Es ist: 23-02-2020, 21:05
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Die Lehrwerkstatt
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Die Lehrwerkstatt
Ihr habt euch verlaufen. Euer Spaziergang durch die Skriptoriumsallee mit mächtigen Prachtbauten wie dem Geschichtenatelier und filigran-verspielten Adressen wie den Lyrikatelier habt ihr hinter euch gelassen und seid in die Untiefen der literatopischen Wohn- und Arbeitsviertel geraten.
Ihr entdeckt ein kleines Häuschen, etwas ab vom Weg. An der Pforte hängt ein Schild: "Neueröffnung!"
Neugierig tretet ihr näher. "Federlehrlings Lehrwerkstatt", steht dort. "Gäste stets willkommen!"
Ihr tretet ein und findet euch in einer kleinen Kammer voller Tische und Regale wieder, auf denen sich allerlei Geschreibsel findet: ordentliche Blätter mit Geschichten, mal ganz kurz, mal etwas länger, und chaotische, auf denen sich zusammengeknülltes Papier und zerbrochene Federkiele mit Tintenpfützen um die Vorherrschaft streiten. Hinter einem der Regale kommt der Lehrling zum Vorschein und stellt sich kurz vor.
"Hier kennt man mich unter mehreren Namen. Federlehrling zum Beispiel, in gewissen Publikationen auch F. Lehrling, F. Ederlehrling, - vornehmlich - kurz Lehrling (und, von einzelnen Personen ganz vereinzelt - ich will's trotzdem nicht verschweigen - Lehrlingsmodkrieger Icon_ugly)."
"Aber Namen sind Schall und Rauch, denn in einem anderen Leben kann man durchaus auch ganz anders heißen! Und ein solches Leben habe ich auch. Dieses andere Leben führe ich in Münster. Noch bin ich Student, doch das Studienende ist in Sicht. Was nach einem Hoffnungsschimmer aussehen mag, ist für mich jedoch eher ein bedrohlicher Schatten am Horizont. Einmal, weil es sich um die Erste juristische Prüfung handelt, die für sich genommen schon schlimm genug ist, zum anderen, weil noch so ungewiss ist, was dann. Bevor die Frage kommt - Schriftsteller werde ich ganz sicher nicht Icon_wink"
Der Lehrling geht zwischen den Tischen umher.
"Mit der Schreiberei habe ich erst im Dezember 2009 angefangen. Nicht ohne Starthilfe: Der Weltenwanderer erzählte davon, dass er hier schreibe. Daraufhin habe ich in ein bisschen geblättert und geschmökert und wie von selbst schrieb sich des Abends eine Geschichte, und am nächsten Tag - dem Nikolaustag 2009 - folgten mein Weg zum literatopischen Einwohnermeldeamt und die stolze Präsentation meines Erstlingswerks."
Er zuckt mit den Schultern.
"Tja, so ist das eben, man kommt, man bleibt ..."

Ihr geht noch einmal um die Tische herum und blättert durch die Papiere.
Steine - Das Erstlingswerk. Eine kurze Fantasygeschichte um einen ungläubig-gläubig-besessen Suchenden.
Klöppelspitzen - Der zweite Wurf. Eine Geschichte über eine junge Frau, die im Rahmen des Dritten Literatopia-Schreibwettbewerbs zum Thema "Winter" entstanden ist.
Azurblau, mit Weiß - Mein Beitrag zum Vierten Literatopia-Schreibwettbewerb (Thema: Fassade). Reflexionen eines Mannes, nicht auf Rosen gebettet.
Die Causa Wartenberg (Teil 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8) - Der Beginn einer Krimi/Thriller-Geschichte, noch unvollendet. Ein verschrobener Journalist unter Mordverdacht.
Schwelbrand (1923) - Ein Teil aus Dreadnoughts Countdown. Eine gemeinsame Geschichte, die mit dem Gedanken spielt, was wäre, wenn ...? Ein Paralleluniversum, das genau aussieht wie unsere Erde, nur dass die Geschichte gelegentlich andere Wege geht.

Bevor ihr geht, blättert ihr noch einige zerknüllte Blätter auf.
"Da nicht so genau hinsehen! Nichts Veröffentlichungsreifes dabei!", warnt euch der Lehrling vor.
Eine Geschichte klassischer High Fantasy findet sich da, über einen jungen Magus namens Arlon, der in eine so mörderische wie sinnlose Kriegsmaschinerie hineingerät. Der Stärkste ist er nicht, und schon fidnet er sich im verlorenen Haufen in der ersten Reihe wieder ...
"Nee, das war nichts", schüttelt der Lehrling den Kopf. "Ich habe ihn nicht auf interessante Weise aus dem Getümmel gezogen bekommen, und letzten Endes hatte ich auch keine zündende Idee, was danach mit ihm passieren sollte ..."
Einige flüchtige Notizen fallen euch in die Hände.
"Ach das! Ja, das war eine andere Fantasy-Idee. Ein ganz grobes Mythologiekonzept hatte ich entworfen, kaum mehr als ein erstes Brainstormen, aber an den Details und der für Glaubwürdigkeit erforderlichen Fülle ist die Umsetzung gescheitert. Dümpelt noch durch meinen Hinterkopf. Irgendwann vielleicht ..."
Dann findet ihr eine Geschichte, die auf den ersten Blick ebenfalls nach Fantasy aussieht.
"Phantastik, eher. War aber ziemlich 08/15, vorsichtig formuliert. Auch da fehlte mir letztlich die Geschichte, die ich schreiben wollte."
Schließlich blättert ihr durch den Beginn eines Krimi-Thriller-Entwurfs, irgendetwas mit einer Nadel am Revers.
"Gerade bei Krimis und Thrillern sollte man zumindest grobe Vorstellungen vom Plot haben. Vielleicht irgendwann. Wenn dann nicht die Wartenberg-Geschichte zu viele Parallelen aufweist ...

Irgendwie gelingt es euch, die den munter plappernden Lehrling wieder loszuwerden und euch vor die Tür der Werkstatt zu retten, doch schon winkt euch ein Nachbar herein und zerrt euch zu seiner Wirkungsstätte ...

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