Es ist: 26-02-2020, 10:39
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Wir sind Helden
Beitrag #1 |

Wir sind Helden
Der erste Versuch meiner neuen Idee Icon_smile
Hab es mal hier rein gepostet, weil ich keine Ahnung habe, wo es sonst hinpassen würde.


Es beginnt an einem normalen Tag. Die Sonne strahlt vom Himmel, die Autos hupen, die Busse versuchen, sich durch den Verkehr zu winden. Alles scheint normal zu sein, und doch wird dieser Tag alles ändern.
Es ist 9 Uhr. Wie so viele andere macht sich auch Marissa mit ihrem Fahrrad auf den Weg zur Universität. Manche sagen, sie hätten ein komisches Gefühl gehabt, bevor etwas Schreckliches passiert. Manche sagen, sie hätten geahnt, dass etwas Schreckliches passieren wird. Nicht so Marissa. Sie ist absolut ahnungslos. Ob sie zur Uni gefahren wäre, wenn sie geahnt hätte, was passieren würde? Wahrscheinlich schon, denn das Ausmaß der Katastrophe, die am anderen Ende der Stadt bereits vorbereitet wird, liegt außerhalb jeglicher Vorstellungskraft. Hätte sie etwas geahnt, hätte sie sich mit dem Gedanken, dass sie verrückt sein muss, auf den Weg gemacht. Dinge, die wir uns nicht vorstellen können, passieren nicht. Sie sind einfach plötzlich da, und jeder ist bewegungslos und verharrt im Entsetzen.
Der Weg zur Uni führt sie den Fluss entlang. Auf der Brücke hält sie kurz an, um das darunter fließende Wasser zu beobachten. Wasser ist das Element, dass sie liebt und würde sie nicht Rechtswissenschaften studieren, wäre sie bestimmt professionelle Taucherin geworden, wenn es diesen Beruf überhaupt gibt. Oder sie würde als Meeresbiologin Delphine erforschen.
Marissa gibt sich einen kurzen Tagtraum hin, bevor sie sich wieder vom Geländer abstößt und weiterfährt. Sie will noch mit Freunden eine Arbeit durchgehen und ist bereits 5 Minuten zu spät. Durch den Stadtpark fährt sie schnell. Der Wind weht ihr das Haar aus dem Gesicht. Um die schöne Herbstfärbung der Bäume zu betrachten, bleibt keine Zeit. Zu schnell zieht die Landschaft an ihr vorbei. Hätte sie geahnt, dass sie die Welt nie wieder mit diesem freien Gefühl betrachten würde, wer weiß, vielleicht hätte sie sich die Zeit genommen, wäre stehengeblieben und hätte die Bäume ein letztes Mal in aller Ruhe betrachtet.
An der Ampel steht sie mit den vielen anderen Studenten, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Uni gemacht haben. Auf der Straße, die zur Uni führt, herrscht das morgendliche Chaos. Von überall strömen Studenten herbei, rufen sich gegenseitig zu. Fahrradglocken klingeln, um sich den Weg durch die Menge zu bahnen. Es herrscht Chaos und trotzdem wird eine gewisse Ruhe ausgestrahlt. Die Ruhe der Routine. Diese Ruhe wird heute zum letzten Mal spürbar sein. Denn nach diesem Tag ist nichts mehr Routine. Doch noch sind alle ahnungslos. Man winkt sich kurz im Vorbeifahren zu, nichts ahnend, dass man sich vielleicht zum letzten Mal begrüßt hat. Man lacht unbeschwert, nichts ahnend, dass man für sehr lange Zeit nicht lachen wird. Marissa schlängelt sich durch die Menschen und fährt Richtung Gebäude 2. Schon von weitem entdeckt sie ihre Freunde und ruft:“ Juhuu! Ich bin schon da!“
Während sie vom Rad springt, wird sie von den Anderen mehr oder weniger freudig begrüßt.
„Nächstes Mal sagen wir, du sollst um halb neun hier sein. Wir hatten doch um 9 abgemacht! Das sollte bedeuten, wir beginnen um 9, und nicht, du sollst dich um 9 auf dem Weg machen.“, schimpft Klara. Marissa stellt ihr Fahrrad in einen der dafür vorgesehen Ständer und dreht sich wieder zu den anderen um:“ Jetzt macht euch mal nicht in die Hose, ich bin ja da. Wollt ihr euch schon reinsetzen, oder bleiben wir hier?“
Karoline, die bereits fröstelt, antwortet:“ Ich weiß, du bist der totale Frischluftfreak, aber mir ist zu kalt. Lass uns reingehen.“
Lara schnappt ihren Laptop und geht voraus, die 4 anderen folgen ihr. Gemeinsam setzen sie sich an einen Tisch und Lara packt ihren Laptop aus.
„Also, die derzeitige Version der Arbeit sieht so aus. Ich würde da aber am Ende noch ein paar Sätze zur Erläuterung hinzufügen. Und dann die beiden Absätze, die ich hier rot markiert habe, umändern. Tut mir leid, Marissa, aber diesen Kauderwelsch können wir unmöglich abgeben.“
Die 5 Mädchen diskutieren noch einige Zeit über die Ausfertigung diverser Grafiken und Abbildungen. Sie lachen und scherzen miteinander. Wenn man sie sieht würde man meinen, nichts könnte ihnen etwas anhaben. Die gute Laune scheint sich wie ein Schild um sie gelegt zu haben. Dabei sitzt ihnen das Böse schon im Nacken, es ist bereits auf dem Weg. Und es wird jede Freude mit Leichtigkeit verpuffen lassen.
Kurz vor 10 Uhr setzen sie sich mit ihren Mitstudenten in den Raum. Der Hörsaal ist so voll, dass sich einige auf den Boden setzen müssen. Marissa und ihre Freundinnen jedoch konnten sich einige der wenigen guten Plätze sichern. Entspannt plaudern sie über ihre Pläne fürs Wochenende.
„Oh, verdammt, dass hätte ich beinahe vergessen!“, stöhnt Marissa und angelt ihr Handy aus der Tasche. „Ich hoffe der Professor kommt nicht überpünktlich, ich muss noch meine Verabredung mit Manuel canceln.“, murmelt sie während sie sich dass Handy ans Ohr hält.
„Manuel? Etwa deine heimliche Affäre?“, kichert Klara. Marissa stößt sie mit den Ellbogen und sagt:“ Du bist echt blöd! Das ist mein bester Freund….Hallo Manu,…. Tut mir leid ich kann heute nicht. Ich muss nachher noch eine Arbeit fertig machen. Warte mal kurz.“, sie hält die Hand vor das Handy und flüstert: „Was ist denn da draußen los?“
Im Hörsaal wird aufgeregt geflüstert. Es ist ein neugieriges flüstern. Hätte man in genau diesem Augenblick gewusst, dass das Böse bereits vor der Tür steht, hätte man gewusst, was los ist, niemand hätte danach gefragt. Es hätte keiner wissen wollen.
Aber zu diesem Zeitpunkt, weiß keiner, was auf sie zukommt. Niemand weiß, wie grausam das Böse sein kann. Nicht einmal, als der erste Schuss erklingt, will jemand wahrhaben, was wirklich passiert.
Marissa flüstert in ihr Handy: „Entweder da ist gerade eine sehr schwere Tür zugefallen, oder es hat jemand geschossen.“
Manuel springt am anderen Ende der Leitung von seinem Stuhl auf und schreit: „ Was meinst du mit geschossen?“
Marissa kommt nicht zum Antworten, denn in diesem Moment bekommt die Tragödie einen Namen. Die Tür wird aufgerissen, Studenten stürmen kreischend herein und einige schreien:
„Da läuft jemand Amok!“
Aufgeregt schreit Manuel ins Telefon:“ Marissa, sag was! Was ist da bei euch los?“
„Da schießt jemand! Lauf zur Polizei und sag denen, dass auf der Uni jemand schießt!“
Marissa gestikuliert wild, das Herz rast, panisch dreht sie sich im Kreis. Ahnungslos was zu tun ist, schreit sie immer wieder ins Telefon: „Hol die Polizei,hol die Polizei. Verdammte scheiße oh scheiße…“
Manuel ist für eine Sekunde wie betäubt. Kurz glaubt er, er hat sich verhört oder es handelt sich um einen Scherz. Es muss sich um einen Scherz handeln, so etwas Schlimmes darf nicht passieren, nicht hier, nicht Marissa. Es muss einfach ein Scherz sein, ein ganz, ganz schlechter Scherz. Dann jedoch gibt er sich einen Ruck und beginnt zu laufen.
Genau gegenüber von seiner Wohnung befindet sich eine Polizei Station. Er läuft genauso wie er gerade ist. Ohne Schuhe und nur in Boxershorts bekleidet. Ohne darüber nachzudenken stürmt er über die Straße, reißt die Tür auf und schreit:"Auf der Uni ist ein Amoklauf! Ich brauch hier jemanden. Ich habe hier meine Freundin am Telefon, die ist dort!“
Zuerst wird Manuel ungläubig angestarrt. Ein halbnackter junger Mann, der schreit? Man denkt da eher an einen Entflohenen aus einer Nervenheilanstalt. Möglicherweise einer, der gerade jetzt beschlossen hat verrückt zu werden. Einer der Polizisten geht sanft und beruhigend lächelnd auf ihn zu und nimmt ihm das Handy aus der Hand.
„Wollen wir doch mal sehen, was deine Freundin spricht.“, sagt er in einem Tonfall, der vermuten lässt, dass er ein Spielzeug-Handy erwartet. Die Verwunderung in seinen Augen bestätigt diese Vermutung. Der Polizist hält sich das Telefon ans Ohr, er hört kurz hin. Seine Gesichtsfarbe wird langsam bleich, er hält sich an einem Stuhl so fest, dass seine Fingerknöchel weiß hervortreten. Kurz hält er inne, dann bedeckt er mit einer Hand das Handy und schreit. „Amoklauf auf der Uni! Sofort Großalarm auslösen! Wir brauchen sämtliche verfügbaren Einsatzkräfte. Alle umliegenden Krankenhäuser müssen in Bereitschaft gehen. Warnt die Telefonzentrale vor, es wird gleich losgehen. Sanders, sie kommen mit mir in Konferenzraum zwei.“ In Richtung Manuel blafft er: „ Sie warten hier.“, bevor er sich wieder dem Handy zuwendet.
Auf dem Weg in den Konferenzraum gestikuliert der Polizist wild. Die Umstehenden Personen scheinen diese wirren Handzeichen zu verstehen, denn sie machen sich sofort an die Arbeit. Dass Manuel die Anweisung missachtet und ihm folgt, scheint dem Polizisten gar nicht aufzufallen.
Kaum im Konferenzraum angekommen sagt er mit einer sanften Stimme :“ Wie ist ihr Name? Also, Marissa, ich bin Michael, ich werde sie jetzt auf Lautsprecher schalten. Versuch uns ganz genau zu beschreiben, wo ihr seid und was gerade passiert.“
Marissa, die zitternd ihr Handy ans Ohr hält, blickt sich um. Der Hörsaal ist voll und trotzdem herrscht eine drückende Stille. Dicht gedrängt sitzen Studenten am Boden. Wimmern, weinen, leises Flehen ist zu hören. Immer wieder fallen Schüsse, die sich dem Raum nähern.
„Was soll ich da groß beschreiben. Wir sind im Gebäude 2, der dritte Hörsaal. Oh mein Gott die kommen näher.“
Bernd, der gerade den Raum betreten hat gibt dem anderen ein Zeichen, der daraufhin den Raum verlässt. Er schiebt Manuel zu einem Sessel und sagt währenddessen.
„Du machst das sehr gut...“ fragend blickt er zu Manuel, der ihm daraufhin den Namen zuflüstert, „Marissa. Ich bin Bernd. Kannst du uns sagen, wie viele Personen sich im Raum befinden? Habt ihr eine Möglichkeit euch zu verbarrikadieren?“
Verzweifelt blickt sich Marissa um:"Keine Ahnung, der ganze Hörsaal ist voll. Verbarrikadieren? Wir sitzen hier auf einem Präsentierteller. Das ist alles festgeschraubt. Die Tür lässt sich nicht abschließen! Da gibt es nichts zum verstecken!“
„Legt euch auf den Boden und versucht eure Köpfe so gut es geht zu schützen.", weist sie Michael an.
Die laute Stimme von Marissa, die die Anweisung durch den Hörsaal schreit, erklingt. Dann ist es still. Erdrückend still. Bis ein Schrei die Stille zerreißt. Der Schrei wird von den Schüssen abgerissen.
Entsetzt starren Manuel und Bernd auf das Handy. Bam, bam, bam. Und noch mal. Bam, bam, bam. Immer wieder Schreie. Angstschreie. Schmerzensschrei. Bernd fasst sich als erster. Er sagt ins Funkgerät: „Täter hat Hörsaal 3 erreicht. Schüsse fallen. Bei Ankunft sofort stürmen. Ich wiederhole sofort stürmen!“ Dann fragt er ins Telefon:“ Marissa? Kannst du mich hören?“
Als Antwort erfolgen nur weitere Schüsse. Bam, Bam, Bam.
Bernd ruft mit deutlich festerer Stimme ins Telefon:“ Marissa, bitte antworte mir!“
Manuel reißt das Handy an sich und beginnt zu schreien: „Sag was, komm schon Mari, sag was…“
Es fallen weitere Schüsse, dann kann man ein kaum hörbares flüstern vernehmen.
„Er ist jetzt da. Scheiße…oh scheiße, was sollen wir tun?“
„Ist es ein Täter?“
„Er knallt alle ab,…..alle…. ich glaube ich blute…da ist überall Blut!“
„Marissa, hör mir zu. Es ist sehr wichtig, dass wir das wissen. Ist es ein Täter?“
„Es ist ein….nein…..ich glaube die Schüsse kommen von 2 Seiten…pscht.. es ist jetzt ruhig.“
Langsam breitet sich wieder die Stille im Hörsaal aus. Schritte die auf und ab marschieren. Schweres Atmen von Verletzten. Weinen der Verängstigten. Ein hämisches Lachen der Täter.
Marissa versucht mit dem Mund so nahe wie möglich an ihr Handy Mikrofon heranzukommen und flüstert leise.
„Ich glaube es sind 2!“
„Du machst das sehr gut, Marissa. Hilfe ist unterwegs, hörst du, sie sind bereits unterwegs. Du hast uns damit sehr geholfen.“
Noch während Bernd spricht fallen die nächsten Schüsse. Er schließt die Augen, lässt sich aber sonst nichts anmerken. Innerlich jedoch zuckt er bei jedem Schuss. Wieder zückt er sei Funkgerät.
„Wahrscheinlich 2 Täter. Wiederhole 2 Täter!“
Dieses Mal schweigt das Handy länger bis Marissas flüstern wieder ertönt:“ Oh mein Gott, die gehen von Reihe zu Reihe….Ich glaube wir sind die nächste….“
Immer wieder wird sie von Schüssen unterbrochen, bis sie aufhört zu reden. Erneutes banges Warten am anderen Ende der Leitung.
„Marissa? Kannst du uns noch hören? Bitte antworte! Gib uns ein Zeichen, wenn du nicht sprechen kannst.“
Bernd, Michael und Manuel starren auf das Handy, als könnten sie eine Antwort heraussaugen.
„Da ist alles voller Blut…es ist alles voll mit..“
„Marissa, versuch durchzuhalten. Hilfe ist unterwegs!“
Manuel faucht Michael wütend an:“ Das können sie doch gar nicht wissen! Das habe sie vorhin auch schon gesagt, und die sind immer noch nicht da.“
Michael dreht sich einfach nur zur Seite, deutet mit einem Finger auf sein Ohr, in dem ein Kopfhörer befestigt ist und flüstert:“ Ich weiß es sehr genau. Ein Wort noch und du bist raus.“
Mit lauter fester Stimme sagt er:“ Marissa, hör mir zu. Sie sind bald da, ich verspreche es dir!“
„Die haben mich angeschossen, einfach so....“
„Hast du 2 Personen gesehen?“
„Da ist überall Blut… ich bekomme keine Luft…ich…..“
„Hör auf meine Stimme, versuche mit mir gemeinsam ein und aus zu atmen. Und ein und aus. So ist es gut. Versuch mir zu sagen, ob du 2 Personen gesehen hast.“
„….vier Füße.....ich habe vier Füße gesehen…..“
Marissa atmet angestrengt. Die Panik drückt auf ihre Lunge. Unfähig, auch nur eine einzige andere Bewegung durchzuführen, umklammert sie ihr Handy. Durch den kleinen Spalt unter dem Tisch, kann sie sehen, dass ein Mädchen, dass eine Reihe unter ihr am Boden liegt, ebenfalls aufgeregt in das Handy flüstert. Sie versucht ihr ein Zeichen zu geben, schafft es aber nicht sich zu bewegen. Sie würde gerne den anderen sagen, dass Hilfe unterwegs ist, aber ihr Körper erlaubt ihr nicht mehr zu tun, als die Fragen zu beantworten. Mit einer unglaublichen Kraftanstrengung dreht sie den Kopf ganz leicht zur Seite. Sie blickt direkt in die eiskalten, weit aufgerissenen Augen von Klara. Aus einer kleinen Wunde auf ihrer Stirn tropft Blut. Die eiserne Faust, die Marissas Herz umfangen hält, reißt dieses mit einem einzigen Ruck heraus. Kurz hört sie auf zu atmen, um dann umso heftiger nach Luft zu schnappen. Sie steckt sich die Hand in den Mund und beißt darauf, um den Schrei des Schmerzes, des Entsetzens und der Angst zu unterdrücken.
„Marissa, sie sind gleich da, hörst du, sie sind gleich da.“
„Gleich ist zu spät.“
„Was sagst du da?“
„ Sie laden nach und gehen zur nächsten Reihe, gleich ist zu spät!“
„Bleib unten und versuch ruhig zu bleiben. Hilfe ist sofort da. Halte noch durch!“, aufgeregt ruft Bernd ins Telefon, Manuel neben ihm hält sich den Mund zu um nicht mitzuschreien.
„Das kann ich nicht, nicht so….Sie stehen vorne und laden ihre Waffen!“
Bernd gibt die Information durch sei Funkgerät.
Marissa berührt vorsichtig das Gesicht von Klara, dann beginnt sie zu schreien:“ Ihr elenden Schweine! Glaubt ihr, dass macht euch berühmt?“ Sie erhebt sich und blickt den Tätern entgegen. Mit einem Mal ist alles von ihr abgefallen. Macht es noch Sinn zu kämpfen? Machte es unter all der Zerstörung überhaupt noch einen Sinn zu atmen?
„Erschießt mich doch, aber ich verspreche euch, ihr werdet nicht berühmt. Man wird euch vergessen und ihr werdet nicht die Helden sein. Ihr seid elende Feiglinge. Ohne eure Waffen seid ihr nichts und dass wird man von euch in Erinnerung behalten, dass ihr nichts seid. Ihr macht uns zu Helden, nicht euch. Wir sind die Helden, an die man denken wird. Ihr ward nichts, ihr seid nichts und ihr bleibt einzig und allein ein Nichts. Wir werden die Helden sein. Nicht ihr Lahm-Ärsche.“
Nun beginnen Bernd und Manuel gleichzeitig aufzuschreien, wissend, dass Marissa sie nicht hören kann:“ Bleib unten! Geh in Deckung! Was tust du da, versteck dich!“
Bam. Kurz ist es still.

Im Hörsaal hält Marissa kurz inne. Ein Schuss hat sie getroffen. Aber nicht wie erwartet von vorne, sondern in den Rücken. Bereits während sie sich umdreht, beginnt sie zu schreien:“ Hinten ist noch einer! Es sind 3, es sind 3, es sind 3!“
Dann wird ihre Stimme von einem weiteren Schuss abgerissen.

"Angnehmer Lebensweg gesperrt. Umleitung über die Steilküste."
"Na und? Pack deinen Rucksack, nimm ein Seil und fang an zu klettern!"

Wer noch nie vor lachen geweint hat und noch nie Tränen des Glückes vergoss,
wer noch nie über Kleinigkeiten gejubelt oder einfach nur einen Sonnenstrahl genoss,
der hat in seinem Leben wohl noch nicht genug gelebt.

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Beitrag #2 |

RE: Wir sind Helden
Hallo mari,

es kann nicht sein, dass deine Geschichte noch keinen Kommentar hat. Das muss ich doch gleich mal ändern. Icon_wink Ich werd einiges direkt am Text anmerken, nimm dir davon was dir sinnvoll erscheint und den Rest lass einfach liegen. Sind alles nur Vorschläge.

Zitat:Es ist 9 Uhr.

Zahlen bis zwölf sollte man ausschreiben. Das sieht besser im Textbild aus.

Zitat: Manche sagen, sie hätten ein komisches Gefühl gehabt, bevor etwas Schreckliches passiert. Manche sagen, sie hätten geahnt, dass etwas Schreckliches passieren wird.

Das sich das “manche sagen” doppelt ist nicht schlimm, das liest sich irgendwie gut. Aber das sich das „etwas Schreckliches passiert“ doppelt liest sich nicht so gut.

Zitat:Denn nach diesem Tag ist nichts mehr Routine.

Irgendwie wiederholt sich mir das zu oft, dass da was passieren wird. Ich hätte das nur einmal erwähnt und dann ganz normal Marissas Weg beschrieben, als ob nichts wäre. Dann würdest du den Leser in falscher Sicherheit wiegen und das Ende würde man dann noch „krasser“ wahrnehmen. Aber wie gesagt, so hätte ich es gemacht, wie du es machst bleibt dir überlassen. Nur im Moment find ich etwas störend, dass du das so oft wiederholst.

Zitat:Schon von weitem entdeckt sie ihre Freunde und ruft:“ Juhuu! Ich bin schon da!“

Würdest du das so rufen? Also ich nicht. Ich hätte es bei einem einfachen „Hallo“ belassen. Zumal man nach dem Fahrradfahren erstmal zu Atem kommen muss. Icon_wink

Zitat:und dreht sich wieder zu den anderen um:“ Jetzt macht euch mal nicht in die Hose,

Hier stimmt was mit den Anführungszeichen nicht. Die gehören nach unten. Oder alle nach oben. Jedenfalls ist das Leerzeichen dazwischen zuviel. Außerdem solltest du bei Dialogen schauen, eine neue Zeile anzufangen, wenn jemand anderes spricht. Das ist dann übersichticher. Besonders, wenn mehr als zwei Personen was sagen. Icon_wink

Zitat:Hätte man in genau diesem Augenblick gewusst, dass das Böse bereits vor der Tür steht, hätte man gewusst, was los ist, niemand hätte danach gefragt.

Die Wiederholung liest sich nicht gut. Auch wenn ich natürlich verstehe, wie du das meinst. Aber durch die vielen Kommata wirkt der Satz auch sehr verschachtelt.

Zitat:Entsetzt starren Manuel und Bernd auf das Handy. Bam, bam, bam. Und noch mal. Bam, bam, bam.

Ich bin kein Fan von diesem Lautmalereien, es ist ja schließlich kein Comic. Schließlich kann sich wohl jeder vorstellen, wie ein Schuss sich anhört.

Zitat:Es fallen weitere Schüsse, dann kann man ein kaum hörbares flüstern vernehmen.

Flüstern

Zitat:Ich glaube wir sind die nächste….“

nächsten. Außerdem: Immer nur drei Auslassungspunkte und immer ein Leerzeichen zwischen dem letzten Buchstaben und den Punkten, es sei denn du unterbrichst das Wort.

Zitat:Sie erhebt sich und blickt den Tätern entgegen.

Woher hat sie die Kraft aufzustehen? Ebengrade war sie noch so sehr verletzt, dass sie kaum den Kopf drehen konnte. Vielleicht hat das was mit dem Schock zu tun, oder so.

Zitat: Ihr ward nichts, ihr seid nichts und ihr bleibt einzig und allein ein Nichts.

wart

Ja, erstmal was zur Umsetzung:
Die Sache mit den Anführungszeichen, den Dialogen und den Punkten habe ich ja schon versucht zu erklären.
Ganz dringend musst du auch nach den Wiederholungen Ausschau halten. Wahrscheinlich hast du die mit Absicht so gemacht, aber das wird nach ein paar Sätzen anstrengend zu lesen. Schau mal ob du dich von der ein oder anderen trennen kannst.

Ansonsten war es aber recht flüssig zu lesen. Du hast dich nicht lange mit langen Beschreibungen aufgehalten, was aber absolut passend für die Geschichte ist.

Zum Inhalt: Ja, ein krasses Thema so ein Amoklauf. Man hört ja oft genug davon und hier hast du uns ziemlich dicht mit an den „Tatort“ genommen. Auf der einen Seite die verängstigte Melissa auf der anderen Seite die Polizei. Das fand ich vom Aufbau her sehr interessant und hätte gerne noch etwas weiter mitgefiebert, aber leider kommt das Ende dann ziemlich schnell. Alles andere wäre aber wahrscheilich unrealistisch gewesen.

Mein Fazit also: Ich hab wirklich mitgefiebert, du hast die angespannte Atmosphäre gut rübergebracht, allein dadurch, dass alles so schnell hintereinander passiert und die Polizisten ins Spiel kommen.Nur handwerklich musst du noch ein bisschen an der Geschichte schrauben.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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