Es ist: 03-10-2022, 22:20
Es ist: 03-10-2022, 22:20 Hallo, Gast! (Registrieren)


Wenn die Muse dich küsst
Beitrag #1 |

Wenn die Muse dich küsst
... und plötzlich total auf Klette macht!

Ich ahnte nichts Schlimmes, als ich ein verstaubtes Kapitel aus meinen Ordnern zog und mir dachte: "Na schau mal an, hast du vor Jahren zu schreiben begonnen, hast aber nie recht gewusst, wie es weitergehen soll."
Ich spielte sogar mit dem Gedanken, das Kapitel hier zu posten und was Plot betrifft, euch die Entscheidung zu überlassen und mal auf "Gut Glück" loszuschreiben.
Einige Tage vergingen und ... plötzlich war aus dem einen Kapitel der Anfang einer Trilogie geworden!
Tolle Arbeit hast du da wieder geleistet, liebe Muse - aber was ist das?! Du willst gar nicht verstummen und flößt mir immer mehr neue Ideen ein, wie es mit der Geschichte im Detail weitergehen soll? Schon wieder eine neue Nebenfigur? Dialogfetzen? Konkreter Kapitelaufbau?
Ehm, hallo? Hat dir niemand gesagt, dass mein Leben nicht nur aus Schreiben besteht, sondern auch noch Zeit für Uni und Arbeit sein muss? Schlaf und Nahrungszufuhr? Ein kleines bisschen sozialer Kontakt?
Vielen Dank, liebe Muse, dass du an mich denkst, doch halt jetzt einfach mal den Mund und lass mir Platz zum Atmen.
Eine Verfügung scheint mir der einzige Ausweg aus meiner Misere.

Was für Erfahrungen habt ihr mit eurer Inspiration gemacht? Klammert sie genauso?

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #2 |

RE: Wenn die Muse dich küsst
Hallo sniffu,

das ist zum Mäusemelken, manchmal überfällt mich eine Idee, genau das, was ich gerade brauche, und dann klingelt das Telefon, ich muss arbeiten oder irgend jemand kommt und will was von mir und ich kriege die Idee einfach nicht zu Papier.
Und wenn ich endlich Zeit habe, viel zu schaffen, ist in meinem Kopf gähnende Leere. Dann muss ich mich regelrecht dazu zwingen, mich auf die Story einzulassen, von vorne zu lesen, neu einzutauchen.
Selten stimmt das timing und so habe ich mir angewöhnt, spätabends oder nachts zu schreiben ohne Bär und Telefon und Fernseher, nichts darf ablenken. Manchmal überfällt mich eine neue Szene nachts, dann kann ich nicht schlafen und am nächsten Morgen habe ich sie so deutlich vor Augen, dass ich sie schreiben kann - könnte, wenn da nicht erst der Job wäre...wallbash
Ich wünsche allen, dass die Kreativität sie zum richtigen Zeitpunkt überfällt. Gruß, slainte


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Beitrag #3 |

RE: Wenn die Muse dich küsst
Das fasst es ganz gut zusammen. Und wenn Wochenende ist, tippe ich auch gerne mal die Nacht durch, bis der Schlafmangel dafür sorgt, dass ich aufhören muss, weil ich schon nimmer richtig die Tasten treffe...
Wenn ich Arbeiten muss, dann ist das Resultat meist eine halb durchgeschriebene Nacht, ein halber Text, in den ich mich beim nächsten Mal erst reinkauen muss und ein verdammt harter Morgen auf Arbeit!

Hin und wieder hilft es aber auch, wenn ich statt einem ganzen Kapitel ein Exposé für die Handlung schreibe, an dem ich mich dann im zweifelsfall langhangeln kann.
Aber grundsätzlich stehe ich beim Schreiben ja nicht unter Zeitdruck (es sei denn ich muss Reden für Familienfeiern schreiben :/ ) und schreibe eben dann, wenn die Zeit für eine bestimmte Szene gekommen ist. Manchmal kann das echt lange dauern, manchmal... gehts eben halt nicht. Real-life ist ne be**** Erfindung!


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Beitrag #4 |

RE: Wenn die Muse dich küsst
Hallo Sniffu,

bei mir und meiner Muse ist das eigentlich eher umgekehrt. Meistens klammert sie sich nicht an mich, sondern stattet mir eher so Kurzbesuche ab. Icon_slash Das reicht dann für ein paar Sätze, eine handvoll tolle Wörter oder höchstens einen Kapitelanfang und schwupps ist sie wieder weg.

Ab und zu kann ich sie mal anlocken indem ich mir angestrengt ein Gerüst für das nächste Kapitel oder den nächsten Geschichtenabschnitt baue und dann kann es schon sein, dass sie für einen Nachmittag bei mir bleibt, an dem ich ein paar Seiten schaffe. Also meine beste Freundin ist die Muse leider nicht. Icon_slash Deshalb bin ich eine ziemlich langsame Schreiberin, weil ich immer warten muss, bis ich von ihr wieder Besuch bekommen.

Grüße Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #5 |

RE: Wenn die Muse dich küsst
Bei mir ist es wirklich so, dass ich manchmal regelrecht von Geschenken der Muse überhäuft werde, aber ganz einfach nicht die nötige Ruhe oder Zeit finde, sie auch auszupacken. Das macht mich aller Inspiration zu Trotz ebenso zu einer langsamen Schreiberin, das und das ich oft nicht weiß, was ich mit dem ganzen Schnickschnack anfangen soll. Icon_lol Ist schon oft passiert, dass mir wunderschöne Sätze oder Eindrücke zugeflogen sind, doch ich einfach keinen Platz gesehen habe, wo ich sie auch verwenden könnte. Von so losem Stückwerk halte ich nicht wirklich viel, da könnte die Muse sich ruhig mehr Mühe geben. Icon_rolleyes

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #6 |

RE: Wenn die Muse dich küsst
Hey Sniffu,

die Muse, die kommt und geht, ich glaube, dass kennt jeder.
Was ich bei mir festgestellt habe, ist, dass ich zum einen am besten abends schreiben kann, aber wenn ich dann einmal angefangen habe, habe ich meistens Probleme wieder auf zu hören, da ich weiß, dass die Sachen, die mir gerade in den Kopf gekommen sind, nicht wieder auftauchen werden. Also ist es dann bei mir so, wie Chewi geschrieben hat, dass man einfach mal eine Nacht durch macht.

Zitat:Ist schon oft passiert, dass mir wunderschöne Sätze oder Eindrücke zugeflogen sind, doch ich einfach keinen Platz gesehen habe, wo ich sie auch verwenden könnte.
Das habe ich auch oft, daher habe ich mir angewöhnt immer ein Notizbuch mit mir herum zu tragen, so dass ich die Ideen zumindest Stichwortartig notieren kann und sie mir für spätere Zeitpunkte zur verfügung stehen. Bei mir sind das zum Teil ausschnitte aus Geschichten, die ich schreibe (auch wenn diese Ausschnitte erst sehr viel später sind) oder auch einer nahezu komplett ausgearbeiteten Persönlichkeit eines Charakters, von dem ich noch nicht weiß, welche Rolle er hat, bzw haben wird.

LG Daray

"Is all that we see or seem
But a dream within a dream?" Edgar Allan Poe

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Beitrag #7 |

RE: Wenn die Muse dich küsst
Ah, ein spannendes Thema. Write

“The muses are ghosts, and sometimes they come uninvited.”
― Stephen King, Bag of Bones

Meine Muse ist das, was man eine echte "Bitch" nennt. Sie zickt, sie will erobert werden, erscheint nur, wenn ich kurz vorm Einschlafen bin und mich dann anstupst und mir mitteilt, das Schlaf sowieso überbewertet wird. Doch wenn sie erstmal da ist, dann lässt sie die Inspiration fließen und erlaubt es mir, Dinge zu "sehen", die sich mir vorher entzogen haben.

Doch mit Gewalt funktioniert es nicht, jedoch mit Regelmäßigkeit.
Icon_panik

Wie sieht sie aus? Das hängt von ihrer geisterhaften Form ab. Mal wie Alexandra, die Mentorin von Kyle in meinem jüngsten Roman, dann eher wie wie Tricia Helfer als Baltars Privat-Cylon :-)

[Bild: AlexandrasTentOver_512px.jpg]

Dabei fällt mir ein: Redet ihr mit euren Musen?


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Beitrag #8 |

RE: Wenn die Muse dich küsst
Hallo zusammen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zwar den Begriff 'Muse' in den Mund nehme - es gibt 'Sie' allerdings nicht. (Es sei denn meine bessere Hälfte - aber da ist es der erste Knall, der zu den Bildern führt.)

Tatsächlich kann es eine ganz banale Situation sein. Ich bin im Auto unterwegs. Ich sitze mit jemandem im Café und lasse diesen reden. Ich höre Musik. Ich lese eine Geschichte von hier. Ich schaue durch regenverhangene Scheiben nach draußen.

Egal was, wie und wo: es macht *knall* oder *klick* und vor meinem geistigen Auge verschwimmt die Welt. Ich sehe nicht länger das, was da tatsächlich ist, sondern: sich gegenseitig bekämpfende Orks auf einem fernen Planeten, während über ihren Köpfen ein Raumschiff abstürzt; eine ferne Raumstation, wo eine Frau namens Josephine (die meistens nach ihrem Spitznamen gerufen wird) und eine künstliche Intelligenz names Arthur miteinander reden - während sie die einzelnen Speicherplatten aus seinem Kern zieht; ein kleines Zimmer im Millers Court No. 13, London-Whitechapel am 09.11.88 kurz nach Mitternacht - und auf dem zerbrechlichen Stuhl neben dem Bett sitzt eine gefesselte Polizistin aus dem 21. Jahrhundert; und ein Mann, der im - am Haus nach hinten heraus angrenzenden - Garten steht: über ihm ist es schwärzer, als in der Nacht. Vor ihm hört das Gras einfach auf, als hätte eine scharfe Schere dies einfach abgeschnitten. Er hört aus seinen Ohrensteckern ein 'Pling-Pling-Pling', dass sich von Sekunde zu Sekunde mehr und mehr verdichtet. Eine Druckwelle von oben drückt ihn ins Gras und dann ...

Ja, solche Küsse machen kirre - keine Frage. Aber manchmal ist es so schön, wenn die Zeit knurrend an einem vorbeizieht.

LGD.


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