Es ist: 20-09-2019, 01:06
Es ist: 20-09-2019, 01:06 Hallo, Gast! (Registrieren)


Blutige Seelenbilder
Beitrag #11 |

RE: Blutige Seelenbilder
Hallo Lady,

natürlich möchte ich nicht nur nehmen, sondern auch geben. Da mir deine Kritiken sehr lieb sind, hoffe ich, dass du auch mit meinen etwas anfangen kannst.

Wobei ich gleich sagen muss, dass es nicht besonders konstruktiv wird. Ich finde, dass wenn einen ein Satz nicht völlig verwirrt zurück lässt, gibt es keinen Grund ihn zu ändern. Es gibt immer etwas, was man persönlich anders geschrieben hätte, aber das würde evtl. alles an der Geschichte abändern. Ob es nun die Stimmung ist, der Fluß oder der Rhythmus.
wenn die Geschichte so flüssig und fesselnd ist wie deine, hat man keine Zeit den Satzbau anzuschauen.

ich finde die Interpretationen der anderen interessant, denn das Wort Autor wäre mir nie in den Sinn gekommen. Für mich persönlich steht fest, dass es sich hier um eine sehr hohe Macht handelt. ein Schicksalsweber der für den Tod verantwortlich ist, der jeden irgendwann ereilt.

so ähnlich wie die drei Hexen (oder was auch immer) die das Haar durchschneiden in der griechischen Mythologie und so das Leben beenden.

Oder eben der Tod an sich. und bei dieser Interpretation deines Protagonisten ist die Geschichte noch spannender, denn du nimmst ihm den Schrecken. Der Tod ist kein Sensenträger, der am Sterbebett steht. Sondern ine tragische Figur, die an den Schicksalen anderer Zugrunde geht.
Denn es ist seine Arbeit, er hat keinen Spaß daran, all die Schicksale zu besiegeln. Es erdrückt ihn und macht ihn menschlich. Du gehst sogar so weit, dass er sich selbst das Leben nimmt. Selten eine Geschichte über einen tragischen Tod des Todes gelesen.Mrgreen

also mir hats wirklich gefallen. ich strecke den Daumen in die Höh...beide Daumen.

Gruß


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Beitrag #12 |

RE: Blutige Seelenbilder
hallo jeronimus,

Zitat:natürlich möchte ich nicht nur nehmen, sondern auch geben.

sehr löblich! :icon_thumbs1:

Zitat:Es gibt immer etwas, was man persönlich anders geschrieben hätte, aber das würde evtl. alles an der Geschichte abändern. Ob es nun die Stimmung ist, der Fluß oder der Rhythmus.
wenn die Geschichte so flüssig und fesselnd ist wie deine, hat man keine Zeit den Satzbau anzuschauen.

du hast ja so recht. ich vermeide es sogar meine eigenen geschichten zu lesen, weil ich dann das bedürfnis habe noch was zu ändern. ausser bei dieser hier, das ist eine der wenigen mit der ich sehr zufrieden bin. das ist doch schonmal positiv das du keine zeit hattest den satzbau anzuschauen, dass bedeutet das der inhalt dich gefesselt hat und genauso soll es ja auch sein. Mrgreen

Zitat:ich finde die Interpretationen der anderen interessant, denn das Wort Autor wäre mir nie in den Sinn gekommen. Für mich persönlich steht fest, dass es sich hier um eine sehr hohe Macht handelt. ein Schicksalsweber der für den Tod verantwortlich ist, der jeden irgendwann ereilt.

autor eben deshalbe, weil er ja schreibt. deine "schicksalsweber" interpretation kommt meiner vorstellung auch ziemlich nahe. für mich ist er der sekretär des todes, der dazu gezwungen ist die leben zu beenden und das aufzuschreiben. genau wie du sagst:
Zitat:Denn es ist seine Arbeit, er hat keinen Spaß daran, all die Schicksale zu besiegeln.
Zitat:also mir hats wirklich gefallen. ich strecke den Daumen in die Höh...beide Daumen.

vielen dank dafür. und überhaupt dafür, dass du dich mit meiner geschichte beschäftigt hast und für diesen sehr positiven kommentar. ich bin beruhigt das es doch nicht so verwirrend ist.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #13 |

RE: Blutige Seelenbilder
Huhu LadydesBlauenMondes Icon_smile

Ich bin gerade so schön in fahrt und ich war neugierig was du denn so schreibst *gleich mal anfängt zu lesen* Der titel klingt auf alle fälle schonmal wirklich spannend

Zitat:Ich erblicke auch die vielen Menschenschicksale, die ich sooft, in meinen Büchern, zur Wirklichkeit habe werden lassen.
so oft
Der einzige fehler den ich gefunden habe hehe

Ich muss sagen ich fand die geschichte war wirklich wirklich genial. Ich hatte zu anfangs keine bestimmte vorstellung was mich wohl erwartet. Zuerst dachte ich es handelt sich wirklich um klassische fantasy. Allein der name hat mich darauf gebracht. Dann jedoch kommt eine gewisse Thea und ein Nico ins spiel ... kurz darauf ein auto und schon war klar dass sich die geschichte näher an der realität befindet wie ich zuerst vermutet hatte.
Die idee fand ich unheimlich spannend. Zuerst wird Theas und Nicos schicksal beschrieben doch dann rücken beide aus dem rampenlicht und die ganze geschichte wendet sich mehr diesem Avanjos zu dessen schicksal einem nach ende des textes weitaus tragischer erscheint als das der beiden figuren am anfang die den tod bei einem unfall finden.
Avanjos als das personifizierte schicksal der menschen doch es scheint mir fast als hätte er gar keine andere wahl. Er muss schreiben was er "aufgetragen" bekommt und durch seine niedergeschriebenen worte nimmt das geschehen seinen lauf und findet sein ende.
Fast wirkt er wie ein gewöhnlicher schriftsteller auf dem einfach zu viel druck lastet mit dem er nicht mehr klarkommt. Also entschließt er sich sein leben zu beenden so wie er schon viele beendet hat indem er sich vergiftet. Mit dem baum der die existenz der menschen wiederspiegelt seien es nun junge knospen oder verdorrte blätter (die verdeutlichung in form eines baumes ist übrigens absolut genial!)
Die frage die sich mir stellt ist: Kann er denn wirklich sterben? Und wenn ja wer übernimmt dann seinen platz? Wie wird ein nachfolger bestimmt und von wem?
Das sind komische fragen ich weiß und wahrscheinlich war es deine absicht den leser anzuregen sich die fragen selbst zu beantworten und es jedem zu überlassen wie er es interpretiert *lach*

Auf jeden fall muss ich sagen dass ich sie wirklich gut gelungen finde. Vom stil her hab ich rein gar nichts an verbesserungsvorschlägen denn ich finde es liest sich alles flüssig und verständlich. Also insgesamt: daumen hoch! Die geschichte ist dir super gelungen Icon_smile

Viele liebe Grüße,
Fay


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Beitrag #14 |

RE: Blutige Seelenbilder
hallo fay,

schön dich unter meiner geschichte zu finden. Icon_jump

Zitat:Zuerst dachte ich es handelt sich wirklich um klassische fantasy. Allein der name hat mich darauf gebracht.

ja, es ist kein gewöhnlicher name. ein gewöhnlicher name hätte nicht gepasst. aber die geschichte befindet sich ja in der phantastik-rubrik und nicht in fantasy, dort wäre sie anderen erwartungen ausgesetzt gewesen.

Zitat:Zuerst wird Theas und Nicos schicksal beschrieben doch dann rücken beide aus dem rampenlicht und die ganze geschichte wendet sich mehr diesem Avanjos zu dessen schicksal einem nach ende des textes weitaus tragischer erscheint als das der beiden figuren am anfang die den tod bei einem unfall finden.

thea und nico hab ich nur eingebaut um seine arbeit zu verdeutlichen, dass zu zeigen, was er so schreibt. aber in deinem fall haben die beiden alles näher in die realität gerückt und und avanjos schicksal tragischer werden lassen. das war zwar nicht geplant, ist aber trotzdem gut. Icon_smile

Zitat:Avanjos als das personifizierte schicksal der menschen doch es scheint mir fast als hätte er gar keine andere wahl. Er muss schreiben was er "aufgetragen" bekommt und durch seine niedergeschriebenen worte nimmt das geschehen seinen lauf und findet sein ende.

avanjos kann auch als das schicksal interpretiert werden. ich hatte ihn mir als sekretär des todes vorgestellt. er bekommt also schon "aufgetragen" was er zu schreiben hat. deshalb steht er ja auch so unter druck mit dem er nicht mehr klarkommt.

Zitat:Fast wirkt er wie ein gewöhnlicher schriftsteller auf dem einfach zu viel druck lastet mit dem er nicht mehr klarkommt.

zunächst sollte er auch tatsächlich wie ein gewöhnlicher schriftsteller wirken und es sollte sich erst später zeigen, was eigentlich dahinter steht. das scheint bei dir funktioniert zu haben. Icon_smile

Zitat:Die frage die sich mir stellt ist: Kann er denn wirklich sterben? Und wenn ja wer übernimmt dann seinen platz? Wie wird ein nachfolger bestimmt und von wem?
Das sind komische fragen ich weiß und wahrscheinlich war es deine absicht den leser anzuregen sich die fragen selbst zu beantworten und es jedem zu überlassen wie er es interpretiert *lach*

ehrlich gesagt, haben sich mir diese fragen nicht gestellt. *g* aber die beantwortung hätte auch nicht in die geschichte gepasst. mit diesem ende hat man nämlich noch alle interpretationsmöglichkeiten. und offentsichtlich hat auch das bei dir funktioniert, worauf ich richtig stolz bin. Icon_jump

vielen, vielen dank für deinen sehr positiven kommentar. und für das lesen meiner kleinen geschichte und für deine gedanken dazu. es ist schön, wenn die geschichte so ankommt, wie ich mir das vorgestellt habe.Icon_smile

lg

Lady

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Beitrag #15 |

RE: Blutige Seelenbilder
Hallo Lady,

ich hab noch einen meiner Kommentare aus VeWe gefunden. Ja, zu dieser Geschichte. Ich dachte mir, da mir die Geschichte immer noch so gefällt, dass er hier nicht fehlen darf. Icon_wink Ein wenig abgeändert hab ich ihn allerdings schon, bzw. angepasst.

Blutige Seelenbilder
=> na dann aber her damit, ... *g*

Die Feder kratzt über das Papier, hinterlässt Buchstaben aus schwarzer Tinte und kein anderer Laut ist zu hören. Avanjos sitzt an seinem Schreibtisch. Es ist Nacht und sein Arbeitszimmer wird nur spärlich vom blassen Mondlicht erhellt. Auf der Fensterbank steht eine Kerze, er schreibt in ihrem flackernden Licht, liebt dieses Spiel mit den Worten.
=> Uiiii ich denke, jeder (Hobby)-Autor kann sich gut in Avanjos hineinversetzen. Ein sehr schöner, stimmiger Einstieg / Moment.

lässt sie noch einen Moment lang, um ihren Liebsten Trauern, doch dann beendet er, mit dem letzten geschriebenen Wort, die Geschichte und das Leben der jungen Frau und sieht auf.
=> Eine wunderbare Stimmung, die du hier aufbaust. Allerdings hab ich (immer noch) mit der Doppelung "und" noch immer ein kleines Problem. Es klingt nicht so rund. "und sieht auf" wirkt hinten angehängt.
Das mit der Buche gefällt mir sehr sehr gut, ... wirklich gut.
Jedes Blatt, ein Menschenleben.

Avanjos hält inne, sieht nicht mehr die Buche, sondern Bilder von Blut, welches aus den Büchern rinnt, aus dem Regal fließt und kleine Seen auf dem dreckigen Teppich bildet, sich zu einem roten, grenzenlosen Meer sammelt und schließlich den gesamten Fußboden bedeckt. Blut fließt aus seiner Feder, bildet dünne Linien auf dem Papier, formt Wort für Wort und schreibt seine Geschichte.
=> Gut gedacht. Ein Autor, der Geschichten schreibt, fühlt wie das Blut, das er in seinen Geschichten vergossen hat, an seinen Händen klebt, wie es ihn verfolgt, wie er in den Wellen des Blutmeeres ertrinkt. - Gefällt mir, kenn ich so ein bisschen, wenn es bei mir ans Blut vergießen geht.

Ich bin der Herr der Realität. Nur ich allein habe die Macht, das geschriebene Wort Wirklichkeit werden zu lassen. Ich habe schon tausende Schicksale besiegelt, habe Leben geschaffen und Leben genommen.
=> *g* jaja, das (Ab)Leben / Schicksal eines Autors, ... Mrgreen

Das silbrige Mondlicht fällt niemals auf die Wände meines Arbeitszimmers. Sie sind vollständig bedeckt von Bücherregalen. Jedes Buch ist ein Menschenleben, ein Schicksal.
=> In meinem ersten Kommentar hab ich diese Stelle hier bemängelt, weil du von einem Menschenleben geschrieben hast. Ich freu mich, dass es sich in dieser Version geändert hat. Klingt so bei dir nun auch vielschichtiger. Icon_smile

Ich bin einsam, allein gelassen mit den Leben der Menschen. Niemand kennt meinen Namen, hat mein Äußeres gesehen oder meine Stimme vernommen. Ich wurde vom Leben vergessen.
Ich habe versucht der Realität zu entkommen, wurde aber von ihr eingeholt, bin für immer verloren in der Ewigkeit.
Die Welt wird mir fremd, bricht über mir zusammen und zerfällt zu Staub, der wie Wasser durch meine Finger rinnt.

=> Ein Autor, der sich in der Welt des Schreibens wohl vollkommen verloren hat!

Ich koche Tee, in der Hoffnung, dass dieser mich beruhigen wird. Während die heiße Flüssigkeit in die Tasse läuft, tauchen die Blutbilder, aus meiner Seele, wieder vor meinem geistigen Auge auf. Ich lasse die Kanne fallen, sie schlägt auf dem Boden auf und zerbricht in viele Scherben. Die Scherben meines Lebens und ich bin unfähig dieses Puzzle wieder zusammenzusetzen.
=> Einfach wunderschön geschrieben. Ein Scherben-Puzzle.
* Sternchen ist immer noch begeistert.

Fehler sind mir keine weiteren mehr aufgefallen. Deine Geschichte ist nahe, berührt und bringt mich zu einer Frage, die ich mir so oft stelle: Wieso, wenn wir uns nach einer schöneren Welt sehnen, erschaffen wir dann immer wieder Geschichten, die schlimmer sind als unser Leben? Wir erschaffen Schicksale, brechen Herzen, erfüllen und nehmen Wünsche. Nur verständlich, dass man sich darin verlieren kann.
Danke für diese Geschichte, ich hab sie sehr sehr gerne gelesen.
Die Idee mit dem Tee finde ich wunderschön, ... wirklich gut gemacht, auch wenn ein Vergiften mit der Blutbuche nicht gelungen wäre. Der Text-Wirkung tut das keinen Abbruch. Interessant fand ich auch den Perspektiven-Wechsel, der ist dir gut gelungen und hilft dem Leser, den Gedanken des Autors besser folgen zu können.
Schön! Sprachlich, sowie Inhaltlich.

(wieder) gerne gelesen,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #16 |

RE: Blutige Seelenbilder
Hi Sternchen,

fein, dass du deinen Kommentar nochmal ausgegraben hast, ich glaube es war ein schöner Kommentar. Icon_smile

Zitat:Eine wunderbare Stimmung, die du hier aufbaust. Allerdings hab ich (immer noch) mit der Doppelung "und" noch immer ein kleines Problem. Es klingt nicht so rund. "und sieht auf" wirkt hinten angehängt.
Das mit der Buche gefällt mir sehr sehr gut, ... wirklich gut.
Jedes Blatt, ein Menschenleben.

Eigentlich kann ich Wortwiederholungen auch nicht leiden, aber hier in dem Fall kann ich mich davon nicht trennen. Das "und sieht auf" soll irgendwie drangehängt klingen, alles andere klingt für mich nicht so, wie es gedacht ist.

Zitat:In meinem ersten Kommentar hab ich diese Stelle hier bemängelt, weil du von einem Menschenleben geschrieben hast. Ich freu mich, dass es sich in dieser Version geändert hat. Klingt so bei dir nun auch vielschichtiger

Ich höre ja meistens auf meine Kommentatoren. Auch, wenn ich grad nicht genau sagen kann, was ich den nun an der Stelle geändert habe, aber irgendwas hab ich da gemacht. Icon_smile

Zitat:Wieso, wenn wir uns nach einer schöneren Welt sehnen, erschaffen wir dann immer wieder Geschichten, die schlimmer sind als unser Leben?

Vielleicht erschaffen wir so gerne eine schlimmere Welt, um unsere eigene -im Vergleich- besser erscheinen zu lassen?

Zitat:Interessant fand ich den Perspektiven-Wechsel, der ist dir gut gelungen und hilft dem Leser, den Gedanken des Autors besser folgen zu können.

Gut, dass du den Perspektiven-Wechsel gut fandest. Ich hatte schon bedenken, dass der negativ aufgefasst wird.

Ich freu mich, dass es dir immernoch so gut gefallen hat und hab deinen Kommentar auch wieder gerne beantwortet. Diese Geschichte ist allmählich tatsächlich zu meiner Lieblingsgeschichte geworden. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #17 |

RE: Blutige Seelenbilder
Hi Lady,

beim Stöbern nach älteren Geschichten bin ich hier gelandet und kann gleich zu Anfang schon mal ein Lob loslassen: Der Titel gefällt mir richtig gut!

Zitat:Es ist Nacht und sein Arbeitszimmer wird nur spärlich vom blassen Mondlicht erhellt. Auf der Fensterbank steht eine Kerze, er schreibt in ihrem flackernden Licht, liebt es mit den Worten zu spielen.
Eine tolle Atmosphäre. Welcher (Hobby) Schreiberling träumt nicht davon, nur im Schein einer Kerze zu werkeln?
Zitat:In jedem sieht Avanjos ein Menschenleben. Die kleinen, roten Knospen genauso winzig, zart wie ein neugeborenes Kind. Die großen Blätter, stark wie Erwachsene in der Blüte ihres Lebens und schließlich die tiefroten, ausgetrockneten Blätter, genauso kraftlos wie die alten Menschen am Ende ihrer Jahre. Jedes Blatt, das vom Baum fällt, bedeutet ein weiteres beendetes Menschenleben, eine neue Todesvision.
Avanjos erscheint mir hier ziemlich deprimiert (und da ich ja das Ende kenne, weiß ich, dass er es auch ist). Und ich stelle mir gerade vor, wie es erst im Herbst ist, wenn der Baum alle Blätter verliert. Kein Wunder, dass diese Jahreszeit so traurig macht, wenn man dann auch noch solche Assoziationen hat.
Zitat:Blut fließt aus seiner Feder, bildet dünne Linien auf dem Papier, formt Wort für Wort und schreibt seine Geschichte.

Ich bin der Herr der Realität. Nur ich allein habe die Macht, das geschriebene Wort Wirklichkeit werden zu lassen.
Dieser Wechsel der Erzählform hat mich zunächst irritiert, aber nachdem ich die Geschichte ein zweites Mal gelesen hatte, gefällt er mir eigentlich gnaz gut. Gerade durch den zweiten Teil wird einem Avanjos noch etwas näher gebracht und umso tragischer ist das Ende.

Hm, tja ... irgendwie gab es nichts zu meckern *g*
Du hast eine angenehm ruhige Atmosphäre erschaffen und Avanjos kam mir schon fast tranceähnlich vor.
Erschreckend, dass seine eigenen Bücher ihn so sehr mitnehmen. Eine gute und interessante Idee.
Am Anfang wusste ich nicht so genau, was ich jetzt davon halten soll, aber nachdem ich die Geschichte jetzt zum dritten Mal gelesen habe (Lesen fürs Kommentieren mit eingerechnet) muss ich sagen, dass sie mir nach jedem weiteren Mal mehr gefallen hat. Aus einem anfänglichen: Aha? wurde also ein: Gerne gelesen.

LG

Glory

- Life is not measured by the number of breaths we take but by the number of moments that take our breath away -
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Beitrag #18 |

RE: Blutige Seelenbilder
Hi Glory,

schön, dass du beim stöbern unter meiner Geschichte gelandet bist. Freut mich, dass dir immerhin schonmal der Titel gefällt.

Zitat:Eine tolle Atmosphäre. Welcher (Hobby) Schreiberling träumt nicht davon, nur im Schein einer Kerze zu werkeln?

Ich schreib tatsächlich gerne mal im Kerzenschein, auch wenn das teilweise echt zu dunkel ist. Icon_wink

Zitat:Avanjos erscheint mir hier ziemlich deprimiert (und da ich ja das Ende kenne, weiß ich, dass er es auch ist). Und ich stelle mir gerade vor, wie es erst im Herbst ist, wenn der Baum alle Blätter verliert. Kein Wunder, dass diese Jahreszeit so traurig macht, wenn man dann auch noch solche Assoziationen hat.

So richtig hatte ich gar nicht vor ihn hier schon deprimiert wirken zu lassen. Aber das du die Stelle so empfunden hast, stört mich jetzt gar nicht, die ganze Geschichte ist ja irgendwie ... melancholisch/deprimierend. Schön, dass du dabei an den Herbst gedacht hast, der ist die passende Jahreszeit für Melancholie/Depressionen. Icon_smile

Zitat:Dieser Wechsel der Erzählform hat mich zunächst irritiert, aber nachdem ich die Geschichte ein zweites Mal gelesen hatte, gefällt er mir eigentlich gnaz gut. Gerade durch den zweiten Teil wird einem Avanjos noch etwas näher gebracht und umso tragischer ist das Ende.

Ja, der Wechsel irritiert. Normalerweise bin ich auch eigentlich nicht für solche Perspektivenwechsel, aber gerade um Avanjos noch näher an den Leser zu bringen war die Perspektive irgendwie notwenig. Gut, dass du dich damit noch anfreunden konntest. Icon_wink

Zitat:Am Anfang wusste ich nicht so genau, was ich jetzt davon halten soll, aber nachdem ich die Geschichte jetzt zum dritten Mal gelesen habe (Lesen fürs Kommentieren mit eingerechnet) muss ich sagen, dass sie mir nach jedem weiteren Mal mehr gefallen hat.

Oha, dreimal! :icon_gucker:

Zitat:Aus einem anfänglichen: Aha? wurde also ein: Gerne gelesen.

Gut! Icon_smile

Tja, wenn du nichts zum meckern gefunden hast, dann bleibt hier ja auch nur mich einfach für deinen tollen, lobenden Kommentar zu bedanken.
Ich bin beeindruckt, dass du's tatsächlich geschafft hast das ganze dreimal zu lesen, (okay, solange ist der Text nun auch nicht) aber noch mehr freu ich mich drüber, dass dich die Geschichte dann doch noch überzeugen konnte. Icon_wink

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #19 |

RE: Blutige Seelenbilder
Hallo Lady,

die Geschichte gefällt mir sehr gut. Man kann förmlich den Schmerz und die Einsamkeit von Avanjos spüren. Auch finde ich den Wechsel der Erzählform in diesem Fall gut gewählt, da man nun sein Innerstes intensiver zu "sehen" bekommt. Es wirkt dadurch noch tragischer. Smiley_frown

Was mir allerdings negativ aufgefallen ist, dass im zweiten Abschnitt sehr viele Sätze mit "ich" beginnen. Icon_confused

LG
Lilith

Schluss mit lustig

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Beitrag #20 |

RE: Blutige Seelenbilder
Hallo Lilith,

schön, dass dir die Geschichte gefällt du den Schmerz und die Einsamkeit spüren konntest. Das war mir wichtig. Icon_smile
Gut ist auch, dass dir der Perspektivenwechsel gefällt, dass ist ein bisschen problematisch gewesen, weil damit nicht jeder was anfangen kann. Okay, ich werde da mal nach den Satzanfängen schauen, das "ich" lässt sich in der Perspektive schwer vermeiden. Icon_wink

Vielen Dank für deinen kurzen, aber positiven Kommentar.

Liebe Grüße,
Lady

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