Es ist: 14-08-2020, 23:57
Es ist: 14-08-2020, 23:57 Hallo, Gast! (Registrieren)


Verdammt guter Abend wird das!
Beitrag #1 |

Verdammt guter Abend wird das!
Mole war schlecht drauf und stieß darum härter zu als gewöhnlich. Percys gesamter Körper war verkrampft, während er seine Hände wie Klauen in die Matratze krallte und sein Gesicht in das Kissen drückte, um einen Schrei zu unterdrücken. Einige sagen, sie denken sich weg, zu ihren Familien oder in schöne Erinnerungen, wenn es passiert. Percy Woznyk dachte nur daran, wie er Mole im Schlaf aufschlitzen würde. Draußen, in der echten Welt, würde dieser verdammte Nigger nur in irgendeinem Keller Kohle schaufeln und abends mit gesenktem Kopf zu seiner Niggerfrau und seinen Niggerkindern nach Hause gehen. Und er würde ihn, Percy, mit Sir ansprechen! Das Problem war: Hier gab es jede Menge Nigger, und wenn er Mole auch nur ein Haar krümmte, würden sie wie hungrige Wölfe über ihn herfallen. Lieber war er nur Moles Hure, als die des halben Blocks.
Moles Bewegungen wurden ruckartiger, und nach ein paar letzten besonders starken Stößen sackte er schließlich auf Percys Rücken zusammen. Percy löste die Verkrampfung seines Körpers. Alles schmerzte und sein Arschloch war das Epizentrum.
„Das tat gut“, stöhnte Mole und zog seinen Schwanz heraus. Percy dachte an eine Wurst in einem zu engen Darm.
Darm, wie witzig.
„Es geht doch nichts über den Arsch eines Kindermörders“, sagte Mole mit unangenehm zärtlicher Stimme und streichelte Percy über die Wange.
Ich habe meinen Sohn nicht ermordet! Er hatte seinen Sohn geliebt. Über alles. Seine Frau dagegen hatte es verdient. Sie hatte ihn betrogen. Sie hatte mit ihren Freundinnen über ihn gelästert. Sie hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass sie ihn nur wegen seines guten Jobs geheiratet hatte.
Percy drückte sich hoch und setzte sich auf die Bettkante.
„Mistkerl!“, murmelte er.
„Wie war das?“, fragte Mole mit übertriebener Lehrerstimme.
„Nichts, Sir“, antwortete Percy lauter.
Mole stand jetzt direkt vor ihm, in seiner ganzen schwabbeligen, verschwitzten Pracht, und hielt ihm seinen Elefantenpimmel direkt vor die Nase. Feucht. Stinkend.
„Saubermachen“, befahl Mole.
„Ja, Sir“, sagte Percy und machte sich an die Arbeit.


Für diese Woche war Percy in der Wäscherei eingeteilt - leider auch an dem Tag, an dem Johnny Cash seinen Auftritt hatte, aber Aufseher Wilson hatte versprochen, dass sie das Konzert über die Lautsprecher mithören dürften.
„Woznyk!“, schallte es plötzlich.
Scheiße, was jetzt? dachte Percy und ging zu Wilson, den er mit einem respektvollen „Sir?“ grüßte.
Wilson kontrollierte irgendeine Liste auf einem Klemmbrett, während er zu Percy sagte: „Wir brauchen noch vier Stühle für das Konzert. Du gehst mit Aufseher Thompson in den Keller und holst sie, kapiert?“
„Ja, Sir“, antwortete Percy unbewusst in militärischem Ton und folgte Thompson zum Keller. Nach einem Abstieg in die Katakomben von San Quentin mussten sie ein paar Minuten, Stunden für Percy, durch die engen Gänge gehen, bis sie den Lagerraum erreichten. Percy hasste es dort unten. Es war feucht, es war dunkel und überall lauerten Ratten und anderes Ungeziefer. Die Gänge schienen unendlich weiter zu gehen und das schwache Licht der nackten Glühbirnen, die von der Decke hingen, ließ die dunklen Winkel noch dunkler erscheinen, anstatt den Raum mit schützendem Licht zu erfüllen. All dies erinnerte ihn zu sehr an den Krieg.
„Stapel vier von den Stühlen und dann nichts wie raus hier“, sagte Thompson, dem es hier unten ebenfalls nicht zu gefallen schien. Percy hatte schon drei Stühle gestapelt und wollte grade nach einem vierten greifen, als etwas sein Ohr streichelte. Ein warmer Lufthauch. Feucht. Zärtlich. Die verheißungsvolle Zunge einer geübten Hure.
„Was zum ...“
Er ging auf die Wand zu und schob einigen Ramsch beiseite, um zu sehen, woher dieser Luftzug gekommen war. Er spürte ein Kribbeln in der Brust. Aufregung. Nervosität. Er musste jetzt ganz ruhig bleiben. Ein Loch! Ein Loch. Ein verdammtes Loch in der verdammten Wand, unter dem verdammten Tisch, und er spürte einen verdammten Luftzug. Das konnte nur eines bedeuten …
„Gibts ein Problem?“, durchschnitt Thompsons Stimme scharf die Luft.
„Nein, nichts, Sir. Nur eine richtig fette Ratte“, sagte Percy schnell und schnappte sich den erstbesten Stuhl, bevor der Aufseher nachschauen kam, was da war.
Als sie den Raum verließen streifte ein letzter Hauch Percys Ohr. Er flüsterte zum Abschied.


Dieses Mal dachte er nicht daran, wie er Mole umbringen würde. Er dachte an das Loch. Wohin es führen würde. Der Lufthauch bedeutete, dass es irgendwo hinführen musste. Im schlimmsten Fall würde er irgendwo innerhalb von San Quentin raus kommen. Im besten Fall würde er irgendwo außerhalb von San Quentin raus kommen. Dann war da noch das Flüstern. Er hatte es gehört. Es hatte ihn eingeladen.
„Komm wieder!“, hatte es in sein Ohr gehaucht.
„Komm wieder!“
Er schreckte hoch und stieß mit dem Hinterkopf gegen etwas, das mit einem Knacken nachgab. Er hatte es gehört. Hier! In dieser Zelle!
„Du Arschloch!“, stöhnte Mole. „Dafür bist du dran!“
Mole rutschte von ihm herunter und stellte sich neben das Bett, so dass Percy ihn sehen konnte. Blut lief aus Moles Nase.
„Du kleiner weißer Wichser hast mir die Nase gebrochen!“
Percy schluckte. Er hörte die anderen Gefangenen rufen:
„Mach ihn fertig!“
„Schlag ihm die Fresse ein!“
„Prügel die Scheiße aus ihm heraus!“
Und genau das geschah. Als Mole schließlich seine riesigen Hände um Percys Hals legte und zudrückte, verlor er endlich das Bewusstsein.


Als er aufwachte schaute er in das Gesicht seiner toten Frau. Er atmete scharf ein, wollte schreien, doch er brachte nur ein Röcheln zustande.
"Sie sind also endlich wach?", sagte sie gelangweilt.
"Die Betäubung klingt in ein paar Stunden ab."
Dann bemerkte er die weiße Schürze. Eine Krankenschwester? Natürlich. Und schon auf den zweiten Blick sah sie seiner Frau nur noch ähnlich. Er hätte sie hübsch gefunden, wenn ihr Gesichtsausdruck nicht ihre totale Gleichgültigkeit offenbart hätte. Während sie an seinem Tropf herumfummelte, fasste Percy einen Entschluss: Er würde in das Loch gehen.
Wenn er darin verreckte: Was solls.
Wenn er auf der Flucht erschossen wurde: Gut.
Wenn er es nach draußen schaffte: Besser.
Auf keinen Fall würde er sich eine weitere Nacht von Mole ficken lassen. Was auch immer dort unten passierte, er würde es schaffen. Korea, eine beschissene Ehe, der Knast - nach alldem hatte er es verdient, als freier Mann zu sterben. Zufrieden mit sich und seiner Entscheidung lächelte er. Die Krankenschwester trat an den Rand seines Blickfeldes, und als sie ihm einen Moment später wieder vor die Augen trat, war sie seine Frau. Sie schaute ihn auf diese teils herablassende, teils wohlwollende Art an, die er immer gehasst hatte.
"Wusstest du, dass diese fünfundvierziger Patronen echt stark sind?", sagte sie mit dieser gespielten Freundlichkeit, mit der sie immer mit den Nachbarn auf Grillparties geschwatzt hatte, nur um später über sie zu lästern.
"Die gehen durch alles durch", fuhr sie fort. "Holz, Ziegel, Ehefrauen - und wenn dahinter noch ein Kind steht ..."
Sie seufzte wehleidig.
Lass mich einfach in Ruhe.
Er schloss die Augen und dachte an das Loch. Es flüsterte ihm Zärtlichkeiten ins Ohr, und er lauschte begierig.


Die Arbeit in der Wäscherei ging diesmal langsamer von statten, weil die Mannschaft Johnny Cash lauschte. Er spielte grade I Walk the Line, und die Gefangenen im Saal jubelten vor Begeisterung. In der Wäscherei pfiffen ein paar Gefangene mit, sangen leise vor sich hin oder wippten mit dem Kopf. Die Wachen ermahnten sie nur halbherzig, weil auch sie lieber bei dem Konzert gewesen wären.
„Jetzt oder nie“, murmelte Percy und ging auf Aufseher Thompson zu, auf dessen jungenhaftem Gesicht sich sofort Misstrauen und Wachsamkeit zeigten.
„Was ist los, Woznyk?“, fragte dieser argwöhnisch, die Hand an der Waffe.
„Ich glaube, ich habe im Keller das Foto von meiner Tochter verloren, Sir.“
„Und was soll ich da tun?“, fragte der Aufseher, dessen Ton verriet, dass er es bereits wusste.
„Ich hatte gehofft, Sie könnten mit mir noch einmal runtergehen, damit ich es suchen kann.“
„Sehe ich aus wie dein Nigger, Woznyk?“, fragte Thompson ärgerlich.
„Nein, Sir. Ich ...“
„Ich mach das schon“, sagte plötzlich einer der anderen Aufseher im Raum, ein kleiner Mann in den sechzigern. Wie war doch gleich sein Name, BelFleur, LaFleur?
„Ein junger Kerl wie Sie versteht das noch nicht. Außerdem will ich weg von dieser Musik. Wenn es nach mir ginge, dann würden wir diesen Cash gleich hier behalten!“ Dann, zu Percy: „Gehen wir!“
„Danke, Sir“, sagte Percy mit einem dankbaren Lächeln im Gesicht und einem Gefühl der Erleichterung im Bauch. Er besaß kein Foto seiner Tochter. Sie war immer auf der Seite ihrer Mutter gewesen, hatte ihn nicht einmal besucht und war auf dem College eine von diesen Baumknutscherinnen geworden, die sich wahrscheinlich in diesem Augenblick von einem langhaarigen Muttersöhchen vögeln ließ, während sie einen Joint nach dem anderen rauchte.
Im Keller ging der Aufseher hinter Percy, um sich von ihm führen zu lassen. Percy vermutete, dass der Alte die ganze Zeit seine Hand auf der Waffe hatte.
„Hier ist es, Sir.“
„Ok, du hast zwei Minuten.“
Percy ging in den Abstellraum und tat als würde er suchen, blickte dabei aber immer wieder verstohlen zu der Stelle an der sich das Loch befand.
„Ja, hier bin ich“, flüsterte er zärtlich zurück.
Inzwischen verkündete Johnny Cash, dass er seine Gedanken zu San Quentin in einem Lied verarbeitet habe.
„Na, das wird bestimmt witzig“, sagte Percy.
„Was?“ fragte der Aufseher.
„Na das Lied. Johnny Cash. Klingt vielversprechend.“
„Du hast gute Ohren, Junge. Ich hör kein bisschen hier unten.“
Auch egal, dachte Percy.
Unter dem Tisch, vor dem Loch, stand ein rostiger Eimer, welcher mit Bauschutt gefüllt war. Oben auf lag ein abgebrochener Ziegelstein.
Noch kannst du zurück. Du musst nur sagen, dass du das Bild nicht gefunden hast.
„Nein, du willst hier her“, hauchte etwas in sein Ohr. Das Gefühl ließ ihn augenblicklich hart werden.
„Sir, das sollten sie sich ansehen!“, rief Percy zu BelFleur (oder LaFleur, oder was auch immer).
„Ok, tritt zurück, Junge!“, befahl der Aufseher, ging zu dem Tisch hinüber und ging in die Hocke.
„Aber hier ist doch gar ...“
Als der Ziegel den Hinterkopf des Aufsehers traf, ertönte ein Knacken als wäre jemand auf einen trockenen Zweig getreten, bevor er wie eine mit Sand gefüllte Puppe umfiel.
„So viel zum Umkehren“, sagte Percy grinsend und wandte sich zu dem Loch. Oben stimmte Johnny Cash sein Lied an. Hier unten nahm Percy die Taschenlampe aus der Hand des Aufsehers und leuchtete in das Loch. Das Ende des Tunnels konnte er nicht sehen. Der Querschnitt war ein perfekter Kreis, der Durchmesser grade groß genug zum Kriechen und die Wände waren gerillt, so als wäre jemand mit einem riesigen Bohrer zu Gange gewesen. Percy fragte sich, wer es gegraben hatte und warum, doch das süße Flüstern aus dem Loch verdrängte diese Fragen wieder. Er atmete noch einmal tief durch, dann kroch er hinein.
San Quentin, you've been livin' hell to me.
Jubel. Percy lächelte.
Genau, Johnny, so ist es.
Kriechen. Kein Ende in Sicht. Weiterkriechen.
I've seen 'em come and go and I've seen them die,
And long ago I stopped askin' why.

„Ich auch, man. Ich auch.“
San Quentin, I hate ev'ry inch of you.
Frenetischer Jubel von den Gefangenen.
Plötzlich spürte er wieder diesen feuchten (geilen) Hauch, doch diesmal schien er aus der anderen Richtung zu kommen.
Von hinten?
Und warum konnte er das Konzert noch immer hören als wäre er dort oben? Wieder der Hauch, doch diesmal war er anders. Auch wurde es immer wärmer. Dieser Geruch …
Er kroch schneller.
San Quentin, what good do you think you do?
Do you think that I'll be different when you're through?

Jubel dort oben, Nervösität hier unten. Angst hatte Percy noch nicht, aber er war kurz davor welche zu haben. Er spürte es jetzt öfter, der Geruch wurde stärker, und es kam noch immer aus der falschen Richtung.
„Nein, nein, nein, das ist alles falsch!“ rief Percy ängstlich, als er versuchte, sich umzudrehen, er sich stattdessen aber nur den Kopf stieß und die Hände aufschürfte.
Die Enge. Die feuchten Wände. Warum war ihm das vorher nicht aufgefallen? Und dieser Geruch …
Der Strahl der Taschenlampe streifte seine Hand. Was er sah, ließ seinen Verstand eine Vollbremsung machen. Sie war alt und seine Fingernägel waren lang.
You bend my heart and mind and you warp my soul,
Your stone walls turn my blood a little cold.

„Was zum ...“ jammerte er, und nun fiel ihm auf, dass seine Stimme ebenfalls alt und brüchig klang. Er quetsche seinen Arm an seinem plötzlich sehr gebrechlich wirkenden Körper entlang um seinen Kopf betasten zu können. Er spürte tiefe Falten in seinem Gesicht. Er spürte lange fettige Haare auf seinem Kopf. Er zog sich eine Strähne in sein Blickfeld um festzustellen, dass sie von hellem grau war.
„Nein, nein, nein!“
Percy Woznyk, may you rot and burn in hell.
Das Publikum war nicht mehr zu halten. Percy schmerzten die Ohren von lautem Jubel. Sein Herz blieb beinahe stehen vor Angst. Dann erstarrte er. Etwas hatte seinen Fuß berührt. Bevor er sich entschließen konnte weiter zu kriechen wurde er nach unten gedrückt, während sich etwas an seinem Rücken entlang arbeitete. Etwas Fleischiges, Warmes und Feuchtes. Er schrie, als sich dieses Ding an seinem Kopf vorbei schlängelte und er die Spitze aus widerlich dunkelgrünem Fleisch sehen konnte. Er schrie wie er noch nie geschrien hatte, bis sich diese Spitze in seinen Mund schob. Innerlich schrie er weiter, als er etwas gegen seinen Hosenboden drücken spürte. Als er hörte wie der Stoff seiner Hose riss. Als etwas in seinen Arsch eindrang und nicht aufhörte und immer dicker wurde, (Oh Gott, nein, bitte nicht!) und er schließlich den Geruch erkannte, den Geruch von Moles Schwanz. Dann bewegte es sich in ihm und er schmeckte den bekannten Geschmack und mit jedem Stoß bewegte er sich vorwärts, tiefer in das Loch, dessen Ende er jetzt sehen konnte, und nur schemenhaft das, was dort wartete und flüsterte (Kein Gott) und flüsterte (Saubermachen).
San Quentin, you are livin' hell to me.
Ohrenbetäubender Jubel. Johnny Cash bedankte sich.
Das Publikum war einfach spitze.


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Beitrag #2 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
Hallo Bad Rabbit!
Eine imposante Geschichte, die du hier präsentierst. Am Anfang noch voller realer Gewalt, doch dann fließend im Übergang zum Metaphorischen, ohne das das Klischee von Männern im Knast zu arg ausgereizt wird. Pro

Ein paar textliche Anmerkungen habe ich dennoch, meistens kleine Fehlerchen, die sich eingeschlichen haben.

Zitat:Mole war schlecht drauf und stieß darum härter zu als gewöhnlich.
-- Krasser Einstieg. Zuerst dachte ich an eine Schulschlägerei, weil ich nicht damit rechnete, hier so etwas zu lesen, aber spätestens ab der Matratze im nächsten Satz hoben sich meine Augenbrauen. Sehr gut!

Zitat:Percys gesamter Körper war verkrampft, während er seine Hände wie Klauen in die Matratze krallte und sein Gesicht in das Kissen drückte um einen Schrei zu unterdrücken.
-- Hier fehlt ein Komma vor dem "um"
-- Wäre es nicht praktischer, wenn er versucht, sich zu entspannen. So rein aus körperlicher Sicht?

Zitat: Einige sagen, sie denken sich weg, zu ihren Familien oder in schöne Erinnerungen, wenn es passiert.
-- "einige" ist mir etwas zu unkonkret, warum nicht den Namen eines Knastgenossen nennen, der dann später noch einmal aufgegriffen wird?

Zitat:Percy Woznyk dachte nur daran, wie er Mole im Schlaf aufschlitzen würde.
-- Der Name "Mole" ist übrigens passend gewählt. War das Absicht?

Zitat:Draußen, in der echten Welt, würde dieser verdammte Nigger nur in irgend einem Keller Kohle schaufeln und Abends mit gesenktem Kopf zu seiner Niggerfrau und seinen Niggerkindern nach Hause gehen.
-- Ist das rechtes Gedankengut oder spielt die Geschichte wirklich noch in dieser Zeit?
-- "irgendeinem" zusammen
-- "abends" klein

Zitat:Moles Bewegungen wurden ruckartiger. Er würde gleich kommen. Und nach ein paar letzten besonders starken Stößen sackte er schließlich auf Percys Rücken zusammen.
-- Das musst du nicht unbedingt erwähnen.
-- Da Mole so schlecht drauf ist, könntest du ihn auch ruhig ein paar Sachen flüstern lassen, z.B: Das gefällt dir, du kleiner Kinderschänder ...

Zitat: Percy löste die Verkrampfung seines Körpers. Alles schmerzte und sein Arschloch war das Epizentrum.
-- Ich würde das Lösen der Verkrampfung hinter das Herausziehen des Schwanzes setzen. Hier ist Mole ja noch in ihm drin und daher hat er keinen Grund sich zu entspannen.

Zitat:„Es geht doch nichts über den Arsch eines Kindermörders“, sagte Mole mit unangenehm zärtlicher Stimme und streichelte Percy über die Wange.
-- Hier widersprichst du dir in meinen Augen, denn oben steht ja, dass er mies drauf ist. Die Zärtlichkeit will da nicht recht passen.


Zitat:Ich habe meinen Sohn nicht ermordet, er lief nur in die Schusslinie!
-- Für einen inneren Aufschrei würde ich nur den ersten Teil des Satzes stehen lassen. Das mit der Schusslinie kannst du später erwähnen.

Zitat:Er hatte seinen Sohn geliebt. Über alles. Obwohl er schwul war.
-- Ist diese Info wirklich relevant? Da wir hier gerade einen sexuellen Akt erlebt haben, wird mir die Schwulenlastigkeit etwas hoch.

Zitat:Seine Frau dagegen hatte es verdient. Sie hatte ihn betrogen. Sie hatte mit ihren Freundinnen über ihn gelästert. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie ihn nur wegen seinen guten Jobs geheiratet hatte.
-- Der letzte Satz steht in einer anderen Zeitform als der davor. Um die Kolinearität zu waren könntest du die Sätze verbinden.

Zitat:Der Tod seines Sohnes war ein Unfall. Hätte das Gericht es nicht auch so gesehen, er wäre sicher auf dem Stuhl gelandet.
-- Wenn er die Frau getötet hat, müsste er doch aber auf den Stuhl oder lebt die noch?

Zitat:„Mistkerl!“ murmelte er.
„Wie war das?“ fragte Mole mit übertriebener Lehrerinnenstimme.
„Nichts, Sir,“ antwortete Percy lauter.
-- Hier fehlen überall die Kommata hinter der wörtlichen Rede.
"Wie war das?", fragte Mole.

Zitat:„Saubermachen,“ befahl Mole.
„Ja, Sir“ sagte Percy, und machte sich an die Arbeit.
-- auch hier. Geht der Satz nach der wörtlichen Rede weiter, folgt auf die Ausrufezeichen oben ein Komma. "Ja, Sir", sagte Percy (hier kein Komma) und machte sich an die Arbeit.

Zitat:Für diese Woche war Percy in der Wäscherei eingeteilt - leider zu der Zeit, in der Johnny Cash seinen Auftritt hatte, aber Aufseher Wilson hatte versprochen, dass sie das Konzert über die Lautsprecher mithören dürften.
-- Das klingt so als würde Johnny Cash einen einwöchigen Auftritt haben. Icon_wink
-- "durften"

Zitat:„Woznyk!“ schallte es plötzlich.
Scheiße, was jetzt? dachte Percy und ging zu Wilson, den er mit einem respektvollen „Sir?“ grüßte.
-- statt "dachte" und "sagte" könntest du ruhig etwas Abwechslung reinbringen.
-- auch hier fehlt übrigens das Komma.
"Scheiße, was jetzt?", fragte sich Percy und während er zu Wilson ging, überlegte er, womit er dem Aufseher versehentlich auf die Füße getreten war.
-- Das "Sir" würde ich übrigens in einfache Anführungsstriche setzen, da es nicht wirklich wörtliche Rede ist.

Zitat:Wilson kontrollierte irgendeine Liste auf einem Klemmbrett, während er zu Percy sagte:
„Wir brauchen noch vier Stühle für das Konzert. Du gehst mit Aufseher Thompson in den Keller und holst sie, kapiert?“
-- Nach dem Doppelpunkt kein Absatz.

Zitat:„Ja, Sir“ antwortete Percy unbewusst in militärischem Ton und folgte Thompson zum Keller.
-- Komma nach der wörtlichen Rede. Fehlt überall, am besten gehst du noch einmal alle Gedanken und wörtliche Reden durch.

Zitat:Nach einem abstieg in die Katakomben von San Quentin mussten sie ein paar Minuten, Stunden für Percy, durch die engen Gänge gehen, bis sie den Lagerraum erreichten.
-- "Nach dem Abstieg" - einem Abstieg ist zu unspezifisch.
-- "Stunden für Percy" würde ich übrigens in Gedankenstriche setzen, da es sich um einen Einschub handelt.

Zitat:Percy hasste es dort unten. Es war feucht, es war dunkel und überall lauerten Ratten und anderes Ungeziefer. Die Gänge schienen unendlich weiter zu gehen und das schwache Licht der nackten Glühbirnen, die von der Decke hingen, ließ die Dunkelheit noch dunkler erscheinen, anstatt den Raum mit schützendem Licht zu erfüllen.
-- Hier kannst du versuchen etwas mehr Atmosphäre reinzubringen: Schimmel, das Quieken von Ratten, tropfendes Wasser oder Pfützen. Die Glühbirnen könnten von der Decke baumeln wie Erhängte etc.

Zitat:„Stapel vier von den Stühlen und dann nichts wie raus hier“ sagte Thompson, dem es hier unten ebenfalls nicht zu gefallen schien.
-- woran erkennt man das?

Zitat:Er ging auf die Wand zu und schob einigen Ramsch beiseite um zu sehen woher dieser Luftzug gekommen war.
-- Komma vor "um" und "woher"

Zitat:Dieses mal dachte er nicht daran, wie er Mole umbringen würde. Er dachte an das Loch. Wohin es führen würde. Der Lufthauch bedeutete, dass es irgendwo hinführen musste.
-- "Dieses Mal"
-- Der unterstrichene Teil ist offensichtlich, muss also nicht erwähnt werden. Vor allem da du im Folgenden noch genügend darauf eingehst.

Zitat:Er schreckte hoch und stieß mit dem Hinterkopf gegen etwas, das mit einem Knacken nachgab. Er hatte es gehört. Hier! In dieser Zelle!
„Du Arschloch!“ stöhnte Mole. „Dafür bist du dran!“
Mole rutschte von ihm herunter und stellte sich neben das Bett, so dass Percy ihn sehen konnte. Blut lief aus Moles Nase.
„Du kleiner weißer Wichser hast mir die Nase gebrochen!“
-- Anstatt aufzustehen und reden zu schwingen, würde ich an Moles Stelle sofort zuschlagen.


Ich finde das etwas verwirrend. In der Szene davor trägt er Stühle für das Konzert zusammen. Nun hat er Zeit für einen Fick und einen Krankenflügelbesuch, und erst dann beginnt das Konzert. Für mich liegen also Tage zwischen Stuhl und Konzert - warum musste er die schon holen?

Zitat:Als er aufwachte schaute er in das Gesicht seiner toten Frau. Er atmete scharf ein wollte schreien, als er die weiße Schürze bemerkte.
-- scharf ein (Komma) wollte schreien

Zitat: Eine Krankenschwester? Natürlich. Und schon auf den zweiten Blick sah sie seiner Frau nur noch ähnlich. Er hätte sie hübsch gefunden hätte, wenn ihr Gesichtsausdruck nicht ihre totale Gleichgültigkeit offenbart hätte.
-- zu viel "hätte" Icon_wink

Zitat:Während sie ihn zusammenflickte fasste Percy einen Entschluss: Er würde in das Loch gehen.
-- zusammenflickte (Komma) fasste

Zitat:Auf keinen Fall würde er sich eine weitere Nacht von Mole ficken.
-- lassen

Zitat:„Ja, hier bin ich“ flüsterte er zärtlich.
-- Nicht es? Also das Loch.

Zitat:Inzwischen verkündete Johnny Cash, dass er seine Gedanken zu San Quentin in einem Lied verarbeitet habe.
„Na, das wird bestimmt witzig“ sagte Percy.
„Was?“ fragte der Aufseher.
„Na das Lied. Johnny Cash. Klingt vielversprechend.“
„Du hast gute Ohren, Junge. Ich hör kein bisschen hier unten.“
-- hier das erste Anzeichen für Wahnsinn. Pro
Sehr subtil. Finde ich toll.


Zitat:„Ok, tritt zurück, Junge!“ befahl der Aufseher, ging zu dem Tisch hinüber und ging in die Hocke.
„Aber hier ist doch gar ...“
-- Da er das Loch nicht sieht, nehme ich an, auch dieses existiert nur in Percys Kopf?

Zitat:„So viel zum umkehren“ sagte Percy grinsend und wandte sich zu dem Loch.
-- Warum grinst er hier? Will nicht recht passen. Oder ist es ein verrücktes Grinsen, das seinen Wahnsinn verdeutlichen soll?

Zitat:Oben stimme Johnny Cash sein Lied an.
-- stimmte

Zitat:r atmete noch einmal tief durch, dann kroch er rein.
-- hinein klingt schöner, da nicht so umgangssprachlich

Zitat: Bevor er sich entschließen konnte weiter zu kriechen wurde er nach unten gedrückt, während sich etwas an seinem rücken entlang arbeitete. Etwas fleischiges, warmes und feuchtes.
-- Rücken ebenso groß schreiben wie die kursiv gesetzten Wörter

Zitat:Er schrie, als sich dieses Ding an seinem Kopf vorbei schlängelte und er die Spitze aus widerlich dunkelgrünem Fleisch sehen konnte. Er schrie wie er noch nie geschrien hatte, bis sich diese Spitze in seinen Mund schob. Innerlich schrie er weiter, als er etwas gegen seinen Hosenboden drücken spürte. Als er hörte wie der Stoff seiner Hose riss. Als etwas in seinen Arsch eindrang und nicht aufhörte und immer dicker wurde, (Oh Gott, nein, bitte nicht!) und er schließlich den Geruch erkannte, den Geruch von Moles Schwanz. Dann bewegte es sich in ihm und er schmeckte den bekannten Geschmack und mit jedem Stoß bewegte er sich vorwärts, tiefer in das Loch, dessen Ende er jetzt sehen konnte, und nur schemenhaft das, was dort wartete und flüsterte (Kein Gott) und flüsterte (Saubermachen).
-- Die wohl intensivste Stelle. Gefällt mir sehr. Ich nehme an, der Tunnel steht als Sinnbild für sein Leben im Gefängnis. Eine Einbahnstraße, in der man nicht umkehren kann, das Altern nur Unterbrochen vom Fick.
-- Ich würde mit diesem Stück sogar schon aufhören, weil ich das Geflüster als guten Abschluss empfinde.

So, viel mehr habe ich gar nicht zu sagen.
Es sind ein paar kleine Zeichensetzungsschnitzer drin, insbesondere nach der wörtlichen Rede und den Gedanken. Wörter, die nach "etwas" oder "zum" stehen, werden groß geschrieben, ebenso fehlen einige Kommata, um Teilsätze abzugrenzen. Aber das ist eine Lernsache. Stilistisch hat es mir gut gefallen, auch wenn man an der ein oder anderen Stelle - siehe Keller - etwas bildlicher hätte arbeiten können.

LG
Adsartha

PS: Den Titel würde ich noch ändern, in irgendetwas, das die Unendlichkeit seines Daseins im Gefängnis wiederspiegelt. Hm.

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #3 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
Hallo, Adsartha!

Schön, dass gerade du als erstes kommentierst - und, dass es dir gefällt :-)

Dein Kommentar ist umfangreich, ich werde ihn langsam abarbeiten und diesen Kommentar hier editieren.

Zitat:Wäre es nicht praktischer, wenn er versucht, sich zu entspannen. So rein aus körperlicher Sicht?

Keine Ahnung, ich wurde noch nie im Knast vergewaltigt Icon_wink


Zitat:Der Name "Mole" ist übrigens passend gewählt. War das Absicht?

Ja. Ich wollte den Charakter ursprünglich weiter ausbauen. Mole wäre dann sein Spitzname gewesen, weil er schlechte Augen hat und darum eine sehr starke Brille trägt.


Zitat:Ist das rechtes Gedankengut oder spielt die Geschichte wirklich noch in dieser Zeit?

Hach, man ist immer so schnell mit "rechtem Gedankengut". Das Konzert in San Quentin fand 1969 statt. Rassismus war damals in den USA alltagsfähig. Ausserdem sind es die Eindrücke und Gedanken des Prots. Er sollte ein klassischer weißer Spießer seiner Zeit und sozialen Schicht werden.


Zitat:Für einen inneren Aufschrei würde ich nur den ersten Teil des Satzes stehen lassen. Das mit der Schusslinie kannst du später erwähnen.

Da hst du recht.


Zitat:Ist diese Info wirklich relevant? Da wir hier gerade einen sexuellen Akt erlebt haben, wird mir die Schwulenlastigkeit etwas hoch.
Als Homophober könnte all das für den Prot aber besonders schlimm sein, oder?


Zitat:Wenn er die Frau getötet hat, müsste er doch aber auf den Stuhl oder lebt die noch?

Vielleicht hat er sich schuldig bekannt?


Ich habe mir das so gedacht, dass Percy von Mole nicht auf die Krankenstation geschickt, sondern umgebracht wurde. Alles was dann passiert ist das Jenseits, die Hölle, was auch immer da kommen mag.


Danke für deinen Kommentar!


Edit:
Zitat:-- Für einen inneren Aufschrei würde ich nur den ersten Teil des Satzes stehen lassen. Das mit der Schusslinie kannst du später erwähnen.

Geändert.


Zitat:-- Das klingt so als würde Johnny Cash einen einwöchigen Auftritt haben. Icon_wink
-- "durften"

Geändert.


Kleine Sachen wie die Kommas nach den wörtlichen Reden dürfte ich auch fast alle erwischt haben.

Edit:
So, jetzt sind hoffentlich keine Tipper mehr drin!

MfG
Tim


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Beitrag #4 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
Hallo Tim!
Ach, der Gute ist tot. Hm, also so habe ich das nicht gelesen. Geht aber beides, finde ich.
Ich dachte bei Mole eher an wühlen im Dunkeln. *lach* Aber gut.
Natürlich kann dein Prota total Rechts sein. Ich wollte nur wissen, in welcher Zeit wir uns befinden. Schön zu sehen, dass es dieses Konzert wirklich gab.
(Und so rein aus biologischer Sicht wäre es wirklich besser, er würde sich entspannen.) Icon_wink

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #5 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
Hallo Bad Rabbit.

Es wird ein kurzer Kommentar. Diesmal. Aber der Reihe nach.

Technische Anmerkungen:
Ich finde es herausragend, wie gut Du vom technischen Standpunkt her an der Geschichte gearbeitet hast. Und tatsächlich ist die Geschichte flüssiger geworden und macht - ohne Rechtschreib- und Kommafehlerchen - doppelt so viel Spaß zu lesen.
Einzig eine Anmerkung dazu:
Manchmal schreibst Du noch einen Satz zu einer Szene, einem Bild, was nicht mehr dazu gehört. Beispiel:

Zitat:Ich habe meinen Sohn nicht ermordet! Er hatte seinen Sohn geliebt. Über alles. Seine Frau dagegen hatte es verdient. Sie hatte ihn betrogen. Sie hatte mit ihren Freundinnen über ihn gelästert. Sie hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass sie ihn nur wegen seines guten Jobs geheiratet hatte. Percy drückte sich hoch und setzte sich auf die Bettkante.
Der letzte Satz gehört nicht zum Erklärungs'teil' davor und müsste - strenggenommen - in der nächsten Zeile beginnen, also so:

Ich habe meinen Sohn nicht ermordet! Er hatte seinen Sohn geliebt. Über alles. Seine Frau dagegen hatte es verdient. Sie hatte ihn betrogen. Sie hatte mit ihren Freundinnen über ihn gelästert. Sie hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass sie ihn nur wegen seines guten Jobs geheiratet hatte.
Percy drückte sich hoch und setzte sich auf die Bettkante.


Vom technischen Standpunkt gefällt mir die Geschichte sehr gut. Klare Abgrenzung der Dialoge sowie aufgelockerter Textkörper, der zum Lesen einlädt.

Inhaltliche Anmerkungen:
Kommen wir zuerst zum Positiven:
Die Darsteller nehme ich Dir alle ab: von Mole über die Aufseher bis zu Percy. Natürlich inklusive der individuellen Sprache.
Allerdings bin ich zwiegespalten, was die jeweiligen 'Akte' angeht. Ja, mir ist bekannt, welchen 'Status' Kinderschänder (auch heute noch) in diesen Institutionen haben, da ich bereits einmal in einer JVA war. (Für die Klatschpresse: Zu Besuch.)
Von daher ist es grundsätzlich 'okay', wenn man diese Umstände in der Geschichte erwähnt - auch wenn sie Hauptbestandteil dessen sind.
Aber ich frage mich, ob die explizite Darstellung tatsächlich sein muss? Muss der Leser wissen, wie es ist, als Kinderschänder von anderen (oder einem) Mitgefangenen körperlich missbraucht zu werden? Reicht nicht die Darstellung eines Bruce Willis als Boxer aus Pulp Fiction? Dunkles 'Setting'? Mehr ahnen, als tatsächlich zeigen?
Oder anders gesagt:
Habe ich gerade eben die Wörter benutzt, die auch im Text zu finden sind?

Mir ist bewusst, dass dies ein Angriff auf Deine schöpferische Schaffenskraft ist, aber bedenke, dass die Grenze zu einer erotischen Geschichte (gleich welcher Gattung, ob Horror oder Fantasy) hier vielleicht schon überschritten ist.

Fazit:
Lehn Dich trotzdem zurück. Ich finde - ungeachtet der letzten Anmerkung - die Geschichte flüssig zu lesen. Wobei bei mir eigentlich eher der Eindruck aufkam, dass Percy nicht tot, sondern in einem Alptraum gefangen ist - nachdem ihn Mole zusammengeschlagen hatte.

LGD.


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Beitrag #6 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
Hi ihr beiden,
ich möchte mich kurz einschalten. Warum stört dich denn der sexuelle Bezug? Ist es wirklich der Inhalt, oder eher, dass unsere jüngeren Leser es lesen könnten?
Ich finde es nämlich sehr gut, dass eben nicht irgendwie drumherum geredet wird, oder abgeblendet. Warum kann eine Geschichte nicht auch etwas Sex enthalten? Sex ist ein Bestandteil unseres Lebens und sollte meiner Meinung nach daher nicht beständig tabuisiert werden. Ich finde es immer wieder albern, wenn in Romanen nach dem Kuss "abgeblendet" wird. Und auch für das Forum sollte so etwas möglich sein, solange nicht in die pornographische abgeglitten wird.

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #7 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
Huch, Addi?

Wenn ich darf?

Zitat:Ist es wirklich der Inhalt, oder eher, dass unsere jüngeren Leser es lesen könnten?
Ich bin nicht der Sittenwächter, Addi. Icon_wink Aber da dies an eine (schon oft geführte) Erotikdiskussion grenzen könnte, wollte ich darauf hinweisen. Und ja, auch wegen dem letzteren Punkt fand ich diese Anmerkung erwähnenswert.

Zudem war nicht von Tabuisierung die Rede. Dass sowas hier beschrieben wird, okay. Aber muss es so sein? (Fragestellung. Gleichwohl halte ich es für notwendig, weil sonst die Verbindung zum Ende nicht gegeben wäre.)
Du siehst, schwierig.

Wobei ich persönlich nicht zu sagen vermag, wo hier (im Forum) die von Dir angesprochene Grenze verläuft.

@Bad Rabbit:
Zusatzanmerkung. Natürlich habe ich mir auch Gedanken gemacht, ob dies hier sowas Ähnliches (wie bspw. Marc Gore) wäre. Splatter, Blut, Gewalt, Exzesse.
Ich finde nicht, da dies hier nicht Selbstzweck (!) ist.
Also, schlussendlich schwierig - aber erwähnenswert.

LGD.


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Beitrag #8 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
Hallo!

Dread, danke für deinen Kommentar.
Ja, ich denke die Gewalt gehört hier rein. Die Geschichte spielt im Gefängnis, und da ist ein gewisser Grad Härte imo notwenig, um die Geschichte glaubwürdig zu machen. Der Leser muss sich ekeln und das ganze schrecklich finden, um Percys Entscheidung, in das Loch zu gehen, nachvollziehen zu könnnen. Die Geschichte ist nicht für Kinder und es ist mir egal, ob sie einigen Leuten zu hart ist, denn ich glaube, dass sie grade duch diese Härte gut funktioniert.
Aber gut, du hast es erwähnt und das ist ok. Gewalt nur einzufügen, um eine Geschichte interessant zu machen, ist doof und sollte auch mal angesprochen werden.

Das mit dem Absatz mach ich gleich mal, ist so besser.

Adsartha:
Guter Kommi, du hast recht.


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Beitrag #9 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
*Modmodus einschalt*

Hallo zusammen,

um mal etwas von der Modseite aus zu den sexuellen Inhalten zu sagen: Wir sind uns einig darüber, dass die Geschichte noch in Ordnung ist. Schließlich wird nichts übertrieben oder übermäßig gewaltätig dargestellt.
Da hier auch der Vergleich zu den Geschichten von Marc Gore angesprochen wurde: Auch ich finde, dass diese hier wohl kaum damit verglichen werden kann, hier ist kein Splatter, ausufernde Exzesse oder übertriebene Gewalt zu finden.
Und ja: Die Grenze hier im Forum ist sehr schwammig, es hat ja auch immer mit persönlichen Ansichten zu tun, was nun "zu viel" ist und was nicht. Icon_wink

Liebe Grüße,
Lady

*Modmodus aus*

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #10 |

RE: Verdammt guter Abend wird das!
Hallo Bad Rabbit,

so, nachdem ich die Geschichte ja schonmal grob gelesen hatte, will ich mich nun auch mal näher damit beschäftigen. Icon_smile

Zitat: Mole war schlecht drauf und stieß darum härter zu als gewöhnlich.

Seltsamerweise denkt man hier zuerst an eine Prügelei. Ich weiss nicht, ob du das beabsichtigt hast, aber diese kleine Irreführung find ich gut. Dadurch wirkt die Vergewaltigung nicht so aufdringlich.

Zitat: Ein Loch! Ein Loch.

Ich würde eins weglassen. Liest sich irgendwie gedoppelt.

Zitat: Als sie den Raum verließen streifte ein letzter Hauch Percys Ohr. Er flüsterte zum Abschied.

Du meinst den Hauch der da flüstert? Ich dachte zuerst du meinst Percy und wollte schon fragen, was er denn flüstert.

Zitat: Was auch immer dort unten passierte, er würde es schaffen. Korea, eine beschissene Ehe, der Knast - nach alldem hatte er es verdient, als freier Mann zu sterben.

Irgendwie springt es mir hier richtig entgegen, wie du uns von Percys Entscheidung überzeugen möchtest. Einerseits hast du das geschafft, weil ich die wirklich nachvolziehen kann, andrerseits wirkt die Stelle ein wenig wie eine inhaltliche Zusammenfassung, denn alle aufgezählten Dinge hast du oben schon erwähnt. Icon_wink Aber nimm das nicht als Kritik, sondern als Information.

Zitat: „Ich glaube, ich habe im Keller das Foto von meiner Tochter verloren, Sir.“

Was für ne Tochter? Bisher war nur von nem Sohn die rede. Ah, okay, weiter unten wird’s klar. Icon_wink

Zitat: Kriechen. Kein Ende in Sicht. Weiterkriechen.

Irgendwie fehlt mir hier ein wenig die Dunkelheit. Gut, er hat zwar eine Taschenlampe dabei, aber so hell macht die ja nun auch wieder nicht.

Zitat: „Nein, nein, nein, das ist alles falsch!“ rief Percy ängstlich, als er versuchte, sich umzudrehen, er sich stattdessen aber nur den Kopf stieß und die Hände aufschürfte.

Den Satz musste ich ein paar mal lesen, bevor ich ihn richtig verstanden hab. Irgendwie ist der ein bisschen zu verschachtelt. Ich würd nach dem „umzudrehen“ einen Punkt machen und den nächsten Satz mit „Stattdessen“ beginnen.

Ja, am Ende kommt so richtig der Horror durch, was ich gut finde, den man wartet die ganze Zeit drauf (wenn man weiss in welcher Rubrik man liest Icon_wink ) und somit hast du schonmal so eine „Grundspannung“ aufgebaut. In den Kommentaren hab ich gelesen, dass Percy wohl tot ist, aber mir gings da wie den anderen, ich hab das so nicht herausgelesen. Erst ganz am Ende, als es so „Unwirklich“ wird, hab ich angefangen mir da Gedanken drum zu machen. Genauso gut könnte er auch im Koma liegen und diesen Albtraum immer wieder haben, aber das macht eigentlich keinen großen Unterschied. Icon_wink

Also, die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Du schreibst sicher und ich hab eigentlich nur ein paar Erbsen zählen können. Auch das sexuelle Motiv dahinter fand ich gut eingesetzt. In Horror-Geschichten taucht das irgendwie öfter auf. Aber hier drängt es sich wirklich nicht in den Vordergrund, sondern unterstützt die düstere Atmosphäre.

Liebe Grüße,
Lady

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