Es ist: 29-06-2022, 04:43
Es ist: 29-06-2022, 04:43 Hallo, Gast! (Registrieren)


Das gewisse Etwas
Beitrag #11 |

RE: Das gewisse Etwas
Hallo Nachtmahr!

Wie die anderen hier kenne auch ich dein Problem, wenngleich nicht von Romanen sondern (gottlob!) von Kurzgeschichten. Ich habe da einiges liegen, das ich in einem Anfall zu Papier gebracht habe und im Endeffekt nicht zu Ende geschrieben habe, weil dem - wie du es sagst - das "gewisse Etwas" gefehlt hat.
In den Fällen, die ich vor Augen habe, fehlte der rote Faden; die Geschichten dümpelten irgendwie vor sich hin, strebten aber in keine bestimmte Richtung. Ich kann dir nicht sagen, wie man das besser macht. Es gibt Geschichten, die schreiben sich von selbst (und warum? Weil sie einem roten Faden folgen!) und es gibt Geschichten, die zu schreiben einer Qual gleich kommt. So zumindest meine Erfahrung. Wenn es nicht fließt - abhaken, weg damit. (Oder zumindest in die hinterste Ecke auf dem Rechner; ganz löschen fällt ja doch irgendwie schwer ...)

Ansonsten teile ich die Meinung der anderen: Es kommt natürlich auf den Inhalt an, aber auch Triviales und Altbekanntes kann, geschickt aufgemacht, den Leser erfreuen. Das ist zu einem gewissen Maß Handwerk und Erfahrung, zu einem anderen Talent. Ersteres kann man erwerben, letzteres muss einem wohl eingegeben sein. Nicht jeder veröffentlichte Autor hat von beidem (genug), nicht jedem unveröffentlichten Autor fehlt es daran. Aber das ist ein anderes Thema.

Mir stellt sich aber vordringlich die Frage: Was willst du eigentlich?

Die Frage nach dem gewissen Etwas beantwortet sich für mich jedenfalls sehr unterschiedlich, je nach Anspruch, den man an den Text legt.
Willst du unterhalten?
Oder willst du Kunst?
Im ersten Fall kann jede Geschichte genügen, sie muss nur schmackhaft umgesetzt sein (durch lockere Sprache und vielleicht den einen oder anderen kreativen Kniff).
Im letzteren wird es schwierig. Die Geschichte kann hier so trivial sein wie du willst, es kommt nur darauf an, dass sie genial umgesetzt ist. Es muss sich nicht gut lesen, man muss dich nicht verstehen - es muss nur genial sein. Viel Spaß dabei, und hoffentlich hast du einen Gönner, der der FAZ- oder ZEIT-Redaktion steckt, dass das, was du da veröffentlichst, Kunst, also genial ist Icon_wink
Entscheidend ist, dass du deinen Weg suchst und ihn verfolgst. Bleib' dir treu!

Liebe Grüße,
Lehrling

Anm.d.Red.: Die Kunst-Sparte sei hiermit natürlich nur überspitzt dargestellt; keineswegs soll sie hier herabgewürdigt werden. Die Intention des Autors lag vielmehr darin, den Unterschied zwischen Massentauglichkeit und Selbstverwirklichung darzulegen.

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Beitrag #12 |

RE: Das gewisse Etwas
So, noch einmal meinen Senf dazugeben...

@rex noctis: Nein, kenn' ich nicht. Das Beispiel mit der Reise war ja nicht abschätzig gemeint. War nur so ein Gedanke, dass man als mittelmässig talentierter Schreiber wohl kaum mit einer Geschichte über einige Typen, die durch gefährliche Lande reisen und dabei zu Helden werden punkten kann.

@Dramweida: Wenn man die von mir als trivial bezeichneten Dinge in eine atmosphärische Geschichte verpacken kann, ist das natürlich eine gute Sache.
Zur Frage, ob mir meine Geschichte gefällt: Wenn mir ein neuer Plot einfällt, gefällt mir der natürlich erst einmal. Dann schreibe ich die Handlung genauer nieder, oft bis in die einzelnen Kapitel, beschreibe die Figuren ungefähr, wobei ich mich dabei eher auf die Entwicklung im Lauf der Geschichte verlasse, und denke mir spezielles zur Geschichte aus; Anekdoten usw.
Dann beginne ich zu schreiben. Mit dem Schreibstil bin ich offen gesagt ganz zufriedenIcon_ugly Nach ein paar Seiten kommen bereits die ersten Zweifel und an diesem Punkt höre ich oft auf (Man hat ja anderes zu tunIcon_nosmile). Ich bin dann einfach nicht mehr von meiner Geschichte überzeugt.
Ist ja auch so eine Wahnidee von mir, dass mein erstes Buch, falls es überhaupt zu Stande kommen sollte, gleich ein grosses Werk sein sollte. Kommerziell ist mir das relativ egal, aber es sollte schon wegen guter Geschichte und hoher sprachlicher Qualität herausstechen. Mit grosser Sicherheit ein zu hohes Ziel für einen bald 18-jährigenIcon_irre
Lustig die von dir beschriebene OriginalitätIcon_smile

@Federlehrling: Genau so wie du es beschreibst, fühlt es sich an. Ich habe locker 500 Seiten unvollendetes Material. Von zwei bis hinauf zu fast hundert Seiten pro "Werk".
Ich denke, damit man überhaupt irgendwie Fuss fassen kann in der Branche muss man schon auf Unterhaltung abzielen. Die hohe Kunst kann man vielleicht als etablierter Schriftsteller in Angriff nehmen. Es sei denn, es macht einem nichts aus, in Armut zu lebenIcon_lol

Puh. Alles gesagt?
Vielleicht werde ich hier im Forum in der nächsten Zeit eine ungefähre Idee posten, Genre noch offen. Gibt es ein bevorzugtes Unterforum für sowas, oder muss Pionierarbeit in Sachen Plotdiskussion geleistet werden? Icon_confused

Freundliche Grüsse
Nachtmahr



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Beitrag #13 |

RE: Das gewisse Etwas
Guten Morgen Nachtmahr,

für "Plotidkussionen" eigent sich auch gerne das Cafe.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #14 |

RE: Das gewisse Etwas
Morgen Sternchen

Ok, vielen Dank. Bei nächster Gelegenheit und einigermassen ausgearbeitem Plot poste ich das ZeugIcon_ugly

Grüsse vom Nachtmahr



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Beitrag #15 |

RE: Das gewisse Etwas
Zitat:Ist ja auch so eine Wahnidee von mir, dass mein erstes Buch, falls es überhaupt zu Stande kommen sollte, gleich ein grosses Werk sein sollte. Kommerziell ist mir das relativ egal, aber es sollte schon wegen guter Geschichte und hoher sprachlicher Qualität herausstechen. Mit grosser Sicherheit ein zu hohes Ziel für einen bald 18-jährigenIcon_irre
Lustig die von dir beschriebene OriginalitätIcon_smile
Wie steht es denn bei dir mit Kurzgeschichten? Die schreiben sich auch mal in einem Rutsch (oder in zweien oder dreien). Je länger die Geschichte, desto größer die Gefahr. Ein Ansatz sind da vielleicht stärker ausgearbeitete Plotskizzen für längere Texte. Dann musst du dir über den Inhalt beim Schreiben nicht so viele Gedanken machen, lediglich über Details und Sprache. Vielleicht hilft dir das über die Hänger hinweg bzw. reduziert den "Ausschuss", den du produzierst, weil dich die Geschichten schon beim Anfertigen der Plotskizze nicht mehr überzeugt (und nicht erst nach 90 Seiten - Horror! Icon_panik )
Grüße,
Lehrling

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Beitrag #16 |

RE: Das gewisse Etwas
Zitat:Wie steht es denn bei dir mit Kurzgeschichten?

Werde ich in der nächsten Zeit wieder einmal ein paar schreibenIcon_smile
Da fällt mir sicher schnell was ein. Wenn was kommt, dass ich für halbwegs gelungen halte, werdet ihr es sicherlich hier im Forum sehen.

Grüsse
Nachtmahr



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