Es ist: 13-04-2021, 21:46
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Der Wilde Pfad (3/7)
Beitrag #1 |

Der Wilde Pfad (3/7)
überarbeitet: 19.09.2011


Teil 1 -- Teil 2 -- Teil 3 -- Teil 4 -- Teil 5 -- Teil 6 -- Teil 7


»Er kommt zu sich«, verkündete eine Stimme, bevor Degaryn selbst sich dieser Tatsache sicher war. »Degaryn, hörst du mich?«
Er schlug die Augen auf und blinzelte gegen die Schlieren aus Grau an. Allmählich zeichneten sich Levains dunkle Züge aus dem Zwielicht; dunkelgrüne Augen, in denen noch der Nachhall der Magie schimmerte. Die schmalen Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.
»Der Wurzelmaid zum Dank, du bist wach. Er ist wach, Hircun!«
»Still!«, gab der Waldläufer aus einiger Entfernung zurück. Doch seiner rauen Stimme war die Erleichterung anzuhören.
Vorsichtig stemmte Degaryn sich auf die Ellbogen und richtete sich noch ein Stück weiter auf, als der erwartete Schwindel ausblieb. In seiner Schulter pochte ein dumpfer Schmerz.
»Was ist geschehen?«
Schritte näherten sich, dann war Hircun neben ihm und ging in die Knie. In der Rechten hielt er seinen Bogen, das Jagdholz ragte über seine linke Schulter. Die rissige Narbe auf seiner Wange ließ nur eine Hälfte seines Gesichtes lächeln, und das nicht einmal besonders glücklich.
»Wir hatten gehofft, dass du uns das sagen kannst.«
Degaryns Blick streifte über den Wald; die Bäume, die dunkler werdenden Schatten, sechs tote Menschen. Der Geruch von Blut lag in der Luft.
»Wo ist Casidhe?«
»Sie sucht nach Spuren. Aber wo sind die anderen?«
Sinnur.
Ruckartig setzte er sich auf und stieß dabei fast mit Levain zusammen. Der junge Druide wich überrascht zurück, doch Degaryn achtete nicht auf ihn. Er umschloss das Rindenholz und die Blätter sangen seinen verzweifelten Ruf durch den anklingenden Abend. Niemand antwortete; nur Schweigen, das sich kalt um seine Kehle legte.
»Sie waren nicht hier«, setzte er schließlich zu einer Erklärung an, die er selbst nicht hatte. »Auf dem Weg her hat mich einer der beiden gerufen, aber das Lied wurde unterbrochen. Sie müssen … überrascht worden sein.« Erneut wanderte sein Blick zu den Toten. »Irgendetwas geht hier vor. Wir müssen sie finden.«
Hircun nickte knapp. »Sobald Casidhe zurück ist, können wir los. Und du, Kleiner …«, richtete er sich an Levain.
Doch der jüngere Wildelf fiel ihm hastig ins Wort. »Ich komme mit euch! Ich kann helfen!«
Sein Blick wanderte zwischen Hircun und Degaryn hin und her, Trotz darin, aber auch tiefe Entschlossenheit.
»Das kannst du«, willigte Degaryn schließlich ein. »Such ein paar Beeren, Hircun geht mit dir.«
Levain stand der Protest zwar ins Gesicht geschrieben, doch er riss sich zusammen. Der Waldläufer machte sich diese Mühe nicht.
»Wir sollten uns nicht aufteilen. Wenn noch mehr von denen kommen …«
Er deutete auf die Toten und ließ den Satz unvollendet in der Luft hängen. Degaryn zuckte die Schultern.
»Dann töten wir die auch. Aber wir müssen uns stärken – und wir dürfen keine Zeit verlieren.«
Widerstrebend nickte Hircun und folgte Levain, der bereits halb zwischen den Bäumen verschwunden war.
Erst als die beiden außer Sicht waren, versuchte Degaryn, aufzustehen.
Entgegen seiner Erwartung gelang es ihm sofort. Keine Schwäche, die sich durch seine Knie fraß und ihn zu Fall brachte, kein Schmerz, der durch seinen Körper jagte. Die Wunde an seiner Schulter war vollständig verheilt und nur das verkrustete Blut erinnerte an die Verletzung.
Wenn Levain auch ein lausiger Jäger war, gab es an seinen Heilkünsten kaum etwas auszusetzen. Seine Fähigkeiten konnten ihnen nur von Nutzen sein – was auch immer mit Sinnur und Norandhras geschehen war. Bevor ihn die Sorge um seinen Schüler erneut vereinnahmen konnte, nahm Degaryn die beiden Äxte auf, die einer seiner Begleiter gesäubert und neben ihm abgelegt hatte. Erst dann trat er zu den Toten und ging neben ihnen in die Hocke.
Drei waren unter dem Blatt seiner Waffe gestorben, die drei anderen hatten Pfeile niedergestreckt. Allesamt trugen sie leichte Rüstungen aus Leder und Fellen, und braun-graue Kleidung. Ihre Bögen waren kürzer als die der Wildelfen, doch von guter Machart.
Es gab kaum Zweifel daran, dass sie norvische Waldläufer waren. Norver – die ihrem Wort nach als Verbündete der Wildelfen galten. Obwohl sie auch nur Menschen waren, verstanden sie die Natur besser als ihre Artgenossen und hatten die natürlichen Grenzen bisher geachtet. Doch dieser Angriff ließ keinen Zweifel daran, dass sie sich nun als Freunde der Imperialen sahen.
Wie oft würde sich das Grüne Haus noch täuschen lassen, bevor es erkannte, dass der Wilde Pfad der einzig richtige Pfad war?
Degaryn betete, dass der Beweis für die Heimtücke der Menschen nicht mit zwei elfischen Leben gekauft worden war. Doch selbst wenn dies Lirnwans Wille war, würde er alles daran setzen, dem Grünen Haus unverkennbar die Falschheit der menschlichen Art vor Augen zu führen. Zu diesem Verrat würde es nicht schweigen können.
Sorgfältig durchsuchte er die Taschen der Toten, nahm einem von ihnen ein Amulett ab, das ein vielleicht religiöses Symbol trug, einem anderen streifte er einen Siegelring vom Finger. Als er den vierten auf den Rücken drehte, drang aus dessen Kehle ein kraftloses Stöhnen.
Degaryn zuckte zusammen, zog unwillkürlich die Hand zurück. Er hatte schon von der Magie der Menschen gehört, mit deren Hilfe sie ihre Toten ins Leben zurückholten, ohne ihre Körper vor dem Zerfall zu bewahren. Doch im selben Moment schalt er sich selbst einen Narren.
Der Mann war nicht von den Toten zurückgekehrt. Er war niemals tot gewesen.
Oberhalb seiner Schulter steckte ihm noch der abgebrochene Pfeil im Fleisch und aus seinen Mundwinkeln rannen Blutfäden.
Kurz entschlossen legte Degaryn eine Hand auf den Lindenstamm direkt neben ihm und rief nach Levain. Eine Antwort wartete er nicht ab, sondern schickte sofort einen zweiten Ruf; diesen an Casidhe. Dann wandte er sich wieder dem Verwundeten zu.
»Verstehst du mich?«, wollte er auf Imperial wissen – auch wenn er nicht sicher war, ob die Worte tatsächlich genau diese Bedeutung hatten. Weil keine Reaktion folgte, wiederholte er die Frage in Norvesk.
Dieses Mal blinzelte der Mann benommen.
»Warum seid ihr hier?«
Nur ein starrer Blick. Die Brust des Menschen hob und senkte sich schwach.
Degaryn hörte das Knacken und Rascheln des Unterholzes, etliche Atemzüge bevor Levain und Hircun bei ihm eintrafen. Fast zeitgleich mit Casidhe, die ihr Kommen durch keinerlei Geräusch angekündigt hatte.
Alle drei wirkten besorgt, Levain regelrecht abgehetzt.
Degaryn deutete auf den Überlebenden. »Du musst ihn heilen«, wies er den jungen Druiden an, bevor er Hircuns Protest mit einem harschen Wink unterband. »Er kann uns sagen, was hier vorgeht.« Schließlich sah er zu Casidhe. »Ich glaube, er spricht Norvesk. Aber meins ist … nicht besonders umfangreich.«
Die Waldläuferin rang sich ein Lächeln ab. »Du hast mich erschreckt.«
»Sagt dir das hier etwas?«
Während er beobachtete, wie Levain neben dem Verwundeten in die Knie ging, hielt er das Amulett in Casidhes Richtung. Er wusste, dass sie ihn mochte. Und als Kundschafterin hatte sie sich schon lange bewährt. Aber ihre Art, die Menschen zu sehen – über ihrem Blick lag der gleiche, trügerische Schleier, der auch das Grüne Haus davon abhielt, in den Menschen die Feinde zu sehen, die sie wirklich waren. Zu oft verließ sie den Heimatwald, um durch das imperiale Reich oder Norvenrig zu streifen. So verwunderte es ihn auch nicht, dass das Symbol ihr tatsächlich bekannt war.
In ihrer Stimme schwang Erstaunen. »Das ist das Symbol Yewenjurs. Diese … diese Männer sind tatsächlich Waldläufer.«
»Sie waren es«, entgegnete Degaryn verächtlich und bereute es im gleichen Moment. Casidhe sollte nicht das Ziel seiner Wut sein.
»Was soll ich ihn fragen?« Kühl gab sie ihm das Amulett zurück, sah ihn dabei nicht an.
Er hatte es verdient.
»Wer sie geschickt hat, was sie vorhatten und ob sie andere von uns … gesehen haben.«
Die Menschen waren mit dem Wald verschmolzen, wie es nur wenigen ihres Volkes gelang – die Möglichkeit, dass sie Norandhras und Sinnur überrascht hatten, durfte er nicht in blinder Verzweiflung streichen.
Schweigend warteten sie ab, bis Levain seinen Zauber beendet hatte. Wie dicker Nebel umhüllten sanft schimmernde Schwaden den Körper und schienen unter den Worten der Macht, die der junge Druide rezitierte, in das Fleisch hineinzusickern. Als das letzte magische Zeichen geschrieben war, lösten sich die verbleibenden Nebelfetzen auf.
Der Mensch keuchte auf und schnappte nach Luft. Aus seiner Kehle kroch ein feuchtes Husten, das den Pfeilschaft an seiner Schulter tanzen ließ.
Hircun zog Levain von dem Mann fort, so dass Degaryn auf der einen, Casidhe auf der anderen Seite Stellung beziehen konnte.




»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #2 |

RE: Der Wilde Pfad (3/7)
So, nach einem Tag Ruhepause geht es „direkt“ weiter Icon_wink

Zitat:»Er kommt zu sich«, teilte ihm eine Stimme mit, bevor er selbst sich dieser Tatsache so sicher war
Also dieser Satz holpert ziemlich herum. Liegt vor allem an allem, das nach dem Komma kommt ….
Hm...
Vorschlag: „Er kommt zu sich“, teilte ihm eine Stimme mit, bevor er es selbst merkte.
Ne, das ist sch...

Zitat:Der Wurzelmaid
ProProPro

Zitat:Hircun
Da du ja auch zu den Elder-Scrolls-Erkundern gehörst:
klingt Hircun absichtlich so ähnliche wie Hircine?
Oute ich mich hier gerade als Übernerd? :D

Zitat:Waldlläufer aus sieben oder acht Schritt Entfernung zurück
Hier find ich den Zusatz über die Entfernung
a) überflüssig
oder
b) ungeschickt untergebracht.
Kannst du das nicht anders einbringen, wenn es später noch wichtig wird, wo der Waldläufer (übrigens mit einem „L“ zuviel) steht? Wenn es keine Rolle spielt, solltest du es einfach weglassen.

Zitat:dann war Hircun neben ihm und ging in die Knie.
Vorschlag: „dann ging Hircun neben ihm in die Knie.“

Zitat:»Wir hatten gehofft, dass du uns das sagen kannst.«
Auf meinem weitestgehend erfolglosen Kreuzzug gegen die übermäßige Verwendung von „,dass“ möchte ich dir an dieser Stelle vorschlagen:
„Wir hatten gehofft, du könntest uns das sagen.“

Zitat:Und du, Kleiner …«
Tolkien und Co. im Hinterkopf, frage ich mich doch, was unter Elfen „jung“ so zu bedeuten hat^^

Zitat:»Dann töten wir die auch
Wie wärs mit „sie“ statt „die“?

Zitat: Aber wir müssen uns stärken
Ja, unterzuckert sollte man auch nicht in den Kampf ziehen. So ein diabetisches Koma zwischen zwei Schwerthieben kann schnell peinlich werden Icon_wink
Nebenbei kommt es mir an dieser Stelle zumindest ein wenig komisch vor, dass Degaryn (Magie hin oder her) nach Kampf und Vergiftung schon wieder sooo fit ist. Vielleicht würde es der Atmosphäre gut tun, wenn du ihn noch ein wenig unter den Nachwirkungen leiden lässt.

Zitat:Entgegen seiner Erwartung gelang es ihm sofort. Keine Schwäche, die sich durch seine Knie fraß und ihn zu Fall brachte, kein Schmerz, der durch seinen Körper jagte. Die Wunde an seiner Schulter war vollständig verheilt und nur das verkrustete Blut erinnerte an die Verletzung.
Wenn Levain auch ein lausiger Jäger war, gab es an seinen Heilkünsten kaum etwas auszusetzen.
Na gut, ich will nichts gesagt haben^^
(Andererseits könnte ein wenig Schwindel ja nicht schaden, finde, so wirkt das alles doch … naja, atmosphärischer^^)

Zitat:es konnte nie verkehrt sein, einen Druiden in der Nähe zu haben, der sich aufs Heilen verstand.
Mini-Mäkelei und sicher eher ne Stilfrage:
finde du könntest den Nebensatz weglassen, schließlich wissen wir bereits, dass der Druide heilen kann und schaffen den kleinen Gedankenspagat mit Links Icon_wink

Zitat:nahm Degaryn seine beiden Äxte auf, die einer seiner Begleiter gesäubert und neben ihm abgelegt hatte.
Hier finde ich, der Inhalt des Nebensatzes könnte in einem kurzen Hauptsatz besser transportiert werden: „Äxte auf. Einer seiner Begleiter musste sie gesäubert haben.“
Irgendwie so?

Zitat:die ihrem Wort nach als Verbündete seines Volkes galten.
Soviel zu Gedankenspagaten, aber hier würde ich statt „seines Volkes“ etwas in der Art von „der Wildelfen“ schreiben.

Zitat:dass der Wilde Pfad der einzig richtige Pfad war?
Über die Kursivschrift lässt sich sicher streiten, vom Klang her würde ich aber „wahre“ statt „richtige“ schreiben. Hm, beißt sich dann nur ein wenig mit dem „war“.

Zitat:Doch wenn Lirnwan es so sehen wollte, würde er zumindest nicht mit leeren Händen zurückkehren.
Musste hier zweimal lesen, bevor mir klar war, worum es ging.
Als Vorschlag habe ich nicht viel zu bieten:
„Sollte Lirwan es jedoch so sehen, so würde Degaryn zumindest [...]“

Zitat:Beinahe wäre Degaryn erschrocken zurückgewichen
Das „erschrocken“ ist mMn definitiv ein adverbialer Overkill. Vielleicht lässt du Degaryn (der ja hockt und deshalb beim Zurückweichen maximal auf den Podex fallen kann) einfach beinahe zusammenzucken oder so.

Zitat:So verwundete es ihn auch nicht, dass das Symbol ihr tatsächlich bekannt war.
Gott sei Dank, verwundete es ihn nicht. So viele Verletzungen so kurz hintereinander würden ihm bestimmt auch zu schaffen machen Icon_wink

Zitat:Schweigend warteten sie ab, bis Levain seinen Zauber beendet hatte. Wie dicker Nebel umhüllten sanft schimmernde Schwaden den Körper und schienen unter den Worten der Macht, die der junge Druide rezitierte, in das Fleisch hineinzusickern. Als das letzte magische Zeichen geschrieben war, lösten sich die verbleibenden Nebelfetzen auf.
Oh Gott, Heilmagie, die ohne himmlisches oder sonst wie glühendes Licht funktioniert.
*auf die Knie fall*

Zitat:Der Mensch keuchte auf und schnappte nach Luft. Aus seiner Kehle kroch ein feuchtes Husten, das den Pfeilschaft an seiner Schulter tanzen ließ.
Hätte es nicht mehr Sinn gemacht, den Pfeil zu entfernen und den Mann dann zu heilen? Sobald er sich bewegt, dürften Schaft und Spitze ja die Wunden wieder aufreißen, die eben geschlossen wurden.

Also, das Tempo des vorigen Teils hältst du hier nicht (was aber auch Quatsch wäre), dafür erfahren wir mehr über die Welt, ein wenig über Levain und auch über Casidhe und Degaryn (und ihr Verhältnis) werden Andeutungen gemacht.
Ein paar Fehler haben sich eingeschlichen (und ich hab wahrscheinlich nicht alle gefunden, wie ich mich kenne), aber allesamt harmlos – und ich wäre der letzte, der hier mahnend den Zeigefinger erhebt.
Dann bin ich mal gespannt, ob wir noch erfahren, weshalb die Norver sich mit den Imperialen einlassen (oder ob sie es überhaupt tun).
Hat mir soweit gut gefallen, also bis zum nächsten Teil Icon_wink

PS: Zum Chattreffen schaff ich es leider nicht, da ich in der Zeit im Urlaub bin. Nächstes Mal dann hoffentlich, wenn es so lustig ist, wie du sagst Icon_wink

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Beitrag #3 |

RE: Der Wilde Pfad (3/7)
Hiho Saryn!

Hui, schön, dass du so schnell wieder Zeit hast Icon_smile *Geschenkkorb überreich*

Zitat: Also dieser Satz holpert ziemlich herum. Liegt vor allem an allem, das nach dem Komma kommt ….
Ich weiß nicht, ich mag den Satz eigentlich total gerne *lach* Aber in meiner schreibfreien Zeit hab ich mir wohl einige krude Sachen angewöhnt, auf die mein Mann mich schon nach meiner ersten Einstimmunggeschichte aufmerksam gemacht hat. Ich lass es mal vorerst noch stehen, markier es mir aber

Zitat: Da du ja auch zu den Elder-Scrolls-Erkundern gehörst:
klingt Hircun absichtlich so ähnliche wie Hircine?
Oute ich mich hier gerade als Übernerd? :D

Ich gestehe, von Morrowind kenn ich nur noch Cassius … andere Namen sind nicht in meinem Gedächtnis hängengeblieben *lach* Ich bin mehr so der »Ich renne durch die Gegend und freue mich über neue Grüfte zum Plündern«-Spieler.
Außerdem hab ich Hircun ausm Sindarin geklaut Mrgreen
Ich fand es hübsch, den Elfen mal nicht so typische wohlklingende Larifarinamen zu geben.

Zitat: Hier find ich den Zusatz über die Entfernung
a) überflüssig
oder
b) ungeschickt untergebracht.
Kannst du das nicht anders einbringen, wenn es später noch wichtig wird, wo der Waldläufer (übrigens mit einem „L“ zuviel) steht? Wenn es keine Rolle spielt, solltest du es einfach weglassen.

Schlag mich tot, aber so ganz genau weiß ich gar nicht, warum die Entfernung drin steht. Ich wollte halt andeuten, dass Hircun Wache hält, also damit rechnet, dass sie doch nochmal angegriffen werden (kommt später ja auch rüber); und es sollte ein Hinweis auf das gute Gehör der Elfen sein. Bisher ist ja viel über Hören abgelaufen (Blättergesang, Levains laute Schritte, im Kampf orientiert sich Degaryn stark über sein Hören …)
Aber … hm … ich gucke mal, wie ich das umformuliere oder durch eine andere Beschreibung ersetze.

Zitat: Vorschlag: „dann ging Hircun neben ihm in die Knie.“
Ich merk schon, was du vorhast: Du willst alle »und«s aus meinem Text rausmobben Icon_ugly
aktuell klingt es mir noch zu plötzlich, wenn ich die Überleitung von »dann war er da« nicht habe … aber ich schreibs mir ins Dokument mal rein

Zitat: Auf meinem weitestgehend erfolglosen Kreuzzug gegen die übermäßige Verwendung von „,dass“ möchte ich dir an dieser Stelle vorschlagen:
„Wir hatten gehofft, du könntest uns das sagen.“

Ich bin ja ein Fan von Kreuzzügen, auch gegen ein gemütliches Feuer bei der allabendlichen Hexenverbrennung habe ich nix einzuwenden Mrgreen Aber in wörtlicher Rede unterliegen viele Wörter bei mir einem speziellen »Natürlichkeits«-Schutz.
Lustigerweise hatte ich grad gestern mit meinem Mann die Rede davon, als nämlich im Bus jemand sagte »Ich mag die kalten Jahreszeiten. Herbst, Winter.« und ich nur dachte: »wenn du sowas in einer Geschichte liest, würdest du das sofort als unnatürlich klingenden wörtliche Rede anstreichen. Wer spricht denn so?« …
Also was ich sagen will: In wörtlicher Rede steht bei mir die Authentizität oben, und da ich keinen Menschen kenne, der »dass«-Sätze umformuliert, um dieses Wort nicht zu benutzen, wird auch Degaryn das nicht tun. Vielleicht schließe ich mich deinem Kreuzzug ein andermal an Icon_smile

Zitat: Tolkien und Co. im Hinterkopf, frage ich mich doch, was unter Elfen „jung“ so zu bedeuten hat^^
Hab leider keinen Platz, das in der Geschichte sinnvoll unterzubringen, deshalb hier die Information extra für dich Icon_smile : Wildelfen haben eine ähnliche Lebensspanne wie Menschen (hat mit ihrer Vergangenheit zu tun). Der Rest liegt im Auge des Betrachters. Levain ist wohl so knapp zwanzig Jahre alt und damit einfach das »Nesthäkchen« in der Gruppe.

Zitat: Wie wärs mit „sie“ statt „die“?
Hier find ich, hat das »die« vom Klang her schon etwas verächtliches, abwertendes an sich. Das hab ich ganz bewusst gesetzt (ausnahmsweise mal *lach*)

Zitat: Ja, unterzuckert sollte man auch nicht in den Kampf ziehen. So ein diabetisches Koma zwischen zwei Schwerthieben kann schnell peinlich werden
Ich hab das Gefühl, du machst dich über mich lustig … Icon_ugly

Zitat: Nebenbei kommt es mir an dieser Stelle zumindest ein wenig komisch vor, dass Degaryn (Magie hin oder her) nach Kampf und Vergiftung schon wieder sooo fit ist. Vielleicht würde es der Atmosphäre gut tun, wenn du ihn noch ein wenig unter den Nachwirkungen leiden lässt.
Dazu – und zu der folgenden Anmerkung – hab ich eine gute Ausrede parat:
Die Geschichte hat als Hintergrund ja eine Rollenspielwelt, in der es auch schon ein halbfertiges Regelwerk gibt. Grundsätzlich schrieb ich das alles mit dem Gedanken, mich auch an die Regeln dieses Rollenspiels zu halten, um möglichen Spielern ein Stück Atmosphäre vorlegen zu können. Ausnahmesweise hatte ich also mal nicht »Realismus« als oberstes Ziel, sondern »Regelkonform«. Da es in Rollenspielen nunmal üblich ist, dass ein Heilzauber alles wiederherstellt, hab ich auch hier auf Schwindel und dergleichen verzichtet.
Ich befürchte, es werden noch ein paar solcher Stellen kommen, die sich etwas merkwürdig lesen, wobei das halt, wie gesagt, durchaus von mir so eingeplant war.

Zitat: Mini-Mäkelei und sicher eher ne Stilfrage:
finde du könntest den Nebensatz weglassen, schließlich wissen wir bereits, dass der Druide heilen kann und schaffen den kleinen Gedankenspagat mit Links

Ich dachte, weil es halt auch Druiden gibt, die sich nicht aufs Heilen verstehen … Wenn ich dann nur schreibe »es war gut, einen Druiden dabeizuhaben«, ist es ja irgendwie eine Fehlinformation, weil nicht jeder Druide gleichgut wäre. Da man als Leser bisher aber nur heilende Druiden kennt … hm … vielleicht kann ich es anders verpacken

Zitat: Hier finde ich, der Inhalt des Nebensatzes könnte in einem kurzen Hauptsatz besser transportiert werden: „Äxte auf. Einer seiner Begleiter musste sie gesäubert haben.“
Irgendwie so?

Muss ich mal schaun, wie ich das in den Fluss reinbekommen. Als zwei kurze Hauptsätze gefällt es mir nämlich nicht so sehr. Hm …

Zitat: Soviel zu Gedankenspagaten, aber hier würde ich statt „seines Volkes“ etwas in der Art von „der Wildelfen“ schreiben.
Aber dann wiederhol ich die »Wildelfen« *panik* Wie könnte man das »seines Volkes« denn falsch verstehen? Auf den Waldläufer bezogen? Aso, dass die Norver Verbündete des Volkes des Waldläufers sind. Ja, das wäre natürlich doof. Da muss ich mir was überlegen.

Zitat: Über die Kursivschrift lässt sich sicher streiten, vom Klang her würde ich aber „wahre“ statt „richtige“ schreiben. Hm, beißt sich dann nur ein wenig mit dem „war“.
Nene, weder über die Kursivschrift noch über die Wortwahl lässt sich streiten Mrgreen Ich hab hier ganz genau Degaryns Betonung im Kopf und solche Stellen müssen bleiben. Und »wahr« würde nicht passen, weil es so einen moralischen Anklang hat, finde ich. Also »Wahrheit« und »Lüge«. Wenn der Wilde Pfad der einzig wahre ist, bedeutet dass, alle anderen sind Lüge. das »Grüne Haus« repräsentiert allerdings das gesamte Elfenvolk (die Pfadwanderer ausgenommen), so dass Degaryn damit sein Volk als Lügner abstempeln würde. Er glaubt aber, dass sie auf den falschen Weg geführt werden.
Ja, ich weiß, das steht da nicht drin. Aber ich will Vorschläge ja nicht einfach nur stur abblocken sondern auch erklären, warum Icon_smile

Zitat: Musste hier zweimal lesen, bevor mir klar war, worum es ging.
Ja, die Stelle gefällt mir auch nicht. Muss da mal noch dran rumschneidern

Zitat: Das „erschrocken“ ist mMn definitiv ein adverbialer Overkill. Vielleicht lässt du Degaryn (der ja hockt und deshalb beim Zurückweichen maximal auf den Podex fallen kann) einfach beinahe zusammenzucken oder so.
Uh, das mit dem Hocken war mir total entgangen, danke schön Icon_smile Dann wird’s wohl das Zusammenzucken werden (und manchmal brauch ich die Überdosis Adverbien / Adjektive einfach *lach* wird aber gestrichen)

Zitat: Gott sei Dank, verwundete es ihn nicht. So viele Verletzungen so kurz hintereinander würden ihm bestimmt auch zu schaffen machen
Icon_lol Endlich produzier ich mal was Lustiges! Icon_smile

Zitat: Oh Gott, Heilmagie, die ohne himmlisches oder sonst wie glühendes Licht funktioniert.
*auf die Knie fall*

*lach* ja, bei meinen Druiden ist alles Grün und natürlich. Ökomagie eben Icon_wink Aber Priester heilen auch gern mal mit spektakulären Specialeffects Mrgreen

Zitat: Hätte es nicht mehr Sinn gemacht, den Pfeil zu entfernen und den Mann dann zu heilen? Sobald er sich bewegt, dürften Schaft und Spitze ja die Wunden wieder aufreißen, die eben geschlossen wurden.
Nix da, der Pfeil ist jetzt mit dem Kerl verwachsen Icon_ugly
Nein, also … ja, schon, Sinn gemacht, wenn man ernsthaft und voller Gutmütigkeit an der Genesung dieses Mannes interessiert wäre, hätte es vielleicht schon.
Aber andererseits denke ich, dass das Risiko, in damit umzubringen, recht groß gewesen wäre. Pfeilspitzen – das habe ich gelernt – waren ja mit Absicht nur locker an den Pfeilen befestigt, damit sie beim Rausziehen des Pfeils im Körper hängen blieben. Aber auch sonst hätte das Rausziehen die Wunde ja sicher weiter aufgerissen, was im Halsbereich eher unpraktisch gewesen sein dürfte.
Der Kerl ist halt tot, wenn er unter -10 Trefferpunkte sinkt und im Moment ist er nur noch bei -8 und wiederbeleben kann von den Leuten keiner Mrgreen (ums mal so zu formulieren).

Zitat: Also, das Tempo des vorigen Teils hältst du hier nicht (was aber auch Quatsch wäre),
Ja, erwarte das bitte auch nicht, dass es so zügig und actionreich weitergeht. Du kennst meine Schreibe ja Icon_ugly

Zitat: Ein paar Fehler haben sich eingeschlichen (und ich hab wahrscheinlich nicht alle gefunden, wie ich mich kenne), aber allesamt harmlos – und ich wäre der letzte, der hier mahnend den Zeigefinger erhebt.
Wenn ich mir angucke, was ich da zum Teil produziere (Waldlläufer und verwunden …), dann darfst du ruhig den Zeigefinger heben. Sogar mahnend! *lach*

Zitat: Dann bin ich mal gespannt, ob wir noch erfahren, weshalb die Norver sich mit den Imperialen einlassen (oder ob sie es überhaupt tun).
*händereib*
Ich bin so gespannt, was du zu dieser Information sagen wirst. Und ich hoffe, dass ich sie so rüberbringe, wie ich das möchte Icon_smile

So, lieber Saryn, auch wenn ich vielleicht etwas stur und uneinsichtig wirke, bin ich dir trotzdem sehr dankbar für das Rauspicken der vielen Stolpersteinchen. Ich werde jetzt vermutlich erst einmal alle Teile einstellen und mich dann mit den Kritiken im Hinterkopf an eine Rundumüberarbeitung machen. Das liegt mir einfach besser als jeden Teil einzeln nachzubearbeiten. Markiert sind die meisten Stellen im Dokument schon.

Die Sache mit dem Rollenspielhintergrund (die ich vermutlich noch öfter heranziehen werde), soll im Übrigen keine dumme Ausrede sein – und ich weiß auch, dass ich die Geschichte für das Forum ja umüberarbeiten könnte, so dass es nicht so gut rauskommt, dass es für ein Rollenspiel geschrieben ist. Aber genau das war ja auch meine Motivation, einfach ein »Abenteuer«, wie es auch Spieler erleben könnten, geschichtlich zu verpacken. Den Lesespaß soll es natürlich nicht (oder nur so wenig wie möglich) mindern.

Nochmals vielen lieben Dank für deinen Kommentar und die Arbeit an der Geschichte!
Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #4 |

RE: Der Wilde Pfad (3/7)
Hallo Lanna,

»Er kommt zu sich«, teilte ihm eine Stimme mit, bevor er selbst sich dieser Tatsache sicher war. »Degaryn, hörst du mich?«
=> Halt. "Er kommt zu sich" wird wem mitgeteilt? Sicherlich nicht Degaryn, aus dessen Sicht wir aber doch gerade lesen, oder nicht? Es liest sich aber so, obwohl die Aussage sicher allgemein ist, oder an jemanden anderen gerichtet. Oder lesen wir gar nicht mehr aus Degaryns Sicht?

»Still!«, gab der Waldläufer aus sieben oder acht Schritt Entfernung zurück. Doch seiner rauen Stimme war die Erleichterung anzuhören.
=> Gefällt mir gut! Bringt Spannung und Gefühl rein!

Die rissige Narbe auf seiner Wange ließ nur eine Hälfte seines Gesichtes lächeln, und das nicht einmal besonders glücklich.

=> rissige oder riesige? Icon_confused

Er umschloss das Rindenholz und legte die Hand auf den Stamm neben ihm.
=> Nein, es tut mir leid. Das wird für mich langsam zum roten Tuch. Aber gut, es gehört zu Geschichte. Trotzdem ... Icon_rolleyes

Die Blätter sangen seinen verzweifelten Ruf durch den anklingenden Abend. Nur die Stille antwortete ihm.
=> Genau die Stelle hatte ich schon im Teil davor. Und genau den einen Satz da auch, oder halt mit einem Wort Abweichung. *pingelig den Rotstift auspackt*

»Das kannst du«, willigte Degaryn schließlich ein. »Such ein paar Beeren, Hircun geht mit dir.«

=> Beeren? Hungrig oder was? Mrgreen

»Dann töten wir die auch. Aber wir müssen uns stärken – und wir dürfen keine Zeit verlieren.«
=> Also nach ein paar Beeren würd ich mich nicht unbedingt stärker fühlen? Wieso knabern sie nicht an ner Rinde? *G* Ist doch viel gehaltvoller. Nein, Lanna, guck mich nicht so schief an. An Rinden kann man tatsächlich knabern. Die Kann man runterschälen, reinstecken, gemeinsam losziehen und man muss sich nicht trennen, was doch wesentlich wichtiger wäre, angesichts dieser Situation.

Wie oft würde sich das Grüne Haus noch täuschen lassen, bevor es erkannte, dass der Wilde Pfad der einzig richtige Pfad war?
=> Grüne Haus, Weißes Haus, joar - macht Sinn. Icon_ugly

Als er den vierten auf den Rücken drehte, drang aus dessen Kehle ein kraftloses Stöhnen.
=> Autsch, der Arme! *Dagaryn zweifelnd anguckt und sich vorstellt, was gleich passieren wird*

Beinahe wäre Degaryn erschrocken zurückgewichen. Er hatte schon von der Magie der Menschen gehört, mit deren Hilfe sie ihre Toten ins Leben zurückholten, ohne ihre Körper vor dem Zerfall zu bewahren.
=> Zombies! Was für ne schöne Welt!

Oberhalb seiner Schulter steckte ihm noch der abgebrochene Pfeil im Fleisch und aus seinen Mundwinkeln rannen Blutfäden.
=> *mitleidhat*

Aber ihre Art, die Menschen zu sehen – über ihrem Blick lag der gleiche, trügerische Schleier, der auch das Grüne Haus davon abhielt, in den Menschen die Feinde zu sehen, die sie wirklich waren. Zu oft verließ sie den Heimatwald, um durch das imperiale Reich oder Norvenrig zu streifen. So verwunderte es ihn auch nicht, dass das Symbol ihr tatsächlich bekannt war.
=> Casidhes mag ich schon mal.

In ihrer Stimme schwang Erstaunen. »Das ist das Symbol Yewenjurs. Diese … diese Männer sind tatsächlich Waldläufer.«
»Sie waren es«, entgegnete Degaryn verächtlich und bereute es im gleichen Moment. Casidhe sollte nicht das Ziel seiner Wut sein.
»Was soll ich ihn fragen?« Kühl gab sie ihm das Amulett zurück, sah ihn dabei nicht an.
Er hatte es verdient.
»Wer sie geschickt hat, was sie vorhatten und ob sie andere von uns … gesehen haben.«

=> Toller Dialog. Gefällt mir super gut!

Ja, viel besser. Viel besser. Jetzt hast du mich wieder - toll geschrieben, klar erkennbare Handlung, schön charakterisiert. Nicht zu viel, nicht zu wenig und es geht flüssigst voran. Ich freu mich jetzt schon darauf, mehr zu erfahren und irgendwann die Zusammenhänge zu durchblicken. An diesem Teil jedenfalls hab ich rein gar nichts auszusetzen, bis eben die Sache mit den Beeren, was mir ein bisschen unvorsichtig vorkommt. Ich meine, zwei von ihnen sind vermisst und Degaryn wäre fast "abgeholzt" worden ... naja. Ansonst:

Sehr gerne gelesen!
- Sternchen


"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #5 |

RE: Der Wilde Pfad (3/7)
Hey Lanna,

Zitat:»Er kommt zu sich«, teilte ihm eine Stimme mit, bevor er selbst sich dieser Tatsache sicher war. »Degaryn, hörst du mich?«
Er schlug die Augen auf und sah über sich die dunklen Züge Levains, in dessen Augen noch der Nachhall der Magie schimmerte. Die schmalen Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.

Ich finde, das ist ein wenig unlogisch, wenn Degaryn zu sich kommt, sofort ohne Probleme die Augen öffnen kann, und wieder vollkommen fit ist. Ich meine, der hat ´nen Pfeil in die Kehle gekriegt und wurde vergiftet. Oder sind Levains Heilkünste so stark? Wenn nicht, würde ich es ein wenig ausschmücken, etwa, dass die Sicht zuerst verschwommen ist usw.

Zitat:»Sie waren nicht hier«, setzte er schließlich zu einer Erklärung an, die er selbst nicht hatte. »Auf dem Weg hierher hat mich einer der beiden gerufen, aber das Lied wurde unterbrochen. Sie müssen … überrascht worden sein.«

Kleine Wiederholung von "hier", ist mir beim ersten Mal flüssig lesen gar nicht aufgefallen, vielleicht tust du sie dennoch raus.
Ansonsten ist besonders der erste Satz sehr stark. Pro

Zitat:»Wir sollten uns nicht aufteilen. Wenn noch mehr von denen kommen …«
Er deutete auf die Toten und ließ den Satz unvollendet in der Luft hängen. Degaryn zuckte die Schultern.
»Dann töten wir die auch. Aber wir müssen uns stärken – und wir dürfen keine Zeit verlieren.«

Und sie teilen sich trotzdem auf? Ein bisschen mehr auf Sicherheit sollten sie vielleicht schon aus sein, schließlich hängen Leben davon ab.

Zitat:Was auch immer mit Sinnur und Norandhras geschehen war – es konnte nie verkehrt sein, einen Druiden in der Nähe zu haben, der sich aufs Heilen verstand. Bevor ihn die Sorge um seinen Schüler erneut vereinnahmen konnte, nahm Degaryn seine beiden Äxte auf, die einer seiner Begleiter gesäubert und neben ihm abgelegt hatte.

Ich würde den Übergang zwischen beiden Sätzen beiden Sätzen ein wenig klarer machen, da würde mir ein "Sinnur!" gut gefallen.

Zitat:Wie oft würde sich das Grüne Haus noch täuschen lassen, bevor es erkannte, dass der Wilde Pfad der einzig richtige Pfad war?

Degaryn ist also ein Fanatiker!

Zitat:Weil keine Reaktion folgte, wiederholte er die Frage in Norvisch.
***
»Ich glaube, er spricht Norvesk.

Was jetzt? Norvesk oder Norvisch? Ich fände Norvesk besser. Icon_smile

Das wärs. Fazit: Der stärkste Teil bisher. Pro Ließ sich sehr flüssig lesen. Wir erkennen also, dass Degaryn ein Fanatiker ist, während Casidhe ein bisschen offener ist. Hast du eigentlich mal vor eine längere Geschichte in diesem Setting zu schreiben?
In jedem Fall gern gelesen,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #6 |

RE: Der Wilde Pfad (3/7)
Weiter geht's.

Zitat:Allmählich zeichneten sich Levains dunkle Züge aus dem Zwielicht; dunkelgrüne Augen, in denen noch der Nachhall der Magie schimmerte.

-- Das "dunkel" ist nich twirklich nötig und würede ich zu Ungunsten der Dopplung streichen.

Zitat:»Der Wurzelmaid zum Dank, du bist wach. Er ist wach, Hircun!«
-- Klingt nach einem Schnaps. *lach*

Zitat:Schritte näherten sich, dann war Hircun neben ihm und ging in die Knie. In der Rechten hielt er seinen Bogen, das Jagdholz ragte über seine linke Schulter. Die rissige Narbe auf seiner Wange ließ nur eine Hälfte seines Gesichtes lächeln, und das nicht einmal besonders glücklich.
-- Sehr schöne Beschreibung. Lächelt nun aber die Narbe oder lächelt der Mund und die Narbe verhindert, dass es sich auf die andere Seite ausbreitet? Woher hat er die denn?

Zitat:Wie oft würde sich das Grüne Haus noch täuschen lassen, bevor es erkannte, dass der Wilde Pfad der einzig richtige Pfad war?
-- Du erwähnst das Grüne Haus mehrere Male. Aber was genau ist es? Verstehe es nicht ganz. Genauso wie die genaue Bedeutung des Wilden Pfads. Einfach nur das Achten der Natur?

Zitat:In ihrer Stimme schwang Erstaunen. »Das ist das Symbol Yewenjurs. Diese … diese Männer sind tatsächlich Waldläufer.«
-- Und wer ist nun Yewenjurs?

Zitat:Hircun zog Levain von dem Mann fort, so dass Degaryn auf der einen, Casidhe auf der anderen Seite Stellung beziehen konnte.
-- "konnten" sagt mein Bauch.

Ach, es geht so schön schnell, wenn man keine Fehler korrigieren muss. Icon_wink

Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #7 |

RE: Der Wilde Pfad (3/7)
Hallo Lanna,

die Ruhe nach dem Sturm.
Degaryn erwacht und zum Glück haben sie einen wirklich fähigen Heiler dabei. Gehört sich auch so für eine Handvoll Helden. Er kommt wieder zu sich und niemand weiß so recht, was passiert ist. Woher die anderen Menschen kamen. Bis sich herausstellt, dass sie sich auf die Seite der Menschen gestellt haben, obwohl sie ein Friedens- oder zumindest Waffenstillstandsabkommen mit unseren Elfen abgeschlossen hatten. Die Zeiten scheinen sich zu ändern, der Wind dreht, Positionen werden bezogen. Und zum Glück haben wir einen Menschen, der uns vllt etwas erzählen kann, wenn die Kundschafterin etwas aus ihm herausbekommt. Aber sie scheint ja sehr human eingestellt.

Auch hier zeigt sich Degaryns Hass auf die Menschen, die Einstellung, er folge dem einzig richtigen Pfad und alles andere sei dagegen eingestellt. Es gefällt mir gut, wenn solche Themen in Geschichten einfließen, ohne sie vollkommen in Besitz zu nehmen. Aber immer noch bin ich mir in der Hinsicht etwas unsicher, ob Degaryn nur verbittert ist oder vllt verrannt oder vllt ... könnte man fundamentalistisch sagen. Und wer weiß, wer in Wahrheit wen bedroht. Aber in diese Richtung möchte ich eigentlich nicht denken. Es fällt mir nach wie vor schwer, diesen Menschenhass so recht einzuschätzen, weil er doch überraschend kommt. Da steht er, rehabilitiert sich und dann kommt so ein Satz, der an den Grundfesten des Bilds, das ich mir von ihm gemacht habe, rüttelt. Wahrscheinlich sollte ich einfach aufhören, ihn als "soweit eigentlich friedlich gesinnt" einzuschätzen. Aber er redet mit Bäumen!

Anmerkungen zum Text:
Zitat:der Nachhall der Magie
Den habe ich sehr direkt vor Augen, diesen Nachhall. Schön!
Zitat:Der Wurzelmaid zum Dank
Mrgreen
Zitat:Ruckartig setzte er sich auf und stieß dabei fast mit Levain zusammen.
Und ihm wird nicht schwarz vor Augen? Keine anderen Nachwirkungen vom Giftpfeil? Levian ist wirklich gut!
Zitat:»Sie waren nicht hier«, setzte er schließlich zu einer Erklärung an, die er selbst nicht hatte.
Da es ja die eine und einzige Erklärung ist, vllt: "zu der Erklärung"?
Zitat:Hircun nickte knapp. »Sobald Casidhe zurück ist, können wir los. Und du, Kleiner …«, richtete er sich an Levain.

Doch der jüngere Wildelf fiel ihm hastig ins Wort. »Ich komme mit euch! Ich kann helfen!«
Als Hircun abbricht, dauert es ziemlich lange, bis die Antwort kommt, deswegen würde ich bei Levain vllt umdrehen:
"Ich komme mit euch! Ich kann helfen!", fiel ihm der jüngere Wildelf hastig ins Wort.
Zitat:»Wir sollten uns nicht aufteilen. Wenn noch mehr von denen kommen …«
Er deutete auf die Toten und ließ den Satz unvollendet in der Luft hängen. Degaryn zuckte die Schultern.
Ja, würde ich auch machen, mit den Schultern zucken. Ist doch nix passiert. Die Toten sind doch die anderen ...
Zitat:Bevor ihn die Sorge um seinen Schüler erneut vereinnahmen konnte,
Ist der andere nicht sein Schüler? Sorgt er sich nicht um den?
Das klingt hier etwas missverständlich.
Ich schätze, Degaryn sorgt sich besonders um seinen Schüler, aber um den anderen natürlich auch. Wobei - im Herzen ist Degaryn ein fieser, rachsüchtiger, gewaltbereiter Elf, das sollte ich vllt nicht vergessen Icon_wink
Zitat:Wie oft würde sich das Grüne Haus noch täuschen lassen, bevor es erkannte, dass der Wilde Pfad der einzig richtige Pfad war?
Ja, genau hier. Gefällt mir, der Einschlag. Mal sehen, wie er sich entwickelt (nein, ich erwarte nicht allzu viel in der Richtung).
Und das Grüne Haus? Die politische Führung der Waldelfen.
Zitat:Degaryn hörte das Knacken und Rascheln des Unterholzes, etliche Atemzüge bevor Levain und Hircun bei ihm eintrafen. Fast zeitgleich mit Casidhe, die ihr Kommen durch keinerlei Geräusch angekündigt hatte.
*g* Schöner Seitenhieb.
Zitat:Die Menschen waren mit dem Wald verschmolzen, wie es nur wenigen ihres Volkes gelang – die Möglichkeit, dass sie Norandhras und Sinnur überrascht hatten, durfte er nicht in blinder Verzweiflung streichen.
"Die Menschen" ist hier etwas missverständlich, es sind ja die Waldläufer gemeint, dann schreib das auch hin Icon_smile

Wenn ich jetzt schon Teil vier mache, schaffe ich's morgen auf jeden Fall, die Geschichte fertig zu kommentieren. Es sind auch insgesamt nur noch neun Seiten. Ich diskutier das nach dem nächsten Teil mit meiner Müdigkeit aus.

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #8 |

RE: Der Wilde Pfad (3/7)
Ein erneutes Hallo an euch alle Icon_smile
Dieses Mal ohne große Vorreden direkt ans Eingemachte:


@Sternchen

(17-09-2011, 09:19)Sternchen schrieb: »Still!«, gab der Waldläufer aus sieben oder acht Schritt Entfernung zurück. Doch seiner rauen Stimme war die Erleichterung anzuhören.
=> Gefällt mir gut! Bringt Spannung und Gefühl rein!

Die rissige Narbe auf seiner Wange ließ nur eine Hälfte seines Gesichtes lächeln, und das nicht einmal besonders glücklich.

=> rissige oder riesige? Icon_confused
»rissig« ist schon richtig Icon_wink Es soll keine glatte, »hübsche« Narbe sein, wie sie so gerne genutzt wird, um einen Helden »einzigartig« zu machen, ohne ihn zu verunstalten. Diese Narbe ist hässlich, verästelt, schlecht verheilt.

(17-09-2011, 09:19)Sternchen schrieb: »Dann töten wir die auch. Aber wir müssen uns stärken – und wir dürfen keine Zeit verlieren.«
=> Also nach ein paar Beeren würd ich mich nicht unbedingt stärker fühlen? Wieso knabern sie nicht an ner Rinde? *G* Ist doch viel gehaltvoller. Nein, Lanna, guck mich nicht so schief an. An Rinden kann man tatsächlich knabern. Die Kann man runterschälen, reinstecken, gemeinsam losziehen und man muss sich nicht trennen, was doch wesentlich wichtiger wäre, angesichts dieser Situation.
Jaja, und Rinde hilft auch gegen Schmerzen Icon_wink Aber ich hoffe, im Folgenden wurde klar, dass die Beeren nur »Träger« für einen Zauber sind, der den eigentlichen Sättigungseffekt herbeiführt. Durchaus nützlich, wenn man wenig Zeit hat und grad kein fertig ausgenommenes Reh zur Hand *lach* Aber vielleicht schreib ich demnächst noch eine Geschichte mit meinen Elfen, da dürfen sie dann im Sandkasten singen (eine Wüste ist leider nicht in Reichweite *grins*) und dabei Rinde fressen Mrgreen

(17-09-2011, 09:19)Sternchen schrieb: Wie oft würde sich das Grüne Haus noch täuschen lassen, bevor es erkannte, dass der Wilde Pfad der einzig richtige Pfad war?
=> Grüne Haus, Weißes Haus, joar - macht Sinn. Icon_ugly
Weißt du, wie es mich ärgert, wenn mir sowas nicht beim Schreiben auffällt? *lach* Hab ernsthaft überlegt, das Grüne Haus umzubenennen, aber mei – so ein bisschen wie die Amerikaner sind meine Elfen ja schon *nick* das passt dann

(17-09-2011, 09:19)Sternchen schrieb:  An diesem Teil jedenfalls hab ich rein gar nichts auszusetzen, bis eben die Sache mit den Beeren, was mir ein bisschen unvorsichtig vorkommt. Ich meine, zwei von ihnen sind vermisst und Degaryn wäre fast "abgeholzt" worden ... naja.
Klar wäre es sicherer, zusammenzubleiben, aber einerseits dauert es dann eben länger, und andererseits haben meine Wildelfen eben diese »Wir sind sowieso besser als alle«-Einstellung, die sie oft auch zurecht haben. In ihrem Wald kann ihnen kaum jemand das Wasser reichen. Und die, die es können, sind eigentlich ihre Verbündeten.

Ich wiederhole mich, wenn ich dir danke, aber das macht ja nix Icon_wink Deine Kommentare sind einfach schön zu lesen Icon_smile Danke dafür!



@rex

(17-09-2011, 22:16)rex noctis schrieb:
Zitat:»Er kommt zu sich«, teilte ihm eine Stimme mit, bevor er selbst sich dieser Tatsache sicher war. »Degaryn, hörst du mich?«
Er schlug die Augen auf und sah über sich die dunklen Züge Levains, in dessen Augen noch der Nachhall der Magie schimmerte. Die schmalen Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.
Ich finde, das ist ein wenig unlogisch, wenn Degaryn zu sich kommt, sofort ohne Probleme die Augen öffnen kann, und wieder vollkommen fit ist. Ich meine, der hat ´nen Pfeil in die Kehle gekriegt und wurde vergiftet. Oder sind Levains Heilkünste so stark? Wenn nicht, würde ich es ein wenig ausschmücken, etwa, dass die Sicht zuerst verschwommen ist usw.
Saryn hatte an der Stelle glaub ich einen sehr ähnlichen Einwand. Ich muss sagen: In einer anderen Geschichte würde ich absolut zustimmen und auf jeden Fall Nachwirkungen einbauen. Aber hier ist mir der Rollenspielgedanke wichtiger: Da kann ein Spieler halb von nem Drachen gefressen werden und nach einem Heilzauber sind all seine Wunden verschwunden und er kämpft einfach weiter. Genau den Effekt wollte ich hier haben, dieses »Magie macht alles ungeschehen«, einfach weil es so ein bisschen Rollenspiel-Feeling sein soll. Ich weiß, das ist ein schmaler Grat und eigentlich versuche ich genau diesen Eindruck in anderen Geschichten immer zu meiden. Also keine faule Ausrede sondern Intentionsbedingte Ausnahme Icon_wink

(17-09-2011, 22:16)rex noctis schrieb:
Zitat:»Wir sollten uns nicht aufteilen. Wenn noch mehr von denen kommen …«
Er deutete auf die Toten und ließ den Satz unvollendet in der Luft hängen. Degaryn zuckte die Schultern.
»Dann töten wir die auch. Aber wir müssen uns stärken – und wir dürfen keine Zeit verlieren.«
Und sie teilen sich trotzdem auf? Ein bisschen mehr auf Sicherheit sollten sie vielleicht schon aus sein, schließlich hängen Leben davon ab.
Ach, es ist echt blöd, wenn ich Anmerkungen »ablehne«, vor allem, wenn sie von mehreren Leuten kommen – auch Sternchen wollte hier ein sichereres Vorgehen. Aber meine Wildelfen sollten schon so arrogant daherkommen – zumindest Degaryn, und der hat hier das Sagen – dass sie sich selbst nicht in Gefahr sehen. Ihre Gegner sind »nur« Menschen, denen gestehen sie Stärke nicht ein.

(17-09-2011, 22:16)rex noctis schrieb: Hast du eigentlich mal vor eine längere Geschichte in diesem Setting zu schreiben?
Einen halbfertigen Plot dafür hätte ich auf jeden Fall Icon_wink Aber mit längeren Sachen habe ich – vor allem zur Zeit – starke Probleme. Ich bin schon froh, wenn ich mal was Kurzes zuende bringe. Die Hintergrundwelt zählt allerdings zu den Welten, in denen ich unbedingt noch was schreiben möchte, da stehen die Chancen ganz gut Icon_smile Freut mich daher natürlich besonders, dass es so gut ankommt.

Auch dir nochmals Dankeschön – so viele (unterschiedliche) Meinungen zu haben, ist echt super Icon_smile



@Addi

(20-09-2011, 19:43)Adsartha schrieb:
Zitat:»Der Wurzelmaid zum Dank, du bist wach. Er ist wach, Hircun!«
-- Klingt nach einem Schnaps. *lach*
Icon_ugly Na, wenn eine der Hauptgottheiten meiner Elfen ein Schnaps wäre, würde das zumindest klären, warum sie mit Bäumen reden Mrgreen

(20-09-2011, 19:43)Adsartha schrieb:
Zitat:Schritte näherten sich, dann war Hircun neben ihm und ging in die Knie. In der Rechten hielt er seinen Bogen, das Jagdholz ragte über seine linke Schulter. Die rissige Narbe auf seiner Wange ließ nur eine Hälfte seines Gesichtes lächeln, und das nicht einmal besonders glücklich.
-- Sehr schöne Beschreibung. Lächelt nun aber die Narbe oder lächelt der Mund und die Narbe verhindert, dass es sich auf die andere Seite ausbreitet? Woher hat er die denn?
Die Narbe geht über Wange und Kinn, so dass der eine Mundwinkel durch das verhärtete Gewebe keine Regung zeigt. Versteht man mich? Die Narbe ist halt nicht nur so ein schmaler Strich, sondern schon großflächiger. Woher er sie hat? Uff … So wie ich Hircun einschätze, eher durch einen Unfall, nicht durch eine Waffe. Vielleicht hat er sie sich auch übermütiger Bub auf der Jagd zugezogen, im Kampf Elf gegen Wildschwein oder sowas *lach*

(20-09-2011, 19:43)Adsartha schrieb:
Zitat:Wie oft würde sich das Grüne Haus noch täuschen lassen, bevor es erkannte, dass der Wilde Pfad der einzig richtige Pfad war?
-- Du erwähnst das Grüne Haus mehrere Male. Aber was genau ist es? Verstehe es nicht ganz. Genauso wie die genaue Bedeutung des Wilden Pfads. Einfach nur das Achten der Natur?
Hier würde dann, bei Leuten die das Rollenspiel vielleicht irgendwann mal spielen *lach* das Hintergrundwissen aus der Welt greifen: Das Grüne Haus ist sowas wie die Regierungspartei der Wildelfen, die mit Nachbarländern verhandelt, Regeln und Gesetze festlegt und die Einhaltung kontrolliert. Zuständig für die Außenpolitik und die Legislative/Judikative. Der Wilde Pfad dagegen ist die religiöse Organisation der Elfen, vergleichbar mit … hm … der katholischen Kirche? Nicht zu eng gesehen, nur so im Groben. Sie sind für alles Religiöse verantwortlich, stellen aber gleichzeitig auch einen Großteil der Exekutive, bewachen also die Ländergrenzen und kümmern sich um Eindringlinge und sowas. Eine Mischung aus Bundeswehr und Christen vielleicht *lach* Dem Wilden Pfad geht es also weniger um die Natur als solche, als darum, die Menschen zu vertreiben um dadurch ihre Heimat und ihre Ahnen zu schützen.

(20-09-2011, 19:43)Adsartha schrieb:
Zitat:In ihrer Stimme schwang Erstaunen. »Das ist das Symbol Yewenjurs. Diese … diese Männer sind tatsächlich Waldläufer.«
-- Und wer ist nun Yewenjurs?
Yewenjur ist der Gott der Jagd, der Heilkunde und der Quellen, wird auch Jäger im Zwielicht oder schlicht der Waidmann genannt. Unter den menschlichen Waldläufern wird er sehr häufig angebetet, deshalb kann Casidhe diesen Schluss ziehen.

Ein erneutes Dankeschön auch an dich. Auch wenn ich viel erklären muss und weiß, dass eine gute Geschichte sich selbst erklären sollte *lach* Aber meine Welten sind meistens zu komplex, um alles zu erklären und ich bin dann aber zu stur, um einfach ein paar Details rauszulassen, damit ich sie gar nicht erst erklären muss. Ich versuch aber, das in den Griff zu bekommen Icon_wink



@Libbi

(21-09-2011, 09:48)Libertine schrieb: Aber immer noch bin ich mir in der Hinsicht etwas unsicher, ob Degaryn nur verbittert ist oder vllt verrannt oder vllt ... könnte man fundamentalistisch sagen. Und wer weiß, wer in Wahrheit wen bedroht.
Das freut mich, dass diese Gefühl so gut rüberkommt: Wer ist im Recht und wer im Unrecht? Wer hat angefangen? Ich schreib ja selten genug Geschichten mit echter Intention, aber dieses Mal wollte ich die Frage deutlich im Raum haben: Wer ist der Gute, wer der Böse?

(21-09-2011, 09:48)Libertine schrieb: Aber er redet mit Bäumen!
Mrgreen Ich wette, bei einem Psychiater würde DAS Argument nicht ziehen:
»Sie sind doch vollkommen irre, ich kann Sie nicht gehen lassen. Wer weiß, wen sie alles umbringen werden?« - »Aber Herr Doktor, ich rede doch mit Bäumen!« Icon_lol


(21-09-2011, 09:48)Libertine schrieb:
Zitat:Bevor ihn die Sorge um seinen Schüler erneut vereinnahmen konnte,
Ist der andere nicht sein Schüler? Sorgt er sich nicht um den?
Das klingt hier etwas missverständlich.
Ich schätze, Degaryn sorgt sich besonders um seinen Schüler, aber um den anderen natürlich auch. Wobei - im Herzen ist Degaryn ein fieser, rachsüchtiger, gewaltbereiter Elf, das sollte ich vllt nicht vergessen Icon_wink
Um Norandhras (»den anderen« *lach*) sorgt Degaryn sich tatsächlich nicht. Zum einen, weil er nicht sein Schüler ist (Norandhras ist ein Stück älter als Degaryn),, zum anderen auch, weil Degaryn ihn nicht ausstehen kann. Er und Norandhras haben so ihre Probleme miteinander, was ich – zugegeben – nur ganz seicht andeute. Deshalb ist auch später Degaryns Reaktion darauf, dass Sinnur stirbt und nicht Norandhras, so … festgefahren.

(21-09-2011, 09:48)Libertine schrieb:
Zitat:Die Menschen waren mit dem Wald verschmolzen, wie es nur wenigen ihres Volkes gelang – die Möglichkeit, dass sie Norandhras und Sinnur überrascht hatten, durfte er nicht in blinder Verzweiflung streichen.
"Die Menschen" ist hier etwas missverständlich, es sind ja die Waldläufer gemeint, dann schreib das auch hin Icon_smile
Die Waldläufer (also die toten) sind schon auch Menschen. Und in der Szene wollt ich betonen, dass es Menschen sind, und nicht irgendwelche Waldläufer. Bei elfischen oder orkischen Waldläufer wäre es nicht so verwunderlich, dass sie mit dem Wald verschmelzen.

Und weils so schön war, möchte ich auch hier mein Dankeschön wiederholen. Ich freu mich über die ganzen unterschiedlichen Reaktionen, die diese Geschichte in den Kommentaren hervorgerufen hat. Und wenn es der einzige Weg ist, dich in die Fantasy zu locken, stell ich beim nächsten Kommentier-Wettbewerb vielleicht gleich vier oder fünf Geschichten hier ein Mrgreen


Ganz liebe Grüße an alle!
Lanna

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