Es ist: 10-08-2022, 00:14
Es ist: 10-08-2022, 00:14 Hallo, Gast! (Registrieren)


Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Beitrag #1 |

Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Hallo!

Ich habe ein wenig umgeschaut, aber kein ähnliches Thema gefunden (hole mich der Büchergott, wenn ich es doch übersehen habe).

Grade eben beendete ich mit den üblichen Anzeichen einer seeeeehr spannenden Reihe (Herzklopfen, fahriges Umblättern, Ignorieren der morgigen Klausur...) die Trilogie 'Schatten Chroniken' von Andreas Saumweber. Während des letzten Buches treibt der Autor die an sich schon recht düstere Einstellung auf die Spitze und hantiert dabei mit allen möglichen Handlungssträngen und Figuren - Aber dann, das Ende:
Halb offen. Icon_shocked

Am Ende dieses Buches wurde angedeutet, das eine Lösung für das Problem gefunden wurde, aber etliche Fragen bleiben mehr oder weniger unbeantwortet, bisher meint der Autor selber, er werde keinen vierten Band schreiben.

Und jetzt sitze ich hier immer noch geschockt und frage mich: geht es euch auch manchmal so?
Also, das ihr am Ende eines Buches das Gefühl habt, noch mitten drin zu sein und doch recht unbefriedigt seid?
Oder findet ihr offene Enden eigentlich gar nicht mal so schlimm?

Grüße,
sandy

Mit Worten kann man die Welt aus den Angeln hebeln

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Beitrag #2 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Hallo Sandy,

ich hasse das!Icon_motz
Ein wenig Interpetationspielraum ist ganz schön, aber zu viel macht mich wahnsinnig. Vor ner Weile habe ich mal "Das Mächen mit den gläsernen Füßen" von Ali Shaw gelesen und da ging es mir so. Wenn ich daran denke, verfalle ich immernoch in Grübeleien. Das Buch ist hervorragend, aber bleibt durch dieses Ende ein kleiner Wehmutstropfen übrig.

Hochachtungsvoll

Miss CathyWave

"Wir vergessen nicht, wir leben nur weiter."

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Beitrag #3 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Hallo Sandy,

ich finde, es kann auch richtig gute offene Enden geben. Im dem Moment, in dem ich zu diesem Ende komme, will ich zwar normalerweise ganz und gar nicht, dass das Buch gerade jetzt vorbei ist - aber nach und nach kann man durchaus mal feststellen, dass es genau richtig war, die Geschichte da zu beenden. Icon_wink
Iirgendwann muss man die Geschichte halt beenden - manchmal hab ich das auch, wenn ich schreibe: ich weiß eigentlich genau, wie es noch weitergehen soll und dann fällt mir auf, dass ich den Text auch einfach genau jetzt beenden könnte. *lacht*
=> das letzte Buch mit offenem Ende (das mich sehr beschäftigt hat auch in Nachhinein) ist übrigens "Unendliche Stadt" von Alastaire Reynolds.

@Miss Cathy
Aber ist es nicht gerade gut, wenn du auch noch lange Zeit nach dem Beenden des Buchs über das Ende und die Geschichte nachdenkst? Vielleicht wäre einfach jedes mögliche Ende schlecht gewesen und es ist viel besser so offen? Ich kann offenen Ende daher etwas abgewinnen - aber ich denke es kommt auch auf das Buch an. Es darf nicht nur ein offenes Ende um des offenen Endes willen sein.

Liebe Grüße,
WW

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Wanderer zwischen den Welten und der
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Beitrag #4 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
@Miss Cathy:
Ich kann das gut verstehen - Auch im Leben stört es mich manchmal, wenn man einfach nie erfährt, was aus jemandem / etwas geworden ist...

@WW:
Ja, ich glaube, es gibt durchaus gute offene Enden, auch wenn man es in dem Moment nicht wahrhaben will ^_^
Aber in diesem Fall ist es wirklich so, dass mitten im Konflikt das Buch endet. Die einzelnen Personen sind quasi mitten in der Bewegung (Abgesehen von all denen, die zuvor gestorben sind), zentrale Fragen des Buches werden nicht geklärt. Icon_panik
Als ob Tolkien den Herrn der Ringe nach der Schlacht bei Helms Klamm beendet hätte; Ein Sieg ist errungen, aber keiner weis, ob Sauron besiegt wird o.o
*lach und seufz*
Bei mir bleibt bei diesen Büchern einfach immer das Gefühl des Unvollendeten zurück....

Grüße,
sandy

Mit Worten kann man die Welt aus den Angeln hebeln

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Beitrag #5 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Hallo,

@WW
Ja du hast Recht, wenn man es so betrachtet, klingt es schon noch lange nach und man behält es dadurch in Erinnerung.Icon_confused
Es ändert trotzdem nichts dran, das es bis Perfektion nur ein paar Zeilen mehr gebraucht hätte, zumindest mit einen kleinen Wink in irgendeine Richtung! Mir geht es aber dann auch wie Sandy, wenn man nicht mal Ansatzweise auf eine vielleicht mögliche Erklärung des Ganzen hinweist, fehlt am Ende das Gefühl der Vollendung.
Nichtsdestotrotz stimme ich Dir zu, es kommt auf das jeweilige Buch an!

Hochachtungsvoll

Miss Cathy

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Beitrag #6 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Moin.

Ich bin auch der Meinung - ob ein Ende offen ist oder abgeschlossen, sagt nichts über seine Güte aus. Ich teile eure Ansicht, dass ein offenes Ende im Moment, in dem man es liest, unbefriedigend ist. Andererseits kann man mit abgeschlossenen Enden auch in eine böse Friedefreudeeierkuchen- bzw. Tränendrüsendieweltistschlecht-Fallen tappen. Dann ist der Leser auch nicht zufrieden. Wie man's macht ... Icon_ugly

Ich finde, ein gutes offenes Ende hat vor allem etwas Philosophisches: Mein Deutschlehrer in der Schule pflegte zu sagen, ein abgeschlossenes Ende liege vor, wenn alle tot seien. Wenn man sich nicht frage, was es am nächsten Tag zum Frühstück gab; ob der Kaffee gut war. Und danach ist ja fast jede Geschichte "offen": Das Leben der Figuren und ihrer Umgebung geht eben weiter. Wenn nicht gerade die Erde einer Hyperraumumgehungsstraße weichen muss. (Ach nee, das war ein Romanbeginn, verflixt. Mrgreen )
Gerade, wenn du Tolkien ansprichst, Sandy: Klar, am Ende des Herrn der Ringe ist dieses Abenteuer zu Ende. Das Dritte Zeitalter ist zu Ende. Der Ring ist zerstört, Sauron vernichtet. Die Elben auf dem Weg in den Westen.
Aber vor Saurons Wiederaufstieg gab es seinen Sturz.
Und davor seinen Aufstieg.
Und Melkor.
Was sagt uns das über die Abgeschlossenheit des Herrn der Ringe? Nur so viel, dass das Dritte Zeitalter abgeschlossen ist. Und dass im Vierten Zeitalter mit Sicherheit wieder etwas vorfallen wird. Hat ein Roman, das mit dem Wechsel zweier Zeitalter endet, nicht irgendwie ein offenes Ende?

Liebe Grüße!
Lehrling

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Beitrag #7 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
@Lehrling:
So gesehen endet die Geschichte erst, wenn die Erde endgültig unter gegangen ist - so lange wir bis da hin nicht auf den Mars ausgewandert sind Mrgreen
Aber zumindest diese 'Episode' des Mittelerdeuniversums ist in sich annähernd abgeschlossen, oder? Man hat als Leser zumindest das Gefühl, das die momentan wichtigste Aufgabe erledigt wurde. Was dann als nächstes kommt ist ja wieder eine neue Geschichte... (:

Grüße,
sandy

Mit Worten kann man die Welt aus den Angeln hebeln

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Beitrag #8 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Hallo Sandy,

ich bin auch der Meinung, dass es ganz auf das Buch ankommt. Manchmal ist es der beste Anreiz, seine Leser selbst ein bisschen denken zu lassen (ja, das ist eigentlich wünschenswert Mrgreen ), wenn man gar nichts mehr zu bestimmten Themen sagt bzw. schreibt. Ich habe allerdings auch schon Bücher gelesen, wo das "offene Ende" nichts gebracht hat als Wut im Bauch - von daher kann ich dich leider auch sehr gut verstehen.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #9 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Hallo Sandy,

ich finde beides sehr gut.
Wenn die Geschichte ein Ende hat, freut man sich, es jetzt endlich zu kennen. Icon_wink
Wenn es jedoch ein wirklich gutes, offenes Ende gibt, freue ich mich teilweise darüber,
da ich mir meistens etwas Zeit gebe, darüber nachzudenken.
Und das macht wirklich Spaß. Icon_smile

Liebe Grüße,
Michelle

Let's Have Fun!!♥♥

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Beitrag #10 |

RE: Bücher mit offenen Enden - gut oder schlecht?
Schwierige Frage.

Generell ziehe ich Bücher mit abgeschlossenen Enden vor. Sprich Bücher, in denen das Abenteuer zu seinem Ende gelangt ist. Der Held ist nach Hause zurückgekehrt oder hat sich woanders niedergelassen, die Welt ist gerettet oder zerstört, alle Fragen sind beantwortet. Ist das Buch einfach aus und keine Fortsetzung geplant, aber dennoch eine Menge Fragen offen, finde ich das oftmals nicht so prickelnd. Wobei das natürlich verallgemeinert ist und es sicherlich gute Beispiele für offene Enden gibt, in denen die Fantasie des Lesers gefragt ist. Auch wenn mir gerade keines einfallen mag ...


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