Es ist: 23-04-2021, 16:17
Es ist: 23-04-2021, 16:17 Hallo, Gast! (Registrieren)


Siegelmagie [Kapitel II]
Beitrag #1 |

Siegelmagie [Kapitel II]
Siegelmagie
~ Kapitel I - Kapitel II ~
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3. Fassung (Danke an Ryan & Sternchen)

Die Berührung zweier Finger an seinem Hals ließ ihn langsam aus den Tiefen seiner Besinnungslosigkeit zurückfinden. Mühsam folgte er der Aufforderung, streifte die bleiernen Ketten der Trägheit ab und stieg langsam aus dem bodenlosen Loch seines Bewusstseins empor.
Auf letzter Distanz verschwandt die Wärme schlagartig und erneut lockte ihn die Einsamkeit des Vergessens mit süßen Versprechungen von einem Leben ohne Leid, Furcht oder Verlust, sodass Balian kurz davor war sich erneut in Morpheus‘ schützende Arme zu begeben.
Doch die Welt dort draußen schien ihn zu rufen, Vogelgezwitscher drang an sein Ohr, ließ ihn nicht wieder hinab. Die harten Kanten des Untergrunds, schienen sich auf einmal in seinen Rücken zu bohren und machten erneute Entspannung unmöglich. Beißender Rauch füllte seine Lungen und bescherte ihm einen unvermeidbaren Hustenreiz, der ihn wieder zurück ins Leben warf.
Seine von der gleißenden Helligkeit geblendeten Augen brannten unter den Eindrücken der Umgebung, die seine Sinne mit Bildern von einem zerstörten Dorf, in Trümmern liegenden Häusern und einem trotzig blauen Himmel fluteten. Bevor der Anblick begrabene Erinnerungen wieder entfesseln konnte, meldete sich eine spöttische Stimme zu Wort:
„Ich hoffe Ihr hattet eine angenehme Nacht, mein junger Herr. Verzeiht, dass ich eure provisorische Decke entfernt habe, ich wollte euch nicht wecken.“
Balian sah sich suchend um und entdeckte einen jungen Mann, der nur wenige Schritte neben ihm auf einem Schutthaufen saß.
Ein Bein angezogen, das andere locker ausgestreckt, stützte er sich lässig auf seinem Knie ab. Schwarze Haare fielen ihm lose ins Gesicht und schufen einen krassen Gegensatz zu seinen eisblau funkelnden Augen, die Balian unverhohlen und mit der Intensität eines Raubtieres musterten. Seine gesamte Erscheinung strahlte eine Aura gefährlicher Ruhe aus, die nur von einem Hauch von Anspannung getrübt wurde. Der Fremde legte den Kopf schief und ließ eine Augenbraue nach oben zucken.
„Dort wo ich herkomme empfindet man solch penetrantes Starren als Kränkung. Sei froh, dass ich mich unlängst genug austoben konnte.“
Da war keine Drohung in seinen Worten, seine bloße Existenz war Drohung genug.
Balian blickte rasch zu Boden und ohne eine Miene zu verziehen fuhr der Andere fort:
„Verstehen scheinst du mich ja zu können. Das lässt hoffen und bestätigt meine Vermutung: Du bist zumindest menschenähnlich.“
Die offensichtliche Ironie versagte ob des emotionslosen Gesichtsausdrucks seines Gegenübers.
„Aber nun würde mich doch interessieren, ob du auch des Sprechens mächtig bist?“
Verwirrt versuchte Balian sich in eine aufrechte Position zu bringen. Aschewolken quittierten seine Bewegung, stiegen von seiner zerfetzten Kleidung auf, nur um sich im selben Moment wieder darauf abzusetzen. Kurz versuchte er sich endgültig von der weißen Schicht auf Haut und Kleidung zu befreien und das Wenige an Stoff in eine halbwegs annehmbare Position zu rücken, dann trat er, all seinen Mut zusammen nehmend, einen Schritt auf den Fremden zu.
„Mein Name ist Balian, Sohn Beolunds und …“
Zu mehr kam er nicht. Hatte der Andere bis eben noch teilnahmslos die Bewegungen seines Gegenübers beobachtet, wirkte er innerhalb eines Wimpernschlags hell wach. Das eisblaue Leuchten seiner Augen verschlang seine Pupillen, sprengte den Rahmen seiner Iris und breitete sich in Sekundenschnelle über seine gesamte Netzhaut aus, um deren Rand in weiße Flammen zu hüllen. Eine unsichtbare Macht griff nach Balian, riss ihn in die Luft und schloss sich gleichzeitig mit der Gewalt einer Schraubzwinge um seine Glieder.
Ohne seinen Blick von ihm abzuwenden kam der Andere langsam auf ihn zu.
„Ein kläglicher Versuch.“
Die Intensität der Aura seines Gegenübers schien die Luft um ihn herum zu verdichten, entzog sie seinen krampfhaften Versuchen sie einzuatmen. Der anfängliche Schock wurde von einer Welle der Panik überschwemmt. Seine Lunge schien in Flammen aufzugehen, rebellierte und verlor.
Schwarze Schatten begannen an den Rändern seines Blickfelds empor zu kriechen.
„Versuch es nochmal und diesmal mit der Wahrheit!“
Die Stimme seines Peinigers erreichte sein Bewusstsein kurz bevor es aufgeben wollte.
Ein rettender Luftstrom riss ihn zurück ins Leben. Es war nicht viel, gerade genug um ihn nicht sofort wieder in die Besinnungslosigkeit zu schicken. Sein Körper wurde immer noch von den unsichtbaren Fesseln gehalten und doch erschien es Balian so, als hätte sich der Druck wenigstens ein bisschen gelöst, sodass es ihm zumindest möglich war zu sprechen.
„Bitte.“
Seine Stimme versagte für einen kurzen Moment und es kostete ihn unvorstellbare Mühe weiterzureden.
„Ich weiß nicht was Ihr von mir wollt, ich heiße Balian, dies hier ist …“ Er stockte, „war meine Heimat, ich habe nichts, was ich euch geben könnte, ich bin nur der Sohn eines einfachen Schmieds. Bitte glaubt mir, ich ...“
Seine Stimme ließ ihn abermals im Stich. Dann kamen die Tränen. Trauer siegte über Verzweiflung, Erinnerungen übermannten die Angst, der Schock wich Erschöpfung und der Druck, der auf ihm lastete, verschwand. Zitternd brach er zusammen, vergrub den Kopf in seinen Händen und begann haltlos zu weinen.
Die tosenden Flammen in den Augen des Fremden erloschen im selben Moment und machten für einen kurzen Augenblick einem Ausdruck verwirrten Unglaubens Platz, bevor der reservierte, kalte Blick darin zurückkehrte.
„Verzeih.“
Kein Mitgefühl lag in seiner Stimme, allein die Kälte darin schien das Wort zu manifestieren. Einen Moment lang musterte er den wimmernden Jungen vor ihm noch, dann wandte er sich ab und setzte zum Gehen an.
„Falls es dir ein Trost ist, fünf der Invasoren haben diese Nacht bereits mit ihrem Leben bezahlt.“
Ein Hauch von grimmiger Entschlossenheit legte sich über die Gleichgültigkeit in seiner Stimme.
„Und die Anderen werden folgen.“
Mit diesen Worten verließ er Balian und verschwand in dem zähen Rauch, der von den Trümmern der Häuser in den Himmel stieg.

Seine Tränen waren längst getrocknet als sich Balian aus seiner Starre löste, doch der Schmerz blieb einer vergifteten Wunde gleich und er konnte spüren, dass die Zeit dagegen machtlos sein würde. Der Kummer und die Verzweiflung waren ungebrochen, doch er hatte keine Kraft mehr ihnen Ausdruck zu verleihen.
Mühsam richtete er sich auf, rieb sich die Augen und ließ den Blick über die Ruinen seiner Heimat schweifen. Er konnte hierbleiben und darauf warten, dass ihn die Trauer erneut übermannte, oder versuchen ihr zu entfliehen. Die Frage nach dem Wohin, hatte ihre Bedeutung in den Trümmern seiner Vergangenheit aber schon längst verloren und so begann er einfach los zu laufen.
Die qualmenden Reste der Hütten flankierten seinen Weg. Verkohlte Leichen säumten seinen Pfad und blickten ihm aus leeren Augenhöhlen nach, als er an dem riesigen Scheiterhaufen in der Mitte des Dorfplatzes vorbei lief. Obwohl jeder der dort liegenden Dorfbewohner der grausamen Anonymität des Feuertods zum Opfer gefallen war, suchten seine Blicke in der Masse der schwarzen Leiber nach Gewissheit. Eine Gewissheit, die ihm Endgültigkeit bringen sollte.
Doch er fand sie nicht.

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Hallo zusammen,

Dies ist nun also das zweite Kapitel meines Projekts. Ich bin ehrlich gesagt noch nicht ganz zufrieden damit, weiß aber noch nicht genau an was es liegt. Findet ihr das ganze zu nichtssagend, bzw. überflüssig?
Also anders gefragt, sollte ich mich kürzer fassen und schneller in der Handlung voranschreiten? Bin mir da unsicher und bin gespannt auf eure Meinung.

EDIT (30. Dezember 2011):
Lesson's Learned:
I. Wortwiederholungen vermeiden (Keks an Sternchen)
II. Kreative, wechselnde Satzstruktur verwenden a.k.a. keine Satzbauwiederholungen (weiterer Keks an Sternchen)
III. Beschreibungen von Charakteren, wenn nicht von Wichtigkeit für die Stelle, lieber nach und nach anführen (Keks an Ryan)
IV. Hin und wieder einfachere, aber elegante Satzstrukturen unterjubeln (noch ein Keks an Sternchen)
V. Kritik nicht zu persönlich nehmen (Finalkeks an Sternchen)

Fazit: Ich habe versucht so viele Anmerkungen wie möglich in die 2. Fassung zu integrieren und werde auch versuchen sie in den zukünftigen Texten nicht zu vergessen. Herzlichen Dank dafür an meine beiden bisherigen Korrektoren, ich hoffe ihr bleibt mir erhalten Icon_smile

Weitere Kritik ist natürlich trotzdem noch gern gesehen!

Viele Grüße
Damien

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Beitrag #2 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
Hallo Damien!
Ich bin zwar quasi erst vor ein paar Stunden Mitglied geworden, trotzdem versuche ich schonmal dir hier etwas Kritik zu geben Icon_wink

(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Die Berührung zweier Finger an seinem Hals ließ ihn langsam aus den Tiefen seiner Besinnungslosigkeit zurückfinden. Mühsam folgte sein Geist der Aufforderung, streifte die bleiernen Ketten der Trägheit ab und stieg langsam aus dem bodenlosen Loch seines Bewusstseins empor.
Tolle Formulierung!


(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Auf letzter Distanz verschwandt die Wärme an seiner Pulsader schlagartig und erneut verlangte die Einsamkeit des Vergessens nach seiner Gesellschaft, lockte ihn mit süßen Versprechungen von einem Leben ohne Leid, Furcht oder Verlust, sodass Balian drauf und dran war sich erneut in Morpheus‘ schützende Arme zu begeben.
Der Absatz gefällt mir auch, allerdings schwächt das drauf und dran am Ende die Wirkung meiner Meinung nach etwas ab, passt nicht wirklich. Ich würde es mit in Versuchung, oder einfacher kurz davor war, schreiben.



(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Ein Bein angezogen, das Andere locker ausgestreckt, stützte er sich lässig auf seinem Knie ab und sah zu ihm herüber. Schwarze Haare fielen ihm lose ins Gesicht und schufen einen krassen Gegensatz zu seinen eisblau funkelnden Augen, die Balian unverhohlen und mit der Intensität eines Raubtieres musterten. Kleidung aus einem dunkelgrauen seltsam schimmernden Stoff vermochte nur mit Mühe den muskulösen Körperbau zu verbergen der sich darunter abzeichnete. Seine gesamte Erscheinung strahlte eine Aura gefährlicher Ruhe aus, die nur von einem Hauch von Anspannung getrübt wurde. Der Fremde legte den Kopf schief und ließ eine Augenbraue nach oben zucken.
Bei Beschreibungen vom Aussehen vn Charakteren, finde ich es immer etwas störend wenn einen das ganze Aussehen aufeinmal aufgedrängt wird. Meiner Meinung nach ist es angenehmer wenn erstmal nur die Merkmale beschrieben werdend ide einen sofort ins Auge stechen und deinem Prota Einzelheiten erst später auffallen. Bei deiner Beschreibung würde ich das mit seinem muskulösen Körper und vieleicht seine Ausstrahlung erst später erwähnen, dass dein Prota genau darauf achtet wie der Fremde ihn anstarrt, sich also auf sein Gesicht konzentriert.
Das kanna ber auch nur Geschmackssache sein, ich würde eher ein paar weitere Kritiken abwarten.

(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Da war keine Drohung in seinen Worten, seine ganze Existenz schien einer einzigen Drohgebärde , der Natur entsprungen zu sein.
Da hat ein Komma gefehlt. Icon_wink

(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Aschewolken quittierten seine Bewegung, stiegen von seiner zerfetzten Kleidung auf, nur um sich im selben Moment wieder darauf abzusetzen.
Aschewolken? Wolken an sich sind übertrieben, ich würde eher Wölkchen schreiben. Und bist du sicher, dass du Asche meinst? Wenn etwas gebracht hat, wären das eher Rauchwölkchen. Oder meintest du einfach nur Staubwolken?

(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Eine unsichtbare Macht griff nach Balian, riss ihn in die Luft und schloss sich gleichzeitig mit der Gewalt einer Schraubzwinge um seine Glieder.
Ohne seinen Blick von ihm abzuwenden kam der Andere langsam auf ihn zu.
Aha, ein magier alsoMrgreen

(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Der anfängliche Schock wurde von einer Welle der Panik überschwemmt. Seine Lunge schien in Flammen aufzugehen, rebellierte und verlor.
Schwarze Schatten begannen an den Rändern seines Blickfelds empor zu kriechen.
Solche Formulierungen fallen mir öfters schwer, du scheinst damit keine probleme zu haben Icon_wink Mir gefällt besonderst, dass du für dafür das dein prota dass Bewustsein verliert keine abgenutzte Formulierung genommen hast.

(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Der Kummer und die Verzweiflung waren ungebrochen, doch er hatte keine Tränen mehr um ihnen Ausdruck zu verleihen.
Da hat ein um gefehlt Icon_wink

(27-12-2011, 14:02)Damien schrieb: Dies ist nun also das zweite Kapitel meines Projekts. Ich bin ehrlich gesagt noch nicht ganz zufrieden damit, weiß aber noch nicht genau an was es liegt. Findet ihr das ganze zu nichtssagend, bzw. überflüssig?
Also anders gefragt, sollte ich mich kürzer fassen und schneller in der Handlung voranschreiten? Bin mir da unsicher und bin gespannt auf eure Meinung.

Es muss Meiner Meinung nach nicht immer gleich Action da sein. Manchmal reicht auch ein innerer Konflikt. ich würde dir deswegen raten am Ende des Kapitels nicht sos chnell zu werden, sondern Balians Emotionen und Gedanken mehr zu beschreiben. Du hast hier einen gebrochenen Charakter, da kann man viel draus machen, ich schreibe an so Momenten immer Ewigkeiten rum, eben weil sie die Figur zeichnen oder ändern können. Nimm dir hier ruhig mehr Zeit und geh mit auf Balian ein! Icon_wink Was du geschrieben hast war schonmal ein Schritt in die richtige Richtung, aber du kannst da so viel mehr drauß machen, an Formulierungen dürftest du nicht scheitern. Icon_wink
Dein Schreibstil hat mir auch gut gefallen, besonderst die wie schon mehrfach angemerkt Formulierungend die du mMn. oft klasse hinbekommen hast,

So das war's dann mit meinen Verbesserungsvorschlägen, ich hoffe du kannst damit was anfangenWave

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Beitrag #3 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
Hallo Ryan,

Finde es außerordentlich lobenswert, dass du dich gleich ins Getümmel stürzt und dich auch gleich traust ein paar kritische Worte zu verlieren und das in einer Form, wie wir sie hier sehr hoch schätzen!
Danke schonmal dafür.

Frisch ans Werk:

Zitat:Der Absatz gefällt mir auch, allerdings schwächt das drauf und dran am Ende die Wirkung meiner Meinung nach etwas ab, passt nicht wirklich. Ich würde es mit in Versuchung, oder einfacher kurz davor war, schreiben.
Ich empfinde es nicht als Abschwächung, aber die Formulierungen, die du mir als Gegenvorschlag unterbreitest, sprechen für sich, weshalb ich das Gerne so aufnehme!

Zitat:Bei Beschreibungen vom Aussehen vn Charakteren, finde ich es immer etwas störend wenn einen das ganze Aussehen aufeinmal aufgedrängt wird. Meiner Meinung nach ist es angenehmer wenn erstmal nur die Merkmale beschrieben werdend ide einen sofort ins Auge stechen und deinem Prota Einzelheiten erst später auffallen. Bei deiner Beschreibung würde ich das mit seinem muskulösen Körper und vieleicht seine Ausstrahlung erst später erwähnen, dass dein Prota genau darauf achtet wie der Fremde ihn anstarrt, sich also auf sein Gesicht konzentriert.
Das kanna ber auch nur Geschmackssache sein, ich würde eher ein paar weitere Kritiken abwarten.
Ich bin grundsätzlich absolut deiner Meinung und ich werd die Beschreibung vielleicht auch noch ein wenig kürzen, aber:
Im Fokus soll hier die Ausstrahlung stehen und da komm ich nicht umhin einige markante Merkmale des Fremden herauszuheben um quasi die Wirkung auf Balian zu ... begründen, dem Leser eine Möglichkeit zu geben, sich vorzustellen, warum der Fremde diese Wirkung auf Balian hat. Meinst du es reicht, wenn ich da nur eine sehr knappe Beschreibung liefere?

Zitat:Da hat ein Komma gefehlt. Icon_wink
Ne. "Drohgebärde der Natur" ist ein strukturell logisches Konstrukt Icon_wink

Zitat:Aschewolken? Wolken an sich sind übertrieben, ich würde eher Wölkchen schreiben. Und bist du sicher, dass du Asche meinst? Wenn etwas gebracht hat, wären das eher Rauchwölkchen. Oder meintest du einfach nur Staubwolken?
Hast du Kapitel I gelesen? Kurze Rückblende: Balian ist im letzten Kapitel ein Haus auf den Kopf gefallen und nebenbei ist sein ganzes Dorf abgefackelt. Verbranntes Holz wird zu Asche und wenn man davon über und über bedeckt ist, können da glaube ich schon die ein oder anderen Wolken aufsteigen, wenn man diese aufschreckt. Findest du Wolken trotzdem noch zu überdimensioniert?

Zitat:Aha, ein magier alsoMrgreen
Ja Icon_wink einer von der eher unversöhnlichen Sorte...

Zitat:Da hat ein um gefehlt Icon_wink
Hat es das? Vielleicht fehlt auch einfach nur ein Komma, ich glaube ansonsten funktioniert diese Formulierung im Deutschen, auch wenn ich mitnichten eine Leuchte in deutscher Grammatik bin Icon_wink

Zitat:Es muss Meiner Meinung nach nicht immer gleich Action da sein. Manchmal reicht auch ein innerer Konflikt. ich würde dir deswegen raten am Ende des Kapitels nicht sos chnell zu werden, sondern Balians Emotionen und Gedanken mehr zu beschreiben. Du hast hier einen gebrochenen Charakter, da kann man viel draus machen, ich schreibe an so Momenten immer Ewigkeiten rum, eben weil sie die Figur zeichnen oder ändern können. Nimm dir hier ruhig mehr Zeit und geh mit auf Balian ein! Icon_wink
Das beruhigt mich, dass du das so siehst. Also das mit der Action mein ich. Was den inneren Konflikt angeht, habe ich bewusst davon Abstand genommen, diesen zu sehr zu beleuchten, zum Einen, weil viele der Emotionen schon in Kapitel I "verbraucht" wurden, zum Anderen, weil ein "gebrochener" Mensch in meinem Verständnis nicht mehr fähig ist sonderlich viel zu fühlen, immerhin ist er an seinen Emotionen "zerbrochen". (Apropos, ich hab ihn irgendwo weiter oben viel zu früh zerbrechen lassen, da hat er noch geweint... Asche auf mein Haupt, das muss geändert werden^^)
Allerdings ist das nur meine Sicht der Dinge und im Zweifelsfall änder ich das, wenn noch mehr Kritiker deiner Meinung sind Icon_smile

Alles in allem mag dir das vielleicht so vorkommen, als ob ich nur verschwindend wenig von deiner Kritik annehmen und die meiste Energie darauf verwenden würde, mich zu rechtfertigen, anstatt sie in meine Story zu packen, deshalb will ich an dieser Stelle anmerken, dass ich mir deine Worte sehr wohl zu Herzen genommen habe und sie mit meiner "Rechtfertigung" nicht aus meinen Gedanken verbannt habe, sondern sie nur "prüfen" will. Sind dir meine Gegenargumente nicht überzeugend genug, will ich deine Einwände gerne nochmal überdenken!

Aber auf jeden Fall werde ich die Sache mit dem "drauf und dran" und der Charakterbeschreibung beherzigen wenn ich mich nochmal an die Überarbeitung setze, vielen Dank dafür und ein großes Lob von meiner Seite:
Das war, kritisch betrachtet (du siehst mich zwinkern), eine sehr hilfreiche Kritik!

Dankend,
Damien

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Beitrag #4 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
(27-12-2011, 22:54)Damien schrieb: Hallo Ryan,

Finde es außerordentlich lobenswert, dass du dich gleich ins Getümmel stürzt und dich auch gleich traust ein paar kritische Worte zu verlieren und das in einer Form, wie wir sie hier sehr hoch schätzen!
Danke schonmal dafür.
Deswegen hab ich mich ja hier angemeldet^^ Danke! Icon_smile


(27-12-2011, 22:54)Damien schrieb: Ich bin grundsätzlich absolut deiner Meinung und ich werd die Beschreibung vielleicht auch noch ein wenig kürzen, aber:
Im Fokus soll hier die Ausstrahlung stehen und da komm ich nicht umhin einige markante Merkmale des Fremden herauszuheben um quasi die Wirkung auf Balian zu ... begründen, dem Leser eine Möglichkeit zu geben, sich vorzustellen, warum der Fremde diese Wirkung auf Balian hat. Meinst du es reicht, wenn ich da nur eine sehr knappe Beschreibung liefere?
Wenn du es so lassen möchtest solltest du aber mMn nochmal nach den Adjektiven schauen. Du hast allein für seine Kleidung drei Stück direkt hintereinander genommen, ich würde alle bis auf schimmernd streichen. Wenn die Kleidung schimmert, kann man sich automatisch denken, dass das seltsam ist. Die Farbe brauchst du eigentlich auch nicht, aber die kann auch genauso gut drinbleiben, stören würde ich mich in einem Buch daran jetzt nicht. Icon_wink

(27-12-2011, 22:54)Damien schrieb: Ne. "Drohgebärde der Natur" ist ein strukturell logisches Konstrukt Icon_wink
Da hab ich wohl irgendwie gepennt.^^ Ich hab gedacht du meintest eine Drohgebärde die der Natur entsprungen ist, nicht eine Drohgebärde der Natur die entsprungen ist.

(27-12-2011, 22:54)Damien schrieb: Hast du Kapitel I gelesen? Kurze Rückblende: Balian ist im letzten Kapitel ein Haus auf den Kopf gefallen und nebenbei ist sein ganzes Dorf abgefackelt. Verbranntes Holz wird zu Asche und wenn man davon über und über bedeckt ist, können da glaube ich schon die ein oder anderen Wolken aufsteigen, wenn man diese aufschreckt. Findest du Wolken trotzdem noch zu überdimensioniert?
Ja, hab ich. Ich hab aber in dem Moment überhaupt nicht daran gedacht, dass die Häuser niedergebrannt waren. Ich dachte im ersten Moment, dass sich Balian sich irgendwie noch die Kleider angesteckt hat. Aber wieso kommt die Aschewolke erst wenn er sich bewegt, hat er in den noch brennenden Ruinen geschlafen? Für mich kommt das irgendwie so rüber, oder halt dass mit der Variante wo ich gedacht habe er hätte sich die Kleidung verbrannt Mrgreen

(27-12-2011, 22:54)Damien schrieb: Hat es das? Vielleicht fehlt auch einfach nur ein Komma, ich glaube ansonsten funktioniert diese Formulierung im Deutschen, auch wenn ich mitnichten eine Leuchte in deutscher Grammatik bin Icon_wink
Ja, jetzt wo ich nochmal drüber gesehen habe fällt mir das auch auf. Da ist eigentlich egal für was du dich entscheidest, ich persöhnlich finde es mit dem Komma jetzt doch schöner Icon_wink

(27-12-2011, 22:54)Damien schrieb: Das beruhigt mich, dass du das so siehst. Also das mit der Action mein ich. Was den inneren Konflikt angeht, habe ich bewusst davon Abstand genommen, diesen zu sehr zu beleuchten, zum Einen, weil viele der Emotionen schon in Kapitel I "verbraucht" wurden, zum Anderen, weil ein "gebrochener" Mensch in meinem Verständnis nicht mehr fähig ist sonderlich viel zu fühlen, immerhin ist er an seinen Emotionen "zerbrochen". (Apropos, ich hab ihn irgendwo weiter oben viel zu früh zerbrechen lassen, da hat er noch geweint... Asche auf mein Haupt, das muss geändert werden^^)
Allerdings ist das nur meine Sicht der Dinge und im Zweifelsfall änder ich das, wenn noch mehr Kritiker deiner Meinung sind Icon_smile
Ok, ich schätze ich liebe es einfach nur dass zu beschreiben und finde es
immer wieder interessant darüber zu lesen. Wenn du das nicht vermitteln wolltest, dann passt das natürlich hier nicht. Aber auch wenn ein Charakter gebrochen ist kann man noch viel mit ihm machen... am besten warten bis er sich erholt hat und ihn dann nochmal sowas durchleben müssenMrgreen

(27-12-2011, 22:54)Damien schrieb: Alles in allem mag dir das vielleicht so vorkommen, als ob ich nur verschwindend wenig von deiner Kritik annehmen und die meiste Energie darauf verwenden würde, mich zu rechtfertigen, anstatt sie in meine Story zu packen, deshalb will ich an dieser Stelle anmerken, dass ich mir deine Worte sehr wohl zu Herzen genommen habe und sie mit meiner "Rechtfertigung" nicht aus meinen Gedanken verbannt habe, sondern sie nur "prüfen" will. Sind dir meine Gegenargumente nicht überzeugend genug, will ich deine Einwände gerne nochmal überdenken!

Aber auf jeden Fall werde ich die Sache mit dem "drauf und dran" und der Charakterbeschreibung beherzigen wenn ich mich nochmal an die Überarbeitung setze, vielen Dank dafür und ein großes Lob von meiner Seite:
Das war, kritisch betrachtet (du siehst mich zwinkern), eine sehr hilfreiche Kritik!

Dankend,
Damien
Ich finde das in Ordnung. Es ist immerhin deine Geschichte und ich mache nur Vorschläge. Du musst entscheiden was du aufnimmst und was nicht, damit habe ich jetzt eigentlich keine Probleme. Es freut mich wenn ich helfen konnte! Icon_smile

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Beitrag #5 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
Hallo Ryan,

Zitat:Wenn du es so lassen möchtest solltest du aber mMn nochmal nach den Adjektiven schauen. Du hast allein für seine Kleidung drei Stück direkt hintereinander genommen, ich würde alle bis auf schimmernd streichen. Wenn die Kleidung schimmert, kann man sich automatisch denken, dass das seltsam ist. Die Farbe brauchst du eigentlich auch nicht, aber die kann auch genauso gut drinbleiben, stören würde ich mich in einem Buch daran jetzt nicht. Icon_wink
Ich habe die Beschreibung jetzt ein wenig umgestellt, sodass nach dem lässigen Abstützen erstmal der Körperbau beschrieben wird, bevor die Beschreibung des Kopfs und der Augen folgt um der Logik der Blickfolge, woran du mich mit Recht erinnert hast, Genüge zu tun. Außerdem hab ich die Farbe des Stoffs rausgenommen. Werde die korrigierte Version bald reinstellen!

Zitat:Ja, hab ich. Ich hab aber in dem Moment überhaupt nicht daran gedacht, dass die Häuser niedergebrannt waren. Ich dachte im ersten Moment, dass sich Balian sich irgendwie noch die Kleider angesteckt hat. Aber wieso kommt die Aschewolke erst wenn er sich bewegt, hat er in den noch brennenden Ruinen geschlafen? Für mich kommt das irgendwie so rüber, oder halt dass mit der Variante wo ich gedacht habe er hätte sich die Kleidung verbrannt Mrgreen
Naja genau genommen hat er nicht geschlafen, er war wohl eher bewusstlos, bedingt durch die Trümmer des Hauses die auf ihn gestürzt sind (Trümmer, die größtenteils verbrannt sind und deshalb Asche produzieren). Mit der "provisorischen Decke", die der Fremde zuvorkommenderweise entfernt hat, waren die Bruchstücke des Hauses gemeint, die auf Balian lagen. Und da er die ganze Zeit dort gelegen hat, ist es glaube ich nur verständlich dass sich da eine gehörige Schicht Asche auf seine Haut und Kleidung abgesetzt hat Icon_wink

Zitat:Ok, ich schätze ich liebe es einfach nur dass zu beschreiben und finde es
immer wieder interessant darüber zu lesen. Wenn du das nicht vermitteln wolltest, dann passt das natürlich hier nicht. Aber auch wenn ein Charakter gebrochen ist kann man noch viel mit ihm machen... am besten warten bis er sich erholt hat und ihn dann nochmal sowas durchleben müssenMrgreen
Du kommst meinen Plänen mit Balian sehr nahe Icon_wink Wie ich schon in Kapitel I auf Sternchens Furcht vor dem weinenden Jungen der zum Überhelden mutiert hin versichert habe: Balian ist kein Held und das wird er auch so schnell nicht.

Zitat:Ich finde das in Ordnung. Es ist immerhin deine Geschichte und ich mache nur Vorschläge. Du musst entscheiden was du aufnimmst und was nicht, damit habe ich jetzt eigentlich keine Probleme. Es freut mich wenn ich helfen konnte! Icon_smile
Nur damit du nicht gleich zu Anfang den Mut verlierst, in dem Glauben deine Kritik würde ja eh nicht angenommen werden. Das jedenfalls ist mitnichten so. Keep it up!

Grüße
Damien

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Beitrag #6 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
Hallo Damien,

eigentlich sollte ich ja ein Buch zu Ende lesen, rezensieren, noch ausstehende Kommentare beantworten oder noch besser: arbeiten, denn dafür werd ich bezahlt. *lach* Da aber so wieso wenig los ist und ich heute Abend noch Zeit für ersteres finden werde, zieh ich deine Geschichte einfach mal vor. Der erste Teil hat mich ja nicht ganz so überzeugt, dennoch war ich gespannt auf den zweiten. Und erst recht ist es schön, mit jemanden gemeinsam an einer Geschichte zu arbeiten, der Kritik ernst nimmt und fleißig an sich arbeitet. Motiviert auch ungemein! Icon_smile

Die Berührung zweier Finger an seinem Hals ließ ihn langsam aus den Tiefen seiner Besinnungslosigkeit zurückfinden. Mühsam folgte sein Geist der Aufforderung, streifte die bleiernen Ketten der Trägheit ab und stieg langsam aus dem bodenlosen Loch seines Bewusstseins empor.
=> Ich bin ein gnadenloser Gegner von "Geist". *lach* Nenne es eine persönliche Abneigung. Warum überhaupt so viele Worte benutzen, die man nicht braucht. "Mühsam streifte er die bleiernen Ketten der Trägheit ab und stieg langsam aus dem bodenlosen och seines Bewusstseins empor." Okay, streichen ist an sich radikal. Ich finde deinen Stil aber hier ohnehin schon etwas pompös, bzw. dick aufgetragen.

Auf letzter Distanz verschwandt die Wärme an seiner Pulsader schlagartig und erneut verlangte die Einsamkeit des Vergessens nach seiner Gesellschaft, lockte ihn mit süßen Versprechungen von einem Leben ohne Leid, Furcht oder Verlust, sodass Balian drauf und dran war sich erneut in Morpheus‘ schützende Arme zu begeben.
=> Jop, definitiv dick aufgetragen. So eine Phase hatte ich auch einmal. hat mir viel gelehrt. Nach "war" gehört hier übrigens ein Komma. „verschwand“ ohne „t“

Doch die Welt dort draußen schien ihn zu rufen, Vogelgezwitscher drang an sein Ohr, ließ ihn nicht wieder hinab. Die harten Kanten des Untergrunds auf dem er lag, schienen sich auf einmal in seinen Rücken zu bohren und machten erneute Entspannung unmöglich.
=> Füllzündstoff - weg damit. Icon_smile

Beißender Rauch füllte seine Lunge und schickte einen unvermeidbaren Hustenreiz durch seine Luftröhre, der ihn mit einem kräftigen Zusammenzucken wieder zurück ins Leben warf.
Gleißende Helligkeit brannte sich in seine Pupillen, als er die Augen aufschlug. Eindrücke der Umgebung fluteten seine Sinne, beschossen seinen Verstand mit Bildern von einem zerstörten Dorf, in Trümmern liegenden Häusern und einem strahlenden Blau, das sich der Zerstörung zum Trotz über den Himmel gespannt hatte.

=> Immer wieder der gleiche Aufbau. z z z z z z z Nope, hört sich definitiv nicht gut an. Lass mich bitte ein bisschen herumprobieren. "Beißender Rauch füllte plötzlich Balians Lungen und bescherte ihm einen unvermeidbaren Hustenreiz, der ihn zurück ins Leben warf. Seine vom gleißendem Licht schmerzenden Pupillen bombardieren Balians Verstand mit wild tanzenden Bildern. Ein in Trümmern liegendes Dorf, zerstörte Häuser und das stahlfarbene Blau des wolkenlosen Horizonts. Dann folgte die unendliche Leere seines Verlustes, doch bevor ..."
hmmm, ... war nicht einfach, doch ich hoffe, ich hab dir ein paar Möglichkeiten gezeigt, die Wiederholung zu umgehen. Überhaupt, sei mir bitte nicht böse, würd ich sprachlich ein kleines bisschen zurückschrauben.

Verzeiht dass ich eure provisorische Decke entfernt habe, ich wollte euch nicht wecken.“
=> Komma nach "verzeiht". Provisorische Decke?

Balians Blick folgte der Richtung aus der er die unbekannte Stimme vermutete und traf auf einen jungen Mann, der nur wenige Schritte neben ihm auf einem Schutthaufen saß.
=> Oder: "Balian sah sich suchend um und entdeckte einen jungen Mann, der nur ... ."

Ein Bein angezogen, das Andere locker ausgestreckt, stützte er sich lässig auf seinem Knie ab und sah zu ihm herüber.
=> "andere" gehört hier klein, weil du dich ja wieder auf das "Bein" beziehst und damit bleibt es ein schlichtes Adjektiv. Anstatt zu schreiben, dass der Typ zu Balian sieht, könntest du auch ein bisschen schwunghafter einfach schreiben "Eisblaue Augen, mit der Intensität eines Raubtieres, musterten ihn durch rabenschwarzes Haarsträhnen, die lose in ein markantes Gesicht fielen." Okay, in meinem Beispiel sind jetzt zu viele Adjektive auf einem Haufen. Trotzdem würd ich eher so machen, anstatt mich eher ungelenk dahin zu hieven, wo du so und so sein willst.

Seine gesamte Erscheinung strahlte eine Aura gefährlicher Ruhe aus, die nur von einem Hauch von Anspannung getrübt wurde.
=> Gefällt mir gut.

Da war keine Drohung in seinen Worten, seine ganze Existenz schien einer einzigen Drohgebärde der Natur entsprungen zu sein.
=> hmm, also auf mich wirkt er sehr sympathisch. *lach* Die Formulierung ist hier auch ein bisschen starr gewählt. Ehrlich gesagt würd ich hier auch schon wieder mit Rotstift ansetzen und den zweiten Teilsatz streichen - er hat eisblaue Augen, die Intensität eines Raubtieres und ist gut gebaut. Bedrohlich wirkt er ja schon, da musst du nicht noch einen drauf setzen und es so direkt wiederholen. Bisschen was darfst du dem Leser zutrauen, denn die Stimmung kommt schon an.

Balian wandte rasch den Blick ab und ohne eine Miene zu verziehen fuhr der Andere fort:
=> Oder: "Balian blickte rasch zu Boden und ohne eine Mine zu verziehen fuhr der Andere fort." Ja ich weiß, ich nörgle und nörgle. Momentan fällt es mir nur irgendwie sehr schwer, mich auf deinen doch behäbigen Stil einzulassen. Versteh mich nicht falsch an deinem Satz ist alles in Ordnung, aber "wandte raschen den Blick ab" sind einfach mehr Wörter und weniger ist ja bekanntlich mehr. Ich hoff du kannst mir anhand des Beispiels folgen?

Die offensichtliche Ironie versagte an dem emotionslosen Gesichtsausdrucks seines Gegenübers. Er seufzte.
=> *kicher* Pro

„Da ich fürchte, dass ich hier vermutlich nicht die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht und die Existenz einer zwar sehr menschenähnlichen, aber hoffnungslos beschränkten Affenart bewiesen habe, wäre es vielleicht besser für dich mir zu sagen, was du hier eigentlich tust."
=> o.O ... Icon_lachtot

Verwirrt versuchte Balian sich in eine aufrechte Position zu bringen. Aschewolken quittierten seine Bewegung, stiegen von seiner zerfetzten Kleidung auf, nur um sich im selben Moment wieder darauf abzusetzen.
=> Okay, das Bild gefällt mir auch!

Kurz versuchte er sich endgültig von der weißen Schicht auf Haut und Kleidung zu befreien und das Wenige an Stoff in eine halbwegs annehmbare Position zu rücken, dann trat er, all seinen Mut zusammen nehmend, einen Schritt auf den Fremden zu und streckte seine Hand aus.
=> hmm, ... die Hand würd ich hier noch weglassen, um die Doppelung von und zu vermeiden erst recht, aber naja, irgendwie ist das Details später dann gut aufgegriffen. Wohl an. "Kurz versuchte er sich endgültig von der weißen Schicht auf Haut sowie Kleidung zu befreien, dann tat er, all seinen Mut zusammen nehmend, einen Schritt auf den Fremden zu, ihm seine Hand entgegenstreckend." Naja, zumindest ein Versuch. Auch hier Rotstift.

Das eisblaue Leuchten seiner Augen verschlang seine Pupillen, sprengte den Rahmen seiner Iris und breitete sich in Sekundenschnelle über seine gesamte Netzhaut aus, um deren Rand in weiße Flammen zu hüllen.

=> o.O interessant.

„Ich weiß nicht was Ihr von mir wollt, ich heiße Balian, dies hier ist …“ Er stockte, „war meine Heimat , ich habe nichts, was ich euch geben könnte, ich bin nur der Sohn eines einfachen Schmieds. Bitte glaubt mir, ich ...“
=> da hat sich ein Leerzeichen zu viel nach "Heimat" eingeschlichen.

Die tosenden Flammen in den Augen des Fremden erloschen im selben Moment und machten für einen kurzen Augenblick einem Ausdruck verwirrten Unglaubens Platz, bevor der reservierte, kalte Blick darin zurückkehrte.
„Verzeih.“
Kein Mitgefühl lag in seiner Stimme, allein die Kälte darin schien das Wort zu manifestieren.

=> Mein lieber Scholli! Jetzt ists von einem Schlag auf den andern flüssiger geworden. Bravo! So darf es weiter gehen. Pro

Einen Moment lang musterte er den haltlos weinenden Jungen vor ihm noch, dann wandte er sich ab und setzte zum Gehen an.
=> "haltlos weinend" hast du schon. Wie wärs mit "wimmernd" oder ähnlichem?

Mit diesen Worten verließ er Balian und verschwand in dem zähen Rauch, der von den Trümmern der Häuser in den Himmel empor stieg.
=> Was und jetzt haut er einfach ab? hmmm, ...

Seine Tränen waren längst getrocknet als sich Balian aus seiner Starre löste, doch der Schmerz blieb einer vergifteten Wunde gleich und er konnte spüren, dass die Zeit dagegen machtlos sein würde. Der Kummer und die Verzweiflung waren ungebrochen, doch er hatte keine Tränen mehr ihnen Ausdruck zu verleihen.
=> Wortwiederholung von "Tränen". Bei Wortwiederholungen bin ich eigentlich gnadenlos, denn es gibt immer eine Alternative, die das Ganze gleich um Längen besser und zugleich auch kreativer macht.

So, dass soll es textlich dann auch schon gewesen sein. Besonders der Anfang war in diesem Bezug ein bisschen schwach. Zu viel Füllwörter, zu viel Willen, es besonders schön auszudrücken und irgendwie hat der "Funke" gefehlt, den du im ersten Teil noch gut rüber gebracht hast. Das alles ändert sich Schlag auf Schlag mit der Action und dem Ausbruch der Trauer, die hier nun endlich kommt. Fein - genau das hat es gebraucht, auch wenn es keinen direkten Grund gibt, nicht auch schon ein bisschen davon im ersten Teil einfließen zu lassen. Aber darüber haben wir uns ja schon einmal ausgetauscht. Stilisch solltest du ganz pedant auf Wortwiederholungen acht - das lehrt viel, hab ich schon einmal gesagt. Der Satzaufbau soll sich abwechseln, ohne dass du seine Art zu Schreiben verlierst. Ich bin inzwischen kein Fan mehr davon, hochgestochener zu schreiben, wie du es versuchst, aber es ist und bleibt deine Entwicklung und besitzt auch eigene Vorzüge. Mein Tipp: misch ein bisschen. Locker mit überladen (ja, auch das kann positiv sein). Gerade wenn es in die Länge geht, ohne das tatsächlich etwas passiert, würde ich dir das sehr raten, um den Leser bei Laune zu halten. "Unwichtig" finde ich in diesem Kapitel eigentlich gar nichts. Wir haben die notwendige Trauer und einen ominösen Fremden, der undurchschaubar bleibt und gerade noch an der Glaubwürdigkeit schrammt. Unstet, dennoch aber bestimmt wirkt er und ihn gehen zu sehen macht neugierig. Auch seine scheinbar magischen Kräfte. Alles zusammen war dieser Teil also kein Reinfall. Nichts dergleichen, nur sprachlich solltest du etwas arbeiten, vielleicht wirst du dann auch zufriedener.

Liebe Grüße,
Sternchen



"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #7 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
Hallo Sternchen,

Na dann bedank ich mich mal wieder für deine kritischen Worte und widme mich deinen Anmerkungen:

Zitat:Ich bin ein gnadenloser Gegner von "Geist". *lach* Nenne es eine persönliche Abneigung. Warum überhaupt so viele Worte benutzen, die man nicht braucht. "Mühsam streifte er die bleiernen Ketten der Trägheit ab und stieg langsam aus dem bodenlosen och seines Bewusstseins empor." Okay, streichen ist an sich radikal. Ich finde deinen Stil aber hier ohnehin schon etwas pompös, bzw. dick aufgetragen.
Mich beschleicht unweigerlich das Gefühl, dass du gegen sehr viele meiner Wörter eine persönliche Abneigung verspürst^^ Find ich persönlich natürlich schade, aber inwieweit soll mir dass weiter helfen?
Diese zugegeben sehr langatmige Textpassage ist tatsächlich so gedacht: Langatmig. Ich halte nichts davon jemanden in einem Satz aus einer vollkommenen, langanhaltenden Besinnungslosigkeit aufzuwecken. Es ist meiner Meinung nach ein langwieriger Prozess, vor allem wenn man eigentlich nicht zurück will in die Realität (siehe auch: Morgens im Bett bleiben, weil draußen kalt). Gerade hier habe ich versucht deinem Anspruch an synonymen Satzmustern gerecht zu werden. Schade dass du ihn hier nicht bemerkst, später aber wieder genau das ankreidest...

Zitat:Jop, definitiv dick aufgetragen. So eine Phase hatte ich auch einmal. hat mir viel gelehrt. Nach "war" gehört hier übrigens ein Komma. „verschwand“ ohne „t“
Hmmm, finde das eigentlich nicht zu dick aufgetragen. Hast du schonmal Oscar Wilde gelesen oder vielleicht Stephenie Meyer?^^ DAS ist dick aufgetragen. Würde auf jeden Fall gerne noch andere Meinungen dazu hören.

Zitat:Füllzündstoff - weg damit. Icon_smile
Akzeptiert.

Zitat:hmmm, ... war nicht einfach, doch ich hoffe, ich hab dir ein paar Möglichkeiten gezeigt, die Wiederholung zu umgehen. Überhaupt, sei mir bitte nicht böse, würd ich sprachlich ein kleines bisschen zurückschrauben.
Was die Dopplung des Satzanfangs bei "Beißender Rauch" und "Gleißende Helligkeit" angeht, da stimm ich dir zu, das werde ich wahrscheinlich noch umändern. Die folgenden gleichen Satzanfänge sind aber eigentlich bewusst so gewählt. Es gibt ein sprachliches Mittel dazu, mir ist nur der Name entfallen. Impliziert eine Steigerung und soll in meinem Fall die Unfähigkeit seines Gehirns darstellen, so nachdem Motto: Licht! Trümmer! Zerstörung! AAAAAH. Klar soweit? :D

Überhaupt bin ich dir sehr böse Icon_motz für deine Meinung, was fällt dir eigentlich ein? Mrgreen

Aber das mit dem sprachlichen Zurückschrauben musst du mir nochmal erklären, das will nicht in meinen Kopf rein. Ich soll also absichtlich einfachere Sprache benutzen? Es ist nämlich keinesfalls so als würde ich mich abmühen hochgestochen zu schreiben, das fällt mir meistens so zu, ich sitze wenn dann nur an der genauen Formulierung.

Zitat:Komma nach "verzeiht". Provisorische Decke?
Die Bruchstücke des Hauses, die ihn begraben haben.

Zitat:Trotzdem würd ich eher so machen, anstatt mich eher ungelenk dahin zu hieven, wo du so und so sein willst.
ungelenk... interessant. Deine Alternative gefällt mir, ich denke so ähnlich werd ich das machen. Danke!

Zitat:Bisschen was darfst du dem Leser zutrauen, denn die Stimmung kommt schon an.
Meinst du? Ich finde das als Zusammenfassung recht treffend, vor allem da es sich auch maßgeblich auf das Gesprochene bezieht und da meines Erachtens noch eine Beschreibung her muss, die auch die Worte als Bedrohlichkeit herausstellen.

Zitat:"Balian blickte rasch zu Boden und ohne eine Mine zu verziehen fuhr der Andere fort."
Perfekt, gefällt mir auch besser!

Zitat:Okay, das Bild gefällt mir auch!
Nicht zu dick aufgetragen? :O

Zitat:hmm, ... die Hand würd ich hier noch weglassen
jaaaa, die ist auch echt etwas unbeholfen. Ohne sie ist es halt etwas ungewöhnlich dass er einen Schritt auf den angsteinjagenden Fremden zu macht, aber das kann man ja mit der "Angstüberwindung" begründen.

Zitat:"haltlos weinend" hast du schon. Wie wärs mit "wimmernd" oder ähnlichem?
Auch hier: Danke, werd ich übernehmen!

Zitat:Was und jetzt haut er einfach ab? hmmm, ...
Um es in deinen Worten zu sagen: "Wenn er jetzt vom angsteinjagenden Übermenschen zum fürsorglichen Großmütterchen wird, dann werd ich ungemütlich" Du siehst mich zwinkern Icon_wink

So, erstmal zum textlichen Senf. Jetzt zu deiner Kritik allgemein. Es gibt viele Kritikpunkte bei denen ich mit dir übereinstimme, und gerade was die Verwendung von Synonymen angeht versuche ich mich immernoch weiter zu entwickeln und behaupte gar nicht es da schon zur Meisterschaft gebracht zu haben. Ich weiß sehr wohl das ich da noch einiges zu lernen habe.

Was mir allerdings nicht gefällt ist dieser, wie oben erwähnt, zunehmende Einfluss deiner Abneigung auf meinen Schreibstil, auf deine Kritik. Obwohl du das obligatorische "meiner Meinung nach" nur selten vergisst, ist diese Kritik immer besonders vernichtend und wenig konstruktiv.
Ich weiß nicht was du so liest, aber ausufernde Beschreibungen sind in der Fantasy keine Seltenheit, ich orientiere mich da häufig an Wolfgang Holbein, manchmal auch an Markus Heitz oder Brent Weeks.
Ich habe gemerkt dass du eher Freund von eleganten, aber prägnanten Sätzen bist und das ist ja okay so, ich finde nur dass dieser Stil zu Umstandsbeschreibungen in nicht actionreichen Sequenzen einfach nicht passt. Ich glaube du hast eine sehr ausgeprägte Fantasie und störst dich deswegen an den, wie du es nennst "pompösen" Textpassagen, weil deine Kreativität schon ausreicht um die Welt aus nur wenigen Sätzen mit Farbe zu füllen. Aber so eine Kreativität ist nunmal nicht der Standard und ich muss zugeben, auch ich habe sie nicht (mehr). Sind diese Stellen für dich so schlimm, dass du deshalb meinen Schreibstil verurteilen musst, oder kannst du da nicht einfach drüberlesen, wie du es bei einem Buch normalerweise auch tun würdest, wenn du lieber deiner Phantasie folgen willst, als der genauen Beschreibung?

Wenn ich dich damit nicht komplett verschreckt habe, würde ich dich bitten es in Zukunft bei einem kleinen Verweis ala "Für mich zu viel, weißt ja" zu belassen, das macht es für mich um Einiges weniger ernüchternd. Denn das ist es was mir bei deiner Kritik meistens in Erinnerung bleibt. Vielleicht nehme ich das auch zu persönlich, mag sein. Aber wie oben schon gesagt, fehlt mir einfach der Zugang aus solch ablehnenden Worten begründete Verbesserungsvorschläge abzuleiten.

Trotzdem vielen Dank für deine Worte!
Damien





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Beitrag #8 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
Guten Abend Damien,

Mich beschleicht unweigerlich das Gefühl, dass du gegen sehr viele meiner Wörter eine persönliche Abneigung verspürst^^ Find ich persönlich natürlich schade, aber inwieweit soll mir dass weiter helfen?
=> jeder verspürt Abneigung und Zuneigung. "Geist" gefällt mir deshalb nicht weil es ein sehr plakatives Wort ist. Ein Bild. Ganz anders zum Beispiel Seele, wenn du verstehst was ich meine. Wie auch immer, so sag ich dir, was mir nicht gefällt - schließliche denke und fühle ich - und du pickst dir raus was für dich nützlich ist. Geschwafel muss man da manchmal ertragen und selbst deklarieren, was nützlich ist und was nicht.

Diese zugegeben sehr langatmige Textpassage ist tatsächlich so gedacht: Langatmig. Ich halte nichts davon jemanden in einem Satz aus einer vollkommenen, langanhaltenden Besinnungslosigkeit aufzuwecken. Es ist meiner Meinung nach ein langwieriger Prozess, vor allem wenn man eigentlich nicht zurück will in die Realität (siehe auch: Morgens im Bett bleiben, weil draußen kalt). Gerade hier habe ich versucht deinem Anspruch an synonymen Satzmustern gerecht zu werden. Schade dass du ihn hier nicht bemerkst, später aber wieder genau das ankreidest...
=> nun ja, das Negative sticht manchmal schon etwas mehr hervor, als das positive. Ich versuch immer beides zu erwähnen. Speziell den Anfang betreffend, so kann ich rückblickend natürlich sagen, dass diese Stelle deutlich besser ist als die weiter unten. Icon_wink

Hmmm, finde das eigentlich nicht zu dick aufgetragen. Hast du schonmal Oscar Wilde gelesen oder vielleicht Stephenie Meyer?^^ DAS ist dick aufgetragen. Würde auf jeden Fall gerne noch andere Meinungen dazu hören.
=> Ganz unbedingt, Damien. Meinungen sind immer gut. Viele aber nicht unbedingt besser und im Endeffekt is nur deine wichtig. Und dann ist noch wichtig, was du erreichen möchtest. Ich mag es, wenn jemand einzigartiger schreibt, ehrlich, und eine "Abneigung" hege ich gegen deinen Stil definitiv nicht. Ich lese sehr viel und unterschiedlich. Bernd Rümmelein schreibt auch etwas hochgestochen, sehr erzählend - gar nicht mein Ding und dennoch hat er seine Chance bekommen und mittlerweile erkenne ich das was er tut auch mehr als an. Grundsätzlich wie gesagt: ich hab eine Phase gehabt, in der ich ähnlich empfunden haben wie du, mich dann aber darauf besonnen, es anders zu tun. Heute finde eine Mitte von dem, was ich will und wie ich denke, dass es einer breiteren Masse an Leser zuträglich ist. Letztes muss man wollen, oder nicht. Dieser Stil, wie du ihn hier präsentierst ist für "mich" gerade im Leerlauf - also der nicht Action - etwas mühsam.

Die folgenden gleichen Satzanfänge sind aber eigentlich bewusst so gewählt. Es gibt ein sprachliches Mittel dazu, mir ist nur der Name entfallen. Impliziert eine Steigerung und soll in meinem Fall die Unfähigkeit seines Gehirns darstellen, so nachdem Motto: Licht! Trümmer! Zerstörung! AAAAAH. Klar soweit?
=> Mir ist klar was du meinst, ich werde dir aber nicht zustimmen. Jede auf Abwechslung gedrillte Satzfolge, gut geschrieben, ist an dieser Stelle besser gewählt, als das Stilmittel, das du setzen wollest. Wiederholung als solches erkenne ich an, benutze es selbst. Trotzdem kanns mich an dieser Stelle einfach nicht begeistert. Das musst du mir leider zugestehen. Icon_wink

Aber das mit dem sprachlichen Zurückschrauben musst du mir nochmal erklären, das will nicht in meinen Kopf rein. Ich soll also absichtlich einfachere Sprache benutzen? Es ist nämlich keinesfalls so als würde ich mich abmühen hochgestochen zu schreiben, das fällt mir meistens so zu, ich sitze wenn dann nur an der genauen Formulierung.
=> Ich glaube auch nicht, dass du dich abmühst. Das geht dir so von der Hand, ja. Kenne ich. Die Frage ist immer nur wie dosiert man das und ob man es so stark dosiert haben möchte. Ich bin ein Leser, der viel, gerne und voller Toleranz liest im Grunde genommen. Dein Stil verscheucht mich nicht. Aber ich sage dir die Wirkung auf mich, in der Hoffnung das du einen Nutzen daraus ziehen kannst, wie er anzukommen pflegt. Nicht mehr und nicht weniger.

Meinst du? Ich finde das als Zusammenfassung recht treffend, vor allem da es sich auch maßgeblich auf das Gesprochene bezieht und da meines Erachtens noch eine Beschreibung her muss, die auch die Worte als Bedrohlichkeit herausstellen.
=> Wie gesagt, für mich is es ein zweiter Tupfen auf den "I". Wenn es dir gefällt und du es genau so haben, bzw. nochmals betont haben möchtest, dann passt es doch.

jaaaa, die ist auch echt etwas unbeholfen. Ohne sie ist es halt etwas ungewöhnlich dass er einen Schritt auf den angsteinjagenden Fremden zu macht, aber das kann man ja mit der "Angstüberwindung" begründen.
=> ich glaub ich hab ja gesagt, dass ich sie eigentlich auch gut finde, im Bezug auf das Danach und so. Icon_wink

Ich weiß sehr wohl das ich da noch einiges zu lernen habe.

=> Das haben wir alle, mich nicht ausgeschlossen und das wird sich wohl nie ändern. Gut so, wie "ich" finde. (Ja, ich wiederhol gern, dass das alles nur meine Meinung ist und nicht Gott vom Löffel gefressen.) Du siehst mich zwinkern.

Was mir allerdings nicht gefällt ist dieser, wie oben erwähnt, zunehmende Einfluss deiner Abneigung auf meinen Schreibstil, auf deine Kritik. Obwohl du das obligatorische "meiner Meinung nach" nur selten vergisst, ist diese Kritik immer besonders vernichtend und wenig konstruktiv.
=> wenig konstruktiv?

Ich weiß nicht was du so liest, aber ausufernde Beschreibungen sind in der Fantasy keine Seltenheit, ich orientiere mich da häufig an Wolfgang Holbein, manchmal auch an Markus Heitz oder Brent Weeks.

=> *lach* Ich will jetzt keinen Spuckwettbewerb veranstalten, aber ich lesen Brandon Sanderson, Joe Abercrombie, Wolfgang Hohlbein, Peter V. Brett und noch andere Autoren, deren Namen jedem Fan schon ein bisschen was sagen müssten. Die ersten drei hab ich sogar interviewt. Wenn du mal Lust hast, guck auf http://www.literatopia.de und lies dir ein paar Autorenplaudereien durch, die sind ganz spaßig und ich mach sie gern. Aber okay, ich komm vom Thema ab. Wolfgang Hohlbein schreibt kurzatmig. Er beschreibt natürlich wie jeder andere Autor auch manchmal ausufernd, darum gehts mir aber hier nicht. Beschreibung ist nicht gleich Beschreibung und um ehrlich zu sein, empfinde ich es als eine hohe Kunst den Leser mit solcher nicht zu langweilen. Genau davor hab ich immer Angst, deshalb beschreibe ich auch um Längen zu wenig. Wir haben halt eben alle unsere Laster.

Ich habe gemerkt dass du eher Freund von eleganten, aber prägnanten Sätzen bist und das ist ja okay so, ich finde nur dass dieser Stil zu Umstandsbeschreibungen in nicht actionreichen Sequenzen einfach nicht passt.

=> Nun, weißt du, da schneiden sich eben die Meinungen. Ich versteh schon was du meinst. Meine Erfahrung hat mir gelehrt, dass ich bei Action gern kurze Sätze verwende und ansonst nicht mehr zu langen neige. Die jüngsten Kritiken haben mir gezeigt, dass ich aufpassen muss, nicht zu kurz zu werden und wieder auf Länge setzen solle, als Abwechslung und an bestimmten, erzählenden Stellen. Freilich muss sich ein Stil immer der Situation anpassen. Seh ich genauso. Und wie gesagt, im Endeffekt musst du wissen was du tust, musst ausprobieren, Fehler machen, Goldadern ausheben und lernen. Für dich. So wie jeder von uns. Kritik soll das halt beschleunigen und wenn meine es nicht tut, werd ich mich gerne zurückhalten.

Denn das ist es was mir bei deiner Kritik meistens in Erinnerung bleibt. Vielleicht nehme ich das auch zu persönlich, mag sein. Aber wie oben schon gesagt, fehlt mir einfach der Zugang aus solch ablehnenden Worten begründete Verbesserungsvorschläge abzuleiten.

=> Jap, meines Erachtens nimmst du das jetzt zu persönlich. Es tut weh kritisiert zu werden, egal wie sehr man meint, verarbeiten zu können. Ich mag dich nicht in den Boden treten und bin im Forum auch für genau das nicht bekannt. Alles was ich anzubieten hab ist meine Meinung. Ich sehe es als sinnlos an, sie nicht sagen zu dürfen, bzw. würde es dir zukünftig ja auch nicht helfen, wenn ich sag "du weißt schon". Was die Verbesserung betrifft, so hab ich mich sehr bemüht, dir Tipps zu geben. Lass dir alles durch den Kopf gehen, Damien. Schlaf eine Weile drüber. Ganz ehrlich: es ist nur eine Kritik. Nicht der Untergang von etwas und erst Recht keine Aburteilung sondern invistierte Zeit und ein simpler Meinungsaustausch. Ein bisschen dicker muss dein Fell schon werden - nicht bös gemeint. Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen

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Beitrag #9 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
Hallo Sternchen,

Siehst du? Geht doch. Icon_smile
Wenn du mir deine Beweggründe so beschreibst kann ich sie nachvollziehen und dann fühle ich mich auch Keineswegs irgendwie angegriffen oder sowas. Tatsächlich habe ich mich, wie du meinem teilweise durchaus ironischem Unterton (mal abgesehen von dem letzten Part) vielleicht entnehmen konntest, auch zuvor nicht wirklich angegriffen gefühlt. Das darfst du nicht falsch verstehen. Wie gesagt, "ich nehm dir deine persönliche Meinung total übel Icon_motz" und so Icon_wink Ich würde meine Hinweise auf Vorgehensweisen deiner Kritik als eine Art Gegenkritik bezeichnen: ich habe Kritik an deiner Kritik geübt, dir meine subjektive Meinung mitgeteilt und dir die Möglichkeit gegeben die Anmerkungen auf dich wirken zu lassen und mir deine Handlungen zu erklären.
Und du hast mich mit deiner Rechtfertigung überzeugt. Damit ist die Sache für mich eigentlich erledigt und ich glaube dieser Thread hier ist auch nicht der geeignete Rahmen das breit auszutreten, aber dennoch danke für die klärenden Worte und, um Himmels Willen, ich würde dir nie den Mund verbieten, damit würde ich ja meine treuste Mithelferin vergraulen Mrgreen

In diesem Sinne dankend
Damien

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Beitrag #10 |

RE: Siegelmagie [Kapitel II]
So meine geschätzten Korrektoren,

Die 2. Fassung meines 2. Kapitels ist jetzt fertig und zur Ansicht freigegeben. Ich habe versucht so viele von euren Kritikpunkten und Anmerkungen wie ich mit mir selbst vereinbaren konnte in die Korrektur einfließen zu lassen! Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr nochmal drüber lesen und eure Meinung dazu kundtun würdet Icon_smile

Ich hoffe ihr bleibt mir auch weiterhin erhalten!

Beste Grüße
Damien

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