Es ist: 17-10-2019, 17:35
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Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Beitrag #1 |

Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Tja, angeregt durch eine gewisse Diskussion, hier mal ein literarisches Lebenszeichen von mir *schmunzel* ... Die Story ist übrigens aufgrund des Phantasts zum Thema "Träume" entstanden, welches mir sehr am Herzen lag.



Ein Sternenfeuer unterm Regenmond

(Oktober / November 2011)

Allabendlich ertrank Haydens staubkorngraue Erdenstadt in funkelndem Blut. Wenn die Sonne den unsichtbaren Horizont hinabkroch und ihre letzten Strahlen die gläsernen Wolkenkratzer entzündeten, überkam ihn die Sehnsucht nach einer ganz anderen, einer fliegenden Stadt. Denn das einzige Mal als er einen Blick auf sie hatte erhaschen können, war das Firmament mit warmen Rottönen bemalt gewesen, sodass die Bäume der Himmelsstadt wie schwarze Scherenschnitte in den Abend geragt hatten. Hayden hatte sich diesen Augenblick konserviert und jede Nacht davon geträumt, bis er begonnen hatte, seine Bilder mit Tala zu teilen. Dem Geist in seiner Traummaschine.
Als das abendliche Flammenspiel erlosch, erhob sich das schrille Wunderland der Nacht. Für Hayden das Zeichen sich zurückzuziehen. Er konnte seine Ware nur im fahlen Dämmerlicht des Tages verkaufen, das ihn blass und unscheinbar zeichnete. Tagsüber störte sich niemand an einem herumlungernden Verlierer, der versuchte, sich ein bisschen Metall für seine nächste Mahlzeit zu erbetteln. Doch sobald der Neonglanz seiner Stadt entbrannte, musste Hayden das Feld für den schönen Schein räumen. Was ihn nicht sonderlich störte; sobald der Himmel sich dunkler färbte, zog es ihn in seine Einzimmerwohnung im fünften Viertel, außerhalb der Glaspaläste. Dort wartete die Traummaschine auf ihn, die er sich mit Träumen erkauft hatte.
Denn das war es, was Hayden eigentlich tat. Er verkaufte selbstprogrammierte Träume an einen festen Kundenstamm, den er in Bettlermanier ansprach. Seine Datenträger bekam er von einem traumsüchtigen Hardwaredealer, der nur selten Bares dafür verlangte und der oftmals versuchte, ihn zu einem Drink einzuladen, den Hayden meistens dankend ablehnte. Auch an diesem Abend bevorzugte er den direkten Weg nach Hause, der lediglich einen kleinen Einkauf beinhaltete. Wenn er auch selbst süchtig war, so war Hayden immer noch in der Lage dazu, seinen Körper instand zu halten.
Seine Wohnung gliederte sich in zwei Bereiche, die kaum unterschiedlicher hätten sein können. Neben seinem Bett aus verflochtenem, schwarz lackiertem Metall stand die Traummaschine auf einem breiten Holztisch und gab ein leises Summen von sich, als wäre sie sehr zufrieden mit ihrem Platz. Auf der anderen Seite des Raumes herrschte hingegen ein Chaos, das Hayden selbst kaum noch überblickte. Flashspeicher stapelten sich auf staubigen Plexiglastischen. Kabelstränge wucherten wie Unkraut zwischen den Rechnern, die vom matten Licht der Flachbildschirme überschattet wurden. Eigentlich war die Hardware relativ veraltet – doch alles, was nicht durch Kabel verbunden war, war mit dem Netz verbunden und damit zu unsicher.
Hayden setzte sich mit seiner Nudelpackung aufs Bett und betrachtete die Reste seiner wirklichen Existenz. Vor Jahren hatte er einmal dazugehört zum gleißenden Kern der Erdenstadt. Er war Teil der Traumevolution gewesen, entwickelte damals regelrechte Verkaufsschlager. Seine Arbeit wurde auf namhaften Nachrichtenportalen besprochen und meist hochgelobt. Und dann kam das Verbot. Die Traumfabrik wurde geschlossen, weil zu viele Menschen abhängig geworden waren. Zuerst wollte man auch die Traummaschinen selbst verbieten, doch bald schon mussten die Menschen einsehen, dass sie ohne gar nicht mehr träumten konnten. Und so blieben die Maschinen ein Teil ihrer Welt, während Haydens phantastische Geschichten voller Emotionen auf den Schwarzmarkt verbannt wurden.
Ohne entsprechende Software produzierte eine Traummaschine nur belanglose Bilder, die sich an angenehmen Erinnerungen der Träumenden orientierten und einen erholsamen Schlaf garantieren sollten. Der Mensch sollte mit einem tiefen Gefühl der Entspannung erwachen und sanft in den neuen Tag gleiten, wo er all seine Ressourcen für die Gesellschaft opfern konnte. Und das funktionierte auch ganz wunderbar. Nur war da so viel mehr.
Als Hayden aufgegessen und den Nudelkarton auf die andere Seite des Raumes geworfen hatte, ließ er sich aufs Bett gleiten und drapierte sich das Verbindungsstück der Traummaschine sorgsam auf den Hinterkopf. Es glich einem Wurzelwerk aus Chrom, das sich bei Hautkontakt festkrallte und seine hauchdünnen Fühler in die passenden Eingänge schob. Im ersten Moment fühlte es sich eiskalt an, doch bald schon spürte Hayden, wie die Realität zu verblassen begann.
Schwarze Blumen krochen über die Wände seines kleinen Reiches und trieben scharlachweiße Blüten. Talas Glasperlenlachen wärmte seinen Blick auf, sodass er wieder einmal leicht über die weibliche Umgestaltung seiner Wohnung hinwegsehen konnte. Eisblaue Rosen mit schwarzen Dornen und Blättern standen in einer transparenten Vase, dort, wo im Wachzustand die Traummaschine saß, und auf einem Holztisch, der dieses Mal von samtigen, violetten Sesseln eingerahmt wurde.
„Wo ist mein Sofa?“, fragte Hayden und trat zu Tala, die gerade eine letzte Eisrose in ihr Arrangement einfügte.
„Du brauchst heute kein Sofa“, erklärte sie mit einem Funkeln in den waldgrünen Augen, das keinen Widerspruch duldete. Wieder entwand sich ein Laut zarter Begeisterung ihren Lippen, als sie ihr Werk mit sichtlichem Stolz betrachtete und sich schließlich Hayden zuwandte. Tala liebte Blumen und hatte einen besonderen Eifer für die Verschönerung ihrer gemeinsamen Träume entwickelt, der Hayden immer wieder staunen ließ. Denn auch wenn er ihre Träume kreierte, so war es doch meist Tala, die ihnen Form und Farbe verlieh.
Als sie auf die großzügige Dachterrasse heraustraten, musste Hayden feststellen, dass auch hier alle Pflanzen schwarze Gewänder trugen und ihre Blüten in eigentümlich grellen Farben schillerten. Der Regenmond klaffte am grauen Firmament wie die Wunde einer trostlosen Vergangenheit. Kalt brach sich sein Licht an den umliegenden Glasfassaden und ließ selbst den Himmel wie eine Kuppel aus Eis erscheinen, die jeden Moment klirrend über ihnen zusammenstürzen konnte. Doch das tat sie nicht und das Samenkorn der Sorge, das Hayden wegen der düsteren Wandlung ihrer Welt in die Gedanken stach, erhielt in diesem Traum keine Möglichkeit, auszutreiben.

Der Tag wurde von einer unterschwelligen Nervosität begleitet, die Hayden auf den Magen schlug. Drei seiner besten Kunden hatten sich nicht blicken lassen, obwohl sie ihn sonst in erschreckender Regelmäßigkeit aufsuchten. Hayden schlug den Kragen seines ausgeblichenen schwarzen Mantels hoch und fröstelte. Schiefergraue Wolken schoben sich über die Stadt, doch es war nicht das Wetter, das ihm die Kälte bis in die Fingerspitzen hauchte. Eine dunkle Vorahnung bemächtigte sich seiner Gedanken, die beim Anblick eines herannahenden Mannes in dumpfe Panik umschlug.
Es war Larry, sein Vorgesetzter aus der Traumfabrik, der ihn mit glasigen Augen fixierte. Hayden tat unwillkürlich einen Schritt zurück, doch Larry rückte unnachgiebig näher, bis er ihn an den Armen packte und mehr krächzte als flüsterte: „Wach endlich auf, Hayden … Es ist vorbei!“
Das vorbei stieß er mit einem entsetzen Kreischen aus, das Hayden erstarren ließ. Dennoch bemühte er sich um einen ruhigen Klang seiner Stimme, als er erwiderte: „Ich bin wach. Doch du scheinst das Ende unserer Firma nicht verkraftet zu haben.“
Larry schnalzte missbilligend mit der Zunge: „Sie werden dich kriegen.“
Sie haben gar kein Interesse an mir.“ Hayden spürte Zorn in sich aufwallen. Er wusste, was er tat, er kannte die Risiken. Und doch gab es keine andere Möglichkeit, die Menschen seine Träume träumen zu lassen. Wenn er damit auch noch seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte, gab es keinen Grund, diesen Weg nicht weiter zu gehen. Denn sie betrachteten ihn als heruntergekommenen Penner, nahmen ihn im blassen Widerschein ihrer Wirklichkeit nicht einmal wahr.
Sie finden dich, weil sie alle von uns gefunden haben“, schnarrte Larry, dessen Stimme nun eigenartig verzerrt klang. Als wäre sie zerbrochen und hätte sich an den eigenen Scherben geschnitten. „Und dann nehmen sie dir alles. Alles, verstehst du das, Hayden? So wie sie mir alles genommen haben! Alles!“
Schwarze Tränen tropften aus Larrys Augen und zeichneten zitternde Muster auf sein wutverzerrtes Gesicht, das in ein tonloses Lachen zersplitterte. Hayden wandte sich um und rannte, dass sein Herz ins Stolpern geriet. Doch er konnte den Anblick dieser gescheiterten Existenz nicht mehr ertragen, wollte nicht in den Spiegel blicken, der ihn selbst so zeigte, wie er wäre, wenn er seinen Traum aufgegeben hätte.

Talas Faible für schwarze Pflanzen schlug allmählich in Besessenheit um. Inzwischen glomm auch der Rasen ihrer Dachterrasse in den dunklen Hintergrundtönen des Universums, während die Blüten der frisch gepflanzten Chrysanthemen zweifarbig funkelten. Amarant floss in Sonnengold und umgekehrt. Tala kniete in einer bunten Tunika am Boden und ließ es sich nicht nehmen, ihre neuen Blumen von Hand einzupflanzen, so als würde es einen echten Unterschied machen.
„Warum ausgerechnet schwarz?“, wollte Hayden wissen, der sich allmählich von den düsteren Pflanzen bedroht fühlte. Doch sein Traumgeist überhörte den beunruhigten Unterton in seiner Frage und entgegnete lächelnd: „Weil man die meisten Sterne nur in tiefster Nacht erkennen kann.“
Ein letztes Mal strich sie liebevoll über eine rotgoldene Blüte und wandte sich dann Hayden zu, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu hauchen. Seine Traumwelt zerbarst dabei wie sprödes Spiegelglas und ein Wald voll schwarzstämmiger Bäume umfing ihn, als Tala sich von ihm löste und ihn neugierig betrachtete. Der Glanz der Erwartung in ihren Augen zeigte deutlich, dass der düstere Wald ihr Werk war. Hayden schluckte den Kloß in seinem Hals hinunter und blickte sich zögerlich um. Die schwarzen Bäume besaßen keine Blätter. Stattdessen hingen zahllose Glühbirnen an ihren erschreckend dürren Ästen, die im Licht einer alten Zeit glommen.
„Gefällt es dir?“, flüsterte Tala und legte ihre Hand an Haydens Wange, um seinen Blick zu ihr zu ziehen. Dieser nickte nur und lächelte schwach.
„Ein wenig seltsam, aber kreativ“, befand er, konnte aber nicht verhindern, dass seine Gesichtszüge sich verräterisch vor Sorge verzerrten. Und damit spürte Tala endlich, dass Hayden heute irgendwie anders war.
„Lief das Geschäft schlecht?“, fragte sie und sah ihrem Schöpfer dabei fest in die Augen, sodass jedwedes Gefühl der Bedrohung von Hayden abfiel. Dennoch spürte er die Krallen der ihn umgebenden Schwärze, die gar nicht so komplexe Formen hätte annehmen dürfen. Nicht in seinem Traum.
„Drei Stammkunden kamen nicht“, gestand er schließlich ein. „Und dann ist auch noch Larry aufgetaucht und hat mir wieder einmal eine Szene gemacht. Er verkraftet es einfach nicht, dass die Traumfabrik geschlossen wurde.“
Tala legte den Kopf schief.
„Deswegen hat er sich auch vor zwei Jahren umgebracht.“
Hayden nickte traurig. Er sprach nicht gerne über diese tragische Gestalt, die keine Träume mehr erschaffen durfte und sich schließlich in den Tod stürzte. Dabei wäre es so einfach gewesen, die hauchdünne Grenze zur Gesetzlosigkeit zu übertreten. Doch Larry fürchtete sich viel zu sehr vor den Konsequenzen der Eigenmächtigkeit.
Haydens Melancholie schien auf Tala überzugreifen, denn sie hatte die Lippen zu einem dünnen Strich zusammengepresst und ihren flammenden Blick von ihm abgewandt. Er befürchtete schon, dass ihr Feuer für diese Nacht erloschen sei, als sie ihn plötzlich mit sich zog. Vorbei an den schrecklichen Bäumen, deren Stämme zu einer einzigen schwarzen Masse verschmolzen, in der sich das warme Licht der Glühbirnen zu sanftem Schimmern zerbrach. Vorbei an schwarzen Pflanzen mit gläsernen Blüten, die wie Sterne am Boden der Traumwelt glühten und Hayden ins Bewusstsein riefen, dass er weder über raschelndes Blattwerk noch über feuchte Moosschichten lief. Seine Schritte knirschten dagegen eigenartig, als würde er über Scherben gehen – und tatsächlich offenbarte sich ihm bei einem Blick nach unten nichts als eine gespiegelte Schattenbaumwelt, der er mit jedem Schritt neue Risse zufügte.
Tala ließ seine Hand erst los, als sie an einem kleinen See angekommen waren, in dem sich nicht etwa der schwarze Wald und der Glühbirnenglanz spiegelten, sondern die Erdenstadt in dumpfem Tageslicht. Hayden trat unsicher näher und spähte in die leeren Häuserschluchten. Keine Menschenseele irrte zwischen den Glasfassaden umher, keine einzige Stimme wehte ihm aus der Tiefe des erschreckend realen Bildes entgegen.
„Ich habe deine Stadt nachgebaut“, erklärte Tala mit hörbarem Stolz.
Hayden starrte die leeren Straßenzüge noch eine Weile an, wandte sich dann jedoch ab wie von einem verletzten Tier, dessen Anblick man nicht mehr ertragen konnte.
„Ist gut gelungen“, meinte er und versuchte sich an einem Lächeln, das verbergen sollte, wie verunsichert ihn diese Entwicklungen zurückließen. „Nur gefällt es mir besser, wenn du meine Welten mit Details ausschmückst, anstatt sie einfach nur nachzubauen.“
Tala schien drüber nachzudenken, als sich das Licht der Glühbirnen rot verfärbte.
„Den Wald habe ich selbst gemacht“, flüsterte Tala mit einem Anflug von Enttäuschung. Hayden bekam unweigerlich ein schlechtes Gewissen.
„Der Wald ist schön!“, meinte er. „Ich weiß nur nicht recht, was ich davon halten soll.“
Talas Blick hellte sich auf und ein schiefes Lächeln hing auf ihren Lippen.
„Weißt du, Hayden, man muss Träume zu Ende träumen, sonst ergeben sie keinen Sinn.“

Nach der unheimlichen Begegnung mit Larry liefen Haydens Geschäfte wie bisher. Auch die vermissten Stammkunden kamen wieder regelmäßig und ihm war, als hätten sie an diesem seltsamen Tag geahnt, dass Hayden einem echten Geist begegnen würde. Die Nächte verbrachte er inzwischen nur noch mit Tala – auch wenn ihn die Sehnsucht nach der fliegenden Stadt schier zu zerreißen drohte. Warum sein Traumgeist sich nicht auf diese atemberaubende Vision einlassen wollte, konnte Hayden zwar nicht verstehen, doch er beugte sich ihrem Wunsch, seine Traumzeit allein ihr zu widmen. Und ihren immer grotesker werdenden Welten. Bei ihr konnte er vergessen, dass er wieder einmal mit einem Toten gesprochen hatte. Vielleicht war es wahr, dass die Traumsucht die Wirklichkeit nach und nach aufbrach und bizarre Tagträume den Alltag dominierten. Vielleicht ließ Hayden sich auch nur von seiner illegalen Arbeit verrückt machen; denn auch, wenn er skrupellos die wildesten Träume verschacherte, so war er sich der stetigen Gefahr, von ihnen entdeckt zu werden, bewusst.
Die Begegnung mit Larry sollte sich an diesem Tag als böses Omen erweisen. Haydens Konzentration war gestört und so fiel ihm bei einem neuen Kunden auch nicht auf, wie gezielt dieser sich nach ganz bestimmten Träumen erkundigte. Nach Träumen, von deren Existenz er gar nichts wissen konnte. Als Hayden bemerkte, dass er systematisch ausgefragt wurde, war es bereits zu spät. Fünf schwarze Männer näherten sich, während der falsche Kunde ihn am Handgelenk packte und ihn belehrte, welche Rechte er mit seinen Taten verwirkt habe. Hayden spürte seinen beschleunigten Puls als dumpfes, schmerzhaftes Pochen in den Schläfen. Panisch schaute er sich um, schaffte es sogar, sich loszureißen und eine verzweifelte Flucht anzutreten. Der Regenmond hing schief über der Stadt, während Hayden durch die Schatten zwischen den Glaspalästen stürzte. Sein bleiches und viel zu dünnes Spiegelbild verfolgte ihn, während er sich mehrere Blocks in Richtung der farblosen Außenbezirke vorkämpfte. Weiße Schmerzen brannten in seiner Lunge und zeigten ihm, dass sein Körper längst zu schwach war, um ihnen zu entkommen. Zwischen zwei dunkel getönten Glastürmen war es dann schließlich vorbei.

Als er aufwachte, begrüßte ihn das Zahnlückenlächeln eines grobschlächtigen Kerls, der allerdings ein recht sympathisches Gesicht besaß. Eine weitere Person, vermutlich ein Kollege, stand abwartend in der Dunkelheit, die Hayden von allen Seiten umgab. Das fahle Licht der tief hängenden Lampe über dem Holztisch reichte einfach nicht aus, den kompletten Raum zu erhellen.
„Na, das hat ja lange gedauert“, kommentierte der Mann mit der unvollständigen Zahnreihe das angestrengte Blinzeln in Haydens Gesicht.
„Warum kürzen wir das nicht ab und Sie werfen mich gleich einem schlecht gelaunten Richter zum Fraß vor?“, versuchte sich Hayden an Galgenhumor und scheiterte an dem jämmerlichen Krächzen, das seiner Kehle dabei entwich. Doch er war erstaunt, schon kurz nach dem Erwachen so eine pampige Antwort parat zu haben.
„Nur Geduld, Hayden, erst einmal müssen Sie uns erklären, warum Sie dieses bescheuerte Risiko eingegangen sind? Warum konnten Sie sich mit Ihrer beachtlichen Abfindung nicht einfach ein schönes Leben machen wie die meisten Ihrer Kollegen?“
Was war denn das für eine beschissene Frage?
„Weil ich süchtig bin“, erklärte Hayden und konnte den gereizten Unterton in seiner brechenden Stimme nicht unterdrücken. Ebenso konnte er sich den Trotz in seinen Worten nicht erklären. Doch dieser Trotz war gerade so ziemlich das einzige Gefühl, das er bewusst wahrnahm. „Wissen Sie, was es bedeutet, süchtig zu sein? Zumindest strafmildernde Umstände, würde ich sagen.“
Der Mann lachte und warf seinem im Dunkeln stehenden Kollegen einen belustigten Blick zu.
„Strafmildernde Umstände, soso.“
Dann fiel ihm der amüsierte Ausdruck vom Gesicht und wich einem unverständlichen Zorn.
„Wissen Sie eigentlich, was sie der Menschheit antun, Hayden?!“, zischte der Mann und beugte sich dabei über den Tisch. Jedwede Sympathie war ihm vom Gesicht gewischt worden und sein starrender Blick fraß Haydens Abwehr regelrecht auf.
„Wissen Sie, was Sie sich selbst antun?“
Es folgte eine Stille, die Hayden zum Nachdenken bewegen sollte. Nur, dass es da nichts zum Nachdenken gab. Er wusste sehr genau, worauf der Mann hinauswollte, doch Hayden hätte es niemals als „antun“ bezeichnet. Offensichtlich hatte der Mann nie selbst wirklich geträumt, sondern nur den blassen Bildern gefrönt, die eine beschränkte Traummaschine produzierte.
„Ich weiß es sicherlich besser, als Sie“, entgegnete Hayden kühl und beschloss, nichts mehr zu sagen.
„Das glaube ich auch“, meldete sich eine weibliche Stimme zu Wort. Hayden erkannte sie sofort. Es war Tala, die aus der ihn träge umwabernden Dunkelheit heraustrat. Mit einem Sonnenlächeln wies sie den Zahnlückenmann an, den Raum zu verlassen.
„Du hättest besser aufpassen müssen“, tadelte Tala und nahm Hayden bei den Händen. Mit einem Blick deutete sie auf eine Tür, die sich leise summend aus der Schwärze schälte. Wortlose Sekunden zersplitterten, ehe sie seine Hand nahm und mit ihm in die Freiheit ging. Hayden versuchte, sich seine Verstörung nicht anmerken zu lassen. Er war fest davon überzeugt gewesen, dass seine Gefangennahme kein Alptraum war, auch wenn er sich die letzten Stunden nichts sehnlicher gewünscht hatte. Doch wenn Tala hier war, schien er tatsächlich in einen finsteren Traum geraten zu sein, auch wenn das schon seit Jahren nicht mehr der Fall gewesen war. Schließlich war er der Herr der Träume, er kreierte sie. Ernährte sie mit seinen Sehnsüchten, seinen Erinnerungen und Geschichten. Nur konnte er sich nicht erinnern, was er den Tag über getan hatte. War er tatsächlich so ereignislos gewesen?
Tala führte ihn durch seine Traumwelt, in der die Glasfassaden schwarzen Spiegeltürmen gewichen waren, in denen ein eigenartig goldenes Licht schimmerte. Ein Blick nach oben zeigte, dass Glühbirnenketten zwischen den Gebäuden aufgespannt waren, was Hayden mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit zur Kenntnis nahm. Sein Traumgeist hatte also begonnen, seine Traumwelt umzugestalten. In einem Maß, das äußerst kreativ war, aber in Hayden zunächst ein Gefühl der Bedrohung hervorgerufen hatte. Letztlich hatte er sich jedoch schnell an die neue, schwarze Welt voller Lichter gewöhnt.
Nach einer schweigsamen Weile standen sie auf der Dachterrasse mit dem inzwischen schwarzen Rasen. Die Chrysanthemen strahlten auch in der Nacht in einem Spiel aus Amarant und Gold, doch Hayden achtete nicht auf die Blütenpracht. In der Ferne des sternenlosen Firmaments klaffte der Regenmond über seiner fliegenden Stadt. Ein silbriger Glanz malte die ziselierten Scherenschnitte der Bäume in die Nacht und Hayden vergaß für einen Moment zu atmen.
Dann flüsterte er, als hätte er Angst, den Augenblick zu zerbrechen: „Du wolltest sie dir bisher niemals ansehen.“
Tala schüttelte den Kopf. „Ich konnte es bisher einfach nicht.“
Hayden glaubte zu verstehen, was sie meinte. Er zog seinen Traumgeist in die Arme und blickte stumm auf das Sternenfeuer, in dem seine Erinnerungen zu einem neuen Morgen verbrannten.

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Ich habe so etwas hier sehr lange nicht geschrieben - auch wenn ich weiß, dass da noch einige lyrische Werke von Dir sind, die ich noch nicht kommentiert habe. Aber sieh es mir nach, wenn ich sage: Du und poLet, ihr teilt euch das hohe Niveau, was die Komplexität angeht.

Hallo Zack.

Du weißt ja, wie es läuft.

Technische Anmerkungen:
Zitat:Allabendlich ertrank Haydens staubkorngraue Erdenstadt in funkelndem Blut. Wenn die Sonne
Darf ich mal schreiben, wie mir der Schnabel gewachsen ist? (Sind ja schließlich unter uns.)
Ich weiß wie scheiße das ist, wenn die erste Anmerkung den ersten Satz betrifft. (Für den ich immer Urzeiten brauche.) Ich denke dann immer:
Oha, ...
Aber hier ist es nur eine Empfehlung, denn der erste Satz ist von der Eindringlichkeit schon sehr gut. Nur dadurch, dass der zweite Satz dem ersten nahtlos folgt, geht das Bild ein wenig unter.

Vorschlag:
Allabendlich ertrank Haydens staubkorngraue Erdenstadt in funkelndem Blut.
Wenn die Sonne ...


Zitat:Seine Wohnung gliederte sich in zwei Bereiche, die kaum unterschiedlicher hätten sein können. Neben seinem Bett aus verflochtenem, schwarz lackiertem Metall stand die Traummaschine auf einem breiten Holztisch und gab ein leises Summen von sich, als wäre sie sehr zufrieden mit ihrem Platz. Auf der anderen Seite des Raumes herrschte hingegen ein Chaos, das Hayden selbst kaum noch überblickte. Flashspeicher stapelten sich auf staubigen Plexiglastischen. Kabelstränge wucherten wie Unkraut zwischen den Rechnern, die vom matten Licht der Flachbildschirme überschattet wurden.
Auch wenn Du die Hauptperson Hayden nur indirekt beschreibst ('herumlungernder Verlierer'): hier ist das Bild des Zimmers klar vor Augen.

Zitat:Hayden setzte sich mit seiner Nudelpackung aufs Bett
Wir scheinen uns irgendwo in der Zukunft zu befinden. Vielleicht sogar nicht weit von unseriger Zeit entfernt. Aber auch wenn dem so ist, würde ich überlegen, ob Nudeln noch zu den angebotenen Nahrungsmitteln gehören.
(Es gab mal eine Studie in einem Journal zu diesem Thema. Fast Food in Form von McD oder KFC wird sich auf Salate und andere Gesundheitsprodukte umstellen. Selbst die Möglichkeit, dass es auf dem Planeten nur noch Vegetarier - extrem: Veganer - geben könnte, wurde als realisierbar angenommen.)
Dies nur als Anmerkung.

Zitat:Seine Arbeit wurde auf namhaften Nachrichtenportalen besprochen und meist hochgelobt. Und dann kam das Verbot. Die Traumfabrik wurde geschlossen, weil zu viele Menschen abhängig geworden waren.
Durch die gewählte Platzierung geht die Eindringlichkeit des Satzes verloren.

Vorschlag 1:
Seine Arbeit wurde auf namhaften Nachrichtenportalen besprochen und meist hochgelobt.
Und dann kam das Verbot.
Die Traumfabrik wurde geschlossen, weil zu viele Menschen abhängig geworden waren.


Vorschlag 2:
Seine Arbeit wurde auf namhaften Nachrichtenportalen besprochen und meist hochgelobt.
Und dann kam das Verbot. Die Traumfabrik wurde geschlossen, weil zu viele Menschen abhängig geworden waren.


Zitat:Der Tag wurde von einer unterschwelligen Nervosität begleitet, die Hayden auf den Magen schlug. Drei seiner besten Kunden hatten sich nicht blicken lassen, obwohl sie ihn sonst in erschreckender Regelmäßigkeit aufsuchten. Hayden schlug den Kragen seines ausgeblichenen schwarzen Mantels hoch und fröstelte. Schiefergraue Wolken
Ich würde empfehlen, 'Hayden schlug den Kragen ...' in einer neuen Zeile beginnen zu lassen. Das 'Thema' Tag und Kunden ist zuende, der nächste mit Frösteln und Wolken beginnt.

Vorschlag:
Der Tag wurde von einer unterschwelligen Nervosität begleitet, die Hayden auf den Magen schlug. Drei seiner besten Kunden hatten sich nicht blicken lassen, obwohl sie ihn sonst in erschreckender Regelmäßigkeit aufsuchten.
Hayden schlug den Kragen seines ausgeblichenen schwarzen Mantels hoch und fröstelte. Schiefergraue Wolken


Zitat:Hayden tat unwillkürlich einen Schritt zurück, doch Larry rückte unnachgiebig näher, bis er ihn an den Armen packte und mehr krächzte als flüsterte: „Wach endlich auf, Hayden … Es ist vorbei!“
Das vorbei stieß er mit einem entsetzen Kreischen aus, das Hayden erstarren ließ. Dennoch bemühte er sich um einen ruhigen Klang seiner Stimme, als er erwiderte: „Ich bin wach. Doch du scheinst das Ende unserer Firma nicht verkraftet zu haben.“
Larry schnalzte missbilligend mit der Zunge: „Sie werden dich kriegen.“
„Sie haben gar kein Interesse an mir.“ Hayden spürte Zorn in sich aufwallen.
Leidiges Thema Dialoge, ich weiß. Aber die Konzeption ist hier ähnlich und erstreckt sich auf:
... mehr krächzte als flüsterte: „Wach ...
... als er erwiderte: „Ich bin wach.
... missbilligend mit der Zunge: „Sie werden ...

Zudem finde ich (persönlich) die Gliederung eines wörtlichen Schlagabtausches (Dialog) übersichtlicher, wenn (soweit es geht) die wörtliche Rede eine eigene Zeile (mit Anhang, also "sagte er" bekommt). Dadurch liest es sich flüssiger und der Leser kommt gut durch.
(Heißt jetzt nicht, dass man schwer durchkommt, ... ach. Ich verzettel mich.)

Vorschlag für die Textstelle (unterstrichenes Wort als Verstärkung):
Hayden tat unwillkürlich einen Schritt zurück, doch Larry rückte unnachgiebig näher, bis er ihn an den Armen packte.
„Wach endlich auf, Hayden." Es war mehr ein Krächzen, als ein Flüstern. "Es ist vorbei!“
Das vorbei stieß er sogar mit einem entsetzen Kreischen aus, das Hayden erstarren ließ. Dennoch bemühte er sich um einen ruhigen Klang seiner Stimme.
„Ich bin wach", erwiderte er. "Doch du scheinst das Ende unserer Firma nicht verkraftet zu haben.“
Larry schnalzte missbilligend mit der Zunge.
„Sie werden dich kriegen.“
„Sie haben gar kein Interesse an mir.“
Hayden spürte Zorn in sich aufwallen.


Zitat:Mit einem Blick deutete sie auf eine Tür, die sich leise summend aus der Schwärze schälte. Wortlose Sekunden zersplitterten, ehe sie seine Hand nahm und mit ihm in die Freiheit ging. Hayden versuchte, sich seine Verstörung nicht anmerken zu lassen.
Ich sage es wirklich nicht gerne - und bei Dir als Boss sowieso nicht - aber:
Keira Knightley am Strand mit dem Kind, in der Ferne ein Blitz und Orlando Bloom kommt mit der Flying Dutchman endlich nach Hause. (Erster Gedanke dazu.)
Zudem verleitet der Satz dazu anzunehmen, dass dies der letzte Satz (in der ersten Version vielleicht) war - und dann kommt noch ein Nachtrag.

Ich empfinde es als Holperstein und würde empfehlen, den Abschnitt umzubauen. Tala kommt, eine Tür schält sich aus der Dunkelheit, dann Haydens Gedanken, und dann führt Tala ihn durch die andere Welt. Das würde dann konkret so aussehen: Umplatzierung des Satzes "Wortlose Sekunden zersplitterten, ehe sie seine Hand nahm und mit ihm in die Freiheit ging".

Vorschlag (Gesamter Textbereich):
„Du hättest besser aufpassen müssen“, tadelte Tala und nahm Hayden bei den Händen. Mit einem Blick deutete sie auf eine Tür, die sich leise summend aus der Schwärze schälte.
Hayden versuchte, sich seine Verstörung nicht anmerken zu lassen. Er war fest davon überzeugt gewesen, dass seine Gefangennahme kein Alptraum war, auch wenn er sich die letzten Stunden nichts sehnlicher gewünscht hatte. Doch wenn Tala hier* war, schien er tatsächlich in einen finsteren Traum geraten zu sein, auch wenn das schon seit Jahren nicht mehr der Fall gewesen war. Schließlich war er der Herr der Träume, er kreierte sie. Ernährte sie mit seinen Sehnsüchten, seinen Erinnerungen und Geschichten. Nur konnte er sich nicht erinnern, was er den Tag über getan hatte. War er tatsächlich so ereignislos gewesen?
Wortlose Sekunden zersplitterten, ehe sie seine Hand nahm und ihn durch die Tür in seine Traumwelt führte, in der die Glasfassaden schwarzen Spiegeltürmen gewichen waren ...

(*Im Sinne von: Verhörraum, Polizei)

Einige Satzkonstruktionen haben mir sehr gut gefallen und würde ich gerne hervorheben:
Zitat:Schwarze Blumen krochen über die Wände seines kleinen Reiches und trieben scharlachweiße Blüten.
Ich interpretiere es als Bild des Übergangs von der Echtzeit in die Traumwelt. Ist direkt vor Augen.

Zitat:Denn auch wenn er ihre Träume kreierte, so war es doch meist Tala, die ihnen Form und Farbe verlieh.
Als harmoniebedürftiger Mensch (*hust*) finde ich den Satz einfach nur schön.

Zitat:dessen Stimme nun eigenartig verzerrt klang. Als wäre sie zerbrochen und hätte sich an den eigenen Scherben geschnitten.
Und auch hier. Du arbeitest viel mit Farben, aber hier ist es die übertragene Akkustik, die mich verblüfft. Ich kann es hören.

Zitat:Hayden wandte sich um und rannte, dass sein Herz ins Stolpern geriet.
Eine ebenfalls gelungene Satzkonstruktion mit einem surrealen Bild.

Inhaltliche Anmerkungen:
Es gehört vielleicht eher zu den technischen Anmerkungen, aber ich schreib es hier rein. Die Verwendung von technisch-neutralen Wörtern (so will ich es mal nennen) hat mich am Anfang ..., den Kopf schütteln lassen.
'Konserviert', 'instandhalten', 'Emotionen', 'Ressourcen' und 'süchtig'.
Ich bin kein Freund von diesen neumodischen Dingern und ein Fan von 'bewahren', 'mit dem Notwendigsten zu versorgen', 'Gefühle' und 'abhängig'.
Allerdings denke ich auch, dass die Worte mit ihrer Wertigkeit die Welt darstellen und charakterisieren sollen - von daher kann und will ich es nicht kritisieren. (Das wäre ja dann so, als wenn ich James Cameron seine 3-D-Kamera wegnehme. Icon_wink )

Für mein Empfinden hättest Du die Erdenstadt noch ein bisschen schmuddeliger machen können. Wie oben bereits angemerkt arbeitest Du viel mit Farben, hier auch mit Klängen. Von daher vielleicht die Empfehlung auch damit zu arbeiten: Geruch nach Fäkalien, endloser Regen, der sauer auf die Haut trifft (beispielsweise) - damit die Abgrenzung zur Traumwelt noch schärfer ist.

Mir ist nicht ganz klar, was eigentlich passiert ist. Larry tauchte auf und es klang bei Tala so, als wäre dies in dieser Welt nichts ungewöhnliches, dass ein Toter mal eben so vorbeikommt.
Idee:
Als Tala ihm die leere Erdenstadt als Spiegelbild im See zeigt, war für mich klar, dass die Stadt (in der Hayden seine Geschäfte macht) auch nur Teil seines Traumes ist. Die eigentliche Erdenstadt ist bereits tot und verlassen.
Wahrscheinlich meinte Tala mit ...
Zitat:„Weißt du, Hayden, man muss Träume zu Ende träumen, sonst ergeben sie keinen Sinn.“
... dass er endlich loslassen sollte von der toten Realität um seine 'fliegende Stadt' zu sehen.

Fazit:
Gefühlsmäßig hat dieses Werk weniger Farbdichte und mehr Dialoge, als andere Werke von Dir. Das ist nicht negativ - vielleicht ist es aber auch nur die Länge, die den statistischen Eindruck trübt. (Hab ich Statistik gesagt? o.O)
Auch wenn die Darsteller nicht genau gezeichnet sind (Mund, Nase, Kopfform, Körperlänge), sind sie plastisch und nachvollziehbar in ihren Reaktionen. (Auch bei den Dialogen, wobei ich es schön finde, dass besonders betonte Worte kursiv gesetzt wurden um dies zu signalisieren.)

In diesem Sinne: schönes Lebenszeichen. Icon_wink

LGD.


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Beitrag #3 |

RE: Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Hey Dread,

erstmal Danke für deinen Kommentar! Und dann gleich zu den Anmerkungen:

Erster Satz - mhm, wäre eine Option. Ich leider allerdings noch darunter, dass sich jemand beschwert hat, ich würde viel zu viele Absätze machen. Seitdem verzichte ich weitgehend darauf, Sätze durch Absätze hervorzugeben. Ich denk mal drüber nach!

Die Nudeln: Das ist meiner Liebe zum Cyberpunk geschuldet, wo sich die Protagonisten oft Fertignudeln reinziehen Icon_wink ... insofern muss das auch so bleiben, als kleiner persönlicher Verweis.

Zum Verbot: siehe oben ... die einen beschweren sich, dass ich zu viele Absätze mache, wenn ichs tue, ist es anderen wieder nicht recht. Ich muss da mal in mich gehen, was ich selbst nun besser finde *mhm* ... Selbes siehe Dialog - ich habe mich bemüht, zu viele Absätze zu vermeiden.

Freiheit: na schön, streichen wir den Satz Icon_wink ... und nein, vorher war hier nicht das Ende ...

Es gehört vielleicht eher zu den technischen Anmerkungen, aber ich schreib es hier rein. Die Verwendung von technisch-neutralen Wörtern (so will ich es mal nennen) hat mich am Anfang ..., den Kopf schütteln lassen.
'Konserviert', 'instandhalten', 'Emotionen', 'Ressourcen' und 'süchtig'.
Ich bin kein Freund von diesen neumodischen Dingern und ein Fan von 'bewahren', 'mit dem Notwendigsten zu versorgen', 'Gefühle' und 'abhängig'.
Allerdings denke ich auch, dass die Worte mit ihrer Wertigkeit die Welt darstellen und charakterisieren sollen - von daher kann und will ich es nicht kritisieren.


Das wurde auch schon von jemand anderem angemerkt *g* ... allerdings ist es in der Tat gewollt, eher technisch-neutrale Begriffe zu verwenden. Ebenso ist es gewollt, dass Hayden eigentlich eine recht blasse Figur ist, dessen Charakterzüge von seiner Sucht überlagert werden. Sein Körper ist für ihn nur noch eine organische Maschine, eine Schnittstelle zwischen der für ihn unerträglichen Realität und der geliebten Traumwelt.

Die Erdenstadt soll dabei auch gar nicht schmuddelig sein - auch wenn die Nudeln auf meine Cyberpunkliebe anspielen, so habe ich die Erdenstadt eher als sauberen, beinahe sterilen Ort im Kopf, an dem es keine echten Gefühle und Leidenschaften mehr gibt, keine Kreativität. Alles ist sauber, alles funktioniert, jeder ist ein Zahnrad im Getriebe und nicht mehr. Letztlich soll auch die Frage bleiben, ob diese Stadt überhaupt real ist oder war und wann Hayden träumt und wann nicht *mhm* ... keine Ahnung, ob das einigermaßen gelungen ist.

In diesem Sinne nochmals - herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar!

Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #4 |

RE: Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Hey Zack!

Deine Geschichte steht ja schon länger hier, ist aber irgendwie an mir vollkommen vorbeigegangen. Anlässlich des 4. Kommentar-Wettbewerbs stöbere ich nun in den Rubriken herum und stolper drüber. Und weil ich deine Werke noch sehr positiv in Erinnerung habe ( Icon_wink ), gibt’s auch hier meine Meinung zu.
Gelesen hab ich die Geschichte jetzt ein Mal, verstehe sie nicht, mag sie aber trotzdem, allein schon wegen der schönen Bilder, der Atmosphäre und dem Setting. Ich musste zwischendurch an »Inception« denken, gerade beim Aufbauen der Traumwelten, oder an eine andere Geschichte aus einem anderen Forum, in der Erinnerungen als Währung genutzt werden, oder an einen Film, von dem ich nichts mehr weiß, außer dass es dort auch im eher dreckigen, urbanen SciFi-Setting um Träume oder Erinnerungen ging. Aber ich finde, gerade durch deinen gekonnten Umgang mit Bildern und Worten im Allgemeinen wirkt es an keiner Stelle wie bekanntes Muster oder eine unoriginelle Geschichte. Da ist was ganz eigenes drin, vor allem durch den starken Fokus auf Farben und die Interaktion zwischen Hayden und Tala.

Bei vielen Geschichten ärgere ich mich am Ende, wenn ich sie nicht verstehe, oder nur das Gefühl habe, sie nicht zu verstehen, aber hier nicht. Die Erzählung selbst hat mir beim Lesen genug Stoff gegeben, genug positive Punkte und Anreize, weiterzulesen, dass ich am Ende auch nicht mehr groß nachgrübeln wollte, was da nun Traum war, was Realität, welche Gründe Tala haben könnte, Hayden zu manipulieren oder ob es gar Hayden ist, der hier (unbewusst) seine eigene Welt neu gestaltet. Tut der Faszination aber für mich gar keinen Abbruch, weil eben in der Geschichte selbst schon genug geboten wird, dass ich zufrieden bin Icon_smile

Zitat: Allabendlich ertrank Haydens staubkorngraue Erdenstadt in funkelndem Blut.
Gleich mit dem ersten Satz hattest du mich. »staubkorngrau« klingt wunderschön und den Namen »Hayden« mag ich seit einer Weile eh total gern.

Zitat: Hayden hatte sich diesen Augenblick konserviert und jede Nacht davon geträumt
Bei der fliegenden Stadt bin ich mir echt unsicher, wo die herkommt. Hier am Anfang klingt es so, als sei es eine tatsächliche Stadt, die man eben hin und wieder am Himmel sehen kann, wenn man Glück hat. Später allerdings scheint es mehr ein Produkt von Haydens Phantasie zu sein. Oder hier ist die echte fliegende Stadt gemeint, aus der sich dann die fliegende Stadt in Haydens Phanatsie entwickelt. Ich bin da auch einfach zu wenig detektivisch veranlagt, um lange genug nachzugrübeln, bis ich auf eine Lösung komme *lach* Aber wie gesagt, ich find es nicht schlecht, es ist eben auch so der Reiz des Surrealistischen, finde ich, dass nicht alles klar und eindeutig wird.

Zitat: Dem Geist in seiner Traummaschine.
Geist in der Traummaschine – find ich einfach toll. Pro

Zitat: Doch sobald der Neonglanz seiner Stadt entbrannte, musste Hayden das Feld für den schönen Schein räumen. Was ihn nicht sonderlich störte; sobald der Himmel sich dunkler färbte
Kleinigkeit, aber weils bei dir eh nichts Großes anzumerken gibt: ein »sobald« könnte man durch »wenn« ersetzen – wenns dich überhaupt stört Icon_wink

Zitat: Seine Datenträger bekam er von einem traumsüchtigen Hardwaredealer
Ich nehm den Satz mal exemplarisch für all die anderen Stellen dieser Art, um dir zu sagen, dass ich die Verwebung zwischen Technologie und Traum-Erschaffung/-Handel/-Nutzung sehr gelungen finde. Obwohl es ja zwei Dinge sind, die man in den wenigsten Fällen in einen Topf werfen würde, bringt deine Geschichte den Aspekt natürlich und glaubhaft rüber Pro
(»traumsüchtiger Hardwaredealer« … wie das allein klingt. Richtig gut)

Zitat: Hayden setzte sich mit seiner Nudelpackung aufs Bett
*lach* Ich weiß echt nicht viel von Cyber-Punk, aber Instant-Nudeln scheinen so ein Must-Have zu sein.

Zitat: Vor Jahren hatte er einmal dazugehört zum gleißenden Kern der Erdenstadt.
Ich weiß nicht, ob es ein Muss ist, aber ich würde zwischen »dazugehört, zum« ein Komma setzen, oder den Satz umstellen »Vor Jahren hatte er einmal zum gleißenden Kern der Erdenstadt dazugehört« - wobei ich eher das Komma nehmen würde.

Zitat: sodass er wieder einmal leicht über die weibliche Umgestaltung seiner Wohnung hinwegsehen konnte. 
Ich kann nicht genau sagen, warum, aber den Satz fand ich irgendwie störend. Hauptsächlich wegen des »weiblich« … als könnten Frauen eine Wohnung nicht auch ohne Blumen gestalten, oder als würden Männer nicht auch mal eine Vase mit Blumen irgendwohinstellen.
Ich bin nun weißgott keine Person, die totale Gleichstellung und all den Quatsch fordert, aber bei »weibliche Umgestaltung« sträubts mich. Ich bin auch weiblich, trotzdem gestalte ich meinen Raum nicht mit Blumen. Das hat ja mit dem Geschlecht nix zu tun, wie ich finde, deshalb irritiert es (mich) halt hier, dass das Geschlecht so betont wird. Wenns wenigstens so richtig klischeehaft weiblich wäre, mit rosa Rosen und so. Aber Eisblaue Rosen mit schwarzen Dornen, des wär für mich jetzt nicht Ultrafeminin.
Oder auch, was an Sesseln nun weiblicher sein soll als an einem Sofa … und auch das violett ... hatte mal nen Typen in der Klasse, der stand voll auf Violett *lach*
(Ja, ich muss mich über sowas aufregen, weil deine Geschichte mir sonst nix zum Aufregen gibt! Mrgreen )

Zitat:  „Wach endlich auf, Hayden … Es ist vorbei!“
Wenn ich interpretieren wollte, dann würd ich hieraus lesen, dass die ganze Geschichte – oder wenigstens ab der ersten Tala-Begegnung – nur ein Traum ist und die Szene hier mit Larry wie auch später die Szene im Verhörraum sind Versuche von Haydens Unterbewusstsein, ihn wieder aufzuwecken, bzw in die Realität zurückzuholen.

Zitat: Das vorbei stieß er mit einem entsetzen Kreischen aus
Bin mir nicht ganz sicher, aber »Vorbei« müsste hier groß sein, mein ich. Weil es eben »das Vorbei« ist

Zitat:  „Sie werden dich kriegen.“
„Sie haben gar kein Interesse an mir.“

Bei dem kursiven »Sie« bin ich selbst zwiegespalten. In der Theorie hätte ich wahrscheinlich zum Kursivschreiben geraten, um es deutlich zu machen, aber so im Text find ich es irgendwie störend, weil ich das automatisch dann so stark betone beim Lesen, ohne dass es eigentlich betont gehört. Gerade, weil hier im Kontext auch klar wird, dass es sich da um irgendeine große Organisation von oben handelt, fänd ichs ohne Kursiv glaub ich sogar schöner / flüssiger.

Zitat: Als wäre sie zerbrochen und hätte sich an den eigenen Scherben geschnitten.
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Zitat: Hayden wandte sich um und rannte, dass sein Herz ins Stolpern geriet. Doch er konnte den Anblick dieser gescheiterten Existenz nicht mehr ertragen,
Das »Doch« stört hier, finde ich. Er rennt ja, WEIL er den Anblick nicht erträgt. Deshalb würd ich es streichen, oder, wenn du eine Konjunktion da stehen haben willst, eher »Denn« nehmen.
Aber ich würd einfach schreiben: »Er konnte den Anblick …«

Zitat: wollte nicht in den Spiegel blicken, der ihn selbst so zeigte, wie er wäre, wenn er seinen Traum aufgegeben hätte.
In meiner hypothetischen Interpretation wäre das noch ein Hinweis darauf, dass Hayden tatsächlich in der Realität so eine gescheiterte Existenz IST und sich der Einsicht in seinen Träumen nur verweigert *nick*

Zitat: Inzwischen glomm auch der Rasen ihrer Dachterrasse in den dunklen Hintergrundtönen des Universums, während die Blüten der frisch gepflanzten Chrysanthemen zweifarbig funkelten. Amarant floss in Sonnengold und umgekehrt.
Pro
Das mit den Farben find ich bei dir echt immer total toll. Es klingt so außergewöhnlich und fügt sich trotzdem absolut perfekt in die Geschichte ein.

Zitat: Die schwarzen Bäume besaßen keine Blätter. Stattdessen hingen zahllose Glühbirnen an ihren erschreckend dürren Ästen, die im Licht einer alten Zeit glommen.
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Und gleichzeitig ein kleiner Meckerer: Für Klugscheißer glimmen die Äste im Licht einer alten Zeit, aber gemeint sind die Glühbirnen, oder? Also eher »Stattdessen hingen an ihren erschreckend dürren Ästen zahllose Glühbirnen, die im Licht …«

Zitat: „Deswegen hat er sich auch vor zwei Jahren umgebracht.“
Das mit Larry was nicht stimmte, war ja irgendwie klar, bei diesem seltsamen Auftritt *lach*
Interessant aber, dass Hayden trotzdem noch im Präsens von ihm spricht (»Er verkraftet es nicht«) … in meiner hypothetischen Interpretation ein weiterer Hinweis, dass Hayden nur ein Traumbild von Larry ist, Larry also den wirklichen Hayden darstellt.
(Inzwischen komm ich mir richtig schlau vor. Was ein zweites Lesen doch alles ausmachen kann *grins* Egal, ob ich auf dem Holzweg bin oder nicht, für mich zählt da mehr das Gefühl als die Tatsachen)
Tala ist mir bei der ganzen Sache auch eher suspekt, deshalb könnte das ihre Idee gewesen sein, Larry als Toten abzustempeln, so als Erklärung für Hayden, bei dem der Weckruf seines Unterbewusstseins sonst womöglich Erfolg hätte, wenn er erstmal anfängt, die »Realität« seiner (Traum-)Welt zu hinterfragen.

Zitat:  Vorbei an schwarzen Pflanzen mit gläsernen Blüten, die wie Sterne am Boden der Traumwelt glühten und Hayden ins Bewusstsein riefen, dass er weder über raschelndes Blattwerk noch über feuchte Moosschichten lief. Seine Schritte knirschten dagegen eigenartig, als würde er über Scherben gehen – und tatsächlich offenbarte sich ihm bei einem Blick nach unten nichts als eine gespiegelte Schattenbaumwelt, der er mit jedem Schritt neue Risse zufügte. 
Glasgarten von Goethes Erben! Daran hab ich mich noch erinnert gefühlt, glaub sogar genau an dieser Stelle, aber vorhin bin ich nicht mehr drauf gekommen.
Ganz tolles Bild auf jeden Fall Pro

Zitat: Glühbirnenglanz
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Zitat: „Ich habe deine Stadt nachgebaut“, erklärte Tala mit hörbarem Stolz.
Noch ein Hinweis darauf, dass Hayden durchweg träumt. Tala ist absolut dazu in der Lage, eine solche Illusion zu schaffen. Wie könnte Hayden sagen, ob es Traum oder Realität ist, wenn er durch die Straßen läuft, die sich genau so in diesem See spiegeln?

Zitat: Tala schien drüber nachzudenken, als sich das Licht der Glühbirnen rot verfärbte.
„Den Wald habe ich selbst gemacht“, flüsterte Tala mit einem Anflug von Enttäuschung.

Ich versuch, wegen Namenswiederholungen nicht mehr so empfindlich zu sein und schaff es auch schon recht gut, aber hier find ich das zweite »Tala« überflüssig, da würde auch einfach »sie« reichen. Eine andere »sie«, die irgendwas sagen könnte, ist ja eh nicht da.

Zitat: „Weißt du, Hayden, man muss Träume zu Ende träumen, sonst ergeben sie keinen Sinn.“
Das liest sich total wie ein kryptischer Hinweis, womöglich wie der ultimative Code zur Entschlüsselung der Geschichte, aber ich kann nix damit anfangen *lach*

Zitat: Auch die vermissten Stammkunden kamen wieder regelmäßig und ihm war, als hätten sie an diesem seltsamen Tag geahnt, dass Hayden einem echten Geist begegnen würde.
Bei Inception war es ja auch so, dass die ganzen Personen im Traum vom eigenen Unterbewusstsein geschaffen wurden und dann irgendwie komisch reagiert haben, wenn sie gemerkt haben, dass der Träumer merkt, dass er träumt (oder so *lach*), das würde hier auch super passen. Die Stammkunden bleiben weg, weil Hayden sich nicht mehr tief genug in seinem Traum, dafür aber gefährlich nah an der Realität befindet. Nicht, weil sie wegbleiben wollen, sondern weil sie Projektionen von Hayden sind und so nah an der Realität gar nicht erscheinen können. Oder so Mrgreen
(Mein größtes Problem beim Interpretieren ist glaub ich, dass ich Angst habe mich zu blamieren und es zu verbissen sehe. Wenn das erstmal überwunden ist, macht es immer Spaß)

Zitat: Die Nächte verbrachte er inzwischen nur noch mit Tala – auch wenn ihn die Sehnsucht nach der fliegenden Stadt schier zu zerreißen drohte. Warum sein Traumgeist sich nicht auf diese atemberaubende Vision einlassen wollte, konnte Hayden zwar nicht verstehen
Hier klingt es so, als sei die fliegende Stadt ein Werk von Hayden, eine von ihm erschaffene Traumwelt (vielleicht die idealisierte Version seiner eigenen, erdrückenden Welt), die er auch hin und wieder besucht, bzw. vor der Geschichte besucht hat. Also nicht nur das Bild der Stadt am Horizont (so hatte ich es am Anfang gelesen, als ferner Wunschtraum, auch in seinen Träumen eher abstrakt), sondern tatsächlich ein Ort, an dem er sich aufhält. Vielleicht die letzte Ecke seines Bewusstseins, in die Tala noch nicht eingedrungen ist, wo er wirklich noch ganz Herr seiner selbst ist, zumindest innerhalb dieser Traum-Realität. Fliegen passt da ja auch gut, das ist Freiheit, Ungebundenheit, Abstand … ganz anders als das bedrückende Leben in der Stadt oder diese abstrakten Wälder und Blumengärten von Tala. Da ist er so, wie er sein will, nicht der traurige Straßendealer und nicht Talas Willen unterworfen.
Und vielleicht hat er da auch so eine Barriere (unbewusst) aufgebaut, weshalb Tala nicht reinkommt. Weil es eben sein ganz privater Rückzugsort ist.

Zitat: Vielleicht war es wahr, dass die Traumsucht die Wirklichkeit nach und nach aufbrach und bizarre Tagträume den Alltag dominierten. 
Jup, denke ich auch *nick*

Zitat: wie gezielt dieser sich nach ganz bestimmten Träumen erkundigte. Nach Träumen, von deren Existenz er gar nichts wissen konnte.
Weil er ein Agent von Haydens eigenem Unterbewusstsein ist, ein Versuch, ihn in die Realität zurückzuholen.
Ich fühl mich grad echt, als hätt ich voll den Durchblick *stolzsei*

Zitat: dass sein Körper längst zu schwach war, um ihnen zu entkommen.
Hier hast du »ihnen« außerhalb der wörtlichen Rede zum ersten Mal auch kursiv, davor wars aber schon an zwei oder drei Stellen, dass es mal nicht kursiv war. Da dachte ich schon, du machst es halt nur in wörtlicher Rede, aber dann ist das hier falsch.

Zitat: Zahnlückenlächeln
Icon_cuinlove

Zitat: warum Sie dieses bescheuerte Risiko eingegangen sind?
kein Fragezeichen, weil es nur eine indirekte Frage ist

Zitat: „Wissen Sie eigentlich, was sie der Menschheit antun, Hayden?!“, zischte der Mann
Das mit der »Menschheit« kann ich gar nicht einordnen. Wenn da jetzt stünde »was sie den Menschen antun«, dann klar, den Menschen eben, denen er seine Träume verkauft, aber wie das Auswirkungen auf die ganze Menschheit haben soll, erschließt sich mir nicht so recht.

Zitat: „Ich weiß es sicherlich besser, als Sie“
kein Komma

Zitat: Es war Tala, die aus der ihn träge umwabernden Dunkelheit heraustrat.
liest sich bissl holprig »die aus der ihn« … vielleicht einfach: »Es war Tala, die aus der träge wabernden Dunkelheit heraustrat« - dass Hayden da inmitten von Dunkelheit sitzt, ist ja schon klar geworden
Ja, hier wird dann auch klar, dass sich da die Welten irgendwie vermischen, in meiner Theorie natürlich deshalb, weil Tala hier verhindern will, dass Haydens Unterbewusstsein ihn in die Mangel nimmt. Wobei der Zahnlückenmann dafür eigentlich zu kooperativ ist, was Tala betrifft. Hm … Aber ich bleib dabei: Die ganze Geschichte ist geträumt und hier verschwimmen dann endgültig die Grenzen zwischen dem, was Hayden als Realität wahrgenommen hat (oder sich eingeredet hat) und dem, was er als Traum wahrgenommen hat.

Zitat: Mit einem Sonnenlächeln wies sie den Zahnlückenmann an, den Raum zu verlassen.
Pro

Zitat: auch wenn er sich die letzten Stunden nichts sehnlicher gewünscht hatte. 
»er sich in den letzten Stunden« würde ich eher sagen. Oder auch »die letzten Stunden über«, analog zu »ich hab mich die ganze Zeit über unterhalten«; so wie es jetzt ist, klingt es für mich eher umgangssprachlich

Zitat: Dann flüsterte er, als hätte er Angst, den Augenblick zu zerbrechen
Icon_cuinlove

Zitat: Tala schüttelte den Kopf. „Ich konnte es bisher einfach nicht.“
Woran könnte es liegen, dass nun selbst die hinterste kleine Zufluchtsecke in Haydens Kopf für Tala erreichbar ist? Vielleicht, weil er sich (zum ersten Mal?) eingestanden hat, dass er süchtig ist? Oder weil er sich selbst bei einem aktiven Eingreifen seines Unterbewusstseins geweigert hat, zu kooperieren und sich damit endgültig den Weg zurück in die Realität abgeschnitten hat? Weil er sich entscheiden musste zwischen der Realität (süchtig, kriminell, seine Zukunft in einem leeren, dunklen Raum vor ihm liegend) und der Traumwelt mit Tala? … Erklärungen hätte ich genug, die mich von meiner Theorie überzeugen könnten *lach*

Zitat: blickte stumm auf das Sternenfeuer, in dem seine Erinnerungen zu einem neuen Morgen verbrannten.
Oh, noch eine kleine Theorie: Um die Traumwelt gestalten zu können, braucht Tala »Energie«, sie benutzt quasi Haydens echten Erinnerungen als Baumaterial, die ihm dadurch aber verloren gehen. Davon merkt er natürlich nichts, weil er ja schon in dieser Traumwelt ist und ohnehin keinen Zugriff mehr auf seine echten Erinnerungen hat. Die waren es auch, die Tala davon abhielten, in die fliegende Stadt zu kommen (warum auch immer). Jetzt hat sie die letzte seiner echten Erinnerungen aufgebraucht und seine echte Existenz damit quasi ausgelöscht (Heißt ja nicht umsonst, dass wir die Summe unserer Erfahrungen sind) – somit gibt es jetzt nur noch den echten Hayden und Tala hat die volle Kontrolle über die Traumwelt.

Schön, ist ja doch noch was bei rumgekommen. Ich muss sagen, die Geschichte ist ja fast schon eine Aufforderung, zu rätseln und zu spekulieren und es macht (mir) auch Spaß, solange ich nicht wirklich ernsthaft und verbissen die »richtige« Lösung suche. Die Gedanken ein bisschen fliegen zu lassen und Hinweise zu sammeln, die vielleicht gar keine sind, sich eine eigene Welt dazu zu bauen, das macht schon Spaß Icon_smile Umso besser also, dass ich die Geschichte nochmal gelesen habe und mich bissl drauf eingelassen habe.

Wobei ich jetzt auch nochmal (beim ersten Lesen auch schon) gemerkt habe, dass mir die erste Hälfte schon besser gefällt als die zweite, weil einfach die schöneren Bilder drin sind. Den ganzen Dialog, die Szene mit dem Zahnlückenmann, die find ich sogar eher störend. Nicht vom Inhalt her, sondern weils eben eine ander Form ist (muss ja, wenn man Dialog drin hat *lach*). Das hat für mich nicht so ganz zusammengepasst, vielleicht auch nur, weil ich von deinen Bildern echt immer begeistert bin und dementsprechend »enttäuscht«, wenn sie für etwas anderes Platz machen müssen.
Trotzdem hats mir im Gesamtpaket sehr gut gefallen und ich würd gerne mehr Geschichten von dir lesen Icon_wink

Ganz liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #5 |

RE: Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Hallo Lanna,

wow, was für ein ausführlicher Kommentar! Danke Icon_smile ... es war sehr spannend, deinen Gedanken zu folgen und deine Sichtweise zu lesen. Die Geschichte ist ja schon ein wenig älter und entstand sehr spontan. Ich wollte sie so schreiben, dass man sie auf mehrere Arten interpretieren kann, vor allem, dass die Sichtweise, wann Hayden in der Realität ist und wann er träumt, variieren kann.

Insofern finde ich deine Interpretation an sich sehr gut und ein Vergleich mit "Inception" ehrt mich Icon_wink ... (ich mag den Film auch sehr, weil mich das Traumthema allgemein reizt. Er hätte mir aber noch etwas doppelbödiger sein können).

Einzig was ich etwas bedauerlich finde, ist, dass Tala bei dir so schlecht wegkommt. Dass du sie als manipulativ und schädigend für Hayden empfindest. Tala ist eine Kreation von Hayden, hat aber ein Eigenleben entwickelt - sie ist ein eigenständiges Wesen geworden, dass allein in der Traumwelt bleibt, wenn Hayden wach ist. Und sie mag Hayden sehr gern. Insofern manipuliert sie ihn schon, sie will ihn in der Traumwelt behalten und sie will ihm gefallen - weshalb sie selbst kreativ wird, die Traumwelt verändert und schließlich neue Welten erschafft. Dass sie das kann, wirft natürlich die Frage auf, ob Hayden in der Geschichte jemals wach ist oder ob er sich in verschiedenen, von Tala geschaffenen Welten befindet Icon_wink ... naja, zumindest wars so gedacht.

Aber jetzt erstmal Schritt für Schritt:

Zitat:Bei der fliegenden Stadt bin ich mir echt unsicher, wo die herkommt

Gut so ^^ ... aber ich verrate so viel, dass es keine reale am Himmel schwebende Stadt ist ...

Zitat:*lach* Ich weiß echt nicht viel von Cyber-Punk, aber Instant-Nudeln scheinen so ein Must-Have zu sein.


Instant-Nudeln kommen gleich nach pinkem Plastik! Icon_smile

Zitat:Ich kann nicht genau sagen, warum, aber den Satz fand ich irgendwie störend. Hauptsächlich wegen des »weiblich« … als könnten Frauen eine Wohnung nicht auch ohne Blumen gestalten, oder als würden Männer nicht auch mal eine Vase mit Blumen irgendwohinstellen.


Mhm, das "weiblich" kann auch weg ...

Zitat:In meiner hypothetischen Interpretation wäre das noch ein Hinweis darauf, dass Hayden tatsächlich in der Realität so eine gescheiterte Existenz IST und sich der Einsicht in seinen Träumen nur verweigert *nick*

Hayden ist sich bewusst, dass er eine gescheiterte Existenz IST, aber eben nur in der realen Welt - in der Traumwelt ist er jemand und ihm fehlt die Einsicht, sein Tun in der realen Welt trotz seines Scheiterns als falsch zu sehen. Er sieht sich als Opfer des Systems.

Zitat:in meiner hypothetischen Interpretation ein weiterer Hinweis, dass Hayden nur ein Traumbild von Larry ist, Larry also den wirklichen Hayden darstellt.

Nein, Larry ist nicht Hayden. Larry war tatsächlich ein Arbeitskollege, der nach dem Niedergang der Firma ebenfalls mit Träumen gedealt hat. Nur er wurde erwischt und ist tot. Hayden hat allerdings schon so sehr das Realitätsbewusstsein verloren, dass er Larry manchmal noch sieht und mit ihm spricht. Tala weiß davon, aber sie hat kein Interesse daran, mit Hayden darüber zu diskutieren, dass Larry tot ist und er das als Realität akzeptieren sollte. Stattdessen lässt sie Hayden seine Halluzinationen - Hayden hat den Geisterlarry gewissermaßen selbst erschaffen, Larry ist sozusagen ein kleiner Teil von Hayden, der denkt, dass die Traumdealerei zu gefährlich ist und dass er den Sinn für die Realität verliert.

Zitat:Zitat: „Weißt du, Hayden, man muss Träume zu Ende träumen, sonst ergeben sie keinen Sinn.“
Das liest sich total wie ein kryptischer Hinweis, womöglich wie der ultimative Code zur Entschlüsselung der Geschichte, aber ich kann nix damit anfangen *lach*

Gewissermaßen hast du Recht - der Satz ist ein Hinweis darauf, dass die Story erst am Ende ihren richtigen Sinn offenbaren soll, wenn sie es überhaupt tut. Und eine kleine Anekdote: Diesen Satz habe ich aus einem meiner Träume und aus diesem Satz ist diese Geschichte entstanden! ^^

Zitat:(Mein größtes Problem beim Interpretieren ist glaub ich, dass ich Angst habe mich zu blamieren und es zu verbissen sehe. Wenn das erstmal überwunden ist, macht es immer Spaß)

Solange es für einen selbst schlüssig ist, ist keine Interpretation falsch. Es gibt nicht nur eine Wahrheit und eine Sicht auf die Dinge, jeder bringt seine Erfahrungen und damit auch seine ganz eigene Sichtweise mit. Ich finde es spannende, zu erfahren, wie andere mein Geschreibsel sehen und verstehen! Icon_smile

Zitat:Zitat: „Wissen Sie eigentlich, was sie der Menschheit antun, Hayden?!“, zischte der Mann
Das mit der »Menschheit« kann ich gar nicht einordnen. Wenn da jetzt stünde »was sie den Menschen antun«, dann klar, den Menschen eben, denen er seine Träume verkauft, aber wie das Auswirkungen auf die ganze Menschheit haben soll, erschließt sich mir nicht so recht.

In diesem Teil der Geschichte träumt Hayden, der Mann wurde als von seinem Unterbewusstsein erschaffen, das die Situation dramatisiert - und was Hayden tut, ist in seinem Verständnis ein Dienst für die Menschheit, im Umkehrschluss wird ihm genau das vorgeworfen, dass er der Menschheit etwas antut.

Zitat:Zitat: Tala schüttelte den Kopf. „Ich konnte es bisher einfach nicht.“
Woran könnte es liegen, dass nun selbst die hinterste kleine Zufluchtsecke in Haydens Kopf für Tala erreichbar ist? Vielleicht, weil er sich (zum ersten Mal?) eingestanden hat, dass er süchtig ist? Oder weil er sich selbst bei einem aktiven Eingreifen seines Unterbewusstseins geweigert hat, zu kooperieren und sich damit endgültig den Weg zurück in die Realität abgeschnitten hat? Weil er sich entscheiden musste zwischen der Realität (süchtig, kriminell, seine Zukunft in einem leeren, dunklen Raum vor ihm liegend) und der Traumwelt mit Tala? … Erklärungen hätte ich genug, die mich von meiner Theorie überzeugen könnten *lach*

Hayden hat den Kontakt zur Realität endgültig verloren und ist damit auch vollständig mit Tala verbunden. Keine Geheimnisse mehr - sie teilen sich die gleiche Welt.

Zitat:Oh, noch eine kleine Theorie: Um die Traumwelt gestalten zu können, braucht Tala »Energie«, sie benutzt quasi Haydens echten Erinnerungen als Baumaterial, die ihm dadurch aber verloren gehen. Davon merkt er natürlich nichts, weil er ja schon in dieser Traumwelt ist und ohnehin keinen Zugriff mehr auf seine echten Erinnerungen hat.

Mhm, also Erinnerungen verliert Hayden nicht ... Tala braucht auch keine "Energie", aber sie braucht Haydens Bewusstsein, seinen Traum, der ja ihre Welt ist.

Für mich gibt es zwei Arten, die Geschichte zu lesen: Es könnte alles ein Traum sein und Hayden glaubt nur, manchmal noch in die Realität zurückzukehren. Oder Hayden ist zu Beginn wach, dann kurz im Traum, die Begegnung mit Larry findet in der Realität statt, allerdings halluziniert Hayden, danach wacht er aber nicht mehr auf.

Wegen den Fehlerchen und Textkorrekturen: Ich schau es mit mal in Ruhe an, das meiste werde ich wohl übernehmen / ändern! Icon_smile

Nochmals vielen Dank!

- Zack

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Beitrag #6 |

RE: Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Hi Zack,

auch wenns wieder bissl spät kommt (ich hab bei den ganzen Kommentaren den Überblick verloren *lach*) nur nochmal schnell hierzu:

Zitat:Einzig was ich etwas bedauerlich finde, ist, dass Tala bei dir so schlecht wegkommt
Weibliche Charaktere haben bei mir meistens einen schlechten Stand. Keine Ahnung, wo das herkommt, aber das ist mir schon in vielen Geschichten, Büchern und Filmen aufgefallen, dass weibliche Rollen sich weit mehr anstrengen müssen, um meine Sympathie zu erhalten, als ihre männlichen Kollegen. Das liegt also nicht speziell an Tala oder der Geschichte, sondern ist mehr eine persönliche Marotte von mir Icon_ugly

Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #7 |

RE: Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Hallo Zack, 

Ich könnte schwören, ich hätte diese Geschichte schon kommentiert und wenn wir uns irgendwo ohne Internet und Nachweis getroffen hätten, dann hätte ich wahrscheinlich bis zum bittern Ende mit dir diskutiert. Aber wahrscheinlich habe ich sie nur einmal gelesen, ohne einen entsprechenden Kommi zu schreiben, das hole ich hiermit nach. 

Ich finde Sternenfeuer unterm Regenmond sehr gesellschaftskritisch. Hayden kann für viele Menschen stehen, die ihr Leben träumen, statt Träume zu leben. Ob das jetzt soziales Netzwerk ist oder man sich anders von der Gesellschaft abschottet. 

Es liest sich mitreißend und spannend, mit sehr schönen Bildern, so wie ich das von dir gewohnt bin, zeigst du einen Spiegel, in dem sich der Leser vielleicht sogar wieder erkennt. 
Hayden ist so in seine Welt abgedriftet, dass er wohl nur noch träumt und der Realität komplett entflogen ist. 

Ich sehe es als Bildnis, dass die meisten Menschen quasi in den sozialen Netzwerken ertrinken und gar keine realen Kontakte mehr haben, so wie Hayden, Der hat ja auch keine echte Freundin, sondern nur einen von ihm erschaffenen Traumgeist, den er nach Belieben formen kann, aber das kann man mit einem Partner aus Fleisch und Blut eben nicht.

Die dunklen Farben stehen wohl für seine Ängste, die er lange verdrängt hat und die ihn nun einholen. Oder für seine Sucht, aus der es jetzt kein Entrinnen mehr gibt. 

Viel zu kritisieren gibt es eigentlich nicht. Bis auf folgende Amerkungen:

Zitat:Doch sobald der Neonglanz seiner Stadt entbrannte, musste Hayden das Feld für den schönen Schein räumen.
Warum muss er betteln gehen, wenn es mit dem Verkauf der Träume einigermaßen läuft? 

Zitat:Eigentlich war die Hardware relativ veraltet – doch alles, was nicht durch Kabel verbunden war, war mit dem Netz verbunden und damit zu unsicher.
zweimal war verbunden. Das liest sich leider etwas holprig. Vielleicht: Wenn nicht mit dem Kabel, so war es mit dem Netz verbunden. Meiner Ansicht flüssiger, aber die Aussage bleibt erhalten

Das war es eigentlich an "negativer" Kritik und du  klebst etwas arg an den Namen, aber ansonsten habe ich es gerne gelesen (und kommentiert) 

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #8 |

RE: Ein Sternenfeuer unterm Regenmond
Hey Persi,

da hast du aber was ausgegraben ^^ ... erstmal danke für deinen Kommentar - und schön, dass dir die Story gefallen hat.

An Social Media habe ich dabei nicht direkt gedacht, aber man kann es in die Richtung interpretieren - der Ansatz war, was passieren würde, wenn man seine Träume mittels Technologie selbst erschaffen kann und so den Realitätsbezug verliert. Hayden hat sich so sehr in den Träumen verloren, dass er nicht mehr weiß, was real ist und ob es sowas wie Realität überhaupt noch gibt.


Zitat:Warum muss er betteln gehen, wenn es mit dem Verkauf der Träume einigermaßen läuft?

Muss er nicht. Er tarnt sich einfach als Bettler, um unauffällig den ganzen Tag in den Straßen rumlungern zu können.

Viele Grüße

- Zack

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