Es ist: 14-04-2021, 06:49
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Siegelmagie [Kapitel I] - 3. Fassung mit überarbeitem Ende
Beitrag #11 |

RE: Siegelmagie [Kapitel I]
Hallo Damien,

es ist Kommentier-Tag und dich hat es jetzt erwischt. Ich bin schon ganz gespannt. Also los geht’s. Icon_wink

Zitat: Nebel durchzog die Nacht und legte sich wie ein aschgraues Leichentuch über die Hütten und Wege gelegt.

Entweder musst du das „gelegt“ am Ende weglassen, oder noch ein „hatte“ einfügen, bzw. das „legte“ weglassen. Icon_wink

Zitat:Nach dem er sein Mannesalter erreicht hatte, hatte er das Anrecht auf eine eigene Hütte gehabt und sein eigenes Heim mit seinem Ziehvater aufgebaut.

Dopplung von „eigenes“. Und ich seh grad, dass im nächsten Satz auch noch eins kommt.

Zitat: „Wie ein Fels in der Brandung“, dachte Balian und fragte sich unwillkürlich nach dessen Herkunft.

Es ist ungewöhnlich die Gedanken in den Anführungszeichen zu sehen. Es hat sich als recht übersichtlich bewährt die Gedanken kursiv zu setzen. Nur so als Tipp, für den Fall das sich irgendwo mal mehr Dialog und Gedanken häufen sollten. Icon_wink

Zitat:Beolund ließ seinen Hammer in einem waghalsigen Aufbegehren auf den Anführer der schwarzen Krieger nieder fahren & der Schädel des Eindringlings brach im selben Moment

Ich denke ein richtiges „und“ würde da besser aussehen.

So, das war erfreulich wenig an Textzeug was ich noch gefunden habe. Du und meine Vorkommentatoren, waren wohl schon fleißig. Pro
Erstmal was zum Inhalt: Der Junge dessen Dorf von offensichtlich bösen, schwarzen Männern niedergebrannt wird und der als einziger von seiner Familie überlebt, ist nicht unbedingt die Neuerfindung des Rades. Icon_wink Muss es ja auch nicht sein, denn das er mit dabei war und das der Vater im Kampf stirbt hat es dann doch spannend gestaltet. Üblicherweise ist es ja oft so, dass der Held zufällig nicht im Dorf ist und nur noch Trümmer findet, was ich sehr langweilig finde. Doh Von daher hast du es inhaltlich doch recht interessant gemacht. Es ist ja auch „nur“ der Anfang bisher, deshalb kann ich im Moment noch nicht mehr dazu sagen. Aber ich schätz mal das Balian irgendwie überleben wird.
Zum Stil: Der gefällt mir sehr gut. Du schreibst sehr atmosphärisch, wovon ich ein Fan bin. Icon_smile Deshalb fand ich sogar diesen recht "überraschungsarmen" Plot interessant zu lesen. Das einzige auf was du noch achten solltest sind Wortwiederholungen, da hab ich zwei von gefunden. Icon_wink

Zu deinen Intensionen:

1. Abschnitt: Verlorenheit
Also nachvollziehen das er sich verloren fühlt konnte ich schon. Nur ich konnte das jetzt nicht so spüren, was aber wahrscheinlich daran liegt, das ich Balian noch nicht kenne. Dazu hättest du am Anfang viel mehr darauf eingehen müssen, wie wohl er sich bei seinem Vater gefühlt hat, z.b. wie warm es da war und wie kalt sein jetziges Zuhause ist. Aber ich denke, dein Anfang ist auch so gut, wie er jetzt ist, sonst wird er schnell zu lang. Icon_wink

2. Abschnitt: Grauen übegehend in Verzweifelung
Grauen, ja und Angst, auch Entsetzen. Das ist so bei mir angekommen. Verzweiflung eher weniger, weil der Moment in dem beide Elternteile tot sind, ist so kurz, dass ich einfach keine Zeit hatte irgendwas zu spüren. Jedenfalls aus der Sicht Balians. Wenn ich mir den Vater betrachte spüre ich da die Verzweiflung schon eher.

3. Abschnitt: Verlust
Verlust ist recht wenig bei mir angekommen. Wie gesagt, da spielt der Zeitfaktor eine große Rolle. In dem Moment wo ich begriffen hab, dass die Mutter tot ist, musste ich mich ja auch schon damit beschäftigen, das der Vater sich in den sicheren Tod stürzt. Aber das macht nichts, finde ich. Ich war entsetzt darüber, dass er das getan hat und mach mir jetzt Sorgen um Balian, ob und wie er aus den Trümern gerettet wird. Icon_smile

Alles in allem hab ich den Anfang sehr gerne gelesen und bin schon gespannt, wie es weitergeht.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #12 |

RE: Siegelmagie [Kapitel I]
Hey Damien, ich hab gerade gemerkt, dass ich mir den ersten Teil deiner Geschichte noch überhaupt nicht vorgenommen habe! Naja, auf zur Tat!

(27-11-2011, 22:28)Damien schrieb: Das Bellen der Hunde war verstummt, alle Lichter ausgelöscht und die Ruhe wurde nur ab und an vom Schrei einer Eule oder dem Zirpen einer Grille durchbrochen.
Ausgelöscht klingt so nach Vernichtung, löschen würde mMn reichen. Icon_wink
Nebel durchzog die Nacht und legte sich wie ein aschgraues Leichentuch über die Hütten und Wege gelegt.

(27-11-2011, 22:28)Damien schrieb: Es war kalt in dem einfachen Zimmer seiner Hütte.
Beides impliziert dasselbe. Eines davon würde ich streichen.


(27-11-2011, 22:28)Damien schrieb: Ein markerschütternder Schrei hallte durch das Dorf und zerfetzte auch die letzten Nebelschwaden … dann brach die Hölle los.
"Schrei" und "zerfetzte" habe ich noch nie zusammen benutzt gehört. Und wie kan ein Geräusch den Nebel verändern?


(27-11-2011, 22:28)Damien schrieb: Plötzlich waren sie überall. Überall wurden die Türen der Hütten mit roher Gewalt aufgebrochen und Heerscharen von schwarzen Kriegern fielen in die Wohnstätten der Dorfbewohner ein.
Wiederholung von "überall". Möchtest du die Wiederholung hier als Stilmittel nutzen, würde ich dir raten, das zweite "überall" kursiv zu machen.

(27-11-2011, 22:28)Damien schrieb: Die Stimme seines Ziehvaters riss ihn aus seiner Agonie:
„Wieso?“
Es war keine Angst in seiner Frage, keine Wut, nur Schmerz. Abgrundtiefer Schmerz. Balian drehte den Kopf zur Mitte des Dorfplatzes. Sein Vater kniete auf dem Boden, Siri in seinen Armen. Ihre Augen standen offen, doch das Leben hatte sie verlassen. Beolunds Blick traf auf Balian und so etwas wie Hoffnung spiegelte sich in seinen großen Augen wieder, die beinahe schwarz geworden waren vor Pein.
„Balian?“
An der Stelle bringst du zwei ihm wichtige Figuren zu schnell um. Kaum merkt man das die eine tot ist, opfert sich der nächste. Lass ihm etwas Zeit, biss er Nalian bemerkt. Icon_wink
Es war nicht mehr als ein Flüstern. Vielleicht hatten auch nur seine Augen versucht zu sprechen, während seine Kehle ihm die Stimme versagte.
Balian konnte nicht antworten.

(27-11-2011, 22:28)Damien schrieb: Beolund ließ seinen Hammer in einem waghalsigen Aufbegehren auf den Anführer der schwarzen Krieger nieder fahren & der Schädel des Eindringlings brach im selben Moment, wie sich etliche Speerspitzen in den Körper des Schmiedes bohrten.
Ein "&" Zeichen im Text? Sorry, das hat mich kurz rausgeworfen. Dass derTyp, den er umbringt die Krieger anführt ist offensichtlich. Den Anführer der Verteidigung bringt er sicher nicht um, es gibt ja nichtmal wirklich Wiederstand. Icon_wink

(27-11-2011, 22:28)Damien schrieb: Weg von der Gewissheit, das alles was ihm je etwas bedeutet hatte hinter ihm starb. Als er an dem letzten brennenden Haus vorbei hastete, drehte er sich noch einmal um. Das letzte was er sah war das sanfte Lächeln auf den Zügen des Mannes, den er Vater genannt hatte.
Wiederholung von "letzte"

So, alles in allem ist dir der Einstieg gut gelungen und du hast dich auch nicht in Unwichtigkeiten verloren. Meine Meinung zu deinem Schreibstil und deinen Teils überzeichneten Formulierungen kennst du ja schon. Icon_wink

Hoffe du kannst damit was anfangen. Wave

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Beitrag #13 |

RE: Siegelmagie [Kapitel I]
Hey Damian,

da wir beide uns mittlerweile schon etwas in diesem Forum umgeschaut habe, gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass du weißt, dass alles, was ich im folgenden an Kritik anzumerken habe, nicht dir persönlich sondern ganz allein deiner Geschichte gilt …

Von daher lege ich gleich mal los:

Zitat:Dunkelheit war über das kleine Dorf am Rande des großen Gebirges hereingebrochen.
Das Bellen der Hunde war verstummt, alle Lichter ausgelöscht und die Ruhe wurde nur ab und an vom Schrei einer Eule oder dem Zirpen einer Grille durchbrochen. Nebel durchzog die Nacht und legte sich wie ein aschgraues Leichentuch über die Hütten und Wege gelegt.
1. Bei mir persönlich ist es so, dass ich drei Themen nicht zu Beginn einer Geschichte lesen möchte: Das Wetter, die Tageszeit und „es war“. Ich habe diese Anfänge schon so oft gelesen, dass ich schlichtweg übersättigt bin und es einfach auch nicht mehr lesen mag. Es erzeugt keine Spannung, stellt keine Fragen auf, die mich als Leser zum Weiterlesen animieren, und sorgt auch nicht dafür, dass ich gleich zu Anfang eine Bindung zu dem Protagonisten entwickle. Denn Beschreibungen des Wetters und der Tageszeit sind nun einmal mehr oder weniger gefühllos. Ich erfahre also in diesem ersten Absatz etwas über das Wetter, die Tageszeit, die Örtlichkeit, die Hunde und die Grillen des Dorfes, sowie die Bauweiser ihrer Häuser, aber nicht über die eigentliche Hauptperson – den Protagonisten. Wie gesagt, mich persönlich frustriert so ein Beginn, aber das ist vielleicht auch Geschmackssache. *schulterzuck*
2. Wortwiederholung: und, war (Das erste „und“ könntest du zum Beispiel weglassen und stattdessen einen neuen Satz mit „Die Ruhe…“ anfangen.
3. Im letzten Satz hat sich ein „gelegt“ eingeschlichen, dass du streichen solltest.

Zitat:Nachdenklich sah Balian aus dem Fenster.
Diese ganze Anfangssequenz ist – so Leid es mir auch tut so hart zu sein- mir persönlich zu klischeehaft. Die hereinbrechende Dunkelheit, die Stille, der aufkommende Nebel und unserer Held, der melodramatisch am Fenster steht und seine Gedanken in die Ferne schweifen lässt.

Zitat: Obgleich seine Sicht durch die graue Wand nicht mehr als einen Steinwurf (weit) reichte, lag das Ziel seines Blickes in weiter Ferne.

Vom Gefühl her würde ich „Steinwurf weit“ schreiben.
Ich mag diese etwas „altmodischen“ Wörter wie obgleich. Pro

Zitat:Es war kalt in dem einfachen Zimmer seiner Hütte.
Das Feuer im Kamin musste seinen Kampf mit der Kälte schon vor Stunden verloren haben.
Hmh… du schreibst, dass sie in Hütten leben. Mit einem Feuer, das im Kamin brennt, etc. … Alles im allen also eine mittelalterliche Welt, in denen normale Hütten nicht über Doppelverglasung, geschweige denn Fenster an sich verfügt haben. In diesem Szenario steht dein Held also am offen Fenster, um den Nebel zu betrachten, und wundert sich dann, warum das Feuer nicht gegen die Kälte ankommt? Icon_confused

Zitat: Undeutliche Erinnerungen von Schneestürmen, einer Höhle und einem einsamen Mann flossen am Rande seines Bewusstseins entlang, zu fern um sie festhalten zu können, aber doch zu nah, um sie zu vergessen.
Der Satzteil mit dem zu fern/zu nah finde ich wirklich sehr berührend.

Zitat: Das Feuer im Kamin musste seinen Kampf mit der Kälte schon vor Stunden verloren haben.
Kämpft man wirklich „mit etwas“ oder nicht vielmehr „gegen etwas“.

Zitat:Spärliches Mondlicht, welches den Weg durch den Nebel gefunden hatte und durch das Fenster fiel, tauchte das wenige Mobiliar seines Zuhauses in ein gedämpftes, unwirkliches Licht:
1. Was ist mit dem Feuer oder Kerzen? Geben sie denn kein Licht ab? Und warum steht er im Dunkeln?
2. Vom Gefühl her würde ich zwischen gedämpftes und unwirkliches ein Komma setzen.
3. Ich frage mich, ehrlich gesagt, ob das Mondlicht sich bei der von dir beschriebenen Witterungsbedingung (man kann keinen Steinwurf weit sehen) wirklich so verhalten würde. Und das Licht nicht schon allein aufgrund der Streuung an den Wassertröpfchen zu diffus wäre, um als mehr als eine Einheitsmasse durchzugehen, geschweige denn irgendetwas so beleuchten könnte, dass man es wirklich sieht.

Zitat:Als Säugling im Wald gefunden, war er beim Schmied des Dorfes, Beolund, und seiner Frau Sira aufgewachsen. Nach dem er sein Mannesalter erreicht hatte, hatte er das Anrecht auf eine eigene Hütte gehabt und sein eigenes Heim mit seinem Ziehvater aufgebaut. Es war ihm erwachsen und stark vorgekommen allein in seinem eigenen Haus zu leben, daran, dass er die warme, vertraute Atmosphäre der Schmiede nachts vermissen würde, hatte er nicht gedacht.
1. Hmh… ich finde irgendwie, dass "aufgebaut" nicht so richtig passt, vielleicht lieber "errichtet"?
2. Wortwiederholung: eigenes, war,sein
3. Kommasetzung
4. Der Absatz klingt mir zu sehr nach einer Erklärung, die du noch unbeding an dieser Stelle einbringen musstest, weil du sonst keinen anderen Weg gefunden hast, diese unterzubringen. Ich weiß zwar ehrlich gesagt auch nicht, wie du das ändern könntest, wollte es aber dennoch kurz erwähnen, weil dieser ganze Abschnitt auf mich irgendwie gezwungen wirkt.

Zitat:Ohne die Menschen, die ihm etwas bedeuteten, fühlte sich dieser Ort irgendwie leer an, nicht nach Zuhause.
Das „nach Zuhause“ hört sich in meinen Ohren irgendwie falsch an. Vielleicht besser „…nicht wie ein Zuhause.“

Zitat:Balian hatte sich oft gefragt ,ob er überhaupt das Recht besaß diesen Ausdruck zu verwenden. Streng genommen gab es für ihn nichts, was dieser Bezeichnung gleich käme, geschweige denn Eltern, für die er mehr war als ein Findelkind.
Kommasetzung

Zitat:Obwohl Sira ihm immer wieder versichert hatte, dass es nicht darauf an käme, ob sie seine leiblichen Eltern seien oder nicht, sondern auf die Liebe, die sie ihm in gleichem Maße zu Teil werden ließen, fragte sich Balian oft, wo sein wirkliches Zuhause wohl liegen mochte.
1. Selbst für mich als bekennender Bandwurmsatzliebhaber, ist dieser Satz ein bissel zu lang. Icon_wink
2. Kommasetzung
3. Vom reinen Gefühl her, würde ich nach dem letzten Satz noch „Und wer seine leiblichen Eltern waren“ einfügen.

Zitat:Für ihn lag es jedenfalls in weiter Ferne, jenseits des Nebels seiner Unwissenheit.
Hier würde ich um eine Wortwiederholung des Verbes „liegen“ aus dem Vorsatz zu vermeiden, etwas anderes einsetzen, vielleicht „befand“?

Zitat:Es schien verloren in dem Meer aus waberndem Grau und doch ließ es sich nicht überwältigen.
Wortwiederholung: es

Zitat:Wie ein Fels in der Brandung“, dachte Balian und fragte sich unwillkürlich nach dessen Herkunft. Wie zur Antwort entzündete sich ein weiteres Licht und innerhalb eines Wimpernschlags
Also ich persönlich fände es schöner, wenn du auch hier nicht in den direkten Gedankengang (gibt es das überhaupt als Analogie zur direkten Rede?) schreiben würdest, sondern weiter indirekt bliebest, wie bereits im Satz zuvor. Also zum Beispiel schreiben würdest: Wie ein Fels in der Brandung trotzte es stillschweigend der trüben Dunkelheit, so dass Balian sich unwillkürlich nach dessen Herkunft fragte.
Wortwiederholung: wie (vielleicht anstelle des zweiten „wie“s ein „so als wäre es…“ oder so.

Zitat:Wie zur Antwort entzündete sich ein weiteres Licht und innerhalb eines Wimpernschlags verzehnfachte sich die Anzahl um das Erste. Ob der Nebel vor der Helligkeit zurückwich, oder von den Lichtern verzehrt wurde, konnte Balian nicht feststellen, aber als sich seine Sicht klärte, konnte er Gestalten aus machen, die die Lichter trugen. Der Schein ihrer Fackeln beleuchtete rußgeschwärzte Rüstungen und das flackernde Licht auf ihren Gesichtern offenbarte mordlüsterne Vorfreude.
Wortwiederholung: „Licht“ und „konnte“
Das „um das Erste“ würde ich weglassen“, da auch so klar ist, was du meinst, und es als nachgeschobenes Satzelement auch nicht so schön klingt.
Ich glaube nicht, dass normales Licht –womöglich noch von Fackeln- in der Lage ist, Nebel zu vertreiben.

Zitat: Der Schein ihrer Fackeln beleuchtete rußgeschwärzte Rüstungen und das flackernde Licht auf ihren Gesichtern offenbarte mordlüsterne Vorfreude. Ein markerschütternder Schrei hallte durch das Dorf und zerfetzte auch die letzten Nebelschwaden … dann brach die Hölle los.
Diese kurze „luftholen“ zwischen Nebelschaden und dann hat mir gut gefallen.
Allerdings wüsste ich auch gerne, was Balian in diesem Augenblick empfindet.

Zitat:Plötzlich waren sie überall. Überall wurden die Türen der Hütten mit roher Gewalt aufgebrochen und Heerscharen von schwarzen Kriegern fielen in die Wohnstätten der Dorfbewohner ein. Die verzweifelten Schreie, die aus den Häusern drangen, vermischten sich zu einem entsetzlichen Kanon aus Furcht, Leid und unsagbarem Schmerz.
Flammen rissen die Dächer der Hütten nieder, verzehrten das trockene Stroh in sekundenschnelle und brachten die ächzenden Balken zum Einsturz.
Wortwiederholung: überall
An dieser Stelle solltest du dich etwas kürzer fassen und einfachere Satzkonstruktionen verwenden, um das „Überstürzte“ und „Hektische“ in dieser Szene besser darzustellen. So ein Überfall ist ein Moment, wo alles auf einmal passiert, und was einen atemlos werden lässt und so, sollte es auch klingen: Kurz, abgehakt, atemlos.

Zitat:In weißen Explosionen zerbarsten die Fenster und das irrsinnige Lachen der Eindringlinge untermalte die morbide Musik des Untergangs.
Dieser Satz –so schön er auch sein mag- passt meines Erachtens weder zu der Hektik der Situation, noch zu unseren personalen Erzähler Balian- den braven Schmiedssohn. Denn du zelebrierst das Leid eher, als das du den Schrecken beschreibst. Icon_wink

Zitat:Unfähig etwas zu tun starrte Balian auf die Szenerie des Grauens, als die Tür seiner Hütte mit einem bestialischen Splittern zerbarst und ein Dutzend Krieger in den Raum stürmten.
Hier würde ich ein simples „starrte Balian auf das Grauen…“, da „Szenarie des Grauens“ wieder zu bewundernd klingt.

Zitat:Mühelos hob der nach Tod und Verderbnis stinkende Mann Balian hoch und musterte ihn aus kalten, ausdruckslosen Augen.
Das „nach Tod und Verderbnis stinkend“ hat mir gefallen.

Zitat:Mit einer angewidert wirkenden Handbewegung schleuderte er ihn in Richtung Tür und forderte einen der anderen Krieger auf ihn nach draußen zu bringen. Wie leblos sah Balian zu, wie sein Haus in Flammen aufging, als der Andere ihn in Richtung des Dorfplatzes schleifte.
Kann man wirklich „wie leblos“ sagen und nicht besser „wie betäubt“?
Beim gesamten Überfall fehlt mir die Innenansicht Balians. Selbst wenn er keine Angst hat und innerlich wie erstarrt ist, solltest du das dem Leser erzählen und nicht von Balians Sicht in die eines neutralen über alles schwebende Erzähler-ich übergehen, da dadurch die ganze Sequenz unglaublich an Spannung verliert. Wenn du die Geschichte an dieser Stelle spannend haben möchtest, musst du Balians Gefühle beschreiben, damit der Leser mit ihm mit fiebern kann. Daher überlegt dir:
Was empfindet Balian, als er die schwarzen Rüstungen zieht?
Was empfindet er, als er die Schreie seine Nachbarn –vielleicht auch die Schreie der Kinder- hört?
Was empfindet Balian, als der Kerl auf ihn zukommt? Gehorchen ihm seine Beine nicht mehr oder weicht er ein Stück zurück?
Was empfindet er, als man ihn an der Kehle packt? Bekommt er keine Luft mehr? Hat er Angst zu sterben oder ist es ihm egal?
Was empfindet er als man ihn durch den Raum schleudert? Denkt er, dass es ohnehin gleich vorbei ist, weil wenn er sich nicht das Genick bricht, die anderen ihn einfach der Länge nach aufschlitzen werden.
Was fühlt er als man ihn nach draußen schleppt? Ist er nicht verwundert noch zu leben und nicht zusammen mit seinen Haus verbrannt worden zu sein? (Das hat mich zumindest gewundert) Überlegte er sich vielleicht auch, was die anderen ihm vielleicht noch schlimmeres antun könnten. Und so weiter…

Zitat:Das Bersten und Krachen der Pfeiler und Balken hörte sich an wie Todesschreie unter entsetzlichen Qualen. Als der letzte Eindringling die Hütte verlassen hatte, verstummten die Klageschreie für einen Augenblick um dann in einem grässlichen Finale den Zusammenbruch seines Zuhauses in die Nacht hinaus zu brüllen.
In dieser Szene ist dein Haus lebendiger als dein Protagonist!

Zitat:Erinnerungen stürzten auf ihn ein, Bilder von der Arbeit mit seinem Vater, dessen Hand auf seiner Schulter als er vor seiner fertigen Arbeit stand, der Stolz, der ihn erfüllt hatte, als er die erste Nacht in seinem neuen Zuhause verbracht hatte. Jede verlorene Erinnerung ließ eine Träne an seiner Wange hinab laufen. Sein Lebenswerk lag in Trümmern.
Wortwiederholung: Arbeit
Kommasetzung
Ich finde es…ähm… interessant, dass dein Held sein Besitz weit mehr interessiert, als das Schicksal seiner Nachbarn, geschweige denn, das Schicksal seiner Familie.

Zitat: „Es tut mir Leid, mein Sohn!“
Das ist mir persönlich etwas zu viel des Guten.
Gefühlsmäßig würde ich vor „mein Sohn“ ein Komma setzen.

Zitat:Er erhob sich und griff nach dem riesigen Hammer, der neben ihm lag, und ein Lächeln legte sich auf seine Züge, als er mit unmenschlicher Schnelligkeit nach Vorne stürmte. Beolund ließ seinen Hammer in einem waghalsigen Aufbegehren auf den Anführer der schwarzen Krieger nieder fahren & der Schädel des Eindringlings brach im selben Moment, wie sich etliche Speerspitzen in den Körper des Schmiedes bohrten.
Wortwiederholung: Hammer (wobei ich mich ganz ehrlich frage, wie nun der Hammes da praktischer Weise hin kommt? Icon_confused )
Kommasetzung, sowie &

Zitat:„Lauf mein Sohn! Sei stark und vergiss niemals, dass wir dich immer lieben werden.“, diese letzten Worte seines Vaters…
1. Also irgendwie hast du die direkte Rede eigenartig gesetzt. Die Inquitformel kannst du hier eigentlich nicht einsetzen und selbst wenn, steht bei einer normalen Aussage kein Punkt vor den Gänsefüßchen.
2. Kommasetzung.
3. Auch hier bemühst du mir das Klischee zu sehr.

Zitat:Mit der Kraft der Verzweiflung riss er sich von der schwarzen Pranke seines Peinigers los und rannte.
Weg.
Hier verstehe ich nicht ganz, was du mit dem Punkt nach rannte bewirken wolltest. Zudem finde ich wegrennen klingt so „teenagerhaft“. Okay, du willst mit dem Wort „weg“ spielen, aber es hört sich im Zusammenhang einfach komisch an.

Zitat:Weg von der Gewissheit, dass alles, was ihm je etwas bedeutet hatte, hinter ihm starb.
Kommasetzung
Ich glaube, das „dass“ müsste an dieser Stelle mit Doppel-S geschrieben werden.

Zitat:Als er an dem letzten brennenden Haus vorbei hastete, drehte er sich noch einmal um. Das letzte, was er sah ,war das sanfte Lächeln auf den Zügen des Mannes, den er Vater genannt hatte.
Wortwiederholung: letzte, sowie Kommasetzung
Zum einen halte ich es in einer dunklen Nacht für relativ unwahrscheinlich, dass er mit mehr als zehn Metern Entfernung noch ein Lächeln erkennen kann.
Zum anderen frage ich mir hier unwillkürlich, was seine Gegner machen, geschweigen denn, warum sie ihn nicht verfolgen oder ähnliches? Icon_confused

So damit wäre ich schon durch und komme nun zu meinem abschließenden Fazit:
Also zuerst einmal muss ich sagen, dass mir dein Schreibstil an sich gefällt. Er ist flüssig und angenehm zu lesen, spart an den richtigen Stellen nicht mit Details, übertreibt diese jedoch auch nicht unnötig. Du arbeitest gerne mit verschachtelten Sätzen, dieses allerdings -bis auf die eine erwähnte Ausnahme – nicht auf Kosten des Leseflusses; auch das gefällt mir. Pro

Als negative Punkte würde ich…
… zum einen das mangelnde Gefühlsleben deines Protagonisten, während des Überfalls, nennen. Es wirkt sehr steril und oberflächlich gehalten und ruft in mir als Leser auch nicht wirklich Spannung, hervor. Um als Leser mit jemanden mitfiebern zu können, seine Angst zu fühlen, seine Verzweiflung oder auch das Gefühl der Hilflosigkeit, braucht man die Innenansicht das Charakters. Dein Protagonist kann zwar die ganze Zeit, wie in Trance und unfähig sich zu bewegen, unfähig zu handeln, dar stehen. Sein Gefühlsleben darf es jedoch nicht!
… zum anderen solltest du etwas mehr darauf achten, was vom Setting, das du dir gesetzt hast, her möglich ist, oder eben auch nicht. Wenn du ein mittelalter Set aufbaust mit kleinen Hütten und all dem, werden diese Hütten keine Glasfenster haben, sondern nur simple Holzverkleidungen, die über Nacht geschlossen sind, um Nässe und Kälte auszusperren. Wenn Balian sie also aufmacht, muss es irgendein Grund dafür geben –vielleicht ein Alptraum, der ihn aus dem Bett getrieben hat und das Bedürfnis frische Luft zu atmen (hier könnte man den Anfang dann auch mit einer spannenden Traumsequenz starten. Vielleicht den Schneestrum, etc. ) Nichts desto trotz muss er eine Kerze entzünden, denn es ist ja dunkel im Raum. Wenn er dann draußen den dichten Nebel sieht, wird dieser das Mondlicht wohl oder übel eine diffuse Masse sein und nicht in der Lage auch nur irgendetwas zu beleuchten. Zudem wird der Nebel sich auch nicht praktischer Weise zu dem Moment lichten, wenn der Angriff erfolgt und so weiter …

So, dass war's an dieser Stelle erstmal von mir.

Viele Grüße

Plumbum Wave


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Beitrag #14 |

RE: Siegelmagie [Kapitel I]
Zitat:Hey Damian
Du darfst mich Damien nennen Icon_smile

Zitat:1. Bei mir persönlich ist es so, dass ich drei Themen nicht zu Beginn einer Geschichte lesen möchte: Das Wetter, die Tageszeit und „es war“. Ich habe diese Anfänge schon so oft gelesen, dass ich schlichtweg übersättigt bin und es einfach auch nicht mehr lesen mag. Es erzeugt keine Spannung, stellt keine Fragen auf, die mich als Leser zum Weiterlesen animieren, und sorgt auch nicht dafür, dass ich gleich zu Anfang eine Bindung zu dem Protagonisten entwickle. Denn Beschreibungen des Wetters und der Tageszeit sind nun einmal mehr oder weniger gefühllos. Ich erfahre also in diesem ersten Absatz etwas über das Wetter, die Tageszeit, die Örtlichkeit, die Hunde und die Grillen des Dorfes, sowie die Bauweiser ihrer Häuser, aber nicht über die eigentliche Hauptperson – den Protagonisten. Wie gesagt, mich persönlich frustriert so ein Beginn, aber das ist vielleicht auch Geschmackssache. *schulterzuck*
Bei mir verhält es sich grundsätzlich so, dass ich mich erstmal "warmschreiben" muss. Das heißt mit den Anfängen meiner Geschichten bin ich so gut wie nie wirklich zufrieden. Deshalb Danke an dieser Stelle für dein ehrliches Statement. Ich will das Grundkonstrukt zwar nicht völlig verwerfen, habe mir aber eine alternative ausgedacht, die etwas weniger ausufernd beschreibt, Wortwiederholungen vermeidet und dich schneller zum Protagonisten führt. Dabei wird aber gleich das Problem ersichtlich, dass aus diesem Wortwiederholungsvermeidungsdrang resultiert. Um einfache Konjunktionen wie "und" oder Standardvergangenheitsverben wie "war" erfolgreich auszulassen muss man sich einer Sprache bedienen, die nicht jeder leicht verdaut. Bin gespannt ob das den Lesefluss einschränkt

Zitat:Diese ganze Anfangssequenz ist – so Leid es mir auch tut so hart zu sein- mir persönlich zu klischeehaft. Die hereinbrechende Dunkelheit, die Stille, der aufkommende Nebel und unserer Held, der melodramatisch am Fenster steht und seine Gedanken in die Ferne schweifen lässt.
Klitscheehaft, vielleicht. Aber der Protagonist hat eben noch geschlafen und hängt durch seinen Traum bedingt "schicksalsschweren" Gedanken nach. Was sollte er sonst tun, als nachdenklich schweigend aus dem Fenster zu schauen, wenn er sich z.B. fragt wo sein wirkliches Zuhause liegt? Ich hoffe du verzeihst mir, wenn ich dieses Klitschee zu Anfang bedienen muss, ich bin mir sicher du wirst mit den ein oder anderen Klitscheebrüchen im späteren Verlauf darüber hinwegsehen Icon_wink

Zitat:Vom Gefühl her würde ich „Steinwurf weit“ schreiben.
Ja, so gings mir auch, aber irgendjemand hat gemeint ich sollte es weglassen, weil es nur ein Füllwort ist... ich denke ich machs aber wieder rein Icon_smile

Zitat:Hmh… du schreibst, dass sie in Hütten leben. Mit einem Feuer, das im Kamin brennt, etc. … Alles im allen also eine mittelalterliche Welt, in denen normale Hütten nicht über Doppelverglasung, geschweige denn Fenster an sich verfügt haben. In diesem Szenario steht dein Held also am offen Fenster, um den Nebel zu betrachten, und wundert sich dann, warum das Feuer nicht gegen die Kälte ankommt?
Zuersteinmal wundert sich mein Held überhaupt nicht darüber. Es ist eine einfache Beschreibung. Zum anderen Mal ist das ja wohl nur die logische Schlussfolgerung, dass es in der Hütte kalt ist wenn er am offenen Fenster steht oder? Ich versteh deinen Einwand nicht so ganz.
Außerdem soll das hier keinen historischen Roman darstellen und Fensterverglasung war im Mittelalter meines Wissens nach bereits möglich (zumindest hatte es die Oberschicht hin und wieder).

Zitat:Kämpft man wirklich „mit etwas“ oder nicht vielmehr „gegen etwas“.
Geht beides Icon_smile

Zitat:1. Was ist mit dem Feuer oder Kerzen? Geben sie denn kein Licht ab? Und warum steht er im Dunkeln?
2. Vom Gefühl her würde ich zwischen gedämpftes und unwirkliches ein Komma setzen.
3. Ich frage mich, ehrlich gesagt, ob das Mondlicht sich bei der von dir beschriebenen Witterungsbedingung (man kann keinen Steinwurf weit sehen) wirklich so verhalten würde. Und das Licht nicht schon allein aufgrund der Streuung an den Wassertröpfchen zu diffus wäre, um als mehr als eine Einheitsmasse durchzugehen, geschweige denn irgendetwas so beleuchten könnte, dass man es wirklich sieht.
1. Das Feuer hat seinen Kampf mit der Kälte schon vor Stunden verloren, außerdem hängt er nur seinen Gedanken nach, braucht man dafür Licht? Also ich mach mein Licht nachts nicht an wenn ich gedankenverloren aus dem Fenster schaue :O
2. Aye Aye!
3. Das hast du sehr schön wissenschaftlich beoleuchtet, danke auf jeden Fall dafür! Allerdings sagt mir meine Erfahrung, dass selbst bei dichtem Nebel Mondlicht durchscheinen kann, wenn auch (wie du richtig angemerkt hast) sehr diffus. Ich habe mich dazu entschlossen, es aber doch hell genug sein zu lassen um zumindest Schemen erkennen zu können, was ja im nächsten Satz mit den sich aus der Dunkelheit schälenden Einrichtungsgegenständen gemeint ist.

Zitat:1. Hmh… ich finde irgendwie, dass "aufgebaut" nicht so richtig passt, vielleicht lieber "errichtet"?
2. Wortwiederholung: eigenes, war,sein
3. Kommasetzung
4. Der Absatz klingt mir zu sehr nach einer Erklärung, die du noch unbeding an dieser Stelle einbringen musstest, weil du sonst keinen anderen Weg gefunden hast, diese unterzubringen. Ich weiß zwar ehrlich gesagt auch nicht, wie du das ändern könntest, wollte es aber dennoch kurz erwähnen, weil dieser ganze Abschnitt auf mich irgendwie gezwungen wirkt.
1. "errichtet" find ich gut, übernehm ich so!
2. Okay da geh ich nochmal drüber.
3. Ebenfalls,
4. Es ist eine mögliche logische Konsequenz aus der Feststellung "es war alles was er hatte", weil er nämlich nur als Findelkind von Menschen niederer Geburt aufgezogen wurde. Die weitere Beschreibung läuft auf sein aktuelles Empfinden heraus: Er fühlt sich verloren, weil ihm sein alter Schlafplatz fehlt und er die dortige Atmosphäre in der Schmiede vermisst.

Zitat:Das „nach Zuhause“ hört sich in meinen Ohren irgendwie falsch an. Vielleicht besser „…nicht wie ein Zuhause.“
Jetzt wo dus sagst^^

Zitat:1. Selbst für mich als bekennender Bandwurmsatzliebhaber, ist dieser Satz ein bissel zu lang. Icon_wink
2. Kommasetzung
3. Vom reinen Gefühl her, würde ich nach dem letzten Satz noch „Und wer seine leiblichen Eltern waren“ einfügen.
Die leiblichen Eltern schließe ich in das Zuhause mit ein. Dann wird der Satz nicht noch länger Icon_wink

Zitat:Hier würde ich um eine Wortwiederholung des Verbes „liegen“ aus dem Vorsatz zu vermeiden, etwas anderes einsetzen, vielleicht „befand“?
Ja, hört sich gut an!

Zitat:Also ich persönlich fände es schöner, wenn du auch hier nicht in den direkten Gedankengang (gibt es das überhaupt als Analogie zur direkten Rede?) schreiben würdest, sondern weiter indirekt bliebest, wie bereits im Satz zuvor. Also zum Beispiel schreiben würdest: Wie ein Fels in der Brandung trotzte es stillschweigend der trüben Dunkelheit, so dass Balian sich unwillkürlich nach dessen Herkunft fragte.
Wortwiederholung: wie (vielleicht anstelle des zweiten „wie“s ein „so als wäre es…“ oder so.
Find ich persönlich auch besser Icon_smile

Zitat:Wortwiederholung: „Licht“ und „konnte“
Das „um das Erste“ würde ich weglassen“, da auch so klar ist, was du meinst, und es als nachgeschobenes Satzelement auch nicht so schön klingt.
Ich glaube nicht, dass normales Licht –womöglich noch von Fackeln- in der Lage ist, Nebel zu vertreiben.
Ich werde versuchen die Wortwiederholungen rauszukürzen und auch das "um das Erste" weglassen. Ich finde allerdings, dass du an die Szenerie zu wissenschaftlich herangehst, zum einen weil es sich hauptsächlich um die subjektive Wahrnehmung des noch immer nicht ganz wachen Balian handelt, zum anderen weil wir uns in einer Fantasywelt sind und dort meiner Meinung nach Atmosphäre über wissenschaftliche Erkenntnisse siegen darf Icon_wink

Zitat:Diese kurze „luftholen“ zwischen Nebelschaden und dann hat mir gut gefallen.
Allerdings wüsste ich auch gerne, was Balian in diesem Augenblick empfindet.
Sollst du in Zukunft mitbekommen! Icon_wink

Zitat:An dieser Stelle solltest du dich etwas kürzer fassen und einfachere Satzkonstruktionen verwenden, um das „Überstürzte“ und „Hektische“ in dieser Szene besser darzustellen. So ein Überfall ist ein Moment, wo alles auf einmal passiert, und was einen atemlos werden lässt und so, sollte es auch klingen: Kurz, abgehakt, atemlos.
Da würde ich dir zustimmen, wenn der POV unmittelbar im geschehen liegen würde, Balian ist in diesem Fall aber zuerst nur eine Art Zuschauer und da wird das "gleichzeitig passieren" von seiner Wahrnehmung beschränkt.

Zitat:Dieser Satz –so schön er auch sein mag- passt meines Erachtens weder zu der Hektik der Situation, noch zu unseren personalen Erzähler Balian- den braven Schmiedssohn. Denn du zelebrierst das Leid eher, als das du den Schrecken beschreibst. Icon_wink
Dass sehe ich nicht so dramatisch wie du und würde es deshalb gerne so lassen Icon_smile

Zitat:Kann man wirklich „wie leblos“ sagen und nicht besser „wie betäubt“?
Kann man denke ich schon, aber deine Alternative gefällt mir besser!

Zitat:Beim gesamten Überfall fehlt mir die Innenansicht Balians. Selbst wenn er keine Angst hat und innerlich wie erstarrt ist, solltest du das dem Leser erzählen und nicht von Balians Sicht in die eines neutralen über alles schwebende Erzähler-ich übergehen, da dadurch die ganze Sequenz unglaublich an Spannung verliert. Wenn du die Geschichte an dieser Stelle spannend haben möchtest, musst du Balians Gefühle beschreiben, damit der Leser mit ihm mit fiebern kann.
Ich wollte die Atmosphäre anfangs, wo er noch nicht wirklich Teil des Geschehens ist nicht durch seine Zuschauerkommentare zerstören, ab dem Punkt, als er dann aber in das Geschehen "hineingerissen" wird, geb ich dir und den Anderen die das bemerkt haben wohl schlussendlich doch Recht. Meine Rechnung ist hier wohl nicht ganz aufgegangen, deshalb werd ich da nochmal drübergehen Icon_smile

Zitat:In dieser Szene ist dein Haus lebendiger als dein Protagonist!
Ich musste unwillkürlich schmunzeln Icon_smile Tatsächlich hast du mit dieser Beobachtung recht.

Ich stoppe an dieser Stelle mal, nehme aber den Rest deiner Kommentare dahingehend auf, dass ich den kompletten Schluss nochmal umschreiben werde. Die zahlreichen Kritisierungen der erdrückenden Klitscheelast und der Wunsch nach mehr Innenleben des Protagonisten haben meine Überzeugung, die richtige Form getroffen zu haben ins Wanken gebracht. Ich finds selbst nicht mehr so toll, deshalb werd ich mich jetzt da nochmal ransetzen...

Vielen Dank für deine sehr ausführliche Kritik, jetzt werd ich mal sehen was ich so daraus zaubern kann.

Viele Grüße
Damien


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