Es ist: 17-04-2021, 22:22
Es ist: 17-04-2021, 22:22 Hallo, Gast! (Registrieren)


Brüder
Beitrag #1 |

Brüder
Hallöchen! Wave

"Brüder" ist eine Kurzgeschichte aus Evaydon, ein Fantasyland das ich im Zuge einer länger währenden Geschichte entworfen habe... Die Story ist eigentlich eine, in Evaydon weit verbreitete Sage, desshalb ist sie auch etwas kürzer und vielleicht ein bisschen oberflächlicher... naja... Icon_smile Ich hoffe trotzdem, dass ihr euch ein bisschen damit anfreunden könnt! Icon_lol

-Brüder-


„Dojin?“ Das leise Rauschen des Windes in den Blättern machte ihn langsam müde. „Mmh?“ Warmer Sonnenschein, der in das saftige Gras leuchtende Muster malte. Wie gut sich die Gräser unter Jadamans Händen anfühlten. Wie richtig. „Du schläfst doch nicht etwa ein, Bruderherz? So bemerkst du doch niemals, wenn einer anbeißt.“ Dojin lachte leise, ein wohliger Laut, tief aus seiner Kehle. „Du hast recht. Dann gibt’s halt keinen Fisch zum Abendessen.“ Die Zeltplane knisterte leise unter den streichelnden Fingern des Luftzugs. Wie still es war. Nur fern oben im strahlenden Grün der Bäume sangen Vögel ihnen ein fremdsprachiges Wiegenlied. Zwischen den Laubkronen konnte man die weiße Steilwand des Fels- Plateaus erahnen.
Jadaman sah hinüber zu seinem Zwillingsbruder. Er lag auf dem Rücken im Gras, hatte die Augen geschlossen, atmete langsam und tief. Jadaman schweifte mit dem Blick weiter. Der See vor ihnen glitzerte verlockend, wie ein Edelstein, nur so viel schöner. Dojins Angelschnur trieb träge im Wasser, hüpfte mit den kleinen Kräuseln auf und ab. Jadaman genoss diesen Moment der Ruhe. Ein Angelausflug in den Wald. Was für eine gute Idee. Natürlich von seinem Bruder. Er blinzelte müde. Wie schläfrig er plötzlich war.
„Darf ich dir ein Geheimnis verraten?“ „Mmh, klar.“ „Ich möchte dir was zeigen.“ Allein bei dem Gedanken daran verflog Jadamans Müdigkeit wie ein aufgescheuchter Vogel. Er stand auf, klopfte sich Gras und Blätter von der Hose und lief zum Zelt hinüber.
Er brauchte nicht lange, bis er die Schatulle in Händen hielt und sie mit hinaus auf die Wiese brachte. Ein unscheinbares Holzkästchen. Milde interessiert öffnete Dojin die Augen und rollte sich auf die Seite. „Was ist das?“ Langsam zog er es naher zu sich heran und öffnete den Schnappverschluss.
„Du bist verrückt!“, entfuhr es ihm erschrocken, als er erkannte was in dem Kästen lag, sauber eingebettet wie ein kostbarer Schatz. Vorsichtig vor Ehrfurcht strich Dojin mit den Fingern über das glänzende Metall der Pistole. „Wie bist du da rangekommen? Du hast keinen Waffenschein, das ist rechtswidrig!“ Jadamans Augen schienen seinen Bruder auszulachen. Na und? Sie ist wunderschön! „Ich hätte so gerne auch eine.“ Neid sprach aus Dojins Stimme, und seltsamer Weise verspürte Jadaman eine befriedigende Genugtun. „Sie ist hübsch, nicht wahr? Hab ich von einem fahrenden Händler gekauft. Du glaubst kaum, was die so unter der Hand verscherbeln.“ Er lächelte und schloss den Deckel wieder. „Wir können sie ja irgendwann einmal ausprobieren, Tiere jagen oder so.“ Dojin zog scharf die Luft ein. Er sah aus, als hätte er sie lieber sofort in die Hände genommen. „Ist die geladen?“ „Na klar.“
Sie ließen sich beide wieder ins Gras fallen und lauschten den Geschichten, die ihnen der Wald erzählte, ein Meer aus verwobenen Tierrufen und leisem Ächzen der Bäume.
„War doch irgendwie vorher zu sehen, oder?“ Nervös begann Jadaman die Grashalme neben ihm zu entwurzeln. „Unsere Eltern... das war schon immer so, mich mögen sie einfach nicht. Bin nicht der Musterschüler. Nicht der Vorbildssohn.“ „Ich wünschte, ich könnte sie umstimmen.“ Dojins Stimme war samtweich und mitfühlend. Bei Varv, wie er dieses Mitleid hasste. „Du wirst alles erben. Und ich... mich werden sie auf irgend ein Gut absetzt, wie ein verfluchter Landadel.“ Er verzog das Gesicht. „Und Claha...“ Für einen Moment hing Stille in der Luft. Selbst dem Wald schien keine Entgegnung darauf einzufallen. Wie sehr sich Jadaman doch nach diesem Mädchen sehnte. Er hatte gehofft, sich mit dem Gedanken abfinden zu können, dass sie den Erben heiraten würde. Nicht anfreunden. Nur abfinden. Doch das konnte er nicht.
Ja, der Erbe des Geschlechts von Checis. Sein Zwillingsbruder.
Nicht er.
Missmut stieg in ihm auf. Sie brannte wie ätzende Säure in seinem Herz. Natürlich sein Bruder. Er starrte auf den spiegelglatten See um seine Eifersucht zu ertränken.
Plötzlich zuckte er zusammen. Dojins Angelschnur hatte begonnen zu tanzen, mit einem Ruck spannte sie sich und begann die Angel aus ihrer Halterung zu lösen. „Einer hat angebissen, schnell!“
Mit zwei Sätzen waren sie am Ufer, Jadaman packte die Angel, bevor sie in die Untiefen des Sees gerissen werden konnte und zog heftig. Dojin ging vor der Seeoberfäche in die Knie, er würde den Fisch packen, bevor er sich vom Haken befreien konnte. Ein dunkler Schatten näherte sich den Brüdern, ein verschwommener Fleck unter dem aufgewühlten Kristallspiegel. Glänzendes Weiß, geleitet durch die Schnur, ein Marionettenspiel bei dem sie am längeren Hebel saßen.
Nein.
Etwas war falsch.
So als würde das Ding der Schnur folgen.
Sich an ihr entlang hangeln.
Und dann ging alles viel zu schnell.
Eine weiße, farblos fleischige Hand schoss aus den Untiefen, bekam Dojin am Knöchel zu fassen und riss, brachte ihm aus dem Gleichgewicht. Jadaman ließ die Angel fallen, stolperte fluchtartig zurück, strauchelte und stürzte ins Gras. Ein runzliger Kopf schob sich aus dem Wasser, leichenblass, schnappte mit seinen scharfen Fischzähnen nach Dojin, zog und zerrte an ihm. Jadamans Ohren schmerzten von den Schreien seines Bruders, blind tastete er um sich, stieß die kleine Holzkiste um, der Revolver rutschte hinaus, er packte ihn, ließ in beinahe wieder fallen. Dojin war zur Hälfte in den See gezogen worden, seine nach Halt suchenden Finger hinterließen tiefe Furchen im Gras. Blanke Panik schimmerte in seinen Augen wie Fieberglanz. Es hat UNS geangelt! „Erschieß es, erschieß es!!!“ Jadaman hatte sich zur Hälfte aufgerichtet, seine Hand zitterte unkontrolliert als er den Arm hob und auf das schrecklich bleiche Ding, halb Mensch halb Fisch, zielte, dass sich über seinen Bruder geworfen hatte, um ihn mit aller Gewalt ins Wasser zu zwingen. „TU WAS!!“
Erstickte Schmerzenslaute.
Grässliches Reißen, als würden die Krallen des Untiers Haut zerfetzen.
Blut.
Wie langsam die Zeit verging. Als hätte die Welt angehalten. Jadamans Herz spielte verrückt, seine Sicht knickte weg, halb blind durch die Nebelschleier auf seinen Augen.
Natürlich sein Bruder.
Er hörte das Blut in seinen Ohren rauschen, Flüsse, Meere.
Spürte sein Herz pulsieren.
Seine Hand zittern.
Er starrte Dojin in die Augen. Sah direkt hinein, in den leeren Tunnel aus Verzweiflung und Todesangst.
Sein Zwillingsbruder.
Nicht er.

Jadaman ließ die Waffen sinken.
Unendliches Bedauern sprach aus seiner Stimme. Mitgefühl, bittersüßer als Gift, bevor Dojin in den dunklen Tiefen des kristallenen Sees verschwand.

„Ich habe keinen Waffenschein.“


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Beitrag #2 |

RE: Brüder
Hallo und herzlich Willkommen Lilia!
Eine Geschichte, die zu einer Sage wurde. Aha. Klingt so, als würde uns etwas sehr Großes erwarten, denn eine Sage entsteht ja nicht aus jedem Kuhklecks. Icon_wink
Vorneweg zwei Dinge:

1. Sollte der Kommentar eher negativ ausfallen - wovon ich mal ausgehe, da ich sehr kritisch bin und es wenige Autoren gibt, die mit einem Erstlingswerk überzeugen können - so möchte ich dich bitten, dies nicht persönlich zu nehmen. Mir geht es allein um das Werk. Der Kommentar soll dir Fehler aufzeigen sowie Möglichkeiten dich zu verbessern. Und das wollen wir ja alle. Icon_wink

2. Ich lese und kommentiere die Geschichte jetzt komplett, weil Kommentier-Wettbewerb ist und neue Geschichten dafür gerne genommen werden. Normalerweise würde ich eine so unformatierte Geschichte nach wenigen Sätzen abbrechen. Daher der Hinweis: Bitte formatiere den Text leserfreundlich!
Soll heißen: Absätze! Vor jedem Sprecherwechsel einen, sonst verliert man sehr schnell den Überblick, was dann das Lesen unnötig anstregend macht.

Nun aber:

Zitat:Die Story ist eigentlich eine, in Evaydon weit verbreitete Sage, desshalb ist sie auch etwas kürzer und vielleicht ein bisschen oberflächlicher... naja... Icon_smile Ich hoffe trotzdem, dass ihr euch ein bisschen damit anfreunden könnt! Icon_lol
-- Warum gibst du ihr denn keine Tiefe? Immerhin stellst du es als eigenstehende Geschichte vor.

Zitat:-Brüder-
-- An der Titelwahl würde ich noch etwas arbeiten. So sagt der Titel gar nichts. Deine Brüder haben ja nicht mal einen Namen. Bedeuten sie dir als Autoren so wenig?

Zitat:„Dojin?“ Das leise Rauschen des Windes in den Blättern machte ihn langsam müde. „Mmh?“
-- Hier gehts schon los? Wer ist nun "ihn"? Dojin oder ein anderer? Ich persönlich bin auch kein Freund von Geschichten, in denen Chraktere nur mit einem Personalpronomen eingeführt werden.

Zitat:Warmer Sonnenschein, der in das saftige Gras leuchtende Muster malte.
-- Man könnte ruhig ein paar Adjektive weglassen. Wenn Gras ohne Adjektiv da steht, sehen die meisten Menschen eh saftig, grünes. Ebenso die Sonne. Da er döst, wird es wohl warm sein und die Sonne ist eh immer warm. Wenn Adjektive, dann gewählte und vielleicht auch außergewöhnliche.

Zitat:Die Zeltplane knisterte leise unter den streichelnden Fingern des Luftzugs.
-- Hier ebenso. Knistern ist selten laut, das wäre dann schon prasseln. Statt Luftzug, der ja eher etwas mit Zugluft, also einem Wind innerhalb von Räumen zu tun hat, wäre hier Wind/Brise passender gewählt.

Zitat:Wie still es war. Nur fern oben im strahlenden Grün der Bäume sangen Vögel ihnen ein fremdsprachiges Wiegenlied.
-- Wiegenlied? Klingt als wären sie kleine Kinder. Ist das beabsichtigt?

Zitat: Zwischen den Laubkronen konnte man die weiße Steilwand des Fels- Plateaus erahnen.
-- Wir haben eigentlich Sonne und Gras, dazu ein paar Bäume. In Ordnung. Nun blitzt die Wand aber nur vereinzelt durch die Bäume. Wie kann dann die Sonne auf den Boden gelangen?
Was ich sagen will, dein Setting wird mir nicht deutlich.

Zitat:Jadaman sah hinüber zu seinem Zwillingsbruder. Er lag auf dem Rücken im Gras, hatte die Augen geschlossen, atmete langsam und tief. Jadaman schweifte mit dem Blick weiter.
-- Hier wechselst du mir zu abrupbt. Bisher waren wir ja bei Dojin, oder?
Die Information, das Dojin im Gras liegt und döst, hätte übringes viel besser an den Anfang gepasst. Schließlich fragt er dort: Schläfst du?

Zitat:Der See vor ihnen glitzerte verlockend, wie ein Edelstein, nur so viel schöner.
-- Schöner als ein Edelstein? Dann wird man ja blind. Icon_wink

Zitat:„Darf ich dir ein Geheimnis verraten?“ „Mmh, klar.“ „Ich möchte dir was zeigen.“
-- Bezug?

Zitat:Allein bei dem Gedanken daran verflog Jadamans Müdigkeit wie ein aufgescheuchter Vogel.
-- Warum? So spektakulär war die Aussage jetzt nicht, dass Müdigkeit einfach so verpufft.

Zitat:Er stand auf, klopfte sich Gras und Blätter von der Hose und lief zum Zelt hinüber.
Er brauchte nicht lange, bis er die Schatulle in Händen hielt und sie mit hinaus auf die Wiese brachte. Ein unscheinbares Holzkästchen. Milde interessiert öffnete Dojin die Augen und rollte sich auf die Seite.
-- ?? Ich dachte, die Frage wäre von Dojin gekommen. Jadaman war doch so müde, da passt es für mich nicht recht, dass er plötzlich aufspringt und das Kästchen holt. Auch hier würden Absätze waren Wunder wirken.

Zitat:„Du bist verrückt!“, entfuhr es ihm erschrocken, als er erkannte was in dem Kästen lag, sauber eingebettet wie ein kostbarer Schatz.
-- Kasten oder Kästchen.

Zitat:Vorsichtig vor Ehrfurcht strich Dojin mit den Fingern über das glänzende Metall der Pistole.
-- Kann man das so sagen? Klingt seltsam. Eher "vorsichtig" oder "ehrfürchtig"

Zitat:„Wie bist du da rangekommen? Du hast keinen Waffenschein, das ist rechtswidrig!
-- Erneut die Frage, wie alt deine Brüder sind. Ich schätze mal Teenager, oder so, dann finde ich diese Reaktion schon ziemlich unpassend.

Zitat:Jadamans Augen schienen seinen Bruder auszulachen. Na und? Sie ist wunderschön! „Ich hätte so gerne auch eine.“ Neid sprach aus Dojins Stimme, und seltsamer Weise verspürte Jadaman eine befriedigende Genugtun.
-- Eben noch kritisiert er seinen Bruder, nun will er selbst eine? Das widersprichst sich.
-- Sollte der kursive Teil nicht eher wörtliche Rede sein?
-- Genugtuung.

Zitat:„Sie ist hübsch, nicht wahr? Hab ich von einem fahrenden Händler gekauft. Du glaubst kaum, was die so unter der Hand verscherbeln.“
-- Hab' oder habe ich von einem der fahrenden Händler (es gibt bestimmt mehrere) ...

Zitat:„War doch irgendwie vorher zu sehen, oder?“
-- vorherzusehen

Zitat:Nervös begann Jadaman die Grashalme neben ihm zu entwurzeln. „Unsere Eltern... das war schon immer so, mich mögen sie einfach nicht. Bin nicht der Musterschüler. Nicht der Vorbildssohn.“
-- Woher kommt jetzt dieser Stimmungs- und Gedankenumschwung? Und was ist jetzt vorherzusehen gewesen? Der Waffenkauf? Weil die Eltern ihn nicht mögen? Ich stehe auf dem Schlauch. Icon_confused
-- Vor Auslassungspunkten kommt übrigens ebenfalls ein Leerzeichen, außer du brichst das Wort direkt ab, dann schließen sie direkt ab.

Zitat:„Du wirst alles erben. Und ich... mich werden sie auf irgend ein Gut absetzt, wie ein verfluchter Landadel.“
-- absetzen (wie meinst du das?)
-- Ein Landadel gibt es nicht. Enweder einen Landadligen oder der Landadel. Das ist übrigens nichts Schlechtes. Icon_wink

Zitat:Missmut stieg in ihm auf. Sie brannte wie ätzende Säure in seinem Herz.
-- er, denn der Missmut. Wobei wäre Unwillen, Ärger oder Ähnliches nicht passender? Zorn? Es brennt schließlich, denn sein Bruder bekommt das Erbe und das Mädel.

Zitat:Natürlich sein Bruder. Er starrte auf den spiegelglatten See um seine Eifersucht zu ertränken.
-- Da waren vorhin noch Wellen.

Zitat:Ein dunkler Schatten näherte sich den Brüdern, ein verschwommener Fleck unter dem aufgewühlten Kristallspiegel. Glänzendes Weiß, geleitet durch die Schnur, ein Marionettenspiel bei dem sie am längeren Hebel saßen.
-- schön beschrieben. Pro
-- *korinthenkack* das dunkel vor Schatten könnte weg, denn Schatten sind ja per se dunkel. Icon_wink

Zitat:Eine weiße, farblos fleischige Hand schoss aus den Untiefen, bekam Dojin am Knöchel zu fassen und riss, brachte ihm aus dem Gleichgewicht.
-- Dojin steht im Wasser, da er den Fisch fassen will, bestimmt mindestens knietief. Da brauchst die Hand nicht aus dem Wasser zu kommen, um ihn zu fassen. Icon_wink
-- Das widerspricht sich etwas, denn das eine ist heftig, sie reißt ihn mit sich!, das andere hingegen schaffst du schon mit einem Schuppser. Also eher ersteres!

Zitat:Jadaman ließ die Angel fallen, stolperte fluchtartig zurück, strauchelte und stürzte ins Gras.Ein runzliger Kopf schob sich aus dem Wasser, leichenblass, schnappte mit seinen scharfen Fischzähnen nach Dojin, zog und zerrte an ihm.

-- Liegt Dojin nun im Wasser? Zeitlich ist die Abfolge etwas unklar, denn logischerweise würde ich die Hand, dann den Kopf und dann erst die Flucht von Jada setzen, denn diese dauert länger als eine Sekunde. Wäre die erste Reaktion nicht, seinem Bruder zu helfen? Schließlich sind sie Zwillinge.

Zitat:Dojin war zur Hälfte in den See gezogen worden, seine nach Halt suchenden Finger hinterließen tiefe Furchen im Gras.
-- ? Der ist noch am Seeufer? Wie wollte er denn bitte den Fisch fangen?

Zitat:Blanke Panik schimmerte in seinen Augen wie Fieberglanz.

-- too much! Der Fokus sollte auf der Panik liegen, da brauchst du keinen Vergleich mehr.

Zitat:Es hat UNS geangelt!
-- Ein sehr ausdefinierter Gedanke für die Hektik der Situation.

Zitat:Grässliches Reißen, als würden die Krallen des Untiers Haut zerfetzen.
-- Das hört man nicht. Icon_wink

Zitat:Wie langsam die Zeit verging. Als hätte die Welt angehalten. Jadamans Herz spielte verrückt, seine Sicht knickte weg, halb blind durch die Nebelschleier auf seinen Augen.
-- Eine sehr interessante Beschreibung.

Zitat:Natürlich sein Bruder.
-- Ist das eine gedankliche Rückblende? Bezieht sich also darauf, dass sein Bruder immer alles bekommt? Verstehe den Gedanken hier an dieser stelle nämlich nicht.

Zitat:Er hörte das Blut in seinen Ohren rauschen, Flüsse, Meere.
-- ebenfalls etwas zu viel des Guten.

Zitat:Spürte sein Herz pulsieren.
Seine Hand zittern.
-- Warum hier die Absätze?

Zitat:Er starrte Dojin in die Augen. Sah direkt hinein, in den leeren Tunnel aus Verzweiflung und Todesangst.
Sein Zwillingsbruder.
Nicht er.

Jadaman ließ die Waffen sinken.
Unendliches Bedauern sprach aus seiner Stimme. Mitgefühl, bittersüßer als Gift, bevor Dojin in den dunklen Tiefen des kristallenen Sees verschwand.

„Ich habe keinen Waffenschein.“
-- Wie fies. Icon_ugly Mrgreen

Sooo, dann will ich mal mein Fazit ziehen.
Es sind herzlich wenig Fehler drin. Das gefällt. Die Idee ist ebenfalls gut und das Ende herrlich düster. Könnte auch gut in Humor stehen. *grins*
Dem gegenüber stehen zwei große Problemkinder: Erstens sind die Bezüge mir zu unklar. Oft merkt man erst im nachhinein, wer nun was gesagt hat bzw. gemeint ist. Das liegt nicht nur an den fehlenden Absätzen, sondern ist auch so an manchen Stellen, in denen einfach nur "er" steht, schwierig.
Zweitens werde ich aus deinen Protas nicht schlau. Wie stehen sie zueinander? Jada zeigt Dojin seine Waffe, was für Vertrauen und Zuneigung spricht. Auch sind die beiden zusammen angeln. Plötzlich baust du aber Jadas Wut ein - ein Wechsel der viel u abrupt und unbegründet kommt! - und am Ende lässt Jade Dojin sterben, wegen des Erbes. Also ist die Liebe wohl nicht so groß. Über Dojin erfahren wir noch weniger.
Du erwähntest am Anfang, dass es recht oberflächlich ist, und das stimmt leider auch. Nur hätte ich gern etwas tiefe. Sonst kann ich nicht mir Dojin fühlen oder mit Jada - je nachdem. Icon_wink
Auch verschließt sich mir, wie aus dieser Geschichte eine Sage werden sollte. So episch ist sie jetzt nämlich nicht. Fantasy-Elemente fehlen mir ebenso, die begründen, warum die Geschichte in dieser Rubrik steht. Insgesamt also etwas mehr und dafür bei den Beschreibungen etwas weniger bzw. präziser.

LG
Adsartha


"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #3 |

RE: Brüder
Hallo Adsartha!

Vielen Dank für deine Bewertung! Ich bin froh, dass du kritisch bist, schließlich will ich auch etwas daraus lernen Icon_smile! Nun denn, dann will ich mal meinen Senf dazu geben:

Zitat:Warum gibst du ihr denn keine Tiefe? Immerhin stellst du es als eigenstehende Geschichte vor.[quote]

Mmh, stimmt schon... Vielleicht war ich ein bisschen faul, weil die Sage für meine längere Geschichte lediglich eine Nebenrolle spielt... und sie innerhalb von wenigen Stunden entstand und auf Papier gebracht wurde... jaja, wenn einen mal ein Geistesblitz trifft...
-- An der Titelwahl würde ich noch etwas arbeiten. So sagt der Titel gar nichts. Deine Brüder haben ja nicht mal einen Namen. Bedeuten sie dir als Autoren so wenig?
Zitat:Tja, leider ist mir nicht viel mehr eingefallen... es geht nun einmal um Zwillingsbrüder und da ist auch irgendwie nichts besseres aus dem Text rauszuholen... oder?
Hier gehts schon los? Wer ist nun "ihn"? Dojin oder ein anderer? Ich persönlich bin auch kein Freund von Geschichten, in denen Chraktere nur mit einem Personalpronomen eingeführt werden.
Zitat:Ja, ist vielleicht schon ein bisschen verwirrend... ich sollte das noch überarbeiten...
Man könnte ruhig ein paar Adjektive weglassen. Wenn Gras ohne Adjektiv da steht, sehen die meisten Menschen eh saftig, grünes. Ebenso die Sonne. Da er döst, wird es wohl warm sein und die Sonne ist eh immer warm. Wenn Adjektive, dann gewählte und vielleicht auch außergewöhnliche.
Zitat:Ich habs halt gerne wortreich... naja, wo's zuviel ist, ist's halt zu viel!
Hier ebenso. Knistern ist selten laut, das wäre dann schon prasseln. Statt Luftzug, der ja eher etwas mit Zugluft, also einem Wind innerhalb von Räumen zu tun hat, wäre hier Wind/Brise passender gewählt.
Zitat:Okay okay ich seh's ein! Icon_lol
-- Wiegenlied? Klingt als wären sie kleine Kinder. Ist das beabsichtigt?
Zitat:Mmh, nicht wirklich... es sollte eben friedlich wirken und zeigen, dass sich die beiden eigentlich gerade wohl fühlen....
Wir haben eigentlich Sonne und Gras, dazu ein paar Bäume. In Ordnung. Nun blitzt die Wand aber nur vereinzelt durch die Bäume. Wie kann dann die Sonne auf den Boden gelangen?
Was ich sagen will, dein Setting wird mir nicht deutlich.
Zitat:Ja, hab wohl verschwitzt zu erwähnen, dass der See und Zeltplatz eine Lichtung ist, die Bäume aber darum recht dicht stehen... Smiley_emoticons_blush
Hier wechselst du mir zu abrupbt. Bisher waren wir ja bei Dojin, oder?
Die Information, das Dojin im Gras liegt und döst, hätte übringes viel besser an den Anfang gepasst. Schließlich fragt er dort: Schläfst du?
Zitat:Icon_confused okay anscheinend ist mir das mit "wer sagt was"... nicht gelungen... überarbeiten!
Schöner als ein Edelstein? Dann wird man ja blind. Icon_wink
Zitat:Icon_lol
Bezug?
Zitat:Er denkt einfach ein bisschen nach, und erinnert sich, dass er Dojin etwas zeigen wollte...
-- Warum? So spektakulär war die Aussage jetzt nicht, dass Müdigkeit einfach so verpufft.
Zitat:Icon_confused weiß nicht ob man das nicht so versteht... Jadaman will Dojin etwas zeigen und ist deshalb aufgeregt, weil es zum einen ein "großer Schatz" istt, zum anderen er nicht weiß, wie sein Bruder reagiert, weil es immerhin rechtswidrig ist...
?? Ich dachte, die Frage wäre von Dojin gekommen. Jadaman war doch so müde, da passt es für mich nicht recht, dass er plötzlich aufspringt und das Kästchen holt. Auch hier würden Absätze waren Wunder wirken.
Zitat:okay, anscheidend wirklich unklar Smiley_frown
Kasten oder Kästchen.
Zitat:ups Smiley_emoticons_blush
Kann man das so sagen? Klingt seltsam. Eher "vorsichtig" oder "ehrfürchtig"
Zitat:Stimmt... Mrgreen
Erneut die Frage, wie alt deine Brüder sind. Ich schätze mal Teenager, oder so, dann finde ich diese Reaktion schon ziemlich unpassend.
Zitat:Ja, richtig, es sind Teenager.. das Problem ist, dass ich das mit dem Waffenschein vorbringen musste, damit Jadaman später einen Bezug dazu hat, als er sagt "Ich habe keinen Waffenschein"... sonst ist da iwie aus dem Zusammenhang gerissen...
Eben noch kritisiert er seinen Bruder, nun will er selbst eine? Das widersprichst sich.
-- Sollte der kursive Teil nicht eher wörtliche Rede sein?
-- Genugtuung.
Zitat:Ja, zuerst denkt Dojin als etwas "verantwortungsbewussterer" von beiden, dass es nicht erlaubt ist, gesteht sich dann aber ein, dass er eigentlich auch gerne eine Pistole hätte.
Das mit der wörtlichen Rede... nun ja, es ist eher ein unausgesprochener Gedankenzug von Jadaman, den Dojin ihn fast aus dem Gesicht ablesen kann... okay, irgendwie kompliziert... Icon_lol

[quote]-- Woher kommt jetzt dieser Stimmungs- und Gedankenumschwung? Und was ist jetzt vorherzusehen gewesen? Der Waffenkauf? Weil die Eltern ihn nicht mögen? Ich stehe auf dem Schlauch. Icon_confused
-- Vor Auslassungspunkten kommt übrigens ebenfalls ein Leerzeichen, außer du brichst das Wort direkt ab, dann schließen sie direkt ab.

Naja, ich kenne es (nicht nur von mir selbst Icon_lol), dass man teilweise echt komische Gedankensprünge haben kann Mrgreen Ich weiß nicht, ob das jetzt für andere befremdlich wirkt... Vorherzusehen war eher, dass die Eltern Dojin (wieder) bevorzugen...
Vor Auslassungspunkten ... uups Smiley_emoticons_blush

Zitat:-- absetzen (wie meinst du das?)
-- Ein Landadel gibt es nicht. Enweder einen Landadligen oder der Landadel. Das ist übrigens nichts Schlechtes. Icon_wink

-Absetzten, tja wohl besser abschieben Icon_smile
- ... Hab wohl keine Ahnung von Adel ect.!

Zitat:er, denn der Missmut. Wobei wäre Unwillen, Ärger oder Ähnliches nicht passender? Zorn? Es brennt schließlich, denn sein Bruder bekommt das Erbe und das Mädel.

Jepp, da hatte ich wohl am Anfang auch was anderes stehen...

Zitat:-- Da waren vorhin noch Wellen.

... komisches Wetter haben die da in Evaydon... Icon_lol okay Logikfehler

Zitat:schön beschrieben. Pro
-- *korinthenkack* das dunkel vor Schatten könnte weg, denn Schatten sind ja per se dunkel. Icon_wink

- danke!
-haha stimmt! Icon_lol

Zitat:-- Dojin steht im Wasser, da er den Fisch fassen will, bestimmt mindestens knietief. Da brauchst die Hand nicht aus dem Wasser zu kommen, um ihn zu fassen. Icon_wink
-- Das widerspricht sich etwas, denn das eine ist heftig, sie reißt ihn mit sich!, das andere hingegen schaffst du schon mit einem Schuppser. Also eher ersteres!

- mmh... eigentlich hatte ich eher ein steil abfallendes Ufer im Sinn... also er steht nicht im Wasser sondern eher dicht am Rand... obwohl ich von Angeln natürlich keine Ahnung habe! Mrgreen
-Danke, das wusste ich noch nicht!

Zitat:-- Liegt Dojin nun im Wasser? Zeitlich ist die Abfolge etwas unklar, denn logischerweise würde ich die Hand, dann den Kopf und dann erst die Flucht von Jada setzen, denn diese dauert länger als eine Sekunde. Wäre die erste Reaktion nicht, seinem Bruder zu helfen? Schließlich sind sie Zwillinge.

-naja, da es ein abfallendes Ufer ist, liegt er eher noch halb in Gras... Icon_confused
-Jada Icon_lol! Okay, mmh ... ich würde sagen er ist im Moment so erschrocken, dass er instektiv zurückweicht...

Zitat:-- ? Der ist noch am Seeufer? Wie wollte er denn bitte den Fisch fangen?

haha gute Frage... Icon_lol

Zitat:-- too much! Der Fokus sollte auf der Panik liegen, da brauchst du keinen Vergleich mehr.

Wie schon gesagt, ich mags gerne ein bisschen poetisch... kann aber auch zuviel des Guten sein!

Zitat:-- Ein sehr ausdefinierter Gedanke für die Hektik der Situation.

Stimmt...

Zitat:-- Das hört man nicht. Icon_wink

Okay okay wollte nur ein bisschen Spannung aufbauen... irgendwie... so...

Zitat:-- Eine sehr interessante Beschreibung.

Danke, war mir mit der Formulierung nicht sicher....

Zitat:-- Ist das eine gedankliche Rückblende? Bezieht sich also darauf, dass sein Bruder immer alles bekommt? Verstehe den Gedanken hier an dieser stelle nämlich nicht.

Icon_jump ja ja das ist es!

Zitat:-- ebenfalls etwas zu viel des Guten.

Icon_confused hab wohl einen Hang zur Übertreibung *lach*

Zitat:-- Warum hier die Absätze?

Ich wollte ein wenig das Tempo rausnehmen, weiß nicht ist so eine kleine Eigenart die sich häufiger in meinen Texten findet... Icon_smile

Zitat:-- Wie fies. Icon_ugly Mrgreen

Jaja braucht iwie nen fiesen Schluss Icon_lol

Sooo das wars dann mal... ach bevor ichs vergess, zu der Beziehung der Brüder... ich weiß nicht ob du so etwas kennst, naja ich natürlich nicht in einem deratigen Ausmaß, aber wenn man im Grunde sein Geschwister gern hat, aber nicht darum kommt ein bisschen eifersüchtig zu sein, da der andere bevorzugt wird, entsteht eben eine ähnliche Situation...

Das mit den Fantasyelementen... es folgen vllt noch kleine Kurzgeschichten aus Evaydon, da kommt schon ein bisschen mehr vor, nur fand ich hier keine passende Einbaustelle... außerdem bin ich ehrlich gesagt kein allzu großer Freund von extremen oder zu klassischem Fantasy...

Nun denn, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen abschreckenden Text trotzdem durchzugehen! Icon_lol
Und noch viieel Glück beim Kommentier- Wettbewerb!!!

Liebe Grüße,
Lilia


























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Beitrag #4 |

RE: Brüder
Hi Lilia!

Ebenso wie Adsartha pflege ich in meinen Kommentaren offen anzusprechen, was mir nicht gefällt. Mit Ausnahme von Grammatik und Rechtschreibung fallen solche Anmerkungen natürlich in die Kategorie »Geschmackssache«, daher musst du selbst aussortieren, welche Anmerkungen und Vorschläge du für dich und deine Geschichte annehmen willst und welche nicht.

Ich fang mal mit den allgemeineren Sachen an, später kommt dann Textzeug Icon_wink

[Nachtrag]:
Nachdem ich den ganzen Kommentar geschrieben habe, fällt mir auf, dass ich das Ende falsch interpretiert habe. Ich bin die ganze Zeit davon ausgegangen, dass Jadaman Dojin erschossen hat und habe demnach meine Kritikpunkte angebracht. Vieles davon ist natürlich jetzt (teilweise) falsch, da Jadaman gar nicht geschossen hat *kopf auf tischplatte hau*
Allerdings ist die Kritik an dem friedlichen Anfang und dem unvorbereiteten Ende trotzdem noch gültig, wenn auch nicht mehr in so großem Maß. Ich gehe den Kommentar jetzt nochmal daraufhin durch, damit ich nicht zu viele ungerechtfertigte Anmerkungen drin hab. Verzeih bitte, falls doch noch was in der Richtung drin steht, dass der Brudermord unglaubwürdig wirkt *lach* Überlies das einfach Icon_wink
[/Nachtrag]


Wörtliche Rede und Absätze
Direkt im ersten Absatz fällt auf, dass du bei wörtlicher Rede keine neuen Absätze anfängst. Dadurch verliert der Leser schnell den Überblick, wer was sagt. Normalerweise gilt die Regel, dass VOR wörtlicher Rede bei einem Sprecherwechsel ein neuer Absatz gesetzt wird und NACH wörtlicher Rede, wenn der Sprecher und der Akteur des nächsten Satzes nicht die gleiche Person ist. Beispiel:
»Wir fahren heute zu Oma« Philipp überlegte kurz. »Darauf habe ich keine Lust.« Ohne Zögern warf Jens ihm die Autoschlüssel zu.
So sieht es komplett ohne Absätze aus. Ob jetzt Philipp spricht oder Jens ist unklar. Baut man dagegen Absätze ein, gibt es klare Zuordnungen:

»Wir fahren heute zu Oma.« Philipp überlegte kurz.
»Darauf habe ich keine Lust.« Ohne Zögern warf Jens ihm die Autoschlüssel zu.

Der erste Satz ist von Philipp (Sprecher und Akteur der Handlung in einer Zeile); der zweite von Jens.

»Wir fahren heute zu Oma.« Philipp überlegte kurz. »Darauf habe ich keine Lust.«
Ohne Zögern warf Jens ihm die Autoschlüssel zu.

Hier spricht beide Male Philipp, da nach dem Handlungssatz kein Absatz kommt, die folgende wörtliche Rede also vom gleichen Sprecher kommt.

»Wir fahren heute zu Oma.«
Philipp überlegte kurz. »Darauf habe ich keine Lust.«
Ohne Zögern warf Jens ihm die Autoschlüssel zu.

Erster Satz ist NICHT Philipp, da zwischen dem Sprecher und dem Akteur des nächsten Satzes ein Absatz folgt, der einen Wechsel signalisiert. Der zweite Satz ist von Philipp, da er auch Akteur dieser Zeile ist. In der dritten Zeile erfahren wir als Leser von Jens und können den ersten Satz Jens zuordnen.
Diese Vorgehensweise ist deshalb sehr nützlich, da nicht immer derjenige, der gerade spricht auch die direkte Handlung nach der wörtlichen Rede übernehmen muss. Würde man alles ohne Absätze schreiben, müsste entweder nach jeder wörtlichen Rede ein direkter Hinweis auf den Sprecher stehen (sagte Philipp, fragte Jens) oder die Sprecharten der Sprecher müssten klar voneinander zu unterscheiden sein (wenn zum Beispiel einer nur bayrische Mundart spricht und der andere Hochdeutsch).

Ich versuche mal, deine ersten drei Zeilen aufzuschlüsseln, dabei nutze ich rote Markierung für alles, was Jadaman sagt und tut, grüne für alles, was Dojin sagt und tut:
„Dojin?“ (1)Das leise Rauschen des Windes in den Blättern machte ihn langsam müde. [ABSATZ]
(2) „Mmh?“ [ABSATZ]
(3)Warmer Sonnenschein, der in das saftige Gras leuchtende Muster malte. Wie gut sich die Gräser unter Jadamans Händen anfühlten. Wie richtig. (4) „Du schläfst doch nicht etwa ein, Bruderherz? So bemerkst du doch niemals, wenn einer anbeißt.“ [ABSATZ]
(5) Dojin lachte leise, ein wohliger Laut, tief aus seiner Kehle. „Du hast recht. Dann gibt’s halt keinen Fisch zum Abendessen.“

(1) »machte ihn langsam müde« … wer ist »ihn«? Dojin oder Jadaman? Zuerst bin ich von Dojin ausgegangen und dachte, du vermeidest die Namensnennung, um ihn nicht zu wiederholen. Später wird allerdings klar, dass Jadaman hier der Erzähler ist und wir deshalb nur seine Müdigkeit miterleben können. Daher würde ich empfehlen, statt »ihn« hier »Jadaman« zu schreiben.
Handelt es sich hier (entgegen meine Annahme) um Dojin, der müde wird, müsste bei der (1) ein Absatz und bei der (2) KEIN Absatz.
(2) Bisher ist das »Mmh?« alles, was wir von Dojin mitbekommen, deshalb bekommt es eine Zeile für sich allein.
(3) In dem Beschreibungssatz gibt es zwar keinen Akteur, doch da wir die Geschichte aus Sicht Jaramads erleben, »gehört« ihm auch die Wahrnehmung.
(4) Ich persönlich würde hier bei der 4 ebenfalls einen Absatz machen, weil ich gerne auch Beschreibung und längere Handlung aus dem Dialog heraustrenne. Da bin ich aber unsicher, wie die Regeln lauten
(5) Als Reaktion auf die Aussage Jadamans lacht Dojin und erwidert etwas, also alles in eine neue Zeile.

Der Begriff »Sage«
Du schreibst selbst über diese Geschichte, dass es sich um eine Sage handelt. Mit persönlich klang die Geschichte überhaupt nicht nach Sage (weder sprachlich noch inhaltlich), aber bevor ich etwas Falsches sage, mache ich mich schlau: Wikipedia sagt: »Die Sage ist eine zunächst auf mündlicher Überlieferung basierende, kurze Erzählung von unglaubhaften, fantastischen Ereignissen, die aber als Wahrheitsbericht aufgebaut ist oder auf tatsächlichen Begebenheiten beruht.«
Der Knackpunkt ist das »fantastische« … wir befinden uns ja nun in der Rubrik Fantasy und ich nahm an, dass dieses Fischwesen, das Dojin frisst, tatsächlich existiert. Wenn es nur eine Sagengestalt in deiner Welt ist, kann das in der kurzen Geschichte natürlich nicht vermittelt werden. Mir kommt es allerdings viel eher so vor, als stünde der Brudermord der Tod Dojins und Jadamans fehlende Hilfeleistung im Vordergrund, nicht etwa der Kampf gegen das Wesen. Außer dem Fischwesen sehe ich keine unglaubhaften Ereignisse, der Brudermord kann tatsächlich so vonstatten gegangen sein.
Je nachdem, was du mit der Geschichte erreichen möchtest, ist das von größerer oder geringerer Bedeutung *lach*
Für eine Sage – so es dann unbedingt seine sein soll – fehlt mir das Heldenhafte, das Abenteuer und das Übernatürliche. Als Sage würde ich den Kampf gegen das Fischwesen sehen, also zwei Brüder, die ausziehen, um das Vieh zu jagen und zu erlegen, die es gewollt ködern, anlocken und niederstrecken. Brudermord Totschlag durch unterlassene Hilfeleistung ( Mrgreen ) passt überhaupt nicht in mein Sagenverständnis.
Der einzige Begriff, der mir aktuell einfällt und eher zutrifft, wäre die »Legende«. Wobei auch hier der größere Zusammenhang fehlt, warum sich das Volk solche Geschichten erzählt, welche Wahrheit verzerrt wird und welches mögliche Gleichnis, welche Moral der Geschichte enthalten ist.
Vielleicht ist dir der Begriff auch vollkommen egal und du wolltest einfach diese Geschichte erzählen. Dann hab ich natürlich nichts gesagt *lach* - nur wenn die Geschichte einer bestimmten Gattung angehören soll (Gleichnis, Fabel, Sage, Legende …), sollte sie auch die Hauptmerkmale dieser Gattung erfüllen.

Die Beziehung der Brüder
Da hat auch Addi schon etwas zu angemerkt, ich will es aber trotzdem selbst nochmal erwähnen: Auch in meinen Augen klappt das Umschlagen von »friedlicher Brüderidylle« zu »eiskaltem Brudermord« »ich lasse ihn einfach sterben, dann bin ich meine Probleme los« nicht wirklich. Das Anfangsszenario ist ruhig, still, friedlich. Die beiden Brüder liegen nebeneinander im Gras, angeln, dösen so vor sich hin. Ich hab sie übrigens – keine Ahnung warum – schon als erwachsen vor Augen, so 18 bis 22 Jahre alt vielleicht. Aber wie gesagt, keine Ahnung, woher dieser Gedanke kam.
Dann zeigt Jadaman Dojin ein Geheimnis, eine Waffe, die er gar nicht haben dürfte. Das verstärkt den Eindruck der starken Bindung zwischen den beiden noch. Sie unternehmen nicht nur zusammen etwas, sie teilen auch ihre Geheimnisse. Sie vertrauen einander. Später im Textzeug werd ich die Stellen noch einzeln anmerken, an denen die Freundschaft zwischen den beiden für mich aus der Geschichte herausschreit Icon_wink
Dann reißt du den Konflikt zwischen den beiden zwar an, allerdings kommt der Stimmungsumschwung zu brennender Eifersucht für mich zu plötzlich und heftig, als dass er glaubhaft wäre.
Und direkt darauf wird Dojin angegriffen und ich bereite mich innerlich auf einen verzweifelten Kampf auf Leben und Tod vor, auf das möglicherweise schlimmste Ende, dass Jadaman seinen Bruder nicht retten kann und ihn verliert – sich selbst schämt, hasst, und Vorwürfe macht, weil seine letzten Worte solche schlimmen Worte waren, weil sie gestritten haben, bevor sein Bruder starb.
Aber Jadaman TÖTET kaltblütig seinen eigenen Bruder. Das kam für mich vollkommen unvorbereitet.
Jadaman lässt seinen Bruder sterben. Das könnte durchaus als Tat im Affekt gewertet werden, wenn der Zorn, die Eifersucht, die Hilflosigkeit vorher besser und glaubwürdiger rausgekommen wären. Auf mich wirkte das aber eher wie eine harmonische Beziehung, in der halt ab und zu mal einer kleiner Streit auftaucht. Das reicht für »Ich lasse ihn sterben« in meinen Augen noch nicht aus.
Selbst wenn er eifersüchtig auf seinen Bruder war – er hat ihn nicht bis aufs Blut gehasst! Ansonsten wäre die ganze Angelszene Betrug am Leser, denn jemandem, den man hasst, zeigt man seine Geheimnisse nicht, man behält sie für sich. Und für kurzzeitige Unzurechnungsfähigkeit waren Jadamans Gefühle kurz vor dem Angriff einfach nicht stark genug – bzw. sie kamen nicht stark genug bei mir an.

Was nun dagegen tun? Ich hätte zwei Vorschläge: (von denen einer war, Dojin nicht zu erschießen, sondern Jadaman einfach wegsehen zu lassen, was du ja auch getan hast *lach*
Trotzdem gilt:
Weniger friedlicher Einstieg
Der Hass sollte schon vorher spürbar sein. Natürlich kann es einen oberflächlichen Frieden zwischen den beiden Brüdern geben, aber durch Jadamans Gedanken muss der Leser mitbekommen, dass eben dieser Friede trügt. Dass es keine Freundschaft gibt, sondern Neid und Eifersucht. Dazu würde dann allerdings das Zeigen der Pistole gar nicht passen. Oder Jadaman müsste viel mehr in die Richtung motiviert sein: »Ich mache meinem Bruder die Nase lang, ich weiß genau, dass er gerne eine Pistole hätte und ich habe eine, deshalb reibe ich ihm das unter die Nase«. Viel mehr Seitenhiebe, zum Beispiel wegen Claha, und sei es auch nur in Gedanken Jadamans:
Das Gewicht der Pistole in seiner Hand wog den Verlust Clahas nicht auf. Es machte nichts besser, denn auch wenn er die Waffe besaß, würde sich allein dadurch nichts ändern. Aber der Schleier des Neids, der sich über Dojins Augen gelegt hatte, verschaffte ihm zumindest etwas Genugtuung. »Sie ist hübsch, nicht wahr?« Aber Claha ist viel hübscher
das ist jetzt nur flott hingeschrieben ohne größere Bezüge oder so, aber es zeigt hoffentlich ein bisschen, was ich meine. Der ganze Konflikt zwischen den beiden muss viel stärker und präsenter sein, wenn er dazu führt, dass Jadaman seinen Bruder sterben lässt. Selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind, wie eine »nervende Stimme« Dojins, den neidischen Gedanken, dass Dojin »schon fünf Fische gefangen hat und Jadaman noch keinen einzigen, weil seinem Bruder einfach alles wie von Zauberhand gelingt« oder sowas. Zeig dem Leser keine Heile Welt, sondern zeig ihm zwei Brüder, die Heile Welt spielen, aber sehr viel Konflikt in sich tragen.
Du hast viele gute Ansatzpunkte: Die Waffe, die Enterbung, Claha (die für mich ausschlaggebend für den Tod Dojins wäre, der Grund für Jadaman, seinen Bruder sterben zu lassen, weil Dojin die Frau nicht bekommen soll).


Namenswahl
Ist ja jedem selbst überlassen. Allerdings beschäftige ich mich schon recht lange mit dem Schreiben und finde es persönlich immer schön, wenn die Namen zueinander passen oder eben gerade nicht, je nachdem, wie die Namen im Geschichtenkontext eingeordnet sind. Also zwei Brüder sollten mMn nicht Abraham und Yumi heißen, um es mal zu übertreiben Icon_wink Wenn zwei Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, sollten auch ihre Namen sich unterscheiden.
Zwischen Dojin und Jadaman gibt es für mich persönlich einen zu starken Bruch.
Dojin klingt, vor allem durch das »ji«, sehr stark nach Asien, Japan/China.
Jadaman dagegen klingt für mich sehr wenig nach Namen, was vor allem durch das »man« kommt – das ergibt bei mir eine Mischung aus englisch: »Tscheydamän« und fehlenden Leerzeichen und Komma bei dem Ausspruch »Ja, da, Mann«
Klingt also sehr nach englisch / deutsch, das sich nicht mit asiatisch vereinbaren lässt.
Dann kommt Checis noch dazu, das Adelsgeschlecht. Könnte Türkisch sein, von der Optik kommt mit »Tschechisch« in den Sinn, also nochmal eine ganz andere Einordnung.
Wie gesagt, das ist natürlich allein dir überlassen, aber die Geschichte steht ja hier, damit du dir fremde Meinungen einholen kannst. Da spielen Namen für mich auch eine Rolle Icon_wink

Textzeug
(vieles hat Adsartha schon angemerkt, das versuche ich mal, nicht zu wiederholen, sondern stimme ihr in den meisten Sachen nur zu. Nur beim Angeln hatte ich Dojin am Ufer stehen sehen, nicht im Wasser. Allerdings nutzt man für diese Art des Angelns ohnehin einen Kescher, da Fisch mit den Händen sehr schwer zu halten ist.)

Zitat: Du schläfst doch nicht etwa ein, Bruderherz?
Ich sag zu meiner Schwester auch »Schwesterherz«, aber nur, weil ich sie über alles liebe *lach* »Bruderherz« signalisiert mir als Leser daher eine tiefe, innige Beziehung zwischen den beiden, die es nicht geben sollte, wenn einer den anderen kaltblütig sterben lässt.

Zitat: Dojin lachte leise, ein wohliger Laut, tief aus seiner Kehle.
Da die Geschichte aus Jadamans Sicht erzählt wird, deutet auch hier die positive Beschreibung des Lachens auf ein gutes Verhältnis hin.

Zitat: Was für eine gute Idee. Natürlich von seinem Bruder.
Jadaman erkennt eine gute Idee an, auch wenn sie von Dojin kommt. Um Konflikt anzukündigen, könnte hier stattdessen stehen: »Widerwillig gestand er sich ein, dass Dojin wieder einmal eine gute Idee gehabt hatte« zum Beispiel

Zitat: Er blinzelte müde. Wie schläfrig er plötzlich war.
Im ersten Absatz ist Jadaman doch schon müde geworden, daher ist das »plötzlich« hier Fehl am Platz

Zitat: Allein bei dem Gedanken daran verflog Jadamans Müdigkeit wie ein aufgescheuchter Vogel.
Fällt ihm das so ganz spontan ein, dass er Dojin die Waffe zeigen möchte? Ich hätte eher gedacht, dass das geplant ist, sonst hätte Jadaman die Waffe ja nicht mitbekommen. Auch hier könnte das mit einem Hinweis auf Konflikt verbunden werden:
»Allein bei dem Gedanken daran, den Neid in den Augen seines Bruders aufblitzen zu sehen, verflog Jadamans Müdigkeit ...« oder sowas in der Richtung. Es macht ihn nicht wach, seinem Bruder ein Geheimnis anzuvertrauen, sondern seinem Bruder die Nase lang zu machen. Sich ein bisschen zu rächen dafür, dass Dojin Claha bekommt und Jadaman nicht

Zitat: Du hast keinen Waffenschein, das ist rechtswidrig!“ Jadamans Augen schienen seinen Bruder auszulachen. Na und? Sie ist wunderschön!
Du schreibst selbst, dass dieses »rechtswidrig« nur so ein Vorwurf von Dojin ist, obwohl er ja selbst gerne eine hätte. Führ das doch in Jadamans Gedanken aus, nicht dieses »die Augen schienen ...«, sondern ganz konkret:
Du hast keinen Waffenschein, das ist rechtswidrig!“
Beinahe hätte Jadaman die Heuchelei seines Bruders ausgelacht. Doch er biss sich auf die Zunge und betrachtete nur die Waffe. Na und? Sie ist wunderschön!

Zitat: und seltsamer Weise verspürte Jadaman eine befriedigende Genugtun.
»seltsamerweise« ; und »Genugtuung«
Ein weiterer Hinweis auf die eigentlich gute Beziehung zwischen den Brüdern. Jadaman zeigt die Waffe tatsächlich nicht, um seinen Bruder eifersüchtig zu machen, sonst hätte er ja mit der Genugtuung gerechnet und das »seltsamerweise« wäre Fehl am Platz. Jadaman scheint überrascht über dieses Gefühl, wodurch der Konflikt, der folgt, der impulsiv und ohne Vorgeschichte wirkt.

Zitat: Sie ließen sich beide wieder ins Gras fallen und lauschten den Geschichten, die ihnen der Wald erzählte, ein Meer aus verwobenen Tierrufen und leisem Ächzen der Bäume.
Auch das wirkt wieder so friedlich, wie sie da nebeneinander im Gras liegen, schweigen, keine bösen Gedanken haben. Das macht die ganze Pistolen-Szene zu einem Geheimnis zwischen Brüdern und nicht zu einer bösen Vorahnung, dass etwas geschehen wird.

Zitat: „War doch irgendwie vorher zu sehen, oder?“ Nervös begann Jadaman die Grashalme neben ihm zu entwurzeln.
»vorherzusehen«
Der Themenwechsel kommt etwas plötzlich. Und es wirkt auch merkwürdig, dass ausgerechnet Jadaman das Thema anspricht, wo er es zu hassen scheint. Passender fände ich, wenn Dojin darauf kommt, am besten mit Überleitung von der Waffe, vielleicht auch eine falsche Fährte für den Leser: »Hast du die Waffe wegen Vater gekauft? Möchtest du, dass ich nochmal mit ihm Rede? Ich könnte ihn und Mutter vielleicht umstimmen«
So in der Richtung, dass Dojin Angst hat, Jadaman könnte ihren Eltern was antun oder so. Dadurch zeigst du dem Leser auch, dass Jadaman durchaus Gewaltpotenzial in sich trägt, dass sein Bruder nichts von Jadamans Hass auf Dojin ahnt.

Zitat: Und ich... mich werden sie auf irgend ein Gut absetzt, wie ein verfluchter Landadel.“
Ja wie jetzt? »absetzen«?
»Landadel« ist einfach nur der Adel, der Land besitzt, was Jadaman ja nicht tut, wenn sein Bruder alles erbt Icon_wink
Vielleicht werden sie ihn in ein Kloster schicken (das war im Mittelalter üblich) oder aus politischen Gründen verheiraten? Darunter könnte ich mir eher etwas vorstellen als das »Absetzen zum Landadel« - kommt natürlich drauf an, wo in der Hierarchie seine Familie steht.

Zitat: Dojins Stimme war samtweich und mitfühlend. Bei Varv, wie er dieses Mitleid hasste.
Hass auf das Mitleid: Super (allerdings unlogisch, dass Jadaman genau dieses Mitleid vorher provoziert); aber die Beschreibung »samtweich und mitfühlend« widerspricht der Wahrnehmung. Beides sind positive Umschreibungen, die Jadaman so vermutlich nicht wahrnehmen würde. Eher sowas wie: »Dojins Stimme triefte vor Mitgefühl« oder »Dojins sprach mit ihm wie eine Mutter mit ihrem weinenden Kind.« Viel stärker mit negativen Assoziationen arbeiten, das bringt Risse in die friedliche Idylle.

Zitat: Missmut stieg in ihm auf. Sie brannte wie ätzende Säure in seinem Herz.
Das hier ist – in Anbetracht der vorigen Beschreibungen – viel zu stark dafür, dass es so plötzlich kommt. Entweder muss es besser vorbereitet werden, ohne stärker auf den Gedanken an Claha gekoppelt. Das könnte ich mir auch noch vorstellen: Jadaman hat sich im Prinzip mit allen Demütigungen abgefunden, weiß mit dem Verstoß seiner Familie zu leben, aber grade gestern hat er erfahren, dass Claha an Dojin geht. Und das bringt ihn zur Weißglut. Deswegen lässt er seinen Bruder sterben. Er erträgt den Gedanken einfach nicht, seine Liebe im Bett seines Bruders zu wissen. Aber um das beim Leser anzubringen, müssen hier viel stärkere Bilder, Gefühle und Gedanken hin. Und auch der Anfang müsste dann viel hasserfüllter sein. Mit dem zukünftigen Mann seiner großen Liebe geht man nicht auf einen entspannten Angelausflug, wenn später allein der Gedanke daran reicht, diesen Bruder sterben zu lassen. Icon_wink

Zitat: Plötzlich zuckte er zusammen.
Diese Reaktion dagegen finde ich zu heftig dafür, dass bloß ein Fisch angebissen hat. Ich meine, das war ja irgendwann zu erwarten, wenn man angeln geht

Zitat: Dojin ging vor der Seeoberfäche in die Knie, er würde den Fisch packen, bevor er sich vom Haken befreien konnte.
Wie oben schon gesagt, hat man dafür normalerweise einen Kescher; aber der Grund ist auch irgendwie … komisch *lach* Wenn der Fisch bis ans Ufer kommt, ohne die Schnur zu zerreißen, wird er sich innerhalb der 5 Sekunden, die man braucht, um ihn vom Wasser an Land zu befördern, auch nicht vom Haken reißen. Wobei ich grad nichtmal weiß, ob so ein Fisch sich überhaupt vom Haken reißen kann.
Er kann den Köder vom Haken pflücken oder die Schnur zerreißen, aber der Haken selbst sitzt normalerweise sehr fest (durch Widerhaken).
Ich würd Dojin sich einfach mit dem Kescher ans Ufer stellen lassen, damit er den Fisch ausm Wasser fischen kann. Wäre für mich als Laienangler die sinnvollste Unterstützung.

Zitat: Ein dunkler Schatten näherte sich den Brüdern, ein verschwommener Fleck unter dem aufgewühlten Kristallspiegel. Glänzendes Weiß, geleitet durch die Schnur, ein Marionettenspiel bei dem sie am längeren Hebel saßen.
Entweder es ist ein »dunkler Schatten« ODER es ist »glänzendes Weiß«, beides auf einmal geht nicht Icon_wink

Zitat: Eine weiße, farblos fleischige Hand schoss aus den Untiefen,
die »Untiefen« hast du ein paar Mal drin, prinzipiell stört es nicht wirklich, aber an dieser Stelle ist es definitiv falsch. Das Ufer ist nicht flach, daher meinst du mit »Untiefen« eindeutig eine »große Tiefe«. Die hat ein See aber am Ufer nicht. Natürlich kann es stufenlos ein gutes Stück runtergehen, aber das sind dann keine 20 Meter bis zum Seegrund, sondern vielleicht ein oder zwei Meter. selbst wenn es 5 Meter sind, die das Seeufer steil nach unten abfällt – das sind noch keine »Untiefen« Icon_wink
Einfacher wäre: »schoss aus dem Wasser« oder »durchbrach die Wasseroberfläche« oder sowas.
Entweder ist übrigens die Hand »weiß« oder sie ist »farblos«, beides zusammen ist doppelt.

Zitat: Wie langsam die Zeit verging. Als hätte die Welt angehalten. Jadamans Herz spielte verrückt, seine Sicht knickte weg, halb blind durch die Nebelschleier auf seinen Augen.
Natürlich sein Bruder.

An dieser Stelle war ich noch immer überzeugt, dass Jadaman ANGST um seinen Bruder hat, dass es so ein »Alles passiert seinem Bruder, deshalb wird natürlich auch sein Bruder von dem Monstervieh angegriffen«-Gedanke ist. Da war bei mir noch kein Hass, keine Mordlust, kein »Ich bring ihn jetzt um, ha!«

Dadurch hast du natürlich ein überraschendes Ende, das – zumindest für mich – nicht vorhersehbar war. Allerdings hast du diese Überraschung mMn erschummelt (auch wenn ich es nicht missinterpretiert hätte; auch Unterlassene Hilfeleistung braucht Vorbereitung Icon_wink ), da du dem Leser einfach nur das erzählst, was der Leser wissen soll und nicht das, was Jadaman eigentlich fühlen und denken müsste, um zu solch einer Tat in der Lage zu sein.

Zitat: Unendliches Bedauern sprach aus seiner Stimme. Mitgefühl, bittersüßer als Gift, bevor Dojin in den dunklen Tiefen des kristallenen Sees verschwand.

„Ich habe keinen Waffenschein.“

Also prinzipiell finde ich »coole Sprüche« von Helden doof *lach* »Ich habe keinen Waffenschein« geht aber noch, weil es zumindest nicht total abgedroschen ist Icon_wink
Allerdings kann ich das »unendliche Bedauern« nicht einordnen … bedauert Jadaman das echt? Warum? Ich hätte es eher als Sarkasmus oder Spott interpretiert, ansonsten könnte er ja einfach schießen. Oder ist »Ich habe keinen Waffenschein« ernst gemeint? Ist ja unmöglich, da sie auch Tiere jagen wollten (ohne Waffenschein): das ist also so eine letzte Verhöhnung an die Doppelmoral Dojins. Aber warum dann das »unendliche Bedauern«? Warum das Mitgefühl? Das MUSS gespielt sein, und der Leser hat ein Recht.


So, jetzt aber noch zum positiven Teil (der bei mir immer so kurz ausfällt, weil ich negative Kritik seitenlang rechtfertige *lach*): Inhaltlich gibt die Geschichte schon einiges her und als »Sage« muss sie sich natürlich nicht an die Wahrheit / Logik halten; trotzdem fände ich es sehr schön, wenn du die Grundhandlung noch mit Gefühlen und Gedanken Jadamans untermauern würdest. Die Ansatzpunkte hast du schon da – sie sind zwar eher klassisch, aber durch das moderne Element in Form der Pistole weckst du gehörig Neugier beim Leser. Das ganze Setting wirkt der »typisch« - Brüder, Adel, Liebe, und die Pistole ist etwas Fremdes, das aber gut eingebracht wurde. Adlige mit Pistolen, warum nicht.
Sehr gelungen finde ich die friedliche Atmosphäre am Anfang, auch wenn sie für mich leider nicht zum Verlauf der Geschichte passt. Aber die Bilder sind hübsch gezeichnet, die beiden Brüder, die da am See beim Angeln liegen. Für sich genommen ein starkes, idyllisches Bild, das mir gefallen hat.
Wenn du in diesen vermeintlichen Frieden jetzt noch ein paar unterschwellige Anfeindungen reinpackst, Andeutungen von Konflikt, dann ist die Entwicklung Jadamans zum Ende hin auch viel nachvollziehbarer, glaubwürdiger und verständlicher.


Ja, uff, da hab ich doch mehr / ausführlicher geschrieben, als eigentlich geplant war. Umso mehr hoffe ich natürlich, dir mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben. Falls Fragen offen sind oder Dinge unklar, kannst du natürlich gerne nachfragen. Und wie gesagt, vieles davon ist Geschmackssache und wird von Leser zu Leser unterschiedlich sein / aufgefasst werden.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #5 |

RE: Brüder
Hey Lanna!

schon mal dankeschön für deinen Kommentar!! Zu deiner Erklärung, dass du das kritisiert, was dir nicht gefällt, kann ich nur sagen: klar, sonst würden mir die Kommentare absolut nichts nützen! Und schließlich will ich daraus lernen, um Fehler vermeiden zu können... Icon_smile

Zitat:Nachdem ich den ganzen Kommentar geschrieben habe, fällt mir auf, dass ich das Ende falsch interpretiert habe. Ich bin die ganze Zeit davon ausgegangen, dass Jadaman Dojin erschossen hat und habe demnach meine Kritikpunkte angebracht. Vieles davon ist natürlich jetzt (teilweise) falsch, da Jadaman gar nicht geschossen hat *kopf auf tischplatte hau*
Allerdings ist die Kritik an dem friedlichen Anfang und dem unvorbereiteten Ende trotzdem noch gültig, wenn auch nicht mehr in so großem Maß. Ich gehe den Kommentar jetzt nochmal daraufhin durch, damit ich nicht zu viele ungerechtfertigte Anmerkungen drin hab. Verzeih bitte, falls doch noch was in der Richtung drin steht, dass der Brudermord unglaubwürdig wirkt *lach* Überlies das einfach Icon_wink

Icon_smile Okaay, gibt mir allerdings zu denken... drücke ich mich unklar aus? Icon_confused

Zitat:Wörtliche Rede und Absätze
Direkt im ersten Absatz fällt auf, dass du bei wörtlicher Rede keine neuen Absätze anfängst. Dadurch verliert der Leser schnell den Überblick, wer was sagt. Normalerweise gilt die Regel, dass VOR wörtlicher Rede bei einem Sprecherwechsel ein neuer Absatz gesetzt wird und NACH wörtlicher Rede, wenn der Sprecher und der Akteur des nächsten Satzes nicht die gleiche Person ist.

Dazu kann ich nur sagen: Vielen vielen dank! Ich wusste vorher noch nicht, dass man das so macht... okaay ab jetzt gibts dafür keine Entschuldigungen mehr Icon_lol!

Zitat:Der Begriff »Sage«
Du schreibst selbst über diese Geschichte, dass es sich um eine Sage handelt. Mit persönlich klang die Geschichte überhaupt nicht nach Sage (weder sprachlich noch inhaltlich), aber bevor ich etwas Falsches sage, mache ich mich schlau: Wikipedia sagt: »Die Sage ist eine zunächst auf mündlicher Überlieferung basierende, kurze Erzählung von unglaubhaften, fantastischen Ereignissen, die aber als Wahrheitsbericht aufgebaut ist oder auf tatsächlichen Begebenheiten beruht.«

Mmh, ja, dass ist so ein Punkt... In Evaydon gibt es eine... gut ich nenn's jetzt mal eine Erzählung oder Überlieferung, vielleicht passt das ja besser, die von Jadamans "Verrat" an Dojin erzählt. Da die beiden Zwillinge sind, denken die Leute, sie müssten neu geborene Zwillinge vor der "Gefahr" der Eifersucht schützen... tja, ist zwar also eine mündliche Überlieferung, die vielleicht wahr ist, oder auch nicht, aber "Sage" trifft wahrscheinlich wirklich nicht so zu. Also danke für die Mühen des googelns Icon_wink

Die Beziehung der Brüder:

Ja, ich glaube das ganze kommt etwas unausgereift bzw. unglaubwürdig rüber... Im Grunde mag Jadaman seinen Bruder, er wünscht im eigentlich alles Gute, aber gleichzeitig staut sich über die Jahre ein Hass in ihm auf, der durch die Tatsache, das Dojin Claha heiraten darf / soll, hervorbricht. Als Dojin dann angegriffen wird, ist Jadaman durch den Hass voreingenommen und zögert. Hätte er mehr Zeit zum nachdenken, dann hätte er seinen Bruder sicherlich gerettet, es ist ja nicht so, als ob er ihm den Tos wünschen würde... Icon_confused

Zitat:Das Gewicht der Pistole in seiner Hand wog den Verlust Clahas nicht auf. Es machte nichts besser, denn auch wenn er die Waffe besaß, würde sich allein dadurch nichts ändern. Aber der Schleier des Neids, der sich über Dojins Augen gelegt hatte, verschaffte ihm zumindest etwas Genugtuung. »Sie ist hübsch, nicht wahr?« Aber Claha ist viel hübscher

Wow wow wow! Icon_jump Da kann ich nur sagen, Kompliment! Selbst wenn du sagst, dass wäre nur schnell geschrieben... es liest sich echt gut! Außerdem hört es sich echt nachvollziehbar an... ich sollte also wirklich nach einer Lösung in dieser Richtung suchen... Read

Namenswahl:

Icon_lachtot Jaja ich geb's zu, den Namen "Jadaman" muss ich ändern!! Hört sich... nicht ernst zu nehmend an... Icon_lol Außerdem Danke für die Landeseinordnung... so etwas ist für mich sehr schwierig, ich kenn mich da nicht so gut aus... Ich habe generell Probleme, schon einmal da angefangen, die Namen der Leute aus Evaydon von denen der Leute aus angrenzenden Ländern zu unterscheiden...

Soo, dann mal zu deinen direkten Textkommentaren:

Zitat:Zitat: Allein bei dem Gedanken daran verflog Jadamans Müdigkeit wie ein aufgescheuchter Vogel.
Fällt ihm das so ganz spontan ein, dass er Dojin die Waffe zeigen möchte? Ich hätte eher gedacht, dass das geplant ist, sonst hätte Jadaman die Waffe ja nicht mitbekommen. Auch hier könnte das mit einem Hinweis auf Konflikt verbunden werden:
»Allein bei dem Gedanken daran, den Neid in den Augen seines Bruders aufblitzen zu sehen, verflog Jadamans Müdigkeit ...« oder sowas in der Richtung. Es macht ihn nicht wach, seinem Bruder ein Geheimnis anzuvertrauen, sondern seinem Bruder die Nase lang zu machen. Sich ein bisschen zu rächen dafür, dass Dojin Claha bekommt und Jadaman nicht

Mmh, Jadaman hat hier weniger Rachegedanken als du ihm zumutest Icon_smile. Er möchte seinem Bruder die Waffe einfach so zeigen, weil sie sich eigentlich mögen. Aufgeregt ist er aus zweierlei Gründen:
1. Weil er selbst von der Waffe begeistert ist. Wenn man etwas Neues hat, was auch noch rechtswidrig ist, glaube ich schon, dass man doch zumindest ein bisschen aufgeregte Freude empfinden, zumal er
2. sie seinem Bruder zeigt und nicht weiß, wie dieser darauf reagiert...

Zitat:Zitat: und seltsamer Weise verspürte Jadaman eine befriedigende Genugtun.
»seltsamerweise« ; und »Genugtuung«
Ein weiterer Hinweis auf die eigentlich gute Beziehung zwischen den Brüdern. Jadaman zeigt die Waffe tatsächlich nicht, um seinen Bruder eifersüchtig zu machen, sonst hätte er ja mit der Genugtuung gerechnet und das »seltsamerweise« wäre Fehl am Platz. Jadaman scheint überrascht über dieses Gefühl, wodurch der Konflikt, der folgt, der impulsiv und ohne Vorgeschichte wirkt.

Naja, dass kommt wohl eher daher, dass er Tief in seinem Inneren gar nicht eifersüchtig auf Dojin sein möchte...

Zitat:Zitat: Dojin ging vor der Seeoberfäche in die Knie, er würde den Fisch packen, bevor er sich vom Haken befreien konnte.
Wie oben schon gesagt, hat man dafür normalerweise einen Kescher; aber der Grund ist auch irgendwie … komisch *lach* Wenn der Fisch bis ans Ufer kommt, ohne die Schnur zu zerreißen, wird er sich innerhalb der 5 Sekunden, die man braucht, um ihn vom Wasser an Land zu befördern, auch nicht vom Haken reißen. Wobei ich grad nichtmal weiß, ob so ein Fisch sich überhaupt vom Haken reißen kann.
Er kann den Köder vom Haken pflücken oder die Schnur zerreißen, aber der Haken selbst sitzt normalerweise sehr fest (durch Widerhaken).
Ich würd Dojin sich einfach mit dem Kescher ans Ufer stellen lassen, damit er den Fisch ausm Wasser fischen kann. Wäre für mich als Laienangler die sinnvollste Unterstützung.

Mmh, das ist so eine Problemszene... ich brauchte einen Grund, warum Dojin am Rand steht und Jadaman nicht... das mit dem Kescher ist schon eine gute Idee, nur stellt sich mir da die gleiche Frage: Wozu dann überhaupt die Angel? Okay, ich sollte wohl einen anderen Grund finden, warum sich Dojin an's Seeufer stellt...

Zitat:„Ich habe keinen Waffenschein.“
Also prinzipiell finde ich »coole Sprüche« von Helden doof *lach* »Ich habe keinen Waffenschein« geht aber noch, weil es zumindest nicht total abgedroschen ist Icon_wink
Allerdings kann ich das »unendliche Bedauern« nicht einordnen … bedauert Jadaman das echt? Warum? Ich hätte es eher als Sarkasmus oder Spott interpretiert, ansonsten könnte er ja einfach schießen. Oder ist »Ich habe keinen Waffenschein« ernst gemeint? Ist ja unmöglich, da sie auch Tiere jagen wollten (ohne Waffenschein): das ist also so eine letzte Verhöhnung an die Doppelmoral Dojins. Aber warum dann das »unendliche Bedauern«? Warum das Mitgefühl? Das MUSS gespielt sein, und der Leser hat ein Recht.

Im Allgemeinen teile ich deine Meinung mit den coolen Sprüchen von Helden... nur wollte ich dadurch einen Bezug zu einer vorherigen Szene schaffen. Dojin weist ihn ja ironischer Weise selbst darauf hin, dass er keinen Waffenschein hat, es Jadaman dadurch also nicht erlaubt ist, die Waffe zu gebrauen. Später nimmt Jadaman dies als Ausweg, seine Tat geringerweise mit seinem Gewissen zu vereinbaren... jaja...

So, dann komme ich jetzt auch mal zum Schluss. Insgesamt: danke, dass du mir geschrieben hast. Die Anmerkungen waren für mich sehr hilfreich. Ich vergesse eben einfach oft, dass der Leser bestimmte Dinge ja gar nicht weiß... Smiley_emoticons_blush Umsomehr helfen mir eben die kritischen Anmerkungen!

Vielen Dank und liebe Grüße,
Lilia





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Beitrag #6 |

RE: Brüder
Hey Lilia!

Schön zu sehen, dass du dich von langen Kommentaren nicht verschrecken lässt (ja, ist mir schon passiert *lach* deshalb die ausschweifendere Warnung vorweg).

Zitat:Okaay, gibt mir allerdings zu denken... drücke ich mich unklar aus?
(bzgl. meiner Fehlinterpretation des Endes)
Nein, keine Sorge, das liegt überhaupt nicht an der Geschichte. Ich neige dazu, Dinge falsch zu verstehen und dann daran festzuhalten, selbst wenn im Text das genaue Gegenteil erzählt wird Icon_ugly Damit haben schon einige Autoren hier im Forum Erfahrung gemacht, sei also unbesorgt: Beim zweiten Mal lesen wusste ich gar nicht mehr, WIE ich überhaupt rauslesen konnte, dass Jadaman seinen Bruder erschießt. (Vielleicht guck ich zu viel Fernsehen Mrgreen )

Zitat:Mmh, ja, dass ist so ein Punkt... In Evaydon gibt es eine... gut ich nenn's jetzt mal eine Erzählung oder Überlieferung, vielleicht passt das ja besser, die von Jadamans "Verrat" an Dojin erzählt. Da die beiden Zwillinge sind, denken die Leute, sie müssten neu geborene Zwillinge vor der "Gefahr" der Eifersucht schützen... tja, ist zwar also eine mündliche Überlieferung, die vielleicht wahr ist, oder auch nicht, aber "Sage" trifft wahrscheinlich wirklich nicht so zu. Also danke für die Mühen des googelns
Ja, sowas in der Richtung dachte ich mir schon, dass es "einfach nur" so eine Art ... naja, bei uns wäre es vermutlich ein Text aus der Bibel Icon_wink
Ich google total gerne jeden Mist *lach* (auch damit haben diverse Autoren schon Erfahrung Icon_rolleyes ) und gebe - wenn ich schon viel meckern muss - auch gerne umfangreichere Tipps / Erklärungen / Vorschläge.
Wenn es in der Geschichte hauptsächlich um die Eifersucht geht, fände ich es noch wichtiger, sie von Anfang an darzustellen. Wie sie wächst und schließlich zu einem alles verschlingenden Monstrum wird. Zu Beginn ist es nur ein kleiner Stich, wird von Jadaman verdrängt, immerhin ist Dojin sein Bruder, da darf er nicht eifersüchtig sein. Aber die Eifersucht wächst und JAdaman kann es nicht verhindern. Bis sie schließlich beim Gedanken an Claha übermächtig wird und zu dem Tod Dojins führt. So wäre die Aussage der GEschichte nicht nur "Eifersucht ist schlecht" sondern zusätzlich noch: "Ist Eifersucht erst einmal da, findet sie viel Futter im Menschen, so dass sie schnell wachsen kann" oder sowas *lach* Also ruhig ein bisschen mehr auf die Moral-Schiene wechseln, wenn die Geschichte wirklich diesen Zweck hat, den Leuten bestimmte Dinge zu rechtfertigen Icon_wink

Zitat:Ja, ich glaube das ganze kommt etwas unausgereift bzw. unglaubwürdig rüber... Im Grunde mag Jadaman seinen Bruder, er wünscht im eigentlich alles Gute, aber gleichzeitig staut sich über die Jahre ein Hass in ihm auf, der durch die Tatsache, das Dojin Claha heiraten darf / soll, hervorbricht. Als Dojin dann angegriffen wird, ist Jadaman durch den Hass voreingenommen und zögert. Hätte er mehr Zeit zum nachdenken, dann hätte er seinen Bruder sicherlich gerettet, es ist ja nicht so, als ob er ihm den Tos wünschen würde...
Jup, so grundsätzlich kam die Aussage auch rüber ... also beim Lesen konnte ich mir denken, dass du sowas in der Art darstellen willst. Ich weiß, ich wiederhole mich, sorry: Lass den Hass von Anfang an da sein. Nur leicht, vielleicht sogar so, dass jadaman sich selbst drüber ärgert, sich schämt. Lass ihn versuchen, wie zu Kindertagen mit Dojin Spaß zu haben, aber immer wieder schiebt sich der nagende Gedanke an Claha dazwischen und friert die Gemütlichkeit zwischen den beiden ein.
Was mir bei sowas oft hilft: Speicher den Text, so wie er ist, ab, und öffne ein neues Dokument, in dem du eine oder auch mehrere neue, unterschiedliche Fassungen schreibst. Dann hast du nicht das Gefühl, möglicherweise etwas "Kaputtzumachen", sondern kannst wild ausprobieren und einfach mal alles aufschreiben, wie es dir so in den Sinn kommt.

Zitat: Jaja ich geb's zu, den Namen "Jadaman" muss ich ändern!! Hört sich... nicht ernst zu nehmend an...
Ich habe viele merkwürdige Interessen, unter anderem bastle ich Fantasywelten und beschäftige mich dabei recht viel mit Namensgebung / Namensfindung / Namenszuordnung. Deshalb sind mir solche Dinge immer sehr wichtig - anderen Lesern wird es vermutlich ganz egal sein *lach*

Zitat:Mmh, das ist so eine Problemszene... ich brauchte einen Grund, warum Dojin am Rand steht und Jadaman nicht... das mit dem Kescher ist schon eine gute Idee, nur stellt sich mir da die gleiche Frage: Wozu dann überhaupt die Angel? Okay, ich sollte wohl einen anderen Grund finden, warum sich Dojin an's Seeufer stellt...
(Vorweg: Ich war schon ewig nicht mehr angeln und früher auch nur mit einer Freundin heimlich an einem See; und mehr als 2 Fische haben wir am Tag nie gefangen Icon_ugly )
Das mit dem Kescher ist durchaus sinnvoll, wenn man mit der Angel angelt. Solange der Fisch noch unter Wasser ist, "zieht" man ihn ja eher zu sich. Wenn er dann ans Ufer kommt, muss man ihn "rausheben", was dadurch, dass die Angel ja normalerweise ein elastischerer "Stock" ist, schwieriger wird. Wenn also einer den Fisch einholt (zum Ufer bewegt), und der andere ihn dann mit einen Kescher letztendlich aus dem Wasser fischt, dürfte das ein eher üblicher Vorgang beim Angeln sein.
Falls sich doch noch jemand dann über die Stelle beschwert, darfst du die Schuld auf mich schieben Mrgreen Icon_wink

Zitat:Ich vergesse eben einfach oft, dass der Leser bestimmte Dinge ja gar nicht weiß...
Ja, das kenn ich Icon_wink


Über den "Bearbeiten"-Button unter deiner Geschichte kannst du eine überarbeitet Version des Textes einfügen. Auch wenn du die inhaltlichen Sachen (noch) nicht umschreibst, ist es hier im Forum üblich, textliche Fehler (Grammatik, Formatierung, Rechschreibung) auszubessern, damit spätere Leser nicht auch alles wieder aufzählen.

Falls noch Fragen sind - ich steh zur Verfügung Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #7 |

RE: Brüder
Hallo Lilia,

ich hab glaube ich, noch nichts von dir gelesen und bin deshalb umso gespannter. Icon_smile

Was mir auf den ersten Blick auffällt: Die Geschichte ist ja wirklich sehr kurz, sogar für eine Kurzgeschichte. Aber das hat ja nichts zu sagen, ich werde mich erstmal ans Lesen machen.

Zitat:Warmer Sonnenschein, der in das saftige Gras leuchtende Muster malte. Wie gut sich die Gräser unter Jadamans Händen anfühlten. Wie richtig.

Schön, wie du mit so wenigen Sätzen/Worten hier die sommerliche Atmosphäre aufbaust. Gefällt mir gut. Pro

Zitat: Zwischen den Laubkronen konnte man die weiße Steilwand des Fels- Plateaus erahnen.

Ich bin da unsicher, aber ich hätte „Felsplateaus“ geschrieben. Deins sieht irgendwie falsch aus. Icon_wink

Zitat:Ein Angelausflug in den Wald.[quote]

Hmm, ich weiss natürlich was du mir sagen willst, aber so liest sich der Satz für mich komisch. Ich hätte „Ein Angelausflug zum See/Fluss.“ geschrieben, weil „Wald“ klingt nach meinem Verständnis so „trocken“. Andrerseits ist es ja logisch, dass da irgendwo ein Gewässer sein muss, sonst könnten sie ja nicht angeln. Icon_ugly Daher ist es wohl Geschmackssache und ich hätte zu einem simplen: „Ein Angelausflug.“ gegriffen.

[quote]„Darf ich dir ein Geheimnis verraten?“ „Mmh, klar.“ „Ich möchte dir was zeigen.“

Das liest sich so nicht gut. Ich würde jedem Satz/bzw. neuem Sprecher eine eigene Zeile gönnen.

Zitat:„Wie bist du da rangekommen? Du hast keinen Waffenschein, das ist rechtswidrig!“

Vielleicht’s liegt’s an mir und meinen Vorurteilen gegenüber der Fantasy, aber ich dachte wie immer, dass wir uns in einer mittelalterlichen Welt befinden und bin deshalb über den Waffenschein gestolpert – sowas gab’s damals mMn noch nicht. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck gerade, das kann sich natürlich im Lauf der Geschichte noch klären, bzw. weiss ich ja noch nicht in welchem Zeitalter wir uns genau befinden. Icon_wink

Zitat:„War doch irgendwie vorher zu sehen, oder?“ Nervös begann Jadaman die Grashalme neben ihm zu entwurzeln. „Unsere Eltern... das war schon immer so, mich mögen sie einfach nicht.

Okay, hier komme ich nicht mit. Der Themenwechsel ist sehr aprubt. Klar, das Thema mit der Waffe ist schon irgendwie abgeschlossen, aber trotzdem kommt mir der Übergang sehr krass vor. Irgendwie sollte du bald klären, was das für eine Eltern-Vorbildssohn-Erbe-Geschichte ist.

Zitat:„Erschieß es, erschieß es!!!“

Ein Ausrufezeichen genügt völlig. Auch unten bei dem „Tu was“. Allein aus der Situation heraus, kann sich gut vorstellen, wie er das brüllt.

Zitat:in den dunklen Tiefen des kristallenen Sees verschwand.

„Ich habe keinen Waffenschein.“

Schönes Ende. So kühl und „rund“, weil du den Waffenschein wieder aufgegriffen hast. Die Leerzeile dazwischen brauchst du übrigens nicht. Es wirkt so, als würde er ne Stunde warten und dann den Satz sagen. Icon_wink

Und schon bin ich am Ende angelangt. Gut, also von der Länge her find ich es in Ordnung, ich denke du hast der Geschichte genug Freiraum gelassen. Faszinierend find ich ja, dass ich Jadaman Reaktion ganz gut nachfühlen kann, obwohl du das Thema doch nur relativ kurz angeschnitten hast. Aber ich denke, mehr als die paar Stichpunkte, die gefallen sind, braucht man nicht. Man kennt ja die Geschichte vom älteren, bevorzugten Bruder ja aus der Literatur zur genüge. Auch, wie du die Waffe ins Spiel gebracht hast, find ich gut gemacht. Er zeigt sie ihm, einfach so, ohne das es zu aufgesetzt klingt.
Das einzige (kleine) Manko – was ich ja schon angesprochen hatte – ist wie gesagt dieser Themenwechsel. Ich würde da irgendeine Verbindung schaffen, wie zum Beispiel: „Ich bin der ältere, mir steht auch eine Waffe zu.“ „Nee, ich will aber auch was haben, du griegst schon Haus und Hof und das Mädchen“ so in dieser Art.
Alternativ dazu, könntest du dazwischen auch noch mehr Zeit verstreichen lassen und irgendwas einbauen, wie: „Ihre Gedanken glitten weiter“ und dann wieder einsteigen mit: „Hey, unsere Eltern haben mir heute Haus und Hof und das Mädchen versprochen“ So, dass halt deutlich wird, dass diese Entscheidung (vielleicht) noch frisch ist und sich Dojin da Gedanken drüber macht.

Vom Stil her hab ich nichts zu meckern. Du baust - wie schon gesagt – die Atmosphäre mit wenigen Sätzen, sehr schön auf, die Action-Szene untermalst du mit kurzen, knappen Gefühlen und Gedanken und das Ende gefällt mir auch sehr in seiner Knappheit.

Also ich hab’s wirklich gern gelesen und würd mich freuen, wenn es irgendwann mal was Längeres von dir gibt. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #8 |

RE: Brüder
Hallo,
also die Idee und die Geschichte an sich find ich toll. Hier ein paar kleine Kritikpunkte.
Versuchs im allgemeinen mit wenigen, aber treffenden und starken Adjektiven.
Verwende noch andere Anreden für die Brüder als nur den Namen und Brüder. Wie zum Beispiel "Der junge Mann". Da wäre auch gleich das Problem mit dem Alter geklärt. Icon_smile
Versuch weniger aprupte Gedankensprünge bei den Figuren. Gestalte zum Beispiel einen Gedankengang, wie er auf die Waffe kommt. Read
So einzelne Passagen aus deinem Text nehm ich jetzt nicht raus, weil ich denke, dass die anderen da im Großen und ganzen schon alles markiert haben.[/quote]


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Beitrag #9 |

RE: Brüder
Hallo,

zunaechst kann ich mich meinen Vorgaengern anschliessen, du kannst die Situation und die Atmosphaere mit einigen kurzen Saetzen gut beschreiben. Das laesst sich vor allem auch besonders angenehm lesen. Nur ist es manchmal etwas schwer herauszufinden wer gerade etwas gesagt hat (ist halt bloed wenn man nur "er" schreiben kann Mrgreen).

Zitat:„Darf ich dir ein Geheimnis verraten?“ „Mmh, klar.“ „Ich möchte dir was zeigen.“

Ich wuerde die gesprochenen Saetze etwas mehr von einander trennen, durch einen Bindestrich oder einen Absatz.

Zitat:So als würde das Ding der Schnur folgen.
Sich an ihr entlang hangeln.

Mir war manchmal nicht ganz klar wann genau du die kursive Schrift benutzt. Um manches hervor zu heben oder Gedanken niederzuschreiben? Im letzteren Fall waere an der Stelle das kursive unnoetig.

Zitat:Er starrte auf den spiegelglatten See um seine Eifersucht zu ertränken.

Der Satz gefaellt mir besonders gut, der See wird perfekt fuer den Ausdruck der Gefuehle genutzt.

Dass der Waffenschein am Ende nochmal vorkommt und sich damit auf den Anfang bezieht rundet die Geschichte sehr gut ab.

Nun, ich denke dass ich dir nicht viel neues Sagen, du hast schon einige Rueckmeldungen gekriegt Icon_smile. Insgesamt finde ich deinen Schreibstil sehr gut und ich bin gespannt ob es von dir mehr zu lesen gibt (gerne eine weitere Geschichte aus deiner Welt).

Viele Gruesse.


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