Es ist: 08-04-2020, 15:18
Es ist: 08-04-2020, 15:18 Hallo, Gast! (Registrieren)


Blutroter Zorn
Beitrag #1 |

Blutroter Zorn
Das hier sind wohl meine ersten ernstzunehmenden lyrischen Versuche und ich weiß nicht wirklich, was ich davon halten soll. Ich hoffe natürlich auf kritische Kommentare.

Blutroter Zorn

Worte in Zorn
Wie kochend' Wasser verschüttet
Flüche geschwor'n
Und das Verhältnis zerrüttet

Zu viel getrunken
Erhitzte Gemüter
Im Hass verbunden
Steh'n sie gegenüber

Stühle gerückt
Die Waffe gezückt
Das Messer durchbohrt
Den Bruder im Wort

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #2 |

RE: Blutroter Zorn
Nicht schlecht für "erste Versuche". Ließt sich flüssig, Versmaß stimmt(das regt mich an Gedichten sonst am meisten auf Icon_smile )
Auch der Wechsel vom Reimschema gefällt mir gut, das gibt der letzten Strophe etwas Besonderes.
Das einzige, wo ich was anzukreiden hätte, sind die Reime:
getrunken-verbunden, Gemüter-gegenüber, das passt nicht. Da würde ich noch ein bisschen basteln.
Ansonsten ganz viel Lob meinerseits, weiter so.

Schreiben offenbart das Göttliche in uns.

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Beitrag #3 |

RE: Blutroter Zorn
Hi rex
Wie auch Anonyma finde ich das Gedicht in Aufbau und Struktur sehr gut!
Ich finde die Bilder die du beschreibst unglaublich schön.
Bilder, deren Zorn man beinahe greifen kann.
Wirklich sehr gut!

Ich würde gerne noch was von dir lesen!

Lg Fleur


Sie mag rosenbekränzt
Mit dem Lilienstengel
Blumentäler betreten,
Sommervögeln gebieten
Und leichtnährenden Tau
Mit Bienenlippen
Von Blüten saugen
, --- von Goethe

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Beitrag #4 |

RE: Blutroter Zorn
@Anonyma:

Zitat:Das einzige, wo ich was anzukreiden hätte, sind die Reime:
getrunken-verbunden, Gemüter-gegenüber, das passt nicht. Da würde ich noch ein bisschen basteln.

Schau ich mir nochmal an.

Zitat:Ansonsten ganz viel Lob meinerseits, weiter so.

Danke, das macht doch Mut!

Danke für deinen Kommentar. Icon_smile

@LaFleur

Zitat:Hi rex
Wie auch Anonyma finde ich das Gedicht in Aufbau und Struktur sehr gut!
Ich finde die Bilder die du beschreibst unglaublich schön.
Bilder, deren Zorn man beinahe greifen kann.
Wirklich sehr gut!

Das klingt auch recht gut! Icon_smile

Zitat:Ich würde gerne noch was von dir lesen!

Write

Auch an dich ein herzliches "Dankeschön".

LG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #5 |

RE: Blutroter Zorn
Hey Rex,
Ich muss mich meinen Vorrednern mit ihrer positiven Bewertung anschließen!

Zitat:Das einzige, wo ich was anzukreiden hätte, sind die Reime:
getrunken-verbunden, Gemüter-gegenüber, das passt nicht. Da würde ich noch ein bisschen basteln.
Allerdings muss ich Anonyma hier ein wenig wiedersprechen, diese Reime sind zwar unreine Reime, doch ich finde nicht, dass sie nicht passen. Ich denke, gerade in den Gedichtzusammenhang passen sie inhaltlich sehr gut. Für mich unterstreicht es die geschilderte Situation an sich noch einmal. Zum einen angetrunken und zum anderen der aufkommende Zorn, der meistens ja nichts reines, oder rationales mehr wirklich zu lässt. Natürlich kannst du Rex, dir die Stellen noch einmal ansehen, doch ich mag sie irgendwie Icon_wink

Zitat:Worte in Zorn
Wie kochend' Wasser verschüttet
Flüche geschwor'n
Und das Verhältnis zerrüttet
Was ich auch noch positiv vermereken will, ist dass du in allen Strophen auf die Silbenanzahl geachtet hast. Dadurch, dass jedoch in der zweiten und dritten Strophe die Silbenanzahl etwa bei 5/6 Silben liegt, fällt die erste Strophe auf, da dort die Silbenanzahl einen andere Verteilung hat. Während der erste und der dritte Vers auch durch ihre Kürze ziemlich wild und aufgebracht klingen, finde ich, dass der längere zweite und dritte Vers das Gefühl von einer bedauernden Reflexion des Geschehenen vermittelt.

Alles in allem ein sehr ausdrucksstarkes Gedicht, wie ich finde.
Zitat:Ich würde gerne noch was von dir lesen!

Da kann ich mich Fleur nur anschließen!

LG Daray

"Is all that we see or seem
But a dream within a dream?" Edgar Allan Poe

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Beitrag #6 |

RE: Blutroter Zorn
Hallo Rex,
Du hast mit Worten ein Bild gemalt - das berührt mich - ich sehe die Szene vor meinem inneren Auge.

Für mich ist das eine Gabe, die man hat oder eben auch nicht.

Habe eh Probleme mit dem Versmaß - für mich persönlich ist wichtig, was ein Text in mir bewirkt.
Da ich noch neu bin, hoffe ich sehr, dass ich noch andere Gedichte von Dir lesen kann.

Alles Gute weiterhin - Thalia


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Beitrag #7 |

RE: Blutroter Zorn
Hallo Daray,

entschuldige, dass ich jetzt erst antworte. Ich habe den Kommentar erst gesehen, als Thalia ihren geschrieben hat. Icon_confused

Zitat:Ich muss mich meinen Vorrednern mit ihrer positiven Bewertung anschließen!

Das freut mich. Icon_smile

Zitat:Allerdings muss ich Anonyma hier ein wenig wiedersprechen, diese Reime sind zwar unreine Reime, doch ich finde nicht, dass sie nicht passen.

Ich habe für mich inzwischen auch entschieden, dass ich das so lasse. Sonst geht in Sachen Wortwahl etwas verloren und ich finde die Reime so auch in Ordnung; schön, dass du sie an dieser Stelle sogar passend findest und danke, dass du den Punkt nochmal ansprichst. Jetzt weiß ich, dass ich zumindest nicht allein mit meiner Meinung bin.

Zitat:Was ich auch noch positiv vermereken will, ist dass du in allen Strophen auf die Silbenanzahl geachtet hast. Dadurch, dass jedoch in der zweiten und dritten Strophe die Silbenanzahl etwa bei 5/6 Silben liegt, fällt die erste Strophe auf, da dort die Silbenanzahl einen andere Verteilung hat. Während der erste und der dritte Vers auch durch ihre Kürze ziemlich wild und aufgebracht klingen, finde ich, dass der längere zweite und dritte Vers das Gefühl von einer bedauernden Reflexion des Geschehenen vermittelt.

Danke auch dafür - und für dein Schlusslob! Icon_smile

Und tut mir nochmal leid wegen der verspäteten Antwort. Smiley_emoticons_blush

LG,
rex





Hey Thalia,

wir sind uns noch nicht über den Weg gelaufen, gell? An dieser Stelle nochmal ein herzliches Willkommen! Icon_smile Schön, dass du direkt auch mit einem eigenen Kommentar loslegst. Pro

Zitat:Du hast mit Worten ein Bild gemalt - das berührt mich - ich sehe die Szene vor meinem inneren Auge.

Dankeschön. Icon_smile

Zitat:Da ich noch neu bin, hoffe ich sehr, dass ich noch andere Gedichte von Dir lesen kann.

Ich bin normalerweise eher im Geschichtenatelier unterwegs, aber ich hoffe auch, dass wir uns noch des Öfteren begegnen!

Danke für deinen Kommentar und leb dich gut ein. Icon_smile

LG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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