Es ist: 02-12-2020, 03:55
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Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Beitrag #1 |

Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
[Bild: wind_der_zeiten.jpg]

Der Himmel verdunkelt sich, ein Sturm braust auf, die Welt löst sich auf: Als Johanna wieder zu sich kommt, sind nicht nur ihre Kleider verschwunden, neben ihr im Gras liegt zudem ein überaus gut aussehender Schottenkrieger. Eigentlich wollte sich Johanna in den Highlands von einer großen Enttäuschung erholen, doch auf magische Weise ist sie ins 18. Jahrhundert gereist. An ihrer Seite der gefürchtete und geheimnisvolle Krieger Alan, dem die Herkunft von finsteren Feenwesen nachgesagt wird. Dass dies alles andere als Gerüchte sind, bringt die junge Frau in höchste Gefahr ...


Hallo zusammen,

hier nun der nächste und zugleich größte Abschnitt, den alle ungefähr bis zum 21. November erreicht haben sollten!

Viele Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
bin noch nicht durch *g* - dauert auch noch ein bisschen *leider*.

Na das ging aber auf einmal schnell mit den beiden - wobei Reden bei Alan und Johanna ja nicht grade besonders hoch im Kurs steht *g*. Irgendwie benimmt er sich merkwürdig, wenn ich da an das flegelhafte Benehmen beim Essen denke - gefällt mir nicht wirklich. Ich hatte auf ein bisschen mehr Interaktion zwischen den beiden gehofft - aber das kann ja noch kommen, so wirken sie eher wie zwei Fremde, die sich zufällig ein Bett teilen.

Dafür sind die Tagebücher aber sehr spannend, da fliegen die Seiten nur so dahin. Morag ist richtig niedlich, besonders die Stelle, als sie betont auf das zerwühlte Bett starrt und Johanna ihr nur wortlos einen Strohhalm aus den Haaren zupft.

Jetzt bin ich grade beim Essen - Annabelle ist ja eine ganz schöne Hexe, mal schauen, was da noch kommt.

LG
Patty


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Beitrag #3 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Kein elektrisches Licht, kein TV oder Kino, zum Lesen bei Kerzenschein ist es zu dunkel (überhaupt sind Kerzen viel zu teuer) und nachts wird es nicht nur kalt, es spazieren auch noch kleine Nager durch die Dunkelheit oder spähen mit glühenden Augen durchs Fenster. Wenn ich mich recht erinnere, kann man sich unter solchen Bedingungen schon mal etwas schneller näher kommen ... ;-)

Oder ist die Autorin da womöglich nicht mehr zeitgemäß? Es ist schließlich schon gefühlte Äonen her, dass sie diese Freiheiten auskosten konnte und diese sich vor allem auch boten *grübel*


Wie auch immer, selbst wenn es im Bett der beiden nett zu sein scheint, sind sie sich doch immer noch recht fremd, da stimme ich dir zu. Kein Wunder. Zwischen ihnen liegen buchstäblich Welten. Sich wirklich näher zu kommen, dafür braucht es Zeit, meine ich.

Außerdem, ein besonders ausgeglichener Typ ist dieser Alan ja auch tatsächlich nicht. Sexy, ja. Aber liebenswert? Bisher kann ich das nicht finden.
Andererseits muss man ihm seine wenig erfreuliche Vergangenheit zu Gute halten und er bemüht sich doch redlich, alles richtig zu machen. Das dankt ihm unterdessen eigentlich niemand und ehrlich, wenn ich jeden Abend mit diesen manierierten "Ladys" an einem Tisch sitzen müsste und wüsste, dass das jetzt für den Rest meines Lebens so sein wird ... wallbash

Mòrag hätte ich übrigens manchmal selbst gern zur Freundin. Icon_cuinlove

Mal sehen, wie es weitergeht ...
*winkt auch zu Nazurka, Sternchen Anili, Zack und Lady rüber*

Jemanden vergessen? Ach ja! Dies hier ist für Patty Icon_bussi




Viele Grüße
Jeanine


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Beitrag #4 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Ich fand es eigentlich ganz gut, dass Johanna und Alan außerhalb des Bettes nicht wirklich klarkommen - mir sind diese ganzen Schicksalsbegegnungen, bei denen alles sofort Eierkuchen ist, eh suspekt Icon_wink ... und Alan ist einfach ein Kind seiner Zeit und behandelt Johanna entsprechend, was sie als "moderne Frau" nicht leicht wegstecken kann. Also manchmal ist Alan schon sehr rüpelhaft. Auch fällt es ihm schwer, Gefühle zu zeigen - ihm passt ja offensichtlich die arrangierte Heirat nicht, aber seinem Dorf zu Liebe will er sich fügen und frustet herum.

Morag gehört auch zu meinen Lieblingscharakteren, sie ist einfach ein total herzlicher Mensch und war mir von Anfang an sympathisch Icon_smile ...

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Beitrag #5 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
(22-11-2011, 18:41)Zack schrieb: (...) - mir sind diese ganzen Schicksalsbegegnungen, bei denen alles sofort Eierkuchen ist, eh suspekt Icon_wink

Icon_smile Sehe ich ebenso. Selbst Soulmates streiten gelegentlich.
Allerdings gibt es im "wahren Leben" durchaus Beispiele, in denen Beziehungen anfangs geradezu unangenehm harmonisch wirken. Das hat sicherlich auch etwas mit dem Grad des Selbstbetrugs (oder Wunschdenkens) der direkt Beteiligten zu tun. Außenstehende mögen das anders sehen - ein Ich-Erzähler könnte da aber schon mal durch die rosarote Brille hindurch erzählen.
Nur in diesem Fall sollte der Autor dafür sorgen, dass irgendwann dieser Pinky-Winky-Zauber verfliegt. Und wenn sie sich danach noch lieben, dann hätte man sogar ein Happy End.


(22-11-2011, 18:41)Zack schrieb: ... und Alan ist einfach ein Kind seiner Zeit und behandelt Johanna entsprechend, was sie als "moderne Frau" nicht leicht wegstecken kann. Also manchmal ist Alan schon sehr rüpelhaft. Auch fällt es ihm schwer, Gefühle zu zeigen - ihm passt ja offensichtlich die arrangierte Heirat nicht, aber seinem Dorf zu Liebe will er sich fügen und frustet herum.

So ist es. Zumal sie diese Muster bereits von ihren Verflossenen kennt.
Bei Alan denke ich immer daran, dass Menschen doch oft ausgerechnet bei demjenigen eine ansonsten eher geheimgehaltene Rumpelstilzchenseite auslebt, der ihnen besonders wichtig ist. Weil man ihm/ihr vertraut und in dieser vermeintlichen Sicherheit eben auch mal loslässt.

Beim Schreiben denke ich oft an diese langen Freundinnen-Küchentischanalytiker-Nächte: "Und dann habe ich gesagt ... und dann sagt er ..."
Es gibt ja Freundinnen, die immer wieder die gleichen Fragen stellen und man zermartert sich das Hirn, was man ihnen Neues raten könnte - am Ende machen sie aber doch was sie wollen: meistens das Falsche. wallbash Besonders frustrierend: man findet nie heraus, ob der eigene Rat den besseren Weg gezeigt hätte. Sehr frustrierend ;-)

Ähm ja, hatte kürzlich so ein Gespräch. So viel zu den Stereotypen im Roman und im "Real Life".

(22-11-2011, 18:41)Zack schrieb: Morag gehört auch zu meinen Lieblingscharakteren, sie ist einfach ein total herzlicher Mensch und war mir von Anfang an sympathisch Icon_smile ...
Icon_smile Vielleicht werde ich deshalb häufig nach einer Fortsetzung gefragt, die Mórag und Duncan in den Mittelpunkt stellt. Mich persönlich interessiert allerdings das Schicksal von Johannas Freundin sehr viel mehr ...

Liebe Grüße
Jeanine
*wende mich den Fahnen/Durchlauf2 zu - muss morgen um 7.00 Uhr fertig sein und soeben habe ich eine beunruhigende Entdeckung gemacht*

Viele Grüße
Jeanine


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Beitrag #6 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Hallo ihr,
endlich komme ich mal dazu, meine Meinung zu tippen. Icon_smile

Zitat:Na das ging aber auf einmal schnell mit den beiden - wobei Reden bei Alan und Johanna ja nicht grade besonders hoch im Kurs steht *g*

Naja, reden ist nunmal nicht so männlich. Jagen, Duelle und Frauen beglücken ist halt viel männlicher. Ach, diese Highländer jederzeit zu allem bereit. Icon_cuinlove

Zitat:Irgendwie benimmt er sich merkwürdig, wenn ich da an das flegelhafte Benehmen beim Essen denke - gefällt mir nicht wirklich. Ich hatte auf ein bisschen mehr Interaktion zwischen den beiden gehofft

Ich hatte ja schon die Vermutung, dass er Johanna bewusst ignoriert. Schließlich hat er seiner Cousine keine schönen Augen zu machen. Andrerseits: Vielleicht ist das auch einfach eine Art Auflehnung gegen die strengen Sitten?

Zitat:Dafür sind die Tagebücher aber sehr spannend, da fliegen die Seiten nur so dahin.

Ich find da die Atmosphäre schön gruselig gemacht. Und spannend zu lesen sind die Aufzeichnungen auch. Die Seiten fliegen bei mir auch so dahin, aber irgendwann musste ich halt stoppen. Voll fies so ein Lesekreis, bei einem so tollen Buch. Icon_lol

Zitat:Wenn ich mich recht erinnere, kann man sich unter solchen Bedingungen schon mal etwas schneller näher kommen ... ;-)

In irgendeinem Dorf hier in der Nähe gabs mal Stromausfall. Lustigerweise wurden 9 Monate später einige Babys geboren ...

Zitat:Sexy, ja. Aber liebenswert? Bisher kann ich das nicht finden.

Also ich find ihn liebenswert. Jedenfalls tut er mir leid, immer nur der Außenseiter gewesen, dann auch noch die Verantwortung als Chief und auch noch Zwangsverheiratet und die, die er glaubt zu mögen, die kommt aus einer fremden Welt. So leicht hats der Gute nicht.

Zitat:Auch fällt es ihm schwer, Gefühle zu zeigen - ihm passt ja offensichtlich die arrangierte Heirat nicht, aber seinem Dorf zu Liebe will er sich fügen und frustet herum.

Ich schätz mal, das liegt auch an seiner erziehung. Es ist wahrscheinlich nicht männlich über seine Gefühle zu reden. Icon_wink

Zitat:Icon_smileVielleicht werde ich deshalb häufig nach einer Fortsetzung gefragt, die Mórag und Duncan in den Mittelpunkt stellt. Mich persönlich interessiert allerdings das Schicksal von Johannas Freundin sehr viel mehr ...

Ja, Mórag und Duncan find ich auch symphatisch und ich bin froh, dass du Johanna so gute Freunde zur Seite gestellt hast. Icon_smile

Was ich sonst noch erwähnen wollte:
-Diese Veranstaltung mit der Sängerin, Maggi hieß sie glaube ich, finde ich von der Atmosphäre her ganz toll, so ausgelassen und fröhlich. Und da taucht dann auch James auf, den ich ganz nett finde. Icon_cuinlove
-Lachlan wird mir immer gruseliger. Erst ist er so fies zu Johanna, dann unterhält er sich plötzlich normal mit ihr und gleichzeitg ist er so nett zu Mary. Er ist so uneinschätzbar.
-Dann wird Gericht gehalten, was ich auch spannend fand. Zwar nur kurz, aber die Geschichte mit dem Schaf ist witzig. Icon_lol Der spätere Dialog zwischen Alan und Johanna beim Almauftrieb aber auch und ich denk noch: „Oh nein, die geht doch nicht hin und sagt ihm das sie aufs Klo musste“ Doh
-Spannend find ich ja auch, dass sich Alan wohl ein wenig an die Zukunft erinnern kann. Ich denk mal, da passiert noch was.
-Dann gibt’s ein Duell, nachdem sich alle fröhlich miteinander betrinken. Sehr eindrucksvoll, obwohl dabei nix geklärt wurde. Icon_smile
-Spannend ist der Gang in den Quellkeller. Ob Johanna irgendwann mal durch diese Geheimgänge flüchten muss?
-Die Teestunde hat mich gleich schon misstrauisch gemacht. Warum haben die Johanna eingeladen und als ihr gleich darauf schlecht wird, gibt’s ja wohl nicht viele Möglichkeiten, wer daran schuld hat, oder? Icon_fies
-Sehr plötzlich finde ich ja ihre Flucht und auch den Rückblick auf ihre Krankentage. Ich kann die Flucht nicht so wirklich nachvollziehen, also wenn ich Alan mit Mary erwischt hätte, dann hätte der erstmal was von mir zu hören gegriegt. Icon_aufsmaul
-Toll find ich, dass es hier etwas magisch geworden ist, mit dieser Fee. Ich finde die taucht so natürlich auf, wie es ein Grashalm tun würde, sie passt so richtig schön in die Highlands.
-Oje und als Alan dann auftaucht um Johanna zu retten, wären beinah bei mir ein paar Tränchen geflossen, wie die beiden da vor der Hütte sitzen und sich Johanna die Augen ausheult. Hach, das war echt berührend. Schade find ich aber, dass wir nicht erfahren wie es zu der Szene mit Mary gekommen ist. Ich vermute ja, dass sie sich einfach in seine Arme geworfen hat und er das nur gesagt hat um sie für den Moment loszuwerden
-Ach, dieser Alan kochen kann er also auch … Schön find ich ja die Freundschaft zwischen ihm und Ewan Icon_smile

Tolles Buch, ich freu mich auf den nächsen Abschnitt.

Grüße Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #7 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
(26-11-2011, 15:19)LadydesBlauenMondes schrieb: Was ich sonst noch erwähnen wollte:

-Lachlan wird mir immer gruseliger. Erst ist er so fies zu Johanna, dann unterhält er sich plötzlich normal mit ihr und gleichzeitg ist er so nett zu Mary. Er ist so uneinschätzbar.

Grade da habe ich angefangen, ihn zu mögen

-Dann wird Gericht gehalten, was ich auch spannend fand. Zwar nur kurz, aber die Geschichte mit dem Schaf ist witzig. Icon_lol Der spätere Dialog zwischen Alan und Johanna beim Almauftrieb aber auch und ich denk noch: „Oh nein, die geht doch nicht hin und sagt ihm das sie aufs Klo musste“ Doh

Da sieht man mal wieder, wie Männer ticken, sie brauchen klare Ansagen, damit sie sich nicht wer weiß was zusammenbrauen - Frauen brauchen das allerdings auch *grins*

-Spannend find ich ja auch, dass sich Alan wohl ein wenig an die Zukunft erinnern kann. Ich denk mal, da passiert noch was.

Mit Sicherheit

-Dann gibt’s ein Duell, nachdem sich alle fröhlich miteinander betrinken. Sehr eindrucksvoll, obwohl dabei nix geklärt wurde. Icon_smile

Männer halt

-Spannend ist der Gang in den Quellkeller. Ob Johanna irgendwann mal durch diese Geheimgänge flüchten muss?

Das war auch sofort mein erster Gedanke beim Lesen der Szene


Grüße Lady

Weiter bin ich bisher noch nicht - irgendwie passiert manchmal nicht so viel, sondern es plätschert vor sich hin. Aber wenigstens gibt es mittlerweile mehr Interaktion zwischen Alan und Joanna - auch das Gerede ist in Gang gekommen.


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Beitrag #8 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Vielen Dank für euer Feedback bis hierher Icon_smile

Ohne etwas über den Fortgang der Geschichte zu verraten, kann ich eigentlich nichts dazu sagen - außer vielleicht, dass ich mich natürlich sehr freue, wenn ihr Passagen erwähnt, die euch besonders gut gefallen haben ...
Also halte ich an dieser Stelle einfach mal meinen Mund und warte auf neue Beiträge. Ich lese übrigens jeden einzelnen sehr aufmerksam durch und mache mir Gedanken, was ich in Zukunft besser machen könnte, denn inzwischen liegt "Himmelsschwingen" in der Druckerei und ich sitze an einem neuen Roman ... Write

Liebe Grüße
Jeanine

PS
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Viele Grüße
Jeanine


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Beitrag #9 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
Ich bin jetzt mit dem Abschnitt durch und war über ihre Flucht überhaupt nicht amused. Normalerweise ist das eine Handlung, bei der ich mir in jedem Buch die Haare raufe und mich frage, wo bei den Protas - egal ob männlich oder weiblich - der Verstand geblieben ist. Da wird etwas gehört, was man in den falschen Hals bekommt und irgendeine sinnlose überstürzte Tat begangen - hier die Flucht.

Wahrscheinlich hätte wir sonst Ewan nicht kennengelernt und die beiden - Alan und Ewan - hätten sich nicht die Augen blutig geschlagen und dann endlich wieder vertragen. Männer halt - kratzen wir Frauen uns eigentlich auch die Augen aus und trinken dann zusammen einen? Hab ich bei Männern noch nie kapiert - irgendwie einfache Gemüter Icon_lachtot.

Die Stelle an der Hütte gefiel mir aber richtig gut, endlich reden sie mal Tacheles und es ist wirklich erstaunlich, wie gut sich Alan ausdrücken kann - für einen Mann in seinem Umfeld. Überhaupt ist die Geschichte ein bisschen in Schwung gekommen, wenn sie auch zwischendrin immer mal wieder innehält, wenn es zuviele Gedanken im Was Wäre Wenn passieren. Zuviel davon mag ich nämlich überhaupt nicht - leider schweifen viele Autoren gerne ausgiebig darin herum, als ob wir Leser das schon nach nur ein paar Seiten schon wieder vergessen hätten. So - das wollte ich schon immer mal sagen Icon_lol

Erschreckend war natürlich auch die Szene in der Schule - aber das war halt damals so und der Pfaffe hat ja eindeutig die vorherrschende Meinung wiedergegeben. Da hat Joanna wirklich zuviel auf einmal gewollt, selbst bis in die heutige Zeit gibt es noch keine wahre Gleichberechtigung überall *g*. Aber das ist ein anderes Thema Icon_slash.

LG
Patty


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Beitrag #10 |

RE: Lesekreis: "Wind der Zeiten" mit Jeanine Krock (Seite 160 - 386)
(27-11-2011, 15:26)Patty schrieb: Ich bin jetzt mit dem Abschnitt durch und war über ihre Flucht überhaupt nicht amused. Normalerweise ist das eine Handlung, bei der ich mir in jedem Buch die Haare raufe und mich frage, wo bei den Protas - egal ob männlich oder weiblich - der Verstand geblieben ist. Da wird etwas gehört, was man in den falschen Hals bekommt und irgendeine sinnlose überstürzte Tat begangen - hier die Flucht.

Ich muss gestehen, als Leserin geht's mir da auch manchmal wie dir und ich frage mich, warum die Protas dermaßen emotional-irrational reagieren. Andererseits habe ich "Zugang" zu zeitgenössischen Gesprächsprotokollen zumeist jüngerer Menschen, die erstaunlicherweise ganz genau so reagieren.
Von außen mag es irrational wirken, im Augenblick der Entscheidung ist es aber für die- oder denjenigen nicht selten vollkommen logisch. Psychiologie habe ich nicht studiert, aber wann immer ich bei Freunden einschlägigen Hintergrunds nachfrage, bestätigen sie den Faktor "Irrationalität".

(27-11-2011, 15:26)Patty schrieb: Was Wäre Wenn passieren. Zuviel davon mag ich nämlich überhaupt nicht - leider schweifen viele Autoren gerne ausgiebig darin herum, als ob wir Leser das schon nach nur ein paar Seiten schon wieder vergessen hätten. So - das wollte ich schon immer mal sagen Icon_lol
Darf ich dich demnächst beim Lektorat zitieren? Diese Redundanz ist mir schon häufig sogar bei Weltbestsellern (besonders aus amerikanischer Feder) aufgefallen. Da ich Bücher idR in sehr kurzer Zeit lese, störe ich mich gelegentlich daran. Andere aber, das habe ich inzwischen gelernt, lesen jeden Tag ein paar Seiten - in der U-Bahn, zwischendurch und vor dem Einschlafen - und da braucht es nach ein paar Tagen der "Abwesenheit" durchaus die Erinnerung daran, warum wer was getan hat.

Die Balance zwischen diesen beiden absolut berechtigten Ansprüchen an einen unterhaltenden Text zu finden - das gebe ich zu - ist nicht immer einfach.

(27-11-2011, 15:26)Patty schrieb: Erschreckend war natürlich auch die Szene in der Schule - aber das war halt damals so und der Pfaffe hat ja eindeutig die vorherrschende Meinung wiedergegeben. Da hat Joanna wirklich zuviel auf einmal gewollt, selbst bis in die heutige Zeit gibt es noch keine wahre Gleichberechtigung überall *g*. Aber das ist ein anderes Thema Icon_slash.

Überhaupt ist der Spagat zwischen "Hier und Jetzt" und "Damals" nicht ganz einfach zu bewältigen wenn man der historischen Realität gerecht werden möchte. Die inzwischen schon fast klassische "widerspenstige Handwerkstocher", die es "denen da oben" mal zeigt und dank ihres herausragenden Talents und des eisernen Rückrats am Ende gewinnt, ist ein gern genommenes Thema historischer Romane.

Meine historischen Figuren in WIND DER ZEITEN, seien es Alan, Mòrag oder Duncan, sind insofern zwangläufig auch "angepasst", als dass sie viele Dinge tolerieren, die dem damaligen Zeitgeist ganz klar widersprechen. Doch das ist notwendig, denn niemand möchte sich bei einer unterhaltenden Lektüre in Gender-Diskussionen verstricken lassen. Wir befinden uns in WIND DER ZETEN zwar im so genannten Zeitalter der Aufklärung, aber man sollte dabei nicht vergessen, dass auch in Deutschland noch bis in die 60/70er Jahre ein Ehemann entscheiden konnte, ob seine Frau berufstätig sein durfte oder nicht. Ich mag gar nicht drüber nachdenken, wie extrem sich das für eine Autorin anfühlen mag, die ihre Erzählung im MIttelalter ansiedelt.

Mit anderen Worten: Würde man tatsächlich die Gedanken in den Köpfen unserer Vorfahren abbilden wollen (und ich kenne "solche" Menschen und Ansichten durchaus noch persönlich), hätten die meisten LeserInnen an diesem Weltbild vermutlich wenig Freude.

Burghard Spinnen habe ich kürzlich sagen hören, dass seiner Meinung nach alle historischen Romane, die nicht unter Befragung von Zeitzeugen entstanden seien, genau genommen in die Kathegorie "Fantasy" fielen.
Ich stimme ihm zu. Ein Mensch des 21. Jahrhunderts wird immer Schwierigkeiten haben sich in die Vergangenheit einzufühlen und auch umgekehrt ist die heute in Deutschland vermeintlich emanzipierte Rolle der Frau für Menschen des 18. Jahrhunderts unvorstellbar. Ja, es gab die Salons intellektueller und charmanter Frauen, in denen Literatur und Philosophie diskutiert wurden. Doch auch sie haben klare Vorstellungen davon, welche Rolle eine Frau in Gesellschaft und Familie spielen sollte. Nach der frz. Revolution hören wir bald nichts mehr von diesen beeindruckenden Frauen - was natürlich der Hoheit unserer Geschichtsschreibung zu verdanken ist.
Jeder, dem die Welten von Jane Austen oder der Bronte Schwestern vertraut ist, wird mir wohl zustimmen, dass die jungen Frauen der Gesellschaft wohl Ideale hatten, die Realität sah zumeist anders aus - sofern ihr Angetrauerte ihnen nicht gewisse Freiheiten ließ.

Wenn man sich dann also einig wäre, dass historische Romane (und »Wind der Zeiten« zähle ich in groben Zügen durchaus dazu) eigentlich eine Erfindung vergangener Zeiten sind, dann kann man auch mit gelegentlich aufftauchenden und - wie ich meine - notwendigen Brüchen ein bisschen großzügiger umgehen.

LG
Jeanine


Viele Grüße
Jeanine


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