Es ist: 27-06-2022, 22:02
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Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Beitrag #11 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Ich starte auch gleich ein bisschen Reanimation. Mrgreen

Ich glaube, dass ein Forum wie dieses einfach einen Superstart für alle, die gerade Gefallen am Schreiben gefunden haben, bietet, um sich Ratschläge und Anregungen von anderen holen, die sich schon länger mit kreativem Schreiben beschäftigen, und auch für diejenige, die bereits erste Schreiberfahrungen hinter sich haben und nun auch andere Meinungen einholen wollen - zu denen zähle ich mich, wie man vielleicht schon gemerkt hat. ^^

Ich habe vieeeele Romane(-ideen) auf der Festplatte schlummern, von allem ein bisschen etwas, aber vor allem Fantasy und Liebesschwulst.Smiley_emoticons_blush Ich habe vier Jahre an einer einzigen Geschichte geschrieben, die zuletzt zu einer Bestie von knappen 900 PC-Seiten ausgeartet ist, und dachte nach Abschluss, "das ist es! Perfekt!" Hab mich dann gleich Fortsetzungen und anderen Projekten gewidmet, bis ich nach ein paar Jahren wieder einen Blick drauf geworfen habt. Kennt ihr das? Ihr denkt, so wie es geschrieben ist, ist es tadellos, besser geht es einfach nicht, dann muss aber nur etwas Zeit vergehen und plötzlich BAMMIcon_shocked erwischt es euch eiskalt: jetzt habt ihr die nötige Distanz, um euer Geschriebenes objektiv beurteilen zu können und mit einem Mal ergeben sich da Ecken und Kanten, die vorher noch nicht da waren. So ist es mir auf jeden Fall gegangen und jetzt bin ich zum Neuschreiben übergegangen. Write Aus dem 900seitigen Monstrum werden allmählich 11 fortlaufende Romane á la 150 Seiten. Die Aussage ist nicht ganz falsch, eine gute Geschichte ist wie ein Wein, sie muss sich eine Zeitlang setzen, um aus ihrem vollem Potential zu schöpfen. ^^
Also ich hoffe, dass ich euch auch das ein oder andere Kapitel davon vorstellen kann und sich die Bearbeitung bemerkbar macht.Mrgreen

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Beitrag #12 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Hej,

Gut, dass du das Thema hier mal rausgekramt hast, habe ich nämlich noch gar nicht gefunden. Und was die Reanimation betrifft ... Dazu kann ich mich gleich noch weniger durchringen als zur Suche von irgendwelchen alten, wenn auch interessanten Beiträgen. Icon_smile

Ja, ich kenne das. Ich habe auch einen Roman begonnen, zu Ende gebracht, und weitergeschrieben. Das nicht nur ein Mal, um genau zu sein. Da hatte ich also drei Jahre lang an Fortsetzungen gearbeitet, war sooo stolz auf mich und dann, bei Band sieben auf Seite 1500, fiel mir auf, dass ich mich verzettelt hatte und die Geschichte eigentlich Mist war. Nächster Versuch also, von ganz vorne, mit neuem Thema und ein paar Personenänderung. Wieder lief die Sache nach demselben Muster ab: Schreiben, stolz auf mich sein, Fortsetzung. Den zweiten Teil hatte ich sogar beendet, den dritten in der Idee angefangen. Allerdings fiel mir auf, dass es von Seite zu Seite schlechter wurde und mit einer unguten Vorahnung nahm ich mir noch mal den ersten Band vor. Po prostu szok! Entschuldigt bitte diese Einlage, aber es ließ sich nicht wirklich anders ausdrücken. Was es heißen soll: Es war einfach ein Schock, aber auf Deutsch lässt es sich nicht in dieser Bedeutungsbnuance beschreiben, in der ich es haben wollte. Panisch machte ich das Heft (ich schreibe liebend gerne auf Papier) wieder zu und saß dann eine halbe Stunde kopfschüttelnd da. Was folgte? Eine Pause, in der ich mich mit ganz anderen Dingen beschäftigt habe. Jetzt versuche ich es also noch einmal, mit der verbesserten Idee von diesem Band, und ich habe mir vorgenommen, keine Fortsetzungen zu schreiben, weil auch die Modifizierung der Handlung das nun nicht mehr zulassen würde. Die Länge kann ich noch nicht abschätzen, aber ich warte noch, bis ich meine Sprache wiederfinde.

Es stimm wirklich: Einen Roman schreibt man nicht von einem Tag auf den anderen. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass man einen riesigen Abstand zu den Dingern braucht, um wirklich etwas Mitreißendes hinzukriegen. Ich schreibe zur Zeit Fantasy, da muss ich mich stundenlang mit der Verbesserung der Welt und mit der Klärung irgendwelcher geschichtlicher Fragen beschäftigen (das mache ich gerade, wohl komme ich deshalb nicht sichtbar vorwärts, während sich Zusatzmaterialien anhäufen), das braucht seine Zeit. Manchmal komme ich mir vor, dass ich schon halb in dieser von mir geschaffenen Welt lebe, dennoch gibt es noch tausend unlogische Dinge, die ich noch genauer ausarbeiten muss ...
Vielleicht ist es auch nur in meinem Fall so, aber dennoch denke ich, dass auch die Charaktere ihre Zeit zur Entwicklung brauchen. Die meisten Figuren in meinem Roman, oder eher in der Idee, habe ich erfunden, als ich 11 war. Bis jetzt konnte ich mich nicht von ihnen trennen, aber was damals noch ein kindlich naiv- idealisierter Charakter war, hat inzwischen eine etwas natürlichere Form bekommen, durch eine eigene Geschichte und seine Ecken und Kanten. Klar ist es schwer, so etwas darzustellen und ich bekomme das wahrscheinlich eher wenig bis gar nicht hin. Aber dennoch habe ich jetzt 6 Jahre damit verbracht, sie ganz langsam weiterzuentwickeln und sie zu verstehen. Eventuell noch nicht genug.
Alles braucht seine Zeit, erst recht eine Geschichte oder gar einen Roman. Wenn andere Dinge schon gammeln, beginnt sozusagen der Frühling des Romanjahres Icon_lol

Viele Grüße, Eselfine


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Beitrag #13 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Schön, dass ich eine Leidensgenossin in dieser Sache gefunden habe. Wave

Ich war 10, als ich zum ersten Mal den Drang verspürt habe, zu schreiben. Sage und schreibe 3 Jahre hat es mich gekostet, den perfekten Einstieg zu finden, um die Geschichte niederzuschreiben (selbigen habe ich den letzten 2 Jahren wieder verworfen lol). Dann habe ich 4 Jahre ohne Unterlass geschrieben, also in einem Alter, in dem noch alles vage ist und man erst zu seinem eigenen Stil und eigener Persönlichkeit finden muss. Größenwahnsinnig wie ich war, meinte ich, es dabei belassen zu können. Jetzt, mit 23, staune ich nicht schlecht über mein damaliges Alter Ego und betreibe Schadensbegrenzung. Teilweise bereue ich es, zu früh mit dem Schreiben begonnen zu haben, allerdings habe ich, wie du liebe Eselfine, in meinen Figuren Freunde fürs Leben gefunden, von denen ich mich nicht mehr trennen kann und es auch gar nicht will. Icon_ugly
Vor gut ein paar Jahren habe ich mal ein Interview mit einer Cosplayerin gelesen, die nach ihren Lieblingskostümen gefragt wurde, sie antwortete, dass sie ihr erstes Kostüm nie vergessen könnte, nicht weil es besonders gelungen gewesen wäre, sondern weil es einfach immer ihr erstes bliebe, auch wenn sie es bereue, dass es nicht besser geworden ist. Damals dache ich mir - ganz schön naiv ^^" - "dann hättest du dich eben mehr angestrengt!" Heute blicke ich auf mein eigenes Erstlingswerk zurück und weiß genau, was die Cosplayerin gemeint hat. Man ist umso vieles reicher an Erfahrungen, die man gut ein paar Jährchen früher gebrauchen hätte können und kann es doch nicht ungeschehen machen. Nur fleißig Üben, Üben, Üben heißt da die Devise. Mrgreen

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Beitrag #14 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
(06-02-2013, 16:21)Sniffu schrieb: eine gute Geschichte ist wie ein Wein, sie muss sich eine Zeitlang setzen, um aus ihrem vollem Potential zu schöpfen. ^^

ey, du Sprücheklauerin Icon_wink

Das von dir beschrieben Gefühl kenne ich. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, nur Kurzgeschichten zu schreiben. Da ist es halb so schlimm, wenn man nach einem Jahr das Geschriebene schlecht findet. Bei einem Roman hingegen wäre mir das viel zu viel Mühe, nur um danach zu realisieren, dass man es hätte besser machen können.
Werde also mit irgendwelchen Romanprojekten noch ein paar Jährchen warten.

Zitat:Teilweise bereue ich es, zu früh mit dem Schreiben begonnen zu haben

Darf man fragen wieso? Weil ich selbst bereue, dass ich so spät mit Schreiben begonnen habe (zirka 19, und das war nur eine einzige Geschichte, die dann hier zerrissen wurde, woraufhin ich mich dann ungefähr zwei Jahre erholen musste bis ich wieder mit Schreiben weitermachte Icon_wink )





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Beitrag #15 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Hej,

Das stimmt durchaus. Man schreibt also etwas und denkt, man wäre so gut, und am Ende ... Aber andererseits finde ich es nicht schlimm, so früh mit dem Schreiben begonnen zu haben. Ich war schon immer von Büchern fasziniert und wollte so etwas auch erschaffen, eigene Welten und von anderen gelesen werden. Irgendwo habe ich noch in einer Schublade ein Heft mit meinen ersten Zeichungen liegen, da sind auch meine ersten Texte drin. Das Problem ist nur - ich kannte das Alphabet noch nicht, konnte nicht mal lesen. Mit fünf habe ich mich also hingesetzt und habe Kringel gemalt, mit dem übermächtigen Wunsch, etwas Eigenes zu verfassen. Hm. Ich weiß nicht, aber ich glaube, ich habe es genossen, schreiben zu lernen, da es mir ermöglichte, das aufzuschreiben, was mich bewegte. Vielleicht war es meine Faszination für die Sprache, für Worte allgemein, weswegen ich nie Probleme mit Deutsch hatte, nicht mal in der ersten Klasse (In dem Zusammenhang fällt mir meine Deutschlehrerin in der 3. Klasse ein. Wir sollten einen kurzen Text schreiben, über irgendetwas. Ich war gerade in der Pferdephase und schrieb über ein "Turnier". Weißt du, was Werkstattaufgaben sind? Eine Reihe von Aufgaben, die wir alleine bearbeiten sollten und in solchen kleinen Kästen gelagert wurden. An der Tafel hingen Listen, welche Aufgaben wir schon erledigt hatten und welche wir noch machen mussten, und am Ende wurde es kontrolliert. Das gab es in Deutsch und in Mathe. Interessant, dass es mir jetzt wieder einfällt. Das ist "ewig" her, aber es hat mich auch 4 Jahre lang begleitet. Jedenfalls gab ich meinen Text am Lehrertisch ab und nahm mir die nächste Aufgabe vor. Irgendwann wurde ich total ungläubig angestarrt und später von meiner Lehrerin gefragt, woher ich denn die Wörter "Parcour" und "Turnier" kenne, und dann auch noch fehlerfrei schreiben konnte! Eine Erklärung hatte ich dafür aber auch nicht).
Der Wunsch zu einem abgeschlossenen Roman war also von ganz klein auf, nachdem ich die Welt der Bücher kennengelernt hatte, immer da. Habe ich mit 9 mein erstes Projekt gestartet, das irgendwo immer noch liegt und ich manchmal lächelnd über meine Naivität lese? Ich weiß es nicht mehr, aber es ist auch nicht so wichtig. Zumindest merke ich, dass ich über die Jahre hinweg Fortschritte gemacht habe, aber ich weiß nicht, was noch werden kann, da ich immer noch übe. In der Lage, etwas richtig Gutes zu schreiben, bin ich nämlich noch lange nicht. Und warum sollte man nicht früh anfangen und lange Zeit zum Üben haben? Klar kann man sich übernehmen, sich selbst überschätzen. Das ist sogar mehr als wahrscheinlich, weil es dir ja genauso erging wie mir.

Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass ich gerade mit 17 eben in jenen Jahren bin, in denen alles vage ist, wie du es beschreibst. Und sicher werde ich in ein paar Jahren wieder ganz anders über das Geschribsel denken, das ich jetzt veranstalte. Dennoch habe ich aber inzwischen das Gefühl, mich selbst einigermaßen zusammengekleistert zu haben, um mich anderen Dingen zuzuwenden. Auch schreibend Icon_smile

Oh. Wenn ich in fünf Jahren das hier noch einmal lesen sollte, werde ich mich wohl fragen, was ich mir dabei gedacht habe. So geht es mir immer, wenn ich in das reingucke, was andere Tagebuch nennen. Wie naiv ich doch war, was für ein Kind! Und es ändert sich sogar von einem Austauschjahranfang bis zur Mitte, weil ich endlich mal die Bedeutung der Zeit kennengelernt habe! Ich erwarte also nichts Gutes. Icon_ugly


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Beitrag #16 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Zitat:Sniffu schrieb: eine gute Geschichte ist wie ein Wein, sie muss sich eine Zeitlang setzen, um aus ihrem vollem Potential zu schöpfen. ^^

ey, du Sprücheklauerin

In etwa einer der ersten Sätze, die ich hier gelesen habe, und hab mich deswegen hier gleich gut aufgehoben gefühlt. Icon_cuinlove

Mit 18 war ich mit der Kerngeschichte meines Romans fertig und hab mich gefühlt, als hätte ich soeben etwas Großartiges geschaffen. Eine ziemlich überhebliche Einstellung, vor allem wenn ich hin und wieder in die Word-Datei gelugt habe, viele Stellen unmöglich gefunden habe, sie aber einfach nicht umändern konnte, weil ich zu großen Respekt vor meinem jüngeren Ich hatte, das sich etwas dabei gedacht hatte, warum es gewisse Stellen so und nicht anders geschrieben hat. Mit der Zeit bin ich aber dann draufgekommen, dass dieses junge Ich ziemlich ignorant war, zwar genau wusste, was es schreiben wollte, aber noch zu wenig Erfahrung hatte, sich entsprechend auszudrücken. Generell kann man nie früh genug mit etwas beginnen, doch ich hätte mir damals doch mehr Leseerfahrung gewünscht, damit ich jetzt nicht alles umschreiben müsste und mich anderen Projekten widmen könnte. Anstatt mich nach neuen Ideen umzuschauen, koche ich mit Kaffee von vorgestern, der zwar noch immer ganz gut schmeckt, doch dessen Geschmack mir nur allzu bekannt ist und mich allmählich anödet.

@Eselfine

Stell dir unbedingt den Wecker für in 5 Jahren! Mrgreen Nicht nur dein Schreibstil, sondern auch dein Lebensstil wird sich verändert haben, du wirst mit einem größeren Horizont auf deine damaligen Gefühle und Gedanken zurückblicken und vl von dir selbst noch lernen. Bei mir hat sich irgendwann der Schalter umgelegt und ich wusste: "jetzt kannst du es besser, mach was draus!" Generell kann ich aber immer den Rotstift (bzw. die Delete-Taste) bei meinen Texten zücken, wenn genügend Zeit vergangen ist. ^^

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Beitrag #17 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Soll wohl manchmal auch zum Zeitvertrieb genügen Icon_ugly


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Beitrag #18 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
(06-02-2013, 16:21)Sniffu schrieb: Ich habe vier Jahre an einer einzigen Geschichte geschrieben, die zuletzt zu einer Bestie von knappen 900 PC-Seiten ausgeartet ist, und dachte nach Abschluss, "das ist es! Perfekt!" Hab mich dann gleich Fortsetzungen und anderen Projekten gewidmet, bis ich nach ein paar Jahren wieder einen Blick drauf geworfen habt. Kennt ihr das? Ihr denkt, so wie es geschrieben ist, ist es tadellos, besser geht es einfach nicht, dann muss aber nur etwas Zeit vergehen und plötzlich BAMMIcon_shocked erwischt es euch eiskalt: jetzt habt ihr die nötige Distanz, um euer Geschriebenes objektiv beurteilen zu können und mit einem Mal ergeben sich da Ecken und Kanten, die vorher noch nicht da waren. So ist es mir auf jeden Fall gegangen und jetzt bin ich zum Neuschreiben übergegangen. Write Aus dem 900seitigen Monstrum werden allmählich 11 fortlaufende Romane á la 150 Seiten. Die Aussage ist nicht ganz falsch, eine gute Geschichte ist wie ein Wein, sie muss sich eine Zeitlang setzen, um aus ihrem vollem Potential zu schöpfen. ^^
Also ich hoffe, dass ich euch auch das ein oder andere Kapitel davon vorstellen kann und sich die Bearbeitung bemerkbar macht.Mrgreen
Oh Sniffu, das kenne ich nur zu gut. Ich habe vor, dieses Jahr oder nächstes auch mein erstes richtiges MS neu zu schreiben. Hach, wie stolz ich damals darauf war. Ich habe mich natürlich gleich bei allen passenden Publikumsverlagen beworben in der Hoffnung, das nächste Wunderschreibkind zu werden. Icon_lachtot Die Absage von LYX lag übrigens drei Jahre später im Briefkasten, da dachte ich mir auch erst mal "WTF, was wollen die von mir?!"


Mein derzeitiges Schubladensorgenkind, das vermutlich niemals aus der Schublade kommen wird, obwohl ich es - aus meiner subjektiven Autorensicht - gut geschrieben finde, ist ein high fantasy-angehauchter Dark Fantasy-Roman mit Steampunkelementen, in dem es um einen Vampir (dem Bastardsohn eines verrückten Möchtegerngottes), einen Halbdämon und einen paranoiden wie unfähigen Nekromanten geht.

Versucht habe ich es natürlich schon und mich hinter einer immer länger werdenden Liste an Veröffentlichungen verschanzt, bei der ich hoffte, dass sie etwas herausreißt, aber den auf dark fantasy-spezialisierten Verlagen war es zu high, die High Fantasy-Verlage wollen von Vampiren nichts wissen, für Steampunkverlage ist es nicht steampunkig genug usw. usf.
Traurig bin ich darüber nur bedingt, ich würde das MS auf jeden Fall wieder schreiben. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe auch viel dabei gelernt. (Außerdem habe ich nur drei Wochen dafür gebraucht. Smiley_emoticons_blush -) Auf jeden Fall liebe ich es über alles. Demnächst werde ich meinen Create Space-Gutschein dafür einlösen und mir fünf Exemplare für den Hausgebrauch drucken lassen, damit wenigstens ich und ein paar ausgewählte Freunde mein neues Lieblings-MS zum Anfassen haben. Icon_cuinlove


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Beitrag #19 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Also was mich angeht habe ich zur Zeit nur eine Sache, die langsam vor sich hin gammelt. Es handelt sich um die Geschichte, die ich hier vor gut zwei Wochen reingestellt habe. Ich versuche irgendwie weiter zu kommen, aber dann schaue ich am nächsten Tag drüber und denk mir: "Boah, ist das scheiße!" und schreibe alles nochmal neu
Dabei weiß ich eigentlich ganz genau wie es weitergehen soll... Furchtbar!Icon_motz

@Cairiel: Die Idee mit dem Nekromanten, Vampir und Halbdämon ist klasse. Solltest du irgendwann damit fertig sein, würdest du mir den Text dann mal schicken?

P.S.: Was ist Steampunk?

Er blieb noch einmal stehen, als er an mir vorbeikam. Er hob die Hand zum Abschied, eine prasselnde Fackel, aus der weiße Funken sprühten. Er war nun ganz Flamme geworden, ein Anblick von unvergeßlicher Schönheit. - Die Stadt der träumenden Bücher, Walter Moers

Homunkoloss aber wuchs und wuchs, immer strahlender, ein Geschöpf aus wucherndem Licht, aus dem flüssiges Feuer tropfte. Und nun fing er an zu lachen. Er lachte das raschelnde Lachen des Schattenkönigs, das ich schon lange nicht mehr gehört hatte. - siehe oben

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Beitrag #20 |

RE: Ich hab da einen ******Roman in der Schublade!
Die Lösung scheint einfach, aber wie so oft, ist es die Umsetzung nicht so ganz. Dennoch sollte man sich angewöhnen bei längeren Geschichten folgende Reihenfolge einzuhalten:

1) Die Idee (gut, das ist sonnenklar, aber lasse ich diesen Punkt aus, kommt sicher einer daher und reklamiert ihn)
2) Der Plot
Diese Mühe macht sich kaum jemand. Aber nur wenn man die Geschichte von A bis Z durch dacht und in groben Zügen aufgeschrieben hat, kann man später einem roten Faden folgen. Selbst wenn man sich trotzdem verzettelt, findet man dank des Plots wieder auf den richtigen Weg zurück.
Man muss aber schon beim Plot darauf achten, dass die wesentlichen Kriterien für eine gute Geschichte passen.
Glaubwürdige und interessante Charaktere
Spannende Handlung ohne endlos langen Beschreibungen
Wendungen
Spannungsbogen

Fehlt auch nur ein Element oder ist mangelhaft, wird es nicht funktionieren.
3) Entwurf schreiben
Das bedeutet, man schreibt die ganze Geschichte bis zum Ende. Aber man macht sich nicht groß Gedanken um Formulierungen oder sonstige Details. Einfach in einer Wurst schreiben. So wie man sich das im Plot vorgenommen hat. Im Notfall kann man auch mal eine Stelle auslassen, wenn man gar nicht weiß, wie man das formulieren soll.
Hauptsache nicht steckenbleiben. Das muss flott voran gehen. Raus aus dem kreativen Schatten in das Licht der Realität.
4) Überarbeitung
Jetzt beginnt der Schweinekram. Die harte Arbeit. Dort wo das Talent an den Mühlen der Wahrheit zerschellt. Wie viel Schweiß ist man bereit, in seine Leidenschaft zu investieren? Immer und immer wieder muss man sich sein Werk selbstkritisch vornehmen. In seinen Eingeweiden wühlen, es zerlegen und hinterfragen.
Den Glauben darf man nicht verlieren. Dazu hatte man beim Verfassen des Plots genug Gelegenheit. Wenn man es bis hierher geschafft hat, dann muss bereits Substanz vorhanden sein. Vielleicht ist es noch tief verborgen, aber dazu hat man eine Reihe von Tools, mit denen man die Geschichte lesenswert für andere macht.

Es ist ein langer Weg. Besser man weiß das bereits bei der Geburt.


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