Es ist: 13-04-2021, 20:28
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Die Geschichte von Tim und Lea- Kapitel 1
Beitrag #1 |

Die Geschichte von Tim und Lea- Kapitel 1
Die Abenteuer von Tim und Lea -Band1- Das magische Buch

Bevor ich mit dem ersten Kapitel beginne, schreibe ich noch etwas zu meinen Beweggründen. Man hat ja immer einen Hintergedanken, wenn man so ein Buch schreibt.

Grund des Schreibens:
So aber genug geplappert. Ich bin vielleicht nicht der beste Schreiber, aber in mir sprudelt es nur so vor Kreativen Ideen.

So jetzt habe ich genug über mich und meine Beweggründe erzählt. Kommen wir zum wichtigsten.

Kurze Inhaltszusammenfassung, damit ihr einen kurzen Einblick in meine Geschichte habt:
Bis hier dient alles nur der Information und zum groben Überblick meiner Geschichte. Der nachfolgende Text ist direkt zum bewerten da. Ich hoffe auf Konstruktive Kritik.

Die Abenteuer von Lea und Tim
Band 1: das magische Buch


Kapitel 1: Wo ist Onkel Theodor?

Es gibt wohl nichts auf der Welt was langweiliger sein könnte als eine lange Autofahrt.
Zumindest fühlte Lea so. Sie war ein aufgeschlossenes achtjähriges Mädchen, mit Schulterlangen dunkelblondem Haar und hellblauen Augen.
Wenn sie sich freute schienen ihre Augen zu strahlen, so hell wie die schönsten Sterne. So sagte es ihre Mutter immer.
Ihr Bruder heißt Tim und ist zwei Jahre älter als sie, also 10. Er war der Draufgänger in der Familie. Egal wie sehr die Eltern ihn auch tadelten, er musste immer irgendetwas dummes anstellen. Und es gab niemanden auf der ganzen Welt, der Lea so sehr Nerven konnte, wie ihr großer Bruder. Und so auch diesmal.

Er bewarf sie nämlich mit kleinen Papierbällchen, welche er aus seiner zerrissenen Zeitung gefertigt hatte. So ging es schon die ganze Zeit und die Eltern unternahmen nicht mal etwas dagegen.
Lea fühlte sich beleidigt und warf eine Handvoll Papierkügelchen zurück. „Nur weil dir langweilig ist, musst du es nicht an mir auslassen!“
„An wen denn sonst?“ erwiderte er grinsend und warf die nächste Kugel, welche Lea direkt am Kopf traf.
„Mama! Jetzt sag doch mal was! Tim benimmt sich wieder mal unmöglich!“
„Wir sind doch gleich da. Könnt ihr euch nicht noch so lange vertragen? Guckt euch doch noch ein wenig die Umgebung an. Solch einen finsteren Wald sieht man nicht alle Tage“

Und damit behielt sie Recht. Sie durchfuhren nämlich einen fast blattlosen Wald. An sich nichts ungewöhnliches im Herbst, aber dadurch das es schon langsam Nacht wurde und sich ein sanfter Nebel durch die Astwerke bahnte, hatte es doch etwas unbehagliches an sich. Die Zweige schienen wie lange Arme, die nur darauf warteten kleine Kinder zu schnappen, welche vom Weg abkamen. Im Moment war das Mädchen doch froh im sicheren Auto zu sitzen. „Wieso wohnt Onkel Theodor nur in so einer gruseligen Gegend?“ fragte sie schließlich. Ihre Mutter konnte es natürlich nicht wissen „Er ist eben sehr seltsam. Aber ein lieber netter Mensch. Du kannst dich sicherlich noch an ihn erinnern“
Lea zuckte mit den Achseln. Es war lange her. Sie wusste nur noch, das er irgendwie komisch war und gerne Märchen erzählte. Tim kannte ihn da noch besser.
„Ich kann mich noch an ihn erinnern. Er hat mir damals das Zeichnen beigebracht. Und ich habe ihm dafür gezeigt wie man richtig Fußball spielt.“ Glücklicherweise hatte er jetzt aufgehört seine Schwester zu ärgern, so das Lea sich sich in Ruhe Gedanken über ihren Onkel machen konnte. Soweit sie wusste war er ein Künstler. Er beherrschte vielerlei. Von der Musik, über die Kunst bis hin zu Taschenspieler Tricks. Und wie schon erwähnt war er ein guter Märchenerzähler. Doch so richtig konnte sie sich nicht mehr an ihn erinnern. Das letzte mal hatten sie ihn vor 3 Jahren gesehen und da kam er zu ihnen zu Besuch. Eigentlich war es gerade das erste mal das sie ihren Onkel besuchten. Doch das was sie sah übertraf ihre kühnsten Vorstellungen.

Inmitten dieses düsteren Waldes ragte plötzlich eine große Villa hervor.
Das Gebäude wirkte leicht verkommen und an einigen Stellen war das Gebäude unter Efeu völlig verdeckt. Aber dennoch war es ein beeindruckendes Bild. Genauso wie der riesengroße Park, der an dem Grundstück grenzte. „Wow, gehört das alles unserem Onkel?“ fragte Tim mit vor erstaunen weit geöffneten Augen. Fast alle waren geschockt, bis auf ihr Vater. Er kannte seinen Bruder gut genug und meinte „Lasst euch nicht austricksen. Soweit abseits von den Menschen ist die Miete billig und das Haus sieht sehr alt und beschädigt aus. So viel wird er hierfür nicht bezahlt haben. “
Das Tor stand bereits offen, so das sie ohne Probleme weiter fahren konnten, um ihr Auto unter einer Überdachung, die als Garage dienen sollte, abzustellen. Lea und Tim waren die ersten, welche sich ihre Koffer schnappten und eilig zur Tür rannten. Doch was war das? An der Tür hing ein Zettel. Neugierig nahm es das Mädchen ab, doch da sie nicht so gut lesen konnte, gab sie es lieber ihren Bruder, der es anschließend laut vorlas.

Wenn ihr das hier lest, bin ich leider noch nicht zurück von meiner Reise. Fühlt euch aber bitte so lange wie zu Hause. Das Essen steht im Kühlschrank und eure Zimmer sind schon gemacht. Und macht euch keine Sorgen. Ich bin bestimmt bald wieder zurück.
Euer Onkel Theodor

Lea und Tim blickten sich verwundert an. „Er ist auf Reise? Aber er hat uns doch eingeladen“
„Ist doch egal! Los komm schon, sehen wir uns das Haus an!“
Tim hatte bereits die Tür geöffnet und blickte auf den langen Flur. Das Gebäude war zwar nicht im bestem Zustand, aber dafür hatte Theodor es sehr schön dekoriert. Überall standen kleinere Figuren, Gemälde oder andere schöne Einrichtungsgegenstände. So zum Beispiel hatte er eine schön verzierte Lampen, die wie strahlende Sterne aussahen. An den Wänden hingen Bilder von seltsamen Tieren, die Lea noch nie gesehen hatte. Eines sah aus wie eine Mischung zwischen einem Eichhörnchen und einer Katze. Das andere bildete Affen mit Flügel ab, die ein kleines Mädchen sowie ein kleines schwarzes Hündchen durch den Himmel trugen und weiter hinten hing ein Gemälde von zwei mechanischen Maultieren.

Die beiden Kinder interessierten sich aber nicht für Bilder und stellten stattdessen ihre Koffer ab, um die restlichen Räume zu erkunden.
Die Eingangshalle war ziemlich groß und viele Türen führten zu unterschiedlichen Räumen. „Wohin sollen wir zuerst gehen?“ fragte Tim in größter Abenteurerlaune. Lea blickte sich um und zeigte dann zufällig in eine Richtung „Dort entlang möchte ich!“ erwiderte sie schließlich und Tim wählte genau die Tür auf der anderen Seite. „Ok, gehen wir hier lang!“ Das kleine Mädchen war so etwas schon gewöhnt und beschwerte sich nicht. Es hätte auch keinen Sinn gehabt. Sie betraten nun das Wohnzimmer. Der Raum wirkte wie der Rest des Hauses sehr alt, aber doch irgendwie auch gemütlich. Ein großer Kamin befand sich direkt an der Wand und in der Mitte des Raumes stand eine große Couch und zwei Sessel. Der Teppich unter ihren Füßen war so weich, das man sich selbst auf den Boden legen konnte. Wenn der Kamin erstmal an war, konnte man es sich hier bestimmt gemütlich machen. Aber bis auf diese Möglichkeiten sah es doch eher langweilig aus. Die Kinder suchten nun einen anderen Raum auf. Diesmal gelangten sie in die Küche. Onkel Theodor musste vor kurzen noch da gewesen sein, denn in seinem Abwasch stapelten sich noch ein paar Teller. Oder er hat schon sehr lange nicht gewaschen, was auch eine Möglichkeit wäre.
Nun kam auch ihre Mutter herein und meinte verwundert
„Seltsam oder? Warum sollte Theodor auf Reisen sein? Ich habe schon versucht ihn anzurufen, aber sein Handy ist aus.“
Die beiden Kinder wussten es auch nicht. Ihr Vater zuckte hingegen nur mit der Schulter „Er ist eben etwas verrückt. Macht euch mal keine Sorgen. Er wird schon noch kommen“

„Vielleicht sollten wir schon mal etwas Essen. Ich werde mal gucken, was euer Onkel vorbereitet hat“ schlug die Mutter vor.
Tim und Lea eilten nun zum nächsten Raum, welches ebenfalls ein Wohnzimmer war. Obwohl hier ein größerer Tisch stand. Und das erstaunliche war aber, das dieser die Form eines Zwerges hatte, der eine große Platte auf seinen Kopf trug. Sicherlich hatte das ihr Onkel selbst angefertigt. Da dieser Raum gut zum Essen geeignet war, halfen die Kinder beim Tischdecken. Auch wenn sie manchmal frech waren, das mithelfen im Haushalten haben sie beide schon früh gelernt. Und irgendwie machte es ihnen auch spaß. Schließlich saßen sie dann alle zusammen am Essentisch und unterhielten sich dabei über ihren Onkel, während sie nebenbei ihr Abendbrot aßen. Als sie fertig waren, untersuchten die Kinder das Haus weiter. Sie entdeckten noch das Bad, eine kleine Bibliothek, ein paar verschlossene Räume und eine große Treppe in die zweite Etage, welche sie auch empor gingen. Alles im Haus schien selbstgefertigt, selbst das Treppengeländer war gedrechselt und die Türen waren ebenfalls mit schönen Mustern graviert.

Nach weiteren suchen, fanden sie schließlich ihr Zimmer. Es war das schönste im ganzen Haus. Liebevoll eingerichtet, mit Elfenfiguren, wunderschönen Bildern von traumhaften Landschaften und die Decke bestand wieder aus einer Nachbildung eines Sternenhimmels. Doch das beste war das Doppelstockbett! Es war ebenfalls selbst angefertigt. Das erstaunliche war aber, das es sehr natürlich aussah. Sowohl die Rechte Seite des Bettes, als auch die Linke hatten die Form eines Baumes. Diese waren mit zweige Verbunden, die schließlich auch das Bett vollständig formten. Hier und da waren auch Kleinigkeiten dazu geschnitzt, wie Eichhörnchen oder ein kleines Vogelnest. Das ganze erscheinen war so unglaublich schön, das die beiden Kinder nur dastanden und das Bett bestaunten. Es war Tim, der sich als erster meldete „Ich schlafe oben!“ „Wieso du?“ protestierte Lea. „Na weil ich der Ältere von uns bin und bestimmen darf!“ „Wer sagt das? Ich will auch oben schlafen!“ protestierte das Mädchen weiter. Doch Tim wollte auch nicht nachgeben „Es ist mir egal, was du willst. Renn doch zu Mami und beschwer dich“ Doch so war Lea auch nicht. Sie wusste auch, das ihr Bruder das gar nicht mochte und dann würde es später nur anderen Ärger geben. Sie blickte ihn traurig an und meinte „Du weißt doch, das ich Angst habe....das hier ist ein fremdes Haus und wer weiß ob unter dem Bett nicht Monster sind. Oder Geister!“ Tim lachte und erwiderte „Guck doch nach, wenn du willst“ Das Mädchen schüttelte schnell den Kopf. Sie hatte wirklich Angst vor Geister und wendete sich deshalb beleidigt von Tim ab „Du bist so gemein!“ In ihrem Alter war es nur schwer seinen Ärger zu bändigen und sie musste sich alle Mühe geben keine Tränen deswegen zu vergießen. Tim würde sie dann nur noch mehr ärgern. Aber so böse war ihr Bruder auch wieder nicht. Er ging zu ihr und umarmte sie von hinten „Hey, ist doch gut. Wenn es dir wirklich so viel bedeutet, dann wechseln wir uns ab. Heute schläfst du oben und morgen ich. Ist das ein Angebot?“ Lea nickte und drehte sich dann um, damit sie ihn auch umarmen konnte. Danach waren alle Probleme wieder beseitigt. Tim blickte nun wieder ernster und erwiderte „Bleib du hier, ich hole unsere Taschen hoch“
„Nein, ich komme mit dir. Ich will hier nicht alleine sein“ erwiderte schüchtern das Mädchen und Tim musste wieder lachen „Du bist echt ein Angsthase!“ „Bin ich nicht!“ erwiderte Lea wütend, wohlwissend das es aber stimmte. Nachdem sie ihr Zimmer eingerichtet hatten und Mama und Papa einen Gutenachtkuss gegeben hatten, gingen sie wieder rauf auf ihr Zimmer und legten sich dort schlafen. Sie erzählten sich noch gegenseitig ein paar Geschichten, bis sie schließlich beide vor Müdigkeit einschliefen.


Das war der erste Streich, der zweite folgt sogleich.
Ich hoffe das war zum Anfang nicht zu viel. Da mein Buch insgesamt 165 Seiten hat, braucht es auch ein bisschen Zeit eb die Geschichte in Schwung kommt und es in Richtung Zauberland geht. Die ersten Kapitel dienen eher, die Figuren Tim und Lea vorzustellen, da mir später dafür die Zeit fehlte. Spannung kommt daher erst später richtig auf. Gut mehr wollte ich dazu nicht sagen. Bitte dankend um Kritik.

Mfg Jack


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Beitrag #2 |

RE: Die Geschichte von Tim und Lea- Kapitel 1
Hi Jack!

Von mir gibt es – entgegen meiner sonst üblichen Kommentar-Manier, keine ausführliche Detailkritik. Dafür gibt es etliche Gründe. Trotzdem möchte ich etwas zu der Geschichte sagen, und hoffe, dir damit nicht vor den Kopf zu stoßen. Es geht nicht gegen dich als Autor und meine Meinung ist nur eine von vielen, die du so ernst nehmen kannst, wie du möchtest. Wenn du andere Meinung bist, tritt den Kommentar in die Tonne Icon_wink

Ich habe zuerst die Geschichte gelesen und erst im Nachhinein deine Bemerkungen dazu. Lustigerweise musste ich bei dem Gemälde mit den fliegenden Affen, die ein Mädchen und einen Hund tragen, sofort an den Zauberer von Oz denken Icon_wink

Zitat: Etwas anderes was in diesem Buch einzigartig ist, liegt in der Geschichte selbst. Es gibt so gut wie keine Toten. Unglaublich aber wahr. Ich will an dieser Stelle ein wenig weiter gehen und habe mich gefragt "Ist es möglich ein spannendes Jugendbuch zu schreiben, ohne das ein einziges Wesen dabei sterben muss? Oder ist heutzutage Spannung=Gegner besiegen?
Um die Schlussfrage zuerst aufzugreifen: Spannung hat mit Gegner besiegen nicht das mindeste zu tun. Ein Kampf kann genauso langweilig sein wie eine Landschaftsbeschreibung. Ein Rätsel kann spannend sein, das Erforschen einer fremden Welt, ja, selbst ein Abendessen in der Familie kann spannend sein, wenn der Autor seine Charaktere in die passende Atmosphäre verfrachtet. Spannung ist mehr als »nur« Action.
Ich verstehe, was du meinst, aber ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass Jugendbücher vor Toten überschäumen … ich lese schon lange keine mehr, aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen.

Womit ich zum nächsten Punkt komme (auch hier bin ich kein Experte): Ein Buch mit einer Achtjährigen und einem Zehnjährigen in der Hauptrolle würde ich persönlich eher in der Kategorie »Kinderbuch« einordnen. Jugendlich wäre für mich ab 12-14. Und in Kinderbüchern ist ganz bestimmt nicht Kampf=Spannung. Da sind es Geister unterm Bett, verbotene Zimmer, eine entlaufene Katze, sprechende Tiere … würd ich zumindest mal sagen.


Zitat: Auch wenn ich auf Kämpfe nicht verzichten konnte. Ohne Kämpfe ist es nämlich nun wirklich fast unmöglich Spannung aufzubauen.
Das ist für mich – ich drück es mal so offen aus – Blödsinn. Ich bin nun weiß Gott kein großes Talent, wenn es um Spannung geht, aber gerade im »jungen« Bereich gibt es so viel mehr Möglichkeiten. Ich hab jetzt als Beispiel nur »Tintenherz«, wo zwar auch der ein oder andere Kampf vorkommt, aber Spannungsträger ist da etwas ganz anderes. Es gibt Verfolgungsjagden, Rätsel, Gefangennahme, Ausbruch, emotionale Konflikte … so viel, was gar nichts mit körperlicher Gewalt zu tun hat.
Gut, wichtig wäre, zu definieren, was ein »Kampf« ist. Wenn ich einem Einbrecher die Bratpfanne überziehe, wäre das für mich noch kein »Kampf«, erst wenn beide Seiten Gewalt anwenden.
Spannung entsteht auf viel mehr Ebenen als nur auf der einen, in der das leibliche Wohl direkt bedroht ist.
Mir selbst macht es nichts aus, wenn ein guter Kampf in der Geschichte vorkommt, aber ich finde es schade, dass du selbst zwar sagst, du willst gar keine Toten, keine besiegten Gegner, aber dann doch nicht auf Kampf verzichten willst.

Auch was du unter der Geschichte schreibst:
Zitat: Spannung kommt daher erst später richtig auf.
Warum soll denn das Erkunden eines alten, sehr merkwürdig eingerichteten Hauses NICHT spannend sein? Schatten, dunkle Ecken, Geheimverstecke, fremde Geräusche, Bilder, die lebendig aussehen, Elfenfiguren, die zu tanzen scheinen, wenn man nicht hinsieht, sich verrückende Gegenstände …
Im Moment sind deine Beschreibungen tatsächlich nicht allzu spannend, weil du die Räume recht lieblos nacheinander abhandelst. Du erwähnst die besonderen Dinge nur, ohne dass deine Protagonisten sich mit ihnen beschäftigen und auseinandersetzen. Statt alle Räume kurz zu erwähnen könntest du zum Beispiel den Tisch oder eines der Bilder besonders hervorheben.
Lea setzt sich unter den Tisch, fährt mit den Fingern die Schnitzereien nach, das Holz fühlt sich warm unter ihren Fingern an. Die Zwergenschnitzerei wirkt so echt, dass sie das Gefühl hat, sie würde beobachtet … Vielleicht macht sie sich Gedanken, dass der Zwerg guckt, als würde ihm die Last des Tisches Schmerzen bereiten oder sowas.
Auch solche Dinge machen Spannung aus. Zeig dem Leser nicht nur die Szenen, sondern lass ihn spüren, dass da was in der Luft liegt, dass sich dahinter mehr verbirgt als ein merkwürdiger alter Onkel Theodor Icon_wink

Das ist auch der Hauptkritikpunkt, der mir beim Lesen durch den Kopf ging – vor allem die Autofahrt wirkt sehr … lieblos gestaltet, beliebig. Bisher bleibt das Bild der beiden Kinder noch blass, wie du auch in deiner Zusammenfassung schreibst: Sie sind zwei ganz normale Kinder, die sich durch nichts Individuelles auszeichnen. Natürlich müssen sie nicht total durchgeknallt sein, aber jedes Kind hat doch irgendetwas, das es auszeichnet, eine Besonderheit. Ob das nun so eine neunmalkluge Art ist, mathematisches Verständnis oder ein Teddy, der immer mitgeschleppt wird.
Wenn Lea zum Beispiel Angst vor Geistern hat, dann lass sie das schon bei dem Wald denken. Lass sie die Nebelschwaden nicht als Nebelschwaden sehen, sondern als Geisterfinger. Vielleicht will sie zuerst nicht in das Haus rein, weil in so einem alten Haus bestimmt Geister leben. Gib dem Text dadurch eine persönliche Note Icon_wink
Neben den Kindern gehen die Eltern dann vollständig unter. Sie sind nur Beiwerk, das ab und zu mal etwas Erwachsenes sagt. Sie agieren nicht mit den Kinder. Selbst wenn es für Lea und Tim uninteressant ist, sollten die Eltern nicht in Vergessenheit geraten. Sie könnten am Anfang die Kinder zurecht weisen, dass nichts kaputtgemacht werden darf, dass sie sich von fremden Zimmern fernhalten sollen. Sie könnten drüber reden, wo Theodor wohl ist, selbst wenn du es nur als Nebensatz erwähnst: »Während ihre Eltern sich über den Onkel unterhielten, nutzen Lea und Tim die Gelegenheit und stahlen sich davon, um das Haus genauer unter die Lupe zu nehmen« …

Gegen Ende hin wird es besser, da kommt man den Kindern nähe. Vor allem den Streit ums Hochbett finde ich sehr süß, dass Tim dann doch einlenkt und diesen Wechsel vorschlägt. Da spürt man zum ersten Mal zwischen ihnen, dass doch nicht nur Zank existiert.
Da du ja vorhast, die beiden zusammen in eine Zauberwelt zu schicken, sollte diese Verbundenheit vielleicht schon früher entstehen. Das können kleine Gesten sein: Lea fürchtet sich vor dem Haus, Tim ärgert sie damit, nimmt sie dann aber doch an der Hand und führt sie rein.
Ich finde es wichtig, dass die Geschwisterliebe schon so früh wie möglich gezeigt wird – es sei denn natürlich, das ist ein Aspekt, der sich erst auf ihrer Zauberlandreise entwickeln soll. Dann vergiss, was ich geschrieben hab Icon_wink

Ich bin weder die Alterszielgruppe noch mag ich Real/Fantasy-Vermischungen mit Reisen in eine Fantasywelt. Daher würde eine detailliertere Kritik von mir keinen Sinn machen. Wenn ich mit dem Thema nicht warm werd, bringt das niemandem was Icon_wink Aber die von mir angesprochenen Punkte fand ich einfach wichtig.

Weiterlesen werde ich nicht, eben aus diesem Grund. Aber ich hoffe, dass du noch den ein oder anderen Leser findest, der sich von Genre und Schreibstil stärker angesprochen fühlt, als ich es tue.

Gute Werbung hier im Forum ist es auf jeden Fall, wenn man selbst die Geschichten anderer liest und kommentiert. Nebenbei lernt man dabei auch viel über das Schreiben.

Falls noch Fragen sind, steh ich natürlich jederzeit zur Verfügung Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #3 |

RE: Die Geschichte von Tim und Lea- Kapitel 1
(06-10-2011, 12:58)Lanna schrieb: Hi Jack!

Von mir gibt es – entgegen meiner sonst üblichen Kommentar-Manier, keine ausführliche Detailkritik. Dafür gibt es etliche Gründe. Trotzdem möchte ich etwas zu der Geschichte sagen, und hoffe, dir damit nicht vor den Kopf zu stoßen. Es geht nicht gegen dich als Autor und meine Meinung ist nur eine von vielen, die du so ernst nehmen kannst, wie du möchtest. Wenn du andere Meinung bist, tritt den Kommentar in die Tonne Icon_wink

Jeder Kommentar ist erstmal besser als gar keiner und ich habe keine Problem Kritik zu ertragen. Nur so wird man besser.

(06-10-2011, 12:58)Lanna schrieb: Ein Buch mit einer Achtjährigen und einem Zehnjährigen in der Hauptrolle würde ich persönlich eher in der Kategorie »Kinderbuch« einordnen. Jugendlich wäre für mich ab 12-14. Und in Kinderbüchern ist ganz bestimmt nicht Kampf=Spannung. Da sind es Geister unterm Bett, verbotene Zimmer, eine entlaufene Katze, sprechende Tiere … würd ich zumindest mal sagen.
Es stimmt schon, das meine beiden Protagonisten recht jung sind, aber ich hatte auch vor, die Fortsetzungen im zwei Jahres Rhytmus zu schreiben. Also das sie im nächsten Band 10/12 und danach 14/16 sind. Ich glaube ich schraube das alter aber doch eine Stufe nach oben. Dann würden wir im dritten Band bei 16/18 rauskommen, was denke ich mal auch in Ordnung ist. Für ein Kinderbuch wird die Geschichte aber zu lang und zu verworren. Ich muss da vielleicht eine Zwischenlösung finden

(06-10-2011, 12:58)Lanna schrieb: Es gibt Verfolgungsjagden, Rätsel, Gefangennahme, Ausbruch, emotionale Konflikte … so viel, was gar nichts mit körperlicher Gewalt zu tun hat.
Habe ich in meiner Geschichte auch drinne. Kämpfe sind eigentlich nur Zwischenlösungen und es kommen genau genommen nur zwei Kämpfe vor. Wobei der eine am Ende und somit das Ende der Geschichte ist.

(06-10-2011, 12:58)Lanna schrieb: aber ich finde es schade, dass du selbst zwar sagst, du willst gar keine Toten, keine besiegten Gegner, aber dann doch nicht auf Kampf verzichten willst.
Klingt nicht ganz konsequent, aber ich habe mir nur zum Ziel gesetzt, das kein Lebewesen zu Tode kommt. Gänzlich auf Kämpfe zu verzichten ist sehr schwer.
(06-10-2011, 12:58)Lanna schrieb: Im Moment sind deine Beschreibungen tatsächlich nicht allzu spannend, weil du die Räume recht lieblos nacheinander abhandelst.
[...] Zeig dem Leser nicht nur die Szenen, sondern lass ihn spüren, dass da was in der Luft liegt, dass sich dahinter mehr verbirgt als ein merkwürdiger alter Onkel Theodor Icon_wink
Werde ich mir zu Herzen nehmen und verändern. Der Abschnitt hat mir sehr geholfen. Ich glaube ich haste wirklich zu sehr durch. Im Grunde sollte das alles nur als Einführung dienen und ich wollte schnell in das Zauberland kommen, wie ich aber merke, wer der Gedanke grundauf falsch.

(06-10-2011, 12:58)Lanna schrieb: Ich finde es wichtig, dass die Geschwisterliebe schon so früh wie möglich gezeigt wird – es sei denn natürlich, das ist ein Aspekt, der sich erst auf ihrer Zauberlandreise entwickeln soll. Dann vergiss, was ich geschrieben hab Icon_wink
Nein, der erste Abschnitt dient eigentlich wirklich nur dazu, ihr Beziehung aufzubauen. Daher muss ich das auch noch etwas ausbauen und verfeinern. Du hast mir zumindest ziemlich gute Anregungen gegeben. Meine Überarbeitung wird dann (hoffentlich)durchaus besser.

(06-10-2011, 12:58)Lanna schrieb: Weiterlesen werde ich nicht, eben aus diesem Grund. Aber ich hoffe, dass du noch den ein oder anderen Leser findest, der sich von Genre und Schreibstil stärker angesprochen fühlt, als ich es tue.
Ich danke trotzdem für den Kommentar, weil ich nun weiß wo meine Fehler liegen. In der zweiten Version sieht es hoffentlich anders aus.
Obwohl ich immer noch das Problem habe, das meine Zielgruppe recht jung ist. Das macht es generell immer ein wenig schwer passende Leser zu finden.
(06-10-2011, 12:58)Lanna schrieb: Gute Werbung hier im Forum ist es auf jeden Fall, wenn man selbst die Geschichten anderer liest und kommentiert. Nebenbei lernt man dabei auch viel über das Schreiben.
Sobald ich wieder Zeit habe, werde ich das sicherlich auch tun.Momentan werde ich aber eher ein wenig ruhiger im Forum sein. Gerade umgezogen und Studienbeginn. Sobald sich wieder alles einpendelt, arbeite ich an meine Sandgeschichte(wird langsam knapp) und danach beginne ich dann gleich mit der Überarbeitung dieser Geschichte bzw. bin wieder richtig im Forum aktiv.

Nochmals Danke für deinen Post, er hat wirklich sehr geholfen.

Mfg Jack Kabocha





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