Es ist: 18-02-2020, 05:06
Es ist: 18-02-2020, 05:06 Hallo, Gast! (Registrieren)


Gott (vielleicht)
Beitrag #1 |

Gott (vielleicht)
Das Gedicht (wenn man es denn so nennen kann) habe ich vor *nachdenk* etwa einer Woche geschrieben. Es ist nicht sonderlich durchdacht oder hat irgendeinen Hintergrund, es überkam mich einfach so und hat gedrängelt, bis ich es endlich aufgeschrieben habe. Also ruhig mit Kritik nicht sparen, ich nehme das nicht persönlich.

Ich bin die Stimme des Windes
Und des fallenden Regens.
Ich bin die Wärme der Sonne,
die Kälte des Schnees,
der Geruch der Erde.
Ich bin die Kraft des Pferdes,
ich bin der Herzschlag des Wassers
ich bin der Atem des Steins.
Ich bin der Adler am Himmel
Und die Schlange im Gras.
Ich bin der Schlag des Blitzes
Und das Dröhnen des Donners.
Ich bin die Angst des Kindes
Und die Hoffnung des Kriegers.
Ich bin die Höhe
Und die Tiefe zugleich.
Das Leben
Und der Tod
Sind mein Eigen.
Meine Augen sind der Tag
Und mein Herz die Nacht.
Der Mond steht auf meiner Stirn,
Die Sonne halte ich in den Händen.
Sterne sind meine Gedanken
Ein gesprochenes Wort meiner Zunge.
In mir ist der Anfang
Und das Ende aller Dinge.
Die Zeit findet in mir ihren Meister,
der Tod umschlingt mich nicht.
Die Ewige bin ich,
der Herr des Kosmos.
Alles
Und Nichts zugleich.
Ihr seid mein,
so wie ich die Eure bin.


Danke fürs Lesen
Anonyma


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Beitrag #2 |

RE: Gott (vielleicht)
Hallo Anonyma!

Das ist ein pantheistisches Gedicht. Gott ist in allem, was lebt, und auch in allem, was nicht lebt. Es ist geschrieben wie ein lyrischer Erguss, ohne philosophische Überlegung. Aber es liest sich leicht und sehr flüssig. Am Ende allerdings ist nicht klar, welches Gottesbild das lyrische Ich nun genau hat. Ja, ich wage sogar weiter zu fragen, ob das lyrische Ich an einen Gott überhaupt "glaubt"? Gott ist unendlich, aber je allgemeiner wir ihn definieren, um so unbegrenzter und beliebiger wird er. Und in dieser ganzen Grenzenlosigkeit kann Gott auch in ein "Nichts" zerfließen.

Es gibt aber eine Stelle, die mich wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit sehr beeeindruckt hat.
Zitat:Die Zeit findet in mir ihren Meister,
der Tod umschlingt mich nicht.
Das ist schön gesagt.

Herzliche Grüße

Hans Werner


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Beitrag #3 |

RE: Gott (vielleicht)
Hej,

Sehr schoen mit wenigen, klaren Worten gesagt ... Mir gefallen deine Formulierungen.

Ich kenne das mit diesen Worten, die einfach kommen und nerven, bis man sie aufschreibt. Aber genau dann kommt meist das Beste heraus. Icon_smile

Interessant finde ich diese Stelle:
Zitat:Die Ewige bin ich,
der Herr des Kosmos.
Alles
Und Nichts zugleich.
Ihr seid mein,
so wie ich die Eure bin.
Das lyrische Ich ist also weiblich - das ist in dieser Art sehr interessant. Dann habe ich aber doch was anzumerken: naemlich den "Herrn des Kosmos". Wenn du wirklich ein weibliches lyrisches Ich hast, wuerde ich hier "Herrin" nehmen.

Sonst aber sehr, sehr schoen!

Viele Gruesse, Eselfine


We are all accidents
Waiting
Waiting to happen
Radiohead, "There There"

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Beitrag #4 |

RE: Gott (vielleicht)
Daran haben sich alle aufgehängt, die das Gedicht schon gelesen haben, aber das ist es ja gerade. Kann ich sagen, ob Gott männlich oder weiblich ist? Ich persönlich habe diese Frage noch nicht beantwortet und es darum offen gelassen, die Stelle ist so ziemlich das einzige Bewusste im ganzen Gedicht *schäm*.
Aber vielleicht sollte ich mich wirklich für eins entscheiden.
Danke euch beiden fürs Lesen und Kommentieren.
VG
Anonyma


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Beitrag #5 |

RE: Gott (vielleicht)
Hallo!

Zunächst Hallo noch einmal. Dann will ich mich mal deinem ersten Gedicht widmen, dass ich lese Icon_smile

Schon die Überschrift Gott (vielleicht) gefällt mir gut. Allein, weil ich selber seit längerer Zeit über diese (in dem Fall versteckte) Frage nachdenke, vielleicht Gott? Dadurch kann es sich in deinem Gedicht ja fast um jede 'höhere Macht' drehen.

Deine folgende Gedankensammlung lässt sich schön, flüssig und nachdenklich.
Zitat:Ich bin die Stimme des Windes
Und des fallenden Regens.
Ich bin die Wärme der Sonne,
die Kälte des Schnees,
der Geruch der Erde.
hat es mir angetan (Das Und in der zweiten Zeile klein schreiben). Diese Zeilen hinterlassen ein warmes Gefühl bei mir, auch wenn ich grade nicht genau sagen kann, weshalb...

Apropos 'und'. Im folgenden nutzt du teils Satzstruktur mit Kommata, Punkten und Groß- und Kleinschreibung am Satzanfang. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Zeilen, die am Ende der zweiten einen Punkt haben aber am Anfang groß geschrieben sind *?*.

Kurz habe ich noch überlegt, ob man die beiden Teile trennen soll. Allerdings finde ich, dann geht die Gesamtstruktur verloren, also würde ich es so lassen ^^

Ich kenne das auch, diese Gedankensammlungen, Fragen. Ich als Leser fange dann auch weider an, das Thema zu hinterfragen, Pro

Grüße,
sandy

Mit Worten kann man die Welt aus den Angeln hebeln

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Beitrag #6 |

RE: Gott (vielleicht)
Oh mist, da hat mein Word gesponnen. Ist mir gar nicht aufgefallen, dass die Groß- und Kleinschreibung nicht einheitlich ist. Danke, dass du mich drauf aufmerksam gemacht hast, das muss ich noch ändern.
Zitat:Deine folgende Gedankensammlung lässt sich schön, flüssig und nachdenklich.

Zitat:Ich bin die Stimme des Windes
Und des fallenden Regens.
Ich bin die Wärme der Sonne,
die Kälte des Schnees,
der Geruch der Erde.

hat es mir angetan (Das Und in der zweiten Zeile klein schreiben). Diese Zeilen hinterlassen ein warmes Gefühl bei mir, auch wenn ich grade nicht genau sagen kann, weshalb...
Danke. Anfang und Ende finde ich auch am besten.
VG
Anonyma


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Beitrag #7 |

RE: Gott (vielleicht)
Zitat:Oh mist, da hat mein Word gesponnen. Ist mir gar nicht aufgefallen, dass die Groß- und Kleinschreibung nicht einheitlich ist. Danke, dass du mich drauf aufmerksam gemacht hast, das muss ich noch ändern.

Dafür ist Literatopia da Icon_smile

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