Es ist: 13-04-2021, 21:13
Es ist: 13-04-2021, 21:13 Hallo, Gast! (Registrieren)


Zweierlei Blut - Prolog
Beitrag #31 |

RE: Zweierlei Blut - Prolog (überarbeitet)
So:

Jede Unebenheit in dem felsigen Boden stach ihr glühende Klingen in die Fußsohlen, ihre Lunge brannte, und in ihren Ohren sang das rauschende Blut.

felsiger Boden --> glühende Klingen erscheint mir kein passender Vergleich, da glühend nun mal wohl oder übel mit Feuer in Verbindung steht.
"sang das rauschende Blut": hier ist es das gleiche, singendes Blut ist sehr experimentell

Das half allerdings nicht gegen das morgendliche Geräuschechaos, und weil sie den Lärm nicht mehr aushielt, quälte sie sich schließlich zur Bettkante.

Lass das "schließlich" weg, ist ein überflüssiges Füllwort, dass den Lesefluss stört.

Danach stand sie zitternd da, betrachtete sich in den Überresten des Spiegels und beobachtete, wie die letzten Wassertropfen der Schwerkraft nachgaben.

Warum "danach", verkauf es doch als ein Bild. Vlt: Sie stand zitternd da, betrachtete sich in den Überresten des Spiegels und sah die letzten Tropfen zu Boden fallen." Finde ich besser, weil mich auch das "betrachtete" und "beobachtete" stört - klingt fast wie eine Wiederholung.

...Schulter - sie waren noch nicht verblasst, pochten dafür aber wenigstens nicht mehr bei jeder Bewegung.

"dafür" und "wenigstens" ist auch doppelt gemoppelt, s. Füllwort oben

Nach und nach verschwanden die vielfältigen Stimmen, und sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf den Ort vor ihrer Tür, doch von dort war nicht der geringste Laut zu hören, bis auf ein weiteres, nun ohrenbetäubendes Klopfen.

"Ort" steht immer für Ortschaft, sag besser Stelle.

Der üble Gestank nach Mensch, der ihr stechend in die Nase kroch, verriet ihr, dass sie in der Nähe der Tür gelandet sein musste

Warum verrät ihr der menschliche Geruch die Nähe zur Tür? Ich meine es zu wissen, aber es ist nicht eindeutig.

------------------

Ich mag deinen Schreibstil, die Stimmung bzw Atmosphäre ist toll. Die paar Anmerkungen von mir sind nur Feinheiten. Du solltest vlt. nur darauf achten, deine Sätze etwas spartanischer zu machen, da sie so beim Leser besser ankommen. Damit meine ich die erwähnten Füllwörter. Ansonsten toller Prolog, ich freu mich auf mehr.


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Beitrag #32 |

RE: Zweierlei Blut - Prolog (überarbeitet)
Hallo Chuzzle,
bin ja mal gespannt, was du anzumerken hast.

Zitat:felsiger Boden --> glühende Klingen erscheint mir kein passender Vergleich, da glühend nun mal wohl oder übel mit Feuer in Verbindung steht.
"sang das rauschende Blut": hier ist es das gleiche, singendes Blut ist sehr experimentell
- hm, was das glühend anbelangt, so ist das eigene Erfahrung. Bist du mal sehr, sehr lange gerannt? Da fühlt sich jeder Schritt an, als würd jeder Schritt dir glühende Klingen in die Muskeln treiben. Und singendes Blut ist experimentell, ja. Mir gefällts. Icon_smile

Zitat:Lass das "schließlich" weg, ist ein überflüssiges Füllwort, dass den Lesefluss stört.
- Hm, ich hab nen Faible für Füllwörter. Hab es hier aber weggenommen.

Zitat:Warum "danach", verkauf es doch als ein Bild. Vlt: Sie stand zitternd da, betrachtete sich in den Überresten des Spiegels und sah die letzten Tropfen zu Boden fallen." Finde ich besser, weil mich auch das "betrachtete" und "beobachtete" stört - klingt fast wie eine Wiederholung.
- es ist auch mit "danach" ein Bild. Dass das "Sie" nicht am Anfang steht, liegt daran, dass ich Abwechslung im Satzbau will. Und sie betrachtet und beobachtet. "sehen" ist für mich anders.

Zitat:"dafür" und "wenigstens" ist auch doppelt gemoppelt, s. Füllwort oben
- Wenn ich eins weglasse ändert sich meines Erachtens nach die Aussage. Icon_confused

Zitat:Warum verrät ihr der menschliche Geruch die Nähe zur Tür? Ich meine es zu wissen, aber es ist nicht eindeutig.
- weil da die meisten Menschen langgehen. 'Ist ja ein Flur dahinter, ne. Icon_wink

Zitat:Ich mag deinen Schreibstil, die Stimmung bzw Atmosphäre ist toll. Die paar Anmerkungen von mir sind nur Feinheiten. Du solltest vlt. nur darauf achten, deine Sätze etwas spartanischer zu machen, da sie so beim Leser besser ankommen. Damit meine ich die erwähnten Füllwörter. Ansonsten toller Prolog, ich freu mich auf mehr.
- Vielen Dank für das Lob!
Was das spartanische angeht, hm, irgendwie mag ich meine Füllwörter. Hat bisher auch noch keinen gestört. Ich verbuche das Mal als eigenen Stil. Icon_wink Ansonsten Danke für deinen Kommentar.

LG
Adsartha

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Beitrag #33 |

RE: Zweierlei Blut - Prolog (überarbeitet)
Huhu addi!^^
Dann will ich meine Drohung endlich wahr machen und damit beginnen, deine Geschichten durch's Forum zu jagen. Icon_wink

Zitat:als Saraya es vermutet hatte.
Ein schöner Name!

Zitat:Jede Unebenheit in dem felsigen Boden stach ihr wie glühende Klingen in die Fußsohlen
Sie ist also barfuß?

Zitat:dann gruben sich scharfe Feuermesser in ihre Schulter,
Dopplung von "dann". Brauchst einen anderen Konnektor. Icon_wink Eine Konstruktion mit "als würde meiner Meinung nach passen. Feuermesser? Ist das eine Beschreibung für den Schmerz, oder sind es tatsächlich flammende Messer? (wir befinden uns schließlich in Fantasy Icon_wink)

Zitat:das Baby aus 72 B schrie offenbar schon wieder nach Aufmerksamkeit, in 74 A brüllte der Rumäne seine Frau wegen eines verschütteten Bieres an, und im Hof stritt sich der Hund des Mannes aus 71 B mit einem Artgenossen.
Die Details gefallen mir!^^

Zitat:Das half allerdings nicht gegen das morgendliche Geräuschechaos
Ziemlich empfindliche Ohren.^^

Zitat:Ein wahres Schlachtfeld , schoss es Saraya durch den Kopf, während ihre Augen auf das letzte Zeugnis ihres Krieges fielen.
Das Bild von Saraya klärt sich etwas ... aber jetzt wo sie sich im Spiegel anschaut, hättest du vielleicht ein paar Details mehr über ihr Aussehen verraten können. Icon_smile Sie führt einen Privatkrieg ... und beschäftigt sich scheinbar mit nichts anderem mehr, wenn man ihr Zimmer so in Augenschein nimmt. Das Detail mit den leeren Flaschen finde ich gelungen. Ich nehme an, dass sie etwas alkoholisches enthalten haben.

Zitat:Saraya strich über die Narbe, zog mit den Fingerspitzen vorsichtig jede der vier Linien nach.
Eine Klaue?

Zitat:„Verdammt!“, murmelte sie, als ihr Gesicht in den Flusen des modrigen Teppichs versank. Es stank widerlich – nach den Überresten verschütteten Alkohols, Schweiß, Staub und den Menschen, die vorher in dieser Wohnung gelebt hatten.
Und ein noch schärferes Näßchen. Icon_wink Du machst schön langsam und doch eindringlich deutlich, dass Saraya kein Mensch ist. Aufgrund der erhöten Sinnesschärfe allein, kann man aber noch nicht darauf schließen, was genau sie ist.

Und warum sie entführt wird wissen wir natürlich auch noch nicht. Da der Mann sie aber als "Exemplar" bezeichnet, wird sie wohl gejagt, gerade weil sie kein Mensch ist.^^

Dein Prolog hat mir schoneinmal gut gefallen! Der Text ließ sich gut und flüssig lesen und versetzt den Leser sehr klar in Sarayas Zimmer. Gleichzeitig baust du schon Spannung auf (so wie ein Prolog es ja sollte Icon_wink), Saraya wird entführt und wir wissen weder warum, noch wer sie eigentlich genau ist.
Ich würde sagen: gelungen! Mrgreen Bin schon gespannt wie es weiter geht.

Kleine Anmerkung am Rande: es spielt in einer, unserer zumindest ähnlichen, Welt, also ist es von Genre her wohl eher Phantastik. Icon_smile

Ganz liebe Grüße nach downunder vom Wanderer! Icon_bussi

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Beitrag #34 |

RE: Zweierlei Blut - Prolog (überarbeitet)
Hallo mein Wanderer,
Zitat:
Dann will ich meine Drohung endlich wahr machen und damit beginnen, deine Geschichten durch's Forum zu jagen.
-- Das wird aber auch Zeit. ^^
Nein, um ehrlich zu sein, war ich etwas ueberrascht, war ich doch davon ueberzeugt, dass du bereits unter dieser Geschichte zu finden warst. Umso schoener fuer mich, wenn dem nicht so ist, bekomme ich doch so eine schoene Reihe deiner Kommentare. *knuddel*

Zitat: Zitat:als Saraya es vermutet hatte.
Ein schöner Name!
-- Jupp, finde ich auch. Hat mich etwas Zeit geostet, einen Namen zu finden, der exostisch, zugleich aber nicht zu abgehoben wirkt.
Zitat: Zitat:Jede Unebenheit in dem felsigen Boden stach ihr wie glühende Klingen in die Fußsohlen
Sie ist also barfuß?
-- Nein, sie rennt bloss schon ne ganze Weile, und dann fuehlst du jeden Schritt. Kennst du das?
Zitat: Zitat:dann gruben sich scharfe Feuermesser in ihre Schulter,
Dopplung von "dann". Brauchst einen anderen Konnektor. Eine Konstruktion mit "als würde meiner Meinung nach passen. Feuermesser? Ist das eine Beschreibung für den Schmerz, oder sind es tatsächlich flammende Messer? (wir befinden uns schließlich in Fantasy )
-- Woha, das habe ich doch wirklich uebersehen. Asche auf mein Haupt. *schaem* Ist jetzt geaendert, und nein, es sind keine wirklichen Messer.
Zitat: Zitat:das Baby aus 72 B schrie offenbar schon wieder nach Aufmerksamkeit, in 74 A brüllte der Rumäne seine Frau wegen eines verschütteten Bieres an, und im Hof stritt sich der Hund des Mannes aus 71 B mit einem Artgenossen.
Die Details gefallen mir!^^
-- *lach* Auf diese Art und Weise wollte ich Sarayas Gehoer, ihr immenses Wissen ueber die Nachbarn und ihre Sprachkenntnisse darstellen.
Zitat: Zitat:Ein wahres Schlachtfeld , schoss es Saraya durch den Kopf, während ihre Augen auf das letzte Zeugnis ihres Krieges fielen.
Das Bild von Saraya klärt sich etwas ... aber jetzt wo sie sich im Spiegel anschaut, hättest du vielleicht ein paar Details mehr über ihr Aussehen verraten können.
-- Hm, auf die Idee bin ich ehrlich gesagt gar nicht gekommen, da ich solche Beschreibungen des Charas, wenn er in den Spiegel schaut nicht mag. Ihre Aufmerksamkeit ist ja auch auf die Narben gerichtet und nicht auf ihr Aussehen.
Zitat:Sie führt einen Privatkrieg ... und beschäftigt sich scheinbar mit nichts anderem mehr, wenn man ihr Zimmer so in Augenschein nimmt. Das Detail mit den leeren Flaschen finde ich gelungen. Ich nehme an, dass sie etwas alkoholisches enthalten haben.
-- Ja, da liegst du wohl richtig. Saraya ist verloren in ihrem Krieg.
Zitat: Zitat:Saraya strich über die Narbe, zog mit den Fingerspitzen vorsichtig jede der vier Linien nach.
Eine Klaue?
-- Jupp, siehe Traum am Anfang, der eigentlich eher Erinnerung als Hirngespinst war. Icon_wink
Zitat: Und warum sie entführt wird wissen wir natürlich auch noch nicht. Da der Mann sie aber als "Exemplar" bezeichnet, wird sie wohl gejagt, gerade weil sie kein Mensch ist.^^
-- *g*

Zitat: Dein Prolog hat mir schoneinmal gut gefallen! Der Text ließ sich gut und flüssig lesen und versetzt den Leser sehr klar in Sarayas Zimmer. Gleichzeitig baust du schon Spannung auf (so wie ein Prolog es ja sollte ), Saraya wird entführt und wir wissen weder warum, noch wer sie eigentlich genau ist.
-- *freudig auf dem Tisch tanz*

Zitat: Ich würde sagen: gelungen! Bin schon gespannt wie es weiter geht.
-- Yeah, auf dieses Lob hatte ich gehofft. ^^

Zitat: Kleine Anmerkung am Rande: es spielt in einer, unserer zumindest ähnlichen, Welt, also ist es von Genre her wohl eher Phantastik.
-- Hm, ja, bei sowas bin ich mir immer unsicher. Das Konzept der Phanstastik ist mir etwas suspekt.

Zitat: Ganz liebe Grüße nach downunder vom Wanderer!

-- Ganz liebe Gruesse von Downunder und ein herzliches Danke fuer diesen schoenen Kommentar zurueck.
*dich nochmal knuddel*

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Beitrag #35 |

RE: Zweierlei Blut - Prolog
Hi Addi!

Der Willkür geschuldet ist meine Wahl für den ersten Kommentar im Kommentier-Wettbewerb auf Zweierlei Blut gefallen. Trotz Werwölfen und Vampiren Icon_wink

[Nachtrag]
Diese Nachträge wirst du zwischendurch mal im Text finden, das sind Stellen, die ich nachträglich in den Kommentar eingefügt habe (wer hätte es gedacht *lach*), weil es zum Beispiel in folgenden Teilen zu neuen Erkenntnissen kam oder sowas.
Außerdem gibt es teilweise vielleicht verwirrende Angaben von mir, dass ich erstmal aufhöre zu kommentieren oder morgen weitermache und sowas, das ist, weil ich eigentlich vorhatte, jeden Abend mein Tagwerk einzustellen und dann aber lieber doch erst die ganze Geschichten kommentieren wollte, um alles auf einmal einzustellen.

Außerdem möchte ich – obwohl du ja nun kein Neuling bist – darauf hinweisen, dass das meiste hier (Rechtschreibung mal ausgenommen) meine Meinung, mein Geschmack und meine Ansichten sind. Das sage ich deshalb, weil die Kommentare eher negativ ausgefallen sind und ich teilweise recht emotional gemeckert habe. Soll kein Angriff sein, aber ich möchte es auch nicht komplett alles umschreiben und umformulieren. Es ist halt zum Teil auch einfach nicht das, was ich gerne lese. Trotzdem möchte ich natürlich niemandem auf die Füße treten, sollte das passieren, möchte ich mich dafür entschuldigen.
[/Nachtrag]

Zitat: Jede Unebenheit in dem felsigen Boden stach ihr wie glühende Klingen in die Fußsohlen, ihre Lunge brannte, und in ihren Ohren sang das rauschende Blut.
Das Unterstrichende find ich richtig schön!
»in dem felsigen Boden« klingt allerdings für mich etwas umständlich, ich würde es ändern in vielleicht »Jede Unebenheit des felsigen Bodens«, auch um die (leichte) Doppelung mit »in den Fußsohlen« zu umgehen. (Wobei die allein wirklich nicht schlimm wäre, aber »in dem Boden« klingt in meinen Ohren einfach merkwürdig … ah, vielleicht auch einfach »im felsigen Boden«?)

Zitat: `So nah´,
Da sind die falschen Anführungszeichen, für die richtigen einfachen braucht es glaub ich Sonderzeichen oder eine Umstellung in den Wordoptionen. Ich hab grad leider nur die französischen aktiv, kann dir die richtigen einfachen deutschen Anführungszeichen also nicht grad reinkopieren

Zitat: in ihre Schulter gruben, und sie …
kein Komma zwischen »gruben und«

Zitat: und wirbelte die schweißgetränkte Luft von einer Seite des Raumes auf die andere.
Ein nettes Merkmal wäre doch, dass Saraya nicht schwitzt – weil Hunde auch nicht schwitzen und das Teil ihres Werwolfdaseins ist.

Zitat: Das Herz hämmerte aufgeregt,
Vermutlich willst du zu viele »ihr«s in einem Satz vermeiden – ich finde allerdings, dass »Das Herz« wie ein Fremdkörper klingt. Andererseits kann man natürlich sagen: »Natürlich IHR Herz, wessen Herz denn sonst, also reicht »das«« … hm … Ich bin drüber gestolpert. Und wo ich mir den Satz so betrachte, ist ja eigentlich auch nicht das Herz aufgeregt, sondern es hämmert, weil Saraya aufgeregt ist. Damit will ich nichts sagen, ging mir nur so durch den Sinn *lach*

Zitat: Immer wieder, bis ihre Haut nicht mehr klebte und der eklige Geruch nach Schweiß auf ein erträgliches Maß abgeklungen war.
Hat sie auch einen verbesserten Geruchssinn? Falls ja, würde ich auf jeden Fall noch auf die Gerüche in der Wohnung oder vielleicht sogar von außerhalb eingehen.

Zitat: Wie immer erschreckte sie auch heute der Anblick ihres Körpers - die vielen Narben, die in dem kalten Licht der flackernden Neonröhre gespenstig frisch aussahen.
Ein Bad mit Neonröhren? Ah, bestimmt diese Lampe überm Spiegel, oder? Aber haben die echt kaltes Licht?
Und das mit dem »erschrecken« … kommt mir merkwürdig vor. »Narben« deutet ja darauf hin, dass die Wunden schon etwas länger Vergangenheit sind. Und da erschrickt sie JEDEN Tag drüber? Wieso? »erschrecken« ist so ein … extremes Wort … ich persönlich verbinde damit Plötzlichkeit und etwas Unerwartetes. Vielleicht erträgt sie den Anblick nicht, oder Zorn kocht hoch, oder es ekelt sie an … aber erschrecken vor etwas, das man jeden Tag sieht und kennt?
Anders wäre es halt, wenn sie NICHT jeden Tag erschrickt, aber heute, weil es eben heute so gespenstisch aussieht. Wobei dann die Frage wäre, warum es an den anderen Tagen nicht auch gespenstisch aussieht … *grübel*
[Nachtrag: Ich bin ja sowieso dafür, direkt offenzulegen, was Saraya ist, so dass du sie direkt mit ihrer Vergangenheit einführen kannst. Hier in dieser Szene käme das doch super, wenn sie die Narben betrachtet und dabei denkt, dass bestimmt noch viele dazukommen werden, bis sie ihre Familie gerächt hat, oder sowas. Einfach etwas persönliches, das sie dem Leser direkt nahebringt, nicht einfach nur Narben, sondern Erinnerungen. Dabei muss ja nichtmal das Werwolfdasein offenbart werden. Einfach nur erwähnen, dass es Kämpfe sind, die sie aufgrund eines Racheschwurs ausgetragen hat oder sowas. Andenken an ihre Familie, im weitesten Sinne]

Zitat: Ein wahres Schlachtfeld , schoss es Saraya
Vor dem Komma ist ein Leerzeichen zu viel

Zitat: Zu knapp , warf sie sich selbst vor,
Vor dem Komma ist ein Leerzeichen zu viel

Zitat: Ihre innere Aufregung sorgte allerdings dafür, dass sich ein Großteil des Inhaltes im Waschbecken wiederfand,
»innere« würde ich streichen. Denn wenn es tatsächlich nur »innere« Aufregung wäre, hätte es ja nach außen keine Auswirkungen, aber gerade das (ich vermute mal Zittern, hektische/fahrige Bewegungen) ist ja der Grund für das Durcheinander.
Wobei ich es auch schöner fände, wenn du tatsächlich diese Auswirkungen beschreibst, also ihre zittrigen Bewegungen oder sowas, so dass man sich ein schönes Bild von ihrer Aufregung machen kann.
Ist »Aufregung« eigentlich der richtige Begriff (geht mir nur grad so durch den Kopf)? Nicht eher … »Unruhe«, »Beunruhigung«, »Anspannung« oder »Erregung« oder sowas? »Aufregung« scheint mir hier nicht so recht zu passen. Sie ist ja eher aufgewühlt.

[Nachtrag]
Zitat: Die Dose mit den restlichen Pillen fand einen Platz neben der XXL-Packung Ohrstöpsel und dem Bild ihrer Familie.
Hier wäre auch eine super Gelegenheit, ein bisschen Gefühl wegen der Familie reinzubringen. Vielleicht streichelt Saraya über die verblassenden Gesichter, die sie so lange schon nicht mehr gesehen hat oder sowas. Vor allem, wenn man weiß, was mit der Familie passiert ist, wirkt es hier stark so, als hättest du dir das erst später überlegt und keine Lust gehabt, es einzuarbeiten. Sie tötet Vampire aus Rache für ihre ausgerottete Familie, aber das Bild ihrer Familie entlockt ihr keinerlei Gefühlsregung? Entweder total kalt oder unglaubwürdig. Dabei bietet es sich hier echt an, näher an Saraya ranzukommen, eine erste emotionale Verbindung zu ihr herzustellen.
[/Nachtrag]

Zitat: Dabei bemerkte sie beunruhigt, dass nur noch wenig von dem Medikament übrig geblieben war, und ihre Augen huschten eilig zum dem vergilbten Kalender an der Wand.
entweder »zum« oder »zu dem« Icon_wink
mMn würde diese Erkenntnis, dass die Dose fast leer ist, besser an die Stelle passen, an der Saraya die Tabletten rausnimmt. Dabei sieht man doch eher, dass fast nix mehr da ist, als wenn man die Dose einfach wegstellt.

Zitat: Es würde knapp werden dieses Mal. Wenn es sein musste, könnte sie ein paar Tage ohne die Pillen auskommen, aber besonders reizvoll war es nicht.
Daraus schließe ich, dass sie keine feste Dosis hat, die sie regelmäßig nimmt, sondern immer ganz nach Bedarf – und dass der Bedarf in diesem Monat besonders hoch war?

Zitat: Es wird schon gehen , sprach sie sich selbst Mut zu,
Leerzeichen vor dem Komma zu viel

Zitat: und klaubte mit ihren Fingern rasch die Styroporstöpsel aus ihren Ohren.
»mit ihren Fingern« ist mMn überflüssig – womit sollte sie die Dinger sonst rausholen? Icon_wink
»Styroporstöpsel« kommt mir persönlich eher merkwürdig vor. Styropor hat ja nun nicht unbedingt die Eigenschaft, zusammenknautschbar zu sein und sich dann wieder zu entfalten. Ich kenn Ohrstöpsel nur aus Schaumstoff oder Watte/Wachs; oder eben individuell angefertigte aus Kunststoff.

Zitat: Die Flut aus Geräuschen, die daraufhin gegen ihre überempfindlichen Sinne brandete, ließ sie fast zu Boden gehen. Überwältigt schloss sie die Augen, konzentrierte sich und versuchte, sich gegen die Laute ihrer Nachbarn abzuschotten.
Nach und nach verschwanden die vielfältigen Stimmen,

Wäre es nicht schlauer gewesen, dieses Konzentrieren VOR die Rausnahme der Ohstöpsel zu legen? Saraya weiß ja, dass der Übergang heftig ist (vermute ich zumindest, denn sie scheint das nicht zum ersten Mal zu machen), da wirkt es komisch, dass sie das so unvorbereitet trifft.
Da Saraya erfahren scheint, wirken solche Beschreibungen auf mich wie »Info an den Leser« - ich gebe zu, auf sowas reagiere ich inzwischen recht empfindlich und interpretiere es womöglich in Szenen hinein, die gar nicht dafür gedacht waren. Teilweise wirkt Saraya hier einfach, als hätte sie keine Erfahrung. Sie erschrickt vor ihrem Spiegelbild, ist offenbar überrascht davon, dass ihr die Drogen ausgehen (nach Jahren des Werwolfdaseins sollte sie doch einen regelmäßigen Blick drauf haben, oder nicht?), dann wird sie von dem Stöpselrausnehmen so überwältigt …
Ist jetzt nicht so, dass es mich total stört, aber es sind einfach Stellen, an denen ich mich nach dem Warum frage

Zitat: und landete so unglücklich auf dem Boden, dass es laut polterte.
Vielleicht eher: »und landete auf einem Flaschenhaufen, von dem sich laut polternd eine Lawine löste« oder sowas in der Richtung – also ihre Aktion eingebunden in die Umgebung. Konkrete Bilder, vereinzelte Details. Durch die Beschreibung am Anfang kann ich mir nämlich nicht vorstellen, dass sie tatsächlich auf dem »Boden« landet.

Zitat: Es stank widerlich – nach den Überresten verschütteten Alkohols, Schweiß, Staub und den Menschen, die vorher in dieser Wohnung gelebt hatten.
Ich bin noch immer unschlüssig – hat sie einen besseren Geruchssinn oder nicht? Dass sie im Teppich die Menschen riecht, spricht dafür, dagegen spricht allerdings, dass ihr der Gestank offenbar nur was ausmacht, wenn sie mit der Nase drin liegt. Warum lässt sie da alles so verkommen, wenn der Gestank doch eher unangenehm ist?

Zitat: Trümmersplitter flogen wie tödliche Geschosse durch das Zimmer, suchten sich ein Ziel und trafen Saraya, die zu benebelt war, um auszuweichen, in die linke Seite und gegen die Stirn.
Ein tödliches Geschoss gegen die Stirn? Icon_wink
Allgemein finde ich den Satz für eine plötzliche Aktion sehr verschachtelt. Und für meinen Geschmack wird auch zu oft auf Sarayas Geisteszustand hingewiesen:
Als sie den ersten Ruheschub spürte [...]
bevor die Wirkung des Medikaments seine volle Kraft erreichte und sie sich ermattet auf das Bett fallen ließ und die Augen schloss. […]
Dann fiel sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf. [...]
Dieser selbst verursachte Dämmerzustand […]
Dann zwang sie ihren durch Medikamente betäubten Körper nach oben […]
die zu benebelt war, um auszuweichen, […]
Bevor ihr träger Verstand überhaupt realisiert hatte […]
Doch das schleichende Gift der Pillen wich nur langsam. […]

Allein dadurch, wie du die Wirkung des Medikaments beschreibst – und auch durch Sarayas Verhalten nach dem Aufwachen, wird dem Leser schon deutlich gemacht, um was es sich da handelt. Und dass man nach einem medikamentösen Nickerchen nicht von Null auf Hundert sofort wieder glasklar wach ist, muss auch nicht noch mehrfach betont werden (finde ich).
Mit diesem benommenen Zustand könntest du sogar ein wenig spielen – Sarayas langsame Wahrnehmung zum Beispiel hervorheben. Gerade in der Szene mit der Tür:
Zuerst hört sie das Bersten von Holz (ihr Gehör ist super, dafür kommt kein optischer Eindruck an.) Dann spürt sie den Schmerz (da sie ja kein Schmerzmittel geschluckt hat, vermute ich mal), riecht ihr eigenes Blut (guter Geruchssinn) und erhält den visuellen Eindruck erst, als sie wieder auf dem Boden liegt.
So hast du nicht nur ihre langsame Reaktion drin, sondern auch die Priorität ihrer Sinne. Sie verlässt sich zuerst auf Gehör und Geruch, beides ist stärker entwickelt, das Sehen ist quasi nur schmückendes Beiwerk.
Wäre so ein Vorschlag, von dem ich natürlich nicht weiß, ob er in dein Konzept passt.

Zitat: Lautes Rumoren drang an ihre Ohren, kam näher,
Dafür, dass sie die Nachbarn so wunderbar auseinanderhalten kann, ist »lautes Rumoren« sehr unpräzise. Klar, sie ist benebelt .. aber »Rumoren« kann irgendwie alles und nicht sein.
Poltert Glas, weil sich jemand den Weg durch das Chaos bahnt? Wird die Tür ganz rausgebrochen? Oder spricht da gar wer?

Zitat: Verdammt, was … , tropfte es zäh durch ihr Gehirn,
Kein Leerzeichen vor dem Komma

Zitat: Ein kurzer, stechender Schmerz jagte durch ihre Rippen.
vielelicht eher »durch ihren Brustkorb«? Vom Gefühl her finde ich, dass Schmerz in den Rippen merkwürdig klingt

Zitat: Das Klirren von Glas erklang, dann das Geräusch schwerer Schritte, die sich gemächlich durch Flaschenberge wühlten - in ihre Richtung.
Genau sowas hätte ich mir schon beim »Rumoren« gewünscht. Immerhin lag sie da ja noch vor ihrem Bett, also musste zumindest einer der Besucher ihr Zimmer durchqueren um zu ihr zu kommen.

Zitat: Der üble Gestank nach Mensch, der ihr stechend in die Nase kroch, verriet ihr, dass sie in der Nähe der Tür gelandet sein musste,
Mrgreen »Mensch, der ihr stechend in die Nase kroch« … böser Mensch! *lach*
Abgesehen von dem lustigen Fehlbezug würde ich allgemein hier »nach Menschen« schreiben, da es ja mehr sein müssen, wenn sie daraus schließt, dass sie in der Nähe der Tür ist. Wenn sie nur »Mensch« riecht, könnte es ja auch nur der eine sein, der grad auf sie zukommt. [Nachtrag]: es sind tatsächlich nur zwei, also einer im Zimmer, einer an der Tür? Irgendwie hatte ich so ein ganzes Überfallkommando im Kopf. Aber warum verrät ihr der Geruch dann, dass sie an der Tür ist? Weil es Richtung Flur nach »mehr Mensch« riecht? dann würde ja »Menschen« trotzdem noch passen.[/Nachtrag]
Allgemein empfinde ich die Geruchsbeschreibungen allerdings recht … einfallslos. Schweiß, Dreck und Mensch … wonach riechen diese Menschen speziell [bzw. eben dieser eine noch in der Tür stehende Mensch]? Starkes Deo, gutes Mittagessen, sauber, heruntergekommen, Schmauch, Vanilleduftbäumchen … vielleicht trägt einer Wildlederstiefel und ein anderer ranzige Turnschuhe (klar, dass DAS vermutlich nicht der Fall ist). Selbst für einen Menschen riechen Menschen unterschiedlich, aber mit ausgeprägterem Geruchssinn wäre es doch gerade interessant, diese Unterschiede festzustellen.

Zitat: Warmes Blut schoss sprudelnd über ihre Hände
Ich würd entweder das »sprudelnd« weglassen oder das »schoss« (also »Warmes Blut spurdelte«) … kanns nicht genau begründen, es klingt für mich einfach merkwürdig

Zitat: „Miststück!“, brüllte der zweite Mann und hob den Arm.
Auch hier würde ich den optischen Eindruck (»hob den Arm«) eher durch ein Geräusch ersetzen (»und ein leises Klacken erklang« oder sowas), zumal Saraya sich ja gerade noch auf den ersten Mann konzentriert.

Ja, auch wenn es »nur« der Prolog war, würde ich doch mehr mit konkreten Bildern arbeiten, mehr mit Gerüchen / Geräuschen, da gerade das ja Saraya zu etwas besonderem macht (in dieser Szene zumindest). [Nachtrag: Im ersten Teil hab ich die Vermutung, dass ALLE ihre Sinne besser sind; ich lass das hier mal stehen, verliert aber seine Bedeutung, wenn wirklich alles an Saraya besser ist] Außerdem kommt mir ihr Schmerz etwas zu knapp.
Du hast nur einmal den Schmerz in den Rippen und dann am Ende wimmert sie halt. Klar, nicht in jeden Satz müssen höllische Schmerzen, aber vor allem in der Szene, in der sie von Trümmerstücken getroffen wird, hätte ich eine Anmerkung in diese Richtung gut gefunden. Zumindest eben eine Erwähnung der Auswirkungen. Bekommt sie da ein Stück Holz an den Kopf und hat ne Beule? Oder eine Platzwunde? Oder einen Schnitt? Oder macht es ihr überhaupt nichts aus? Sie geht halt zu Boden. Da kann ich nicht so recht mitleiden.

Das Kursive vom Anfang behalt ich mal im Hinterkopf, bin aber nicht sicher, ob es noch eine tiefgründigere Bedeutung bekommt. Dafür ist es ansich zu … gewöhnlich. Jemand träumt, dass er verfolgt wird. Jo mei, schaun wir mal, was draus wird Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #36 |

RE: Zweierlei Blut - Prolog
Huhu Lanna,
eigentlich wollte ich jetzt kommentieren. Aber wenn du so vorlegst, frage ich mich, ob das überhaupt noch Sinn macht. Icon_wink

Vorneweg: die Leerzeichen vor den Kommata sind erstaunlicherweise in meinem Wordokument nicht zu finden. Sehr seltsam das. Ich bessere sie aber aus.
Weiterhin hast du in vielen Punkten recht. Ich habe das mit den Narben und der Familie ausgebessert. Ebenso etwas an der Kampfszene. Neolicht ist für mich meistens kalt, aber davon mal abgesehen: Es ist ein Prolog. Ich will nicht andauernd auf all ihre Sinne eingehen. Das wäre für meinen Geschmack zu überladen. Auslassungen und fehlende Details sind zudem größtenteils der Handlung gewichen. Das mag vielleicht nicht jedem gefallen, aber für mich liest es sich so flüssig. Zudem habe ich einen personalen Erzähler. Ich denke nicht, dass Saraya ständig alles erwähnen muss, was sie riecht und hört und sieht.

Ich danke dir auf jeden Fall für die Zeit und Mühe. Änderungen wurden bereits übernommenund werden online gestellt.

LG
Addi

PS: Der kursive Teil ist ihr Traum und gleichzeitig ihr letzter Kampf. Sprich, die Narben auf ihrer Schulter stammen von dieser Begegnung. Daher auch das 'zu knapp'.

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