Es ist: 01-11-2020, 01:54
Es ist: 01-11-2020, 01:54 Hallo, Gast! (Registrieren)


5 Wörter -Weihnachtsedition 2011-
Beitrag #1 |

5 Wörter -Weihnachtsedition 2011-
Auf der Suche nach neuen Anregungen spazierst du über die Spielwiese. Plötzlich taucht vor dir –wie aus dem Nichts- eine Tür auf. Als du sie neugierig öffnest, wehen dir weihnachtliche Düfte entgegen und du blickst direkt auf den literatopischen Weihnachtsmarkt.
Die Wörter für das weihnachtliche 5-Wörter-Spiel fallen dir schon fast entgegen: rot, Kerzenlicht, bereuen, Eiskristall, Christbaumständer.
Deine Aufgabe ist es nun, sie in einem kurzen Text (Kurzgeschichte oder Gedicht) unterzubringen und zwar innerhalb des nächsten Monats.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: 5 Wörter -Weihnachtsedition-
Hey Lady,
schöne Idee, aber die Wörter fehlen oder zumindest der Link zur Tür. Icon_wink
Ich bin mal so frei: rot, Kerzenlicht, bereuen, Eiskristall, Christbaumständer

LG
Addi

PS: Die Formatierung von Türchen Nr. 5 sieht seltsam aus.

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #3 |

RE: 5 Wörter -Weihnachtsedition-
Huhu Addi,
ich hab mal die Wörter auch in meinen Eintrag nachgetragen. Link zur Tür, verbirgt sich unter dem Wort "Tür" und die Formatierung soll so sein, zumindest das Spielwiesen-Dings. Icon_wink

Danke für deinen Hinweis.
LG Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: 5 Wörter -Weihnachtsedition-
Huch, hab ich nicht gesehen. Tschuldigung. Smiley_emoticons_blush

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #5 |

RE: 5 Wörter -Weihnachtsedition-
Sanyasala,

spontan-kreativ werfe ich mal eine kleine Geschichte ein. Ich hoffe sie gefällt ... Icon_smile


Zitat:rot, Kerzenlicht, bereuen, Eiskristall, Christbaumständer

Dunkelheit ummantelte die verlassene Hauptstraße, eine dieser Kopfsteinpflasterstraßen, die sich nachts um beinahe Mitternacht in nichts von ihren Artgenossen unterscheiden. Die einsame Funzel einer Straßenlaterne versuchte gegen die tiefblaue Düsternis anzuflackern, mit bescheidenem Erfolg. Immerhin legte sich ein blasser Lichtkreis um den Metallfuß, und in diesen winzigen Dunstkreis trat eine vermummte Gestalt. Es war die Kälte, die mit ihrem ausgefransten Kapuzenmantel durch die Straßenzog und Heerscharen an Schneeflocken gebar. Im Lampenlicht blieb die Kälte kurz stehen, stützte sich schwer auf ihren weißen Stab. Die Luft war schon erfült von ihren Kindern, die dicht drängelnd ihren Reigen tanzten, einen Weihnachtsreigen.
"Heilig Abend", knirschte die Kälte und unter der dunklen Kapuze hätte man ein Lächeln erahnen können, aber es war ja niemand da. Sie erhob eine ihrer blauen Hände und reckte die raue Handfläche empor. "Ein Kind wird geboren ..."
Die letzten Worte verwandelten sich in einen seligen Hauch, der über ihre Handfläche wirbelte und zu einem weiteren, einzigartigen Eiskristall erstarrte.
"Dreh dich, mein Kind, tanze, mein Kind", flüsterte die Kälte und die neugeborene Schneeflocke bewegte sich, zunächst zögerlich, dann mit immer mehr Mut und Freude.
Es war eine wunderschöne Nacht zum Tanzen, dachte die Scneeflocke, während die Kälte aus dem Licht der Laterne verschwand und weiter durch die Straßen zog. Sie zog mit dem Windhauch zu ihren Schwestern und reihte sich in das dichte Spektakel.
"Tanz mit uns!", riefen die Schwestern. "Es ist das herrlichste, was du dir vorstellen kannst!"
Sie wussten nicht, dass sie sterben würden, ahnten nichts von der Müdigkeit, die sie bald auf das Pflaster der Straße drücken würde, wo am Tage die Leute auf sie trampelten und erdrückten.
Auch die Schneeflocke nicht, als sie versuchte, mit den anderen mitzuhalten, doch das Gedränge war zu groß. Es waren viele, so viele Eiskristalle, dass selbst das Licht der Laterne sich schließlich der Dunkelheit ergeben musste.
So wenig Platz, das muss doch woanders freier sein, dachte die Schneeflocke und entwand sich dem Reigen, tanzte abseits für sich. Und wie sie sich entfernte, flackerte jäh ein Licht in dem tiefen Blau. Neugierig flog die Schneeflocke bis zu einem Fenster, aus dem dieser Schimmer drang, so golden wie es die Funzel draußen nicht gewesen war. Und drinnen erblickte sie staunend - einen Tannenbaum. Es war ein edler Baum, geschmückt mit Bahnen glitzerndem Lametta und wunderschönem Zierrat. Um den Christbaumständer lagen bereits die Geschenke, die die Kinder morgen öffnen würden, aber davon wusste die Flocke nichts. Sie starrte auf die Schönheit und in das goldene Flackern der roten Kerzen, die an die Zweige gesteckt waren und die zu löschen offenbar jemand vergessen hatte. Solch eine Pracht hatte sie wahrlich noch nie erblickt.
Angezogen davon schwebte sie durch das Fenster herein in das kühle Zimmer und nahe heran an das Kerzenlicht. Wie wunderschön, dachte die Schneeflocke, Herrlicher noch als das Tanzen!
Sie wollte nur noch zusehen, nein, mehr noch dazugehören. So flog sie dicht heran an die Lichter, wandte sich nicht ab, auch als sie die Wärme spürte. Sie fühlte die fressende, nagende Hitze und gleichzeitig das Licht darin, das alles Schöne in sich barg.
Wenn es mich verletzt, wie kann ich dann Teil davon sein, wie kann es richtig sein?, dachte sie traurig und sah zurück zum offenen Fenster. Meine Schwestern tanzen, aber ich ... ich ...
Nun war sie zu dicht, ihre Fingerchen und feinen Verästelungen, sie alle begannen zu schwinden. Sie spürte es, doch nun wusste sie, was wahr sein musste.
Ohne zu breuen streckte sie sich dem Licht entgegen und starb. Bevor sie als einzelnder, runder Wassertropfen zu Boden fallen und im Teppichverschwinden konnte, erschien die Kälte neben ihr im Zimmer. Die Kerzen flackerten heftig und wehrten sich, die Kälte seufzte jedoch nur. Dieses Seufzen fing das tote Kind.
"Mag erfüllt sein, was du dir wünschtest, kleine Schneeflocke", sagte die Kälte und berührte die Tote sanft. Dann wandte sie sich ab und stieg durch das Fenster wieder hinaus. Im eisigen Wind schlug das Fenster zu und die Kerzenflammen beendeten ihren wilden Kampf, beleuchten wieder ruhig die glitzernden Kugeln und Figürchen. Neben der zierlichsten, der schönsten Kerze hing nun ein neuer Zierrat: eine kleine, silberne Schneeflocke, mindestens so fein und herrlich wie all der andere Schmuck.

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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Beitrag #6 |

RE: 5 Wörter -Weihnachtsedition-
Schön. Icon_smile
*eine Träne hervordrück*


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Beitrag #7 |

RE: 5 Wörter -Weihnachtsedition-
So wunderschön und doch so vergänglich! Arme Schneeflocke!

Tolle Geschichte!

"Wir vergessen nicht, wir leben nur weiter."

http://www.Annabellaswelt.blogspot.com

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Beitrag #8 |

RE: 5 Wörter -Weihnachtsedition-
Danke Icon_smile
Ich hoffe auf rege Konkurrenz!

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

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