Es ist: 20-04-2021, 09:31
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Sieben Pforten - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (überarbeitet)
Beitrag #1 |

Sieben Pforten - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (überarbeitet)
Hallo ihr,

nachdem ich den Prolog meiner Geschichte bereits hochgeladen und Antworten bekommen habe, die mir wirklich sehr weiter geholfen haben, folgt hier nun das erste Kapitel.

Falls ihr euch wundert: Der Titel hat sich nun in "Sieben Pforten geändert", hieß vorher: "Vierzehn."

EDIT: 04.01.2012 Verbesserungen vorgenommen und grundsätzlich überarbeitet.
EDIT: 08.01.2012: Verbesserungen übernommen!




~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte



Es war ein verregneter Freitag Mitte November und darüber hinaus der Dreizehnte. Wenn Ben abergläubisch wäre, hätte er geahnt, dass an so einem schicksalsträchtigen Tag etwas Schlimmes passieren müsste. Doch auch wenn er ein Träumer war, den Aberglauben, man dürfte eine aufgestellte Leiter nicht unterqueren oder einer schwarzen Katze nicht trauen, tat er mit einem Achselzucken ab.
Was ihn eher nervte war der Regen, der immer wieder fiel und die Düsternis, die sich seit Tagen nicht vertreiben ließ. Ben notierte sich in seinem Schulheft eine Rechnung und legte den Stift beiseite.
Glücklicherweise würde die Schulglocke in wenigen Minuten das Wochenende einläuten und er konnte endlich aus dem stickigen Klassenzimmer hinaus. Aufgrund der leicht bekleideten Mädchen – warum sollte man sich auch warm anziehen in dieser Jahreszeit, das sah ja nicht schick genug aus – musste die achte Klasse des städtischen Gymnasiums die Fenster geschlossen halten, was nach 8 Stunden Unterricht langsam unangenehm wurde. Das war der Nachteil an einer Übermacht weiblicher Mitschülerinnen, die trotz dem Murren der Jungs stur auf ihrem Recht bestanden.
Ben lehnte sich in seinem Stuhl zurück, strich sich die braunen Haare aus dem Gesicht und starrte auf eine Stelle neben dem Kopf seiner Mathelehrerin. Die erläuterte ihnen gerade, sozusagen als Abschluss des Tages, die Besonderheiten einiger ihrer Meinung nach überaus interessanter Zahlen.
"Die Dreizehn. Was ist das Besondere an ihr?"
Ein Blick in die Runde verriet Ben, dass manche seiner Mitschüler vor Langeweile kaum die Augen offen halten konnten, doch schließlich meldete sich Konrad und sagte mit einem schiefen Grinsen: "Sie bringt Unglück."
Bens Mundwinkel zuckten. Vereinzeltes Lachen und Hüsteln war zu hören. Frau Zimmermann ließ sich davon nicht beeindrucken. Das bewunderte Ben an ihr: Auch wenn sich nahezu niemand in der Klasse für ihr Fach interessierte, war sie stets mit voller Begeisterung dabei. Es tat ihm Leid, dass er sich nicht stärker für Geraden und Funktionen begeistern konnte, aber er war einfach eine mathematische Niete. Nicht, dass er allen Lehrern gegenüber so dachte, aber bei Frau Zimmermann war es etwas Besonderes. Denn trotz ihrer, ihm vollkommen unverständlichen, Macke, Parallelen oder Primzahlen interessant zu finden, war sie die beste Tante, die er hatte. Dass es auch seine einzige war, tat nichts zur Sache.
"Weiter", versuchte sie die Schüler zu animieren. Langsam wurden einige aktiver, je mehr Tante Annie sie voller Begeisterung anschaute. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass sie durch die Reihen ging und die Hälfte der Klasse ihr Handy wegstecken musste. Zwei weitere Schüler meldeten sich.
"Sie ist eine Primzahl."
"Wenn man sie rückwärts liest, ist sie wieder eine Primzahl."
Nach diesen zwei schlauen Einfällen schwiegen sie erneut, in der irrsinnigen Annahme, sie seien von der Frage erlöst. Tante Annie lächelte und sagte dann:
"Na los, kommt schon. Was fällt euch noch ein?"
Ben warf einen Blick zur Seite, doch seine Schwester sagte nichts. Stattdessen sah sie aus dem Fenster und versuchte, so gleichgültig wie möglich dreinzuschauen. Er wusste, dass es in ihrem Kopf ratterte. Wenn auch nur irgendeiner aus dieser Klasse Mathematik gut fand, dann sie. Dass sie sich zu cool vorkam, um was zu sagen, nervte ihn.
In dem Moment ertönte die Klingel und alle atmeten erleichtert auf. Sofort kam Bewegung in die Menge, Stühle wurden gerückt, Taschen gepackt und jeder wollte der erste an der Tür sein. Ben ließ sich Zeit mit Einpacken, nickte seinen Freunden zur Verabschiedung zu und sah dabei zu, wie sich Christin von ihren Freundinnen verabschiedete.
"Wir sehen uns morgen Abend, bei Patrick auf der Party!", sagte Miriam und Kathrin neben ihr versicherte: "Ich werde mein neues Kleid anziehen, es ist mega scharf."
Die Mädchen kicherten und Ben beobachtete weiterhin seine Schwester. Ihre braunen Haare fielen ihr lockig bis auf die Schultern, ein Stirnreif hielt sie aus dem Gesicht. Die Augen waren geschminkt und sie trug seit neustem Lipgloss. Wenn Ben nur wüsste, was sich Mädchen aus dem schmierigen Zeug machten, das sowieso nach fünf Minuten verschwunden war ...
Nach und nach wurde es leerer im Klassenzimmer und auch die drei Mädchen verließen schließlich den Raum. Es waren nur noch vier Leute übrig: Ben, der seiner Schwester beim Packen der Umhängetasche zusah, Tante Annie, die gerade die Tafel wischte und Paul, der soeben zur Tür hinaus verschwand.
"Kommst du?"
Christin warf ihm einen genervten Blick zu.
"Jetzt hetz doch nicht so."
Bevor sie jedoch nur einen Schritt Richtung Tür gemacht hatten, drehte Annie sich zu ihnen um und grinste schief.
"War es gerade so langweilig?", erkundigte sie sich.
Ein Lächeln schlich sich auf ihre Gesichter und Christin sagte:
"Natürlich nicht, Tante Annie. Aber es ist Freitag."
"Jetzt ist Wochenende“, fügte Ben hinzu.
"Außerdem haben wir schon fast vier Uhr."
"Draußen ist es beinahe schon dunkel."
Ergeben hob Annie die Hände und lachte.
"Ist ja gut, ihr zwei."
Auch sie packte ihre Tasche zusammen und gemeinsam gingen die Drei aus dem Zimmer. Die Flure waren bereits leer, die Schüler hatten es wirklich eilig, endlich ins Wochenende zu starten. Als sie an der geschlossenen Tür zum Lehrerzimmer ankamen, sagte Annie:
"Warum meldest du dich eigentlich nicht mehr bei mir, Chris?"
Ben sah zu seiner Schwester, die sich um eine Antwort wand, und sagte mit zynischem Unterton:
"Weil es total uncool ist, in Mathe gut zu sein."
Wenn Blicke töten könnten, wäre er wohl gerade zur Hölle gefahren und das auf eine besonders schmerzvolle Art und Weise. Doch Christin sagte nichts. Ihre Tante lachte und verabschiedete sich von den beiden.
"Fahrt ihr jetzt zu euren Großeltern?"
Sie nickten synchron und Annie sagte:
"Dann grüßt mal alle von mir."
Die beiden bejahten und winkten ihr noch einmal, als Annie in das betriebsame Summen des Zimmers trat. Die Lehrer schienen noch kein Wochenende zu haben. Nebeneinander gingen sie aufs Schulgelände hinaus und er wusste, was er jetzt zu hören bekommen würde. Lange musste er nicht warten.
"Was sollte das?"
"Ist doch wahr."
"Aber warum sagst du es vor Annie?"
"Als ob sie es nicht selbst wüsste."
Sie funkelte ihn an, doch er sah auch, dass sie ihm schon nicht mehr böse war. So war es schon immer zwischen ihnen gewesen. Sie gifteten sich für zwei Minuten an, dann war es gut. Er lächelte schief.
"Und? Was sagst du zu der bösen Dreizehn?"
Jetzt zog auch sie ihre Lippen nach oben und begann:
"Die Dreizehn ist im Gegensatz zur davor liegenden Zwölf total eingeschränkt. Sie hat nur sich selbst und die Eins als Teiler, wohingegen die Zwölf mehrere Teiler hat, und zwar die Eins, Zwei, Drei, Vier, Sechs und sich selbst. Außerdem kannst du die Dreizehn als Summe zweier Quadrate auffassen: Zwei zum Quadrat plus Drei zum Quadrat. Die Dreizehn gehört auch zur Fibonacci-Reihe. Und wenn du die Dreizehn quadrierst, also 169, und dann anders herum liest, bekommst du wieder eine Primzahl."
Sein Lächeln wurde breiter. Christins Augen strahlten und er wusste, sie war voll in ihrem Element. Auch wenn er immer noch keine Ahnung hatte, was eine Fidel-Nacho-Zahl sein sollte. Christin hatte einfach zu viel ihrer Kindheit mit Tante Annie verbracht, das färbte wohl ab.
Während sie weiter zu überlegen schien, was es mit der Zahl auf sich hatte, gingen die beiden über eine Ampel und näherten sich der nächsten U-Bahn-Haltestelle.
"Und was ist Tolles an ... der Vierzehn?"
Christin sah ihn nachdenklich an, während sie auf die Treppe zusteuerte, die in den Untergrund führte.
"Nun ja. Sie ist durch Eins, Zwei, Sieben und sich selbst teilbar. Hmm, was noch ...? Wir beide sind vierzehn Jahre alt und ... Moment mal. Versuchst du gerade, mich abzulenken?"
Er grinste schuldbewusst und nickte. Sie waren unten an der Haltestelle angekommen, die nächste Bahn fuhr laut Plan in fünf Minuten. Christin hasste Bahnfahren und bekam jedes Mal ein beklemmendes Gefühl, wenn sie in die Dunkelheit hinein fuhren. Sie konnte nichts dafür, es lag an einem immer wiederkehrendem Traum und vielleicht der Tatsache, dass sie als kleines Kind für ein paar Stunden in einen dunklen Schrank gefangen gewesen war.
"Du bist so schlau, dich kann man nicht austricksen."
Sie lachte über seinen scheelen Blick und schüttelte den Kopf. Während sie auf die Bahn warteten, tippte Christin eine SMS in ihr Handy ein, während Ben die Umgebung betrachtete. Es standen einige Passanten in ihrer Nähe oder saßen auf den Wartebänken, die voll gepflastert waren mit bizarren Zeichnungen und beleidigenden Sprüchen. Er sah sich um und beobachtete die Menschen um sich herum. Einige Mitschüler, die täglich mit der Bahn fahren mussten. Zwei Hunde saßen an ihren Leinen dicht bei ihren Herrchen und hechelten mit heraus hängender Zunge. Ben mochte Hunde nicht. Trotzdem musste er bei dem Anblick des Chihuahuas auf dem Schoß seines betagten Frauchens lächeln; wie er sich mit runden Knopfaugen umsah, eine rosa Schleife im Haar.
Die Bahn fuhr ein und Bewegung kam in die Menge. Da Ben und Christin recht weit vorne an den Gleisen standen, schafften sie es als erstes in den rot-grauen Kasten. Sie setzten sich auf die unbequemen Stühle und Ben sah zu, wie fast alle der Wartenden einstiegen und sich Plätze suchten. Als die Bahn losfuhr, befanden sich nur noch die alte Dame mit ihrem Hündchen, das unter Garantie beim leichtesten Windstoß hinfort geweht würde, und ein hochgewachsener Mann mit Hut und Brille auf dem Bahnsteig. Für eine kurze Zeit hatte Ben das Gefühl, der Mann starre ihn an, aber als die Bahn in die Dunkelheit eindrang und sich Christin neben ihm leicht wand, verwarf er den Gedanken und drehte sich zu ihr. Heute schien ihr das Bahnfahren nichts auszumachen, denn sie grinste ihn an und sagte: "Wenn du die Vierzehn mit sich selbst multiplizierst und die letzten beiden Ziffern tauschst, kommst du auf die Quadratzahl von Dreizehn."


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Beitrag #2 |

RE: Vierzehn - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (1/2)
Hi Semi!
Wie angekündigt, schaue ich nun noch über das erste Kapitel von Vierzehn. Zu dem Prolog habe ich bereits einiges gesagt. Ich bin daher gespannt, wie du die Geschichte fortsetzt oder eher anfängst. Icon_wink

Hat der Titel Vierzehn eigentlich etwas mit dem auf den Freitag folgenden Samstag zu tun?

Zitat:Es war ein verregneter Freitag, Mitte November und darüber hinaus Freitag der Dreizehnte.

-- Die Dopplung von Freitag stößt mir hier etwas bitter auf. Das Komma vor "Mitte" ist überflüssig. Also entweder: "Es war ein verregneter Tag Mitte November, und darüber hinaus auch noch Freitag der Dreizehnte" oder "Es war ein verregneter Freitag Mitte November, und darüber hinaus auch noch der Dreizehnte."
-- Ich frage mich, ob der Monat wirklich wichtig ist. Man könnte es nämlich auch etwas athmosphärischer schreiben und den Freitag etwas später einbauen. Eine Idee: "Es war einer dieser typischen Herbsttage, an denen man am liebsten gar nicht das Haus verlassen möchte: kalt, grau und immer wieder zogen heftige Schauer über die Stadt hinweg. Wäre Ben abergläubisch, hätte er wohl auch ebendies getan und Freitag den Dreizehnten in der Wohnung verbracht."
(oder so ähnlich)
Auf diese Art umgehst du auch die Formulierung, dass Ben gewusst haben könnte, das etwas Schlimmes passieren müsste. Denn selbst ein abergläubischer Mensch kann nicht wissen, ob nun etwas passiert. Von daher liest sich der Satz etwas unschön in meinen Augen.

Zitat: Doch auch wenn er ein Träumer war, den Aberglaube, man dürfe eine aufgestellte Leiter nicht unterqueren oder einer schwarzen Katze nicht trauen, tat er mit einem Achselzucken ab. Sollten die Abergläubischen doch den Quatsch glauben, den sie verzapften.
-- Durch deinen Satz davor: "Wenn Ben ...." drückst du bereits Bens Haltung genügend aus. Diese Sätze hier sind daher überflüssig.

Zitat:Doch eines musste der Vierzehnjährige zugeben: Der Tag war düster und kalt.
-- Was hat das mit dem Dreizehnten oder Aberglaube zu tun? Viele Tage im November sind düster und kalt.

Zitat:Glücklicherweise würde in wenigen Minuten die Schulglocke das Wochenende einläuten und er konnte endlich aus dem stickigen Klassenzimmer hinaus.
-- Warum ist das Zimmer stickig? Also in meiner Schulzeit war ich im Herbst und Winter immer sehr gern drin. Ist wärmer. Stickig verbinde ich mit Sommer, wenn überall die Hitze steht und man vor Lauter Körpergerüchen gar nicht mehr atmen möchte.

Zitat:Aufgrund der leicht bekleideten Mädchen – warum sollte man sich auch warm anziehen in dieser Jahreszeit, das sah ja nicht schick genug aus – musste die achte Klasse des städtischen Gymnasiums die Fenster geschlossen halten. Das war der Nachteil an einer Übermacht weiblicher Mitschülerinnen.
-- Hm, also bei uns haben die Lehrer trotzdem die Fenster aufgerissen. Frischluft ist gesund und regt den Geist an. Nun ja. Ist so eine Geschmackssache.

Zitat:Ben lehnte sich in seinem Stuhl zurück, strich sich die braunen Haare aus dem Gesicht und starrte auf das linke Ohr seiner Mathelehrerin.
-- Warum gerade das Ohr? Ist es irgendwie besonders? Was gibt es da zu sehen?

Zitat:„Sie bringt Unglück.“
Vereinzeltes Lachen und Hüsteln war zu hören. Eine solche Antwort war vollkommen vorhersehbar gewesen.
-- Hier wäre zum Beispiel eine sehr gute Stelle, um Bens Haltung zu diesem Abgerglauben deutlich zu machen. Anstatt es vorneweg zu erzählen, könntest du ihn hier lachen lassen oder die Augen rollen.

Zitat:„Weiter.“
Langsam wurden einige Schüler aktiver.
-- Warum? Eben schalfen sie ein, nun werden sie ohne Grund munter?

Zitat:Ben warf einen Blick zur Seite, doch seine Schwester sagte nichts.
-- Zwillinge? Ich dachte, sie wäre jünger. Oder handelt sich um eine andere Schwester? Das "doch" hier könntest du übrigens ebenfalls streichen.

Zitat:„Ich werde mein neues Kleid anziehen, es ist mega scharf.“
-- Zusammen, sagt mein Gefühl.

Zitat:Die vier Mädchen kicherten und Ben beobachtete weiterhin seine Schwester. Ihre braunen Haare fielen ihr lockig bis auf die Schultern, ein Stirnreif hielt sie aus ihrem Gesicht. Ihre Augen waren stark geschminkt und sie trug seit neustem Lipgloss.
-- Hm, du hast hier einen personalen Erzähler, schreibst also aus der Sicht Bens. Meine Frage nun: würde ein Bruder so genau betrachten und ihre einzelnen Details wahrnehmen? Also ich mache das mit meinem Bruder nicht, solange er nicht plötzlich etwas Ungewöhnliches trägt. Von daher passt der Lipgloss, aber der Rest eher nicht.

Zitat:Wenn Ben nur wüsste, was sich Mädchen aus dem schmierigen Zeug machten, das sowieso nach fünf Minuten verschwunden war...
-- Warum setzt du hier Auslassungspunkte?
PS: Diese werden nach einem vollendeten Wort mit LZ vorne und hinten gesetzt. Nur wenn du ein Wort abbrichst, schließen sie direkt an. Mehr dazu in Lannas Satzzeichen-thread im Cafe!

Zitat:Bevor sie jedoch nur einen Schritt Richtung Tür gemacht hatten, drehte sich die Mathematiklehrerin zu ihnen um und lächelte schief, als Ben ein Gähnen unterdrückte.
„War es gerade so langweilig?“
Ein Lächeln schlich sich auf ihre Gesichter und Christin sagte:
„Natürlich nicht, Tante Anni. Aber es ist Freitag.“
-- Die Lehrerin ist seine Tante? Aufgrund des Erzählers passt es dann nicht, dass du das erst jetzt erwähnst.

Zitat:Ben schaltete sich ein.
-- Klingt, als hätten sich die beiden Frauen bereits ne Weile unterhalten.

Zitat:Ihre Tante lachte und verabschiedete sich von den beiden.
„Fahrt ihr jetzt zu euren Großeltern? Sind eure Eltern auch da?“
-- Wenn sie sich verabscheidet passen diese Fragen nicht wirklich.

Zitat:Sein Lächeln wurde breiter. Christins Augen strahlten und er wusste, sie war voll in ihrem Element. Auch wenn er immer noch keine Ahnung hatte, was eine Fidel-Nacho-Zahl sein sollte.
Während sie weiter überlegte, gingen die Zwillinge über eine Ampel und näherten sich der nächsten U-Bahn-Haltestelle.
-- Was genau überlegt sie denn jetzt? Oder meinst du ihn?

Zitat:„Und was ist Tolles an... der Vierzehn?“
-- Leerzeichen! (siehe oben)

Zitat:Christin sah ihn nachdenklich an, während sie auf die Treppen zusteuerten, die sie in den Untergrund bringen würden.
-- würde eher Treppe sagen, sonst klingt es, als würden sie sich trennen

Zitat:Christin hasste Bahnfahren und bekam jedes Mal Angst, wenn sie in die Dunkelheit hinein fuhren. Sie konnte nichts dafür, es lag an einem immer wiederkehrendem Traum und vielleicht der Tatsache, dass sie als kleines Kind für ein paar Stunden in einen dunklen Schrank gefangen war.
-- Hier könntest du wieder schön zeigen, dass sie Angst hat. Lass sie doch hibbelig sein oder an der Lippe kauen. Zudem müsstest du noch erklären, warum die beiden nicht mit einem Bus oder dem Rad fahren, wenn doch Christin so Angst vor der Dunkelheit hat.

So, schon durch. Dann will ich mich zuerstmal deinen Fragen widmen:
Zitat:1. Ist es verständlich oder eher verwirrend, wenn so viele Zahlen dabei sind?
-- Es hält sich in Grenzen. In den Rechnungen finde ich es okay, aber bei der Klassenszeen würde ich vielleicht nochmal drübergehen. Muss man wirklich immer wissen, wie viele Mädchen es sind, oder wie viele Personen noch im Raum sind?

Zitat:2. Wirkt es zu übertrieben mit den "Rechnungen"?
-- Nein, Christin hat halt einen Mathefaible. Allerdings finde ich sollte sie diesen auch ruhig in der Klasse zeigen und nicht erst hinterher versteckt.

Zitat:3. Was sagt ihr zu den Charakteren?
-- Schwierig, denn so viel verrät uns dieser Teil nicht. Christin scheint an ihrem Ruf mehr gelegen als an ihrer Tante und ihrem Hobby, Mathe. Das macht sie für mich etwas unsympathisch. Ben ist ziemlich langweilig und die Tante seltsam, da sie Fragen stellt, die sie sich meist selbst beantworten kann - siehe: warum meldest du dich nicht mehr?

Insgesamt solltest du dich vielleicht mehr auf deinen Erzähler besinnen und etwas anschaulicher erzählen. Ersteres bezieht sich auf die Dinge, die du uns erzählst, insbesondere Beschreibungen. Wie ich bereits sagte, spendet man Dingen, die man bereits kennt normalerweise keine große Beachtung mehr. Dennoch ZÄHLST du auf, wie die Schwester aussieht, wie der Flur aussieht etc. Das könntest du besser machen. Halte dich eher an "ungewöhnlichen Details" auf und Frage dich auch, welche Infos der Leser braucht. Wenn Ben die Sticker auf den Spinden ansieht, dann nur weil er interessiert ist, vielleicht entdeckt er einen neuen, nimmt sich vor, das Spiel mal auszuprobieren etc. (Sie anzusehen, wenn sie ihn nicht interessieren, ist sinnfrei.) Binde deine Umgebung etwas besser in die Handlung ein und lass sie nicht nur Hintergrund sein. Gleiches gilt für die Charaktereingenschaften. Deine Charaktere sind für meinen Geschmacl zu farblos. Du erzählst nur, dass sie etwas nicht mögen bzw, mögen, zeigst es aber nicht. So wirken die Charas leblos und teilweise auch etws lieblos.
Hier im Cafe gibt es zum Beispiel einige Themen und auch Übungen, die sich mit dem "Show, don't tell" - Prinzip beschäftigen. Vielleicht magst du dort mal vorbeischauen. Icon_wink

LG
Adsartha

PS: Teilweise fand ich die Wahl der Verben etwas seltsam, oder deine Übergänge. Auch hier könntest du nocheinmal drüberschauen.



"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
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Beitrag #3 |

RE: Vierzehn - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (1/2)
Hallo Adsartha,

wieder einmal Danke für deinen langen und ausführlichen Kommentar!

Zu einigen Sachen:

Zitat:
Zitat:Aufgrund der leicht bekleideten Mädchen – warum sollte man sich auch warm anziehen in dieser Jahreszeit, das sah ja nicht schick genug aus – musste die achte Klasse des städtischen Gymnasiums die Fenster geschlossen halten. Das war der Nachteil an einer Übermacht weiblicher Mitschülerinnen.

-- Hm, also bei uns haben die Lehrer trotzdem die Fenster aufgerissen. Frischluft ist gesund und regt den Geist an. Nun ja. Ist so eine Geschmackssache.
Was heißt Geschmackssache? Wenn die Schüler zu achtzig Prozent die Fenster zu haben wollen, warum sollte sich der Lehrer dagegen stellen?
Das haben schon mehrere gesagt, aber ich sehe da gar kein Problem drinnen...
Aber ich denke, dass auch im Winter die Luft stickig sein kann, vor allem, WENN die Fenster zu bleiben.

Zitat:
Zitat:Wenn Ben nur wüsste, was sich Mädchen aus dem schmierigen Zeug machten, das sowieso nach fünf Minuten verschwunden war...

-- Warum setzt du hier Auslassungspunkte?
PS: Diese werden nach einem vollendeten Wort mit LZ vorne und hinten gesetzt. Nur wenn du ein Wort abbrichst, schließen sie direkt an. Mehr dazu in Lannas Satzzeichen-thread im Cafe!
Ich setze da Punkte, weil ein anderer Leser gefragt hat, ob der Satz nicht noch weiter gehen müsste. Deshalb lasse ich ihn auslaufen.

Zitat:-- Die Lehrerin ist seine Tante? Aufgrund des Erzählers passt es dann nicht, dass du das erst jetzt erwähnst.
Warum nicht? Warum sollte Ben die ganze Zeit von seiner Tante "denken", wenn er Matheunterricht hat. Außerdem fand ich es doof, wenn er sich so was denkt wie: Die Mathelehrerin, die ja zufällig noch seine Tante war ...
Ne, da wollte ich das lieber so einfließen lassen.

Zitat:Christin scheint an ihrem Ruf mehr gelegen als an ihrer Tante und ihrem Hobby, Mathe. Das macht sie für mich etwas unsympathisch. Ben ist ziemlich langweilig und die Tante seltsam, da sie Fragen stellt, die sie sich meist selbst beantworten kann - siehe: warum meldest du dich nicht mehr?
Dazu mehrere Dinge:
1. Warum muss einer der Protagonisten auch sofort total beliebt beim Leser sein? Außerdem kennt man das doch ganz gut selber von früher (vielleicht nicht von sich selber, aber von seiner Umgebung): Man kommt in ein Alter, in dem man bei anderen gut ankommen möchte, auch wenn es vielleicht nicht zu einem passt.
2. Warum sind die Fragen seltsam? Ich meine, warum kann sie sich diese Frage selber beantworten? Ich denke nicht, immerhin antwortet Ben für Christin und Anni weiß es nicht ...
3. Tja, das ist wieder einmal die langwierige Diskussion mit den Protagonisten. Wenn er zu toll ist, ist er langweilig, wenn er zu unauffällig ist, ist er langweilig, wenn er zu viel kann, zu wenig, außergewöhnliche Kräfte hat... du weißt was ich meine ^^
Ich wollte einfach einen ganz normalen Jungen, wenn er im ersten Kapitel für dich zu langweilig ist, schade.

Zitat:
Zitat:2. Wirkt es zu übertrieben mit den "Rechnungen"?

-- Nein, Christin hat halt einen Mathefaible. Allerdings finde ich sollte sie diesen auch ruhig in der Klasse zeigen und nicht erst hinterher versteckt.
Finde ich auch. Aber wie Vierzehnjährige so sind, zeigen sie solche für dieses Alter "uncoole" Hobby nicht.

Ich werde den Text mal überarbeiten und dann aktualisieren.

LG Semi


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Beitrag #4 |

RE: Vierzehn - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (1/2)
Hi Semi,
eine kleine Rückmeldung.

Zitat:Was heißt Geschmackssache? Wenn die Schüler zu achtzig Prozent die Fenster zu haben wollen, warum sollte sich der Lehrer dagegen stellen?
Das haben schon mehrere gesagt, aber ich sehe da gar kein Problem drinnen...
Aber ich denke, dass auch im Winter die Luft stickig sein kann, vor allem, WENN die Fenster zu bleiben.
-- Natürlich ist es letztendlich dir überlassen. Ich wollte nur anmerken, dass sich unsere Lehrer eben wegen der Frischluft immer durchgesetzt haben. *schulterzuck*

Zitat:Ich setze da Punkte, weil ein anderer Leser gefragt hat, ob der Satz nicht noch weiter gehen müsste. Deshalb lasse ich ihn auslaufen.
-- Der Satz ist in sich geschlossen. Punkt. Dennoch, wenn du sie setzen willst, denk bitte an die Leerzeichen. Icon_wink

Zitat:
Zitat:-- Die Lehrerin ist seine Tante? Aufgrund des Erzählers passt es dann nicht, dass du das erst jetzt erwähnst.
Warum nicht? Warum sollte Ben die ganze Zeit von seiner Tante "denken", wenn er Matheunterricht hat. Außerdem fand ich es doof, wenn er sich so was denkt wie: Die Mathelehrerin, die ja zufällig noch seine Tante war ...
Ne, da wollte ich das lieber so einfließen lassen.
-- Nee, wenn dann: seine Tante versuchte mal wieder vergeblich ihnen die Faszination der Zahlen näher zu bringen.
Und schwupps haben wir die Tante, den versteckten Hinweis auf ihren Beruf und, hey, die Begeisterung der Klasse. Icon_wink

Weiterhin fragst du:

Zitat:1. Warum muss einer der Protagonisten auch sofort total beliebt beim Leser sein? Außerdem kennt man das doch ganz gut selber von früher (vielleicht nicht von sich selber, aber von seiner Umgebung): Man kommt in ein Alter, in dem man bei anderen gut ankommen möchte, auch wenn es vielleicht nicht zu einem passt.
-- Protas sollten entweder sympathisch oder unsympathisch sein, zumindest sollten sie irgendetwas haben, was den Leser an sie bindet. Das das nicht immer innerhalb weniger Seiten funktioniert, ist verständlich. Du hattest aber gefragt, wie deine Charas ankommen und ich habe meinen Eindruck aufgeschrieben.

Zitat:2. Warum sind die Fragen seltsam? Ich meine, warum kann sie sich diese Frage selber beantworten? Ich denke nicht, immerhin antwortet Ben für Christin und Anni weiß es nicht ...
-- Als Lehrerin kann sie sich schon gewisse Sachen denken. Sie ist ja auch noch nicht so alt, oder? Icon_wink

Zitat:3. Tja, das ist wieder einmal die langwierige Diskussion mit den Protagonisten. Wenn er zu toll ist, ist er langweilig, wenn er zu unauffällig ist, ist er langweilig, wenn er zu viel kann, zu wenig, außergewöhnliche Kräfte hat... du weißt was ich meine ^^
Ich wollte einfach einen ganz normalen Jungen, wenn er im ersten Kapitel für dich zu langweilig ist, schade.
-- Das wollte ich so nicht gesagt haben. Dein Prota kann ruhig normal sein, aber er ist mir zu farblos. Ich weiß bisher nur, dass er nicht abergläubig ist, Mathe nicht mag, ebenso wie Lipgloss und eine Schwester hat. Ich finde, er könnte einfach etwas lebendiger sein, mit etwas mehr Ecken und Kanten, ohne dass es übertrieben zu sein hat. Ein Beispiel war die Idee mit den Stickern der Spiele - interessieren ihn die oder eher nicht. Wie empfindet er mit seiner Tante? Tut sie ihm leid? Ist er genervt, weil er auf seine Schwester warten muss? Ungeduldig? Achte mal auf die Menschen in deiner Umgebung/Klasse, falls du noch zur Schule gehst. Jugendliche sind total emotional. Sie hibbeln herum, verdrehen Augen, sind laut etc.

Ich möchte einfach nur etwas mehr Farbe auf Ben. Das ist keine Kritik am Charakter, sondern ein Wunsch, ihn besser kennenzulernen. Icon_wink

LG
Addi


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Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
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Beitrag #5 |

RE: Vierzehn - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (1/2)
Hey,

okay, dann weiß ich, was du meinst.

Zur Zeit gehe ich mal wieder zur Schule Icon_wink
Mach grad Praktikum.

Danke auf jeden Fall für deinen Beitrag Icon_smile

LG


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Beitrag #6 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (vorher: Vierzehn)
Huhu,

habe das erste Kapitel überarbeitet und einige Verbesserungsvorschläge eingebaut.

So liest sich der Text schon besser und ich finde ihn persönlich besser als zuvor.


LG Semi


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Beitrag #7 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (überarbeitet)
Hi Semikolon,
bevor ich mich selber ans Schreiben mache, ist noch dein erstes Kapitel dran.

Zitat:Es war ein verregneter Freitag Mitte November und darüber hinaus der Dreizehnte.

Okay als erster Satz im „richtigen“ Buch finde ich den reichlich unspektakulär. Adsarthas Vorschläge lesen sich auf mich da ehrlich gesagt besser. Aber das musst du ja wissen.

Zitat:Wenn Ben abergläubisch wäre, hätte er gewusst, dass an so einem schicksalsträchtigen Tag etwas Schlimmes passieren müsste.

Da würde ich aber auf jeden Fall umstellen in „hätte er geahnt[...]“.

Zitat:Doch auch wenn er ein Träumer war, den Aberglaube, man dürfte eine aufgestellte Leiter nicht unterqueren oder einer schwarzen Katze nicht trauen, tat er mit einem Achselzucken ab.

„Aberglauben

Zitat:Aufgrund der leicht bekleideten Mädchen – warum sollte man sich auch warm anziehen in dieser Jahreszeit, das sah ja nicht schick genug aus – musste die achte Klasse des städtischen Gymnasiums die Fenster geschlossen halten.

Es regnet doch und ist Herbst. Wieso ist da dann das Klassenzimmer überhaupt stickig?

Zitat:Ein Blick in die Runde verriet Ben, dass manche seiner Mitschüler vor Langeweile kaum die Augen offen halten konnte,

„konnten

Zitat:doch schließlich meldete sich Konrad und sagte mit einem schiefen Grinsen: "Sie bringt Unglück."
Bens Mundwinkel zuckten. Vereinzeltes Lachen und Hüsteln war zu hören. Diese Antwort war vollkommen vorhersehbar gewesen.

Wenn er sagt, dass die Antwort vollkommen vorhersehbar gewesen ist, warum lächelt er dann? Ich würde ihn dann eher genervt aufstöhnen lassen.

Zitat:Frau Zimmermann ließ sich davon nicht beeindrucken. Das bewunderte Ben an ihr: Auch wenn sich nahezu niemand in der Klasse für ihr Fach interessierte, war sie stets mit voller Begeisterung dabei. Es tat ihm Leid, dass er sich nicht stärker für Geraden und Funktionen begeistern konnte, aber er war einfach eine mathematische Niete. Nicht, dass er allen Lehrern gegenüber so dachte, aber bei Frau Zimmermann war es etwas Besonderes.

Ich finde den Bezug da etwas missverständlich. Ich nehme an, du meinst dass es ihm leid tut, aber man könnte auch meinen, dass er nicht überall denkt, er ist eine Niete.

Zitat:Denn trotz ihrer, ihm vollkommen unverständlichen, Macke,

Zitat:Dinge wie Parallelen und Primzahlen interessant zu finden

„Dinge“ gefällt mir da nicht, das ist umgangssprachlich passt nicht.

Zitat:Langsam wurden einige aktiver, je mehr Tante Annie sie voller Begeisterung anschaute. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass sie durch die Reihen ging und die Hälfte der Klasse ihr Handy wegstecken musste.

Mrgreen

Zitat:Nach diesen zwei schlauen Einfällen schwiegen sie erneut, in der irrsinnigen Annahme, sie seien von der Frage erlöst.

Das „irrsinnig“ würde ich rauslassen, das stellt sich gleich sowieso noch raus.

Zitat:Nach diesen zwei schlauen Einfällen schwiegen sie erneut, in der irrsinnigen Annahme, sie seien von der Frage erlöst. Manche waren einfach am Tagträumen. Tante Annie lächelte und sagte dann:

Der fett gedruckte Satz ist irgendwie so urplötzlich und ich habe so den Eindruck, du wolltest den Satz unbedingt noch irgendwo unterbringen, daher hast du es halt da hingeschrieben. Außerdem würde ich verdeutlichen, dass du die Klasse meinst. Vielleicht:
„Nach diesen zwei Einfällen schwieg die Klasse erneut, in der irrsinnigen Annahme, sie sei von der Frage erlöst.“

Zitat:Dass sie sich zu cool vorkam, um was zu sagen, nervte ihn. In dem Moment ertönte die Klingel und alle atmeten erleichtert auf.
Sofort kam Bewegung in die Menge, Stühle wurden gerückt, Taschen gepackt und jeder wollte der erste an der Tür sein.

Ich würde den Absatz umstellen:
„Dass sie sich zu cool vorkam, um was zu sagen, nervte ihn.
In dem Moment ertönte die Klingel und alle atmeten erleichtert auf. Sofort kam Bewegung in die Menge, Stühle wurden gerückt, Taschen gepackt und jeder wollte der erste an der Tür sein.“

Etwas Grundsätzliches: Verabschiedet sich Ben von niemandem?

Zitat:Wenn Ben nur wüsste, was sich Mädchen aus dem schmierigen Zeug machten, das sowieso nach fünf Minuten verschwunden war ...

Ben scheint mir für sein Alter nicht gerade der Reifeste zu sein...

Zitat:"Außerdem haben wir schon fast vier Uhr."

Die haben am Freitag erst um vier Uhr Schule aus???

Ansonsten finde ich den ganzen Schlagabtausch
Zitat:Ein Lächeln schlich sich auf ihre Gesichter und Christin sagte:
"Natürlich nicht, Tante Annie. Aber es ist Freitag."
"Jetzt ist Wochenende“, fügte Ben hinzu.
"Außerdem haben wir schon fast vier Uhr."
"Draußen ist es beinahe schon dunkel."
Ergeben hob Annie die Hände und lachte.
"Ist ja gut, ihr zwei."
aber sehr schön und man kann sich das Ganze auch richtig bildich vorstellen. Pro


Zitat:Die Flure waren bereis leer,

Das ist dir ein „t“ entschwunden. Icon_wink

Zitat:Als sie an der geschlossenen Türe zum Lehrerzimmer ankamen, sagte Annie:

„Tür“

Zitat:Ben sah zu seiner Schwester, die sich um eine Antwort wand, und sagte mit zynischem Unterton:

Zitat:Die Lehrer schienen noch kein Wochenende zu haben, das tat Ben wirklich außerordentlich Leid.

Ich würde den fett gedruckten Nachsatz weglassen, den finde ich überflüssig.

Zitat:Nebeneinander gingen sie aufs Schulgelände hinaus und er wusste, dass er jetzt was zu hören bekommen würde.

Alternativ: „er wusste, was er jetzt zu hören bekommen würde.“ Klingt finde ich schöner.

Zitat:Christin hatte einfach zu viel ihrer Kindheit mit Tante Annie verbracht, das färbte wohl ab.

Mrgreen

Zitat:Sie konnte nichts dafür, es lag an einem immer wiederkehrendem Traum und vielleicht der Tatsache, dass sie als kleines Kind für ein paar Stunden in einen dunklen Schrank gefangen war.

Das ist Vorvergangenheit, daher Plusquamperfekt, also: „gefangen gewesen war“

Zitat:Für eine kurze Zeit hatte Ben das Gefühl, der Mann starrte ihn an,

„starre“

Zitat:sich Christin neben ihn leicht wand

„ihm

Was meinst du damit, denn später steht ja da, dass ihr das Bahnfahren heute nichts ausmacht

Zitat:verwarf er den Gedanken schnell

Das „schnell“ ist überflüssig

Zitat:[…] verwarf er den Gedanken schnell und drehte sich zu ihr. Doch heute schien ihr das Bahnfahren nichts auszumachen […]

Das „doch“ passt nicht. Ich würde es entweder schlicht weglassen oder im Satz davor erwähnen, dass er es tut, um sich um sie zu kümmern.

Zitat:"Wenn du die Vierzehn mit sich selber multiplizierst

„sich selbst“

So, damit bin ich durch. Unspektakulärer als der erste Teil. Besonders der Anfang war halt eher unbesonders: Schulklasse langweilt sich, dann ist irgendwann endlich Wochenende. Aber das macht ja nichts und ich bin weiter gespannt auf das nächste Kapitel. Icon_smile
Bis Bald!
LG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #8 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 1: Freitag, der Dreizehnte (überarbeitet)
Huhu,

und ein erneutes Dankeschön an dich für deine Verbesserungsvorschläge!
Auch sie werde ich sobald wie möglich umsetzen.

Ach Mist. Ich habe im gesamten Text immer drauf geachtet, dass ich "selber" in "selbst" umschreibe, den hier hab ich wohl vergessen Icon_wink

Ja, du hast Recht, im Gegensatz zum Prolog ist das erste Kapitel weder spannend noch etwas Neues. Deshalb habe ich einen Prolog geschrieben Icon_wink Um den Leser schon einmal neugierig zu machen Icon_wink

Gut, dann noch mal Danke und ein schönes Wochenende dir Icon_smile

LG Semi


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