Es ist: 27-02-2020, 10:00
Es ist: 27-02-2020, 10:00 Hallo, Gast! (Registrieren)


Das Los eines Vampirs
Beitrag #1 |

Das Los eines Vampirs
Das Los eines Vampirs

Die Dunkelheit, die ist sein Reich,
Wenn die Sterne nicht funkeln, der Mond nicht scheint
Wenn Nebelschwaden die Sicht versperren
Und kein Wesen mehr draußen verweilt

Gut versteckt schleicht er hinab
In das Dorf, es schläft inzwischen
Die Nacht, sie ist sein bester Freund
Als größten Feind hat er den Tag

Im Bett, da schläft die hübsche Maid
Nichts ahnend träumt sie vor sich hin
In seinen Augen glitzern Tränen
Im Herzen tut sie ihm so Leid

Sie wird nie wieder erwachen
Mal wieder ist sein Werk getan
Er ist`s so leid, kann es kaum fassen
Doch sie wird nie mehr erwachen

Er blieb noch einmal stehen, als er an mir vorbeikam. Er hob die Hand zum Abschied, eine prasselnde Fackel, aus der weiße Funken sprühten. Er war nun ganz Flamme geworden, ein Anblick von unvergeßlicher Schönheit. - Die Stadt der träumenden Bücher, Walter Moers

Homunkoloss aber wuchs und wuchs, immer strahlender, ein Geschöpf aus wucherndem Licht, aus dem flüssiges Feuer tropfte. Und nun fing er an zu lachen. Er lachte das raschelnde Lachen des Schattenkönigs, das ich schon lange nicht mehr gehört hatte. - siehe oben

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Beitrag #2 |

RE: Das Los eines Vampirs
Hallo wackelkrakeel,

Zunächst einmal finde ich, dass das Gedicht sehr schön geschrieben ist. Es erinnert mich sehr an die Art, wie ich mit Gedichten schreiben angefangen habe.

Nun aber zum eigentlichen Gedicht:

Zitat:Die Dunkelheit, die ist sein Reich,
Wenn die Sterne nicht funkeln, der Mond nicht scheint
Wenn Nebelschwaden die Sicht versperren
Und kein Wesen mehr draußen verweilt

Ich mag es sehr, dass du zunächst einmal die Beschreibung einer Szenerie hier giebst. Das zeigt gleich am Anfang auf, dass du quasi eine Geschichte erzählen willst. Ich finde die düstere Stimmung auch schön rübergebracht. Allerdings finde ich es angenehmer ein Gedicht zu lesen, wenn die Silbenanzahl in den einzelnen Versen gleich sind (odereiner Logik folgen, etwa, wenn immer eine Silbe weiger in jedem Vers ist) dadurch, dass du mit 6 Silben anfängst und dann mit 11,10 und 9, Silben weitermachst wirkt es etwas unruhig.

Zitat:Gut versteckt schleicht er hinab
In das Dorf, es schläft inzwischen
Die Nacht, sie ist sein bester Freund
Als größten Feind hat er den Tag

Ab hier ist es deutlich angenehmer zu lesen, da ab hier die Silbenanzahl (fast) ganz gleich bleibt. Interessant hier finde ich, dass durch die Kommata Pausen gemacht werden und die Zusätze zu den eigentlichen Wörtern hervorgehoben werden. Dadurch hat man einen Eindruck davon, wie die Welt vom lyrischen ich, bzw. von dem durch das lyr. Ich beschriebene Vampir die Welt wahrnimmt.

Die dritte Strophe finde ich gut, wie sie ist.
Zitat:Sie wird nie wieder erwachen
Mal wieder ist sein Werk getan
Er ist`s so leid, kann es kaum fassen
Doch sie wird nie mehr erwachen

Ein wenig befremdlich finde ich in der letzten Strophe, dass der erste und letzte Vers nahezu identlich sind. Zwar passt es natürlich inhaltlich doch hat man ein gewisses störendes Gefühl dabei.

Alles in allem ist es aber ein schönes Gedicht, mit einer interessanten Sichtweise. Icon_smileDoch finde ich es schade, dass man bei der ersten Strophe durch die fehlende gleichmäßige Silbenanzahl im Lesefluss gestört wird und das gleich zu Beginn des Gedichtes.

Meine ehrliche Kritik bitte nicht persönlich nehmen!

LG Daray

"Is all that we see or seem
But a dream within a dream?" Edgar Allan Poe

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Beitrag #3 |

RE: Das Los eines Vampirs
Moinsen, DarayWavehurra

Erstmal danke für das Lob und die Tipps.

Zitat:Zitat:Sie wird nie wieder erwachen
Mal wieder ist sein Werk getan
Er ist`s so leid, kann es kaum fassen
Doch sie wird nie mehr erwachen


Ein wenig befremdlich finde ich in der letzten Strophe, dass der erste und letzte Vers nahezu identlich sind. Zwar passt es natürlich inhaltlich doch hat man ein gewisses störendes Gefühl dabei.
Japp, das hat mir auch schon die ganze Zeit Kopfschmerzen bereitet.wallbash Ich wusste einfach nicht, was ich da noch hinschreiben sollte und dann dachte ich mir: "Ach komm, das hattest du gerade im Unterricht, das klappt schon irgendwie!" Mrgreen Naja, und so ist das dann entstanden, aber ich tüfftele schon seit geraumer Zeit an einer besseren Variante.

Liebe Grüße
vom
Krakeelchencookie

Er blieb noch einmal stehen, als er an mir vorbeikam. Er hob die Hand zum Abschied, eine prasselnde Fackel, aus der weiße Funken sprühten. Er war nun ganz Flamme geworden, ein Anblick von unvergeßlicher Schönheit. - Die Stadt der träumenden Bücher, Walter Moers

Homunkoloss aber wuchs und wuchs, immer strahlender, ein Geschöpf aus wucherndem Licht, aus dem flüssiges Feuer tropfte. Und nun fing er an zu lachen. Er lachte das raschelnde Lachen des Schattenkönigs, das ich schon lange nicht mehr gehört hatte. - siehe oben

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Beitrag #4 |

RE: Das Los eines Vampirs
Hallo wackelkrakeel,

huh, düster, ich steh' ja nicht auf Vampire, aber trotzdem irgendwie schön! Icon_cuinlove

Zitat:Zitat:Sie wird nie wieder erwachen
Mal wieder ist sein Werk getan
Er ist`s so leid, kann es kaum fassen
Doch sie wird nie mehr erwachen
Mich stört das zweimalige "wieder". und das "Mal" davor, das klingt irgendwie so lässig und stört für mich die Stimmung.

Vielleicht irgendwie:
Gestern noch ihr frohes Lachen,
heute ist sein Werk getan,
Er ist`s so leid, kann es kaum fassen,
Niemals mehr wird sie erwachen.

Oder so als Vorschlag. Ich bin eigentlich kein Gedichteschreiber, aber manchmal kann ich gut reimen Smiley_emoticons_blush
Liebe Grüße von slainte music


Mich kann man nicht komprimieren!

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Beitrag #5 |

RE: Das Los eines Vampirs
Hi wackelkrakeel,

auch von mir ein kurzer Kommentar zu deinem Gedicht.

Die Art wie du dein Gedicht erzählst erinnert mich an die Art, wie man sich irgendwelche Saagen und Märchen im geheimen zuflüstert.
Du erzeugst eine schöne düstere Atmosphäre, die deinen Vampir begleitet. Icon_smile

Zitat:Die Nacht, sie ist sein bester Freund
Als größten Feind hat er den Tag
Bei den zwei Versen der zweiten Strophe wirkt es auf mich sehr gestellt und zu sehr bemüht. Es ließt sich nicht leicht, sondern eher schwer, obwohl es hier mit der Anzahl der Silben, wie auch Daray schon gesagt hat, fast stimmt.

Strophe drei: gefällt auch mir am bestenIcon_cuinlove
Würde ich so lassen, daran gibt es nichts auszusetzen ! Mrgreen

Wie dir auch schon gesagt wurde und wie du es auch selbst schon weißt ist die vierte Strophe die problematischste von allen.
Mein Tipp: Leg das Gedicht erstmal beiseite, sodass du ein bisschen Abstand dazu gewinnst. Wenn du meinst, dass genug Zeit vergangen ist, dann hol es nochmal hervor und meistens hat man dann einen ganz anderen Blick auf die Dingen und neue Ideen.

Also: Gern gelsen Icon_wink Die letzte Strophe bekommst du auch noch hin. Write

Lg
Fleur Wave


Sie mag rosenbekränzt
Mit dem Lilienstengel
Blumentäler betreten,
Sommervögeln gebieten
Und leichtnährenden Tau
Mit Bienenlippen
Von Blüten saugen
, --- von Goethe

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Beitrag #6 |

RE: Das Los eines Vampirs
Hey wackelkrakeel,

*Keks futter*
Zitat:Erstmal danke für das Lob und die Tipps.
Gern gelesen, gern kommentiert. Icon_wink

Zitat:Ich wusste einfach nicht, was ich da noch hinschreiben sollte und dann dachte ich mir: "Ach komm, das hattest du gerade im Unterricht, das klappt schon irgendwie!"
Es hat ja auch ziemlich gut geklappt wenn man jetzt von der einen Strophe mal absieht. Zur vierten Strophe wollte ich an dieser Stelle nur noch einmal La Fleur zustimmen, dass es häufig leichter ist, mit etwas Abstand zum Gedicht neue Ideen dafür zu finden.

LG Daray

"Is all that we see or seem
But a dream within a dream?" Edgar Allan Poe

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