Es ist: 03-04-2020, 11:13
Es ist: 03-04-2020, 11:13 Hallo, Gast! (Registrieren)

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Des Hasen Tod
Beitrag #1 |

Des Hasen Tod
Dieses Gedicht haben eine Freundin und ich vor ein paar Jahren in einer Pause gedichtet. Über den Hintergrund möchte ich lieber nichts sagen...



Ein liebes Tier, das ist der Has`,
wird schnell auch mal zum Fuchsenfraß.
Oder endet auf der Straße,
der liebe, nette, kleine Hase.

Trifft dort dann seine Verwandten
Onkel, Neffen und auch Tanten,
die geendet sind wie er
breitgefahren auf dem Teer.

Er blieb noch einmal stehen, als er an mir vorbeikam. Er hob die Hand zum Abschied, eine prasselnde Fackel, aus der weiße Funken sprühten. Er war nun ganz Flamme geworden, ein Anblick von unvergeßlicher Schönheit. - Die Stadt der träumenden Bücher, Walter Moers

Homunkoloss aber wuchs und wuchs, immer strahlender, ein Geschöpf aus wucherndem Licht, aus dem flüssiges Feuer tropfte. Und nun fing er an zu lachen. Er lachte das raschelnde Lachen des Schattenkönigs, das ich schon lange nicht mehr gehört hatte. - siehe oben

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Beitrag #2 |

RE: Des Hasen Tod
Hallo Wackelkrakeel,

stutzig gemacht hat mich die kleine Vorbemerkung, die darauf hindeutet, dass der Hase hier eine symbolische oder allegorische Bedeutung haben muss. Denn es gibt einen "Hintergrund", über den allerdings nichts gesagt wird.

Wenn es aber so ist, dann müsste im Text doch noch etwas mehr angedeutet werden. Denn so hat der Leser keine Möglichkeit, die wahre Bedeutung des Textes zu ergründen.

Nun, der Hase ist ein harmloses, unschuldiges Tier, das der Gewalt zum Opfer fällt. Und das scheint das allgemeine Schicksal aller Hasen zu sein. Was könnte die Botschaft des Textes sein? Sollen sie sich solidarisieren, sich wehren, sich verteidigen, oder nur der Gefahr aus dem Wege gehen? Man weiß es nicht.

Eine kleine Anmerkung zum Text.

Zitat:Trifft dort dann seine Verwandten
Onkel, Neffen und auch Tanten,
die geendet sind wie er
breitgefahren auf dem Teer.

In der ersten Zeile holpert der Rhythmus ein wenig. Vielleicht könnte man etwas straffen:

"Dort trifft er die Verwandten,"

Vielleicht könnte man sogar schreiben:

"Ach, dort trifft er die Verwandten,"

Viele Grüße

Hans Werner


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Beitrag #3 |

RE: Des Hasen Tod
Hmm...
Der Hintergrund wird sein, das irgendeiner von den Beiden mit ihrem Daddy mal einen totgefahrenen Hasen auf der Autobahn gesehen hat...
(wahrscheinlicher noch, er ihn selber totgefahren hat... so die range jedenfalls...)

Also, wie ich`s sehe, nix allegorische Bedeutung...

Der Rhythmus ist ziemlich knackig, da holpert nichts...

Nun, die Ironie liegt doch darin, das der Text, wie in einer Büttenrede, böse Ernsthaftes "verlustigt". Ich denke ihr hattet viel Spass beim dichten...
Und seid trotzdem keine schlechten Menschen :-)

ich hab jedenfalls nix dran auszusetzen, mir hats gefallen...

p.s.
ich fands sogar lustig... aber psssst...


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Beitrag #4 |

RE: Des Hasen Tod
Da sich alle zu fragen scheinen, was denn nun die Vorgeschichte sein könnte, will ich das Ganze jetzt mal auflösen:
Während den Pausen zwischen den Orchesterproben sitzen meine Freundin und ich meistens am Fenster. Der Probenraum liegt im 2. Stock, und so kann man die Gegend gut überblicken. Als wir eines Abends so dasaßen, entdeckten wir auf dem gegenüberliegenden Traktorstellplatz etwas auf dem Boden, was sich bei näherer Betrachtung als toter Hase erwies...

Man liest sich!

Er blieb noch einmal stehen, als er an mir vorbeikam. Er hob die Hand zum Abschied, eine prasselnde Fackel, aus der weiße Funken sprühten. Er war nun ganz Flamme geworden, ein Anblick von unvergeßlicher Schönheit. - Die Stadt der träumenden Bücher, Walter Moers

Homunkoloss aber wuchs und wuchs, immer strahlender, ein Geschöpf aus wucherndem Licht, aus dem flüssiges Feuer tropfte. Und nun fing er an zu lachen. Er lachte das raschelnde Lachen des Schattenkönigs, das ich schon lange nicht mehr gehört hatte. - siehe oben

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