laub. Hastige Schritte – Flucht – und ein wütender Ausruf. Der Schwertkämpfer warf einen hektischen Blick zurück und besiegelte damit seinen Tod. Tief grub sich die Schneide ins Fleisch, bis auf die Knochen. Im gleichen Moment bohrte sich Schmerz in Degaryns Schulter.
Er blendete das Gefühl aus und nutzte die wenigen Momente, in denen sein Gegner ihn noch deckte, um Ausschau nach seinem Jagdholz zu halten. Es lag außerhalb seiner Reichweite im Laub, so dass jeder weitere Gedanken daran verschwendet wäre. Stattdessen riss er die Axt aus dem Körper, der alleine keine Kraft mehr fand, sich aufrecht zu halten.
Von seiner Schulter ausgehend sickerte Kälte in seinen Arm.
Vergiftete Pfeile.
Nur ein Mann noch, drei Schritte entfernt, keinen Bogen, dafür ein Langschwert in der einen, einen Paradedolch in der anderen Hand. Degaryn wollte die Waffe heben – tödlich auf diese Entfernung. Doch sein Arm versagte ihm den Dienst. In dem bärtige Gesicht tanzten Panik und Triumph.
Hastig zog Degaryn alle Energie, die er in die Axt gebannt hatte, zurück, füllte sich selbst wieder mit der göttlichen Nähe des Ewigen Liedes. Zwei Worte nur – er musste nur die richtigen zwei Worte der Macht finden. Seine Finger zitterten, als sie die heiligen Zeichen schrieben. Plötzlich war sein Gegner vor ihm, ein Mensch, so dreckig und verkommen wie alle Menschen.
Ein schriller Pfiff ließ den Kerl herumfahren, schrieb Entsetzen in sein Gesicht. Augenblicke später ragte ein Pfeilschaft aus seinem Hals.
Degaryn lachte und brach zusammen.
Die Welt wurde still.

***




»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
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Beitrag #2 |

RE: Der Wilde Pfad (2/7)
Und nochmal Hallo.

Ich mache mal direkt ohne große Umschweife weiter.

Zitat:Casidhe kam zügig auf die Beine, während Levain benommen blinzelte.
Geschmackssache, hauptsächlich (vermute ich) weil ich momentan in einem etwa kürzeren Stil schreibe, aber ich würde vorschlagen:
„Casidhe kam zügig auf die Beine, Levain (hingegen) blinzelte benommen.“
Naja, klang im Kopf besser als auf „Papier“.

Zitat: Jetzt war die Zeit der Vergeltung.
+ „gekommen“

Zitat:»Ruf ihn, und kommt dann zur Blutlinde.«
Wieder etwas kürzer?
„Ruf ihn, dann kommt zur Blutlinde.“
Würde sich hier nicht sogar ein „!“ anbieten?

Zitat:Noch einmal berührte der Wildelf die raue Rinde,
Bin ja jetzt eher ein Stadtkind, deshalb muss ich im Zweifelsfall nachschlagen, wenn es um Bäume geht, aber du hast eben geschrieben, es handele sich um einen eher jungen Baum. Würde der dann trotzdem eine raue Rinde haben?

Zitat:schloss die Finger seiner Rechten um das Amulett
handelt es sich hier um das eingangs erwähnte Rindenholz? Zumindest bei mir ruft „Amulett“ immer das Bild eines kleinen Metallanhängers hervor, was hier unpassend erscheint. Oder steh ich gerade total auf dem Schlauch?

Zitat:Kalte Angst schloss sich wie eine Klaue um seine Kehle. Augenblicke lang glaubte Degaryn, nicht mehr atmen zu können.
Im Grunde sagen die zwei Sätze das gleiche – und der erste macht es weit besser.

Zitat:Noch einmal ließ Degaryn seinen Blick durch das Unterholz wandern – ohne einen Hinweis auf seine Brüder zu entdecken.
Hier zerstückelt der Gedankenstrich den Satz unnötig. Ein Komma würde es mMn auch tun.

Zitat:Er flüsterte den Gedanken an Norandhras in den Gesang der Blätter – nur die Stille antwortete ihm, so wie es dem Charakter des schweigsamen Kriegers entsprach.
Ich weiß, Kurzgeschichten und so – aber hier würde es nicht schaden, ein wenig weiter ins Detail zu gehen. Vorschlag:
„Er flüsterte den Gedanken an Norandhras in den Gesang der Blätter, doch nur die Stille antwortete ihm. Das war nicht weiter verwunderlich, der Krieger war für seine Schweigsamkeit bekannt.“
Irgendwie so vielleicht?

Zitat:Wieder klammerte sich Angst um Degaryns Kehle. Der mürrische Norandhras mochte das Lied vielleicht sogar mit Absicht überhören, aber Sinnur würde ihm diese Antwort niemals verweigern.
Wenn du die Stelle oben ausführlicher machst, braucht es den ganzen Absatz eigentlich nicht.

Zitat:als dass ein Schütze schon freies Schussfeld gehabt hätte.
Müsste es nicht heißen: „als dass ein Schütze schon freies Schussfeld haben könnte“?

Zitat:Ohne nachzudenken löste Degaryn seine Axt aus dem Waffengurt und warf sie in der gleichen Bewegung nach dem Eindringling.
Ich weiß, er hat zwei davon, trotzdem musste ich gerade an die Black Company denken:
„This is a spear. You can stab people with it, you can cut them, but don't even think of throwing it. It's not a fucking javelin! If you throw it, it's gone and your dead meat to the next son-of-a-bitch that gets to you!“^^
Keine Kritik, bloß spontane Assoziation^^

Zitat:und die Herumschleicherei aufgegeben
Gar kein schönes Wort. Vorschlag: „Heimlichtuerei“?

Zitat: Zwischen ihm und dem Schützen ein kräftiger Baum.
Besonders in diesem kurzem Abschnitt, der in knappen Sätzen ja gut die Hektik widerspiegelt, gefällt mit dieser Satz außerordentlich gut. Hat fast schon etwas poetisches und gibt dem Absatz einen schönen Rhythmus.

Zitat:Degaryn wirbelte halb um den Stamm, suchte sein Ziel, fand es – und warf. Um sich selbst kreisende schnitt das Jagdholz seinen Weg durch die Luft.
Hat er nicht gerade noch bemängelt, dass zu wenig Platz da sei um das Jagdholz zu werfen? Keine Sorge, es fällt nicht wirklich auf. Abgesehen davon: was ist das Jagdholz denn jetzt überhaupt?^^

Zitat:Er sah der Waffe nicht nach, sondern ging in die Knie, während er zwei heilige Zeichen in die Luft schrieb und die Worte der Macht sprach.
Mit Kampfszenen, besonders mit dem Rhythmus habe ich auch meine Probleme. Hier stößt mir aber gerade das „während“ und die dadurch bedingte Satzstruktur ein wenig auf. Vorschlag:
Er sah der Waffe nicht nach, sondern ging in die Knie, schrieb zwei heilige Zeichen in die Luft, (/und) sprach die Worte der Macht.“

Zitat:als das Wurfholz zu ihm zurückkehrte. Seine Finger schlossen sich um den glatten Griff und er folgte der Bewegung des Schwungs, um erneut hinter einem Baum Deckung zu suchen.
Ah. Sag ich doch: (magischer) Bumerang.^^

Zitat:Ohne Zögern verließ Degaryn seine Deckung erneut und schleuderte das Jagdholz dem ersten Mann entgegen, den er entdeckte. Sein Gegner wich der rotierenden Waffe aus und verspielte die Möglichkeit auf einen guten Schuss. Nur zwei Schritt von Degaryn entfernt hatte ein weiterer der Eindringlinge Stellung bezogen, einen leichten Lederschild in einer Hand, ein schlankes Kurzschwert in der anderen. Keiner der Kerle trug Metall oder ein Sonnensymbol
Also, Sorgen musst du dir wegen der Kampfszene nicht machen, denke ich. Die Sprache transportiert (größtenteils) schön die Dynamik der Situation, außerdem habe ich Degaryns abtauchen in und auftauchen aus der Deckung bildlich vor Augen, die schnellen Bewegungen im Kampf … Pro

Zitat:Buckler
Habe ich bis jetzt für ein englisches Wort gehalten (Baldur's Gate war damals mies übersetzt), aber Wikipedia sagt, das gibt es im Deutschen auch. Will nichts gesagt haben.

Zitat:Tief grub sich die Schneide ins Fleisch, bis auf Knochen
Vorschlag: „bis auf den/die Knochen“

Zitat:Degaryn lachte und brach zusammen.
Die Welt wurde still.
Ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass du ihn nicht sterben lässt.
Ähm … Cliffhanger?
Wie gehst weiter?^^

Fazit:
Wie schon gesagt, denke ich nicht, dass du an der Kampfszene viel verbessern kannst oder musst. Gefiel mir soweit gut, dafür waren im Teil davor einige holprige Formulierungen und auch sprachlich fand ich ihn weniger überzeugend als (1/7) und den Kampf an sich. Alles in allem ist und bleibt es aber gut zu lesen und du hast es geschafft nach der Einführung im ersten Teil, hier Spannung zu schaffen. Weiterlesen möchte ich auf jeden Fall, schließlich hast du genug Fragen aufgeworfen:
wird Degaryn überleben?
Wo sind seine Freunde/Brüder?
Wer sind die Menschen in dunklem Leder?
Treiben sich die Imperialen auch noch irgendwo herum?
Was ist ein Jagdholz? Ich brauch hier ein Word of God Icon_wink

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Beitrag #3 |

RE: Der Wilde Pfad (2/7)
Und weiter gehtʼs!

Zitat: Geschmackssache, hauptsächlich (vermute ich) weil ich momentan in einem etwa kürzeren Stil schreibe, aber ich würde vorschlagen:
„Casidhe kam zügig auf die Beine, Levain (hingegen) blinzelte benommen.“
Naja, klang im Kopf besser als auf „Papier“.

*lach* an der Stelle hab ich schon drei- oder viermal überlegt, ob ich sie nicht ändern soll, hab es dann mangels guter Ideen einfach mal gelassen. Nun streich ich sie mir aber doch an und ändere auf jeden Fall was Icon_wink

Zitat: + „gekommen“
ernsthaft? Also muss es dazu, weil der Satz sonst falsch ist / klingt? Ich kenn das so als Wendung »Jetzt ist die Zeit der Freude«, und finde mit dem »gekommen« klingt es nach Standard *lach*

Zitat: Wieder etwas kürzer?
„Ruf ihn, dann kommt zur Blutlinde.“
Würde sich hier nicht sogar ein „!“ anbieten?

Hm … Bei wörtlicher Rede tu ich mich immer schwer, zu bearbeiten, weil ich oft den Klang der Sätze, wie die Personen sie sagen, im Kopf habe. Das Ausrufezeichen kommt auf keinen Fall hin, das würde mir den Tonfall zu aggressiv / herrisch machen und nicht zu Degaryns aktueller Art, mit Casidhe zu sprechen, passen.

Zitat: Bin ja jetzt eher ein Stadtkind, deshalb muss ich im Zweifelsfall nachschlagen, wenn es um Bäume geht, aber du hast eben geschrieben, es handele sich um einen eher jungen Baum. Würde der dann trotzdem eine raue Rinde haben?
*hust* - ich kenn mich mit Bäumen so überhaupt nicht aus. Das nur vorweg. Und jetzt, wo du es erwähnst, habe ich auch keine Ahnung, ob eine vierjährige Eiche überhaupt noch als »schmächtig« bezeichnet werden kann. Nach längerer Recherche bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass die in ihrer »Jugend« glatte Rinde haben. Aber definiere mal die »Jugend« eines Baumes … *grml* Spontan fällt mir zu rauer Rinde immer nur die Birke ein, die hier aber nicht in mein Waldbild passen will.
(später hab ich nochmal eine Stelle, da habe ich extra nachgeschlagen, weil ich einen Baum mit glatter Rinde wollte, da spielt das Alter aber keine Rolle) …
Ich guck mich mal um, ob ich Bäume mit rauer Rinde finde

Zitat: handelt es sich hier um das eingangs erwähnte Rindenholz? Zumindest bei mir ruft „Amulett“ immer das Bild eines kleinen Metallanhängers hervor, was hier unpassend erscheint. Oder steh ich gerade total auf dem Schlauch?
ja, das Rindenholz … ich find »Amulett« ja selbst doof, aber im Satz vorher hab ich die Rinde und wollte es nicht wiederholen *seufz* Glücklich bin ich damit nicht, muss da nochmal drüber schauen, wie ich es anders lösen kann

Zitat: Im Grunde sagen die zwei Sätze das gleiche – und der erste macht es weit besser.
Ich bin mir bei beiden unsicher. Die kalte Klaue um die Kehle ist schon arg Klischee, finde ich … es gefällt mir halt von der Aussage sehr gut, wenn es nur nicht so abgedroschen wäre.
Ich bin nicht gut darin, große Gefühle in Worte zu fassen. Mit nur einem Satz kommt es mir immer so schnell abgehandelt vor. Andererseits soll es hier ja wirklich nur so eine Ahnung darstellen, noch ist ja nicht wirklich was passiert *überleg*
Ich arbeite dran!

Zitat: Hier zerstückelt der Gedankenstrich den Satz unnötig. Ein Komma würde es mMn auch tun.
Ich hab einen Narren am Gedankenstrich gefressen. Verwende ihn, mMn, manchmal viel zu oft. Danke fürs Aufmerksammachen!

Zitat: Ich weiß, Kurzgeschichten und so – aber hier würde es nicht schaden, ein wenig weiter ins Detail zu gehen. Vorschlag:
„Er flüsterte den Gedanken an Norandhras in den Gesang der Blätter, doch nur die Stille antwortete ihm. Das war nicht weiter verwunderlich, der Krieger war für seine Schweigsamkeit bekannt.“
Irgendwie so vielleicht?

Ja, ich hatte selbst schon überlegt, ob ich noch bissl was zu Norandhras schreiben soll – wobei der Fokus von Degaryn eindeutig auf Sinnur liegt, mit Norandhras hat er schon die ein oder andere Auseinandersetzung gehabt und fühlt sich ihm jetzt nicht soo verbunden. Ich guck aber mal, wie ich noch ein oder zwei Sätze eingebaut bekomme

Zitat: Wenn du die Stelle oben ausführlicher machst, braucht es den ganzen Absatz eigentlich nicht.
Wobei es hier ja weniger um Norandhras geht, als vielmehr darum, dass AUCH Sinnur keine Antwort gibt. Das ist schon wichtig, weil es der Auslöser für Degaryns gesamtes Verhalten ist.

Zitat: Müsste es nicht heißen: „als dass ein Schütze schon freies Schussfeld haben könnte“?
Öhm … keine Ahnung *lach* Ich überlege grade, ob es nicht sogar heißt »als dass ein Schütze schon freies Schussfeld hätte« *grübel*

Zitat: Ich weiß, er hat zwei davon, trotzdem musste ich gerade an die Black Company denken:
„This is a spear. You can stab people with it, you can cut them, but don't even think of throwing it. It's not a fucking javelin! If you throw it, it's gone and your dead meat to the next son-of-a-bitch that gets to you!“^^
Keine Kritik, bloß spontane Assoziation^^

*lach* Ja, genau aus diesem Grund hat ein guter Pfadwanderer IMMER zwei Äxte dabei Icon_wink Das ist auch schon die Standard-Kampfmethode, die Degaryn hier nutzt: Entweder wird eine der Äxte genutzt, um von vornerein einen Gegner auszuschalten, bevor es überhaupt zum Nahkampf kommt, oder sie wird einem fliehenden Gegner hinterhergeworfen. Die zweite Axt sollte natürlich immer am Benutzer bleiben Icon_wink

Zitat: Gar kein schönes Wort. Vorschlag: „Heimlichtuerei“?
ja, ich mag das Wort auch überhaupt nicht *lach* auf sowas simples wie »Heimlichtuerei« bin ich einfach nicht gekommen, danke schön! Icon_smile

Zitat: Besonders in diesem kurzem Abschnitt, der in knappen Sätzen ja gut die Hektik widerspiegelt, gefällt mit dieser Satz außerordentlich gut. Hat fast schon etwas poetisches und gibt dem Absatz einen schönen Rhythmus.
*freu* Danke! Bei Kampfszenen – und allgemein bei »schnellen« Szenen find ich es immer schwer, den richtigen Satzrhythmus zu finden und trotzdem noch alle Informationen verständlich zu vermitteln. Ich bin schon froh, dass du offenbar hier in der Kampfszene keine Probleme mit den geschilderten Vorgängen hast

Zitat: Hat er nicht gerade noch bemängelt, dass zu wenig Platz da sei um das Jagdholz zu werfen? Keine Sorge, es fällt nicht wirklich auf. Abgesehen davon: was ist das Jagdholz denn jetzt überhaupt?^^
Nach hinten hat er zu wenig Platz, nach vorne ist der Wald relativ licht. Deshalb haben sie diesen Platz ja für den Hinterhalt ausgesucht. Hinter ihnen ist dichtes Gestrüpp, so dass ihnen niemand unbemerkt in den Rücken fallen kann und vor ihnen kommen die Sonnenkrieger vorbei – zumindest laut Plan *lach* Ist aber denke ich nicht soo schlimm, wenn ich das nicht so in den Text schreibe

Zitat: Hier stößt mir aber gerade das „während“ und die dadurch bedingte Satzstruktur ein wenig auf. Vorschlag:
Er sah der Waffe nicht nach, sondern ging in die Knie, schrieb zwei heilige Zeichen in die Luft, (/und) sprach die Worte der Macht.“

Jup, definitiv besser, danke!

Zitat: Vorschlag: „bis auf den/die Knochen“
Ich hab mehrmals hin und her überlegt, werde dann aber wohl doch »die Knochen« nehmen

Zitat: Ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass du ihn nicht sterben lässt.
Ähm … Cliffhanger?
Wie gehst weiter?^^

Wie, weiter? Aso, weil da oben im Titel 2/7 steht … ja du, das ist ein Tippfehler, da müsste 2/2 stehen, weil Degaryn ist jetzt tot. Gefällt dir das so als Ende nicht? Mrgreen
Teil 3 stelle ich nachher noch ein Icon_wink

Zitat: Gefiel mir soweit gut, dafür waren im Teil davor einige holprige Formulierungen und auch sprachlich fand ich ihn weniger überzeugend als (1/7)
Mit dem Teil wars auch beim Schreiben nicht so einfach, bzw. beim Überarbeiten floss es nicht so richtig. Froh bin ich aber auf jeden Fall, dass der Kampf nicht total in die Hose gegangen ist, den Rest werde ich hoffentlich auch noch glattgebügelt bekommen Icon_wink

Zitat: wird Degaryn überleben?
Wo sind seine Freunde/Brüder?
Wer sind die Menschen in dunklem Leder?
Treiben sich die Imperialen auch noch irgendwo herum?
Was ist ein Jagdholz?

Ich bin froh, dass ich bisher mit gutem Gewissen sagen kann, dass alle Fragen noch (innerhalb der Geschichte) beantwortet werden. Außer das mit dem Jagdholz, dazu gibt es hier jetzt das von dir gewünschte:

Word of God
Also ja, wie du schon überall richtig erkannt hast, ist das Jagdholz ein Bumerang, den ich nur nicht Bumerang nennen wollte und der bei den Elfen sowieso »Feryn-tewar« heißt, wenn es sich um ein Instrument zur Jagd handelt, und »Tir-tewar«, wenn es zu Kampfzwecken eingesetzt wird. Von daher ist hier »Jagdholz« sowieso die falsche Bezeichnung, (zumindest für das von Degaryn), da er es zum Kampf einsetzt, es also ein »Kampfholz«, ein »Tir-tewar« ist, wohingegen das von Casidhe ein »Feryn-tewar« ist, ein Bumerang zu Jagdzwecken. Um den armen Leser nicht unnötig zu verwirren und weil ich im deutschen die Bezeichnung »Jagdholz« besser finde, habe ich mich auf diesen Begriff geeinigt Icon_wink


Und dann ist mir aufgefallen, dass ich unter dem ersten Teil vergessen habe, auf die Frage nach den Elfen in Khonar einzugehen. Das wollte ich nicht mitten im Textzeug machen, sondern als Nachtrag, den ich dann natürlich vergessen habe *lach*
Deshalb hier auch noch das

Word of God zu Elfen in Khonar
Es gibt sie nicht. *lach*
Ursprünglich war meine Idee in Khonar (da ich ja auch viel mit Klischees und Standards spiele), ein Volk zu kreieren, dass von seiner ganzen Lebenshaltung her sehr elfisch ist, aber dann doch wieder irgendwie so gar nicht – das sind die Nord geworden. Sie sind langlebig, naturverbunden, magieverbunden und blond. Aber sie tragen Bärte und sind – neumodisch ausgedrückt – Aliens. In ihren Worten: Sie kommen von den Sternen. Sie sind, wie viele Elfen, extrem spirituell und irgendwie … »abgehoben«, leben in einer unveränderlichen Gesellschaft (was seine Gründe hat) und sind gute Magier, Bogenschützen oder Schwertkämpfer. Aber sie haben Bärte. Und sie trinken Met.
Die Nord sind schon sehr elfisch, wenn man sie von außen betrachtet, haben aber ihre ganz eigenen Motivationen.
Im Rollenspiel, das im Khonar der Moderne spielt, verkommen sie übrigens zum Großteil zu Drogenjunkies :icon_ugyl:

Dann habe ich noch ein Volk, das ich von der Optik auf »Elfen« trimmen wollte, also eine grazile Figur, spitze Ohren und mandelförmige Augen. Die spitzen Ohren haben sie inzwischen verloren, aber ansonsten stellen die Minyantu, also die »Dämonen« die andere Hälfte meiner »elfischen« Völker dar. Fast jeder von ihnen kann Magie wahrnehmen. Mehr elfische Eigenschaften haben sie aber nicht mehr, außer dass sie ein wenig älter werden als der Durchschnittsmensch.

Den Begriff »Elf« gabs in Khonar nie und wird es nie geben. Anders als den Begriff »Zwerg« für mein kleinwüchsiges Volk, dass sich aber von Ackerbau, Viehzucht und Fischerei oberirdisch und ohne Bärte ernährt. Und die fassen »Zwerg« als schlimme Beleidigung auf.

So, jetzt aber mal genug gelabert hier *seufz* Muss doch auch noch meinen Haushalt schmeißen und meinen Mann umsorgen. Und zusehen, dass ich selbst nicht krank werd. Oh, und Geburtstagsgeschenke muss ich auch noch einpacken. Und eine Karte schreiben … und Teil 3 überarbeiten und essen machen und Sternchen antworten und Athalem-Beiträge verfassen *seufzseufz*

Kommst du eigentlich auch mal beim Chattreffen vorbei? Wäre super toll, wenn duʼs irgendwie mal einrichten könntest, da ist es immer lustig Icon_smile

Ganz liebe Grüße
Lanna (die irgendwie gestresst ist)

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Beitrag #4 |

RE: Der Wilde Pfad (2/7)
Hallo Lanna,

nun denn. Heute gibt es endlich wieder einen Kommentar von mir. Ich hab diesen Teil gleich nachdem er online gegangen ist angelesen und mein Ersteindruck war nicht ganz so wie in Teil 1. Mal schauen, was ich - mit mehr Zeit im rücken - heute davon halte.
 
Bei seiner ersten Begegnung mit den Imperialen hatte er seinem Trupp den Rückzug befohlen, weil sie keinerlei Informationen über ihre Gegner gehabt hatten.
=> Ich bin mal pingelig: Wortwiederholung. Wie wärs mit sowas in der Art "Bei seiner ersten Begegnung mit den Imperialen musste er den Rückzug befehlen, aus Mangel an Informationen." Huch, da fehlen ja beide "hatte". Nun, such dir aus, wo du es nicht haben willst. Ich würds im ersten Teil des Satzes am besten finden.

Die Waldläuferin zuckte die Schultern. Gelassen nahm sie eines der Jagdhölzer auf und verhakte es in den Ledergurten auf ihrem Rücken. Auf ähnliche Weise befestigte sie auch Bogen und Köcher, bevor sie ihren Blick ebenfalls über die Bäume streifen ließ.
=> Viele Bilder mit wenigen Worten, gefällt mir gut.

Die Hälfte der Strecke lag bereits hinter Degaryn, als das Raunen der Blätter erneut seinen Namen sang. Verwundert hielt er inne, griff aber nach dem Rindenholz und legte seine Hand auf den Stamm des nächsten Baumes – eine schmächtige Sommereiche, vielleicht drei oder vier Jahre alt.
=> /me schenkt einem Seitenblick dem Handy und murmelt was von "SMS" empfangen. *breit grinst* Okeh - wie du siehst macht mich diese Forum von Sonstwas wieder mal lustig. Mal sehen, ob du es mir auch im zweiten Teil austreiben kannst.

Abrupt verstummte das Wispern.
Instinktiv zog Degaryn die Hand zurück und lauschte einige Atemzüge lang auf die unnatürliche Stille. Irgendetwas war geschehen.
Noch einmal berührte der Wildelf die sonnenwarme Borke, schloss die Finger seiner Rechten um das Rindenholz. Das Lied begrüßte ihn und er schickte seine Gedanken an Casidhe auf die Reise durch das Blätterdach.

=> hören, wispern, hingreifen, wegziehen, wieder hingreifen, wieder wispern, wieder Lied ... versteh mich nicht falsch, man kann dir nix vorwerfen weil du allem einen Sinn gibst und dich abwechselst, aber mir ist es trotzdem zu viel Wiederholung im "Esoterik-kram".

Eine Warnung, ein Ahnung von Gefahr. Weitere Atemzüge verstrichen, in denen die Befürchtung aufkeimte, auch dieses Gespräch könne so plötzlich enden – bis sie endlich antwortete.
=> Für mich wiederholst du hier "etwas war geschehen" von weiter oben, also den Sinn. Vielleicht den Satz oben einfach weglassen, sich auf das Gefühlte Eso-Zeug konzentrieren und dann erst sagen, was es bedeutet mit dieser Stelle? Würd für mich zumindest gut passen.

Kalte Angst schloss sich wie eine Klaue um seine Kehle. Sie traf ihn so unvorbereitet, dass er glaubte, ersticken zu müssen. Ebenso schnell verstummte das Gefühl wieder und gab seine Gedanken der Vernunft frei.
=> Ich bin ja auch ein Wetterwunder und darf mir immer anhören, dass der Umschwung zu schnell geht was die Emotion betrifft. Hier erwischt diese Unterstellung nun also auch dich. Wir sind bei der Angst, bei der Kehle, beim ersticken und schon gleich ganz wo anders. Ich weiß nicht genau, was mir fehlt, um mich nicht daran zu stören, aber: es geht mir um einen Tick zu schnell. - Ergo Feinarbeit.

Doch der Wald wollte sein Geheimnis nicht preisgeben. Wind rauschte durch die Kronen, Äste knackten, Vögel sangen.
=> Find ich ganz toll!

Trotzdem mussten sie hier irgendwo sein.

=> Ich würde es als effektvoller empfinden wenn du schreiben würdest: "Trotzdem mussten sie hier sein, irgendwo." Oder "... sie hier sein. Irgendwo." Das "irgendwo" hat irgendwie so einen weitläufigen Nachklang, so etwas fernes und doch bedrohliches in dem Falls. Solltest du doch glatt ausnutzen. *find*

Noch einmal ließ Degaryn seinen Blick durch das Unterholz wandern, ohne einen Hinweis auf seine Brüder zu entdecken.
Zögernd legte er die Hand auf den Baumstamm zu seiner Linken und ergriff das Rindenholz.

=> Kann der seine Griffeln einfach nicht von Bäumen lassen? *breitgrins* Ich finde die Satzanfänge sind vom Aufbau recht gleich. Vielleicht so: "Nocht einmal ließ Degaryn senien Blick durch das Unterholz wandern, ohne Hinweis auf seine Brüder, dann legte er die Hand auf den Baumstamm zu seiner Linken." Mit dem markierten Teil hab ich so meine Probleme, weil "ergreifen" ist ja fast wie in die Hand nehmen und im Grunde hast du die Hand eh schon am Baumstamm, den er ganz sicher nicht "ergreifen" würde. Verstehst du mich, irgendwie?

Er flüsterte den Gedanken an Norandhras in den Gesang der Blätter – nur die Stille antwortete ihm.
=> "die" mag ich hier so gar nicht.

Dem mürrischen Pfadwanderer traute er durchaus zu, das Lied mit Absicht zu überhören und entgegen jeder Vernunft regte sich Ärger in ihm. Schweigsamkeit und mangelnden Respekt vermochte Norandhras nur zu gut als die gleiche Eigenart auszugeben.
Doch auch der Ruf nach Sinnur blieb unerwidert.
Und sein Schüler hätte ihm eine Antwort niemals verweigert.
Was war geschehen?

=> Auch hier - ich finds zu wenig straff, bzw. wiederholst du hier jetzt Dinge, die man als Leser eh schon weiß, die man ahnen kann. Es ist mehr als deutlich, dass was passiert ist und dann gehst du auch nochmal die Charaktere durch. Eigentlich schön, sie wieder aufzugreifen, einzeln, aber inhaltlich bleibst du damit leicht wiederholend.

Das Geräusch war rechts hinter ihm erklungen, zu weit entfernt, als dass ein Schütze schon freies Schussfeld haben könnte.
Die Finger der rechten Hand schlossen sich um den Griff der Axt, denn hinter ihm standen die Bäume zu dicht, um das Jagdholz einsetzen zu können.

=> richtig pingelig. Aber ich find, auch Satzendungen sollte man nicht Wiederholen. Würds also an deiner Stelle ein bisschen umbauen, dann klingst vielleicht noch runder. Aber wie gesagt - ist jetzt Kleinkram.

Laubrascheln ließ ihn herumwirbeln, ein Schatten aus den Augenwinkeln nur, doch instinktiv warf er sich zur Seite. Er hörte das Sirren der Bogensehne und kam wieder auf die Beine. Zwischen ihm und dem Schützen ein kräftiger Baum.
=> schöne Stelle!

Seine Finger schlossen sich um das Jagdholz, das er mit einer fließenden Bewegung aus dem Ledergehänge löste.
=> Ich hab so ein Gefühl, dass du "schlossen" immer wieder benutzt, bin aber zu faul, jetzt das ganze Ding nochmals auf diese Forumlierung zu durchsuchen. Das überlasse ich mal dir. Mrgreen

Er sah der Waffe nicht nach, sondern ging in die Knie, schrieb zwei heilige Zeichen in die Luft , sprach die Worte der Macht.

=> Fehlerchen.

Ein dumpfer Schlag und ein schmerzerfüllter Aufprall kündeten von einem Treffer.
Er spürte die Kraft des Waldes, die auf ihn überging, spürte das Singen in Lirnwans Blättern.

=> Tausend Blätter, Bäume, Rauschen, Sänge und kein Gegner, den ich mal so richtig von Mann zu Mann zu Gesicht bekomme? hmmmm, ... okay, ich hasse nicht nur Magier und Elfen sondern ab sofort auch Schützen. Diese Fernkeilerei is irgendwie ned so prickelnd. *me verteilt Schwerter, löscht die Bäume aus der Umgebung und freut sich auf Action* Mrgreen

Kurz vor dem Aufschrei surrte ein weiterer Bogen.
=> Surrt nicht der Pfeil?

Keiner der Kerle trug Metall oder ein Sonnensymbol.
=> Hmmm, ... einfache Söldner vermutlich ...

Im gleichen Moment bohrte sich Schmerz in Degaryns Schulter.
=> Na endlich! Nicht weil ich es ihm so vergönne, sondern weil er irgendwie alleine ist gegen ne ganze Menge von Leuten, die schießen und schießen und trotzdem sterben die und nicht Degaryn, der immer irgendwie durchkommt.

Es lag außerhalb seiner Reichweite im Laub, so dass er keinen weiteren Gedanken daran verschwendete.
=> Naja, einen Gedanken verschwendet er ja schon. Also vielleicht "Es lag außerhalb seine Reichweite im Laub, sodass er keinen weiteren Gedanken mehr daran verschwenden würde." Ich fände es klingt runder so, obwohl der gleiche Inhalt, aber letzendlich musst das eh du wissen.

Ein schriller Pfiff ließ ihn herumfahren, schrieb Entsetzen in sein Gesicht. Augenblicke später ragte ein Pfeilschaft aus seinem Hals.
Degaryn lachte und brach zusammen.
Die Welt wurde still.

=> Was für ein Ende! Juhuuu - Verstärkung ist da.

Also wie ich bisher angedeutet hab, gefällt mir dieser Teil ein bisschen weniger als der erste. Nicht weil er schlecht geschrieben ist, sondern weil du inhaltlich einfach in einem Stück ziemlich genau das gleiche lieferst - einen Kampf auf Distanz gegen viele Gegner, somit bleiben da gleich klingende Wörter auf einem Fleck und immer wieder Begriffe wie Holz, Hand, bücken, Axt, rausziehen, rüberschießen, Wurfholz - so in etwa stimmt der Inhalt ein ins ewige Lied, dass scheinbar auch ganz nette Kräfte verleiht. Das hingegen find ich ganz schön gemacht. Auch gefällt mir die Skizzierung im allgemeinen sehr sehr gut. Für mich hapert es einfach - ja, klingt komisch - an der inneren Spannung. Man will zwar wissen was passiert, aber nicht unbedingt jedes Wort lesen. So gehts mir allerdings auch oft bei Romanen, wenn die Action beginnt, mich aber nicht wirklich erreichen kann. Hier hatte ich zu wenig Bilder vor meinen Augen, vorallem zu wenig verschiedene, um sie trennen und wieder gut zusammen fügen zu können. Die Angreifer sind allesamt gesichtslos - okay, passt zu einem Kampf. Trotzdem: mir fehlt was. Ich find es könnte straffer sein, bildlicher.

Zusammengefasst:

Setting / Ausgestaltung => Pro
Action / Handlung => Icon_slash
Stil immer noch => Pro
Lust auf mehr: Icon_cool sicher doch!

Liebe Grüße,
Sternchen






"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #5 |

RE: Der Wilde Pfad (2/7)
Hey Lanna,
ich denke, ich muss dir immer noch nicht erklären, wie man kommentiert, usw., daher leg ich wieder gleich los. Icon_wink

Zitat:Kalte Angst schloss sich wie eine Klaue um seine Kehle.

Irgendwie legt sich diese kalte Angst immer - zumindest bei mir, auch wenn ich natürlich noch nie in einer vergleichbaren Situation gewesen bin - um den Brustkorb. Aber ist natürlich deine Sache.

Zitat:Doch der Wald wollte sein Geheimnis nicht preisgeben. Wind rauschte durch die Kronen, Äste knackten, Vögel sangen.

Pro Erinnert mich irgendwie ein bisschen an Filme und ihre stummen Bedrohungen. Und diese Atmosphäre hast du wirklich wahnsinnig gut eingefangen. Icon_smile

Zitat:Noch einmal ließ Degaryn seinen Blick durch das Unterholz wandern, ohne einen Hinweis auf seine Brüder zu entdecken.

Sind Norandhras und Sinnur wirklich seine Brüder? Nicht, oder? Denn wenn nicht, dann würde das "seine" durch ein "die" ersetzen!

Zitat:Er flüsterte den Gedanken an Norandhras in den Gesang der Blätter – nur die Stille antwortete ihm. Dem mürrischen Pfadwanderer traute er durchaus zu, das Lied mit Absicht zu überhören und entgegen jeder Vernunft regte sich Ärger in ihm.

Der Übergang zwischen den beiden Sätzen ist nicht gut gelungen, ich würde zweiteren vielleicht andersrum "hinstellen": "nur die Stille antwortete ihm. Entgegen jeder Vernunft regte sich Ärger in ihm; dem mürrischen Pfadwanderer..."

Zitat:Langsam zog Degaryn seine Linke zurück und drehte sich um. Im Zwielicht zwischen den Bäumen bewegte sich ein grauer Schemen; fließend und lautlos. Und bereits gefährlich nah.
Ohne nachzudenken löste Degaryn seine Axt aus dem Waffengurt und warf sie in der gleichen Bewegung nach dem Eindringling.

Ich finde es ein wenig unlogisch, dass Degaryn auf einen undeutlichen Schemen wirft aus dem Gürtel heraus. Oder ist Degaryn ein sehr erfahrener Krieger?

Zitat:Konnte das ein Zufall sein?

Ich würde das "ein" weglassen.

Zitat:Zwischen ihm und dem Schützen ein kräftiger Baum.

Der Satz klingt irgendwie nicht gut, weil der Baum auch in der Mitte der Strecke sein könnte. Ich weiß, ist eigentlich klar, dass er ihn als Deckung verwendet, aber ich fände es trotzdem besser, wenn du es auch so schreiben würdest.

Zitat:Ein dumpfer Schlag und ein schmerzerfüllter Aufprall kündeten von einem Treffer.

Eher ein "schmerzerfüllter Aufschrei", oder?

Zitat:Aus den schemenhaften Bewegungen wurden weitere Schützen.

Du hast davor diese schemenhaften Bewegungen eigentlich nie erwähnt, daher kannst du dich jetzt auch nicht drauf beziehen. Icon_smile Daher würde das "den" weglassen. Alternativ könntest du auch schreiben: "Aus Schemen wurden weitere Schützen."

Zitat:Zwei Sehnen surrten, bevor der erste Eindringling den Stamm umrundete – einen Pfeil angelegt, der losschnellte, kaum dass er seinen Gegenüber bemerkte. Degaryn sprang aus der Hocke hoch, nahm den Schwung mit und trieb die Axt tief in Fleisch. Kurz vor dem Aufschrei surrte ein weiterer Bogen.

Jetzt frag ich mich gerade: Surren Sehnen, surren Bögen oder surren Pfeile, bin mir irgendwie nicht ganz sicher, aber es sind wohl doch die Sehnen. Ich wurde auf jeden Fall den zweiten fett gedruckten Satz abändern, denn zweimal so kurz hintereinander einen so ähnlichen Satzteil, das kommt iwie nicht gut.

Zitat:Wieder surrte ein Bogen; wieder stürzte ein Körper ins Laub

Also gibt es doch weitere Waldelfen, die Degaryn helfen... Oder?

So jetzt bin ich durch. Am Ende also kommt der letzte Gegner noch näher und auf einmal wird Degaryn von einem vergifteten Pfeil aus der anderen Richtung abgeschossen...
Die Actionsszene selbst ist gut gelungen, auch wenn ich ein paar Anmerkungen hatte. Ansonsten habe ich es gern gelesen und freue mich auf den nächsten Teil,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #6 |

RE: Der Wilde Pfad (2/7)
Da bin ich wieder. Icon_smile
Freue mich schon auf das Gemetzel. *hihihi*

Kleiner Einschub: Kennst du eigentlich von James Clemes "Das Buch des Feuers"? In diesem Buch kommt eine Driade vor, die hat eine Harfe aus ihrem Herzbaum, oder so ähnlich und kann auch mit Bäumen reden, wenn ich mich recht erinnere. Deine Elfen erinnern mich an sie. Das ist jetzt nicht negativ gemeint. Ist meine liebste Fantasy-Reihe und kann ich nur jedem empfehlen. Das habe ich auch hiermit getan. *lach*

Zitat:»Du bleibst bei Casidhe«, wies er den jungen Druiden an und stieß einen hohen Pfiff aus. »Wo ist Hircun?«
Die Waldläuferin zuckte die Schultern. Gelassen nahm sie eines der Jagdhölzer auf und verhakte es in den Ledergurten auf ihrem Rücken. Auf ähnliche Weise befestigte sie auch Bogen und Köcher, bevor sie ihren Blick ebenfalls über die Bäume streifen ließ.
-- 2. Fragen: 1. Warum ruft er ihn nicht selbst?
2. Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Casidhe und Degaryn? Sie sind beide Waldelfen. Was macht sie zur Waldläuferin und was ist er dann?

Zitat: Lief alles nach Plan, würden sie den Imperialen gar nicht erst von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen.
-- sondern?

Zitat:Abrupt verstummte das Wispern.
Instinktiv zog Degaryn die Hand zurück und lauschte einige Atemzüge lang auf die unnatürliche Stille. Sie hing lauernd zwischen dem Gesang der Vögel, bis er die sonnenwarme Borke noch einmal berührte. Das Lied begrüßte ihn und er schickte seine Gedanken an Casidhe auf die Reise durch das Blätterdach. Eine Warnung, ein Ahnung von Gefahr. Weitere Atemzüge verstrichen, in denen die Befürchtung aufkeimte, auch dieses Gespräch könne so plötzlich enden – bis sie endlich antwortete.
-- Wenn das erste Gespräch abbricht und erst das zweite absendet, woher kommt dann das Lied? Es war ja vorher alles stumm.

Zitat:Wie Raureif kroch Angst über den Rand seines Denkens, gegen die er wenige Augenblicke lang machtlos war. Sie legte ihre Finger um seine Kehle und ließ sich nur schwer abschütteln.
-- Sehr schöne Beschreibung!

Zitat:Die Finger der rechten Hand legten sich um den Griff der Axt, denn hinter ihm standen die Bäume zu dicht, um das Jagdholz einsetzen zu können. Dicht genug, um einen Trupp ungeschickter Imperialer daran zu hindern, ihnen in den Rücken zu fallen.
-- Hier schreibst du, dass die Bäume sehr dicht stehen und trotzdem wirft Degaryn kurz darauf sein Holz und es kommt sogar wieder. Das widerspricht sich.

Zitat:Im Zwielicht zwischen den Bäumen bewegte sich eine graue Gestalt; fließend und lautlos. Und bereits gefährlich nah.
Er löste seine Axt aus dem Waffengurt und warf sie in der gleichen Bewegung nach dem Eindringling. Ein Wildelf hätte ihn längst als Seinesgleichen erkannt und die Heimlichkeit aufgegeben.

-- Ich würde den letzten Satz etwas nach vorne schieben. Schließlich ist dieser GEdanken der Grund dafür, dass er die Axt zieht und wirft.

Zitat:Laubrascheln ließ ihn herumwirbeln, ein Schatten aus den Augenwinkeln nur, doch instinktiv warf er sich zur Seite.
-- Hehee, gerade gefunden:

Zitat:Wer aus dem Augenwinkel eine rasche Bewegung wahrnimmt, wendet ruckartig den Kopf. Diesen Reflex hat der Mensch entwickelt, um prompt auf eventuelle Gefahren reagieren zu können. Für diese so genannte Orientierungsreaktion benötigt es kein bewusstes Hinschauen und daher im Grunde auch nicht die bewusste Steuerung der Augenmuskulatur.

Zitat:Er sah der Waffe nicht nach, sondern ging in die Knie, schrieb zwei heilige Zeichen in die Luft, sprach die Worte der Macht. Ein dumpfer Schlag und ein schmerzerfüllter Aufschrei kündeten von einem Treffer.
Er spürte die Kraft des Waldes, die auf ihn überging, spürte das Singen in Lirnwans Blättern.
Aus den schemenhaften Bewegungen im Zwielicht des Unterholzes wurden weitere Schützen. Mit einem heftigen Ruck zog Degaryn seine Axt aus dem Brustkorb des Toten und sprang auf, als das Wurfholz zu ihm zurückkehrte.
-- Das Holz fliegt ganz schön lange. Ich hab ja schonmal einen Bumerang geworfen -ja, er kam auch zurück. :D
-- Hatte er die Axt nicht schon gezogen? Mir war so. Ach, nee, war die andere Axt. Okay, weitermachen. Icon_wink

Zitat:Zwei Sehnen summten, bevor der erste Eindringling den Stamm umrundete – einen Pfeil angelegt, der losschnellte, kaum dass er seinen Gegenüber bemerkte.

-- Diesen Satz verstehe ich nicht.

Zitat:Dennoch sah er den Schlag seines Gegners kommen und tauchte unter ihm hinweg.
-- Hm, ich kann anchvollziehen, warum du ein Dennoch genommen hast, aber irgendwie stört es mich, weil mir der wirkliche Bezug fehlt. Warum nicht einfach: "Er tauchte unter seinem Gegner weg."?

Zitat:Mit zwei Schritten zur Seite brachte er den Mann zwischen sich selbst und die Schützen. Seine Waffe traf den Schild und glitt hindurch als sei er aus Laub. Sein Gegner allerdings reagierte schnell, riss den Buckler zur Seite und lenkte damit auch die Axt von ihrer Bahn ab.

-- Was ist ein Buckler?

Zitat:Plötzlich war sein Gegner vor ihm, ein Mensch, so dreckig und verkommen wie alle Menschen.
-- Ist aber nicht nett.

Zitat:Ein schriller Pfiff ließ den Kerl herumfahren, schrieb Entsetzen in sein Gesicht.

-- Warum das Entsetzen?

So, ich muss sagen, die Kampfszene ist wirklich etwas wirr geraten. Auch nach dem zweiten Lesen sind es mir zu schnell zu viele Leute. Ich weiß nie genau, wo sie und wo Degaryn nun gerade ist. Icon_confused
Allerdings ist das vielleicht auch nicht nötig, schließlich sind Kämpfe meist schnell und unübersichtlich. Hm. Ich bin im Zwiespalt.

Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #7 |

RE: Der Wilde Pfad (2/7)
Hallo Lanna,

da habe ich also über fehlende Bedrohung gemeckert und dass Degaryn (diese Fantasy-Namen, ich muss immer schauen, wie die sich schreiben) nicht wirklich alt wirkt: Und hier kommt dann der Gegenbeweis.
Dieser Teil gefällt mir viel besser als der erste. Ich kann mir deinen Elfen jetzt gut vorstellen, wie er über die Natur Kontakt zu seinen Kompanen aufnimmt, wie er zwei, drei, vier Worte der Macht (abgewandelte Machtworte? *g*) spricht, wie er mit der Natur verschmilzt im Kampf. Und dann doch - vom letzten Gegner natürlich - getroffen wird, sich selbst nicht mehr retten kann, sondern auf Hilfe angewiesen ist. Weil kein Elf allein den Überelfen mimen, sondern immer schön auf dem Boden bleiben sollte. Spannend natürlich, dass die Gegner keine Sonnenkrieger, sondern andere Menschen sind. Na, huch, denkt man sich da. Was wollen die denn alle im Wald? Icon_wink

Was mich an Degaryn (wieder geschaut) am meisten fasziniert, ist sein grenzenloses Vertrauen - zum einen in seine Mitelfen, zum anderen in sich selbst. Er wartet nicht auf das zustimmende Ja, er weiß, dass es kommen würde und die Sache erledigt wird - gibt keine Anweisung, wenn sie selbstverständlich wäre. Und schaut nicht, ob sein Bumerang (so kann man sich doch sein Wurfgeschoss vorstellen) ein Ziel findet. Das strahlt sehr viel Ruhe und - ja - Weisheit aus.

Die einzige Stelle, an der ich in diesem Teil ins Stocken gekommen bin, ist mitten im Kampf.
Zitat:Zwei Sehnen summten, bevor der erste Eindringling den Stamm umrundete – einen Pfeil angelegt, der losschnellte, kaum dass er seinen Gegenüber bemerkte. Degaryn sprang aus der Hocke hoch, nahm den Schwung mit und trieb die Axt tief ins Fleisch. Kurz vor dem Aufschrei sirrte ein weiterer Pfeil durch das Gehölz. Er spürte den Aufprall eines Körpers im Laub, noch bevor er seinem Gegner die Beine wegtrat. Mit einem heftigen Ruck kam seine Waffe frei.
Hier kann ich dem Geschehen nicht folgen. Kämpft Degaryn nicht allein? Vor allem den ersten Satz kriege ich nicht sortiert.
Zwei Sehnen summen - also zwei Bogen?
bevor der erste Eindringling ... - also direkt
einen Pfeil angelegt - Wer?
kaum dass er sein Gegenüber bemerkte - wer er? Welches Gegenüber?
Es wird ja nicht Degaryn sein, denn der hat einen Bumerang und eine Axt. Vllt die anderen beiden Pfadwanderer? Hm, wenn Degaryn es bemerkt, dann sehr dezent. Ich kann das hier wirklich nicht zuordnen.
Danach treibt Degaryn (wird langsam mit dem Namen) die Axt ins Fleisch des Gegners, der sich mittlerweile um den Baumstamm gewunden hat? Noch bevor der Gegner fällt, surrt der nächste Fall. Degaryn hat also wirklich Unterstützung. Na gut, das klärt einiges. Trotzdem fällt mir diese Passage schwer.

Ansonsten sehr schön, auch sprachlich ein paar tolle Sätze dabei. Die Tiere verließen den Wald übrigens einfach und zogen in den nächsten. Die Elfen geben sich nicht so schnell geschlagen, hm?

Anmerkungen:
Zitat:»Wo ist Hircun?«
Beim Lesen habe ich gedacht: Ach, noch 'n Elf? Icon_wink
Zitat:Aber wie alle Menschen besaßen auch diese die dumme Eigenart, auf völlig unvorhersehbare Ideen zu kommen.
Man denkt, es kommt sonstwas und dann ... *gg*
Zitat:Eine Warnung, ein Ahnung von Gefahr.
eine Ahnung
Zitat:Wie Raureif kroch Angst über den Rand seines Denkens, gegen die er wenige Augenblicke lang machtlos war.
Sehr cool, der Raureif, wirklich gut!
Zitat:In der Luft lag weder der Klang von Waffen, noch der Geruch von Blut.
kein Komma zwischen weder-noch
Zitat: Das schwarze Klingenblatt hatte die Lederrüstung durchschnitten und war in den Brustkorb eingesunken. Keine glänzende Metallrüstung, kein gelb-weißer Wappenrock, auf dem die Sonne prangte. Der Mann war kein Sonnenkrieger.
Yay, das ist natürlich 'ne Wendung Icon_smile
Zitat:Seit dem Schuss waren lediglich drei Atemzüge vergangen – der Schütze verriet sich durch einen falschen Schritt.
Hier liest sich die Verbindung nicht ganz fließend, bzw. eher zu fließend, nämlich zu kurz. Vllt ein "dann", "schließlich", ...?
Ansonsten klingt es so determiniert: Es waren keine drei Atemzüge vergangen, d.h./also/folglich verriet sich der Schütze durch einen falschen Schritt. Klar, tun sie immer ...
Zitat:Seine Waffe traf den Schild und glitt hindurch als sei er aus Laub.
... hindurch, als ...

So, einen Teil versuche ich heute noch. Hoffentlich Icon_smile
Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #8 |

RE: Der Wilde Pfad (2/7)
Schönen guten Abend werte Kommentatoren und Kommentatorinnen!

Auch hier möchte ich mich noch einmal ganz ausdrücklich für die arge Verspätung meiner Antworten entschuldigen. Ich wollte ja, aber dann kam so viel Stress dazwischen, dann war mal Zeit, aber nicht genug, um ALLES zu schaffen, also hab ich ALLES nach hinten verschoben und dann war schon Weihnachten und dann musste man sich mit guten Vorsätzen beschäftigen und hier bin ich endlich.

Die Kommentare von Sternchen, Saryn und rex hatte ich ja schon vor einer Weile eingearbeitet, über die Anmerkungen von Addi und Libbi muss ich teilweise noch eine Weile brüten, ein paar hab ich schon umgesetzt und ein paar heb ich mir für die nächste Geschichte auf Icon_wink
Trotzdem möchte ich natürlich noch auf offene Fragen antworten und Unklarheiten soweit möglich beseitigen.
Ich hoffe, es ist für euch in Ordnung, wenn ich auf die kleineren Formulierungs-/Stil-Sachen nicht einzeln eingehe. Fehler wurden selbstverständlich ausgemerzt und Formulierungen überdacht.

Vielen Dank euch allen, dass ihr euch so sehr mit der Geschichte auseinandergesetzt habt!


@Sternchen

(17-09-2011, 08:57)Sternchen schrieb: Die Hälfte der Strecke lag bereits hinter Degaryn, als das Raunen der Blätter erneut seinen Namen sang. Verwundert hielt er inne, griff aber nach dem Rindenholz und legte seine Hand auf den Stamm des nächsten Baumes – eine schmächtige Sommereiche, vielleicht drei oder vier Jahre alt.
=> /me schenkt einem Seitenblick dem Handy und murmelt was von "SMS" empfangen. *breit grinst* Okeh - wie du siehst macht mich diese Forum von Sonstwas wieder mal lustig. Mal sehen, ob du es mir auch im zweiten Teil austreiben kannst.
*lach* ich weiß noch, dass mein Mann auch diese Telefon-Assoziation hatte, deshalb hat diese Fähigkeit, über die Bäume zu kommunizieren, in unseren Texten auch spaßhaft »Baumtelefon« Icon_wink

(17-09-2011, 08:57)Sternchen schrieb: Kurz vor dem Aufschrei surrte ein weiterer Bogen.
=> Surrt nicht der Pfeil?
Genaugenommen meinte ich die Bogensehne, hab es aber in einen »sirrenden Pfeil« geändert. Allgemein bin ich bei sowas ja manchmal etwas … psychotisch: Pfeile sirren, Bogensehnen surren *lach*

(17-09-2011, 08:57)Sternchen schrieb: , sondern weil du inhaltlich einfach in einem Stück ziemlich genau das gleiche lieferst - einen Kampf auf Distanz gegen viele Gegner, somit bleiben da gleich klingende Wörter auf einem Fleck und immer wieder Begriffe wie Holz, Hand, bücken, Axt, rausziehen, rüberschießen, Wurfholz 
Jup, das ist eines der großen Probleme beim Kämpfe-Beschreiben: Ich persönlich mag es gerne, etwas genauer beschrieben zu bekommen, was passiert, anderen würde bei einem Duell zum Beispiel reichen, wenn da steht: »Tonibert errang in einem spektakulären Zweikampf den Sieg« … ich selbst finde es ganz schwer, zwischen Beschreibung und Zusammenfassung zu wechseln – ein paar Szenen sollen schon detailliert rein, finde ich, zu lange / langatmig soll es auch nicht werden. Wenn ich erstmal mit szenischer Beschreibung angefangen hab, kann ich nicht mehr aufhören Icon_smile

Wie schon oben erwähnt, von deinen Anmerkungen habe ich sehr viele überdacht und in die Geschichte eingearbeitet. Vielen lieben Dank nochmals für deine Arbeit Icon_wink



@rex noctis

(17-09-2011, 16:16)rex noctis schrieb:
Zitat:Noch einmal ließ Degaryn seinen Blick durch das Unterholz wandern, ohne einen Hinweis auf seine Brüder zu entdecken.
Sind Norandhras und Sinnur wirklich seine Brüder? Nicht, oder? Denn wenn nicht, dann würde das "seine" durch ein "die" ersetzen!
Brüder im Sinne von »Ordensbrüder« - das ist natürlich nicht selbstverständlich, würde aber mit dem (geplanten) Rollenspiel-Regelwerk im Hintergrund sofort ersichtlich sein, da der »Wilde Pfad« eine religiöse Organisation ist. Also weder Degaryn und die beiden noch Norandhras und Sinnur untereinander sind irgendwie verwandt Icon_wink

(17-09-2011, 16:16)rex noctis schrieb:
Zitat:Langsam zog Degaryn seine Linke zurück und drehte sich um. Im Zwielicht zwischen den Bäumen bewegte sich ein grauer Schemen; fließend und lautlos. Und bereits gefährlich nah.
Ohne nachzudenken löste Degaryn seine Axt aus dem Waffengurt und warf sie in der gleichen Bewegung nach dem Eindringling.
Ich finde es ein wenig unlogisch, dass Degaryn auf einen undeutlichen Schemen wirft aus dem Gürtel heraus. Oder ist Degaryn ein sehr erfahrener Krieger?
Zum einen hat Degaryn etliches an Kampferfahrung, viel wichtiger war mir hier aber, dass er einfach total von sich selbst überzeugt ist *lach* Er ist keiner, der zögert, der erst lange überlegt und dann handelt – bei ihm muss alles schnell und sauber gehen

(17-09-2011, 16:16)rex noctis schrieb:
Zitat:Zwei Sehnen surrten, bevor der erste Eindringling den Stamm umrundete – einen Pfeil angelegt, der losschnellte, kaum dass er seinen Gegenüber bemerkte. Degaryn sprang aus der Hocke hoch, nahm den Schwung mit und trieb die Axt tief in Fleisch. Kurz vor dem Aufschrei surrte ein weiterer Bogen.
Jetzt frag ich mich gerade: Surren Sehnen, surren Bögen oder surren Pfeile, bin mir irgendwie nicht ganz sicher, aber es sind wohl doch die Sehnen. Ich wurde auf jeden Fall den zweiten fett gedruckten Satz abändern, denn zweimal so kurz hintereinander einen so ähnlichen Satzteil, das kommt iwie nicht gut.
*lach* In diesem Text habe ich mich selbst darauf geeinigt, dass Sehnen surren, Pfeile sirren und Bögen gar kein Geräusch mehr machen (glaub ich – und falls doch mal ein Bogen ein Geräusch macht, würde er surren). Du siehst, du bist nicht der einzige, den solche Gedanken beschäftigen Icon_wink (die Stelle hab ich trotzdem ummodelliert, weniger Gesurre)

(17-09-2011, 16:16)rex noctis schrieb: Am Ende also kommt der letzte Gegner noch näher und auf einmal wird Degaryn von einem vergifteten Pfeil aus der anderen Richtung abgeschossen...
Diese Unklarheit habe ich durch eine Umformulierung hoffentlich beseitigt: Nicht Degaryn bekommt den Pfeil in den Hals, sondern sein Gegner. Also Degaryn hat einen vergifteten Pfeil in der Schulter, aber der letzte Pfeil der Szene geht in den Hals des Norvers. War aber tatsächlich nicht besonders klar von mir ausgedrückt

Auch dir danke ich hier noch einmal und auch schon einmal für die anderen Teile mit Icon_wink Für die Auseinandersetzung mit meiner Geschichte, aber natürlich auch fürs Lob Icon_smile



@Nepia

Auch wenn ich ein bisschen spät dran bin, interessiert dich die Antwort vielleicht trotzdem noch Icon_wink
»Zwiesprache« bezeichnet im Allgemeinen einfach einen Dialog, also wenn Zwei miteinander sprechen, wobei der Gesprächspartner nicht unbedingt wirklich vorhanden sein muss; so kann man zum Beispiel »Zwiesprache mit den Toten« halten, wenn man sie um Rat bittet oder sich ihrer erinnert.
Eine »Blutlinde« ist einfach eine spezielle Art der Linde Icon_wink



@Addi

(20-09-2011, 19:34)Adsartha schrieb: Kleiner Einschub: Kennst du eigentlich von James Clemes "Das Buch des Feuers"? In diesem Buch kommt eine Driade vor, die hat eine Harfe aus ihrem Herzbaum, oder so ähnlich und kann auch mit Bäumen reden, wenn ich mich recht erinnere. Deine Elfen erinnern mich an sie.
Sagt mir gar nichts, dieser Buchtitel – wobei ich selbst als Leser auch gar nicht so der Fan von naturversessenen Elfen bin *lach* Allerdings gehören Bäume und Elfen für mich schon immer zusammen. Damals, als ich mit Rollenspielen angefangen habe – erste Kontakte zur Fantasy – hatte ich einen Rollenspielcharakter, eine elfische Druidin, die immer mit Steinen gesprochen hat. Wohlgemerkt: SIE hat gesprochen, die Steine haben leider nie geantwortet Icon_nosmile Mrgreen Elfen mit Macken begleiten mich also schon sehr lange *lach*

(20-09-2011, 19:34)Adsartha schrieb:
Zitat:»Du bleibst bei Casidhe«, wies er den jungen Druiden an und stieß einen hohen Pfiff aus. »Wo ist Hircun?«
Die Waldläuferin zuckte die Schultern. Gelassen nahm sie eines der Jagdhölzer auf und verhakte es in den Ledergurten auf ihrem Rücken. Auf ähnliche Weise befestigte sie auch Bogen und Köcher, bevor sie ihren Blick ebenfalls über die Bäume streifen ließ.
-- 2. Fragen: 1. Warum ruft er ihn nicht selbst?
2. Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Casidhe und Degaryn? Sie sind beide Waldelfen. Was macht sie zur Waldläuferin und was ist er dann?
1. Degaryn pfeift, um Hircun herbeizurufen, weiß aber nicht so genau, wo Hircun sich überhaupt aufhält und fragt deshalb nach.
2. Die Geschichte hat ja eine Rollenspielwelt als Hintergrund, und »Waldläufer« ist dort einfach eine bestimmte Klasse, die bestimmte Dinge besser kann als andere Klassen. Waldläufer sind Fährtensucher, Fernkämpfer, Jäger, Kundschafter. Degaryn dagegen ist ein Zelot, also ein »Gotteskrieger«, der ein paar Zaubersprüche sprechen kann, hauptsächlich im Nahkampf kämpft und hauptsächlich für blinden Fanatismus zuständig ist Mrgreen


(20-09-2011, 19:34)Adsartha schrieb:
Zitat: Lief alles nach Plan, würden sie den Imperialen gar nicht erst von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen.
-- sondern?
Sie in einem fiesen Hinterhalt aus einiger Entfernung niedermetzeln Icon_wink Meine Elfen sind in ihrer Kampfesweise schon sehr dreckig und teilweise auch unehrenhaft

(20-09-2011, 19:34)Adsartha schrieb:
Zitat:Abrupt verstummte das Wispern.
Instinktiv zog Degaryn die Hand zurück und lauschte einige Atemzüge lang auf die unnatürliche Stille. Sie hing lauernd zwischen dem Gesang der Vögel, bis er die sonnenwarme Borke noch einmal berührte. Das Lied begrüßte ihn und er schickte seine Gedanken an Casidhe auf die Reise durch das Blätterdach. Eine Warnung, ein Ahnung von Gefahr. Weitere Atemzüge verstrichen, in denen die Befürchtung aufkeimte, auch dieses Gespräch könne so plötzlich enden – bis sie endlich antwortete.
-- Wenn das erste Gespräch abbricht und erst das zweite absendet, woher kommt dann das Lied? Es war ja vorher alles stumm.
Beim Schreiben hatte ich damit so meine Schwierigkeiten – genau genommen ist das Ewige Lied immer zu hören, wenn ein Elf mit seinem Rindenholz Kontakt zur … »Seele« des Waldes herstellt. Über diese Seele kann gezielt kommuniziert werden. Diese Kommunikation bricht ab, das Lied selbst aber ist noch da, als Degaryn wieder Kontakt mit der »Seele« aufnimmt. Es ist halt sowas ätherisch-übernatürliches, ein bisschen wie in Avatar diese Seelenbäume, ein bisschen kollektives Bewusstsein, ein bisschen Telepathie *lach*

(20-09-2011, 19:34)Adsartha schrieb:
Zitat:Die Finger der rechten Hand legten sich um den Griff der Axt, denn hinter ihm standen die Bäume zu dicht, um das Jagdholz einsetzen zu können. Dicht genug, um einen Trupp ungeschickter Imperialer daran zu hindern, ihnen in den Rücken zu fallen.
-- Hier schreibst du, dass die Bäume sehr dicht stehen und trotzdem wirft Degaryn kurz darauf sein Holz und es kommt sogar wieder. Das widerspricht sich.
Das wird leider öfter in den Kommentaren erwähnt, aber ich habe keine Ahnung, wie ich es deutlicher machen soll … HINTER Degaryn stehen die Bäume zu dicht, deshalb wirft er dem Kerl, der sich von HINTEN anschleicht, seine Axt entgegen. VOR ihm ist allerdings die Stelle, wo meine Elfen ihren Hinterhalt auf die Imperialen geplant hatten, dort ist der Wald etwas lichter. Deshalb kann Degaryn jedem, der sich von VORN nähert, das Jagdholz entgegenschleudern. Ich hab mir da schon meinen Kopf zerbrochen, aber mir will nichts Passendes einfallen *seufz*

(20-09-2011, 19:34)Adsartha schrieb:
Zitat:Mit zwei Schritten zur Seite brachte er den Mann zwischen sich selbst und die Schützen. Seine Waffe traf den Schild und glitt hindurch als sei er aus Laub. Sein Gegner allerdings reagierte schnell, riss den Buckler zur Seite und lenkte damit auch die Axt von ihrer Bahn ab.

-- Was ist ein Buckler?
Ein kleiner Schild, bei wikipedia nennen sie ihn auch »Faustschild«, der beim Kampf nicht so stark behindert wie ein großer Schild und viel flexibler geführt werden kann.

Auch dir ein dickes Dankeschön für deine Mühe – vielleicht wird es im Laufe der Kommentare so aussehen, als würde ich jede Kritik nur abschmettern, aber das tue ich keinesfalls. Diese Geschichte hier habe ich bewusst mit einem Regelwerk im Hinterkopf geschrieben, wodurch sich einige deiner Fragen erklären lassen. Natürlich ist es blöd, sie dann Leuten zu lesen zu geben, die den Hintergrund nicht haben, aber ich will auch sehen, wie sie ohne Hintergrund funktioniert. Und alles, was ich hier in der Geschichte nicht umsetze, nehme ich als Anregungen und Denkanstöße auf jeden Fall mit in die nächste Geschichte Icon_smile



@Libertine

(21-09-2011, 09:47)Libertine schrieb: Dieser Teil gefällt mir viel besser als der erste. Ich kann mir deinen Elfen jetzt gut vorstellen, wie er über die Natur Kontakt zu seinen Kompanen aufnimmt, wie er zwei, drei, vier Worte der Macht (abgewandelte Machtworte? *g*) spricht, wie er mit der Natur verschmilzt im Kampf.
Zunächst mal finde ich es toll, dass dir Teil 2 mehr zusagte als Teil 1. Bei den anderen Kommentatoren war es eher andersrum, da tut sowas natürlich auch gut Icon_smile
Die Geschichte der Worte der Macht ist allerdings recht simpel: In dem Rollenspiel, das mein Mann und ich spielen, gibt es ein paar Zauber, die so heißen (»Wort der Macht: Stille«, »Wort der Macht: Taubheit« und »Wort der Macht: Tod«) und die kamen bei uns in den unterschiedlichsten Situationen zum Einsatz – sei es nur um unsere Mitspieler mit einem freundlichen »Wort der Macht: Stille! So, jetzt halt mal dein Maul.« zum Schweigen zu bringen Mrgreen Daher war für uns klar, dass wir irgendwelche Worte der Macht in unserem neuen Regelwerk haben wollten. Und weil »er murmelte eine Zauberformel« auf Dauer irgendwie doof ist, zaubern die Magier hier über Worte der Macht Icon_wink


(21-09-2011, 09:47)Libertine schrieb: Was mich an Degaryn (wieder geschaut) am meisten fasziniert, ist sein grenzenloses Vertrauen - zum einen in seine Mitelfen, zum anderen in sich selbst. Er wartet nicht auf das zustimmende Ja, er weiß, dass es kommen würde und die Sache erledigt wird - gibt keine Anweisung, wenn sie selbstverständlich wäre. Und schaut nicht, ob sein Bumerang (so kann man sich doch sein Wurfgeschoss vorstellen) ein Ziel findet. Das strahlt sehr viel Ruhe und - ja - Weisheit aus. 
Ich find es faszinierend, dass Degaryn bei dir genau so ankommt, wie ich ihn gerne hätte, ohne dass ich beim Schreiben darüber nachgedacht habe, wie ich ihn darstellen will. Aber so wie du ihn hier skizzierst – genau so ist mein lieber Elf. Der Anführer, der nie in Frage gestellt wurde. Für mich ist er sogar ein Stück überheblich, arrogant. Manchmal auch ein Arschloch *lach*

Die Kampfszene habe ich versucht, zu überarbeiten / umzuformulieren. Bin aber immer noch nicht so ganz zufrieden

Auch dir danke ich für deine Kommentare – fürs Fehlersuchen und Loben Icon_smile Deine Sicht der Dinge als Nicht-Ständig-Fantasy-Leserin finde ich besonders interessant, und deine Kurzanalysen vorweg sind einfach toll Icon_wink

Ganz liebe Grüße an euch alle!
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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