Es ist: 23-04-2021, 14:43
Es ist: 23-04-2021, 14:43 Hallo, Gast! (Registrieren)


Siegelmagie [Kapitel III]
Beitrag #1 |

Siegelmagie [Kapitel III]
Hallo zusammen,

Es grenzt schon an ein Wunder, dass ich dieses Kapitel endlich fertig bekommen habe. Ich habe es schon vor den Weihnachtsferien geschrieben, bedingt durch die zahlreichen, sehr hilfreichen Kritiken, musste ich es allerdings noch mehrere Male überarbeiten.
In diesem Kapitel geht es ein bisschen actionreicher zur Sache, deshalb habe ich mein Hauptaugenmerk auf Sternchens Evergreen-Kritik gelegt mich nicht in elendslangen Wortketten und ausufernden Beschreibungen zu verlieren, sondern zu versuchen die gelobte Geschwindigkeit, bzw. den gelobten Fluss am Ende des 2. Kapitels weiterzuführen.
Ich musste feststellen, dass das gar nicht so einfach ist und ich es auch nicht ganz abstellen konnte. Ich glaube aber, dass der Mix jetzt zumindest ausgewogener ist, als in den Kapiteln davor (bezogen auf die jeweils 1. Fassung).
Woran ich das festmache?
Ganz einfach. Ich hab soviele, meiner Meinung nach, tolle Beschreibungen und Wortkonstrukte rausgeschmissen, dass mein Herz wahrscheinlich noch im nächsten Jahr nachblutet^^
Aber wie ich von der Filmproduktion her weiß, muss man das weglassen auch lernen. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß und freue mich auf eure Meinungen und Kritiken.

Es grüßt
Damien


Siegelmagie
~ Kapitel I - Kapitel II - Kapitel III ~
_______________________________________________________________

Balian wusste weder wie lange, noch wie weit er gelaufen war, geschweige denn wohin. Vollkommene Leere hatte sich in seinem Inneren ausgebreitet und jede zeitliche oder örtliche Determinante verschluckt. Sein Körper war gefangen in einer Endlosschleife aus ziellosen Schritten, beinahe mechanisch wirkenden Bewegungen, die ihn forttrugen.
Die Sonne hatte die Mittagsstunde schon vor Ewigkeiten überschritten und schickte sich an am westlichen Horizont zu versinken. Rotgoldene Strahlen tauchten die umliegenden Bäume in ein beruhigendes, warmes Licht und ließen die Blätter wie abertausend winzige Smaragde funkeln. Seine gesamte Umgebung schimmerte in atemberaubender Schönheit, doch Balians Blick war ihr gegenüber mit Blindheit geschlagen.
Auch das sanfte Rauschen des Windes nahm er nicht war, oder das verräterische Rascheln im Geäst.
Etwas regte sich in ihm, versuchte die gähnende Leere zu überwinden, um ihn zu warnen, versank aber in dem zähen Sumpf seiner Gleichgültigkeit. Die Büsche am Rande seines Wegs teilten sich und ein Dutzend schwarz-gewandeter Krieger trat aus dem Schatten der Bäume. Wortlos umzingelten sie ihn, doch Balian beachtete sie überhaupt nicht, waren sie doch nicht mehr als formlose Schatten am Rande seines Bewusstseins.
Belanglos, wie alles Andere.
Die hünenhaften Männer zogen ihren Kreis enger, bis er gezwungen war inne zu halten. Fauliger Gestank schlug ihm entgegen, prallte jedoch von den Mauern ab, hinter die er sich selbst verbannt hatte. Wenig mehr als ein leichtes Echo war von dem verzweifelten Aufbegehren seiner Panik übrig geblieben, als wären all seine Empfindungen machtlos gegen das allumfassende Nichts in seinem Inneren.
Einer der Schatten löste sich aus dem Zirkel und kam auf ihn zu. Ewigkeiten schienen zu vergehen, mit jedem Schritt den der riesige Krieger auf ihn zu machte. Jede seiner Bewegungen ließ die Zeit zäher fließen. Der Hüne streckte den Arm aus und wie in Trance folgte Balians Blick der massigen Hand, die sich zeitlupenartig schleppend seinem Kopf näherte. Quälend langsam griffen die metallummantelten Finger nach seinen Haaren und als sie seinen Schopf mit einem harten Ruck zu fassen bekamen, kam der Fluss der Zeit endgültig zum Erliegen.
Beißender Schmerz fraß sich durch seine Nervenbahnen und klärte sein Sichtfeld schlagartig. Das Bewusstsein für seine Umgebung kehrte zurück, zuvor unfassbare Schemen um, und vor ihm schärften sich. Vertraute Formen nahmen Gestalt an und zeichneten sich ab von den Schatten der Existenzlosigkeit. Wie tausend winzige Nadeln bohrte sich die Erkenntnis in seine Schädel, als er die Rüstungen der schwarzen Krieger wieder erkannte. Ihre Chance witternd entdeckte die unterdrückte Panik die Lücke in seiner Verteidigung und wollte gerade erbarmungslos zuschlagen, als ihm die Präsenz einer anderen Macht gewahr wurde.
Ein Paar eisblauer Augen blitzte hinter den dunklen Gestalten aus dem konturlosen Zwielicht auf, welches sein Bewusstsein noch nicht zu klären vermocht hatte. Umrisse einer weiteren Gestalt schälten sich aus dem Nebel, rabenschwarze Haare wanden sich wie obsidianfarbene Schlangen aus dem Nichts und umrandeten die markanten Gesichtszüge. Blitzender Stahl in seinen Händen zwang die Dunkelheit weiter zurück. Erneut konnte Balian beobachten, wie das eisige Feuer aus den Pupillen des Fremden ausbrach und seine Augen in Sekundenschnelle in ein glühendes Inferno verwandelte, dann zerriss der Strom der Zeit seine Fesseln mit einem lautlosen Brüllen.
Alles passierte gleichzeitig, fast als versuche die Zeit die verlorenen Augenblicke wieder aufzuholen, sodass die normale Abfolge der Dinge außer Kraft gesetzt wurde. Stahl zog weiße Linien durch die Luft und streckte zwei der schwarzen Krieger nieder. Noch bevor die Leiber den Boden berührten, war der Fremde bereits hinter dem Nächsten und ließ eine seiner Klingen in den Rücken des wehrlosen Mannes fahren.
Die verbliebenen Hünen reagierten schnell, doch sie hatten der todbringenden Präzision des Anderen nichts entgegenzusetzen. Zwei Weitere fielen den hungrigen Klingen des Fremden zum Opfer bevor die Anderen überhaupt Zeit hatten zu sterben. Leblose Körper schlugen auf dem Waldboden auf und rissen die Zeit aus ihrer Stromschnelle.
In einer betont langsamen Bewegung ließ der verbliebene schwarze Krieger Balian los und drehte sich zu dem Fremden um.
„Damien.“
Der Riese spuckte den Namen förmlich auf das Gras zwischen ihnen.
„Bastard!“
Begrüßte der Andere ihn fröhlich mit einem Anflug von Spott in der Stimme.
„Wie ich sehe vergreifst du dich gerne an Schwächeren. Das kann ich leider nicht zulassen …“
Dramatisch ließ Damien seinen Blick über die fünf toten Krieger schweifen, bevor er wieder deren Anführer fokussierte.
„… denn das ist immerhin meine Aufgabe.“
Gelenke knackten, als der schwarze Hüne sich verkrampfte. Schier überbrodelnder Hass schien in pulsierenden Wellen von ihm auszugehen, doch er war klug genug der offenkundigen Provokation nicht zu folgen und dem Angreifer damit in die Hände zu spielen.
„Sind das da Stressflecken an deinem Hals?“
Das schlecht gespielte Erstaunen auf Damiens Zügen spannte den Bogen ins Unerträgliche. Balian war davon überzeugt jeden Augenblick Zeuge eines gewaltigen Wutausbruchs des gerüsteten Kriegers neben ihm zu werden. Doch er blieb aus. Während der Hüne Damien mit Blicken aufzuspießen versuchte, erwiderte dieser seinen Blick mit unverhohlenem Spott und sagte:
„Du bist gar nicht so dumm wie ich dachte. Was bei meinen bodenlos tiefen Erwartungen zwar nicht allzu schwer ist, aber immerhin. Würden wir uns ein bisschen besser kennenlernen würde ich dich vielleicht sogar …“
Er hielt kurz Inne und dachte angestrengt nach, bevor er fortfuhr.
„… nicht hassen.“
Wie um sich selbst für die vortreffliche Wahl des Ausdrucks auf die Schulter zu klopfen, nickte Damien.
„Pass auf, hier ist mein Vorschlag: Du bist stolz genug nicht wegzulaufen und nicht dumm genug mir Blind ins Messer zu laufen. Ich gewähre dir eine faire Chance. Keine Siegelmagie, nur du und ich. Mann gegen Bastard. Einverstanden?“
Bastard schnaubte verächtlich, nickte dann aber. Er hatte die Bewegung noch nicht einmal zu Ende geführt, als Damien bereits mit einem übermenschlich schnell geführten Angriff bei ihm war. Die Konturen seines Schwertes verwischten in der gnadenlosen Geschwindigkeit und zielten auf den Kopf des Hünen, näherten sich seinem Hals mit brachialer Rasanz und … trafen auf blitzenden Stahl.
In einer kaum wahrnehmbaren Drehung hatte der Krieger sein Schwert herumgewirbelt und es zu einer perfekt geführten Parade positioniert. Als die Klingen kreischend aufeinandertrafen nutzte der Kontrahent Damiens Schwung und leitete dessen Schlag nach unten ab um ihn in einer fließenden Drehung die Faust in den Rücken zu rammen. Gefolgt von einem lauten Krachen schlug dieser auf dem Boden auf. Der finale Stoß folgte, schoss auf Damiens ungeschützten Rücken zu und nur dessen instinktive Reaktion rettete ihm das Leben:
Mit einer ungelenk wirkenden Seitwärtsrolle flüchtete er vor dem niederfahrenden Stahl. Zu langsam. Ein tiefes Knurren entfuhr Damien, als die Klinge einen tiefroten Striemen an seiner Seite hinterließ. Sich aus der Drehung aufrappelnd, brachte er sich mit zwei schnellen Schritten außer Reichweite, doch das erwartete Nachsetzen seines Gegners blieb aus.
„Ich habe dich unterschätzt.“
Kein Spott lag mehr in Damiens Stimme, dem Hohn war Ernüchterung gewichen.
„Diesen Fehler werde ich nicht noch einmal machen.“
Mit diesen Worten schleuderte er eins seiner Schwerter in Richtung des wartenden Hünen. Verblüfft parierte der Krieger die herannahende Klinge mit seinem Schwertblatt. Sein Gegner musste wissen dass dies keine ernstzunehmende Gefahr für ihn darstellte, doch der daraus folgende Rückschluss kam zu spät.
Balian stockte der Atem. Frisches Blut benetzte den Waldboden. Das Aufblitzen der Erkenntnis in den Augen des Kriegers gefror, als sein Blick brach. Einen Augenblick verharrte die massige Gestalt noch aufrecht, fast als ob sie ihr Schicksal nicht akzeptieren wollte, dann brach sie zusammen und eine zähflüssige Lache breitete sich unter ihrem Kopf aus. Damien, der nunmehr hinter dem Leichnam stand und ihm den Rücken zugewandt hatte, blickte nachdenklich in Richtung der sterbenden Sonne. Als er sich zu dem Jungen umdrehte, lag ein seltsamer Ausdruck auf seinen Zügen.
„Ein Herzschlag und es ist vorbei.“
Unverkennbare Melancholie schwang in seinen Worten mit.
„Es erfordert keinen Mut geliebten Menschen in den Tod zu folgen. Sterben ist so leicht.“
Schwarze Strähnen fielen ihm ins Gesicht, als er den Kopf senkte.
„Du denkst, dein Leben hat keinen Sinn mehr, jetzt wo alle fort sind? Glaubst du, dein Tod wäre der gerechte Dank für die Menschen, die für dich gestorben sind? Damit du weiterleben kannst?“
Die letzten Worte lösten sich in einem wütenden Knurren aus seiner Kehle.
„Wenn es für dein erbärmliches Leben je einen Grund gegeben haben sollte, dann war er nie begründeter als jetzt. Dein Leben, Junge, gibt dir die Möglichkeit die Menschen zu ehren, die es als richtig erachtet haben ihres dafür zu lassen. Jetzt ist die falsche Zeit um Feigling zu spielen.“
Seine Worte schlugen Funken in Balians Innerem. Während Damien sprach erwachte etwas in ihm und begann den Schmerz langsam zu verzehren. Jede Silbe fachte die Glut in ihm weiter an, erfüllte ihn mehr und mehr mit unbändigem Zorn. Wut zwang die Trauer und Verzweiflung zum Rückzug und ließ bald nur noch einen einzigen Gedanken zu:
Sie müssen bezahlen!
Damien nickte.
„Du willst Rache?“
Zur Antwort brüllte der Sturm in ihm auf und ließ Balians ganzen Körper erzittern.
„Dann wirst du zur Hölle fahren.“
Ein kaltes Lächeln umspielte seine Lippen.
„Aber die Bastarde, nehmen wir mit.“

Verstehst du die Macht, die in den Siegeln wohnt?
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Beitrag #2 |

RE: Siegelmagie [Kapitel III]
Hallo Damien,

ich wage mich mal wieder an ans Deiner Werke und versuche meinen Eindruck in Worte zu fassen.

Ich fang einfach mal an.

Zitat:Determinante

Schönes Wort, ohne Frage, aber es wirkt irgendwie fremd in dem Text. Es sticht so hervor. Allerdings ist das auch nur mein persönliches Empfinden.

Zitat:Rotgoldene Strahlen tauchten die umliegenden Bäume in ein beruhigendes, warmes Licht und ließen die Blätter wie abertausend winzige Smaragde funkeln.

Schön Smiley_emoticons_blush

Zitat:Die hünenhaften Männer zogen ihren Kreis enger, bis er gezwungen war inne zu halten. Fauliger Gestank schlug ihm entgegen, prallte jedoch von den Mauern ab, hinter die er sich selbst verbannt hatte.

Hier habe ich mich gefragt: Hätte er da nicht aus seiner Trance erwachen müssen? Und, wenn er den fauligen Gestank bemerkt, wieso prallt er dann an einer imaginären Mauer ab?

Zitat:Das Bewusstsein für seine Umgebung kehrte zurück, zuvor unfassbare Schemen um, und vor ihm schärften sich.

Ist das Komma nach "um" gewollt, dass hat mich gestört beim Lesen. Das verfälscht den Sinn des Satzes. Icon_confused

Zitat:Wie tausend winzige Nadeln bohrte sich die Erkenntnis in seine Schädel, als er die Rüstungen der schwarzen Krieger wieder erkannte.

seinen Icon_wink

Zitat:Ein Paar eisblauer Augen blitzte hinter den dunklen Gestalten aus dem konturlosen Zwielicht auf, welches sein Bewusstsein noch nicht zu klären vermocht hatte. Umrisse einer weiteren Gestalt schälten sich aus dem Nebel, rabenschwarze Haare wanden sich wie obsidianfarbene Schlangen aus dem Nichts und umrandeten die markanten Gesichtszüge.

Ahh, da ist er ja wieder! Icon_cuinlove

Zitat:Stahl zog weiße Linien durch die Luft und streckte zwei der schwarzen Krieger nieder.

Bildlich gut!

Zitat:Noch bevor die Leiber den Boden berührten, war der Fremde bereits hinter dem Nächsten und ließ eine seiner Klingen in den Rücken des wehrlosen Mannes fahren.

Warum eigentlich "wehrlos", nicht eher "überrascht" oder so was ähnliches, mir fällt jetzt auch nichts besseres ein. Icon_slash

Zitat:Zwei Weitere fielen den hungrigen Klingen des Fremden zum Opfer bevor die Anderen überhaupt Zeit hatten zu sterben.

Erst schreibst du "Anderen" und meinst doch damit die Angreifer oder? Und dann ein Stück weiter unten ...

Zitat:In einer betont langsamen Bewegung ließ der verbliebene schwarze Krieger Balian los und drehte sich zu dem Fremden um.
„Damien.“
Der Riese spuckte den Namen förmlich auf das Gras zwischen ihnen.
„Bastard!“
Begrüßte der Andere ihn fröhlich mit einem Anflug von Spott in der Stimme.

... hier meinst du doch Damien oder? Das hat mich verwirrt, weil ich die sogenannten "Anderen" schon mit den schwarzen Kriegern verbunden hatte. Icon_panik

Zitat:Gelenke knackten, als der schwarze Hüne sich verkrampfte. Schier überbrodelnder Hass schien in pulsierenden Wellen von ihm auszugehen, doch er war klug genug der offenkundigen Provokation nicht zu folgen und dem Angreifer damit in die Hände zu spielen.
„Sind das da Stressflecken an deinem Hals?“

Hä ... Icon_panik, wen meint er mit den Stressflecken, Damien?

Wieso verkrampft der Hüne? Ja klar die Siegelmagie, oder? Allerdings wäre eine vorrangestellte Geste von Damien da hilfreich um es einzuordnen.

Zitat:Was bei meinen bodenlos tiefen Erwartungen zwar nicht allzu schwer ist, aber immerhin.

Ich glaube ich weiß was du sagen möchtest, aber "tief" verbinde ich mit "viel", also sowas wie unendliche Tiefe. Aber wolltest Du nicht eigentich sagen das er eh nicht viel erwartet hat?

Also so: "Was bei meinen wenigen Erwartungen zwar nicht allzu schwer ist, ..."

So, dass war es schon was mir aufgefallen ist. Ich fasse noch mal meinen Eindruck zusammen. Wie immer gut geschrieben, wenig Fehler, teilweise echt schöne Sätze, das kannst Du gut! Icon_bussi
Allerdings waren mir einige Formulierungen too much, also zu umständlich, als dass man sie schnell weglesen kann. Die Kampfszene musste ich mehrmals lesen, um genau nachzuvollziehen, wer jetzt welche Bewegung mit dem Schwert vollzieht.
Unmittelbar nach dem Kampf, als Damien zu Balian spricht, hätte ich mir gewünscht noch kurz Balians Gefühlswelt zu erleben.
Was heißt erleben, also eher sowas wie: Balian stand immernoch erstarrt neben dem Geschehenen und blickte auf die Leichen vor ihm. Oder wie: Balian war immernoch beeindruckt von der Schnelligkeit mit der Damien die Angreifer niedergesteckt hat. Nur schwer konnte er den Blick von den aufgetürmten Leichen abwenden.

Weißt du ungefähr was ich meine? Es ist schwierig das in Worte zu fassen, aber ich hätte halt gut gefunden, bevor Damien ihn anspricht noch kurz zu wissen, wo Balian jetzt steht, sitzt? Wie er die Szene gerade betrachtet, um dann angesprochen zu werden. So wirkt es für mich, als wenn man ihn vorm Kampf weggezaubert hat und nachher wieder hin.

Ansonsten will ich gar nicht so viel meckern, einige meiner Anmerkungen sind sicherlich auch Geschmackssache.
Die anderen Teile fand ich flüssiger zu lesen, dennoch mag ich was und wie du schreibst.

Hochachtungsvoll

Miss Cathy

"Wir vergessen nicht, wir leben nur weiter."

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Beitrag #3 |

RE: Siegelmagie [Kapitel III]
Hallo Miss Cathy,

Ich freue mich dich wieder unter einem von meinen Kapiteln wiederfinden zu dürfen Icon_smile

Zitat:Schönes Wort, ohne Frage, aber es wirkt irgendwie fremd in dem Text. Es sticht so hervor. Allerdings ist das auch nur mein persönliches Empfinden.
Du hast Recht, es ist eine eher ungewöhnliche Formulierung, allerdings gefällt sie mir sehr, kam einfach so raus. Meinst du "Richtgröße" wäre da treffender!?

Zitat:Hier habe ich mich gefragt: Hätte er da nicht aus seiner Trance erwachen müssen? Und, wenn er den fauligen Gestank bemerkt, wieso prallt er dann an einer imaginären Mauer ab?
Das Erwachen aus der Trance erfolgt erst mit dem Schmerz, also einer physischen Gewalteinwirkung, derer er sich nicht entziehen kann. Was man sieht oder hört kann man verleugnen, bei körperlichen Schmerzen ist das schwer, wenn nicht unmöglich. Außerdem bemerkt er den fauligen Gestank ja nicht, da er von ihm abprallt. Ich sträube mich ein wenig dagegen einem zu personalen Erzählstil zu frönen, wenn du verstehst Icon_smile

Zitat:Ist das Komma nach "um" gewollt, dass hat mich gestört beim Lesen. Das verfälscht den Sinn des Satzes. Icon_confused
Hmm, da dürftest du Recht haben. Ich werd das ändern, es ging mir dabei glaube ich um die kurze Pause, die ich beim lesen für unabdingbar gehalten habe, um den Lesefluss nicht zu stören, aber gut Icon_wink

Zitat:seinen Icon_wink
Pro

Zitat:Ahh, da ist er ja wieder! Icon_cuinlove
Jetzt dürftest du ein wenig länger in den Genuss seiner Anwesenheit kommen Icon_smile

Zitat:Warum eigentlich "wehrlos", nicht eher "überrascht" oder so was ähnliches, mir fällt jetzt auch nichts besseres ein. Icon_slash
Wehrlos in dem Sinne, das er keine Möglichkeit hat sich zu wehren, auf Grund der Schnelligkeit seines Gegners.

Zitat:Erst schreibst du "Anderen" und meinst doch damit die Angreifer oder? Und dann ein Stück weiter unten ...
[...]
... hier meinst du doch Damien oder? Das hat mich verwirrt, weil ich die sogenannten "Anderen" schon mit den schwarzen Kriegern verbunden hatte. Icon_panik
Genauso hab ich das gemeint. Die Bezeichnung "der Andere" ist doch aber keine festgelegte Beschreibung auf eine bestimmte Person, oder? In einem logischen Dialog könnte ich doch z.B. immer schreiben:
"Der andere sagte, darauf erwiederte der Andere, woraufhin der Andere..." was zugegeben verwirrend sein mag, logisch aber richtig sein sollte. Was ich damit sagen will ist, dass es hier einfach nur darum geht Wortwiederholungen zu vermeiden (er, Damien, die Krieger, usw.) und die Bezeichnung nicht auf eine der Figuren festgesetzt ist.
Hat dich das so gestört in deinem Lesefluss?

Zitat:Hä ... Icon_panik, wen meint er mit den Stressflecken, Damien?

Wieso verkrampft der Hüne? Ja klar die Siegelmagie, oder? Allerdings wäre eine vorrangestellte Geste von Damien da hilfreich um es einzuordnen.
Damien meint den verbliebenen Krieger, welcher momentan sehr angespannt und äußerst wütend ist, um ihn aus der Reserve zu locken Icon_wink
Dieser verkrampft, weil Damien ihn offenkundig vorführt und sich über seine toten Kameraden lustig macht.

Zitat:Ich glaube ich weiß was du sagen möchtest, aber "tief" verbinde ich mit "viel", also sowas wie unendliche Tiefe. Aber wolltest Du nicht eigentich sagen das er eh nicht viel erwartet hat?

Also so: "Was bei meinen wenigen Erwartungen zwar nicht allzu schwer ist, ..."
Jetzt wo dus sagst, die Bezeichnung macht wirklich nicht allzu viel sinn, auch wenn sie bildlich gesehen logisch ist (tief bedeutet ja nichts weiter als sehr weit unten, was ungefähr gleichzusetzen ist mit sehr niedrig), ich geh da nochmal drüber, Danke Icon_smile

Zitat:Wie immer gut geschrieben, wenig Fehler, teilweise echt schöne Sätze, das kannst Du gut! Icon_bussi
Vieeelen lieben Dank Icon_smile

Zitat:Allerdings waren mir einige Formulierungen too much, also zu umständlich, als dass man sie schnell weglesen kann. Die Kampfszene musste ich mehrmals lesen, um genau nachzuvollziehen, wer jetzt welche Bewegung mit dem Schwert vollzieht.
Interessant, da würde ich gerne noch ein paar andere Meinungen zu hören, das könnte tatsächlich ein Problem sein (so weh es mir auch tun würde, auch noch diese Sätze zu trivialisieren^^)

Zitat:Unmittelbar nach dem Kampf, als Damien zu Balian spricht, hätte ich mir gewünscht noch kurz Balians Gefühlswelt zu erleben.
Was heißt erleben, also eher sowas wie: Balian stand immernoch erstarrt neben dem Geschehenen und blickte auf die Leichen vor ihm. Oder wie: Balian war immernoch beeindruckt von der Schnelligkeit mit der Damien die Angreifer niedergesteckt hat. Nur schwer konnte er den Blick von den aufgetürmten Leichen abwenden.

Weißt du ungefähr was ich meine? Es ist schwierig das in Worte zu fassen, aber ich hätte halt gut gefunden, bevor Damien ihn anspricht noch kurz zu wissen, wo Balian jetzt steht, sitzt? Wie er die Szene gerade betrachtet, um dann angesprochen zu werden. So wirkt es für mich, als wenn man ihn vorm Kampf weggezaubert hat und nachher wieder hin.
Alles klar, das nehme ich gerne so auf und bastel da noch ein bisschen Balian-Erfahrung rein. Sehr wichtige Anmerkung deinerseits, da ich ja augenscheinlich sehr oft vergesse das Innere Balians genauer zu beleuchten!

Vielen Dank für deine Kommentare und Kritik, die Abwechslung von Lob und konstruktiver Kritik in deinen Posts geben mir immer genau das richtige Maß an Motivation, um unbedingt weiterschreiben zu wollen und andererseits die perfekte Dosierung eines mahnenden Zeigefingers, der mir hilft "auf dem Boden zu bleiben" Icon_smile

Viele Grüße
Damien

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Beitrag #4 |

RE: Siegelmagie [Kapitel III]
Hallo Damien,

entschuldige das es etwas länger gedauert hat, aber die Zeit ist nur so weggerannt in der letzten Woche. Aber ich jetzt hab ichs ja.

Zitat:Vielen Dank für deine Kommentare und Kritik, die Abwechslung von Lob und konstruktiver Kritik in deinen Posts geben mir immer genau das richtige Maß an Motivation, um unbedingt weiterschreiben zu wollen und andererseits die perfekte Dosierung eines mahnenden Zeigefingers, der mir hilft "auf dem Boden zu bleiben"

Bitte, Bitte, gern geschehen. Ich hoffe doch sehr das du weiterschreibst, ich bleib auf jeden Fall dran.
Wenn wir schonmal dabei sind, auch an Dich ein großes Lob, ich finde das du ganz oft die richtigen Worte findest, sei es hier oder auch bei Anderen. Ich bin oft Deiner Meinung und der Ton ist immer angemessen. Icon_bussi

Zitat:Du hast Recht, es ist eine eher ungewöhnliche Formulierung, allerdings gefällt sie mir sehr, kam einfach so raus. Meinst du "Richtgröße" wäre da treffender!?

"Richtwert", "Begrenzung" vielleicht, aber passt irgendwie auch nicht, dann kannste das auch so wie es ist lassen, ist ja auch nicht schlecht. Icon_wink

Zitat:Jetzt dürftest du ein wenig länger in den Genuss seiner Anwesenheit kommen

Jaaaa Icon_cuinlove

Zitat:Wehrlos in dem Sinne, das er keine Möglichkeit hat sich zu wehren, auf Grund der Schnelligkeit seines Gegners.

Ich dachte mir das Du das so meinst, aber "wehrlos" hört sich so an, als wenn er sich auf jemanden stürzt der weder Schwert noch Faust benutzen würde. Aber die Krieger sind ja zum kämpfen da. Also, wehlos ist für mich jemand der nicht in der Lage ist sich zu verteidigen, aber das wird der Krieger doch zumindest in Erwägung gezogen haben, auch wenn er letztendlich zu langsam war. Aber warte ab, vielleicht seh ich das auch nur so. Icon_confused

Zitat:Genauso hab ich das gemeint. Die Bezeichnung "der Andere" ist doch aber keine festgelegte Beschreibung auf eine bestimmte Person, oder? In einem logischen Dialog könnte ich doch z.B. immer schreiben:
"Der andere sagte, darauf erwiederte der Andere, woraufhin der Andere..." was zugegeben verwirrend sein mag, logisch aber richtig sein sollte. Was ich damit sagen will ist, dass es hier einfach nur darum geht Wortwiederholungen zu vermeiden (er, Damien, die Krieger, usw.) und die Bezeichnung nicht auf eine der Figuren festgesetzt ist.
Hat dich das so gestört in deinem Lesefluss?

Das ist mir schon klar mit der Bezeichnung, aber da du "Andere" gerade kurz vorher für Damien benutzt hast, hat mich das dann ein paar Sätze darunter stutzig gemacht wen du nun meinst. Ich versuch das nochmal zu veranschaulichen:

Zitat:Die verbliebenen Hünen reagierten schnell, doch sie hatten der todbringenden Präzision des Anderen nichts entgegenzusetzen. Zwei Weitere fielen den hungrigen Klingen des Fremden zum Opfer bevor die Anderen überhaupt Zeit hatten zu sterben.

Schau mal die stehen extrem dich hintereinander. Im ersten meinst du Damien und im darauffolgenden dann die Krieger. Eins von beiden würde ich trotzdem tauschen, weil die Wortwiederholung hast du hier sowieso. Icon_wink

Bis zum nächsten Mal, mein Lieber! Icon_wink

Hochachtungsvoll

Miss Cathy

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Beitrag #5 |

RE: Siegelmagie [Kapitel III]
Hallo Damien,

ich hab mir mal ein dein Projekt Siegelmagie durchgelesen, bei den ersten beiden Kapiteln hast du ja schon ordentlich Rueckmeldung gekriegt, deswegen will ich mich jetzt mal gar nicht so daran aufhalten.
Miss Cathys Beitraege hab ich jetzt nur ueberflogen also verzeih, falls ich etwas wiederholen sollte. Icon_wink

Das erste was mir (noch in dem ersten Kapitel aufgefallen ist), war das der Protagonist im Wald ausgesetzt und von Stiefeltern aufgezogen wurde. Nimm es bitte nicht persoenlich, aber das ist etwas, was meiner Meinung nach schon in viel zu vielen Geschichten vorkam (Luke Skywalker, Frodo, alles Protagonisten bei denen die leiblichen Eltern schon vor der Geschichte ums Leben kamen und die Figuren von Verwandten oder aehnlichem aufgezogen wurden). Ich bekomme dadurch immer etwas das Gefuehl, dass der Autor versucht die Pflichten und Verantwortung eines Charakters mit Eltern zu umgehen indem er die Eltern nie erwaehnt weil sie tot sind. Natuerlich ist es immer interessant einen solchen Charakter zu beschreiben, da er ja schon sein ganzes Leben mit einer grossen Luecke im Herzen verbringt, aber das gab es fuer meinen Geschmack einfach zu oft, ich hoffe das nimmst du mir nicht uebel.

Bei dir ist das Schicksal der leiblichen Eltern zum Glueck noch offen! Ich wuerde mich daher sehr freuen wenn man noch etwas mehr ueber die Vergangenheit von Balian erfaehrt und den Grund warum seine Eltern ihn ausgesetzt haben (vielleicht leben sie ja noch, und er trifft sie eines Tages!). Das wuerde mir sehr gefallen!

Ansonsten haben mir deine vorherigen Kapitel gut gefallen, du verfuegst ueber eine ausgezeichnete Wortwahl und verstehst es Spannung aufkommen zu lassen.

jetzt mal zu deinem dritten Kapitel:

Zitat:Der Hüne streckte den Arm aus

Das war etwas was leider in dem gesamten Kapitel meiner Meinung nach zu oft geschehen ist. Die Bezeichnung "Huene" finde ich an sich gut gewaehlt, allerdings benutzt sie sie etwas zu oft fuer meinen Geschmack. Da der Name ja unbekannt ist von dem Mann, wuerde ich mir ein weiteres Beschreibungsmerkmal ueberlegen mit dem man ihn Beschreiben kann, um etwas Abwechslung reinzubekommen (der baertige Mann oder das Narbengesicht koennte ich mir zum Beispiel gut vorstellen, wenn das auf sein Aeusseres zutrifft. Oder einfach ab und zu "Bastard", wie er ja von Damien genannt wird! Mrgreen

Zitat:Noch bevor die Leiber den Boden berührten, war der Fremde bereits hinter dem Nächsten und ließ eine seiner Klingen in den Rücken des wehrlosen Mannes fahren.

Wehrlos waren fuer mich eher im ersten Kapitel Balian und seine Stiefeltern die von den angreifern ueberrascht wurden. Klar kommt er in dem Moment mit dem Kampf nicht ganz zu recht, weil Damien einfach zu schnell ist, aber ein Riese von einem Mann in einer schwarzen Ruestung weiss sich sicher zu wehren. Icon_wink Ich wuerde eher zu "ueberfordert" oder der gleichen raten.

Zitat:Keine Siegelmagie, nur du und ich.

Feine Idee, die Siegelmagie schon so frueh zu erwaehnen, das macht neugierig. Sie scheint ja in der Welt ziemlich bekannt zu sein, ich bin gespannt was es damit auf sich hat.

Zitat:„Du denkst, dein Leben hat keinen Sinn mehr, jetzt wo alle fort sind? Glaubst du, dein Tod wäre der gerechte Dank für die Menschen, die für dich gestorben sind? Damit du weiterleben kannst?“

Guter Text, der Charakter wird immer interessanter! Auf solche Dialoge bin ich immer gespannt!

Bei dem Ende war mir allerdings nicht immer klar, von wem die gesprochen Saetze kamen, weil jeder Satz in einer neuen Zeile stand. Wenn ich das richtig sehe stammen alle von Damien, das wuerde ich etwas staerker zum Ausdruck bringen. Nebenbei faellt mir auf, dass Balian bisher noch nicht allzuviel gesprochen hat. Sicher befindet er sich zunaechst in Trauer, aber nachdem Damien ihn am Ende zurechtweist koennte ruhig der Spruch „Aber die Bastarde, nehmen wir mit.“ von ihm kommen Icon_smile (wenn er das nicht ohnehin schon tut).

Ansonsten wuesste ich nicht viel was ich kritisieren koennte, wie gesagt du formulierst gut. Vielleicht solltest du ab und zu einen kurzen Satz einbauen zum entspannen, das kann auch sehr ausdrucksstark sein. Deine Reihe fasziniert mich auf jeden Fall, ich denke mit Damien hast du einen sehr interessanten Charakter geschaffen. Bleib auf jeden Fall dran, ich freue mich auf eine Fortsetzung.

Viele Gruesse
Snowlock


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