Es ist: 27-05-2022, 23:01
Es ist: 27-05-2022, 23:01 Hallo, Gast! (Registrieren)


Der passende Soundtrack?
Beitrag #1 |

Der passende Soundtrack?
Hallo ihr Schreiberlinge!

Ich habe ein bisschen herumgestöbert, ob es das Thema bereits gibt, bin aber nicht fündig geworden.

Schreibt ihr mit Musik im Hintergrund? Wenn ja, welche Richtung? Wie wirkt sie auf euch?

Ich bediene mich so ziemlich überall, wo ich auf ein Lied stoße, das eine gewisse Grundstimmung bei mir auslöst oder genau die Atmosphäre auffängt, die ich bei einer speziellen Szene, die ich gerade schreiben will, suche. Filmmusik, Radiohits, Dancemixes, Gothic etc. ich bastle mir aus allen möglichen Songs meinen passenden Soundtrack. Die letzten Lieder, die mir kreativ ausgeholfen haben, kamen eher aus der Electronicsparte. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie einerseits wenig Text haben und mir so nicht störend „reinreden“ können, wenn ich gerade an meinen Sätzen herumwerkle, und andererseits daran dass mehr „Farben“ in meinem Kopf durch die Computermusik zusammenkommen als durch die herkömmlichen Instrumente. Bei Countrymusik würde ich niiiiie in Schreiblaune kommen. Icon_shocked

Der Vorteil an solchen „Schreibliedern“ ist dann, dass ich automatisch in die jeweilige Szene hineinversetzt werde und der Zugang zu den Charas viel leichter ist, weil eine gewisse Vorarbeit bereits geleistet ist. Startet der Song neu, wird die Szene ebenso auf Anfang gespult, Details können überarbeitet, Dialoge überdacht werden etc. Auf diese Weise ist es wie eine Filmszene, die aus mehreren Kameraperspektiven gefilmt wurde und die mit jedem neuen Abspielen aus einem anderen Blickpunkt betrachtet werden kann.

Natürlich sind die entsprechenden Songs dann „kaputt“ für andere Zwecke. Bei einem Lied, das ich mir schätzungsweise 50x angehört habe, um ein und dieselbe Szene perfekt hinzukriegen, kann keine Rede von Entspannung sein, wenn ich es „nur so“ höre. Dann melden sich automatisch die (geschriebenen) Eindrücke und sofort sitze ich schon wieder in meiner Geschichte fest. (naja, so schlecht ist das ja auch wieder nichtMrgreen ) Das Gute daran ist aber, dass es so leichter wird, sich in Geschichten zurückzuleben, die bereits vor Jahren geschrieben wurden und die plötzlich wieder ganz nah sind.

Wie schaut es bei euch aus? Habt ihr ähnliche Erfahrungen?

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #2 |

RE: Der passende Soundtrack?
Bei mir ist das tagesformabhängig. Mal wirkt ein Soundtrack (gerade Filmmusik, die ja ohnehin Bilder unterstreichen soll) Wunder (aber bitte nicht Titel X 50 Mal!), mal brauche ich meine Ruhe - insbes. auch akustisch.

Zum Lehrling und zur Lehrwerkstatt

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Beitrag #3 |

RE: Der passende Soundtrack?
Hi,
also wenn ich denn mal wieder schreibe, dann laufen nur die Oldies.
Sprich Disko musik der 70er,80er und 90er.
Beispiele gibts genug, und doch kenn ich erst die Hälfte:
The weather girls, gloria gaynor, cher, bonnie tyler, donna summer, the trammps, etc.

ansonsten: celine Dion, anastacia, whitney Houston, alicia keys, tina turner
und vorallem besteht die Hälfte aus Violin Music, mit electro oder ohne, z.B. david garret, lindsey stirling, vanessa mae, alles was Youtube halt zu bieten hatMrgreen


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Beitrag #4 |

RE: Der passende Soundtrack?
Früher hab ich alles wild durcheinander gehört, aber als ich Die Stadt geschrieben habe, hat der Soundtrack der Thief-Spielereihe Wunder gewirkt, einfach weil es so schön passt^^ Bei meinem neuen Projekt läuft er immer noch, weil es einfach herrlich atmosphärische Hintergrund ... nun, -geräusche sind Icon_wink

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Beitrag #5 |

RE: Der passende Soundtrack?
Hej.

Musik ist beim Schreiben für mich wichtig, sonst würde ich nie irgendwo hinkommen. Das mag vielleicht daran liegen, dass Musik allgemein sehr wichtig für mich ist und größtenteils auch antreibt, wenn es zu still ist, dann habe ich meist keine Energie, spiele Musik in meinem Kopf ab (ein Vorteil davon, wenn man etwas immer wieder nebenbei laufen lässt) oder sehne mich ganz einfach nach einem bestimmten Lied. Schreiben und Zeichnen bringen meine zur Zeit spärlich vorhandene Motivation recht schnell an ihre Grenzen.
Bisweilen schreibe ich ohne Musik, aber das ist oftmals recht grenzwertig oder in wenigen genialen Momente begrenzt möglich.
Generell habe ich bestimmte Musik, die zu bestimmten Projekten passt, oftmals epic music. Leider zählt das bei mir unter beeinflussende Musik, also bin ich mit dem Entstandenen recht vorsichtig und korrigiere generell ohne Musik.
Oft höre ich auch Radiohead, da mich die manchmal schon recht - ungewohnten - Klänge meinen Gedanken eine neue Grundlage geben und die Musik zudem etwas Vertrautes für mich darstellt (ich höre Radiohead nun seit vielleicht sechs Jahren, aber sicher bin ich mir da nicht).

Nun ja. Ohne Musik ist bei mir also nur sehr selten, und dabei kann ich mich seltsamerweise sehr gut konzentrieren, auch wenn mich andere Hintergrundgeräusche (Telefonate, Rasenmäher, Stare, die sich auf der Wiese um ein paar Regenwürmer streiten) ziemlich schnell ablenken und aus dem Konzept bringen können.

Viele Grüße, Eselfine


We are all accidents
Waiting
Waiting to happen
Radiohead, "There There"

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Beitrag #6 |

RE: Der passende Soundtrack?
Heyho!

Ich bin versucht zu sagen: Zum Schreiben brauche ich immer die richtige Musik, sonst klappt es nicht.

Aber so einfach ist es bei genauerem Nachdenken dann doch nicht Icon_ugly
Obwohl ich ein Mensch bin, der Musik braucht (nicht nur beim Schreiben - früher konnte ich ohne zum Beispiel nicht einschlafen und heute höre ich bei den meisten Computerspielen Musik), ist es mir auch schon passiert, dass ich im stillen Zimmer saß, eigentlich nur schnell eine Dialogzeile oder einen guten Satz notieren wollte und plötzlich eine Stunde lang ganz ohne Musik geschrieben hatte.
Andererseits kann es sein, dass ich schreiben WILL, aber nicht "die richtige" Musik finde und deshalb gar nicht anfange. Welches nun "die richtige" Musik ist, lässt sich leider nicht allgemein sagen. Manchmal brauche ich für Fantasy-Geschichten Mittelalter-Rock, manchmal was Düsteres, manchmal modernen Pop.
Teile von Kumen-Esh habe ich mit The 69 Eyes geschrieben, Goth und melancholisch, andere zu den heiteren Seemannsliedern von Santiano.
Es liegt bei mir also nicht nur an der Geschichte, die ich schreiben möchte, sondern auch an meiner Laune.

Die Musik selbst kann dann einen großen Einfluss auf die Atmosphäre und Sprache haben.
Das beste Beispiel hierzu liegt schon eine Weile zurück, als ich an einem meiner Romanprojekte schrieb - die ganze Zeit über nur mit der gleichen Playlists, zwei Bands, die ich bis heute nicht wieder gehört habe, weil ich sie nur mit diesem Roman in Verbindung bringen wollte, damit ich sie nutzen kann, um wieder "reinzukommen" (hat nicht geklappt) ... also, beim Schreiben brachte mich irgendwas dazu, für einen Kapitelanfang "Lacrimosa" einzuwerfen. Als mein Mann das las, sagte er direkt, dass der Stil gar nicht zum Rest der Geschichte passt. Und mit ein bisschen Abstand fand ich das dann auch. Es waren plötzlich seltsame, abstrakte Wortgebilde drin, der Satzbau war viel komplexer und schwerer. Ich hatte mich beim Schreiben unbewusst an die Sprache von Lacrimosa angepasst.

"Besetzt" sind solche Lieder aber meistens nicht, oder oft nur für ein paar Monate. Die Musik von einem anderen Romanprojekt - Kamelot - zum Beispiel, ist gleichzeitig auch meine Autofahr-Musik und ich höre sie oft, wenn ich abenteuerliche Fantasy schreiben will.

Ein Lied allerdings ist für mich unweigerlich mit der Geschichte verbunden, die ich währenddessen schrieb. 1973 von James Blunt lief rauf und runter, während ich "Dunkelträumer" schrieb und obwohl das nun schon ... oha ... gute sechs Jahre her ist, glaube ich, und ich das Lied in etlichen Playlisten drin hab, die ich regelmäßig höre, ist noch immer mein erster Gedanken bei den ersten Tönen der an diese Geschichte.

Also bei mir ist es stark stimmungsabhängig, welche Musik ich zu welcher Geschichte brauche. Manchmal funktionieren deutsche Lieder, manchmal nicht, weil mich der Text zu stark ablenkt. Manchmal muss die Musik zur Stimmung in der Geschichte passen, manchmal geht es auch mit dem kompletten Gegenteil. Das einzige, was bisher immer war, dass ich Nicht-Fantasy-Geschichten nicht mit Mittelalter-Musik schreiben kann. Das kommt mir falsch vor Icon_ugly

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #7 |

RE: Der passende Soundtrack?
Nur das Klackern der Tastatur und das reicht mir.
Teilweise nervt es mich schon sehr extrem, wenn mein Freund mit gegenüber am Schreibtisch sitzt und dann selbst über Teamspeak mit seinen Zockerkollegen sich über die anderen Spieler beschwert. Oft kann ich das ausblenden, aber manchmal ist es so nervig, dass ich unterbrechen muss.

Mein Hauptproblem mit Musik ist, dass ich kein Lied 50x hören will, um etwas zu schreiben und mich deswegen die Musik immer wieder in andere Stimmungen reißt.
Damals habe ich das mal mit Two Steps from Hell (Trailermusik) ausprobiert - was eine wirklich tolle Musik für die Fantasie ist und die Alben sind im Großen und Ganzen auch thematisch recht gut zusammengestellt. Als ich ein paar Tage später den Text durchlas, den ich zur Musik geschrieben hatte, waren selbst bei diesem sehr homogenen Album die Stimmungswechsel im Text so massiv, dass ich wieder genau in Erinnerung hatte, welchen Absatz ich zu welchem Lied schrieb. Das Ganze wirkte dann ziemlich manisch und am Ende war ich nur noch damit beschäftigt, wieder eine klare Linie in den Text zu bringen.

Musik hilft mir allerdings oft beim Austüfteln von Szenen oder Charaktären, aber nicht wirklich beim Schreiben selbst.

"Ganz besonders Ihr, [...], werdet irgendwann erkennen, dass eine Welt, die mit dem Begriffsvermögen eines einzigen Menschen zu erfassen ist, keine Welt wäre, in der es sich lohnen würde zu leben."

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Beitrag #8 |

RE: Der passende Soundtrack?
Spannendes Thema. music

Ich brauche passende Musik, die ich mir zusammenstelle - oder die mich inspiriert.
Oft Soundtracks, die ich zu eigenen Playlistst zusammenstelle.

Der Haken ist, dass das Schreiben einer rasanten Action-Sequenz eben ein paar Stunden dauern kann und dann wird auch das coolste Stück von Poledouris, Williams oder Shore irgendwann nervig.

Aber oft nutze ich Loops oder ähnliche Stücke, um im Flow zu bleiben.

Ausnahmen hatte ich bisher nur zweimal. "FarCry - Götterdämmerung" habe ich fast komplett zu "Casino Royal" (2006) geschrieben. Und "Shareena" fast ausschließlich zu "Star Trek" (2009). Da funktionierte die Musik so hervorragend, dass selbst ruhigere Passagen kein Problem bei Action waren. Oder auch umgekehrt ...

Es hängt aber auch von den Phasen der Produktion ab. Beim Überarbeiten steht die Geschichte ja schon. Für das Schleifen und Polieren an "Kyle - Im Kreis des Feuers" habe ich stundenlang von Ziegler hören können. Das funktionierte für die Wanderung durch die Wildnis ebenso, wie für die Szenen in der Taverne oder die anderen Stadtpassagen.





music


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Beitrag #9 |

RE: Der passende Soundtrack?
Hallo zusammen.

Ja, Musik ist enorm wichtig. Aber im Gegensatz zu Mordrakhel kann ich einzelne Stücke auch in Endlosschleife hören, wenn ich eine bestimmte Szene schreiben muss. (Hab ich 'muss' benutzt? o.O)

@Mordrakhel:
Zitat:Der Haken ist, dass das Schreiben einer rasanten Action-Sequenz eben ein paar Stunden dauern kann
Wait Jepp. Leider kann das sogar Tage dauern, bis alles so klar und verständlich (und bildhaft umgesetzt) fertig ist. Ich meine, ich scheue mich nicht davor, aber bei mir sind drei vier Seiten Dialog schneller geschrieben, als solche Sequenzen.

Icon_ugly

LGD.


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Beitrag #10 |

RE: Der passende Soundtrack?
Also ich höre VOR dem Schreiben gerne Musik, um vom Alltag abschalten zu können. Beim Schreiben selbst, da bevorzuge ich die Stille. Wenn überhaupt, dann ganz leise im Hintergrund.

Immer parat: Glutamat Icon_panik

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