Es ist: 02-12-2020, 04:45
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Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Beitrag #11 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Du darfst mich gerne zitieren *g* - hier geht es ja noch, da habe ich schon ganz andere Kaliber gelesen, die konnte man direkt seitenweise umblättern.

Ich denke auch, dass wir sehr oft die wirkliche Rolle der Frau früher vergessen. Mit unserem heutigen Verständnis fällt es oft sehr schwer, manche Entscheidungen zu verstehen oder hinzunehmen. Aber die archaische Gesellschaft ist ja noch lange nicht ausgestorben, man braucht sich ja nur bei anderen Kulturkreisen umzuschauen, da gibt es immer noch genug, wo die Frau nix zu sagen hat - das ist uns allen bewusst.

Deshalb bin ich vielen Frauen auch so unendlich dankbar, die für uns gekämpft haben und unter Einsatz ihres Lebens den Frauen bessere Bedingungen verschafft haben. Was aber leider allzu schnell wieder vergessen wird oder als amüsante Begebenheit abgetan.

Und auch, wenn ich die tollen Kleider in Historienschinken bewundere - so leben möchte ich auf keinen Fall - da hat ja Joanna schon ihre Schwierigkeiten, das kommt auch ganz gut rüber. Meine Mutter hat mich dann auch ganz schnell aus meinem Traumschloss geholt, denn wir würde ja beileibe nicht der Gesellschaftsschicht angehören, die diese tollen Kleider auch trägt - wir gehören zur arbeitenden Bevölkerung Icon_lachtot

LG
Patty


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Beitrag #12 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
(27-11-2011, 17:19)Patty schrieb: ... denn wir würde ja beileibe nicht der Gesellschaftsschicht angehören, die diese tollen Kleider auch trägt - wir gehören zur arbeitenden Bevölkerung Icon_lachtot

So ist es. Und da müssten wir uns vermutlich sogar freuen, wenn sich ein Baron wie Alan selbst zum Schutzpatron ernennt. Von den schicken Kleidern (meine Leidenschaft - das dürfte aber kein Geheimnis mehr sein) einmal ganz abgesehen, ist dies vermutlich das Beste, was einer Fremden wie Joanna passieren konnte.
Wir alle wüssten vermutlich doch den einen oder anderen Mann (exemplarisch, Frauen sind leider erfahrungsgemäß nicht viel toleranter) beim Namen zu nennen, der einen solchen "Störenfried" nicht annähernd so freundlich in seiner Welt wilkommen hieße ...

LG
Jeanine (die jetzt Feierabend macht und morgen literarisch nach West-Britannien zurückkehrt)


Viele Grüße
Jeanine


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Beitrag #13 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Hallo, ich möchte mich zu einigen Aussagen gerne zu Wort melden - auch wenn ich nicht 'mit'lese.

Zitat:Burghard Spinnen habe ich kürzlich sagen hören, dass seiner Meinung nach alle historischen Romane, die nicht unter Befragung von Zeitzeugen entstanden seien, genau genommen in die Kathegorie "Fantasy" fielen.
Da stimme ich ihm (und Dir) zu 200% zu.

Jeanine schrieb:
Zitat:Ja, es gab die Salons intellektueller und charmanter Frauen, in denen Literatur und Philosophie diskutiert wurden. Doch auch sie haben klare Vorstellungen davon, welche Rolle eine Frau in Gesellschaft und Familie spielen sollte. Nach der frz. Revolution hören wir bald nichts mehr von diesen beeindruckenden Frauen - was natürlich der Hoheit unserer Geschichtsschreibung zu verdanken ist.

Dafür aber von anderen Schriftstellerinnen:
1. Clara Sudermann
2. Käthe van Beeker
3. Hanna Brandenfels
4. Tamara Ehlert
5. Margarete Quidde
6. Agnes von Auer
7. Caroline von Keyserling (anonyme Zeitschriftenbeiträge und Übersetzungen)
8. Fanny Lewald
9. Agnes Miegel
10. Gerlind Reinshagen
11. Elisabeth von Staegemann
12. Christine Wolter

Wenn man das schriftstellerische Schaffen in die Nähe des handwerklichen bugsiert ...
13. Margarete Schuchmann (Pianistin)
14. Käthe Kollwitz (Künstlerin)
15. Hedwig Weiß (Malerin)

... oder der Schauspielkunst ...
16. Aneli Granget
17. Agnes Freund
18. Renate Ewert
19. Veruschka von Lehndorf
20. Irene Mann
21. Marion Michael
22. Luise Neumann
23. Antje Weißgerber

Zitat:Die inzwischen schon fast klassische "widerspenstige Handwerkstocher", die es "denen da oben" mal zeigt und dank ihres herausragenden Talents und des eisernen Rückrats am Ende gewinnt, ist ein gern genommenes Thema historischer Romane.
24. Henriette Arendt

Und als Vorbild:
25. Erna Fuehrer

Natürlich könnte man jetzt (so wie immer) sagen, dass es Ausnahmefrauen und Ausnahmefälle waren. Daher an dieser Stelle der Hinweis, dass alle genannten Damen 'nur' aus ein und derselben Stadt kamen.

LGD.


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Beitrag #14 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
(28-11-2011, 01:29)Dreadnoughts schrieb: Natürlich könnte man jetzt (so wie immer) sagen, dass es Ausnahmefrauen und Ausnahmefälle waren. Daher an dieser Stelle der Hinweis, dass alle genannten Damen 'nur' aus ein und derselben Stadt kamen.

Hallo Dreadnoughts,
ein interessanter Nick :-)

Mit meiner Bemerkung habe ich auch nicht andeuten wollen, dass es nicht zahllose beeindruckende Frauen gegeben hätte. Man muss nur oftmals genauer hinschauen, um die Spuren zu sehen, die sie hinterlassen haben. Und das liegt sicherlich nicht an ihren Leistungen, sondern doch eher daran, dass die Geschichte eben überwiegend von Männern (auf)geschrieben wurde.

Jane Austen kennen ja noch sehr viele (wenn auch meisten nur wegen der prächtigen Verfilmungen ihrer Romane), schon bei Alma Mahler-Werfel oder Lou Andreas-Salomés eigenen Werken wird es dünner. und die meisten Frauen aus deiner Aufzählung kennen heute möglichweise doch nur noch wenige Menschen.

Vielen Dank für die tolle Liste und dafür, dass du die Namen verlinkt hast! Großartige Biografien.

Liebe Grüße
Jeanine




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Jeanine


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Beitrag #15 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Um auch mal was zur Frauenrolle zu sagen Icon_wink ... ich denke, dass Jeanine sich schon dem damaligen Bild angenähert hat, empfinde den Roman aber nicht von Seite 1 bis Ende durchrecherchiert. Sprich, es liest sich nicht wie ein zutiefst historischer Roman mit Fakten, Fakten, Fakten und möglichst authentischen Personen, sondern wie ein Unterhaltungsroman in historischem Setting. So, wie ich als Leser aus dem 21. Jahrhundert meine Freude dran haben kann - mich interessiert ja vor allem die Story zwischen Johanna und Alan, da ist es mir als Leser nicht sooo wichtig, ob jetzt historisch bedeutende Frauen erwähnt und gewürdigt werden oder ob sich die Autorin bemüht, die Frauen möglichst zeitangepasst darzustellen. Heißt nicht, dass ich denke, Jeanine hat nicht recherchiert, aber ich denke, die Recherche diente vor allem der Stimmung und die kommt bei mir rüber.

Bei mir kam dennoch ein historisches Flair auf, was mir aber gefallen hat. Durch das viele Grün der Highlands und die alten Legenden fühlt sich der Roman für mich auch eher wie Fantasy an, eben mit wenig konkret phantastischen Inhalten. Aber alles in allem liest es sich eben "zauberhaft" und deswegen hat es mit trotz Historik auch so gut gefallen ^^ ...

Ich fand Johannas Flucht aber auch etwas ... naja ... immerhin kriegt man dann eine schöne Prügelei zu lesen. So sind auch nur Männer, erst schlagen, dann eins trinken. Aber Frauen sind noch schlimmer. Die tun nett und zuckersüß und stechen dir ein Messer in den Rücken Icon_wink ... da ist mir diese etwas unlogische männliche Art lieber *lol* ...

Naja, zurück zu Johanna: Ich denke, es war für die Story notwendig, dass sie davonläuft, aber ich hatte dabei auch meinen Augenroll-Moment Mrgreen ...

@Dread: Immer wieder erstaunlich, wo du so schnell anständige und passende Infos organisierst! Icon_smile


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Beitrag #16 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
(29-11-2011, 18:05)Zack schrieb: Heißt nicht, dass ich denke, Jeanine hat nicht recherchiert, aber ich denke, die Recherche diente vor allem der Stimmung und die kommt bei mir rüber.

Danke für das Kompliment. Genauso sollte es meiner Meinung nach bei einem Unterhaltungroman sein. Und ich hoffe, dass man nach der Lektüre von "Wind der Zeiten" doch ein bisschen mehr über die damalige Zeit weiß ohne das Gefühl zu haben, belehrt worden zu sein.
Zwar hätten mir die Label "Fantasy / Timetravel" viel mehr Freiheiten erlaubt, aber nun interessiere ich mich "zufällig" für das 18. Jahrhundert und die schottischen Highlands, so dass ich große Lust hatte darüber zu schreiben, obwohl das Thema nicht gerade im Trend liegt. Ich versichere euch, es war keine große Last die eine oder andere zusätzliche Recherche anzustellen. *g*

Denjenigen, die meine Leidenschaft teilen würde ich gern einige Lesetipps geben:
"Gender in Scottisch History since 1700" oder "Damn Rebel Bitches" von '45 beispielsweise, auch die Websites von Women's History Scotland http://www.womenshistoryscotland.org und die Seite von Sharon L. Krossa http://medievalscotland.org fand ich interessant.
"Glencoe" von Charlotte Lyne habe ich zwar bisher nur im Regal stehen, aber ich weiß, dass die Kollegin sehr gewissenhaft arbeitet und würde das Buch einfach mal "blind" empfehlen.

"Burt's Travels", "Jenseits des Tweet" und die Memoiren einer Highland Lady sind schon ein bisschen älter, doch ihre Lektüre fand ich sehr anregend. Auf meiner Reise durch die Highlands habe ich schließlich in regionalen Museen und Ausstellungen mit Menschen gesprochen, deren Anliegen es ist die Erinnerung an eine geschichts- und geschichtenträchtige Vergangenheit aufrecht zu halten. Ich habe ausprobiert, wie man einen berittenen Gegner mit dem Schwert in Schach hält (die meisten Highlander waren zu Fuß unterwegs) und dabei den Bauch seines Pferdes aufschlitzt *urgs* Letzteres natürlich nur theoretisch. Meistens reichte eine einfache Frage. Schotten erzählen sehr gut - und gern ...

(29-11-2011, 18:05)Zack schrieb: Ich fand Johannas Flucht aber auch etwas ... naja ... immerhin kriegt man dann eine schöne Prügelei zu lesen.
Mhm, da ich nicht zum ersten Mal höre, dass LeserInnen leisen Zweifel anmelden, wenn es um diese - zugegeben ziemlich überstürzte - Flucht geht, muss ich mich wohl outen: Ich wäre wahrscheinlich schon viel früher, spätestens aber - wie eben auch Joanna - nach der Knutscherei im Flur abgehauen.
Offenbar agieren die meisten meiner Leser aber selbst in Liebesdingen deutlich logischer. Sogar meine Heldin kommt ja schnell drauf, dass eine dermaßen überstürzte Flucht nicht ihre klügste Entscheidung gewesen sein könnte. Ich werde an mir arbeiten, versprochen. ;-)



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Jeanine


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Beitrag #17 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Ich denke nicht, dass die meisten Leserinnen logischer reagieren würden, sondern eher aggressiver im Sinne von zu dem Kerl hinlatschen und ihm ordentlich eine scheuern Icon_ugly ... würde ich mal schätzen.

Ich weiß nicht, was ich tun würde. Aber abhauen in einer fremden Vergangenheit, kA, da hätte ich wohl zu viel Schiss ... wer weiß, wo man landet und ganz ungefährlich ist die Gegend auch nicht. Ich würde dem Kerl wohl nicht sofort eine klatschen, aber langfristig wohl die Konfrontation suchen. Außerdem hat Johanna vorher nicht zu empfindlich und zimperlich gewirkt ... ich hätte sie einfach so eingeschätzt, dass sie mit Alan Klartext redet.

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Beitrag #18 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Naja, wir Leser stehen ja auch über den Dingen und können dann natürlich mit unserer Weisheit erklären, wie blöde das war. Wären wir selbst in der Situation - wer weiß, wie wir wirklich reagieren würden *g*.

LG
Patty


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Beitrag #19 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
(30-11-2011, 19:29)Zack schrieb: Ich denke nicht, dass die meisten Leserinnen logischer reagieren würden, sondern eher aggressiver im Sinne von zu dem Kerl hinlatschen und ihm ordentlich eine scheuern Icon_ugly ... würde ich mal schätzen.

Gut möglich. Doch ich geben zu bedenken, dass sie in ihrem bisherigen Leben jemand war, der wegläuft.

Apropos "weglaufen" ... Wie gefällt euch die Landkarte?

Mir hat sie beim Schreiben oft geholfen den Überblick nicht zu verlieren (da sah sie natürlich noch nicht so hübsch aus ...)

Viele Grüße
Jeanine


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Beitrag #20 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Welche Landkarte? ... *haha*

Die fand ich toll, ist zwar nur ein Dorf, aber ich hab wirklich manchmal die Übersicht verloren. Und ich hab wirklich manchmal drauf geschaut, noch dazu finde ich sie schön gemacht Icon_smile ...

Ansonsten schau ich aber weniger auf beiliegende Karten, insbesondere wenn es Straßenkarten sind - das ist mir dann zu überladen. Aber so eine kleine Karte mit viel Übersicht ist was Feines. Da kann man schnell hinblättern und sieht gleich, was man gesucht hat.

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