Es ist: 20-04-2021, 08:15
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Sieben Pforten - Kapitel 2: Ein fast normaler Tag (überarbeitet)
Beitrag #1 |

Sieben Pforten - Kapitel 2: Ein fast normaler Tag (überarbeitet)
Huhu,

So, habe das zweite Kapitel ebenfalls komplett überarbeitet und eure Verbesserungen übernommen. Danke erneut an alle!


EDIT: 25.11.11: Text überarbeitet
EDIT: 04.01.2012: Komplett überarbeitet


LG Semi


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Ein fast normaler Tag



Als sie endlich aussteigen mussten, ließen sie sich vom Strom der anderen Passanten mit treiben. Ben bemerkte, dass sich Christin trotz seiner Annahme, ihr würde das Fahren dieses Mal nicht so viel ausmachen, deutlich entspannte. Doch erst, als sie auch die Rolltreppe hinter sich gelassen hatten und auf die belebte Hauptstraße getreten waren, begann sie heiter zu reden.
"Meinst du, Mama und Papa sind schon da?"
Er wusste, dass sie ihre Unsicherheit zu überspielen versuchte. Es ärgerte sie zutiefst, eingestehen zu müssen, vor etwas lapidarem wie der U-Bahn Angst zu haben. Auch wenn sie sich gerade vor ihm nicht zu schämen brauchte, war es ihr außerordentlich unangenehm. Ben konnte ihre Beklemmung nicht ganz nachvollziehen, da er die Dunkelheit und vor allem die U-Bahn liebte, doch er kannte genügend Situationen, die ihm Angst bereiteten. Um sie nicht weiterhin grübeln zu lassen, sagte er leichthin:
"Keine Ahnung, aber ich denke schon. Immerhin haben Oma und Opa uns zum Kaffee trinken eingeladen und wie haben bereits halb fünf."
Christin nickte, dann schaute sie auf ihre Armbanduhr.
"Hoffentlich bleiben wir nicht zu lang, ich will noch mit Lara telefonieren."
"Wieso? Müsst ihr euch noch über eure Klamottenwahl unterhalten?"
"Ha ha, sehr witzig", entgegnete sie trocken.
"Was feiert Patrick noch mal? Seinen Geburtstag? Oder seinen Namenstag? Oh, vielleicht den Tag, an dem ihm aufgefallen ist, dass er ein Idiot ist?"
Sein Blick war auf ihr Gesicht geheftet und er konnte ihre Mundwinkel zucken sehen. Doch Christin erwiderte mit genervter Stimme:
"Er feiert, weil seine Eltern nicht da sind und sie einen großen Wintergarten haben."
"Nicht so groß wie sein Ego."
Jetzt lachte auch sie.
"Das stimmt."
"Wie viele sind eingeladen?"
"Keine Ahnung. Einige von uns, ein paar aus den höheren Klassen."
"Hoffentlich hat er nicht all seine Facebook-Freunde und Freundes-Freunde eingeladen, sonst trudelt die ganze Stadt ein. Wäre äußerst schade für Frau Mamas Blumenbeete."
Ein Grinsen huschte über ihr Gesicht. Sie hatten die Hälfte des Weges von der U-Bahn-Station bis zur Wohnung ihrer Großeltern bereits hinter sich gebracht und bogen in eine enge Einbahnstraße ab. Links und rechts standen dicht gedrängt die parkenden Autos, wie zwei parallel laufende Würmer in den verschiedensten Farben.
"Du bist doch nur eifersüchtig."
"Was?", rief er gespielt empört.
Christin sah ihn mit heimtückischen Blick an. "Na, weil du nicht eingeladen bist."
Er lachte und hob abwehrend die Hände.
"Glaubst du im Ernst, ich gehe auf eine Party mit vorpubertierenden Jugendlichen, die meinen, sie müssten sich volllaufen lassen? Nein, danke."
"Jetzt hast du dich selbst beleidigt, du vorpubertierenden Jugendlicher", lachte sie ihn aus, dann sagte sie: "Ich vergas, du bist ja schon so erwachsen. Kannst dich zusammen mit Opa über die Weltpolitik unterhalten."
"Erwachsener als manch ein anderer, der sich so auf dem Schulhof tummelt", entgegnete er.
Jetzt musste Christin zustimmend nicken. "Da hast du Recht, was da für Gestalten herum laufen."
"Patrick zum Beispiel."
"Jetzt hör mal auf! Was hast du eigentlich gegen ihn?"
Ben sah sie kurz nachdenklich an, dann sagte er: "Nichts Handfestes."
Ein Auto fiel ihm in den Blick und er nickte in die Richtung des Fords.
"Sie sind schon da."
Christin nickte und sie bogen in den kurzen Weg ein, der durch den kaum vorhandenen Vorgarten bis zur Tür des Reihenhauses führte. Sie betätigten die Klingel und warteten, bis ihnen aufgedrückt wurde. Das Licht im Flur ging flackernd an, oben musste jemand auf den Schalter gedrückt haben. Die Wohnung der Großeltern lag im dritten Stock und Ben und Christin brachten die vielen Treppenstufen hinter sich. Oben angekommen waren sie beide am Schnaufen, Treppenstufen waren doch immer wieder mörderisch.
"Da seid ihr ja!"
Ihre Oma war eine rundliche, betagte Frau in den Achtzigern und genau so, wie man sich eine Großmutter vorstellte: freundlich, immer gut gelaunt und spendierfreudig, wenn es um Schokolade oder zusätzliches Taschengeld ging. Ben umarmte sie und überließ dann Christin das Feld. Er selbst betrat bereits die Wohnung und sah sich kurz um. Nichts hatte sich verändert. Schon seit er denken konnte, waren die Zimmer so eingerichtet gewesen. Über dem normalen Fußboden lagen überall Teppiche verstreut, die Tapeten waren beige mit Blumenmuster. An den Wänden hingen alte, eingerahmte Fotos von seinen Großeltern, als sie noch jünger waren. Auf der Kommode, über der ein hoher Spiegel hing, stand eine Vase mit künstlichen Nelken. Lächelnd ging er auf seinen Großvater zu, der im Türrahmen zum Wohnzimmer stand und umarmte auch ihn.
"Benjamin!"
"Hallo, Opa. Wie geht es dir?"
Er redete mit Absicht laut und verständlich, denn Opa weigerte sich partout, ein Hörgerät zu nutzen. Er überragte Ben noch um einen Kopf, war schmal und trug wie immer eine schwarze Hose und ein hellblaues Hemd. Seine Augen strahlten und weckten in ihm das schöne Gefühl, willkommen zu sein.
"Vier Minus bis Fünf", entgegnete er - eine Standard-Antwort von ihm - und lächelte. "Wie schön, dass du uns besuchst. Und da ist Christin, sie wird mit jedem Mal hübscher."
Er wandte sich Christin zu und Ben betrat das kleine Wohnzimmer, das mit alten Büchern und Bildern vollgepfropft war. Seine Eltern saßen auf der kleinen Couch und lächelten ihn an, als er auf sie zu trat.
"Hey, mein Schatz. Wie war es in der Schule?"
Er umarmte seine Mutter und nickte seinem Vater zu, dann setzte er sich auf den Sessel rechts neben dem Sofa.
"Ganz gut. Schöne Grüße von Tante Annie."
Die drei anderen kamen ins Zimmer und Oma Schenk schüttete allen einen Tee ein. Gerade weil die gemeinsamen Nachmittage seltener wurden, da die Zwillinge immer mehr Zeit in Schule investierten mussten, wurden sie von allen genossen. Es gab Nussecken und schwarzen Tee mit Sahne und Zucker. Außerdem hatte Oma einen Käsekuchen gebacken, ihre Spezialität.
Nach dem vierten Stück lehnte sich Ben in seinem Sessel zurück und stöhnte.
"Noch ein Stück und ich platze."
Oma strahlte; sie war immer glücklich, wenn es ihm so gut schmeckte. Das war der Grund, warum er stets so viel aß. Natürlich schmeckte es ihm auch hervorragend.

Gegen neunzehn Uhr machte sich die vierköpfige Familie auf den Heimweg. Es war bereits dunkel, doch die Straße wurde von eng aneinander stehenden Lampen hell beleuchtet. Die parkenden Autos standen weiterhin dicht an dicht und Bens Vater hatte so seine Mühe, den Kombi aus der Parklücke zu manövrieren.
Schließlich rollte das Auto über das hier und da beschädigte Pflaster; in seinem Inneren schwiegen die Mitfahrenden. Ben war viel zu müde um noch zu reden, daher lehnte er sich so gemütlich wie möglich zurück und gähnte ausgiebig. Die Stimme seiner Mutter ertönte.
"Was habt ihr am Wochenende vor? Thomas und ich wollten morgen Abend vielleicht ins Kino gehen, wollt ihr mit?"
Sie wusste, dass dem nicht so war. Keiner der Filme, die ihre Eltern gut fanden, riss Ben oder Christin vom Hocker und somit schenkte er sich eine Antwort. Christin meldete sich zu Wort.
"Ich bin morgen eingeladen."
"Wo denn?", klinkte sich Thomas ins Gespräch ein.
"Bei Patrick."
Ben sah aus halb geschlossenen Augen, wie ihre Eltern einen Blick tauschten und zwang sich dazu, wieder wach zu werden. Das konnte ein interessantes Gespräch werden. So weit er wusste, waren sie nicht gerade begeistert davon, dass Christin sich mit dem Aufreißer der Stufe abgab. Er selbst war wohl nicht ganz unschuldig daran, denn er hatte eventuell mal ein paar Worte über Patrick verloren. Sein Vater begann nachzufragen.
"Aha. Sind seine Eltern zu Hause?"
"Nein."
Ihre Worte klangen genervt und sie verschränkte ihre Arme vor der Brust. Ihre Mutter sah in den Rückspiegel und sah Ben eine Zeitlang an. Er versuchte so unauffällig wie möglich drein zu schauen, doch seine Mutter konnte er nicht täuschen. Ihre Augenbraue schoss nach oben.
"Was meinst du, Carola?", wandte sich Thomas schließlich an seine Frau. Sie schwieg eine Weile, dann sagte sie mit ruhiger Stimme:
"Ich bin nicht begeistert von der Tatsache, dass kein Erziehungsberechtiger anwesend sein wird."
"Dann gehst du nicht hin", entschied Thomas.
"Was?"
Christin beugte sich nach vorne und funkelte Thomas´ Hinterkopf an, der gerade eben noch über der Kopflehne zu sehen war. Ihre Hände waren zu Fäusten geballt, die Augen zu Schlitzen verengt. Doch wenn sie einmal eine Entscheidung getroffen hatten, waren ihre Eltern meist nicht mehr umzustimmen. Nichtsdestotrotz sagte Christin wütend:
"Was soll das? Was glaubst du denn, was da abgeht? Alle meine Freundinnen gehen da hin. Das ist total unfair!"
"Wenn alle deine Freundinnen vom Dach springen, ..."
"Ach, fang doch nicht wieder mit so etwas an!", fauchte Christin.
"Hör auf, so mit mir zu reden, sonst hast du auch noch Hausarrest", sagte Thomas streng und man konnte hören, dass er sauer wurde.
Ben hob die Hand, um seine Schwester zu beruhigen und setzte zum Sprechen an. Christin tat ihm Leid und er wollte wenigstens versuchen, seine Eltern umzustimmen.

Im nächsten Augenblick geschahen mehrere Dinge gleichzeitig.
Ein Ruck ging durch das Auto, das Dach wurde von etwas Schwerem eingedrückt und Ben schrie auf. Alles drehte sich. Ein erneuter Stoß ließ ihn nach vorne fliegen; sein Sicherheitsgurt riss ihn zurück. Für einen kurzen Augenblick hatte er das Gefühl, schwerelos zu sein; dann brach die Welt über ihn hinein. Metall rieb sich kreischend auf Metall, Scheiben zersplitterten, Scherben flogen umher. Der Lärm war ohrenbetäubend und Ben kniff die Augen zusammen.


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Beitrag #2 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2 (vorher: Vierzehn)
Hallo Semi,

ich habe Prolog, wie auch erstes Kapitel gelesen und möchte jetzt meine Meinung abgeben. Nimm was Du willst, den Rest lass liegen. Kaffee, rechts an meiner Seite und links die Bemerkungen zum Text und jetzt gehts los ...

Zitat:Ein fast normaler Alltag

grübel ... Icon_confused, entweder "Ein fast normaler Tag" oder nur "Alltag" würde ich besser finden

Zitat:Als sie endlich aussteigen mussten, ließen sie sich vom Strom der anderen Passanten mit treiben. Ben merkte sogleich, dass die Anspannung von Christins Körper abfiel und sie wieder ein wenig Farbe ins Gesicht bekam. Doch erst, als sie auch die Rolltreppe hinter sich gelassen hatten und auf die belebte Hauptstraße getreten waren, atmete sie wieder ruhig.

Sollte es jetzt nicht eigentlich mit der Zeit vor dem Unfall weiter gehen ... bin verwirrt. Icon_panik

Zitat:Er wusste, dass sie ihre Unsicherheit und ihre Angst zu überspielen versuchte. Es ärgerte sie zutiefst, eingestehen zu müssen, vor etwas lapidarem wie der U-Bahn Angst zu haben. Auch wenn sie sich gerade vor ihm nicht zu schämen brauchte, war es ihr außerordentlich unangenehm. Ben konnte ihre Beklemmung nicht ganz nachvollziehen, da er die Dunkelheit und vor allem die U-Bahn liebte, doch er kannte genügend Situationen, die ihm Angst bereiteten.

Ahh, sie hat Angst vor der U-Bahn.
Ist das so gewollt? Mich hat es durcheinander gebracht, man denkt sie müsste sich noch von dem Ereignis aus dem Prolog erholen.

Zitat:„Was feiert Patrick noch mal? Seinen Geburtstag? Oder seinen Namenstag? Oh, vielleicht den Tag, an dem ihm aufgefallen ist, dass er ein Idiot ist?“
Sein Blick war auf ihr Gesicht geheftet und er konnte ihre Mundwinkel zucken sehen. Doch Christin erwiderte mit scheinbar genervter Stimme:

Das erste dick markierte würde ich rausnehmen, finde das ist too much. Das zweite, wie kann er einschätzen das es scheinbar genervt ist, entweder genervt oder nicht. Oder?

Zitat:„Glaubst du im Ernst, ich gehe auf eine Party mit vorpubertierenden Jugendlichen, die wahrscheinlich meinen, sie müssten sich volllaufen lassen? Nein, danke.“

Er zählt doch auch zu den vorpubertierenden Jugendlichen, meinst Du er würde dann so einen Vergleich ziehen. Das "wahrscheinlich" kann raus, liest sich dann flüssiger.
Die machen es auch nicht wahrscheinlich, sie tun es.Icon_ugly

Zitat:Mit einem Mal wurden sie beide ernst und Christin fragte:
„Du denkst, ich bin so eine?“

Der Umschwung kommt mir zu plötzlich, habe mich gefragt, wie sie darauf kommt.

Zitat:Die drei anderen kamen ins Zimmer und Oma Schenk schüttete allen einen Tee ein. Gerade weil die gemeinsamen Nachmittage seltener wurden, da die Zwillinge immer mehr Zeit in Schule investierten mussten, wurden sie von allen genossen.

Jepp, da wird meine Vermutung bestätigt. Ich muss zugeben, im Prolog habe ich auch vermutet das die Schwester jünger ist, aber am Anfang des Kapitels habe ich mit dem Gedanken gespielt das sie Zwillinge sind.

Zitat:Seine Oma strahlte; sie war immer glücklich, wenn es ihm so gut schmeckte. Das war der Grund, warum er stets so viel aß. Natürlich schmeckte es ihm auch hervorragend.

Ich glaube so sind alle Omas!Icon_wink

Zitat:Ein Ruck ging durch das Auto, das Dach wurde von etwas Schwerem eingedrückt und Christin schrie auf.

Warum schreit nur Christin, wenn das Autodach eingedrückt wird? Es bricht doch Panik bei allen aus und ein wildes Durcheinanderschreien wäre die Folge.

Zitat:Nichtsdestotrotz sagte das Mädchen wütend:

Warum "Mädchen" , klingt so unpersönlich.

Zitat:Ein erneuter Stoß ließ Ben nach vorne fliegen; sein Sicherheitsgurt riss ihn zurück, seine Schulter pochte schmerzvoll.

Ich frage mich gerade ... Icon_confused, könnte Ben noch die ganzen Einzelheiten mitbekommen, wenn urplötzlich so eine Chaos ausbricht. Vielleicht lässt Du dir die schmerzvolle Schulter, für den Moment wo er wieder bei klarem Verstand ist.

Das war es so grob. Ich habe Deine Geschichte gerne gelesen, ich bin auch gespannt wie es weiter geht. Allerdings würde ich hier und da den Text einkürzen, überflüssige Reden rausnehmen, manchmal empfand ich es als zu viel. Ich glaube Du hast in Deinem Kopf ganz genaue Bilder von einzelnen Szenen, was gut ist. Dadurch kannst Du gewisse Einzelheiten hervorragend einfließen lassen und man wird sehr schön in die Situation gezogen.Pro
Du schreibst flüssig, was ich persönlich sehr gut finde. Ich mag die schnörkellose Ausdrucksweise. Es ist einfach zu lesen und man kann sich, nicht immer, aber meistens gut in deine Charaktere reinversetzen.
Der Titel "Sieben Pforten" hat mich angezogen, fand ich persönlich gut, bin dann dadurch auf den Prolog gestoßen. Habe erst überlegt ... habe doch mal einen Film gesehen ... auch was mit Pforten. Icon_wink
Na mal sehen was sich hinter der ersten Pforte verbirgt?Read

Hochachtungsvoll

Miss Cathy




"Wir vergessen nicht, wir leben nur weiter."

http://www.Annabellaswelt.blogspot.com

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Beitrag #3 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2 (vorher: Vierzehn)
Hallo Miss Cathy,

erst einmal super danke für deine Verbesserungen!
Manche Sachen fallen einem echt nicht auf :D

Es freut mich, dass dir die Geschichte und auch der Schreibstil gefällt! Dann mal zu einigen deiner Anmerkungen:

Zitat:Ahh, sie hat Angst vor der U-Bahn.
Ist das so gewollt? Mich hat es durcheinander gebracht, man denkt sie müsste sich noch von dem Ereignis aus dem Prolog erholen.
Genau. Es wird im ersten Kapitel erwähnt, wenn sie zur Ubahn runter steigen. Wird vielleicht offensichtlicher, wenn man sie direkt hintereinander liest. Oder hast du das getan? Wenn ja, muss ich da noch mal drüber schauen ...

Zitat:Warum "Mädchen" , klingt so unpersönlich.
Stimmt. Danke. Das hatte ich bei der Überarbeitung wohl übersehen. Wollte das geändert haben.

Freut mich auch, dass dir der Titel zusagt!

Dann nochmals danke und hoffentlich bis zum nächsten Teil Icon_smile


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Beitrag #4 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2 (vorher: Vierzehn)
EDIT: Hab den Text erneut komplett überarbeitet und hoffe, so passt alles besser. Wenn ihr noch neue Dinge entdeckt, die euch stören, sagt es mir Icon_smile

LG Semi


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Beitrag #5 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2: Ein fast normaler Tag (überarbeitet)
Hi Semikolon,

auf zum dritten Mal. Icon_wink

Zitat:vor etwas lapidarem wie der U-Bahn Angst zu haben.

„Lapidarem“

Zitat:Auch wenn sie sich gerade vor ihm nicht zu schämen brauchte, war es ihr außerordentlich unangenehm. Ben konnte ihre Beklemmung nicht ganz nachvollziehen, da er die Dunkelheit und vor allem die U-Bahn liebte, doch er kannte genügend Situationen, die ihm Angst bereiteten.

Aber wenn er ihre Beklemmung nicht nachvollziehen kann, dringt das vielleicht ein bisschen nach außen durch... Ein Grund dafür, dass beide Sätze für mich so gegensätzlich wirken, ist vielleicht, dass sie so unverbunden dastehen. Das kannst du sicher besser!

Zitat:"Was feiert Patrick noch mal? Seinen Geburtstag? Oder seinen Namenstag? Oh, vielleicht den Tag, an dem ihm aufgefallen ist, dass er ein Idiot ist?"

Ein Zyniker also! Mrgreen

Zitat:Christin sah ihn mit heimtückischen Blick an. "Na, weil du nicht eingeladen bist."

Da stelle ich mir keinen heimtückischen Blick vor, heimtückisch wäre irgendwie...böser. Vielleicht mit neckendem Blick?

Zitat:"Glaubst du im Ernst, ich gehe auf eine Party mit vorpubertierenden Jugendlichen, die meinen, sie müssten sich volllaufen lassen? Nein, danke."

Ich finde „ich gehe“ allein passt da nicht so gut, weil er ja nicht eingeladen ist. Vorschlag: „Glaubst du im Ernst, ich will unbedingt auf eine Party (gehen) mit vorpubertierenden Jugendlichen, die meinen, sie müssten sich volllaufen lassen?

Zitat:"Jetzt hast du dich selbst beleidigt, du vorpubertierenden Jugendlicher"

„vorpubertierender

Zitat:lachte sie ihn aus

„auslachen“ passt irgendwie nicht, das ist mir wieder zu gemein, dabei ist das, so wie ich verstanden habe, mehr ein scherzhaftes Streitgespräch, oder?
Vielleicht einfach: „lachte sie“?

Zitat:"Ich vergas, du bist ja schon so erwachsen. Kannst dich zusammen mit Opa über die Weltpolitik unterhalten."

„vergaß
Aber recht hat sie mit dem Satz danach! Mrgreen Ben klingt für mich weniger nach „vorpubertierender Jugendlicher“, sondern mehr nach „die Pubertät überspringender Jugendlicher“...
Ich würde allerdings den zweiten Satz umwandeln in „Kannst dich ja mal mit Opa über die Weltpolitik unterhalten“, das klingt irgendwie spontaner und passt besser.

Zitat:Ein Auto fiel ihm in den Blick und er nickte in die Richtung des Fords.
"Sie sind schon da."

Da musst du eigentlich keinen Absatz hinmachen...

Zitat:Oben angekommen waren sie beide am Schnaufen, Treppenstufen waren doch immer wieder mörderisch.

Das finde ich recht übertrieben. Ich meine, die sind vierzehn, da werden die wohl ein paar Stufen aushalten. Da würde ich höchstens reinbringen, dass sie kurz außer Atem sind, aber mehr auch nicht...

Zitat:Über dem normalen Fußboden lagen überall Teppiche verstreut

Verstreut wird für mich was Kleineres als Teppiche, vielleicht Papierblätter, daher würde ich das verstreut einfach weglassen...

Zitat:Außerdem hatte Oma einen Käsekuchen gebacken, ihre Spezialität.

Da würde für mich ein Strichpunkt besser passen

Zitat:Oma strahlte; sie war immer glücklich, wenn es ihm so gut schmeckte

„so“ kann weg. Icon_smile

Zitat:Das war der Grund, warum er stets so viel aß.

Ich würde das „der“ durch ein „ein“ ersetzen, dann wird klarer, dass das nicht der einzige und absolute Grund ist.

Zitat:Gegen neunzehn Uhr machte sich die vierköpfige Familie auf den Heimweg.

„Vierköpfig“ klingt irgendwie so nach Polizeibericht, würde ich daher auch einfach rauslassen, da man das als Leser ja auch schon weiß. Icon_wink

Zitat:Ben war viel zu müde um noch zu reden

Komma hinter „müde“

Zitat:"Wo denn?", klinkte sich Thomas ins Gespräch ein.

Ein Gespräch, das bisher aus drei Sätzen besteht... „einklinken“ passt hingegen zu einem Gespräch, was schon sehr lange läuft. Vorschlag: „[...] fragte Thomas nach.“

Zitat:Ben sah aus halb geschlossenen Augen, wie ihre Eltern einen Blick tauschten und zwang sich dazu, wieder wach zu werden.

Das dazu muss weg. Icon_smile

Zitat:So weit er wusste, waren sie nicht gerade begeistert davon, dass Christin sich mit dem Aufreißer der Stufe abgab.

„So weit“ muss „Soweit“ heißen.

Zitat:Er selbst war wohl nicht ganz unschuldig daran, denn er hatte eventuell mal ein paar Worte über Patrick verloren.

Mrgreen

Zitat:"Was meinst du, Carola?", wandte sich Thomas schließlich an seine Frau. Sie schwieg eine Weile, dann sagte sie mit ruhiger Stimme:
"Ich bin nicht begeistert von der Tatsache, dass kein Erziehungsberechtiger anwesend sein wird."

Warum diese Absatzwahl. Vorschlag:
„"Was meinst du, Carola?", wandte sich Thomas schließlich an seine Frau.
Sie schwieg eine Weile, dann sagte sie mit ruhiger Stimme: "Ich bin nicht begeistert von der Tatsache, dass kein Erziehungsberechtiger anwesend sein wird."

Da kann aber insgesamt schon die nervige Mutter raushören. Icon_wink
„Ruhig“ passt da aber irgendwie nicht dazu, das ist so ein eigener Tonfall...

Zitat:Nichtsdestotrotz sagte Christin wütend:
"Was soll das? Was glaubst du denn, was da abgeht? Alle meine Freundinnen gehen da hin. Das ist total unfair!"

Da ist schon wieder so ein Absatz, der da nicht hingehört.

Zitat:"Wenn alle deine Freundinnen vom Dach springen, ..."
"Ach, fang doch nicht wieder mit so etwas an!", fauchte Christin.

Mrgreen

Zitat:Ben hob die Hand, um seine Schwester zu beruhigen und setzte zum Sprechen an. Christin tat ihm Leid und er wollte wenigstens versuchen, seine Eltern umzustimmen.

Im nächsten Augenblick geschahen mehrere Dinge gleichzeitig.
Ein Ruck ging durch das Auto […]

Was macht da ein doppelter Absatz?
Ich finde den Absatz hinter „gleichzeitig“ auch unpassend, da steht dieser eine Satz so allein da, was hier nicht wirklich passt.

Zitat:Ein erneuter Stoß ließ ihn nach vorne fliegen; sein Sicherheitsgurt riss ihn zurück. Für einen kurzen Augenblick hatte er das Gefühl, schwerelos zu sein; dann brach die Welt über ihn hinein.

Da ist eine Wiederholung von Semikolons; eigentlich ja nix schlimmes, nur klingen die beiden Sätze insgesamt sehr ähnlich, da sie genau gleich konstruiert sind. Ich würde das zweite vielleicht umstellen.
Vorschlag: „Für einen kurzen Augenblick hatte er das Gefühl, schwerelos zu sein ... dann brach die Welt über ihn hinein.“ Die Auslassungzeichen bringen vielleicht dieses Verharren und kurze Schweben und das darauf folgende Zusammenbrechen rüber. Ist wohl aber Geschmackssache. Du kannst´s ja einfach mal vergleichen, vielleicht auch beide Sätze direkt hintereinander lesen und dann entscheiden, was besser klingt. Ich finde diese zwei Sätze halt doch ziemlich eintönig. Icon_smile

Zitat:Metall rieb sich kreischend auf Metall

Das „sich“ muss da, glaube ich, weg.

Damit wäre ich auch mit dem zweiten Kapitel fertig. Mir ist aufgefallen, dass du eher viele Absätze einbringst. Gefällt mir bisher eigentlich gut, da man es dadurch schön flüssig lesen kann, allerdings hast du in dem Kapitel ein paar zu viele gesetzt.
Vom Inhalt her, finde ich, beginnt sich der Leser langsam zu überlegen, dass nun ja bald etwas kommen muss, was das Ganze umso spannender macht. Icon_smile
Die Dialoge und die Personen fand ich realistisch geschildert, was schon mal sehr angenehm ist. Pro Vom Stil her liest es sich solide, ist jetzt kein wirklich meisterlicher Satz drin, aber dieser Alltag benötigt das ja auch nicht. Daher hat´s mir wieder gut gefallen. Icon_smile
Gern gelesen,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #6 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2: Ein fast normaler Tag (überarbeitet)
Hey,

und erneut ein großes Dankeschön!
Da haben sich wieder einmal einige Flüchtigkeitsfehler eingebaut und einige, bei denen ich mir nicht sicher war. Werde ich verbessern Icon_smile

Zitat:
Zitat: Zitat:Ben war viel zu müde um noch zu reden

Komma hinter „müde“

Gut zu wissen. Ich dachte immer, vor einem "um" muss kein Komma. Kannst du mir erklären warum?

Ja, das mit den Absätzen ist so: Ich habe bisher immer einen Absatz gemacht, bevor jemand gesprochen hat, also stand jeder Satz der wörtlichen Rede in einer separaten Zeile. Habe erst vor Kurzem begonnen, das zu ändern, deshalb sind es noch so viele.

Gut, dann bis zum nächsten Mal Icon_smile


LG Semi


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Beitrag #7 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2: Ein fast normaler Tag (überarbeitet)
Hi Semi,

noch einmal eine kurze Antwort auf deine Antwort auf meinen Kommentar zu deiner Geschichte. Mrgreen

Zitat:Gut zu wissen. Ich dachte immer, vor einem "um" muss kein Komma. Kannst du mir erklären warum?

Soweit ich weiß, kommt vor jede Konjunktion außer "und" und "oder" ein Komma. Icon_smile

LG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #8 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2: Ein fast normaler Tag (überarbeitet)
Hmm okay. Ich dachte immer, bei "um" kann man es sich so in etwas aussuchen. Ich würde zum Beispiel den Satz "Ich gehe zur Schule um zu lernen" nicht mit einem Komma treffen.

Mal sehen, was ich im Netz dazu finde.

Danke auf jeden Fall.

LG Semi


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Beitrag #9 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2: Ein fast normaler Tag (überarbeitet)
Ah, jetzt habe ich gerade noch was erfahren: mit Komma davor ist es auf jeden Fall immer richtig, ohne Komma kann man´s schreiben wenn´s ein sehr kurzer Nebensatz ist.
Also wenn du´s mit Komma schreibst, bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Icon_wink

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #10 |

RE: Sieben Pforten - Kapitel 2: Ein fast normaler Tag (überarbeitet)
Okay, dann weiß ich Bescheid!

Danke sehr Icon_smile

LG Semi


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