Es ist: 09-04-2020, 22:45
Es ist: 09-04-2020, 22:45 Hallo, Gast! (Registrieren)


Verdammt
Beitrag #1 |

Verdammt
Hallo zusammen,
machmal sehe ich im Alltag ein winzig kleines Detail und dann schwirrt mir plötzlich ein Satz dazu durch den Kopf. So war es auch bei dieser Kurzgeschichte.

„Los! Verdammt, drück endlich diesen bescheuerten Knopf, ich will nach Hause.“ die Worte des Commanders, meines Vorgesetzten, waren wie gewohnt barsch. Doch irgendetwas veranlasste mich dazu, den Bruchteil einer Sekunde zu zögern, bevor ich besagten Knopf drückte.
Dieser eine Knopfdruck entschied über das Leben einer ganzen Stadt, es würde niemand überleben, kein Stein auf dem anderen bleiben. Alles würde zerstört werden. Das war für mich zwar nichts neues, aber bisher hatte ich diesen Knopf auch nicht drücken müssen. Jetzt, nachdem ich Tausende von Menschen getötet hatte, traf es mich wie ein gezielter Tritt gegen die Brust und es schürte mir den Hals zu. Plötzlich kamen die verdrängten Erinnerungen an meine Familie in mir hoch.
Erinnerungen die ich vor langer Zeit mühsam aus meinem Kopf verdrängt hatte.
„Geht doch.“ stellte der Commander mürrisch fest. Ich sah wie auf dem Bildschirm die Stadt in Flamen auf ging, musste ich den Kopf abwenden, um nicht hinzusehen. Der Klos in meinem Hals wurde immer größer und ich bekam kaum noch Luft. „In einer Woche wirst du den Einsatz leiten.“ teilte mir der Commander mit. Als ich nicht antwortete, ging er.
Erst nach einigen Minute, realisierte ich, was er gerade gesagt hatte: Es bedeutete, dass ich das, was ich schon auf dem Bildschirm nicht ertragen konnte, anfassen musste, das ich mitten drin sein würde, nur mit einer Handvoll Soldaten. Ich wusste nicht ob es normal war das der Captain, der den Knopf gedrückt hatte, auch den Einsatz leiten musste. Ich jedenfalls musste es.

Die Folgende Woche war die schlimmste Woche meines Lebens.
In den Nächten wurde ich von Alpträumen aller Art gequält, ich sah verstümmelte Leichen und verrußte Schädel die mich fies angrinsten, in manchen tTräumen sah ich auch wie Menschen starben, oft waren es Kinder.
Jedes mal wachte ich mit rasendem Herzen und Schweiß gebadet auf. Wenn ich nicht schlief, kamen die alte Erinnerungen an meine Familie wieder hoch; wie mich mein Bruder ärgerte, meine Mutter mich zu Bett brachte oder wie mein Vater mir etwas erklärte. Aber die Erinnerung die am schmerzhaftesten war, war die, wie ich meine Familie verlassen musste.
Es war ein schöner Tag und wir waren alle in der Küche und tranken Tee, als es an der Tür klopfte, meine Mutter ging hin um sie auf zumachen. Es war anscheinend kein netter Besuch, denn ich hörte, wie sie versuchte die Besucher zum gehen zubewegen. Plötzlich standen vier bewaffnete Soldaten in der Küche und meine Mutter versuchte sie wieder raus zu schieb, bis einer sie mit einem Gewähr schlug und sie bewusstlos zu Boden fiel. Mein Vater wollte zu ihr und ihr helfen doch zwei Soldaten hielten ihn fest, verzweifelt versuchte er sich los zu reißen. Mein Bruder saß einfach nur wie erstarrt auf seinem Stuhl, doch ich sprang auf und versuchte den Soldaten, der mir am nächsten war zu hauen und zu treten. Aber schon nach dem ersten Schlag explodierte die Welt in einem grellen, weißen Blitz und ich flog nach hinten.


Als ich vor dem Jet stand, der mich in die zerstörte Stadt bringen sollte, schluckte ich und versuchte gleichgültig auszusehen. Die Soldaten die mir zugeteilt wurden, warteten schon auf mich, also stieg ich ein, bedacht keine Gefühle zu zeigen. Niemand sollte sehen wie es in mir aus sah, wie schwach ich war. Ich ging die Reihe der Soldaten entlang und sah sie mir an; jeder hatte die gleiche Uniform und diverse Waffen für den Nah- und Fernkampf, wobei es eigentlich zu keinem von beidem kommen dürfte. Ich hatte die gleiche Ausrüstung, allerdings hatte meine Uniform eine etwas andere Farbe.
Kurz vor der Landung setzte ich mir meinen Helm auf. Fast hätte ich mich übergeben, doch irgendwie konnte ich die letzten Mahlzeiten, bei mir behalten. Schließlich hatte ich einen Auftrag.
Möglichst Emotionslos teilte ich den Soldaten verschieden Stadtteile zu und machte mich dann, verbotener Weise, allein auf den Weg.
Ich ging schon eine Weile durch die zerstörten, von verbrannten und verstümmelten Leichen gesäumten Straßen,begleitet von einem beißendem Geruch nach schwelendem Feuer.
Fast die ganze Zeit schon, hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden, immer wieder sah ich mich um und hielt eine kleine Pistole kampfbereit in der Hand.
Die Überreste der Häuser waren anscheinend bunt gewesen und hier und da sah ich prächtig verzierte Trümmer, ich war wohl in einem der Wohlhabenderen Viertel, doch jetzt war alles von einer dicken Asche und Ruß Schicht bedeckt.
Totenstill war es, nur meine durch die Asche gedämpften Schritte waren zuhören. Bis ich plötzlich ein leise Klicken hinter mir hörte, durch jahrelange Übung erkannte ich es sofort. Jemand entsicherte eine altmodische Pistole. Blitzschnell hob ich meine Waffe und fuhr herum.
Eine Junge Frau, in einem flatternden Kleid, stand vor mir und hielt einen Revolver direkt auf mich gerichtet, allerdings zitterten ihre Hände so stark, dass sie den Revolver nicht ruhig halten konnte.
Vor einer Woche hatte sie sicher sehr schön ausgesehen, aber nun war ihr Gesicht dreckig, ihre Make-up war verlaufen und hatte sich mit Asche und Blut gemischt. Quer über ihre Schläfe verlief eine tiefe Wunde, ihre Arme und Beine waren genauso dreckig und mit tausenden Schürfwunden und Schnitten übersät. Schuhe trug sie keine.
Das Kleid war Aschgrau, ursprünglich wohl eher weiß, an Rock und Ärmeln zerrissen und das was noch davon übrig war, wehte nach hinten, genauso wie ihre langen, dreckigen Haare.
Sie sah schrecklich aus mit dem zerrissenem Kleid, dem getrockneten Blut und den eingefallenen Wangen. „Es gibt hier nichts mehr zu zerstören, ihr habt bereits alles zerstört.“ ihre Stimme war rau und kratzig, was wohl daher kam das sie lange nichts mehr getrunken hatte. „Ganz Ruhig,“ ich sprach mit ihr, wie mit einem verletztem Tier, „ich bin nicht gekommen, um noch mehr zu zerstören. Ich kann dir helfen“ „Nein,“ es war schon beinahe ein Fauche, „du kannst mir nicht helfen, niemand kann das! Ihr habt alles zerstört. Den schönsten Tag meines Lebens, mein zuhause, meine Familie, meine Freunde, meinen Verlobten, den Sinn für mich zu leben!“ zum Ende hin wurde sie immer lauter und ihre Hände zitterten immer stärker,ich bezweifelte dass sie treffen würde, falls sie auf mich schoss. Anscheinend hatte ich ihre Hochzeit ruiniert.
Mit einem mal wurde mir klar, was ich wirklich getan hatte.
Ich hatte Erinnerungen und Familien ausgelöscht, nicht einfach nur getötet, ich hatte vernichtet was Menschen vor Hunderten von Jahren mühsam aufgebaute hatten, nicht einfach nur Häuser.
Ich fing an unkontrolliert zu zittern und mir stiegen Tränen in die Augen. „Wie heißt du?“ fragte ich mit brüchiger Stimme. „Felicia.“ antwortete sie, welch Ironie des Schicksals. „Also, Felicia, erschieß mich. Wenn es dir hilf.“ meine Stimme war Tränen erstickt. „Nein. Das verdienst du nicht. Es wird deine Strafe sein, die Ewigkeit, gebunden an diesen Ort, kein Mensch wird dir helfen,“ so wie sie es sagte, klang es wie eine Verwünschung, ein Fluch, „aber mein Leben, das kann ich beenden. Du jedoch wirst deines nie Beenden können.“ Verwirrt starrte ich sie an. Sie ging auf mich zu und streckte eine Hand nach meinem Gesicht aus. „Eine für viele, Gebunden für die Ewigkeit, kein Tod ohne Körper, kein Leben ohne Körper.“ während sie das flüsterte, malte sie kleine Symbole auf mein Gesicht. Anschließend ging sie ein paar Schritte zurück und betrachtete mich.
Ängstlich fuhr ich mir mit den Händen durchs Gesicht, erleichtert stellte ich fest, dass ich nichts fühlen konnte.
In dem Moment als sie abdrückte, hob ich den Kopf, die Kugel traf mich mitten ins Herz. Irritiert überlegte ich wieso sie das getan hatte. Hatte sie nicht gesagt, sie würde mich am Leben lassen? Nachdem sie sich vom Rückstoß der Pistole erholt hatte, ließ sie die Pistole fallen und nahm Anlauf. „Warum erschießt du dich nicht?“ fragte ich, als ich sie am Arm fest hielt. Zumindest wollte ich sie festhalten. Doch ich griff nur durch sie hindurch.
Sie lief geradewegs auf den Rand einer Klippen zu und sprang. Merkwürdig ich hatte gar keine Klippen gesehen, irgendwie musste sie mich hingeführt habe, überlegte ein Teil von mir.
Ihr Kleid bauschte sich auf und sie sah aus wie ein Engel, als sie fiel. Erst jetzt merkte ich, dass ich eigentlich tot sein müsste. Doch ich fühlte eigentlich wie immer, höchstens ein bisschen leichter. Nachdenklich senkte ich den Blick.
Und sah mir selbst in die weit aufgerissenen Augen. Ich lag dort, auf dem staubigen Bode, meine Jacke war Blut durchtränkt, ich atmete nicht mehr. Verzweifelt hob ich meine Hand, sie war blass und durchscheinend, allmählich ergaben ihre kryptischen Wörter einen Sinn, „... kein Tot ohne Körper, kein Leben ohne Körper“ sie hatte mich verflucht, in einem Geist verwandelt. Dazu verdammt, eine Ewigkeit an diesen Ort gebunden zu sein. Nicht mehr lebendig, aber auch nicht tot. Sie hatte mich verdammt.


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Beitrag #2 |

RE: Verdammt
Hallo Maro!

Irgendwie scheint deine Geschichte in der Versenkung verschwunden sein. Es kann aber auch daran liegen, dass dein Text leider nur so vor (Flüchtigkeits-)Fehler strotzt, dass sich bis jetzt niemand daran getraut hat, ihn zu kommentieren. Generell sehe ich wirklich Potential im Text, doch die Grammatik- und Beistrichfehler verbieten es mir, mich ernsthaft mit dem Inhalt auseinander zu setzen.

Du hast eine abenteuerliche Vorstellung von Groß- und Kleinschreibung - Adjektive und Adverbien schreibt man in der Regel klein, wenn kein Artikel davor steht.

Direkte Rede funktioniert für gewöhnlich auf folgende Arten:
„Hallo", sagte ich.
„Hallo." Das sagte ich.
Ich sagte: „Hallo."
Hierbei musst du auf die richtige Setzung von Beistrich und Punkt aber auch auf die nachfolgende Groß- und Kleinschreibung achten.

Vor Konjunktionen wie als, wenn, etc. aber auch vor Relativwörtern wie das Haus, das, die Liebe, die oder welcher, welches, welche kommen ausnahmslos Beistrich, wenn sich davor bereits ein Prädikat befindet.

Ich würde dich bitten, noch einmal deinen Text zu lesen und diese Fehler auszubessern. Dann kann ich mich auch zu anderen Dingen als nur zur Rechtschreibung und Grammatik äußern.

LG

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #3 |

RE: Verdammt
Hallo Maro,

zunächst mal finde ich das Thema großartig! Als ich anfing, über den Irak zu recherchieren, von dem ich außer Golfkriegen nichts wusste, war ich entsetzt darüber, was dort für eine Hochkultur zerstört worden war. "Die Fremden kommen und zerstören auf Knopfdruck" und haben nicht die geringste Ahnung, was sie eigentlich damit anrichten.

Ich würde die Dramatik noch mehr auf den Punkt bringen.
Zitat:„Los! Verdammt, drück endlich diesen bescheuerten Knopf, ich will nach Hause.“ die Worte des Commanders, meines Vorgesetzten, waren wie gewohnt barsch. Doch irgendetwas veranlasste mich dazu, den Bruchteil einer Sekunde zu zögern, bevor ich besagten Knopf drückte.
"meines Vorgesetzten" weglassen, es wird aus dem Geschehen total klar, dass er ein Vorgesetzter ist. Ausrufezeichen nach "Hause" anstelle des Punktes. "Die" groß geschrieben.
Ich würde ungefähr schreiben: Ich zögerte den Bruchteil einer Sekunde. Eiskalt offenbarte sich mir die gnadenlose Wahrheit:
Zitat:Dieser eine Knopfdruck entschied über das Leben einer ganzen Stadt, es würde niemand überleben, kein Stein auf dem anderen bleiben. Alles würde zerstört werden.
Wie oft hatte ich dabei zugesehen. Diemal war es anders. Diesmal war ich es, der den Knopf drückte. Zitternd. Die Welt da unten explodierte und ich wendete mich ab.
Das muss nicht genau diese Wortwahl sein, ich möchte damit nur den Unterschied aufzeigen: Es ist näher an der Person, direkter, aussagekräftiger und erhöht die Dramatik.
Wer will, darf mir gern widersprechen, es ist nur meine Meinung und mein Geschmack., und ich bin noch ein Neuling...Icon_wink
Das erste Drittel des Textes hat noch einen relativ starken Ausdruck, aber danach wird die Geschichte eher wie ein Bericht. Ich gehe jetzt nicht auf Rechtschreibfehler ein, es gibt zahlreiche Seiten im Netz, die Dir beibringen können, wie man korrekt schreibt.
Zitat:Die Folgende Woche war die schlimmste Woche meines Lebens.
Zweimal Woche ist schlechter Stil. Danach kommt die Erzählung der Alpträume. Ich würde es umdrehen: Erst die Schilderung der Alpträume und Erinnerungen, und die hätte ich persönlich gern lebendiger, näher an Deinem Protagonisten: Was fühlt er, als er an seine Familie denkt, ist es Bedauern, Trauer, Wut, oder irgendetwas, mit dem der Leser sich besser identifizieren kann. Und dann erst den Satz "Es war die schlimmste Woche meines Lebens." Die Erinnerungen und Albträume steigern sich damit zum Höhepunkt, nämlich der schlimmsten Woche seines Lebens.
Vergleiche diesen Absatz mit dem ersten, den Du geschrieben hast. Es waren starke Bilder, die Spannung erzeugten. Versuche, die nächsten Absätze genauso zu entwickeln. Lies einen geschriebenen Satz immer wieder, bis Du seine Wirkung spüren kannst. Formuliere ihn anders und lass ihn auf Dich wirken. Ist er nun stärker im Ausdruck, erzeugt er Gefühle, oder ist er langweilig, nichtssagend, wird ein Leser ihn überspringen, oder vielleicht Du selbst sogar?
Einen Satz passend zu formulieren ist eine sehr schwierige Angelegenheit. Ich brauche manchmal Stunden dafür. Am Besten suchst Du Dir Geschichten, die Dich fesseln und schaust Dir genau an, warum sie Dich fesseln. Suche Dir Sätze, die Dir besonders gelungen erscheinen. Formuliere sie um und erfasse, was passiert, wie sie rüberkommen.
Im weiteren Verlauf des Textes hast Du selbst schon ausgedrückt, wie es weitergeht: Emotionslos.
Zitat:Als ich vor dem Jet stand, der mich in die zerstörte Stadt bringen sollte, schluckte ich und versuchte gleichgültig auszusehen. Die Soldaten die mir zugeteilt wurden, warteten schon auf mich, also stieg ich ein, bedacht keine Gefühle zu zeigen. Niemand sollte sehen wie es in mir aus sah, wie schwach ich war. Ich ging die Reihe der Soldaten entlang und sah sie mir an; jeder hatte die gleiche Uniform und diverse Waffen für den Nah- und Fernkampf, wobei es eigentlich zu keinem von beidem kommen dürfte. Ich hatte die gleiche Ausrüstung, allerdings hatte meine Uniform eine etwas andere Farbe.
Kurz vor der Landung setzte ich mir meinen Helm auf. Fast hätte ich mich übergeben, doch irgendwie konnte ich die letzten Mahlzeiten, bei mir behalten. Schließlich hatte ich einen Auftrag.
Versuch Dich in den Soldaten hineinzuversetzen, fühle, was er fühlt, sieh mit seinen Augen, spüre die Gegenwart der Anderen, die er führen muss. Wie geht es Deinem Helden denn damit? Nach dem vorher Gesagten muss er jetzt eigentlich die Hose voll haben. Zumindest ist ihm mulmig. Er will seinen Auftrag zuverlässig erfüllen. Sind die Albträume schon vergessen? Pass auf die Glaubwürdigkeit Deines Protas auf.
Der ganze Teil mit Felicia ist spannend. Trotz Deiner Schwächen im Sätze formulieren. Mein Fazit: Tolle Story, bitte arbeite an der Umsetzung.Wave

das wird schon, sagt slainte


Mich kann man nicht komprimieren!

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