Es ist: 27-01-2022, 10:17
Es ist: 27-01-2022, 10:17 Hallo, Gast! (Registrieren)


Science-Fiction Literatur
Beitrag #1 |

Science-Fiction Literatur
Hey Leute,

Ich will mich die nächsten paar Monate etwas vertieft mit Science-Fiction Literatur beschäftigen. Da ich mich aber auf diesem Gebiet noch nicht sehr auskenne, wäre ich echt froh um ein paar gute Tipps.
Was sind sind eurer Meinung nach die Klassiker in diesem Genre, die man gelesen haben muss?

Leider habe ich wirklich noch nicht viel Science-Fiction Bücher gelesen.
Was mir gerade so einfällt sind z.B. Blade Runner, I Am Legend, 1984 und Brave New World.

Und zurzeit lese ich gerade Solaris von Stanislaw Lem.

Oder wer sind eurer Meinung nach so die berühmtesten Science-Fiction Autoren, von denen man gehört haben sollte?

Philip K.Dick
Orwell
Huxley
Stanislaw Lem

mehr kenn ich ehrlich nicht -.-

Und ich weiss, sind gerade ein bisschen viel Fragen, aber noch ein Letztes:
Was ist eigentlich Science-Fiction? Gibt es da eine genaue Definition?
Ist z.B. eine Dystopie immer auch Science-Fiction? Oder sind Dystopien eine eigene Gattung?

Vielen Dank schonmal für eure Zeit!

Elia





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Beitrag #2 |

RE: Science-Fiction Literatur
Hallo Elia,

ich lese auch erst seit kurzem vermehrt Science Fiction, deshalb mal nur mein "Einstieg": Lies Kurzgeschichtenbände!
Total gut gefällt mir z.B. "Der unmögliche Planet" von Philip K. Dick, darin u.a. die Kurzgeschichten, auf denen Minority Report oder Total Recall basieren. Ich habe die Filme nicht gesehen, aber die Geschichten sind toll Icon_wink Außerdem von Isaac Asimov "Alle Roboter-Geschichten", in denen er mit kurzen Kommentaren alle seine Robotergeschichten zusammengestellt hat. Hierauf basieren z.B. Filme wie I, Robot oder Der 200-Jahre-Mann.
Meines Wissens einer der ersten Science Fiction-Autoren war Jules Verne. Wenn er seine Charaktere nicht gerade in 80 Tagen um die Welt schickte, ging es schon mal zum Mond oder zum Mittelpunkt der Erde Icon_wink
Ansonsten noch Arthur C. Clarke, von dem ich aber noch nichts gelesen habe.
Und ich hoffe, Zack springt mir nicht wegen Genrevermischung an den Hals, wenn ich außerdem William Gibsons Neuromancer-Trilogie hier nenne, Grundstein des Cyberpunks. Ich hab aber immer nur den ersten Band geschafft, dann brauchte ich erstmal eine Pause *lacht*

V.a. die Kurzgeschichten von Philip K. Dick kann ich dir nur ans Herz legen, total toll! Icon_smile

Viele Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #3 |

RE: Science-Fiction Literatur
Hallo Elia,

aaaahhh, Science Fiction, sehr schön, gute Wahl! Mrgreen

Es kommt natürlich drauf an, für was du dich interessierst, sprich eher düster oder hoffnungsvoll, lieber technichlastig oder mehr auf die gesellschaftlichen Entwicklungen bezogen. Welche Themen sprechen dich an? Ferne Welten, Raumschiffe, Entwicklungen auf der Erde, Cyberspace, Zeitreisen? ...

Libertine hat ja schon "Neuromancer" von William Gibson erwähnt. Der Roman gilt bis heute als Reinform des Cyberpunk und wer sich grundlegend mit Science Fiction beschäftigt, kommt nicht drum herum. In der Richtung ist auch "Snowcrash" von Neal Stephenson sehr spannend! Icon_smile

Wenns dann ein bisschen Richtung Steampunk gehen darf (gehört auch zur SF), dann wäre "Die Differenzmaschine" von Gibson und Stephenson ein wichtiger Roman.

Ansonsten hast du ja schon einige wichtige Vertreter genannt. Ich würde dir auf jeden Fall noch "Blutmusik" von Greg Bear nahelegen, eine ausführliche Rezension findest du hier.

Dystopien gehören zur Science Fiction, quasi mit gesellschaftswissenschaftlicher Grundlage. Was man heute oft liest, diese sogenannten Jugenddystopien, schrammen da hart an der Definition vorbei - das sind meist eher Liebesromane mit dystopischem Setting. Ganz allgemein ist eine Dystopie eine negative Zukunftsvision, wenn dich die Thematik interessiert, solltest du unbedingt "Die Straße" von Cormac McCarthy lesen! Aber Vorsicht, der Roman ist extrem düster und realistisch und relativ literarisch. Dennoch ein absolutes Muss im Bereich der Dystopien.

Was ältere Dystopien betrifft, kannst du mal in unseren PHANTAST reinschauen: http://www.fictionfantasy.de/phantast - in Ausgabe 2 "Dunkle Zeiten" gibt es einen Artikel über Dystopien und in der Ausgabe 6 "Apokalypsen" finden sich auch viele düstere SF-Klassiker! Und ganz allgemein kommen wir natürlich immer wieder auf Science Fiction-Romane zu sprechen Icon_smile ...

Bezüglich von Genredefinition, schau am besten auf Wikipedia (englisch, der deutsche Artikel is so lala), das ist relativ gut erklärt, wobei man schnell sieht, dass die Genregrenzen fließend sind. Die Abgrenzung zur Fantasy (insbesondere Urban Fantasy etc.) ist schwierig und dann gibt es noch die Science Fantasy, wo beides stark vermischt vorliegt. Genredefinitionen sind hilfreich, aber letztlich muss man durch das Lesen ein Gefühl dafür bekommen, was für einen selbst Science Fiction ausmacht.

Viele Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #4 |

RE: Science-Fiction Literatur
Hi Libertine, hi Zack,

Richtig lieb von euch, dass ihr euch für mich Zeit genommen habt.
Bin sehr froh um eure Tipps.

Zitat:V.a. die Kurzgeschichten von Philip K. Dick kann ich dir nur ans Herz legen, total toll!

Vielen Dank für den Tipp, werde auf jeden Fall noch mehr von ihm lesen.
Habe bisher nur Blade Runner (Do androids dream of electric sheep?) gelesen, aber das hat mich voll umgehauen. Ich kann gar nicht sagen, was es genau war, aber das Buch hat auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen.

Zitat:Es kommt natürlich drauf an, für was du dich interessierst, sprich eher düster oder hoffnungsvoll, lieber technichlastig oder mehr auf die gesellschaftlichen Entwicklungen bezogen.

Alles von dir genannte, mit Ausnahme von Technik-lastigem. Damit kann ich absolut gar nichts anfangen.

Zitat:Dystopien gehören zur Science Fiction, quasi mit gesellschaftswissenschaftlicher Grundlage. Was man heute oft liest, diese sogenannten Jugenddystopien, schrammen da hart an der Definition vorbei - das sind meist eher Liebesromane mit dystopischem Setting.

Oh ja, die sind zurzeit wirklich überall. Wohl auch dank Tribute von Panem.

Zitat:Ganz allgemein ist eine Dystopie eine negative Zukunftsvision, wenn dich die Thematik interessiert, solltest du unbedingt "Die Straße" von Cormac McCarthy lesen!

Habe ich noch nicht gelesen, aber ich glaube das Buch wurde letztens verfilmt. Den Film hab ich gesehen und der war richtig richtig düster und bedrückend, aber auch sehr gut. Werde ich auf jeden Fall auch noch lesen.

Vielen Dank ihr zwei, ihr habt mir wirklich sehr geholfen!

Elia





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Beitrag #5 |

RE: Science-Fiction Literatur
Ja, die Straße soll wirklich richtig gut sein.
Allerdings soll es auch wie bei jedem anderen Film so sein, dass er das Buch bei weitem nicht übertrifft.


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Beitrag #6 |

RE: Science-Fiction Literatur
Also ich kenne Buch und Film von "Die Straße" und finde, dass der Film sehr nah am Buch umgesetzt wurde und insgesamt sehr gelungen ist. Allerdings ist der Roman durch seine gleichermaßen schlichte wie auch manchmal poetische Sprache intensiver - Cormac McCarthy gelingt es einfach, mit einzelnen Sätzen mitten ins Herz zu treffen oder auch die ganze Hoffnungslosigkeit seiner zukünftigen Welt einzufangen. Hier ein Zitat, das mir sehr im Gedächtnis geblieben ist:

„Im grauen Licht ging er hinaus, blieb stehen und erkannte einen Moment lang die absolute Wahrheit der Welt. Das kalte, unerbittliche Kreisen einer hinterlassenschaftslosen Erde. Erbarmungslose Dunkelheit. Die blinden Hunde der Sonne in ihrem Lauf. Das alles vernichtende schwarze Vakuum des Universums. Und irgendwo zwei gehetzte Tiere, die zitterten wie Füchse in ihrem Bau. Geliehene Welt, geliehene Zeit und geliehene Augen, um sie zu betrauern.“


@Elia: Mhm, dann wäre so etwas wie Cyberpunk wohl ein wenig zu technisch für dich, wobei es hier auch Abstufungen gibt. William Gibsons Bridge-Trilogie (in deutsch als "Idoru-Trilogie" kürzlich neu erschienen) ist gesellschaftslastiger als "Neuromancer" und nicht ganz so abgefahren - wäre für einen Einstieg in Gibsons Welt passender Icon_smile ...

Was die modernen Dystopien / SF allgemein betrifft, würde ich dir folgende Titel empfehlen:

"Dark Canopy" von Jennifer Benkau: finstere Zukunftsvision, sehr düster und emotional.

"Memento - Die Überlebenden" von Julianna Baggott - wird als Jugendbuch bezeichnet, ist aber dafür fast zu brutal und düster. Toller, schlichter Schreibstil und im Rahmen des Settings authentisch, vor allem in der ersten Hälfte.

Gesellschafts- und religionskritisch ist "Flammen über Arcadion" von Bernd Perplies, geht ein wenig in die Richtung mittelalterliche Zustände nach drittem Weltkrieg, hat aber auch einige technische Elemente (wie die Invitros, also künstlich geschaffene Menschen).

Wenn es einen leichten Fantasyeinschlag haben darf, wäre vielleicht "Cocoon" von Gennifer Albin interessant, sehr schöner Weltentwurf, sehr kreativ. Ist schon eher eine Mischung aus Utopie und Dystopie (strahlende, lichte Welt mit dunklen Machenschaften).

Eine Dystopie in utopischem Gewand ist außerdem "BETA" von Rachel Cohn - spannende Idee, paradiesisches Setting, am Ende aber viele Jugendbuchklischees.

Für das Thema Zeitreisen ist aktuell "Everlasting - Der Mann, der aus der Zeit fiel" vielleicht interessant. Ein bisschen anders an das Zeitthema geht "Rebellen der Ewigkeit" heran, ist auch ein Jugendbuch mit ein paar Klischees, lässt sich aber auch für erwachsene unterhaltsam lesen (ist natürlich kein Phil K. Dick oder so).

Wenns auch ein SF-Thriller sein darf, würde ich dir die "Traveler"-Trilogie nahelegen, teilweise ein bisschen abstrus, aber in punkto allgegenwärtige Überwachung verdammt realistisch und unheimlich.

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #7 |

RE: Science-Fiction Literatur
Hi Zack,

Zitat:@Elia: Mhm, dann wäre so etwas wie Cyberpunk wohl ein wenig zu technisch für dich

Ja, ich schätze schon, aber versuchen kann ich's ja mal.

Zitat:Was die modernen Dystopien / SF allgemein betrifft, würde ich dir folgende Titel empfehlen:

"Dark Canopy" von Jennifer Benkau: finstere Zukunftsvision, sehr düster und emotional.

Dark Canopy steht schon in meinem Bücherregal, aber seit ich Tribute von Panem gelesen habe, hab ich irgendwie null Lust mehr auf so "Liebesromane mit dystopischem Setting", wie du sie nennst Icon_wink
Konnte mit Tribute absolut gar nichts anfangen, fand es schrecklich ehrlich gesagt.

Aber mal schauen, hab über Dark Canopy eigentlich nur Gutes gehört.

Aber vielen Dank für deine vielen vielen Tipps, ich werde auf jeden Fall alle die von dir genannten Bücher in Betracht ziehen.

Was ist eigentlich mit "Die Zeitmaschine" von HG Wells. Über den Titel stolpere ich ständig. Hat das jemand gelesen? Ist wohl auch ein Klassiker nehme ich an.





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Beitrag #8 |

RE: Science-Fiction Literatur
In "Dark Canopy" gibt es eine Lovestory, allerdings ist die im Rahmen der düsteren Welt sehr authentisch und gefühlvoll beschrieben und ohne Jugendbuchkitsch. Außerdem nimmt sie relativ wenig Raum ein, es geht eher um das Verhältnis der Menschen und Percents bzw. die Unterdrückung der Menschen, die zerstörte Welt und das Überleben ...

Also ich denke, da kannst du bedenkenlos reinlesen! "Dark Canopy" ist eher für (junge, aber auch ältere) Erwachsene geeignet Icon_smile ...

Auch die Charaktere sind junge Erwachsene und keine durchgeknallten Teenies, also keine Angst *g* ...


"Die Zeitmaschine" hab ich nicht gelesen, aber H. G. Wells ist auf jeden Fall einen Blick wert! Wenn du es sehr klassisch magst, es gibt auch von H. P. Lovecraft Science Fiction-Novelle, vermischt mit Horror. Da würde ich dir die Geschichten "Die Berge des Wahnsinns" und "Der Schatten aus der Zeit" empfehlen - das geht in die Richtung außerirdische Wesen, fremde Welten ...

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Beitrag #9 |

RE: Science-Fiction Literatur
Hallo Elia.

Na, da bist Du ja schon reichlich bedient worden, hier ein kleiner Nachschlag:

1.) Stephen Baxter
- Der Xelee-Zyklus (Das Floß, String und das Geflecht der Unendlichkeit)

2.) Iain Banks
- Romane aus dem Kultur-Zyklus (besonders gut gelungen vom Aufbau und der Umsetzung finde ich 'Einsatz der Waffen'.)

3.) Arthur C. Clarke
- Da gibt es eine Fülle von Büchern, aber ich würde Dir eines empfehlen, welches alleine steht. Das Lied der fernen Erde. (Falls Du musikalische Untermalung dazu brauchst: Mike Oldfield hatte es ebenfalls gelesen und daraufhin das Buch vertont. CD im Handel unter demselben Namen.)

Zugegeben, das sind alles ältere Bücher. Neuere kenne ich nicht, da ich zur Zeit seit Jahren nichts lese. Hoffe ich konnte trotzdem helfen.

LGD.

Edit:
Buch
CD

D.


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Beitrag #10 |

RE: Science-Fiction Literatur
Auf jeden Fall würde ich dir von Dreadnoughts Empfehlungen allesamt abraten!
Der schreibt nämlich Sätze wie: "Da ich zur Zeit seit Jahren nichts lese."


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