Es ist: 15-11-2019, 18:31
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Minutensammler
Beitrag #1 |

Minutensammler
Minutensammler

„Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das Kostbarste stehlen: die Zeit.“
Napoleon I. (Bonaparte, 1769-1821), Kaiser d. Franzosen

Blitze zuckten über den nachtdunklen Himmel, hinterließen kein Licht, sondern angespannte Atmosphäre. Kurz tauchte ein Männergesicht aus dem Dunkel auf. Ernst. Schattenumrissen. Nach wenigen Sekunden verschwand es wieder in der Finsternis, wo es in der Unkenntlichkeit untertauchte, während die Schritte eines anderen Mannes auf dem Asphalt hallten. Leander konnte erkennen, dass er es eilig hatte. Ohne Unterlass trommelten die Sohlen auf den Boden. Er trug einen dunklen Anzug. Die Zeitlosigkeit des anderen konnte Leander fast körperlich spüren. Er war spät dran, hatte vielleicht zu lange gearbeitet und wollte jetzt schnell nach Hause. Gedanklich seufzte Leander. Zeit war etwas zu wertvolles, um so vergeudet zu werden. Ein weiterer Blitz zuckte über den Himmel und erhellte die Nacht.
„Entschuldigen Sie. Wissen Sie wie spät es ist?“
Die Stimme schien wie aus dem Nichts zu kommen, obwohl Leander wusste, dass es seine eigene war. In der Faust verbarg er seine Taschenuhr, mit ihr fühlte er sich sicher und sie konnte ihn vor der Zeitlosigkeit retten. Er wusste, dass Anzugmann gerade erst auf die Uhr gesehen hatte und spürte, dass er es wieder tun würde. Um Zeit zu gewinnen.
„Ich habe keine Zeit.“
Sein Gegenüber ignorierte ihn fast. Sah ihn nicht an, blieb nicht stehen, verlangsamte nur seine Schritte.
Leander wurde ärgerlich. Er spürte eine Wut in sich, die er zuletzt gespürt hatte, als sein Vater seine Mutter verlassen hatte. Er holte ihn ein, versperrte ihm den Weg und sah den Mann an. Ein Donnergrollen erfüllte die Nacht zwischen ihnen und der Regen würde nicht mehr lange auf sich warten lassen. Sein Blick wurde schärfer. Durchdringend. Er legte dem Anzugträger eine Hand auf die Schulter, die andere verkrampfte sich um die Taschenuhr, deren Ticken sich nicht gegen den Gewittersturm durchsetzen konnte.
„Sagen Sie mir, wie spät es ist.“
Jetzt sah ihn der andere an, sein Blick war unruhig. Huschte hin und her. Angst sprach aus seinen Augen.
„Es ist fast halb zwölf“, anwortete er. Ohne auf die Uhr zu sehen. Ohne das Selbstbewusstsein, welches sich vorher zwischen seinen Worten befunden hatte. Leander zählte nach. Bei dem kurzen Wortwechsel hatte er fast eine Minute gesammelt. Zufrieden ließ er den Mann gehen, sah ihm aber nach bis dieser in der Nacht verschwunden war.

***
Die Sonne erhob sich in der Ferne über den Rand der Welt und erinnerte Leander an eine reife Zitrusfrucht. In gleichmäßigen Abständen berührten seine Schuhe den Asphalt und hinterließen dabei kaum ein Geräusch. Zum Schutz vor der Kälte hatten sich die Wartenden in warme Mäntel gehüllt – noch hatten sie die Last des Winters nicht abgeworfen. Ihr Atem schwebte in kleinen Wölkchen vor ihren Mündern und sammelte sich über den Köpfen unter dem Dach des Bushaltehäuschens.
„Haben Sie ein paar Minuten für mich?“
„Natürlich, ich muss ja auf den Bus warten.“
Leander sah sie nicht an. Er durfte seinen Opfern kein Gesicht geben. Es genügte, wenn er wusste, dass sie eine Frau war. Seinen Blick hielt er auf den schwarzen Asphalt gerichtet. Er hatte nur wenig Zeit – gerade solange bis der Bus kommen und sie einsteigen würde.
Jetzt musste er die Minuten sammeln. Er drückte einen Knopf an seiner Uhr und sie übernahm das Zählen für ihn.
Eins. Zwei. Drei.
Es lief gut für ihn.
„Fahren Sie zur Arbeit?“
„Ja.“ Sie sah auf die Uhr. Leander hatte beobachtet, dass das viele Menschen entweder aus Nervosität oder Langeweile taten. Er sah ebenfalls auf die Uhr.
Fünf. Sechs. Sieben.
„Dieser Bus kommt immer pünktlich.“ Beruhigen war gut, so gewann er ihr Vertrauen – und ihre Zeit.
„Das hoffe ich auch. Ich darf nicht schon wieder zu spät kommen.“ Sie sah auf die Uhr. Er sah auf die Uhr.
Dreizehn. Vierzehn. Fünfzehn.
Wundervoll.
Dann kam der Bus. Er setzte den Blinker, fuhr so nahe wie es ging an den Bordstein und öffnete die Tür. Niemand stieg aus, aber alle Wartenden stiegen ein. Außer Leander. Er sah wieder auf die Uhr. Er hatte eine ganze Minute gesammelt.

***
Sein Großvater war gestorben. Aber Leander störte das nicht, außer dass deshalb die Feier zu seinem siebzehnten Geburtstag verschoben werden musste. Trotzdem veränderte der Tod Leanders Leben, denn er erbte die Taschenuhr. Es war eine silberne Uhr zum Aufziehen, wie man sie oft in alten Filmen sah, wo sie an einer Kette dicken Herren mit Zylindern vor den Bäuchen hingen. Irgendwie gefiel sie ihm. Die dicken Zeiger und die großen Ziffern. Fasziniert stellte er die richtige Zeit ein, zog sie auf und beobachtete, wie sich der Minutenzeiger unmerklich weiterschob. Das leise Ticken beruhigte ihn und er nahm sie mit in sein Zimmer.
Silbrig glänzend lag die Uhr auf seinem Schreibtisch, warmes Sonnenlicht schien darauf. Draußen zwitscherten munter lebenslustige Vögel, während unten in der Küche seine Eltern stritten.
Wie immer.
Leander lag auf seinem Bett und versuchte sowohl die Vögel, als auch seine Eltern zu ignorieren. Er hasste sich dafür, aber er wusste nicht, was er hätte tun sollen.
Nach draußen gehen? Nein. Das wäre falsch.
Gleich würde seine Mutter mit verweinten Augen nach oben kommen, ihn umarmen und sich selbst einreden, dass alles in Ordnung war. Sobald sie sein Zimmer verließ, würde sein Vater kommen und dasselbe tun. Wenn Leander nicht da wäre, würden sie darüber streiten, wer an seinem Verschwinden Schuld war.
Er kam sich vor, wie ein Gefangener in seinem eigenen Leben. Niedergeschlagen erhob er sich und schloss das Fenster, um zumindest das Vogelgezwitscher auszusperren, welches ihn zu verhöhnen schien. Dabei fiel sein Blick auf die Uhr.
Vorsichtig nahm er sie in die Hand und dachte an seinen Großvater. Er hatte ihn niemals kennengelernt, war sich aber sicher, dass dieser ein besseres Leben geführt hatte. Damals, als es noch kein Farbfernsehen gab, noch keine Mikrowellen und keine Scheidungen. Leanders Finger verkrampften sich um das kühle Gehäuse, als er spürte, dass sich in seinen Augen Tränen sammelten. Er zog die Uhr auf, was er erst einmal getan hatte, und konzentrierte sich.
Tick-Tack. Tick-Tack.
Leander wollte nichts anderes mehr hören, nur dieses gleichmäßige Geräusch. Langsam beruhigte er sich und glaubte sogar sein Herzschlag und seine Atmung hätten den Rhythmus des Uhrentickens angenommen.
Einatmen. Tick.
Ausatmen. Tack.
Für einige Minuten befand er sich nicht mehr in seinem Zimmer. Er befand sich in zeitloser Schwärze, die ihn tröstlich umgab. Ein Raum in dem er nichts anderes tun, nichts anderes hören brauchte, als das gleichmäßige Ticken. Für ein paar Herzschläge war er glücklich, bis seine Mutter die Tür aufstieß.
Irgendwann vor Weihnachten hörten seine Eltern auf zu Streiten, aber nur weil sein Vater das Haus verlassen hatte und nicht mehr wiederkam. Seine Mutter musste nun von morgens bis abends arbeiten und ließ ihn allein. Allein mit sich und der Taschenuhr, die für ihn zum Talisman geworden war und sein einziger Trost. Sie sagte ihm was zu tun war. Ob es Zeit war aufzustehen, zu Essen, oder ob er den Bus noch erreichte. Es schien, als ob sie auf alle Fragen eine Antwort wusste – die Antwort war.

***

Es regnete. Leise trommelten die Tropfen eine Melodie auf das Plastikdach des Bushaltehäuschens.
Plock-Plock-Plock.
Leander mochte das Geräusch. Es erinnerte ihn an das Ticken der Taschenuhr, die er sicher unter seinem Anorak vor zu vielen Blicken verbarg. In der Nähe seines Herzens. Ihr Ticken konnte er nur hören, wenn es ganz Still war, wenn kein anderes Geräusch seine Ohren ablenkte. Dann gab es für ihn nur seinen Herzschlag, den er spürte und das Uhrenticken, das er hörte. Er dachte an längst vergangene Frühlingstage, an zwitschernde Vögel und an aufgehende Türen. Doch diese Gedanken ließen ihn auch in die Realität zurückfinden.
Er musste sich die verlorenen Minuten zurückholen. Zeit, die er damit verschwendet hatte auf irgendetwas zu warten. Darauf, dass seine Eltern aufhörten zu Streiten, auf Mädchen mit denen er verabredet war und die nicht erschienen, auf Busse, die nicht fuhren. Ständig hatte er das Gefühl die Zeit zu verlieren. Deshalb war er ein Sammler geworden. Er hob das auf, was er selbst nicht besaß und das den Menschen am Wichtigsten war. Zeit.
Er nahm sie sich, ohne dass es seine Opfer merkten, Zeit, die sie sinnlos vergeudeten – verschwendeten, wegwarfen.
Sie blickte auf die Uhr. Eine Bewegung, wie Leander sie schon tausende Male gesehen hatte und doch wirkte sie bei ihr anders. Die Frau lächelte dabei. Leander drängte sich durch die kleine Menschenmenge, die sich unter das Dach des Wartehäuschens gerettet hatte. Ohne Nachsehen zu müssen, wusste er, dass der Bus in genau zwei Minuten kommen würde. Er würde seine Türen öffnen und sie mitnehmen. Ihn nicht. Ein paar böse Schimpfworte musste er sich anhören, bis er sie erreicht hatte, aber dann stand er direkt vor ihr. „Entschuldigen Sie. Haben Sie ein paar Minuten für mich?“
Verwirrt blickte sie ihn an, was nichts Neues war. Die Frage nach der Zeit, war eine sehr persönliche Sache. Dann schaute sie nach links und rechts, als ob sie erst jetzt bemerkte wo sie war.
„Was glauben Sie denn? Ich stehe hier eingezwängt zwischen ungefähr fünzig Menschen.“ Leander wusste nicht, was er sagen sollte. Entweder freuten sich die Menschen, dass er ihnen die Wartezeit verkürzte, sie reagierten mit Ablehnung, oder - wie so oft – war er ihnen egal.
„Nun … äh … das tut mir Leid.“ Im selben Moment hätte Leander sich am liebsten geohrfeigt. So etwas Dummes hatte er noch nie gesagt. Das muss an dieser Frau liegen, versuchte er die Peinlichkeit von sich zu weisen. An ihren Augen, deren Blau ihn an die Unendlichkeit des Meeres denken ließ. Aber dann lächelten ihre Lippen und Leander gewann seine Fassung zurück.
„Was sind Sie denn für einer? Entschuldigen Sie sich gleich bei mir, weil es regnet?“
„Nur, wenn Sie mir dafür ein paar Minuten schenken“, antwortete Leander mit einer Ernsthaftigkeit, die sie nicht verstand. Das verriet ihm ihr Lächeln.
„Aber gerne doch.“ Sie schaute sich wieder um. „Ich kann im Moment nichts anders tun.“ Leander befand sich wieder auf sicherem Boden.
„Fahren Sie zur Arbeit?“
„Ja. Zum Spaß stehe ich bestimmt nicht hier.“ Er musste den Impuls unterdrücken, sich schon wieder bei ihr zu entschuldigen.
„Dieser Bus kommt immer pünktlich.“ Akribisch klammerte sich Leander an seine Taktik.
„Woher wissen Sie das? Stehen Sie jeden Tag hier und beobachten den Bus?“
„Ja … ähm … so kann man das sagen.“ Er erwischte sich dabei, wie er aus Nervosität auf die Uhr schaute. Noch eine Minute, er musste sich auf sein Ziel konzentrieren.
„Aber das ist eine lange Geschichte. Soviel Zeit haben wir nicht mehr. Sie wollen ja sicher pünktlich kommen.“
„Einen Termin habe ich eigentlich nicht. Ich möchte das hier nur so schnell wie möglich erledigt haben.“ Sie hob eine Tasche hoch, die aussah, als enthalte sie wichtige Papiere. Schon zum zweiten Mal hatte sie ihn aus der Fassung gebracht. Wie sollte sie nur jemals an ihrem Ziel ankommen, wenn sie nicht wusste, wann sie da sein sollte? „Das ist gut.“ Mehr konnte er nicht sagen. Er war zu sehr damit beschäftigt seine Gedanken zu sortieren und der Bus näherte sich bereits dem Wartehäuschen.
„Sie wollen doch sicher auch in die Stadt?“ Leander konnte nur nicken.
„Dann können wir doch zusammen fahren und Sie erzählen mir diese ‚lange Geschichte’. Wissen Sie, die würde mich interessieren und ich habe Zeit.“
Ich habe Zeit.
Die Worte drehten sich in Leanders Kopf. Kreisten hin und her. Verschwammen ineinander und festigten sich wieder.
Ich habe Zeit.
In seinem Kopf befand sich nichts mehr. Nur Leere und diese drei Worte. Er hoffte sie wieder zu hören. Diesen herrlichen Klang der Zeitlosigkeit. Von der Menge ließ er sich mit in den Bus treiben. Erst als er neben der Frau saß stellte er fest, dass er vergessen hatte die gesammelten Minuten zu zählen.
Es war ihm egal.

Ich glaub ich brauche Meinungen dazu. Obwohl ich das Gefühl habe Leander nicht genug erklärt zu haben, weiss ich nicht an welcher Stelle ich noch ansetzen könnte, um ausführlicher zu werden. Außerdem brauch ich Meinungen zur Rubrik. Für Phantastik ist es nicht phantastisch genug, gruselig ist es nicht, spannend ist es nicht, emotionslastig ist es nicht ...

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: Minutensammler
Hallo Lady.

Lange nicht mehr gelesen. Hoffe, Du hast nichts dagegen, wenn ich mir mal Deinen neuesten literarischen Erguss zur Brust nehme?

Technische Anmerkungen:
Vorweg angemerkt: Im Text sind viele Sätze hintereinander weggeschrieben, wo ich persönlich dazu tendieren würde, diese in einer neuen Zeile beginnen zu lassen, da dort meistens eine Szene/eine Erklärung/ein Bild endet und ein neues beginnt. Dicht an dicht liest es sich leider nicht so gut.
(Keine Panik, reine Format-Frage. Ich nehme an, es handelt sich hier um die Geschichte aus dem Motivationsprojekt?)

Zitat:Nach wenigen Sekunden verschwand es wieder in der Finsternis, wo es in der Unkenntlichkeit untertauchte. Die Schritte des anderen Mannes halten auf dem Asphalt. Leander konnte ...
Das hier zum Beispiel wäre eine solche Stelle, doch durch die Konzeption der Sätze müsste demnach jeder Satz in einer neuen Zeile beginnen, da immer etwas beendet wird. Einmal das Gesicht des Mannes, dann die Schritte und schließlich Leander.
Ich würde empfehlen, zumindestens den ersten mit dem zweiten Satz zu kombinieren.

Vorschlag:
Nach wenigen Sekunden verschwand es wieder in der Finsternis, wo es in der Unkenntlichkeit untertauchte, während die Schritte des anderen Mannes weiter auf dem Asphalt halten.
Leander konnte ...


Zitat:Leander konnte erkennen, dass er es eilig hatte. Ohne Unterlass trommelten die Sohlen auf den Boden. Er trug einen dunklen Anzug. Leander konnte die Zeitlosigkeit des Anderen fast körperlich spüren. Er war spät dran, hatte vielleicht zu lange gearbeitet und wollte jetzt schnell nach Hause. Gedanklich seufzte Leander.
Ich weiß, dass es schwer ist, wenn man mit zwei geschlechtsgleichen Darsteller arbeiten muss. Dennoch ist die häufige Nennung von 'Leander' kontraproduktiv.
Um die beiden Männer von einander abzugrenzen könnte man doch von dem Mann auf der einen, und er auf der anderen Seite sprechen. Oder Du nimmst einige bereits beschriebene Aspekte mit dazu. Der Mann ohne Gesicht (weil schon wieder in der Unkenntlichkeit verschwunden), oder der Anzugmann/Mann mit dem Anzug. (Wobei natürlich dann wchtig wäre, was Leander gerade trägt.)

Weitere Abgrenzungsmöglichkeit wäre beispielsweise die Überlegung, ob man die Gedanken (oder die Sätze, die man Leander zurechnen könnte) kursiv setzt und ihm direkt zuordnet. Beispielsweise der Satz:
Zitat:Er war spät dran, hatte vielleicht zu lange gearbeitet und wollte jetzt schnell nach Hause.

Insgesamt würde das dann (mit Aus- und Umbau, sowie Satzzusammenfügung) so aussehen:
Leander konnte erkennen, dass er es eilig hatte. Bekleidet mit einem dunklen Anzug, trommelten dessen Sohlen ohne Unterlass auf den Boden und er konnte die Zeitlosigkeit des Mannes ohne Gesicht fast körperlich spüren.
Er war spät dran, hatte vielleicht zu lange gearbeitet und wollte jetzt schnell nach Hause. Gedanklich seufzte Leander. Zeit war etwas zu wertvolles, um so vergeudet zu werden.
Ein weiterer Blitz zuckte über den Himmel und erhellte die Nacht.


Zitat:Die Stimme schien, wie aus dem Nichts zu kommen,
Vom Gefühl her glaube ich nicht, dass dort ein Komma hingehört.

Zitat:und er spüdrte, dass er es wieder tun würde.
*husterchen*

Zitat:Sah ihn nicht an, blieb nicht stehen, verlangsamte nur seine Schritte. Leander wurde ärgerlich.
Hier beispielsweise würde ich auch wieder den zweiten Satz in einer neuen Zeile beginnen lassen, da Perspektive Mann endet und Leander beginnt.

Vorschlag:
Sah ihn nicht an, blieb nicht stehen, verlangsamte nur seine Schritte.
Leander wurde ärgerlich.


Zitat:„Es ist fast halb zwölf“, anwortete er schüchtern. Ohne auf die Uhr zu sehen und ohne das Selbstbewusstsein, welches sich vorher zwischen seinen Worten befunden hatte.
Hier stört das markierte Wort den Lesefluss und ..., ich sage mal: 'verbiegt' den Folgesatz in seiner Wirkung. Erst dachte ich, man könnte anstelle von 'schüchtern' vielleicht 'verlegen' nehmen, doch jetzt denke ich, dass eine Fusion der beiden Sätze besser wirken könnte.

Vorschlag 1:
„Es ist fast halb zwölf“, anwortete er ohne auf die Uhr zu sehen - und ohne das Selbstbewusstsein, welches sich vorher zwischen seinen Worten befunden hatte.

Vorschlag 2:
„Es ist fast halb zwölf“, anwortete er. Ohne auf die Uhr zu sehen. Und ohne das Selbstbewusstsein, welches sich vorher zwischen seinen Worten befunden hatte.

Vorschlag 3:
„Es ist fast halb zwölf“, anwortete er. Ohne auf die Uhr zu sehen. Ohne das Selbstbewusstsein, welches sich vorher zwischen seinen Worten befunden hatte.

Zitat:Jetzt musste er die Minuten sammeln. Er drückte einen Knopf an seiner Uhr und sie übernahm das Zählen für ihn. Eins. Zwei. Drei. Es lief gut für ihn.
„Fahren Sie zur Arbeit?“
„Ja.“ Sie sah auf die Uhr. Leander hatte beobachtet, dass das viele Menschen entweder aus Nervosität oder Langeweile taten. Er sah ebenfalls auf die Uhr. Fünf. Sechs. Sieben.
„Dieser Bus kommt immer pünktlich.“ Beruhigen war gut, so gewann er ihr Vertrauen – und ihre Zeit.
„Das hoffe ich auch. Ich darf nicht schon wieder zu spät kommen.“ Sie sah auf die Uhr. Er sah auf die Uhr. Dreizehn. Vierzehn. Fünfzehn. Wundervoll.
Hier könnte man den gesammelten Minuten mehr Aufmerksamkeit schenken, und diese aus dem Textgefüge herausstellen. Das sähe dann beispielsweise so aus:

Jetzt musste er die Minuten sammeln. Er drückte einen Knopf an seiner Uhr und sie übernahm das Zählen für ihn.
Eins. Zwei. Drei. Es läuft gut.*
„Fahren Sie zur Arbeit?“
„Ja.“ Sie sah auf die Uhr.
Leander hatte beobachtet, dass das viele Menschen entweder aus Nervosität oder Langeweile taten. Er sah ebenfalls auf die Uhr.
Fünf. Sechs. Sieben.
„Dieser Bus kommt immer pünktlich.“ Beruhigen war gut, so gewann er ihr Vertrauen – und ihre Zeit.
„Das hoffe ich auch. Ich darf nicht schon wieder zu spät kommen.“
Sie sah auf die Uhr. Er sah auf die Uhr.
Dreizehn. Vierzehn. Fünfzehn. Wundervoll.


(*Ich habe mir die Freiheit genommen und den zweiten Satz in Gegenwartsform Leander zugeordnet.)

Zitat:Sein Großvater war gestorben. Aber Leander störte das nicht, außer das deshalb die Feier zu seinem siebzehnten Geburtstag verschoben werden musste. Trotzdem veränderte der Tod des Großvaters Leanders Leben, denn er erbte die Taschenuhr.
Doppelte Dopplung.

Vorschlag:
Sein Großvater war gestorben. Aber ihn störte das nicht, außer das deshalb die Feier zu seinem siebzehnten Geburtstag verschoben werden musste. Trotzdem veränderte der Tod Leanders Leben, denn er erbte die Taschenuhr.

Zitat:Draußen zwitscherten munter lebenslustige Vögel, während unten in der Küche seine Eltern stritten. Wie immer. Leander lag auf seinem Bett und versuchte sowohl die Vögel, als auch seine Eltern zu ignorieren.
Hier geht durch die Platzierung im Textgefüge die Wirkung verloren. Und in diesem 'Wie immer' steckt schließlich eine ganze Menge Frustration, Monotonie, Lieblosigkeit, etc.

Vorschlag 1:
Draußen zwitscherten munter lebenslustige Vögel, während unten in der Küche seine Eltern stritten.
Wie immer.
Leander lag auf seinem Bett und versuchte sowohl die Vögel, als auch seine Eltern zu ignorieren.


Vorschlag 2: (Als Gedankensatz)
Draußen zwitscherten munter lebenslustige Vögel, während unten in der Küche seine Eltern stritten.
Wie immer.
Leander lag auf seinem Bett und versuchte sowohl die Vögel, als auch seine Eltern zu ignorieren.


Zitat:Er hasste sich dafür, aber er wusste nicht, was er hätte tun sollen. Nach draußen gehen? Nein. Das wäre falsch. Gleich würde seine Mutter mit verweinten Augen nach oben kommen, ihn umarmen und sich selbst einreden, dass alles in Ordnung war. Sobald sie sein Zimmer verließ, würde sein Vater kommen und dasselbe tun. Wenn Leander nicht da wäre, würden sie darüber streiten, wer an seinem Verschwinden Schuld war. Er kam sich vor, wie ein Gefangener in seinem eigenen Leben. Niedergeschlagen stand er vom Bett auf und schloss das Fenster, um zumindest das Vogelgezwitscher auszusperren, welches ihn zu verhöhnen schien. Dabei fiel sein Blick auf die Uhr. Vorsichtig nahm er sie in die Hand und dachte an seinen Großvater.
In diesem Abschnitt würde ich ebenfalls anraten, zu formatieren, da alles sehr dicht aufeinander folgt.

Vorschlag:
Er hasste sich dafür, aber er wusste nicht, was er hätte tun sollen.
Nach draußen gehen? Nein. Das wäre falsch.
Gleich würde seine Mutter mit verweinten Augen nach oben kommen, ihn umarmen und sich selbst einreden, dass alles in Ordnung war. Sobald sie sein Zimmer verließ, würde sein Vater kommen und dasselbe tun. Und wenn Leander nicht da wäre, würden sie darüber streiten, wer an seinem Verschwinden Schuld war.
Er kam sich vor, wie ein Gefangener in seinem eigenen Leben. Niedergeschlagen stand er vom Bett auf und schloss das Fenster, um zumindest das Vogelgezwitscher auszusperren, welches ihn zu verhöhnen schien. Dabei fiel sein Blick auf die Uhr.
Vorsichtig nahm er sie in die Hand und dachte an seinen Großvater.


Zitat:Er zog die Uhr auf, was er erst einmal getan hatte, und konzentrierte sich. Tick-Tack. Tick-Tack. Leander wollte nichts anderes mehr hören, nur dieses gleichmäßige Geräusch. Langsam beruhigte er sich und glaubte sogar sein Herzschlag und seine Atmung hätten den Rhythmus des Uhrentickens angenommen. Einatmen. Tick. Ausatmen. Tack. Für einige Minuten befand er sich nicht mehr in seinem Zimmer. Er befand sich in zeitloser Schwärze, die ihn tröstlich umgab. Ein Raum in dem er nichts anderes tun, nichts anderes hören brauchte, als das gleichmäßige Ticken. Für ein paar Herzschläge war er glücklich, bis seine Mutter die Tür aufstieß.
Hier ebenfalls, denn das Ticken mit der Atmung geht verloren.

Vorschlag: (Wobei Atmung/Ticken verteilt wurde inklusive einem gesetzten Spiegelstrich)
Er zog die Uhr auf, was er erst einmal getan hatte, und konzentrierte sich.
Tick-Tack. Tick-Tack.
Leander wollte nichts anderes mehr hören, nur dieses gleichmäßige Geräusch. Langsam beruhigte er sich und glaubte sogar sein Herzschlag und seine Atmung hätten den Rhythmus des Uhrentickens angenommen
Einatmen. Tick.
Für einige Minuten befand er sich nicht mehr in seinem Zimmer. Er befand sich in zeitloser Schwärze, die ihn tröstlich umgab.
Ausatmen. Tack.
Ein Raum in dem er nichts anderes tun, nichts anderes hören brauchte, als das gleichmäßige Ticken. Für ein paar Herzschläge war er glücklich - bis seine Mutter die Tür aufstieß.


Zitat:An ihren Augen, deren Blau ihn an die Unendlichkeit des Meeres denken ließ.
Ob Leander an das Gleiche denkt, wie ich? Icon_wink

Zitat:„Dann können wir doch zusammen fahren und Sie erzählen mir diese ‚lange Geschichte’. Wissen Sie, die würde mich interessieren und ich habe Zeit.“ Ich habe Zeit. Die Worte drehten sich in Leanders Kopf. Kreisten hin und her. Verschwammen ineinander und festigten sich wieder. Ich habe Zeit. In seinem Kopf befand sich nichts mehr. Nur Leere und diese drei Worte. Er hoffte sie wieder zu hören. Diesen herrlichen Klang der Zeitlosigkeit. Von der Menge ließ er sich mit in den Bus treiben. Erst als er neben der Frau saß stellte er fest, dass er vergessen hatte die gesammelten Minuten zu zählen. Es war ihm egal.
Hier beim letzten Absatz ebenfalls. Es wirkt zu dicht - ein bisschen Luft kann da noch rein um die Eindringlichkeit auszubauen.

Vorschlag:
„Dann können wir doch zusammen fahren und Sie erzählen mir diese ‚lange Geschichte’. Wissen Sie, die würde mich interessieren und ich habe Zeit.“
Ich habe Zeit.
Die Worte drehten sich in Leanders Kopf. Kreisten hin und her. Verschwammen ineinander und festigten sich wieder.
Ich habe Zeit.
In seinem Kopf befand sich nichts mehr. Nur Leere und diese drei Worte. Er hoffte sie wieder zu hören. Diesen herrlichen Klang der Zeitlosigkeit. Von der Menge ließ er sich mit in den Bus treiben.
Erst als er neben der Frau saß stellte er fest, dass er vergessen hatte die gesammelten Minuten zu zählen.
Es war ihm egal.


Inhaltliche Anmerkungen:
Ich gehe hierbei auf Deine Fragen ein - aber vorweg gesagt würde ich diese (da sie sehr explizit sind) ans Ende der Geschichte stellen.

Zitat:Obwohl ich das Gefühl habe Leander nicht genug erklärt zu haben, weiss ich nicht an welcher Stelle ich noch ansetzen könnte, um ausführlicher zu werden.
Zuerst wird nicht ganz klar, was genau das Alles bezwecken soll. Stiehlt Leander jetzt den Menschen die Zeit? Oder ist er der Realität 'entrückt'?
Zur Ausführlichkeit: Da würde ich genauer sagen, warum er dies macht - oder genauer andeuten. So ist es nicht ersichtlich für mich.

Zitat:Außerdem brauch ich Meinungen zur Rubrik. Für Phantastik ist es nicht phantastisch genug, gruselig ist es nicht, spannend ist es nicht, emotionslastig ist es nicht ...
Nun, zuerst dachte ich: komisch. Aber komisch->Komik passt nicht so wirklich. Es regt zum Nachdenken an - also Nachdenklich/Kritisches?

Fazit:
Es liest sich surreal, erinnert ein wenig an Momo. Aber es wird - wie bereits angesprochen - nicht ersichtlich, was genau passiert. Warum Leander (übrigens schöner Name) dies tut ist ersichtlich - aber das Danach nicht. Was passiert mit der Zeit? Ist es eine Zeit-Aufsaugeuhr? Ist der Großvater vielleicht daran gestorben? Äußert sich die Minutensammlerei vielleicht bei den Angesprochenen? Wird deren Gesicht älter? Falten, die plötzlich auftauchen? Gebrechlicher?

Ich stelle diese Fragen, weil ich denke, dass man hier noch ein wenig feinschleifen kann und Potential drin ist - in alle Richtungen wohlgemerkt. Melancholie (Leander ist verrückt) ist genauso vorstellbar, wie Phantastik (es passiert wirklich etwas) oder sogar Horror (Menschen werden älter, er saugt die Zeit über die Uhr auf).

Ich hoffe, ich konnte helfen.

LGD.


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Beitrag #3 |

RE: Minutensammler
Hallo Dread,

oje, du schreibst mir zur Mitternacht einen Kommentar? Na, da bin ich jetzt aber mal gespannt, wie du meinen Leander so erlebt hast. Icon_smile

Zitat:(Keine Panik, reine Format-Frage. Ich nehme an, es handelt sich hier um die Geschichte aus dem Motivationsprojekt?)

Nein, die ist schon vor dem Motivationsprojekt entstanden. Aber mit deiner Format-Frage hast du irgendwie schon recht, ich neige dazu alles hintereinander wegzuschreiben.

Zitat:Weitere Abgrenzungsmöglichkeit wäre beispielsweise die Überlegung, ob man die Gedanken (oder die Sätze, die man Leander zurechnen könnte) kursiv setzt und ihm direkt zuordnet. Beispielsweise der Satz:

Ich hab schon geahnt, dass ich Leanders Namen zu oft erwähne, aber wie du schon sagt, bei gleichgeschlechtlichen Protagonisten ist das schwierig. Hmm, dein Vorschlag mit dem Kursiven hat irgendwie was, aber so richtig gefällt mir das jetzt nicht. Ich probier erstmal das mit dem "Anzugmann" zu verbessern. So lang ist die Szene ja nun auch wieder nicht. Aber danke für den Vorschlag, der hat irgendwie was ...

Zitat:
Zitat:und er spüdrte, dass er es wieder tun würde.
*husterchen*

Doh

Zitat:Vorschlag 3:
„Es ist fast halb zwölf“, anwortete er. Ohne auf die Uhr zu sehen. Ohne das Selbstbewusstsein, welches sich vorher zwischen seinen Worten befunden hatte.

Vorschlag 3 ist gekauft. Bitte einpacken mit Schleife drum. Icon_smile

Zitat:Hier könnte man den gesammelten Minuten mehr Aufmerksamkeit schenken, und diese aus dem Textgefüge herausstellen.

Gute Idee. Auf das Kursive werde ich wohl verzichten, ihnen aber eine eigene Zeile gönnen.

Zitat:Ob Leander an das Gleiche denkt, wie ich? Icon_wink

Ja, sicher. Icon_wink Ich bitte mir diese unbeabsichtigte Eigenwerbung zu verzeihen.

Zitat:Ich gehe hierbei auf Deine Fragen ein - aber vorweg gesagt würde ich diese (da sie sehr explizit sind) ans Ende der Geschichte stellen.

Gute Idee. Sonst stoße ich den Leser noch extra mit der Nase auf die Mängel.

Zitat:Zuerst wird nicht ganz klar, was genau das Alles bezwecken soll. Stiehlt Leander jetzt den Menschen die Zeit? Oder ist er der Realität 'entrückt'?
Zur Ausführlichkeit: Da würde ich genauer sagen, warum er dies macht - oder genauer andeuten. So ist es nicht ersichtlich für mich.

Ja, er ist ein bisschen ausserhalb der Realität so ein richtiger Realitätsflüchtling. Das habe ich versucht mit dieser Scheidungsgeschichte deutlich zu machen, die paar Minuten die er sich da in dieser Zeitlosigkeit befindet, ist er glücklich, so ist sein Tick für die Uhr entstanden. Okay, also das "Warum" muss ich näher erklären.

Zitat:Es regt zum Nachdenken an - also Nachdenklich/Kritisches?

Also so richtig nachdenklich ist es nicht, oder? Hmm, dafür hätte ich wahrscheinlich näher darauf eingehen müssen, warum und wieso die Menschen ihre Zeit verschwenden. Aber es soll ja Leanders Geschichte sein.

Zitat:Es liest sich surreal, erinnert ein wenig an Momo.[...]Was passiert mit der Zeit?

Ja, an Momo musste ich auch denken. Deshalb wollte ich es auch ein bisschen vermeiden, zu zeigen, was mit der Zeit passiert. Aber die Frage ist eine gute Frage. Für Leander ist es wichtig sie zu sammeln. Die Uhr ist auch keine spezielle Aufsaug-Uhr, ich hab sie ihm nur als Hilfsmittel zum Zeitzählen gegeben. Außerdem ticken die alten Uhren so schön laut.

Zitat:Melancholie (Leander ist verrückt) ist genauso vorstellbar, wie Phantastik (es passiert wirklich etwas) oder sogar Horror (Menschen werden älter, er saugt die Zeit über die Uhr auf).

Es scheint so, als müsste ich erst noch genau ausarbeiten, was mit der Zeit passiert, damit man es einordnen kann. Es soll um Leander und "seine" Realität gehen, weil mit der Zeit anschließend nichts passiert. Aber auch das muss ich dann näher erläutern. Wie man vielleicht am Anfang gemerkt hat, hab ich versucht es ein bisschen in Richtung Horror gehen zu lassen, aber den "Opfern" passiert halt nichts.

Zitat:Ich hoffe, ich konnte helfen.

Sehr sogar. Ich danke dir vielmals. Einerseits für die formalen Anmerkungen (du hast recht, Absätze verschaffen dem ganzen mehr Luft) und natürlich für Denkanstöße am Schluss. Ich muss mich wohl nochmal mit Leander zusammensetzen und wir müssen über seine Sammlung sprechen. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: Minutensammler
Hi Lady,

Schon lange wollte ich mal etwas von dir lesen und dir darauf einen Kommentar schreiben, ich hab auch schon oft mit "Farblosigkeit" angefangen, aber irgendwie war mir die Geschichte dann immer etwas zu.. mhh.. surreal, als dass ich mich getraut hätte, etwas dazu zu schreiben.

Da diese Geschichte hier unter Sonstiges steht, habe ich ja vielleicht mehr Glück damit ;-)

____________

Soo, ich hab die Geschichte jetzt durchgelesen.
Und ich fand sie wirklich interessant.
Aber dazu später mehr, zuerst einmal die Sachen, die mir beim Lesen aufgefallen sind:

Zitat:Blitze zuckten über den nachtdunklen Himmel

nachtdunkel. Ist das nicht ein bisschen doppelt gemoppelt?
Der Himmel in der Nacht ist ja eigentlich immer dunkel..
Ich hätte "Blitze zuckten über den nächtlichen Himmel" geschrieben.
Oder wenn du das Dunkle betonen willst: "Blitze zuckten über den rabenschwarzen Nachthimmel" Wobei das dann schon wieder doppelt gemoppelt wäre^^
Aber ja, mir persönlich besser gefallen würde, da mir nachtdunkel irgendwie nicht so passt.

Zitat:Blitze zuckten über den nachtdunklen Himmel, hinterließen kein Licht, sondern angespannte Atmosphäre.

wie kann ein Blitz in der Nacht kein Licht hinterlassen?
Normalerweise ist es ja so, dass wenn Blitze erwähnt werden, man schreibt, wie sie den ganzen Himmel oder sogar die ganze Welt einen kurzen Moment in blendend helles Licht tauchen. (zudem schreibst du das einen Absatz später selbst auch)
Deshalb finde ich hier ein bisschen komisch, dass du genau das Gegenteil schreibst..

Zitat:Kurz tauchte ein Männergesicht aus dem Dunkel auf. Ernst. Schattenumrissen. Nach wenigen Sekunden verschwand es wieder in der Finsternis, wo es in der Unkenntlichkeit untertauchte, während die Schritte des anderen Mannes auf dem Asphalt halten.

hier bin ich richtig verwirrt. Welcher andere Mann? Bis jetzt hast du ja nur ein Männergesicht erwähnt, das kurz zu sehen war?
Bevor du schreibst "des anderen Mannes" müsstest du diesen anderen Mann zuerst einmal einführen, sonst komme ich persönlich als Leser nicht mehr mit.
Oder schreib einfach die Schritte eines anderen Mannes ;-)

Zitat:Leander konnte die Zeitlosigkeit des Anderen fast körperlich spüren. Er war spät dran, hatte vielleicht zu lange gearbeitet und wollte jetzt schnell nach Hause.

Bist du sicher, dass du Zeitlosigkeit meinst?
Zeitlos bedeutet ja, dass etwas ewig anhält bzw. unvergänglich ist.
Dieser Mann scheint mir aber eher im Stress zu sein und zu wenig Zeit zu haben, dafür wäre dann Zeitlosigkeit meines Erachtens der falsche Begriff.

Zudem hätte ich jetzt gesagt, anderen schreibt man klein. Ist ja ein Indefinitpronomen glaube ich.

Zitat:„Entschuldigen Sie. Wissen Sie wie spät es ist?“
Die Stimme schien wie aus dem Nichts zu kommen, obwohl Leander wusste, dass es seine eigene war. In der Faust verbarg er seine Taschenuhr, mit ihr fühlte er sich sicher und sie konnte ihn vor der Zeitlosigkeit retten. Er wusste, dass Anzugmann gerade erst auf die Uhr gesehen hatte und spürte, dass er es wieder tun würde. Um Zeit zu gewinnen. „Ich habe keine Zeit.“ Sein Gegenüber ignorierte ihn fast. Sah ihn nicht an, blieb nicht stehen, verlangsamte nur seine Schritte.

Diese Szene ist mir ein Dorn im Auge, da sie für mich aus logischer Sicht nicht ganz nachvollziehbar ist.
Wieso sagt der Mann nicht einfach auf anhieb die Zeit, sondern läuft weiter und speist Leander mit "Ich habe keine Zeit" ab?
Wieso verlangsamt er aber doch seine Schritte? Wenn er ja vor Leander davonlaufen wollte, würde er seine Schritte eher beschleunigen.
Zudem schreibst du, Leander spüre, dass der Anzugträger gleich wieder auf seine Uhr schauen würde, um Zeit zu gewinnen.
Wieso um Zeit zu gewinnen? Durch ständiges auf die Uhr schauen gewinnt man ja nicht wirklich Zeit, man verliert sie eher.
Und wieso schaut der Anzugräger dann doch nicht auf die Uhr?
Bzw. wieso sag er Leander nicht einfach, wie spät es ist, wenn er doch ohnehin vorher schon auf seine Uhr geschaut hat und somit die Antwort wissen muss.

Zitat:Leander wurde ärgerlich. Er spürte Wut in sich, die er zuletzt gespürt hatte, als sein Vater ihn und seine Mutter verlassen hatte. Er holte ihn ein, versperrte ihm den Weg und sah den Mann an.

da hier das erste "ihn" auf Leander bezogen ist, würde ich danach den anderen Mann nicht gleich auch mit "ihn" bezeichnen.

Zitat:„Es ist fast halb zwölf“, anwortete er. Ohne auf die Uhr zu sehen. ohne das Selbstbewusstsein, welches sich vorher zwischen seinen Worten befunden hatte.

nach "antwortete er" brauchst du keinen Punkt machen finde ich. Das liest sich sonst doch ziemlich zerhackt.
Zudem schreibst du zweimal kurz aufeinander ohne. (was du übrigens beim zweiten Mal aus Versehen klein geschrieben hast, obwohl nach Punkt Icon_smile )

Zitat:Sein Großvater war gestorben. Aber Leander störte das nicht, außer das deshalb die Feier zu seinem siebzehnten Geburtstag verschoben werden musste.

dass

Zitat:Das leise Ticken beruhigte ihn und er nahm sie mit in sein Zimmer.
Silbrig glänzend lag die Uhr auf seinem Schreibtisch, warmes Sonnenlicht schien darauf.

wieso machst du zwischen diesen beiden Sätzen nicht auch diese drei kleinen ***?
Es ist ja ein Szenewechsel.

Zitat:Niedergeschlagen stand er vom Bett auf und schloss das Fenster

"stand er vom Bett auf" klingt ein bisschen schwerfällig.
Ich hätte "Niedergeschlagen erhob er sich vom Bett" oder einfach "Niedergeschlagen erhob er sich" geschrieben, da du ja zuvor schon schreibst, dass er sich auf dem Bett befindet.

Zitat:Dann gab es für ihn nur seinen Herzschlag, den er spürte und das Uhrenticken, was er hörte.

heisst es nicht "das Uhrenticken, das er hörte"?

Zitat:Er nahm sie sich ohne, dass es seine Opfer merkten

das Komma kommt nach "sich".

Zitat:Verwirrt blickte sie ihn an, was nichts neues war.

ich glaube man schreibt Neues gross.

Zitat:Wie sollte sie nur jemals an ihrem Ziel ankommen, wenn sie nicht wusste, wann sie da sein sollte?

An einem Ziel kann man meiner Meinung nach sehr wohl ankommen, auch wenn mann keine genaue Zeitangabe kennt, zu der man dort sein muss Icon_wink

joa, soviel mal dazu.

________________________________

Jetzt zu der Geschichte als Ganzes:

Auch wenn meine obigen Anmerkungen vielleicht nicht so den Anschein machen, aber ich fand deine Geschichte richtig interessant.
Es hat mir Spass gemacht, mich mit ihr zu befassen, zumal ich Leander
ein sehr interessanten Charakter finde.
Mich interessieren seine Beweggründe, die ihn dazu veranlassen, Zeit zu sammeln. Mich interessiert, wie diese Uhr funktioniert und ob sie überhaupt eine Funktion hat, anders als die Zeit anzuzeigen und mich interessiert, was Leander der Frau, mit der er Bus fährt, erzählen wird.
Die Frau scheint mir auf gewisse Art und Weise das komplette Gegenteil von Leander zu sein.
Sie lässt sich von gar nichts stressen und scheint Zeit im Überfluss zu haben, im Gegensatz zu Leander, der ja anscheinend ständig das Gefühl hat, zu wenig davon zu haben.

Aber leider finde ich auch, dass es doch noch einige Schwachstellen in deiner Geschichte gibt, die das Lesevergnügen etwas trüben.

Zum einen ist das der Einstieg in die Geschichte, den ich als ziemlich verwirrend empfinde.
Es fällt schwer, zwischen den beiden Personen zu unterscheiden und zu wissen, wer genau jetzt was sagt und tut.
Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn du zuerst die Leser mit Leander bekannt gemacht hättest bzw. ihn einführst und etwas erklärst und erst dann den zweiten Mann dazuholst.

Ein weitere Punkt, der mich gestört hat, sind die Dialoge.
Sie erscheinen mir oft etwas sinnlos und irgendwie nur Mittel zum Zweck.
Wieso z.B. fragt die erste Frau, die Leander bei der Busstation anfragt nicht nach, was Leander denn genau wolle?
Er fragt sie ja, ob sie etwas Zeit führ ihn hätte und sie bejaht, daraufhin erzählt er ihr aber nur, dass der Bus immer pünktlich sei.
Dann ist die "Konversation" schon vorbei und die Frau steigt schweigend in den Bus.

Was ich andererseits wieder ganz gut gemacht finde ist, wie Leander die Leute fragt: "Haben Sie ein paar Minuten für mich?"
So als ob die Minuten Gegenstände wären, die man einsammeln könne und danach für sich selbst verbrauchen.

Das Konzept der Geschichte finde ich wirklich spannend Lady, aber du musst es irgendwie noch genauer ausführen.
Der Leser will wissen, wieso Leander so verzweifelt Minuten sammelt, die er danach dann ohnehin nicht einlösen kann. (oder kann er doch?)
So bleiben einem nur Mutmassungen.
Vlt. hat er das Gefühl, zu wenig Zeit mit seiner Familie verbracht zu haben, bevor die auseinanderbrach? Oder mit seinem Grossvater?
Und wie funktioniert das Zeit sammeln überhaupt?
Den "Opfern" entsteht ja kein wirklichen Schaden. Sie hätten ihre Zeit beim Warten auf den Bus genau so verplämpert, wenn Leander gar nie mit ihnen gesprochen hätte.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Nimm einfach das raus, was dir weiterhilft und über den Rest kannst du grosszügig hinwegschauen :-)

lg. Elia





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Beitrag #5 |

RE: Minutensammler
Hallo Elia,

willkommen unter meiner kleinen Geschichte, ich bin gespannt, was du dazu zu sagen hast. Icon_smile

Zitat:ich hab auch schon oft mit "Farblosigkeit" angefangen, aber irgendwie war mir die Geschichte dann immer etwas zu.. mhh.. surreal, als dass ich mich getraut hätte, etwas dazu zu schreiben.

Jetzt wo du es sagst: Ja, "Farblosigkeit" ist tatsächlich etwas surreal. Aber ich befürchte Leanders Gedankenwelt hier ist das auch. Icon_ugly

Zitat:nachtdunkel. Ist das nicht ein bisschen doppelt gemoppelt?
Der Himmel in der Nacht ist ja eigentlich immer dunkel..

Klar hast du recht, ist irgendwie wie die tote Leiche doppelgemoppelt. Aber ich bin ehrlich ich steh auf das Wort "nachtdunkel" und deshalb werd ich aus behalten. Icon_wink

Zitat:Normalerweise ist es ja so, dass wenn Blitze erwähnt werden, man schreibt, wie sie den ganzen Himmel oder sogar die ganze Welt einen kurzen Moment in blendend helles Licht tauchen. (zudem schreibst du das einen Absatz später selbst auch)

Das mit dem Blitz, hab ich bissl blöd formuliert, ich meinte das es sofort danach halt wieder dunkel ist. Weil das Licht ja nicht da bleibt. Da werd ich mir nochmal Gedanken um die Formulierung machen.

Zitat:Bevor du schreibst "des anderen Mannes" müsstest du diesen anderen Mann zuerst einmal einführen, sonst komme ich persönlich als Leser nicht mehr mit.
Oder schreib einfach die Schritte eines anderen Mannes ;-)

Ich hab mir schon beim Schreiben gedacht, dass man bei den ganzen Männern durcheinander kommt und hab hier auch mit meiner Formulierung gehadert. Aber dein Vorschlag klingt gut. Icon_wink

Zitat:Bist du sicher, dass du Zeitlosigkeit meinst?
Zeitlos bedeutet ja, dass etwas ewig anhält bzw. unvergänglich ist.

Theoretisch hast du recht. Aber hier ist der Begriff einfach aus Leanders Welt, bzw. ein Wortspiel von mir. Ich kenne das z.B. wenn nach der Uhrzeit gefragt wird und der Gefragte keine Uhr dabei hat, dann sagt der, dass er "zeitlos" ist. Kurzum: Es ist im übertragenden Sinn gemeint und deshalb würd ich das gerne an der Stelle behalten. Icon_wink

Zitat:Wieso sagt der Mann nicht einfach auf anhieb die Zeit, sondern läuft weiter und speist Leander mit "Ich habe keine Zeit" ab?

Na, weil er Angst vor Leander hat. Zumindest stell ich mir das so vor, wenn ich Nachts in einer dunklen Straße plötzlich angesprochen werde. Natürlich wäre es schneller für ihn gewesen, einfach die Zeit zu sagen, aber vielleicht konnte er sich das nicht so schnell überlegen, schließlich wird er von Leander Überrascht. Außerdem hab ich mir das auch ein bisschen als seine Charakterisierung vorgestellt, dass er die Leute oft so mit dem einfachen Satz "abspeist". Und er rennt deshalb nicht einfach weg, weil ich an das typische "Starr vor Schreck" gedacht habe.

Zitat:An einem Ziel kann man meiner Meinung nach sehr wohl ankommen, auch wenn mann keine genaue Zeitangabe kennt, zu der man dort sein muss Icon_wink

Nicht, wenn man denkt wie Leander. Icon_wink
Deine anderen textlichen Anmerkungen, werd ich wohl stillschweigend übernehem, besonders die Tippfehler.

Zitat:Auch wenn meine obigen Anmerkungen vielleicht nicht so den Anschein machen, aber ich fand deine Geschichte richtig interessant.

Ich fand nicht, dass das den Anschein hatte, aber ich freu mich trotzdem das du es interessant fandest.

Zitat:Die Frau scheint mir auf gewisse Art und Weise das komplette Gegenteil von Leander zu sein.

Gut, dass das rübergekommen ist, genau das wollte ich zeigen.

Zitat:Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn du zuerst die Leser mit Leander bekannt gemacht hättest bzw. ihn einführst und etwas erklärst und erst dann den zweiten Mann dazuholst.

Mit der Anfangsszene bin ich auch nicht zufrieden. Mir war schon klar, dass es schwer ist, zwischen den Männern zu unterscheiden. Ich war schon kurz davor aus dem einen eine Frau zu machen, aber ich wollte nicht nur weibliche Opfer für Leander.

Zitat:Er fragt sie ja, ob sie etwas Zeit führ ihn hätte und sie bejaht, daraufhin erzählt er ihr aber nur, dass der Bus immer pünktlich sei.

Nunja, genau genommen, bejaht, sie das sie zur Arbeit fährt. Woraufhin Leander sie mit seinem Satz "beruhigen" will. Ich wollte da keinen großen Dialog draus machen, weil Leander seinerseits "merkwürdig" und "unbeholfen" rüberkommen sollte und die Frau auch verschwiegen und einsilbig. Und für Leander ist die Unterhaltung Mittel zum Zweck. Hmm, vielleicht sollte ich irgendwie deutlich machen, dass die Frau eigentlich keine Lust zum reden hat. Icon_confused

Zitat:Was ich andererseits wieder ganz gut gemacht finde ist, wie Leander die Leute fragt: "Haben Sie ein paar Minuten für mich?"
So als ob die Minuten Gegenstände wären, die man einsammeln könne und danach für sich selbst verbrauchen.

Danke. Icon_smile Genau das ist das Konzept der Geschichte und ich bin froh, dass das zumindest ein bisschen rübergekommen ist.

Zitat:Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Nimm einfach das raus, was dir weiterhilft und über den Rest kannst du grosszügig hinwegschauen :-)

Du hast mir geholfen. Auf jeden Fall. Mir ist eindeutig klar geworden, dass ich mir überlegen muss, was Leander mit den Minuten anstellt und wo er sie verloren hat.

Vielen Dank für deinen Kommentar, ich denke, ich hab noch so einiges zu Verbessern. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #6 |

RE: Minutensammler
Hi Lady,

Sehr interessanter Text. Ich frage mich wie du darauf gekommen bist, aber es eröffnet eine interessante Perspektive auf das alltägliche Leben.
Dein Protagonist durch die Scheidung seiner Eltern seelisch verkrüppelt - in seinem kranken Wahn zieht er durch die Straßen um den Leuten dass zu stehlen, was auch er nie hatte: Zeit. Dass das alles keinen Sinn hat ist dem Leser bewusst, aber es gibt wohl schlechtere Wege ein Kindheitstraume zu bewältigen ^^

Textstellen:
Zitat:während die Schritte des anderen Mannes auf dem Asphalt halten.
vllt widerhallten ... oder meinst du anhalten? also wenn es kurz für widerhallten sein soll dann zumindest mit zwei L.

Zitat:Leander konnte erkennen, dass er es eilig hatte. Ohne Unterlass trommelten die Sohlen auf den Boden. Er trug einen dunklen Anzug. Leander konnte die Zeitlosigkeit des An
vllt etwas mehr Kreativität mit den Satzanfängen hier.

Zitat:Um Zeit zu gewinnen. „Ich habe keine Zeit.“ Sein Gegenüber
Hier würde ich Zeilenumbrüche für die wörtliche Rede vorschlagen.

Zitat:Bei dem kurzen Wortwechsel hatte er fast zwei Minuten gesammelt.
Das Gespräch war doch nicht mal eine Minute Icon_slash

Zitat:Gleich würde seine Mutter mit verweinten Augen nach oben kommen, ihn umarmen und sich selbst einreden, dass alles in Ordnung war. Sobald sie sein Zimmer verließ, würde sein Vater kommen und dasselbe tun.
Sein Vater kommt auch mit verweinten Augen an? Ein Mann der weint ... das kann ich mir kaum vorstellen Icon_slash

Zitat:Es schien, als ob sie auf alle Fragen eine Antwort wusste – die Antwort war.
Möchtest du sicher nicht ändern, liest sich aber stockend, finde ich. Wegen "als ob sie auf alle Fragen die Antwort war" so würde es mit dem zweiten Teilsatz ja klingen, und so würde das keiner sagen.

Zitat:Anorak vor zuvielen Blicken verbarg
zu vielen

Zitat:Zeit. Er nahm sie sich ohne, dass es seine Opfer merkten
Das Komma finde ich dort deplatziert.

Zitat: Soetwas dummes hatte er
So etwas

Zitat:Ich glaub ich brauche Meinungen dazu. Obwohl ich das Gefühl habe Leander nicht genug erklärt zu haben, weiss ich nicht an welcher Stelle ich noch ansetzen könnte, um ausführlicher zu werden. Außerdem brauch ich Meinungen zur Rubrik. Für Phantastik ist es nicht phantastisch genug, gruselig ist es nicht, spannend ist es nicht, emotionslastig ist es nicht ...
Die Kategorie finde ich ok.
Leander hast du auch gut genug beschrieben finde ich. Mehr beschreiben können hättest du die Frau die er zum Schluss trifft. Ist sie alt oder in seinem Alter? Ist sie groß oder klein ... ich konnte mir einfach kein Bild von ihr machen.

Na ja,
was könnte ich dir sonst noch schreiben.
Hat mir gefallen, hat sich gut gelesen. Das Ende hätte ich mir vllt anders gewünscht ... er trifft ne Frau, folgt ihr und er ist happy und alles wird gut ... na klar, typisch Seifenoper Icon_wink
Wer weiß, so gestört wie er ist kidnappt er sie vllt und sperrt sie in seinem Keller, um ihr dann die "Zeit" auszusaugen oder so ^^ Ja, so wird es wohl kommen, dann ist das Ende wohl doch ok Icon_smile

schönes Wochenende noch,
Lg. Rick


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Beitrag #7 |

RE: Minutensammler
Hallo Rick,

wie schön, dich hier zu finden. Ich bin schon gespannt, was du zu meinem Leander sagst. Icon_smile

Zitat:Ich frage mich wie du darauf gekommen bist, aber es eröffnet eine interessante Perspektive auf das alltägliche Leben.

Der Titel war plötzlich in meinem Kopf und von da war es nicht mehr weit bis zu Leander. Also wie immer: Wie die Jungfrau zum Kind. Icon_lol

Zitat:
Zitat:Bei dem kurzen Wortwechsel hatte er fast zwei Minuten gesammelt.
Das Gespräch war doch nicht mal eine Minute Icon_slash

Ich könnte jetzt behaupten, dass es Leander eben wie 2 Minuten vorkommt, aber ich glaub ich änder die Stelle dann doch lieber. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Gleich würde seine Mutter mit verweinten Augen nach oben kommen, ihn umarmen und sich selbst einreden, dass alles in Ordnung war. Sobald sie sein Zimmer verließ, würde sein Vater kommen und dasselbe tun.
Sein Vater kommt auch mit verweinten Augen an? Ein Mann der weint ... das kann ich mir kaum vorstellen Icon_slash

Mit dem "dasselbe" wollte ich eigentlich auf das "einreden, dass alles in Ordnung ist" raus. Ganz abgesehen glaube ich, dass auch Männer weinen ...

Zitat:Möchtest du sicher nicht ändern, liest sich aber stockend, finde ich. Wegen "als ob sie auf alle Fragen die Antwort war" so würde es mit dem zweiten Teilsatz ja klingen, und so würde das keiner sagen.

Stimmt das möchte ich nicht ändern. Eben weiles für dich genauso klingt, wie ich es klingen lassen wollte. Nämlich das sie für Leander die Antwort ist. Natürlich sagt das keiner so, aber er denkt ja auch nicht wie andere.

Zitat:Hat mir gefallen, hat sich gut gelesen.

Das ist doch das wichtigste. Freut mich das es dir gefallen hat. Icon_smile

Zum Ende: Irgendwie kam mir plötzlich in den Sinn, dass in einer guten Geschichte der Prot eine Entwicklung durchmachen muss und deshalb hab ich ihn das Sammeln einfach mal vergessen lassen. Aber es sagt ja keiner, dass er nun entgültig von seiner Sucht befreit ist. Icon_wink Wie du schon sagst, wer weiss, was er mit der armen Frau noch anstellt?

Die kleinen Fehlerchen werden natürlich stillschweigend übernommen.

Ich danke dir für deinen Kommentar. Besonders freut es mich natürlich, dass dir Leander gut genug beschrieben erscheint, das war mir wichtig.

Noch einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #8 |

RE: Minutensammler
Moin Lady!

Endlich mal wieder ein Kommentar von meiner Seite. Unter deiner Gesch... Moment - habe ich echt noch nienimmernie etwas von dir kommentiert? Das ist hart Icon_ugly
Ok, dann wird's doppelt Zeit!

Zitat:„Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das Kostbarste stehlen: die Zeit.“
Napoleon I. (Bonaparte, 1769-1821), Kaiser d. Franzosen
Graue Herren wie bei Momo? Mrgreen
Na ja, mal sehen, wie du den Bogen von Napoleon ins "Sonstige" schlägst ...

Zitat:Blitze zuckten über den nachtdunklen Himmel, hinterließen kein Licht, sondern angespannte Atmosphäre.
Solide. Aber irgendwie stolpere ich über "sondern".
Bloß ein (unsicherer) Versuch: Blitze zuckten über den nachtdunklen Himmel, hinterließen kein Licht. Nur angespannte (oder spannungsgeladene?) Atmosphäre.
(Obwohl sich durch einen Blitz ja an sich die Spannung der Atmosphäre entläd. Aber ich labere.)

Zitat:Kurz tauchte ein Männergesicht aus dem Dunkel auf. Ernst. Schattenumrissen. Nach wenigen Sekunden verschwand es wieder in der Finsternis, wo es in der Unkenntlichkeit untertauchte, während die Schritte eines anderen Mannes auf dem Asphalt hallten.
Wieso taucht das Gesicht auf? Durch einen der Blitze? Ich denke, die machen kein Licht? Die Stelle riecht irgendwie unstimmig. Insbesondere bin ich mit der Einführung des zweiten Mannes nicht ganz glücklich. Es scheint so, als sei der besonders wichtig, wird aber im Nebensatz abgehandelt. Für mich nicht optimal. Aber ich weiß leider auch nicht, wie man es am besten drehte.

Zitat:Leander konnte erkennen, dass er es eilig hatte. Ohne Unterlass trommelten die Sohlen auf den Boden. Er trug einen dunklen Anzug. Die Zeitlosigkeit des anderen konnte Leander fast körperlich spüren. Er war spät dran, hatte vielleicht zu lange gearbeitet und wollte jetzt schnell nach Hause. Gedanklich seufzte Leander. Zeit war etwas zu wertvolles, um so vergeudet zu werden. Ein weiterer Blitz zuckte über den Himmel und erhellte die Nacht.
Huch, und jetzt Leander? Deine Hauptfigur, möchte ich annehmen?
Ich finde den Namen da nicht optimal platziert. Erst sprichst du von dem Gesicht im (Blitz-)Licht, dann im Nebensatz von den Schritten eines Mannes. Dann kommt Leander und schließlich beschreibst du - wohl? - wieder den eiligen Mann aus dem Nebensatz. Hier wäre für meinen Geschmack eine klarere Struktur angebracht.

Zitat:„Ich habe keine Zeit.“
Ähm, realistisch? Ok, ich habe auch schon Greenpeace-Fragebogen-Wegelagerer auf dem Weg zum Bahnhof abgewimmelt. Aber wenn man den Blick auf die Uhr scheut, dann findet man doch eine bessere Ausrede, oder? Zumindest ein "Sorry, keine Uhr um", und den nervösen Griff ans Handgelenk, um die Breitling unter den Manschetten verschwinden zu lassen ... Icon_wink

Zitat:Leander wurde ärgerlich. Er spürte Wut in sich, die er zuletzt gespürt hatte, als sein Vater seine Mutter verlassen hatte.
Ich hoffe, den Sprung erklärst du noch? Das ist schon beeindruckend, wie man mit einer kleinen Unfreundlichkeit solche Wut hochkochen kann. Und "ärgerlich" im ersten Satz finde ich dabei irgendwie zu leicht. zornig vielleicht?

Zitat:Bei dem kurzen Wortwechsel hatte er fast eine Minute gesammelt.
Das klingt jetzt wirklich nach Momo, irgendwie Icon_confused

Zitat:Die Sonne erhob sich in der Ferne über den Rand der Welt und erinnerte Leander an eine reife Citrusfrucht.
Ich hätte Zitrusfrucht mit "Z" geschrieben.

Zitat:Er kam sich vor, wie ein Gefangener in seinem eigenen Leben
Das ist doch ein bloßer Vergleich, kein neuer Nebensatz, daher, meine ich, kein Komma. Aber ohne Gewähr.

Zitat:Niedergeschlagen erhob er sich und schloss das Fenster, um zumindest das Vogelgezwitscher auszusperren, welches ihn zu verhöhnen schien.
Bestehst du auf "welches" oder unterstützt du mich bei meinem Feldzug, dieses lästige Relativpronomen aus der deutschen Sprache zu tilgen? Quasi als mein Sancho Pansa? Icon_ugly
Nee, im Ernst, ich finde das Wort immer furchtbar umständlich, geradezu unbeholfen. Korrekt, ja, aber so spricht doch niemand! Außer ungeübten Sprechern im Schulreferat...

Zitat:war sich aber sicher, dass dieser ein besseres Leben geführt hatte.
Und das Relativpronomen "dieser" würde ich gern gleich noch mitverbannen Icon_ugly

Zitat:Damals, als es noch kein Farbfernsehen gab, noch keine Mikrowellen und keine Scheidungen.
Scheidungen gibt es meines Erachtens so lange wie die Ehe. Sie mag nicht so anerkannt gewesen sein, ist aber letztlich unumgänglich.

Zitat:Einatmen. Tick.
Ausatmen. Tack.
Bumm, hyperventiliert? Mrgreen Die (zwei?) Taschenuhren, die ich bisher in der Hand hatte, haben, meine ich, ungefähr im Halb-Sekunden-Takt getickt. Das ist dann die Atemfrequenz eines ängstlichen Kaninchens Mrgreen

Zitat:Irgendwann vor Weihnachten hörten seine Eltern auf zu Streiten, aber nur weil sein Vater das Haus verlassen hatte und nicht mehr wiederkam. Seine Mutter musste nun von morgens bis abends arbeiten und ließ ihn allein.
Mittlerweile ist er aber doch schon siebzehn. Ein Alter, in dem man das verkraften, sich mit sich selbst oder anderen Jugendlichen auch selbstständig beschäftigen kann, oder? Jedenfalls können sollte?

Zitat:Es schien, als ob sie auf alle Fragen eine Antwort wusste – die Antwort war.
Hier würde ich über einen Punkt anstelle des Gedankenstrichs nachdenken.

Zitat:Ihr Ticken konnte er nur hören, wenn es ganz Still war, wenn kein anderes Geräusch seine Ohren ablenkte.

Still klein.

Zitat:Darauf, dass seine Eltern aufhörten zu Streiten,
Streiten klein.

Zitat:„Nun … äh … das tut mir Leid.“
Hier vielleicht die Verlegenheit etwas anders darstellen als durch "äh"? Das klingt für mich immer nicht so wortgewandt.
Vorschlag: [i]"Nun", stotterte Leander verlegen und suchte verzweifelt nach Worten. "Das ... das tut mir Leid."
Dass wir in der täglichen Praxis "äh" sagen, muss seit Eddie Stoiber nicht mehr bewiesen werden, aber ich lese es gleichwohl nicht gern.

Zitat:„Ja … ähm … so kann man das sagen.“
Das gleiche hier.

Tjaa, liebe Lady, da bin ich durch.
Ich habe jetzt nur rumgemäkelt. Das ist allerdings nicht mein Gesamteindruck. Ich fand, die Geschichte hat sich im Großen und Ganzen ganz passabel gelesen. Ich sehe ein paar Unstimmigkeiten, die habe ich oben angemerkt. Aber sonst eine schöne Idee, ein vernachlässigtes Scheidungskind, das sich mit fremder Zeit über Wasser hält, zu portraitieren. Der Napoleon-Einstieg ist insofern ziemlich gut eingesetzt.
Sagen wir mal so - keine himmelstürmende Geschichte, aber rundum solides Handwerk mit einer schönen Idee.
Gern gelesen Icon_smile

Liebe Grüße,
Lehrling

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Beitrag #9 |

RE: Minutensammler
Hallo Lehrling,

ein bisschen später als gedacht komme ich endlich dazu zu Antworten. Icon_smile Also los gehts:

Du hast noch nie was von mir kommentiert? Na sowas, hätte ich jetzt nicht gedacht.

Zitat: Solide. Aber irgendwie stolpere ich über "sondern".
Bloß ein (unsicherer) Versuch: Blitze zuckten über den nachtdunklen Himmel, hinterließen kein Licht. Nur angespannte (oder spannungsgeladene?) Atmosphäre.
(Obwohl sich durch einen Blitz ja an sich die Spannung der Atmosphäre entläd. Aber ich labere.)

Hmm, irgendwie hast du ja recht. Aber ich wollte halt darauf raus, dass es nach dem Blitz eben sofort wieder dunkel ist, deshalb "sondern". Der Satz wurde schonmal angemerkt, mal sehen was ich ändern kann, denn eigentlich mag ich ihn. Icon_smile

Zitat:Insbesondere bin ich mit der Einführung des zweiten Mannes nicht ganz glücklich. Es scheint so, als sei der besonders wichtig, wird aber im Nebensatz abgehandelt. Für mich nicht optimal. Aber ich weiß leider auch nicht, wie man es am besten drehte.

Ich bin mit der Stelle auch nicht sehr glücklich, da sind auch schon mehr drüber gestolpert. Hier muss ich auf jeden Fall noch nachbessern. Hmm, ob er so besonders wichtig ist, find ich eigentlich nicht. Aber die Stelle ist verwirrend.

Zitat:Ähm, realistisch? Ok, ich habe auch schon Greenpeace-Fragebogen-Wegelagerer auf dem Weg zum Bahnhof abgewimmelt. Aber wenn man den Blick auf die Uhr scheut, dann findet man doch eine bessere Ausrede, oder? Zumindest ein "Sorry, keine Uhr um", und den nervösen Griff ans Handgelenk, um die Breitling unter den Manschetten verschwinden zu lassen ... Icon_wink

Mist, auch das hab ich schonmal erklärt, was bedeutet, dass die Stelle nicht gut ist, wenn ich sie erklären muss. Das "keine Zeit" sollte den Mann ein wenig charakterisieren, das ist sozusagen seine "Standard-Antwort", was eben bedeuten soll, dass er ständig keine Zeit hat.

Zitat:Das klingt jetzt wirklich nach Momo, irgendwie Icon_confused

Ja, die Befürchtung hatte ich ehrlich gesagt auch. Deshalb wollte ich auch vermeiden zu sagen, was Leander mit der geklauten Zeit überhaupt macht. Andererseits fehlt genau die Erklärung um ihn zu verstehen. Icon_confused

Zitat:Scheidungen gibt es meines Erachtens so lange wie die Ehe. Sie mag nicht so anerkannt gewesen sein, ist aber letztlich unumgänglich.

Ja schon, aber ich wollte doch das Wort so schön unauffällig einbauen. Icon_wink Außerdem sind das ja Leanders Gedanken und überhaupt wurde früher nicht so oft geschieden. Icon_wink

Zitat:Bumm, hyperventiliert? MrgreenDie (zwei?) Taschenuhren, die ich bisher in der Hand hatte, haben, meine ich, ungefähr im Halb-Sekunden-Takt getickt. Das ist dann die Atemfrequenz eines ängstlichen Kaninchens Mrgreen

Hab ich gesagt, dass die Uhr dazwischen nicht tickt? Mrgreen Nee, ich glaub die Stelle muss so bleiben, weil sie für mich ganz entscheident Leander mit seiner Uhr verbindet. Außerdem ist die Stelle sowieso ein bisschen surreal, da kommts nicht so genau drauf an, find ich. Icon_wink

Zitat:Mittlerweile ist er aber doch schon siebzehn. Ein Alter, in dem man das verkraften, sich mit sich selbst oder anderen Jugendlichen auch selbstständig beschäftigen kann, oder? Jedenfalls können sollte?

Klar, aber genau das zeigt doch deutlich seine Uhrenverrücktheit, auf die ich ja hinauswollte. Icon_smile

Zitat:Ich fand, die Geschichte hat sich im Großen und Ganzen ganz passabel gelesen.

Das ist doch schonmal was. Icon_smile

Zitat:Sagen wir mal so - keine himmelstürmende Geschichte, aber rundum solides Handwerk mit einer schönen Idee.

Ich schreib anscheinend nicht himmelsstürmend. Aber ich bin mit solidem Handwerk auch zufrieden. Icon_smile

Vielen Dank Herr Lehrling für den Kommentar, das Lesen der Geschichte und das Beschäftigen damit und überhaupt. Icon_smile Über die anderen angemerkten Kleinigkeiten werd ich auf jeden Fall mal drüber nachdenken, manche sind halt beabsichtig und gewollt so eingesetzt, mal sehen, wie ich das Leserfreundich löse.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #10 |

RE: Minutensammler
Hallo Lady, 

Ich lese deine Geschichten unheimlich gerne, Du schreibst nicht so mainstream, sondern recht ungewöhnlich ( im positiven Sinne). Nie weiß man was kommt. 
Außer, dass du an den Namen klebst  Mrgreen Mrgreen Mrgreen, also wenn du das in einem Wettbewerb machst, weiß ich direkt, wer die Geschichte geschrieben hat  Icon_bussi

Zitat:Er spürte Wut in sich, die er zuletzt gespürt hatte, als sein Vater seine Mutter verlassen hatte.
ich würde vor Wut, eine oder die oder gleiche setzen, denn es scheint genau das selbe Gefühl zu sein. 

Zitat:Die Sonne erhob sich in der Ferne über den Rand der Welt und erinnerte Leander an eine reife Citrusfrucht.
Wird Zitrusfrucht nicht mit Z geschrieben?  Icon_confused

Zitat:Es schien, als ob sie auf alle Fragen eine Antwort wusste – die Antwort war. 
ich verstehe den fett gedruckten Teil nicht.

Zitat:Deshalb war er ein Sammler geworden. Er hob das auf, was er selbst nicht besaß und das den Menschen am Wichtigsten war. Zeit. Er nahm sie sich, ohne dass es seine Opfer merkten, Zeit, die sie sinnlos vergeudeten – verschwendeten, wegwarfen. 
Nach Zeit einen Absatz, um der Bedeutung mehr Gewicht zu geben.

Zitat:So etwas dummes hatte er noch nie gesagt. 
Dummes groß bitte 

Zitat:„Was sind Sie denn für einer? Entschuldigen Sie sich gleich bei mir, weil es regnet?“

„Nur, wenn Sie mir dafür ein paar Minuten schenken“, antwortete Leander mit einer Ernsthaftigkeit, die sie nicht verstand. Das verriet ihm ihr Lächeln. 
Ich schmelze dahin. Diese Szene ist so süß  Icon_cuinlove Icon_cuinlove Icon_cuinlove

Ich finde diese Geschichte absolut super und ich habe ja in den vergangenen Tagen nur dich kommentiert und somit ausreichend Vergleich. Das ist das Beste, was ich bisher von dir gelesen habe und ich finde die Geschichte gruselig. Mir sind echt Schauer über den Rücken gelaufen. 
Zuerst dachte ich, die Taschenuhr wäre irgendwie verhext oder so, dass sie den Menschen tatsächlich Zeit abzieht, die Leander wieder mehr hat. 
Aber nachdem ich zu Ende gelesen habe, komme ich zu dem Schluss, dass Leander wohl eher ein psychisches Problem hat. Nach der Scheidung der Eltern fühlt er sich einsam und er sucht die Nähe zu anderen Menschen. So "stiehlt" er ihnen ein paar Minuten. Er überträgt das auf die Uhr, die nur eine simple Taschenuhr ist, aber für Leander weit mehr. Sie ist eine Stütze für ihn, aber jetzt hat die Frau kennengelernt und die Uhr wird wohl nur noch ein Erbstück vom Großvater sein, denn die Einsamkeit hat ja wohl bald ein Ende. 

Das ist subtiler Horror vom Feinsten. Erinnert mich an manche Werke von Stephen King. 

Lass das so wie es ist. Ändere nichts. 

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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