Es ist: 26-02-2020, 01:24
Es ist: 26-02-2020, 01:24 Hallo, Gast! (Registrieren)


Was Ewigkeit bedeutet
Beitrag #1 |

Was Ewigkeit bedeutet
And I don't want the world to see me
'Cause I don't think they'd understand
When everything's made to be broken
I just want you to know who I am

Goo Goo Dolls - Iris


Was Ewigkeit bedeutet …


Würde sie mich immer noch lieben, wenn sie wüsste, wer ich bin, was ich wirklich bin?
Ich hatte mir die Frage nun schon so oft gestellt und wusste immer noch keine Antwort. Eigentlich wollte ich es auch nicht herausfinden. Die Zeit würde vergehen, für sie ein Leben, für mich eine Ewigkeit. Allein der Gedanke daran, dass sie altern und irgendwann sterben würde, brachte mich zur Verzweiflung. Sie war nicht die erste Frau, die ich liebte und der ich beim Sterben zusehen würde müssen. Nein, aber es tat jedes Mal erneut weh, auch wenn ich es immer gewesen war, der sie weggeschickt und dazu gezwungen hatte, ein normales Leben zu führen, wie es für sie üblich war. Für Menschen und nicht für Monster wie mich.

Oft genug hatte ich mir schon diese Gedanken gemacht, wie auch in dieser kalten Winternacht. Ich fror nicht, auch wenn man den Atem schon als Wölkchen sehen konnte. Wie sollte ich auch, bei dem Ausblick, den ich von hier aus hatte ... Der Mond schien über der hell erleuchteten Stadt zu schweben. Es war eine tiefe, klare Nacht. Und es war an der Zeit zu gehen. Das letzte Mal würde ich diesen Ausblick genießen können, dann musste ich mir einen neuen Platz suchen. Wohnblocks mit Flachdächern gab es überall, von denen man eine solche Sicht hatte, und wo es niemanden kümmerte, wenn ein junger Mann am Rand der Betonbrüstung saß und die Beine fünfzehn Stockwerke über dem Boden baumeln ließ. Aufmerksame Menschen hätten wahrscheinlich gedacht, dass ich vorhatte, mich umzubringen, aber das wollte ich keineswegs. Ich war nur hier, um mich zu verabschieden und mir die Worte zu überlegen, die ich sagen würde, wenn ich bei ihr war.
„Hallo Rave!“
Meinen Bruder hatte ich schon längst bemerkt. Ich konnte ihn riechen, meilenweit, seine Schritte hören und von anderen unterscheiden, auch wenn sie kein anderer wahrnahm.
„Was willst du, James?“, fragte ich, ohne mich umzudrehen.
Ich hatte mich nicht grundlos in die völlige Einsamkeit und Dunkelheit zurückgezogen. Es war nicht so, dass ich die Helligkeit oder die Öffentlichkeit ablehnte, es gab nur oft Momente, in denen ich Augenblicke für mich brauchte und darüber die Zeit vergaß. Er scheute im Gegensatz zu mir das Alleinsein und brauchte immer jemanden um sich. Er mochte Spaß und sein Leben, fühlte sich leer ohne Lebewesen um ihn. Leben - wenn man das so nennen konnte.
„Du bist heute nicht nach Hause gekommen, da habe ich mir Sorgen gemacht“, sagte er.
Das war ein Grund, warum ich gerne mit ihm zusammen war: Er war ehrlich und er war ein Freund, auf den man sich verlassen konnte. Mein einziger wirklicher Freund, der meine Situation zumindest versuchte zu verstehen. Der andere Grund war, dass wir uns brauchten. Ohne einander konnten wir nicht existieren.
„Du weißt doch, was heute für eine Nacht ist.“
„Ja, deshalb wusste ich auch, wo ich dich finde.“
Er war besorgt um mich, wie jedes Mal. Unbegründet. Ich hatte die Situation schon so oft durchgemacht. Es war wie in einem schlechten Film, den man sich wegen einer besonderen Stelle dennoch immer wieder ansah. Nur leider war ich der Hauptdarsteller.
„Vielleicht solltest du ihr wirklich mal die Wahrheit sagen. Sie ist anders, hast du gesagt.“
Jetzt hatte er mich doch dazu gebracht, ihn anzusehen. Erst geschockt, dann mit einem unwiderstehlichen Grinsen. Ich sah seine blauen Augen leuchten wie die einer Katze in der Dunkelheit. Unser Kennzeichen, das für Menschen unsichtbar war.
„Wäre mal eine neue Idee, aber vielleicht sollte ich es ihr lieber zeigen.“
Ich öffnete leicht meinen Mund und offenbarte für einen kurzen Moment die Wirklichkeit – weiße Fänge statt meiner Eckzähne. Das würde ihr Angst machen, aber dafür war ich nicht der Typ. Ich zeigte meine wahre Gestalt nur, wenn ich unbedingt musste - um mich von meinem Bruder zu nähren. Wir lebten vorwiegend von unserer eigenen Spezies, um unseren Blutdurst zu stillen, und waren deshalb selten allein unterwegs. Wir wollten nicht auffallen und konnten nur so unter den Menschen unentdeckt bleiben. Es gab allerdings auch immer wieder „schwarze Schafe“, häufig junge Vampire, die sich gerade verwandelt hatten. Sie waren unerfahren und die Sklaven ihres Durstes, ohne dabei zwischen Mensch und Vampir zu unterscheiden. Solche Geschöpfe mussten wir schnell finden - mussten bei ihnen sein, bevor sie sich verwandelten, um zu verhindern, dass sie sich sterbliche als Beute suchten. Die Schwierigkeit war, sie von den reinen Menschen zu unterscheiden. Jeder von uns war irgendwann einer. Wir wurden geboren, von unseren oder menschlichen Frauen. Wir wuchsen auf wie Kinder, wurden erwachsen und verwandelten uns. Man konnte es mit einem Virus vergleichen, einem Fehler, den man von Geburt an hatte, der irgendwann ausbrach.
„Ich mache keine Scherze, Rave. Wer sagt denn, dass beide Rassen nicht einfach zusammen leben können?“
„Ich.“
Das Thema war erledigt. Ich ging ohne ein weiteres Wort oder einen Blick an ihm vorbei und zurück in das Haus. Wir hatten schon öfter darüber geredet, aber ich blieb bei meiner Meinung. Vampire und Menschen konnten nicht zusammen leben, nur nebeneinander.

Es begann zu schneien, als ich den Weg zu Sarah einschlug. Sarah. So wundervoll ihr Name klang, so schön war sie auch. Hübscher als jede andere vor ihr. Bei ihr waren Äußeres und Inneres eins und genau das machte sie so wundervoll. Kastanienbraue Haare fielen über ihre schmalen Schultern, während mich zwei große, graublaue Augen immer liebevoll ansahen. Sie hatte mich bei unserem ersten Zusammentreffen schon so angesehen und leicht gelächelt. Vorsichtig versucht herauszufinden, wer ich war. Sie war jemand, die nicht nur an meinem Äußeren interessiert war, sondern genauso gerne das Innere sehen wollte. Sie suchte nach meinem Geheimnis, doch auch vor ihr hielt ich es versteckt. Schnell akzeptierte sie, dass sie von mir für manche Dinge keine Erklärung erwarten brauchte. Es gab Gründe, warum ich an sonnigen Tagen nichts mit ihr unternehmen wollte, warum ich im Sommer nie braun wurde und warum ich ihr nichts über meine Vergangenheit erzählte. Sie akzeptierte mein Schweigen, weil sie mich liebte, und ich konnte es ihr deshalb nicht sagen.

Einen Augenblick blieb ich stehen und betrachtete einen der zahllosen Bäume in diesem Park. Er wurde von dem Licht der Laternen nur spärlich beleuchtet und dennoch wusste ich genau, dass es der Baum war, unter dem ich vor über einem Jahr gestanden hatte. Sarah war ich bereits öfter im Kaufhaus begegnet. Sie arbeitete dort in einer Buchhandlung und es zog mich immer wieder dort hin. An diesem Tag stand ich jedoch durchnässt unter diesem Baum. Es hatte plötzlich angefangen, in Strömen zu regnen und ich hatte hier vergebens Schutz gesucht. Der Herbst hatte den Bäumen bereits ihr grünes Kleid und mir damit den Schutz genommen.
„Du wirst auch nicht trockener, wenn du hier weiter darauf wartest, dass es aufhört zu regnen“, sagte sie und hielt ihren Schirm über mich.
Dafür, dass ausgerechnet sie es war, die mir ihren Schirm anbot, dankte ich dem Schicksal. Ich hatte mich einfach nicht dazu überwinden können, sie anzusprechen. Ich war geprägt von meiner Vergangenheit und den Verlusten, auch wenn ich ihr Interesse deutlich gespürt hatte. Sie schien sich aber nicht getraut zu haben, mich anzusprechen - bis jetzt.
„Nein. Das muss ich jetzt ja auch nicht mehr. Danke. Ich bin Rave“, stellte ich mich vor und lächelte sie an.
„Sarah. Ich habe dich schon oft bei uns im Buchladen gesehen“, sagte sie und lächelte zaghaft zurück.
„Ja, ich konnte mich nur nie entscheiden. Vielleicht könntest du mich bei einer Tasse Kaffee beraten?“

So hatten wir uns kennen und lieben gelernt. Ich las ihr jeden Wunsch von den Augen ab und schwieg charmant zu Themen, zu denen ich ihr nichts sagen wollte. Sie war die perfekte Partnerin für mich. Sie reagierte auf jede kleine Geste von mir und akzeptierte meine Grenzen. Noch nie hatte ich so eine Harmonie in einer meiner Beziehungen erlebt und ich wünschte mir auch zum ersten Mal, dass die Geschichten über uns nicht nur Geschichten wären. Ich war mir sogar sicher, dass sie sich von mir zu einer von uns hätte machen lassen, wenn es durch einen Biss funktioniert hätte. Mir blieb nur die Möglichkeit, dass ich mich von ihr trennte, solange sie mich noch vergessen konnte, wenn ich sie vor der Wahrheit schützen wollte. Genau der Zeitpunkt war jetzt gekommen und das war auch der Anlass, warum James und ich in bestimmten Abständen die Stadt wechselten. Es war eine unserer Besonderheiten, dass uns Menschen innerhalb kurzer Zeit vergaßen, wenn sie uns nicht mehr sahen, auch wenn wir ihnen sehr nah gestanden hatten. Deshalb würde auch Sarah mich vergessen, so, als ob wir uns nie kennen gelernt hätten. Alleine der Gedanke daran schnitt mir ins Herz. Sie würde die vielen schönen Momente, Tage und Nächte spurlos vergessen, während mir das alles noch lange Schmerzen bereiten würde.

Der Wind blies mir die Schneeflocken mit der gleichen Kälte ins Gesicht, die ich ausstrahlte. Noch wenige Meter, dann würde ich mich von meiner Schönen verabschieden. James hatte mich oft gefragt, warum ich nicht einfach so ging. Die Antwort war leicht. Ich fügte ihnen lieber einmal richtige Schmerzen zu, als sie tagelang leiden zu lassen. Wie ich es bei Sarah machen würde, wusste ich auch nach der langen Zeit auf dem Dach noch nicht. Sie war mir wichtiger als alle anderen. Ich konnte selbst hier schon ihre Gegenwart spüren. Sie wartete auf mich und würde mich bereits an der Tür empfangen. Sie würde lächeln, mich küssen und fragen, wie mein Tag war. Ich schüttelte den Kopf. Ich durfte jetzt nicht an das Vertraute denken, an das Schöne. Es musste heute enden, bevor es kein Zurück mehr gab.

Das Licht im Hausflur ging an. Wahrscheinlich hatte sie an ihrem Fenster gesessen, von dem aus sie die Straße beobachten konnte. Die Straßenlaternen hatten mich in der nächtlichen Dunkelheit sichtbar gemacht und in schummriges Licht gehüllt.
„Rave! Wo warst du denn?“, empfing sie mich freudig.
Sie lief auf mich zu und drängte sich in meine Arme. Warum machte sie das? Es fiel mir so schon schwer genug.
„Egal, komm!“
Ich blieb ihr eine Antwort schuldig – wie so oft – und wieder störte es sie nicht. Ungeduldig griff sie nach meiner Hand und wollte mich hinter sich her ziehen, wie ein kleines Kind. Ich mochte ihre kindliche Seite. Unbeschwert und glücklich. Leider musste ich genau das jetzt zerstören.
„Ich kann nicht.“
Irgendwas in meinem Ausdruck brachte sie dazu, meine Hand sofort loszulassen und Abstand zu mir zu halten. Wahrscheinlich war es die Entschlossenheit und die Ernsthaftigkeit, mit der ich es gesagt hatte. Es hatte endgültig geklungen.
„Du wirst gehen, mich verlassen, oder?“
Ihre Stimme war leise, für meine Ohren aber noch zu laut. Woher wusste sie das?
„Ja, ich muss gehen.“
Ich versuchte meine Überraschung zu überspielen, aber ihre folgende Reaktion schockte mich noch mehr.
„Ich wusste, dass es irgendwann so weit sein würde. Es ist okay.“
Sie kam zu mir und küsste mich, bevor sie ihren Kopf an meine Schulter lehnte. Keine Träne verließ ihre Augen, im Gegenteil. Sie war darauf vorbereitet gewesen, als wollte sie es mir leichter machen und jetzt einfach noch die letzten Sekunden mit mir ausnutzen. Ich fühlte mich aber nur noch schlechter, weil sie mir damit wieder vor Augen führte, wie passend sie für mich war.
„Du bist so unglaublich“, flüsterte ich und ließ meinen Kopf ebenfalls auf ihre Schulter sinken, während ich sie wieder fest in den Armen hielt.
Ich atmete tief ihren süßen Duft ein, der so betörend und klar, unüberschattet von künstlichen Düften war. Es war ihr Geruch, unglaublich stark, den ich auch nur bei ihr riechen würde. Ihr rotes Blut pochte nah an meinem Mund in ihrer Ader und ich spürte zum ersten Mal den Drang, sie zu beißen. Mein Blutdurst war geweckt. Ich fühlte, wie sich meine Fänge offenbarten, konnte es aber kontrollieren und verdeckt halten. Mehrere Tage konnte ich mit dem Durst leben, ohne bei Menschen schwach zu werden. In vielen Jahrzehnten hatte ich es bis zur Perfektion gebracht. Nur im ersten Jahr nach meiner Verwandlung war es öfter passiert, dass ich die Kontrolle sofort verlor.
„Du musst jetzt sicher gehen“, hallte ihre Stimme in meinem Ohr.
Worte, die ich nicht hören wollte, aber sie hatte Recht. Ich musste jetzt gehen und löste mich widerwillig von ihr. Ihr Blick traf meinen. In ihren Augen lag ein besonderer Glanz, den ich nicht einordnen konnte. Es war kein Tränenschleier, wie ich ihn erwartet hatte.
„Ich liebe dich“, hauchte sie mir zu, bevor sie sich abwandte und ins Haus ging. Die Tür schloss sich hinter ihr, während ich stehen blieb und ihr nachsah. Diese Tür würde sich nicht wieder öffnen und das trieb mir die Tränen in die Augen, die sie eigentlich hätte vergießen sollen. Es war, als wäre das Leben aus mir gewichen. Leise lachte ich bei diesem Gedanken. Wie real er doch war. Nie hatte ich wegen einer Frau geweint. Nie war mir der Abschied so schwer gefallen. Ich hatte mit allem, aber nicht mit so einer Reaktion gerechnet, und das machte es mir so schwer, Lebewohl zu sagen. Ich musste jedoch gehen. Die Zeit lief mir davon und ich musste ihr folgen.

Ich ging einige Meter, dennoch bewegte mich irgendetwas, dazu noch mal zurück zu sehen. Menschen hätten jetzt nichts erkannt, aber mein Blick war gerade in der Dunkelheit um ein Vielfaches schärfer. Ich sah deutlich, wie sich die Gardine in ihrem Zimmer bewegte und wie ihre Hand den dicken Stoff fest umklammert hielt, aber ich sah auch noch etwas anderes. Der Glanz in ihren Augen hatte sich zu einem schwachen Leuchten verstärkt. Ich hatte es vorhin nicht einordnen können, weil ich nicht daran geglaubt hatte. Das würde bedeuten, dass sie eine von uns war. Ein zartes Lächeln huschte über mein Gesicht und ich sah wieder zu dem Fenster. Das Leuchten in ihren Augen war verschwunden. Hatte ich mich geirrt, hatte ich es mir nur eingebildet, um mir eine Zukunft mit ihr ausmalen zu können? Ein Zukunft, die für mich eigentlich nicht existierte. Es war mir egal. Ich rannte los, mied das Licht der Laternen, blieb im Schatten. Ich wollte mich nicht noch einmal umsehen. Ich wollte an das glauben, was ich gesehen hatte, dass sie auch ein Vampir war oder dabei war, einer zu werden – eine Erklärung dafür, dass das Leuchten nicht immer sichtbar war. Eine Erklärung dafür, dass sie gewusst hatte, dass ich gehen musste, für ihr Verhalten, ihr Schweigen, ihre Reaktionen und ihren intensiven Duft. Wenn sie über uns Bescheid wusste, musste sie nicht fragen. Ich lächelte wieder. Ich würde in der Nähe bleiben und abwarten, wie sich alles entwickeln würde. Sie brauchte mich, wenn sie unsere Gene hatte und ich würde sie finden und sie zu dem machen, was ich war.

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
Mehr über mich und meine Werke.

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
Hallo Shadowlino!

Zitat:Ich fror nicht, auch wenn man den Atem schon in großen Wölkchen sehen konnte. Wie sollte ich auch bei dem Blick, den ich von hier aus hatte.
Meinst du 'frieren' mit 'wie sollte ich auch'? Der Blick ist eine seltsame Erklärung für das nicht Frieren!

Zitat:Er hielt genau wie ich seine dunkle Seite versteckt und versucht sie niemandem zu zeigen.
versuchte. Ein sehr schönes Vergleich.

Zitat:dass ich vorhatte mich umzubringen,
Kommt da noch ein Komma zwischen?

Zitat:verabschieden und mir die Worte zurrecht zulegen
Hmm ehrlich gesagt gefällt mir dieser Ausdruck 'zurecht zulegen' nicht so vielleicht einfach 'überlegen'?

Zitat:Wir lebten nicht von Menschblut, wie immer gesagt wurde. Wir brauchten unsere Spezies.
Interessant. Du beschreibst also einen Vampiren, der aber nicht das Blut der Menschen trinkt, sondern die des eigenen Spezies. Und ich vermute mal, diese Nacht ist es wieder soweit, dass er trinken muss.

Zitat:„Vielleicht solltest du ihr wirklich mal die Wahrheit sagen. Sie ist anders, hast du gesagt.
hmm ein Vorschlag, der sehr genau überdacht werden sollte. Auch wenn sie anderes ist, glaub ich nicht, dass sie es so einfach und ohne Furcht akzeptieren kann. Da muss ein sehr sehr gutes Vertrauen sein , zwischen Vampir und Mensch. Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema zum Nachdenken.

Zitat:Vorsichtig versucht herauszufinden, wer ich war.
Sehr ungewöhnliche Formulierung. Du schreibst insgesamt irgendwie flüssig-abgehackt. Ist aber bestimmt eine Absicht, damit man die Welt und Gedanken des Vampirs emotional nachvollzieht.

Zitat:Ich schwieg einfach und sie akzeptierte es, weil sie mich liebte und ich konnte es ihr deshalb nicht sagen.
Das kann aber mit Sicherheit nicht sehr lange währen. Irgendwann ist er ja gezwungen, sich zu offenbaren.

Zitat:„Du wirst auch nicht trockener, wenn du hier weiter darauf wartest, dass es aufhört zu regnen“, sagte sie und hielt ihren Schirm über mich.
Ich nehme an, diese Situation ist immer noch seine Erinnerung vor einem Jahr? Dann würde ich hier vielleicht dazu schreiben "hatte sie damals gesagt" sonst ist es ein wenig verwirrend!

Aha, jetzt wird es alles klar. Ich meine, der Anfang ist nun klar. Du beschreibst erst seine Liebe und sein Treffen mit Sarah, die nicht die erste gewesen war und wahrscheinlich auch nicht die letzte sein wird, wenn er es nciht wagt, sich zu offenbaren und dem ganzen ein Ende setzen. Seine Ehrlichkeit ist nun seine einzige Hoffnung aus dem Kreislauf rauszukommen, in dem er nun sein Leben lang gefangen ist. Aber das wäre ja auch nicht die Lösung, denn er ist ja unsterblich und wird sie so oder so irgendwann verlieren.

Zitat:„Du musst jetzt sicher gehen“, schallte ihre Stimme in meinem Ohr.
Hmm, das klingt irgendwie so, als würde sie ihn so schnell wie möglich loswerden wollen. Irgendwie zeigt sie ihre Gefühle nicht. Hat sie sich schon längst damit abgefunden und will es nun endlich zu Ende bringen?

Zitat:Der Glanz in ihren Augen war jetzt wie ein schwaches Leuchten. Ich konnte es vorhin nicht einordnen, weil ich nicht daran geglaubt hatte. Dieses Leuten kennzeichnete uns und war auch nur für uns sichtbar.
Aha, also doch war sie eine wie er. Damit wird ja ihr Verständnis von vorhin klar. Sehr schöne Wendung.


Eine sehr schöne Geschichte. Mitreißend, klar und emotional geschrieben. In dem Wettbewerb wäre sie sicher viele Punkte bekommen. Und der Abschluß ist absolut gekonnt geschrieben! Hat mir sehr gefallen. Deine Charaktere sind deutlich dargestellt, mit ihren Motiven und Einstellungen. Und sehr bildhaft. Eine Geschichte mit einer kleinen Idee und gekonnter Umsetzung.

LG Sonde


Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
Hey Shaddow,
Ich glaube fast ich weiß, welchen Wettbewerb du meinst *gg*. Finde es schade, dass er ausfällt, weil ich mich diesmal auch getraut hätte, etwas dazu beizutragen. Habe also auch noch eine Geschichte dafür hier rumfliegen, weiß aber noch nicht genau, ob ich sie veröffentlichen soll.

Deine finde ich ziemlich gut, hab auch gleich einen Vorschlag bei der Hand, wo du sie hinpacken könntest. Phantastik würde sich da doch anbieten. Wenn es schon so eine Rubrik gibt und ich habe auch irgendwo gelesen, dass Vampirgeschichten dahin gehören, weiß nur nicht mehr wo. Kannst sie natürlich auch in Sonstiges stehen lassen
-> da passt ja alles hin.
Ich finde es immer wieder interessant, wie viele Formen des Vampirismus es gibt. Ich meine, die landläufige Definition von Vampir kennt ja fest jeder. Aber immer, wenn ich Geschichten darüber lesen gibt es etwas anderes, ein anderes Verhalten oder andere Fähigkeiten. Kenne eigentlich sont kein Wesen, über das soviel Neues erfunden wurde und es kommen immer noch Dinge hinzu, wieder eine Idee, was es bedeuten könnte, ein Vampir zu sein. Deine "Rasse" mag ich wirklich gerne. Diese Menschlichkeit und ihre Art sich zu ernähren. Unsterblichkeit auf der einen Seite, auf der anderen diese Anpassungsfähigkeit, das sie fast normal macht. Und schwer zu enttarnen, das sieht man ja an der Beziehung zwischen Sarah und Rave. Sonst hätten sie sicherlich einfach beieinander bleiben können, hätten diese Trennung nicht durchmachen müssen.

Rave ist überigens voll der schöne Name und ich mochte ihn sofort. Seine Eigenschaft, so sehr zu lieben, sich auch nach all den Trennungen wieder auf etwas einlassen können. Wieder diese großen Gefühle haben, selbst wenn er weiß, dass alles einmal vorbei sein wird. Eigentlich ja schon fast so etwas wie ein Betrug. Er macht diesen Frauen Versprechen, die er nicht einhalten kann. Aber alles ist besser als eine Ewigkeit lang einsam zu sein.
Die Beziehung zwischen Sarah und ihm hast du wirklich als perfekt beschrieben. Man merkt, wie viel die beiden einander bedeuten. Und dann den Schmerz, den er empfindet und den man gut nachvollziehen kann. Es ist auch einfach traurig, was da passiert. Dass sie wegen einem dunklen Geheimnis ihre Liebe aufgeben müssen.
Ich hoffe so, dass sie wirklich auch eine Vampirin ist oder wird. Dann könnten sie die Unsterblichkeit teilen, das ist ein schöner Gedanke. Sie passen auch wirklich hervorragend zueinander.

Raves Bruder hat mir auch gut gefallen. Diese Vampir sein gibt ihnen etwas geheimnisvolles und mystisches, dass sie einfach charismatischer wirken lässt. Auch wenn man von ihm jetzt nicht besonders viel kennen lernt, ich mag ihn trotzdem schon. Allein weil er jemand zu sein scheint, mit dem man gut Party machen kann *gg*

Zitat:Der Mond schwebte scheinbar über der hell erleuchteten Stadt. Er hielt genau wie ich seine dunkle Seite versteckt und versucht sie niemandem zu zeigen.
Das finde ich, ist ein unheimlich guter Vergleich (spiegelt auch schön das Wettbewerbsthema wieder *gg*). Irgendwie passt es einfach zu ihm, der Mond ist für ihn ja auch wichtiger als die Sonne, der er sich besser fernhält.
Zitat:Es war eine unserer Besonderheiten, das uns Menschen innerhalb kurzer Zeit vergaßen, wenn sie uns nicht mehr sahen, auch wenn wir ihnen sehr nah standen.
Den Umstand finde ich irgendwie schön. Er macht es für die Frauen einfacher, es ist nicht ganz so schlimm. So kann man Rave auch nicht böse sein, dass er sich immer wieder Beziehungen sucht. Er tut sich ja nur sich selbst weh und richtet keinen Schaden an. Wenn ich mir das jetzt aussuchen könnte, ich würde mich nur noch in solche Vampire verlieben. Weil's dann nicht so weh tut, wenn sie gehen. Und damit ich nicht auch noch Monate oder Jahre später daran denken muss und dann ganz traurig werde.

Fehlerchen:
Zitat:Ich hatte ihn, meinen Bruder, schon längst bemerkt. Ich konnte ihn riechen, Meilenweit, seine Schritte hören und von anderen unterscheiden, auch wenn sie kein anderer wahrnahm.
"meilenweit" klein schreiben...
Zitat:Ich durfte jetzt nicht an das Vertraute denken, an das Schöne. Es musste heute Enden, bevor es kein Zurück gab.
"enden" klein schreiben...
Zitat:Dieses Leuten kennzeichnete uns und war auch nur für uns sichtbar. Das würde bedeuten, dass sie eine von uns war.
Leuchten...
Zitat:Wenn sie über uns bescheid wusste, musste sie nicht Fragen. Ich lächelte wieder. Ich würde warten, dass sie mich suchte wenn es soweit war.
"fragen" klein schreiben...

Liebe Grüße,
Lain

Schmetterlinge weinen nicht

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
hallo shaddowlino,

ich glaub, ich weiss welchen wettbewerb du meinst, das bedeutet ich kann jetzt sogar schauen, ob du das thema getroffen hast, oder nicht.

Zitat:Sie war nicht die erste Frau, die ich liebte und der ich beim sterben zusehen müsste.

ich würde sagen "musste", oder? ich glaube korrekterweise müsste es heißen: "hatte zusehen müssen" hört sich aber irgendwie blöd an. :rolleyes:

Zitat:Er hielt genau wie ich seine dunkle Seite versteckt und versucht sie niemandem zu zeigen.

erwischt! das wettbewerbsthema!

Zitat:Es war eine tiefe klare Nacht.

"tiefe nacht" eigentlich ein schöner ausdruck, den ich wahrscheinlich auch schon oft benutzt habe. aber gerade fällt mir auf, dass ich mir gar nicht mehr sicher bin, was das bedeutet. vllt sowas wie "dunkle nacht". ich meine es gibt ja auch "tief schwarz". was wollte ich damit eigentlich sagen?

Zitat:sagte er ehrlich.
Das war ein Grund, warum ich dennoch gerne mit ihm zusammen war: Er war ehrlich und er war ein Freund

hier hast du kurz hintereinander "ehrlich". ich würde das erste weglassen. dann kommt es ein bisschen "überraschender" das er das ehrlich meint.

Zitat:Nur leider war ich der Schauspieler und das war ich wirklich.
„Vielleicht solltest du ihr wirklich mal die Wahrheit sagen. Sie ist anders, hast du gesagt.“

der unterstrichene teil liest sich merkwürdig. ich würde ja beinahe vorschlagen: "Nur leider war ich kein Schauspieler und das war die Wirklichkeit." im nächsten satz hast du das "wirklich" dann nochmal drin und das würde ich durch was anderes ersetzen, oder es weglassen. leider fällt mir jetzt kein gescheites synonym ein.

Zitat:Wer sagt denn, dass ein Mensch und ein Vampir nicht einfach zusammen leben können?“

aha, er ist also doch ein vampir. das war meine allererste vermutung. zwischendrin hatte ich mal kurz zu einem werwolf tendiert, aber jetzt ist es ja klar.

Zitat:Bei ihr waren Äußeres und Inneres eins und genau das mache sie so schön.

machte

Zitat:Eine von den Wenigen, die nicht nur an meinem Äußeren interessiert war, sondern genauso gerne das Innere sehen würde.

da du hier von mehreren sprichst muss es heißen "waren" und "würden"

Zitat:konnte mich noch gut an die Situation vor einem reichlichen Jahr erinnern.

ein "reichliches" jahr? ich glaube du meinst das ungefähr ein jahr vergangen ist, oder? ich kenne nur den ausdruck "vor gut einem jahr"

Zitat:Dieses Leuten kennzeichnete uns und war auch nur für uns sichtbar.

Leuchten

Zitat:Ich rannte los, schnitt das Licht der Laternen, blieb im Schatten.

hier gefällt mir das "schnitt" nicht so. vllt lieber "vermied"?

zum thema des wettbewerbs ist mir auch als erstes ein vampir in den sinn gekommen. diese idee hab ich dann aber dann verworfen, weil es mir zu klischeehaft war. um die klischeehaftigkeit bist du ganz knapp vorbei gekommen. und zwar dadurch das deine vampire ganz besondere eigenschaften habe. z.b. das ihr biss andere nicht zum vampir werden lässt, sondern das angeboren ist, oder das sie kein menschenblut trinken sondern das anderer vampire. dadurch wurde es richtig interessant, denn ich wollte noch mehr über diese art vampire erfahren.
aber eigentlich geht es ja um raves beziehung zu sarah. er will sie verlassen, so wie die anderen frauen, aber sie scheint irgendwie darauf vorbereitet zu sein und anstatt ihr, fallen bei ihm die abschiedstränen. zum schluss erkennt er dann, dass sie vllt auch ein vampir sein könnte und beschließt abzuwarten, bis auch bei ihr diese gene zum vorschein kommen. durch dieses positives ende, hat die geschichte bei mir dann doch einen guten eindruck hinterlassen, nachdem mir sein ganzer schmerz und sein selbstmitleid, doch ein ganzkleinwenig zuviel wurden.

insgesamt hat es mir sehr gut gefallen du hast was emotionales aus dieser altbekannten idee gemacht und zum schluss sogar eine überraschung eingebaut.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
Hallo Sonde,
vielen Dank für deine Antwort, auch wenn meine erst spät kommt.

Zitat:Zitat:
Ich fror nicht, auch wenn man den Atem schon in großen Wölkchen sehen konnte. Wie sollte ich auch bei dem Blick, den ich von hier aus hatte.

Meinst du 'frieren' mit 'wie sollte ich auch'? Der Blick ist eine seltsame Erklärung für das nicht Frieren!
Ja, dachte ich mir ab und zu auch zwischendurch, dann habe ich mich aber an mein Silvester erinnert wo ich im Dreck stand und auch fürchterlich gefroren habe, dass dann aber vergessen habe, als das Feuerwerk los ging.

Zitat:Zitat:
Wir lebten nicht von Menschblut, wie immer gesagt wurde. Wir brauchten unsere Spezies.

Interessant. Du beschreibst also einen Vampiren, der aber nicht das Blut der Menschen trinkt, sondern die des eigenen Spezies. Und ich vermute mal, diese Nacht ist es wieder soweit, dass er trinken muss.
Falsche Vermutung, aber wäre durchaus möglich gewesen.

Zitat:Zitat:
„Vielleicht solltest du ihr wirklich mal die Wahrheit sagen. Sie ist anders, hast du gesagt.

hmm ein Vorschlag, der sehr genau überdacht werden sollte. Auch wenn sie anderes ist, glaub ich nicht, dass sie es so einfach und ohne Furcht akzeptieren kann. Da muss ein sehr sehr gutes Vertrauen sein , zwischen Vampir und Mensch. Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema zum Nachdenken.
Er war ja schon öfter in der Situation, also hat er auch schon öfter daran gedacht. Es ist ja aber eigentlich so, dass er so normal wie möglich leben will und das wäre unter den umständen vielleicht nicht mehr möglich.

Zitat:Zitat:
Vorsichtig versucht herauszufinden, wer ich war.

Sehr ungewöhnliche Formulierung. Du schreibst insgesamt irgendwie flüssig-abgehackt. Ist aber bestimmt eine Absicht, damit man die Welt und Gedanken des Vampirs emotional nachvollzieht.
Ich weiß. Irgendwie schreibe ich immer so, wenn ich in der ich-Variante schreibe. Keine Ahnung warum

Zitat:Zitat:
Ich schwieg einfach und sie akzeptierte es, weil sie mich liebte und ich konnte es ihr deshalb nicht sagen.

Das kann aber mit Sicherheit nicht sehr lange währen. Irgendwann ist er ja gezwungen, sich zu offenbaren.
Manchmal akzeptiert man Dinge, wenn man jemanden liebt, auch wenn es bedeutet nicht alles über die Vergangenheit des anderen zu erfahren.

Zitat:Zitat:
„Du wirst auch nicht trockener, wenn du hier weiter darauf wartest, dass es aufhört zu regnen“, sagte sie und hielt ihren Schirm über mich.

Ich nehme an, diese Situation ist immer noch seine Erinnerung vor einem Jahr? Dann würde ich hier vielleicht dazu schreiben "hatte sie damals gesagt" sonst ist es ein wenig verwirrend!
Ich würde das mal so stehen lassen, weiß aber, was du meinst. Die Erinnerung ist eher so eingeschoben, als würde es genau in dem Moment passieren.

Zitat:Aha, jetzt wird es alles klar. Ich meine, der Anfang ist nun klar. Du beschreibst erst seine Liebe und sein Treffen mit Sarah, die nicht die erste gewesen war und wahrscheinlich auch nicht die letzte sein wird, wenn er es nciht wagt, sich zu offenbaren und dem ganzen ein Ende setzen. Seine Ehrlichkeit ist nun seine einzige Hoffnung aus dem Kreislauf rauszukommen, in dem er nun sein Leben lang gefangen ist. Aber das wäre ja auch nicht die Lösung, denn er ist ja unsterblich und wird sie so oder so irgendwann verlieren.
Das ist immer der Grund, was ihn davon abhält, jemandem die Wahrheit zu sagen: er muss diesen Menschen verlieren und gerade weil er sie liebt, will er es nicht.

Zitat:Zitat:
„Du musst jetzt sicher gehen“, schallte ihre Stimme in meinem Ohr.

Hmm, das klingt irgendwie so, als würde sie ihn so schnell wie möglich loswerden wollen. Irgendwie zeigt sie ihre Gefühle nicht. Hat sie sich schon längst damit abgefunden und will es nun endlich zu Ende bringen?

Die Antwort erfährst du später. Icon_wink

Zitat:Zitat:
Der Glanz in ihren Augen war jetzt wie ein schwaches Leuchten. Ich konnte es vorhin nicht einordnen, weil ich nicht daran geglaubt hatte. Dieses Leuten kennzeichnete uns und war auch nur für uns sichtbar.

Aha, also doch war sie eine wie er. Damit wird ja ihr Verständnis von vorhin klar. Sehr schöne Wendung.


Zitat:Eine sehr schöne Geschichte. Mitreißend, klar und emotional geschrieben. In dem Wettbewerb wäre sie sicher viele Punkte bekommen. Und der Abschluß ist absolut gekonnt geschrieben! Hat mir sehr gefallen. Deine Charaktere sind deutlich dargestellt, mit ihren Motiven und Einstellungen. Und sehr bildhaft. Eine Geschichte mit einer kleinen Idee und gekonnter Umsetzung.

Vielen Dank. Ich war immer wieder sehr unentschlossen, ob ich die Geschichte nicht doch lieber wieder löschen soll, weil ich zwischendurch immer wieder Hänger hätte und sie mir nicht mehr gefiel. Umso mehr freue ich mich natürlich über deine Worte.

LG
Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
Mehr über mich und meine Werke.

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
Hallo Lain,
vielen Dank fürs Lesen. ich mag deine Kommentare total gerne, du bist auch immer so fleißig Icon_wink

Zitat:Ich glaube fast ich weiß, welchen Wettbewerb du meinst *gg*. Finde es schade, dass er ausfällt, weil ich mich diesmal auch getraut hätte, etwas dazu beizutragen. Habe also auch noch eine Geschichte dafür hier rumfliegen, weiß aber noch nicht genau, ob ich sie veröffentlichen soll.
Ich hoffe, du wirst es noch machen. Mich würde es auf jeden Fall interessieren, was andere für Ideen hatten.

Zitat:Deine finde ich ziemlich gut, hab auch gleich einen Vorschlag bei der Hand, wo du sie hinpacken könntest. Phantastik würde sich da doch anbieten. Wenn es schon so eine Rubrik gibt und ich habe auch irgendwo gelesen, dass Vampirgeschichten dahin gehören, weiß nur nicht mehr wo. Kannst sie natürlich auch in Sonstiges stehen lassen
-> da passt ja alles hin.
Danke für den Vorschlag, aber ich werde sie erstmal hier lassen. Steht ja ganz gut hier  es passt eben alles hier hin Icon_wink

Zitat:Ich finde es immer wieder interessant, wie viele Formen des Vampirismus es gibt. Ich meine, die landläufige Definition von Vampir kennt ja fest jeder. Aber immer, wenn ich Geschichten darüber lesen gibt es etwas anderes, ein anderes Verhalten oder andere Fähigkeiten. Kenne eigentlich sont kein Wesen, über das soviel Neues erfunden wurde und es kommen immer noch Dinge hinzu, wieder eine Idee, was es bedeuten könnte, ein Vampir zu sein. Deine "Rasse" mag ich wirklich gerne. Diese Menschlichkeit und ihre Art sich zu ernähren. Unsterblichkeit auf der einen Seite, auf der anderen diese Anpassungsfähigkeit, das sie fast normal macht. Und schwer zu enttarnen, das sieht man ja an der Beziehung zwischen Sarah und Rave. Sonst hätten sie sicherlich einfach beieinander bleiben können, hätten diese Trennung nicht durchmachen müssen.
Ich kenne inzwischen auch viele unterschiedliche Arten und mich hat es schon die ganze Zeit gereizt mir eine eigene „Vampirrasse“ zu basteln: Da ist sie. Zusammengepuzzelt aus gelesenem und meiner eigenen Vorstellung.

Zitat:Rave ist überigens voll der schöne Name und ich mochte ihn sofort.
Ich auch und dieses Mal kam er mir einfach so in den Sinn. Ich musste nicht lange überlegen. Keine Ahnung warum, aber ich habe mich in den Namen verliebt Icon_wink

Zitat:Seine Eigenschaft, so sehr zu lieben, sich auch nach all den Trennungen wieder auf etwas einlassen können. Wieder diese großen Gefühle haben, selbst wenn er weiß, dass alles einmal vorbei sein wird. Eigentlich ja schon fast so etwas wie ein Betrug. Er macht diesen Frauen Versprechen, die er nicht einhalten kann. Aber alles ist besser als eine Ewigkeit lang einsam zu sein.
Das ist „seine“ Eigenschaft. Noch eine spezielle Eigenschaft „meiner“ Art, die ich gemopst habe, weil sie mir so sehr gefiel. Jeder Vampir hat eine spezielle Eigenschaft und Raves ist die Art zu lieben. Die von James ist die freundschaftliche Bindung.

Zitat:Die Beziehung zwischen Sarah und ihm hast du wirklich als perfekt beschrieben. Man merkt, wie viel die beiden einander bedeuten. Und dann den Schmerz, den er empfindet und den man gut nachvollziehen kann. Es ist auch einfach traurig, was da passiert. Dass sie wegen einem dunklen Geheimnis ihre Liebe aufgeben müssen.
Ich hoffe so, dass sie wirklich auch eine Vampirin ist oder wird. Dann könnten sie die Unsterblichkeit teilen, das ist ein schöner Gedanke. Sie passen auch wirklich hervorragend zueinander.
Sarah kam erst später dazu. Irgendwie waren mir Rave und James alleine zu wenig. Mir hat einfach das Emotionale gefehlt. Ich mag ja extreme Gefühle sehr und ich mag Liebesbeziehungen. Das hat sich einfach mal wieder entwickelt.

Zitat:Raves Bruder hat mir auch gut gefallen. Diese Vampir sein gibt ihnen etwas geheimnisvolles und mystisches, dass sie einfach charismatischer wirken lässt. Auch wenn man von ihm jetzt nicht besonders viel kennen lernt, ich mag ihn trotzdem schon. Allein weil er jemand zu sein scheint, mit dem man gut Party machen kann *gg*
James ist einfach sehr offen und hat spaß, ohne dabei zu übertreiben. Er würde sich nie eine feste Freundin suchen. Nicht weil er das wechselnde liebt, sondern weil er seine Freiheit braucht. Zu Rave hat er eine besondere Beziehung, mal abgesehen davon, dass sie eben immer jemanden von ihrer Art brauchen. Vielleicht packe ich das mal in eine andere Geschichte.

Zitat:Zitat:
Der Mond schwebte scheinbar über der hell erleuchteten Stadt. Er hielt genau wie ich seine dunkle Seite versteckt und versucht sie niemandem zu zeigen.

Das finde ich, ist ein unheimlich guter Vergleich (spiegelt auch schön das Wettbewerbsthema wieder *gg*). Irgendwie passt es einfach zu ihm, der Mond ist für ihn ja auch wichtiger als die Sonne, der er sich besser fernhält.
Danke. Stimmt. Eigentlich wollte ich dem Mond noch eine tragender Rolle geben, das das hat dann nicht mehr gepasst.

Zitat:Zitat:
Es war eine unserer Besonderheiten, das uns Menschen innerhalb kurzer Zeit vergaßen, wenn sie uns nicht mehr sahen, auch wenn wir ihnen sehr nah standen.

Den Umstand finde ich irgendwie schön. Er macht es für die Frauen einfacher, es ist nicht ganz so schlimm. So kann man Rave auch nicht böse sein, dass er sich immer wieder Beziehungen sucht. Er tut sich ja nur sich selbst weh und richtet keinen Schaden an. Wenn ich mir das jetzt aussuchen könnte, ich würde mich nur noch in solche Vampire verlieben. Weil's dann nicht so weh tut, wenn sie gehen. Und damit ich nicht auch noch Monate oder Jahre später daran denken muss und dann ganz traurig werde.
Ja, ganz angenehmer Gedanke, oder?! Ich habe jetzt über Vampire gelesen, die immer das Gedächtnis löschen, wenn man etwas nicht so normales passiert ist, aber meine Variante gefällt mir besser. Icon_wink

LG
Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
Mehr über mich und meine Werke.

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
Hallo Lady,

auch dir danke ich für dein Kommentar.

Zitat:ich glaub, ich weiss welchen wettbewerb du meinst, das bedeutet ich kann jetzt sogar schauen, ob du das thema getroffen hast, oder nicht.
Ich denke, dass alle Ex-VeWe wissen, welchen Wettbewerb ich meine. Ich hatte gerade gefallen an Wettbewerben gefunden.

Zitat:Zitat:
Sie war nicht die erste Frau, die ich liebte und der ich beim sterben zusehen müsste.
ich würde sagen "musste", oder? ich glaube korrekterweise müsste es heißen: "hatte zusehen müssen" hört sich aber irgendwie blöd an.
musste würde ja bedeuten, dass er ihnen beim sterben zusehen muss, wird er aber nicht, weil er sie eben immer verlässt, also dachte ich an müsste. Keine Ahnung.

Zitat:Zitat:
Er hielt genau wie ich seine dunkle Seite versteckt und versucht sie niemandem zu zeigen.

erwischt! das wettbewerbsthema!
Natürlich. Irgendwie muss es auftauchen, auch wenn man es sicher auch so verstanden hätte. Icon_wink

Zitat:Zitat:
Es war eine tiefe klare Nacht.

"tiefe nacht" eigentlich ein schöner ausdruck, den ich wahrscheinlich auch schon oft benutzt habe. aber gerade fällt mir auf, dass ich mir gar nicht mehr sicher bin, was das bedeutet. vllt sowas wie "dunkle nacht". ich meine es gibt ja auch "tief schwarz". was wollte ich damit eigentlich sagen?
Also klar bedeutet ja dass keine Wolken am Himmel sind, aber tief?! Jetzt hast du mich. Vielleicht, dass man sehr weit sehen kann, die Sterne, das Weltall Aber tiefschwarz gibt es nicht. Wenn etwas schwarz ist, ist es schwarz, schwärzer geht nicht Icon_wink Kann uns das mal jemand sagen, der es weiß?!

Zitat:Zitat:
Wer sagt denn, dass ein Mensch und ein Vampir nicht einfach zusammen leben können?“

aha, er ist also doch ein vampir. das war meine allererste vermutung. zwischendrin hatte ich mal kurz zu einem werwolf tendiert, aber jetzt ist es ja klar.
Werwölfe sind ein anderes Thema und mir persönlich zu haarig Icon_wink

Zitat:Zitat:
Eine von den Wenigen, die nicht nur an meinem Äußeren interessiert war, sondern genauso gerne das Innere sehen würde.

da du hier von mehreren sprichst muss es heißen "waren" und "würden"
Normalerweise würde ich dir zustimmen, aber man kann doch auch sagen: „Eine, die nicht nur an meinem Äußeren interessiert war … Ich würde jetzt mal behaupten, dass sich „war“ und „würde“ auf „Eine“ bezieht, aber ich lasse mich auch gerne von etwas anderem überzeugen, deshalb lasse ich es erstmal.

Zitat:Zitat:
konnte mich noch gut an die Situation vor einem reichlichen Jahr erinnern.

ein "reichliches" jahr? ich glaube du meinst das ungefähr ein jahr vergangen ist, oder? ich kenne nur den ausdruck "vor gut einem jahr"
Ist das echt nicht geläufig?! Ein reichliches Jahr ist etwas mehr Zeit als ein Jahr. Vielleicht Ein Jahr und 1 Monat oder so was.

Zitat:zum thema des wettbewerbs ist mir auch als erstes ein vampir in den sinn gekommen. diese idee hab ich dann aber dann verworfen, weil es mir zu klischeehaft war.
Dito. Eigentlich wollte ich das auch nicht, aber da ich gerade fast schon regelrecht von dem Thema besessen bin und eigentlich mal selbst eine Vampirgeschichte schreiben wollte, konnte ich nicht anders. Natürlich habe ich mir auch überlegt, wie ich eben nicht so Klischeehaft werde. Ich finde es aber nicht schlimm, wenn mir jemand sagt, dass es zu Klischeehaft ist. Ich mag Klischees und verwende sie selbst gerne.

Zitat:um die klischeehaftigkeit bist du ganz knapp vorbei gekommen. und zwar dadurch das deine vampire ganz besondere eigenschaften habe. z.b. das ihr biss andere nicht zum vampir werden lässt, sondern das angeboren ist, oder das sie kein menschenblut trinken sondern das anderer vampire. dadurch wurde es richtig interessant, denn ich wollte noch mehr über diese art vampire erfahren.
Geschafft! *schnauf* Freut mich wirklich, dass ich doch noch etwas Interesse an Vampiren wecken konnte und es eben etwas aus den Klischees geschafft habe.

Zitat:aber eigentlich geht es ja um raves beziehung zu sarah. er will sie verlassen, so wie die anderen frauen, aber sie scheint irgendwie darauf vorbereitet zu sein und anstatt ihr, fallen bei ihm die abschiedstränen. zum schluss erkennt er dann, dass sie vllt auch ein vampir sein könnte und beschließt abzuwarten, bis auch bei ihr diese gene zum vorschein kommen. durch dieses positives ende, hat die geschichte bei mir dann doch einen guten eindruck hinterlassen, nachdem mir sein ganzer schmerz und sein selbstmitleid, doch ein ganzkleinwenig zuviel wurden.
Ähm ja… Ich mag extreme Gefühle und ich übertreibe gerne ohne es wirklich zu merken, eben weil ich es selbst total gerne lese. Ist sicher Geschmackssache und ich kann es gut verstehen, wenn jemand sagt, dass es zu viel ist. (Ich weiß jetzt wieder warum ich kaum jemandem mein Großprojekt zeige. Zu viel Gefühl und Selbstmitleid. Icon_wink )

Zitat:insgesamt hat es mir sehr gut gefallen du hast was emotionales aus dieser altbekannten idee gemacht und zum schluss sogar eine überraschung eingebaut.

Danke. Freut mich, dass es doch noch ganz gut angekommen ist, trotz dem etwas zu viel an Selbstmitleid Icon_wink

LG
Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
Mehr über mich und meine Werke.

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
Hallo Shaddowlino,

wie glücklich ich bin, dich hier wiedergefunden zu haben, weißt du ja schon - und dann auch noch eine neue Geschichte, wie schön! Icon_smile Ich hätte sie auch schon früher kommentiert, aber ich hatte Besuch - der inzwischen wieder gegangen ist - und daher jetzt erst Zeit. Aber ich nehme an, das wirst du mir nachsehen. Icon_smile

Jaja, du und die Vampire ... *g* Ich habe mich schon gefragt, wann du mal deine eigene Vampirgeschichte schreibst. Ich mag Vampire auch sehr (habe aber komischerweise noch nie in eine Vampirgeschichte aus dem Forum hineingeschaut) und hab dir, glaub ich, auch mal einen Lesetipp gegeben. Da geht es auch um eine schicksalhafte Liebesbeziehung ... hach ...

Unglücklicherweise wird mein Kommentar zu deinem Text dieses Mal nicht ganz so gut ausfallen können wie sonst. Du hast wieder sehr schöne Elemente und Sätze drin, keine Frage, aber mir kam die Geschichte nicht ganz ausgereift vor. Es gab viel Umgangssprachliches und nicht so geschickt formulierte Sätze, viel mehr als sonst, die mir das Lesen erschwert haben, weil die Sache dadurch nicht rund genug lief.
Ist aber nichts, wo man nicht dran arbeiten könnte - und vielleicht bist du ja auch gar nicht meiner Meinung. Ich werd dir die Stellen (oder zumindest ein paar) trotzdem mal heraussuchen.

Zitat:Ich stellte mir die Frage nun schon so oft und wusste immer noch keine Antwort und ich wollte es auch nicht herausfinden.
Ich hatte mir die Frage nun schon so oft gestellt (Vorvergangenheit).
Und die Wdh. von "und" ist nicht schön, da kannst du sicher umformulieren.

Zitat:Sie war nicht die erste Frau, die ich liebte und der ich beim sterben zusehen müsste.
beim Sterben

Zitat:Nein, aber es tat jedes Mal wieder weh, auch wenn ich es immer gewesen war, der sie wieder weggeschickt, dazu gezwungen hatte, ein normales Leben zu führen.
Das ist einer dieser ungeschickt formulierten Sätze. Erst einmal stört mich die Wdh. von "wieder" und das "jedes Mal wieder" will mir auch nicht so recht gefallen.
Das erste "wieder" könnte man durch "aufs Neue" ersetzen. Und das zweite würde ich ganz streichen.

Zitat:Ich mied das direkte Sonnenlicht, aß, trank, schlief, versuchte zu schlafen.
Schlief, versuchte zu schlafen? Das ist ganz schön doppelt gemoppelt, es sei denn, du setzt ein "oder" dazwischen.

Zitat:Eigentlich war ich für außenstehende menschlich.
Außenstehende

Zitat:Ich fror nicht, auch wenn man den Atem schon in großen Wölkchen sehen konnte.
Die Silbe "-chen" impliziert etwas Kleines - deshalb passt das "große" hier nicht.

Zitat:Wie sollte ich auch bei dem Blick, den ich von hier aus hatte.
Hier würden sich drei Punkte gut machen ...

Zitat:Der Mond schwebte scheinbar über der hell erleuchteten Stadt.
Vorschlag: Der Mond schien über der hell erleuchteten Stadt zu schweben.
Oder: Der Mond schwebte förmlich über der hell erleuchteten Stadt.

Zitat:Es war eine tiefe klare Nacht.
tiefe, klare ...

Zitat:Wohnblocks mit Flachdächern gab es überall, von denen man so eine Sicht hatte und wo es keinen kümmerte, dass ein junger Mann am Rand der Betonbrüstung saß und die Beine fünfzehn Stockwerke über den Boden baumeln ließ.
Das ist ein ganz schön umgangssprachlich formulierter Satz ... Vorschlag:
Wohnblocks mit Flachdächern gab es überall, von denen man eine solche Sicht hatte, und wo es niemanden kümmerte, wenn ein junger Mann am Rand der Betonbrüstung saß und die Beine fünfzehn Stockwerke über dem Boden baumeln ließ.

Zitat:Ich war nur hier, um mich zu verabschieden und mir die Worte zu überlegen, die ich dann sagen würde, wenn ich bei ihr war.
Würde "dann" streichen.

Zitat:Ich hatte ihn, meinen Bruder, schon längst bemerkt. Ich konnte ihn riechen, meilenweit, seine Schritte hören und von anderen unterscheiden, auch wenn sie kein anderer wahrnahm.
Das ist dagegen eine tolle Stelle - gut formuliert und sehr anschaulich. Sehr mitziehend. Wegen solcher Stellen mag ich die Geschichte.

Zitat:„Was willst du, James?“, fragte ich genervt, ohne mich zu ihm zu drehen.
Dass er genervt ist, erkennt man schon an der Formulierung der Frage. Er würde cooler wirken, wenn du das "genervt" streichen würdest.

Zitat:Er war ehrlich und er war ein Freund auf den man sich verlassen konnte.
Freund, auf den ...

Zitat:Ohne einander konnten wir nicht existieren.
Das gefällt mir - es ist mehrdeutig und man begreift es erst später.

Zitat:Nur leider war ich der Schauspieler.

Vorschlag: Hauptdarsteller.

Zitat:Mein Gesicht war erst geschockt, formte sich dann aber zu einem unwiderstehlichen Grinsen.
Das passt nicht. Er erzählt ja aus seiner Sicht, da würde er selbst sein Grinsen doch nicht "unwiderstehlich" nennen. Das würde passen, wäre die Geschichte auktorial erzählt, aber nicht so. Ich würde dir vorschlagen, es entweder weg zu lassen oder umzuformulieren.

Zitat:Ich öffnete leicht meinen Mund und offenbarte für einen kurzen Moment die Wirklichkeit – Weiße Fänge statt meiner Eckzähne.
"weiße" (klein)

Zitat:Das würden ihr Angst machen, aber dazu war ich nicht der Typ.
würde
dafür statt dazu

Zitat:Wenn es doch mal vorkam, dass wir einen Menschen durch unsere Fänge verletzten, passiert gar nichts.
passierte
Auch hier ist mir das wieder einen Tick zu umgangssprachlich, und ich hätte "einmal" statt "mal" und "geschah" statt "passierte" verwendet. Es ist für mich eher untypisch, eine so "salopp" formulierte Geschichte von dir zu lesen. Zwar sind das hier junge Leute, aber das schließt ja eine gewähltere Formulierung nicht aus ...

Zitat:Wir wurden geboren, genau wie Menschen. Man konnte es mit einem Virus vergleichen, einem Fehler, den man von Geburt an hatte, der irgendwann ausbrach.

Also das ist mal wirklich originell, großes Lob. Diese Version kannte ich vorher nicht und sie hat was.

Zitat:Kastanienbraue Haare fielen über ihre schmalen Schultern, während mich zwei große graublaue Augen immer liebevoll ansahen, wenn wir uns trafen.
große, graublaue ...

Gleich im nächsten Satz hast du "Zusammentreffen" und damit eine Wdh. von "trafen" - vielleicht findest du ein anderes Wort?

Zitat:Eine von den Wenigen, die nicht nur an meinem Äußeren interessiert war, sondern genauso gerne das Innere sehen würde.
"wollte" statt "würde", sonst passt es von der Zeitform nicht

Zitat:Sie wollte mein Geheimnis lüften, doch auch vor ihr hatte ich es versteckt. Schnell hatte sie akzeptiert, dass sie von mir für manche Dinge keine Erklärung erwarten brauchte. Ich hatte meine Gründe, warum ich an
Das lässt sich leicht umformulieren und die unschönen Wiederholungen wären dann fort.

Zitat:Ich schwieg einfach und sie akzeptierte es, weil sie mich liebte und ich konnte es ihr deshalb nicht sagen.
Und auch hier finde ich die Formulierung leider wieder ungeschickt - die Sätze sind so simpel und einfach aneinander gehängt ... ich weiß nicht, es stört mich irgendwie.
Komma nach "liebte", um den Teilsatz abzuschließen.

Zitat:Einen Augenblick blieb ich stehen und sah zu einem Baum. Es war normal, dass es hier Bäume gab, denn ich befand mich in einem spärlich beleuchteten Park, aber der Baum war etwas Besonderes.
Mein Shaddowlino, ich weiß, dass du das viel besser kannst. "Es war normal, dass es hier Bäume gab"? Ich würde dir wirklich raten, diese Stelle auch noch mal zu überarbeiten und es irgendwie anders darzustellen, dass dieser Baum etwas Besonderes ist.

Zitat:An diesem Tag stand ich jedoch durchnässt unter diesem Baum. Es hatte plötzlich in Strömen angefangen zu regnen und ich hatte unter dem Baum vergebens Schutz gesucht. Von dem grünen Blätterdach war nicht mehr viel übrig. Der Herbst hatte den Bäumen alle Blätter und mir damit den Schutz genommen.
Da sind mir auf kleinem Raum ein paar zu viele Wiederholungen drin ... den letzten Satz finde ich allerdings toll, das ist wieder ein "typisch" forumulierter Shaddow-Satz.

Zitat:So hatten wir uns kennen und lieben gelernt. Ich las ihr jeden Wunsch von den Augen ab und schwieg charmant zu Themen, zu denen ich ihr nichts sagen wollte.
*gg*

Zitat:Es war eine unserer Besonderheiten, das uns Menschen innerhalb kurzer Zeit vergaßen, wenn sie uns nicht mehr sahen, auch wenn wir ihnen sehr nah standen.
dass

Zitat:Alleine der Gedanke daran schnitt in mein Herz.

schnitt mir ins Herz

Zitat:Der Wind blies mir die Schneeflocken mit derselben Kälte ins Gesicht, die ich ausstrahlte.

Mit "der gleichen", nicht "derselben"

Zitat:Es musste heute enden, bevor es kein Zurück gab.

Vielleicht noch ein "mehr" einfügen nach Zurück

Zitat:Wahrscheinlich war es die Entschlossenheit und die Ernsthaftigkeit mit der ich es gesagt hatte. Es hatte endgültig geklungen.
Ernsthaftigkeit, mit der ...

Zitat:Ich fühlte mich aber nur noch schlechter, weil sie mir damit wieder vor Augen führte wie passend sie für mich war.

führte, wie passend ...

Zitat:Ich konnte fühlen, wie sich meine Fänge offenbarten, konnte es aber kontrollieren.
Warum nicht konkreter (und damit eine Wdh gespart): Ich fühlte, wie sich meine Fänge offenbarten, konnte es aber kontrollieren.

Zitat:„Ich liebe dich“, hauchte sie mir zu, bevor sie sich abwendete und ins Haus ging.
abwandte (ich bin mir nicht sicher, ob man deine Form benutzen kann)

Zitat:Ich hatte mit Allem, aber nicht mit so einer Reaktion gerechnet und das machte es mir so schwer „Leb’ wohl“ zu sagen.
allem
Komma nach gerechnet
Komma nach schwer, Lebwohl ohne Anführungsstriche

Zitat:Die Zeit lief mir davon und ich musste ihr folgen.
Unbestritten mein Lieblingssatz in deinem Text. Sehr, sehr schön.

Zitat:Ich konnte es vorhin nicht einordnen, weil ich nicht daran geglaubt hatte.
Ich hatte es vorhin nicht einordnen können, ...

Zitat:Ein zartes Lächeln huschte über mich Gesicht und ich sah wieder zu dem Fenster.

mein Gesicht

Zitat:Wenn sie über uns bescheid wusste, musste sie nicht fragen.
Bescheid

Zitat:ch würde warten, dass sie mich suchte wenn es soweit war.
suchte, wenn ...

Ich weiß, das ist jetzt ganz schön viel, aber ich bin mir sicher, dass du mit ein wenig Überarbeitung etwas so Tolles aus deiner Geschichte machen kannst, wie man (ich) es von dir gewohnt ist. Die Handlung bzw. die Idee ist toll, das Dreiergespann gefällt mir auch (auch wenn ich gern noch etwas mehr von James gesehen hätte) und zwischendrin hast du ein paar tolle Sätze.

Was mir jetzt noch mal negativ aufgefallen ist beim Lesen, war, dass du unglaublich viele Hilfsverben und einfache Verbkonstruktionen benutzt hast. Überall das "hatte" und "würde" - davon könnte man vieles konkretisieren und den Text damit sowohl straffen als auch die Formulierungen verfeinern. Oft auch hättest du dir ein "ich" sparen können, in dem du Sätze gerafft hättest. Ich meine damit Sätze wie "Ich konnte sie sehen und ich war froh" (jetzt mal was ganz Simples). Auch hast du viele Sätze mit "und" verbunden (das passiert mir selbst auch ganz oft, ist mir neulich aufgefallen ...).

Ich hoffe, du nimmst mir meine Kritik nicht übel - ich bin wirklich überzeugt, dass das eine schöne Shaddow-Geschichte werden kann.

Lieben Gruß,

Lilly


Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #9 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
Hallo Lilly,

ich habe mich erstmal erschrocken, weil ich das Ende nicht gefunden habe. Was ist denn das für ein Hammer-Kommentar? Das nimmt bei mir beim rauskopieren 5 Seiten ein O.O. Wie lange hast du denn daran gesessen?! Also vielen Dank dafür.

Zitat:wie glücklich ich bin, dich hier wiedergefunden zu haben, weißt du ja schon - und dann auch noch eine neue Geschichte, wie schön! Ich hätte sie auch schon früher kommentiert, aber ich hatte Besuch - der inzwischen wieder gegangen ist - und daher jetzt erst Zeit. Aber ich nehme an, das wirst du mir nachsehen.
Ich bin ja genauso froh, dass wir uns nicht verlieren. Bist doch nicht dazu verpflichtet irgendwas zu kommentieren, also kein Problem. Ich freue mich natürlich trotzdem, wenn du es tust.

Zitat:Jaja, du und die Vampire ... *g* Ich habe mich schon gefragt, wann du mal deine eigene Vampirgeschichte schreibst. Ich mag Vampire auch sehr (habe aber komischerweise noch nie in eine Vampirgeschichte aus dem Forum hineingeschaut) und hab dir, glaub ich, auch mal einen Lesetipp gegeben. Da geht es auch um eine schicksalhafte Liebesbeziehung ... hach ...
Ich erinnere mich Icon_wink Das hat sich meine Freundin auch schon gefragt, wenn ich endlich mal was über meine momentanen Lieblinge schreibe und ich mich selbst auch Icon_wink Das Thema hat sich einfach angeboten und ich kam nicht mehr drum herum mich daran zu versuchen.

Zitat:Unglücklicherweise wird mein Kommentar zu deinem Text dieses Mal nicht ganz so gut ausfallen können wie sonst. Du hast wieder sehr schöne Elemente und Sätze drin, keine Frage, aber mir kam die Geschichte nicht ganz ausgereift vor. Es gab viel Umgangssprachliches und nicht so geschickt formulierte Sätze, viel mehr als sonst, die mir das Lesen erschwert haben, weil die Sache dadurch nicht rund genug lief.
Ist aber nichts, wo man nicht dran arbeiten könnte - und vielleicht bist du ja auch gar nicht meiner Meinung. Ich werd dir die Stellen (oder zumindest ein paar) trotzdem mal heraussuchen.
Kein Problem. Ich war mit der Geschichte oft auch sehr unzufrieden und habe zwischendurch öfter mal mit mir gerungen sie abzubrechen. Außerdem sind nicht so gute Kommentare auch immer gut, solange sie gut begründet sind.
Ich neige ja sowieso sehr zur Umgangssprache, also kann ich die Kritik sofort nachvollziehen. Und auch an sich habe ich mich mit der Geschichte oft ziemlich schwer getan, was die ja anscheinend aufgefallen ist.
Zitat:Zitat:
Wir wurden geboren, genau wie Menschen. Man konnte es mit einem Virus vergleichen, einem Fehler, den man von Geburt an hatte, der irgendwann ausbrach.

Also das ist mal wirklich originell, großes Lob. Diese Version kannte ich vorher nicht und sie hat was.
Ist aber nicht von mir erfunden. Auch eine geliehene Eigenschaft, die ich aber unglaublich toll finde.

Zitat:Ich weiß, das ist jetzt ganz schön viel, aber ich bin mir sicher, dass du mit ein wenig Überarbeitung etwas so Tolles aus deiner Geschichte machen kannst, wie man (ich) es von dir gewohnt ist. Die Handlung bzw. die Idee ist toll, das Dreiergespann gefällt mir auch (auch wenn ich gern noch etwas mehr von James gesehen hätte) und zwischendrin hast du ein paar tolle Sätze.
Ich kann dir sagen, dass du ziemlich genau sämtliche meiner Lieblings- und Stolperstellen gefunden hast, wegen den ich oft ins grübeln kam, wie ich weiter schreiben soll, dann aber doch weiter geschrieben habe, weil ich die anderen Stellen mochte.

Ich bin mir inzwischen sogar relativ sicher, dass ich das ich James und Rave noch mal aufgreifen werde und den beiden etwas Eigenes mache.

Zitat:Was mir jetzt noch mal negativ aufgefallen ist beim Lesen, war, dass du unglaublich viele Hilfsverben und einfache Verbkonstruktionen benutzt hast. Überall das "hatte" und "würde" - davon könnte man vieles konkretisieren und den Text damit sowohl straffen als auch die Formulierungen verfeinern. Oft auch hättest du dir ein "ich" sparen können, in dem du Sätze gerafft hättest. Ich meine damit Sätze wie "Ich konnte sie sehen und ich war froh" (jetzt mal was ganz Simples). Auch hast du viele Sätze mit "und" verbunden (das passiert mir selbst auch ganz oft, ist mir neulich aufgefallen ...).
Sehr berechtigte Kritik. Ich benutze viel zu gerne Hilfsverben und Füllwörter. Gerade in der Geschichte sind es viel zu viele, wie mir jetzt gerade selbst auffällt.

Zitat:Ich hoffe, du nimmst mir meine Kritik nicht übel - ich bin wirklich überzeugt, dass das eine schöne Shaddow-Geschichte werden kann.
Gar nicht. Ist alles vollkommen berechtigte Kritik und ich werde mich jetzt mal ans Überarbeiten machen Icon_wink

Danke noch mal für die ganzen hilfreichen Sachen.

Liebe Grüße
Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
Mehr über mich und meine Werke.

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #10 |

RE: Was Ewigkeit bedeutet
Hallo shaddowlino,

ich machs wie immer und fange mit den Textanmerkungen.

Zitat:And the people walking by don't have a clue
That I kissed your face
Till the sun was in our eyes
Till the afternoon arrived
And I can't explain

Backstreet Boys - Unsuspecting Sunday Afternoon
Hier hätte ich schon beinahe aufgehört mit dem Lesen. Ich kann die Backstreet Boys nicht ausstehen.Mrgreen

Zitat:Würde sie mich immer noch lieben, wenn sie wüsste, wer ich wirklich bin, was ich wirklich bin?
Finde die Formulierung nicht schön, da zweimal "wirklich bin" drin ist.
Streich doch einfach das erste, dann klingt es besser.
Würde sie mich immer noch lieben, wenn sie wüsste, wer ich, - was ich wirklich bin?

Zitat:Sie war nicht die erste Frau, die ich liebte und der ich beim Sterben zusehen müsste. Nein, aber es tat jedes Mal erneut weh, auch wenn ich es immer gewesen war, der sie weggeschickt und dazu gezwungen hatte, ein normales Leben zu führen
Diese Stelle ist etwas verwirrend, denn zuerst hört sich es an, als ob er sie umgebracht hätte, erst das "ein normales Leben zu führen" löst das dann richtig auf, allerdings viel zu spät finde ich. Besser wäre, wenn du vorher erwähnst, dass er sie zwingt ein normales Leben zu führen. Etwa so:
Sie war nicht die erste Frau, die ich liebte und der ich beim Sterben zusehen musste. Aber es tat jedes Mal erneut weh, deswegen schickte ich sie fort und zwang sie ein normales Leben zu führen. Es war besser so. Ich zog diese Art Schmerz dem vor sie verwelken zu sehen.

Zitat:Ich mied das direkte Sonnenlicht, aß, trank, versuchte zu schlafen. Eigentlich war ich für Außenstehende menschlich. Ein Mensch von außen, ein Monster von innen.
Das hier müsstest du in die Gegenwart setzen, er spricht schließlich über sein Leben und für ihn ist es ja noch aktuell.

Zitat:Er hielt genau wie ich seine dunkle Seite versteckt und versuchte sie niemandem zu zeigen.
Ich würde diesen Satz streichen, er wirkt sehr unmotiviert auf mich, so als ob du zwanghaft, das Thema des Wettbewerbs einmal erwähnen wolltest.
Außerdem muss ich nach dem Lesen der ganzen Geschichte sagen, dass ich keine dunkle Seite an ihm finden kann, passt also auch nicht wirklich zu ihm.

Zitat:Ich konnte ihn riechen, meilenweit, seine Schritte hören und von anderen unterscheiden, auch wenn sie kein anderer wahrnahm.
Irgendwie kommt mir der Satz seltsam vor, etwas stört mich, ich kann aber nicht richtig sagen was. Ich glaube es ist die Satzstellung, die klingt für mich nicht ganz rund.
Ich würde einen Punkt statt ein Komma nach meilenweit vorschlagen.

Zitat:Es war nicht so, dass ich die Helligkeit oder die Öffentlichkeit nicht mochte, mich störten nur die Blicke, vor allem heute. Sehnsüchtige Blicke von Frauen, die gerne eine Nacht mit mir verbringen würden. Ich hatte es satt. Mein Bruder liebte es, aber er mochte alles, was ich verabscheute. Er mochte die Frauen, er mochte Spaß und er mochte sein Leben. Leben - wenn man das so nennen konnte.
Das halte ich für ein bißchen übertrieben. Er zeigt sich und alle Frauen verfallen ihm? Ne ziemlich blöde Eigenschaft für einen Vampir, denn dadurch würde er sofort gnadenlos auffallen und früher oder später erkannt werden.

Zitat:Das war ein Grund, warum ich dennoch gerne mit ihm zusammen war:
Wieso "dennoch"? Bisher hast du nicht geschrieben, dass er nciht gerne mit seinem Bruder zusammen ist.

Zitat:Ich zeigte meine wahre Gestalt nur, wenn ich unbedingt musste - um mich von meinem Bruder zu nähren. Wir lebten nicht von Menschblut, wie immer gesagt wurde. Wir brauchten unsere Spezies.
Da würde mich echt interessieren, wie das funktionieren soll. Beide haben nur eine begrenzte Menge Blut und sie brauchen welches, um zu leben, also verbrauchen sie es auch. Wie können sie also überhaupt überleben, irgendwann ist das Blut von dem jeweils anderem weg. Und ihr Körper kann wohl auch kein Blut herstellen, denn sonst bräuchten sie ja überhaupt keins zu trinken. Dieses Konzept überzeugt mich überhaupt nicht, wenn ich ehrlich bin.

Zitat:Wenn es doch vorkam, dass wir einen Menschen durch unsere Fänge verletzten, geschah gar nichts.
Wie kann so etwas bitte vorkommen, sie müssen doch keine Menschen beißen, also warum sollte so etwas mal vorkommen?

Zitat:Das einzige Problem war, die kleine Wunde zu erklären.
Welche kleine Wunde. Von einem Biss müssten eigentlich zwei zurückbleiben und die sind deutlich zu sehen, abgesehen davon dürfte der Beroffene genau wissen, woher die Wunde stammt, schließlich ist er dabei, wenn der Vampir ihn beißt.

Zitat:Man konnte es mit einem Virus vergleichen, einem Fehler, den man von Geburt an hatte, der irgendwann ausbrach.
Das erinnert mich jetzt etwas an "Blade", aber an dem Konzept gibt es auch nichts auszusetzen, könnte sogar interessant sein.

Zitat:So wundervoll ihr Name klang, so schön war sie auch. Schöner als jede andere vor ihr. Bei ihr waren Äußeres und Inneres eins und genau das machte sie so schön.
Du hast hier dreimal schön. Zumindest das letzte solltest du weglassen, indem du einfach den letzten Teil des Satzes streichst, der wirkt eh nur lieblos drangeklatscht, damit es auch der letzte kapiert.

Zitat:Sie hatte mich bei unserem ersten Zusammentreffen schon so angesehen und leicht gelächelt. Vorsichtig versucht herauszufinden, wer ich war.
Also ich bezweifele mal, dass sie schon beim ersten Zusammentreffen schon versucht hat, das herauszufinden. Außerdem, warum ist es für ihn so etwas besonders, dass sie ihn anlächelt? Ich denke er wirkt auf alle Frauen unwiderstehlich, da dürfte es doch für ihn nichts neues sein.

Zitat:Sie suchte nach meinem Geheimnis, doch auch vor ihr hielt ich es versteckt. Schnell akzeptierte sie, dass sie von mir für manche Dinge keine Erklärung erwarten brauchte. Es gab Gründe, warum ich an sonnigen Tagen nichts mit ihr unternehmen wollte, warum ich im Sommer nie braun wurde und warum ich ihr nichts über meine Vergangenheit erzählte. Sie akzeptierte mein Schweigen, weil sie mich liebte, und ich konnte es ihr deshalb nicht sagen.
Das klingt äußerst unrealistisch. Ich denke nicht, dass jemand so ein Verhalten akzeptieren würde.

Zitat:Er wurde kaum von dem Licht der Laternen nur spärlich beleuchtet
Entweder kaum oder nur spärlich. Beides zusammen funktioniert nicht.

Zitat: vor einem reichlichen Jahr gestanden hatte
Den Ausdruck kenne ich nicht, klingt auch für mich sehr seltsam und stört dadurch mich im Lesefluß.

Zitat:Von dem Blätterdach war nicht mehr viel übrig. Der Herbst hatte den Bäumen ihr grünes Kleid und mir damit den Schutz genommen.
Das klingt sehr umgangssprachlich. Besser vielleicht:
Das Blätterdach vermochte mir kaum Schutz zu bieten, hatte der Herbst doch den Bäumen....

Zitat:Ich war mir sogar sicher, dass sie sich von mir zu einer von uns hätte machen lassen, wenn es durch einen Biss funktioniert hätte.
Woher nimmt er diese Gewissheit, da fehlt mir einfach die Begründung. Ich bin ja auch nicht der Meinung, dass alles erklärt werden muss in einer Geschichte, aber bei so einer entscheidenen Sache, muss dann doch eine Begründung her.

Zitat:Mir blieb nur die Möglichkeit, dass ich mich von ihr trennte, solange sie mich noch vergessen konnte, wenn ich sie vor der Wahrheit schützen wollte. Genau der Zeitpunkt war jetzt gekommen und das war auch der Anlass, warum James und ich in bestimmten Abständen die Stadt wechselten. Es war eine unserer Besonderheiten, dass uns Menschen innerhalb kurzer Zeit vergaßen, wenn sie uns nicht mehr sahen, auch wenn wir ihnen sehr nah standen. Deshalb würde auch Sarah mich vergessen, so als ob wir uns nie kennen gelernt hätten. Alleine der Gedanke daran schnitt mir ins Herz. Sie würde die vielen schönen Momente, Tage und Nächte, spurlos vergessen, während mir das alles noch lange Schmerzen bereiten würde.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht das Problem und erst recht nicht warum er sich von ihr trennen muss.
Du sagst, er will es, damit sie ihn noch vergessen kann und ihr das leichter fällt. Das kann ich noch nachvollziehen.
Nur dummerweise nimmst du mit dem nächsten Satz die ganze innere Logik, denn du schreibst, dass sie ihn sowieso vergessen wird, wie alle alle anderen Frauen und zwar sehr schnell, da es eine Eigenschaft von Vampiren ist, vergessen zu werden.
Wenn sie ihn also sowieso schnell vergessen wird, warum will er sie dann verlassen, damit sie ihn noch vergessen kann. Sie tut es doch sowieso.
Das steht im Widerspruch zueinander. Du brichst hier mit der inneren Logik deiner Geschichte.

Zitat:Ich mochte ihre kindliche Seite. Unbeschwert und glücklich. Genau das würde ich jetzt zerstören.
Das klingt für mich ziemich gehässig. Formuliere besser um.
Ich mochte ihre kindliche Seite. Unbeschwert und glücklich. Leider musste ich genau das jetzt zerstören.
wäre mein Vorschlag hier.

Zitat:Ich fühlte mich aber nur noch schlechter, weil sie mir damit wieder vor Augen führte, wie passend sie für mich war.
Schön ausgedrückt.

Zitat:Ihr rotes Blut pochte nah an meinem Mund in ihrer Ader und ich spürte zum ersten Mal den Drang sie zu beißen.
Warum spürt er dieses Verlangen? Er braucht doch sowieso kein menschliches Blut. Die Frage habe ich mir auch schon gestellt, als du ansprachst, dass es vorkam, dass sie Menschen verletzen. Warum, sie brauchen kein menschliches Blut, also ist es für sie uninteressant und es ist unglaubwürdig, dass sie dann einem plötzlichen Verlangen nachgeben.

Zitat:Ich fühlte, wie sich meine Fänge offenbarten, konnte es aber kontrollieren.
Das klingt zu kalt und steril. zeig mir wie er um seine Kontrolle kämpft.

Zitat:Dass es mich doch einfach so überkam, war nur im ersten Jahr nach meiner Verwandlung passiert. Es wunderte mich, dass sich mein wahres Ich meldete, aber das zeigte nur wie viele Gefühle ich für sie hatte.
Hier wieder: Warum sollte es ihn bei einem Menschen überkommen, er hat keinen Grund dazu, schon früher nicht.

Zitat:Menschen hätten jetzt nichts erkannt, aber mein Blick war gerade in der Dunkelheit um ein Vielfaches schärfer.
Hmm, das klingt so nach
ich bin ja so toll, ich bin besser, ich kan im dunkeln sehen
Das passt nicht zu der Stimmung, in der er ist. Ich würde einfach schreiben
Ich sah hinein in die Dunkelheit ihres Fensters.

Zitat:Hatte ich mich geirrt, hatte ich es mir nur eingebildet, um mir eine Zukunft mit ihr ausmalen zu können? Ein Zukunft, die für mich eigentlich nicht existierte. Es war mir egal. Ich rannte los, mied das Licht der Laternen, blieb im Schatten. Ich wollte mich nicht noch mal umsehen. Ich wollte an das glauben, was ich gesehen hatte, dass sie auch ein Vampir war oder dabei war einer zu werden – eine Erklärung dafür, dass das Leuchten nicht immer sichtbar war.
Sein Verhalten hier kann ich nicht nachvollziehen. Er hat die Hoffnung, dass sie eine von ihnen ist, warum geht er also nicht zurück, noch dürfte ihm diese Möglichkeit offen stehen und er scheint sich ja ziemlich sicher zu sein. Wenn er ganz sicher sein will, braucht er doch nur von ihr zu trinken, dann nährt ihn ihr Blut. Mit dem Beißen würde es ja auch keine Probleme geben, wie du oben geschrieben hattest.

Gut kommen wir zum abschließenden Teil:
Deine Geschichte kann mich als Vampirgeschichte leider nicht überzeugen. Als Liebesgeschichte sieht das schon anders aus.
Denn genau das ist sie ja eigentlich, eine Liebesgeschichte. Du zeigst gut seine Gefühhle für sie und das Kennenlernen und Verlieben ist auch gut dargestellt, da habe ich nichts zu meckern.
Nur propfst du dieser doch ganz guten Geschichte den Vampirismus oben drauf, der nicht so recht passen will.
Die Geschichte würde genauso mit jedem anderen Unsterblichen funktionieren, es gibt keinen Grund, warum er ein Vampir sein muss. Du ziehst daraus keinerlei Konfliktpotential für die Geschichte. Dazu kommt, dass dein Konzept von Vampiren nicht ganz durchdacht scheint, du hast mehr als einmal einen Widerspruch in den Eigenschaften, da müsstest du noch einmal überarbeiten.
Außerdem betonst du zwar, er hätte ein wahres Ich oder eine dunkle Seite, aber ich kann sie beim besten Willen einfach nicht finden. Deine Vampire haben nichts mystisches, strahlen keine Gefährlichkeit oder Bedrohlichkeit aus. Das fehlt vollkommen. Im Prinzip sind sie unsterblich und das war es, mehr nicht. Sie sind nicht gefährlich, gar nichts und das fehlt mir einfach.
Wie gesagt als Liebesgeschichte zwischen Mensch und Unsterblicher funktioniert deine Geschichte aus meiner Sicht echt gut, als Vampirgeschichte versagt sie für mich. Das liegt halt daran, dass dein Konzept noch etwas unausgegoren scheint, wodurch Widersprüche entstehen und vor allem weil du daraus nichts ziehst, was die Geschichte voranbringt oder ihr Konfliktpotential und Spannung verleiht.
Ich hoffe ich habe dich jetzt nciht vrärgert mit meiner Kritik.Icon_wink

LG,
Drakir

Auf das der Wind in eurem Rücken, nie euer eigener sei. (alter irischer Reisegruß Icon_wink)
drakir
und seine Werke

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2020 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme