Es ist: 15-11-2019, 19:18
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Der Faun in der Tür, Teil 3
Beitrag #1 |

Der Faun in der Tür, Teil 3
Teil 3, Wooohoooo...zu ausgelassen? Entschuldigung!

Nachdem wir uns unserem Faun etwas angenähert haben, gehts gleich ab ins Nachtleben! (he, ich bin Student und man muss bei dem bleiben was man kann!)

Weiter gehts!
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Nachdem der Faun sich vergewissert hatte, das an diesem Abend nur Folgen von Krankenhausserien liefen, die er mindestens schon dreimal gesehen hatte (wobei er mit den meisten Diagnosen nicht sonderlich zufrieden war) verließen wir sein Haus um uns auf den Weg in die nächste Bar zu machen. Erst jetzt konnte ich erkennen, dass der Faun direkt am Rand einer relativ großen Stadt wohnte. Ich hatte nur vorher das Pech gehabt genau aus dem einzigen Fenster zu sehen, das auf der abgewandten Seite des Hauses lag.
Auf Grund der späten Stunde kamen uns auf den Straßen kaum andere Fußgänger entgegen. Trotzdem währe auch einem ungeübten Beobachter sofort aufgefallen, dass die Gestallten die an uns vorbei gingen nicht unbedingt als normal bezeichnet werden konnten.
Nun ist es so, dass sobald in einer Stadt einer gewissen Größe eine bestimmte Uhrzeit erreicht wird, die Wahrscheinlichkeit auf komische Gestallten zu treffen rapide ansteigt. Der Wunsch solche Begegnungen zu vermeiden hängt wiederum mit dem Befüllungsverhältnis der eigenen Brieftasche, dem Ausleuchtungsgrad des Treffpunktes sowie der eigenen 100m Bestzeit zusammen.
Allerdings wäre wohl auch ein Sprintweltmeister mit einem Sack voll Gold auf dem Rücken in einer schlecht ausgeleuchteten U-Bahn Station vor Schrecken stehen geblieben, wenn er gleichzeitig von Zwergen, Menschen mit überlangen Gliedmaßen, Reptilien mit Kaninchenohren und Kanarienvögeln (teils in Hundegröße) mit Vampirzähnen umringt gewesen wäre.
Aber man muss sich auch zusammenreißen können, vor allem wenn einem ein Vampirkanarie zuerst leicht lispelnd einen guten Abend wünscht und dann geschlagene zehn Minuten mit dem Begleiter über Fußball diskutiert.
Wir kamen aber trotzdem recht schnell in einer kleinen Seitengasse an, in der über einer massiven Tür ein Schild mit der Aufschrift „BAR“ prangte.
Der Faun öffnete wortlos die Tür und betrat vor mir die Kneipe, die auf den ersten, zweiten sowie allen folgenden Blicken aussah wie so viele andere Abendlokale. Eine kleine Theke mit den allseits bekannten Stammgästen, deren Körper schon eine Symbiose mit ihrem Barhocker eingegangen sind und unter deren Ellebogen man noch die ursprüngliche Farbe des Thekenbelages erkennen kann und eine halbwegs hübsche, allerdings immer etwas mürrische Kellnerin, die sehnsüchtig zu den Gästen an den vier, fünf kleinen Tischen hinüber sieht um den geistreichen Gesprächen der Thekenprofis auch nur für eine kurze Bestellung zu entfliehen.
Dementsprechend hellte sich ihre Miene auf als wir uns an den letzten freien Tisch (meist der der den Toiletten am nächsten ist) setzten.
„Alles klar Herr Kommissar?“ flötete sie als sie an unseren Tisch trat.
„Ja danke Rosa. Zwei Bier für mich und meinen Freund hier!“ antwortete der Faun mit leicht gequältem Gesichtsausdruck, wohl verursacht durch die schlechte Imitation eines gewissen Popsängers.
„Sag mal, wer ist den dein Freund?“
„Ist mein Nachbar, gerade vorhin aus der Tür gekommen. Könnten wir jetzt zwei Bier haben Rosa?“
„Schon gut, man wird ja wohl noch fragen dürfen! Schön das du hier bist, die Getränke kommen gleich“ gab Rosa etwas eingeschnappt zurück und verschwand wieder hinter der Theke um an einem Zapfhahn herumzuwerken.
„Du hättest doch nicht gleich so unfreundlich zu ihr sein müssen.“ sagte ich zum Faun, denn ich hätte nichts dagegen gehabt wenn Rosa noch etwas bei uns geblieben wäre.
„Wie du meinst, wenn sie zurückkommt, erzähl ich ihr, dass du ein reicher allein stehender Anwalt bist, dann wirst du sehen, dass es sich negativ auf die Gesundheit auswirkt wenn sich eine Todesfee allzu sehr für dich interessiert!“
„Todesfee?!“ (hier bitte ich den Leser zu berücksichtigen, das man „Todesfee“ ähnlich wie „Herpes“ aussprechen kann…wirklich, funktioniert!)
„Mmm, unser Rosalein hier ist eine waschechte Todesfee. Ursprünglich aus Irland die Gute. Leidgeprüft seit 1623!“

Wir verstummten, da Rosa uns in dem Moment zwei randvolle Gläser Bier servierte. Jemand der zufällig vorbei gekommen wäre, hätte glauben müssen, dass auf meinen Schuhspitzen Bilder von leicht bekleideten Frauen gemalt seien, so intensiv betrachtete ich sie in diesem Augenblick.
„Du kannst wieder herschauen, sie ist weg“
„Gott sei dank, du hättest mich schon vor der Tür vorwarnen können!“
„Das stimmt schon, wäre allerdings bei weitem weniger lustig gewesen! Ich hab noch nie jemanden gesehen, der so schnell seine Gesichtsfarbe, der Wand hinter ihm anpassen kann!“ grinste der Faun „Aber glaub mir, sei froh, dass du dieses Detail über Rosa nicht so herausgefunden hast wie ich damals!“
„Unschöne Sache?“
„Äußerst unschöne Sache!“
Ich wartete darauf, dass der Faun nun eine kleine Anekdote über Rosa zum Besten geben würde, aber der schwieg beharrlich und versuchte anscheinend dabei sein Bierglas zu hypnotisieren. Ich schloss daraus, dass es wirklich eine unschöne Sache gewesen sein dürfte.
„George“
„Bitte?“
„George, meine Name ist George! George Onehammer um genau zu sein, denn ich habe mich vorher nicht einmal richtig vorgestellt. Und bevor du fragst, Nein wir hatten keine Kunstschmiede zu Hause, ich bin auch nicht von Zwergen großgezogen worden und ich habe auch noch niemanden getroffen der Nohammer oder Twohammer heist.“
„Sehr angenehm George“ sagte ich und drückte die Hand die der Faun mir entgegenstreckte „Mein Name ist….“
„Ich weis wie du heißt“ unterbrach mich George „schon vergessen, wir kennen uns schon länger!“
Wo er Recht hat, hat er eben Recht und so sparte ich mir meinen Teil der Vorstellungsrunde.
George Onehammer wohnte also in meiner Tür, war ein Faun, paranoid und mochte Bier. Eine Sache war da allerdings noch. George war Polizist, eine Tatsache, die mich eigentlich damals ziemlich beruhigte.
Offensichtlich wusste ich da noch nicht, dass Polizisten meist auch Ärger bedeuten. Leider ein berufsbedingter Umstand, Polizisten müssen dahin wo es Ärger gibt. Manchmal gilt auch die Umkehrung dieses Umstands.

Fragen sie einmal einen Polizisten, eine Security bei einem Fußballspiel oder einfach nur den Türsteher im Nachtlokal ihres Vertrauens, nach Typen die Ärger machen. Man wird ihnen bestätigen, dass man es den meisten schon aus 30 Schritt Entfernung ansieht, dass sie höchstwahrscheinlich nicht zur lokalen Tagung des Synchronschwimmerverbandes wollen. Synchronschwimmer haben keinen Nacken wie ein Stier, Oberarme wie manch einer Oberschenkel, sehr enge T-Shirts und Bürstenhaarschnitt. Dies soll Synchronschwimmer nun keines Falls von Aggressionen, modischen Grausamkeiten und schlechten Frisuren freisprechen, aber meist sind sie bei Synchronschwimmern weniger gefährlich für die Mitmenschen.
Wenn nun so ein Zerstörer auf einen zukommt gibt es für einen selbst eigentlich nur einen Weg, den nach hinten.

Sehr überraschend ist es dann, wenn sich herausstellt, dass der Oberarmmensch eigentlich ein Oberarmfaun ist, der sich zu einem an den Tisch stellt, die Hacken zusammenschlägt, salutiert und aus vollem Halse brüllt: „GUTEN ABEND KOMMISSAR ONEHAMMER!“
„Um Himmels Willen Heintze, müssen sie den immer so rumschreien?“
„ENTSCHU…ähem… Entschuldigung Kommissar, man will doch immer einen zackigen Eindruck hinterlassen!“

„Indem sie brüllen wie ein Hunne? Schauen sie sich mal meinen Freund an, wenn sie ihn jetzt noch seinen Wertsachen abnehmen und ihm sagen er soll seine Schnürsenkel aufessen würde er es wahrscheinlich tun, so eingeschüchtert ist er!“ sagte George und zeigte mit dem Finger auf mich. (Pffff, alles Übertreibung, ich war die Ruhe selbst…nach dem ersten Schreck!)
„Tut mir leid!“ sagte Heintze nun an mich gewandt.
„Macht ja nix, Heintze ist mein persönlicher Assistent und immer ein bisschen motivierter als seine Mitmenschen!“ erklärte der Faun noch bevor ich etwas dazu sagen konnte.
„Danke Herr Kommissar, es tut mir trotzdem Leid, dass ich sie gestört habe, aber sie müssen mich sofort aufs Revier begleiten!“
„Ernsthaft? Was ist denn schon wieder los?“
„Darf ich hier nicht sagen, aber Skippy kocht vor Wut!“ flüsterte Heintze
„Nicht gut… komm Großer, trink aus wir müssen gehen, jetzt bekommst du die Show deines Lebens zu sehen!“ murmelte der Faun zu mir herüber.


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