Es ist: 11-04-2021, 08:19
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Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Beitrag #1 |

Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Zwischen 4.1 und 4.2 steht vielleicht noch ein Kapitel aus Sicht von Takahashi, das die kurze Zeit von Yelenas Bewusstlosigkeit behandelt. Zur Zeit ist es nicht geplant, aber man weiß ja nie.


Auszug 1_______(Hitoro Takahashi) [veraltete Version]
Auszug 2_______(Janis van Deelen) [veraltete Version]
Auszug 3a / 3b__(Janis van Deelen)
Auszug 4.1 / 4.2_(Yelena Ivanova)
Auszug 5_______(Yelena Ivanova)
Kampfszene____(Hitoro Takahashi)



Yelena Ivanova

»Sie wacht auf, Commander«, verkündete eine Stimme irgendwo hinter Yelenas Lidern. »Verstehen Sie mich, Miss Ivanova?«
»Sag mal, was hältst du eigentlich von ›Yelena Karpenko‹?« Artyoms Lächeln, das Fältchen um seine Augen malte.
»Wird das etwa ein Heiratsantrag, Doktor?«
Er lachte rau. »Bist du das ständige ›Ivanova!‹ nicht leid?«
Das Zittern auf ihrer Haut, wenn er mit den Fingerkuppen über ihre Wange strich, ihre Halslinie nachzeichnete.

Nates Finger an ihrer Kehle drückten zu, so fest, dass sie kaum noch atmen konnte. Sie schnappte nach Luft, wollte aufspringen, aber sie wurde zu Boden gedrückt.
»Ganz ruhig, bleiben Sie liegen. Sie sind zusammengebrochen.«
Weder Nate noch Artyom waren bei ihr. Stattdessen blinzelte sie in ein junges, besorgtes Orkgesicht, das sie nicht sofort einordnen konnte.
»Jelly.«
Asads Stimme brachte die Erinnerungen an die vergangenen Stunden mit. Wie eine Flutwelle stürzten die Bilder auf sie ein, die Angst, die Verzweiflung – »Erschießen Sie ihn!«
»Nate!«
»Ist bewusstlos, vorläufig in Gewahrsam genommen, aber stabil«, beruhigte Asad sie. Ein dunkelroter Bluterguss umrahmte sein linkes Auge. »Komm, ich helf dir auf.«
»Sie sollte noch liegen bleiben«, warf Daisuke ein.
»Seit wann bist du hier Bordarzt, Flachnase!«
»Daisuke, setz dich wieder an den Funk.« Takahashi war ebenfalls nähergekommen, die Stirn in tiefe Falten gelegt, die Hauer leicht gebleckt. Er stand sichtlich unter Strom. »Sie haben nur ein paar Minuten, um mich davon zu überzeugen, dass ich ihren Aztec zu Recht nicht erschossen habe.«
Mit Asads Hilfe richtete sich Yelena auf und kämpfte gegen den Schwindel an. Vor ihren Augen tanzte alles und es dauerte einige Sekunden, bis sie bemerkte, dass van Deelen und Kumi fehlten. Dann fiel ihr Blick auf Nate.
Er lag noch immer in der Ruhenische, auf der Seite, und seine Hände waren mit Kabelband auf seinem Rücken gefesselt. Yelena schluckte schwer, spürte den Schmerz in jeder Faser ihres Halses. Wenigstens hatte ihn noch niemand erschossen.
»Muss das sein?«, wandte sie sich an Takahashi, der ihrem Blick gefolgt war.
»Er hat gedroht, Sie umzubringen.«
Es war so unwirklich, dass Yelena es am liebsten als einen Traum abgetan hätte. Aber das klopfende Pochen in ihrer Kehle hielt sie davon ab.
»Irgendwas ... ist bei ihm durchgebrannt. Das … das war nicht Nate
Asad nickte und warf einen misstrauischen Blick zur Tür, einen weiteren zu Daisuke, der sich ans Funkpult verzogen hatte und nicht wirkte, als würde er ihr Gespräch belauschen. Trotzdem senkte der Perser die Stimme.
»Sag’s halt: ein Flashback.«
»Nein!« Sie packte Asads Schulter und schüttelte bestimmend den Kopf. »Es könnten auch Nebenwirkungen vom Ephedrin sein. Wenn die Dosis zu hoch war oder –«
wenn die Injektion mit irgendetwas in Nates Blut reagiert hat.
»Du weißt, dass das Blödsinn ist, Jelly. Die Dosis ist genau auf ihn abgemischt. Ein Flashback ist die einzige logische Erklärung. Orientierungslosigkeit, emotionale Instabilität, seine plötzliche Vorliebe fürs Elfisch.«
»Hör auf!« Sie wusste, dass er Recht hatte. Aber sie würde das verdammt nochmal nicht akzeptieren. »Du weißt, was das für Nate heißen würde. Mein Gott, ihr seid keine Freunde, aber das kannst du ihm nicht antun!«
»Ich ihm? Er wollte dich töten! Und dir geht’s besser, wenn du dir einredest, er hätte es bei klarem Verstand getan?!«
»Ganz ruhig«, ging Takahashi dazwischen. Vermutlich weil Asad aussah, als würde er auf jemanden einprügeln wollen. Vorzugsweise auf sie. »Was meinen Sie mit Flashback?«
Der Commander schob Yelena zur Steuerkonsole und drückte sie behutsam in den Sitz. Er schien ernsthaft besorgt, dass sie ein weiteres Mal zusammenklappte, wenn er sie auch nur kurz aus den Augen ließ.
»Daisuke, kein Wort verlässt diese Brücke. Verstanden?«
»Aye, Commander«, entgegnete der Orkling hastig und wandte sich demonstrativ wieder dem Funkpult zu. Auch wenn dort nichts geschah.
»Klären Sie mich auf.«
»Na los, Jelly«, schnauzte Asad sie an, verschränkte die Arme vor der Brust und warf einen Blick zur Tür. »Erzähl dem Zollhund, dass Bishop sich total normal verhalten hat. Dass er dir hin und wieder einfach mal an die Gurgel springt und kein Wort MS mehr spricht.«
»Hör auf, Asad. Bitte!«
Sie wollte Nate nicht verlieren …
»Während der Integration eines Aztec«, setzte der Perser ungeachtet ihres flehenden Kopfschüttelns an, »werden Erinnerungen und Wertvorstellungen, teilweise sogar ganze Verhaltensmuster ausradiert – eine Gehirnwäsche, wenn man’s so nennen will. Saubere Sache, wenn’s klappt. Am Ende der Therapie hat man ’ne gesellschaftsfähige, billige Arbeitskraft. Ist vermutlich nur noch ’ne Frage der Zeit, bis der Völkerbund das auch bei der Re-Int von Verbrechern zulässt.«
»Gesellschaftsfähig würde ich diesen Auftritt nicht nennen.« Takahashi deutete auf Nate und runzelte die Stirn. »Kommen Sie zum Punkt.«
»Manchmal kommt’s vor, dass die Gehirnwäsche nicht so gründlich ist, wie die Gutbürger es gern hätten. Der Betroffene hält sich jahrelang für ein vorbildlich unterdrücktes Mitglied der Gesellschaft, aber dann passiert irgendwas – ein Geräusch, ein Bild – und alles ist weg. Plötzlich hast du einen Aztec vor dir, der keine Ahnung hat, wo er ist, verstört, orientierungslos, aggressiv, der alles als Bedrohung wahrnimmt, umgeben von Feinden, ausgeliefert.«
Natürlich wusste sie das alles. Jedes Unternehmen, das Aztec beschäftigte, war verpflichtet, die Mitarbeiter über dieses Risiko aufzuklären. Und manchmal, wenn Nate tief im Astralflug versunken war, hatte sie einfach nur neben ihm gesessen und versucht, einen Sinn in den Satzfetzen zu entdecken, die er murmelte. Früher oder später tauchte immer der Name Cathy auf.
Sie hatte ihn nie darauf angesprochen.
»Ist es dauerhaft?«, hakte Takahashi nach, den Blick auf Nate gerichtet.
Asad schüttelte den Kopf. »Bei den bekannten Fällen war es immer nur eine Sache von Minuten. Das Gehirn macht die Überlastung nicht lange mit. Schaltet ab.« Er zuckte mit den Schultern, als wäre sein Gerede pure Theorie. »Wenn er aufwacht, wird er wieder ganz der alte Drecksack sein. Wird keinen blassen Schimmer mehr haben, wer er war, bevor er zu ID 03101107/0623 wurde.«
»Das ist doch gut.« Halb Feststellung, halb Frage. »Er war sich also nicht bewusst, was er getan hat.«
»Wir müssen den Vorfall melden.« Die Worte klangen endgültig, als Yelena sie aussprach. »Dann kommt er zurück in die Integration« – Assimilation – »und danach« – falls er es durchsteht – »in ein anderes Umfeld. Um einen Rückfall zu vermeiden.«
»Wär’s dir lieber, er würd’ auf diesem beschissenen Schiff vom Zoll erschossen?«
»Niemand wird ihn erschießen«, entgegnete Takahashi nachdrücklich. »Und so wie es aussieht, wird hier auch niemand in nächste Zeit in ein anderes Umfeld gebracht.« Bei diesen Worten richtete er seinen Blick auf die Frontscheibe, hinter der die Kumen-Esh noch immer schlief. Oder verweste.
»Wir gehen jetzt einen Schritt nach dem nächsten. Und Sie –« Er wandte sich Asad zu. »– halten sich von van Deelen fern. Ein zweites Mal werde ich Kumi nicht zurückpfeifen.«
Am liebsten hätte Yelena die ganze verdammte Verantwortung genommen und sie Takahashi zugeschoben. Er ging weitaus kompetenter damit um. Er war auf ihrer Seite. Und er kämpfte für Nate.
Sergej zu wecken zog sie inzwischen nicht einmal mehr als Notlösung in Betracht. Von ihrer jetzigen Position aus gesehen konnte es eigentlich nur noch besser werden. Sie würde die Kumen-Esh anfliegen, ihre Koordinaten und eine Route für den Rückflug einholen und hoffen, dass van Deelen irgendwann zwischen jetzt und dann einem partiellen Gedächtnisverlust zum Opfer fiel. Oder einem Herzinfarkt.
»Wo sind eigentlich –?«
Als hätte sie ihn heraufbeschworen, öffnete sich die Brückentür und der Merowinger trat ein. Er sah so schrecklich aus, dass Yelena für den Bruchteil einer Sekunde Mitleid mit ihm hatte. Seine linke Gesichtshälfte war blutüberströmt und mit einer Hand presste er ein Tuch gegen die Platzwunde auf seiner Stirn. Obwohl er sich alle Mühe gab, war ihm der Schwindel deutlich anzusehen, der seine Schritte beherrschte. Dicht hinter ihm folgte Kumi und rechnete offenbar ebenfalls damit, dass van Deelen jeden Moment zusammenklappte.
»Was …?«
Ihr Blick fiel auf Asad, der sich kaum Mühe gab, sein spöttisches Grinsen zu verbergen. Geschickt fing er das Kühlpad auf, das Kumi ihm zuwarf, und drückte es auf sein blaues Auge.
»Soll ich mir das mal ansehen?«
Sie wandte sich wieder van Deelen zu, auch wenn sie keine besonders große Lust verspürte, ihn zu verarzten. Aber wenn sie sich nicht auf irgendetwas konzentrieren konnte, würde der Gedanken an die Zukunft sie verrückt machen. Und sie hatte keine Kraft mehr für einen weiteren, sinnlosen Streit mit dem Zöllner.
Takahashi hatte recht: ein Schritt nach dem anderen. Dann konnte auch immer nur eins nach dem anderen schief gehen.
Van Deelen starrte sie eine zeitlang schweigend an. Kurz richtete sich seine Aufmerksamkeit auf den Perser, als der sich mit dem Rücken gegen die Wand zu Boden sinken ließ.
»Ich verlange, dass Sie Ihren Flugmeister wecken. Und ich verlange eine Entschuldigung!«
»Scum!«, blaffte Asad wenig konstruktiv zurück, machte aber zum Glück keine Anstalten, sich noch einmal auf den Merowinger zu stürzen.
»Runter von der Brücke, Asad!«
Allmählich bekam sie Respekt davor, dass Sergej es schaffte, jeden hier an Bord nach seiner Pfeife tanzen zu lassen. Es war definitiv nicht mit einer lauten Stimme getan.
»Bring Nate in den Aufenthaltsraum.« Keine Reaktion. »Bitte.«
»Geht es Ihnen nicht langsam selbst auf die Nerven, Miss Ivanova, dass jeder hier tut, was er will?«, mischte sich zu allem Überfluss van Deelen ein.
Genau das brachte Asad allerdings dazu, endlich auf die Beine zu kommen, um dem Befehl – der Bitte – Folge zu leisten.
»Hilf mir mal«, wies er Kumi an.
Der Orkling, der vermutlich für Asads blaues Auge verantwortlich war, holte sich erst von seinem Commander ein knappes Nicken ab, bevor er dem Perser wortlos half, Nate aufzurichten. Er stöhnte, schien aber nicht gewillt, seine Bewusstlosigkeit aufzugeben. Vielleicht war es besser so.
Erst als die drei von der Brücke verschwunden waren, richtete Yelena ihre Konzentration auf das nächste Problem. Van Deelen starrte sie noch immer an, als mache er sich gedanklich eine Liste aller Verstöße und Fehlverhalten, wegen derer er sie fertigmachen konnte. Aber Takahashi wich nicht von ihrer Seite und auch wenn der Commander nichts an ihrer Situation ändern konnte, tat es gut, dass er demonstrativ Stellung bezog.
Was riskierte er wohl, allein mit der Tatsache, dass er nicht hinter seinem Arbeitgeber stand, sondern hinter einer – bald arbeitslosen – Kosakin und ihrem durchgedrehten Aztec-Piloten? Wie viel würde es ihn kosten, Nate verschont zu haben?
Yelena atmete tief durch und zog die Schultern zurück.
»Ich bin die Verantwortliche hier – Mr van Deelen – und wenn Sie ein Problem damit haben, können Sie Beschwerde bei Sunshine and Beyond einreichen, sobald ich die Risen im nächsten Raumhafen angedockt habe.«
Es war besser, wenn sie nicht darüber nachdachte, was sie sagte. Oder was passieren würde, wenn van Deelen auf sie hörte. Ein Schritt nach dem anderen.
Van Deelen lächelte abfällig. »Glauben Sie mir: Ich werde nicht so schnell vergessen, wer die Verantwortung für das alles hier trägt.«
Die kühlen Worten waren mehr Drohung, als es Nates Hand an ihrer Kehle je hätte sein können. Er würde sie auseinandernehmen.
»Aber selbst wenn Sie Admiral auf dem Flaggschiff der MRF wären, Miss Ivanova: Ein außer Kontrolle geratener Aztec fällt in den Zuständigkeitsbereich der MA.«
»Mr Bishop ist in Gewahrsam und unter Kontrolle«, schaltete Takahashi sich nun doch ein und Yelena wäre ihm dafür am liebsten um den Hals gefallen. »Er stellt keine Gefahr dar.«
»Haben Sie das auch von dem Aztec gedacht, der Sie ihr Auge gekostet hat, Commander?«
Takahashi verriet nicht durch die kleinste Regung, ob ihm dieser Seitenhieb etwas ausmachte.
»Mit Verlaub, Mr van Deelen: Miss Ivanova ist davon überzeugt, dass Mr Bishop vorübergehend unzurechnungsfähig war.«
Er warf ihr einen auffordernden Blick zu, aber sie brachte es nicht fertig, die Wahrheit auszusprechen. Das konnte sie Nate nicht antun.
»Er hatte einen Flashback«, fuhr der Commander schließlich selbst fort. »Miss Ivanova wird diesen Vorfall ordnungsgemäß melden und die Angelegenheit klären.«
Sie schaffte es nicht einmal, zu nicken.
Aber anscheinend reichten Takahashis Worte – und vielleicht trug der Schlag gegen seinen Kopf auch einen Teil dazu bei –, dass van Deelen sich damit zufrieden gab.
»Er bleibt in Gewahrsam«, hielt er nur fest.
»Unter ständiger Aufsicht.«
»Und für Sie, Commander … Das wird ein Nachspiel haben.«
Auch dieses Mal zeigte sich in Takahashis Gesicht keine Regung. Er nickte nur knapp und wandte sich an Yelena. »Sie sollten seine Wunde versorgen. Ich bringe uns näher ran und halte nach dem Hangar-Bereich Ausschau.«
Nur widerwillig erhob Yelena sich, kämpfte gegen das Schwindelgefühl an und fühlte sich wie in einer falschen Wirklichkeit, als sie mit van Deelen die Brücke verließ. Vielleicht passierte das alles gar nicht. Vielleicht war es irgendeine abgedrehte Art von Astraltraum. Irgendwann wachte sie einfach auf und trat ihre Schicht an. Saß auf der Brücke und erlebte die grenzenlose Freiheit, in die Nate sie manchmal mitnahm.
Denk nicht drüber nach.
Sie hätte ihn niemals losfliegen lassen dürfen.

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

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Beitrag #2 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Hallo Lanna.

Technische Anmerkungen abseits der Fragen:
Zitat:»Sag mal, was hältst du eigentlich von ›Yelena Karpenko‹?« Artyoms Lächeln, das Fältchen um seine Augen zeichnete. Das Zittern auf ihrer Haut, wenn er mit den Fingerkuppen über ihre Wange strich.
»Wird das etwa ein Heiratsantrag, Doktor?«
Er lachte rau. »Bist du das ständige ›Ivanova!‹ nicht leid?«

Nates Finger drücken fester zu, so fest, dass sie kaum noch atmen konnte. Sie schnappte nach Luft, wollte aufspringen, aber sie wurde zu Boden gedrückt.
Ich komme mit der Formatierung nicht klar. Das Kursive ist definitiv ein Stück Vergangenheit. Irgendein Doktor Artyom Karpenko. Vor Nate. Danach Nate selbst, allerdings verwirrt es, dass es nicht kursiv ist. Man denkt, dass es tatsächlich Nate ist - und dann ist er es doch nicht.

Vorschlag für einen seichteren Übergang:
»Sag mal, was hältst du eigentlich von ›Yelena Karpenko‹?« Artyoms Lächeln, das Fältchen um seine Augen zeichnete.
»Wird das etwa ein Heiratsantrag, Doktor?«, fragte sie.
Er lachte rau.
»Bist du das ständige ›Ivanova!‹ nicht leid?«
Das Zittern auf ihrer Haut, als er mit den Fingerkuppen über ihre Wange strich. Am Mund vorbei, zum Hals.
Der Kehle ...
Es waren plötzlich Nates Finger, die fester zudrückten, so fest, dass sie kaum noch atmen konnte. Sie schnappte nach Luft, wollte aufspringen, aber sie wurde zu Boden gedrückt.


Zitat:Der Commander schob Yelena zur Steuerkonsole und drückte sie behutsam in den Sitz.
»Daisuke, kein Wort verlässt diese Brücke. Verstanden?«
a) Warum drückt Takahashi Yelena dorthin?
b) Von der Satzstruktur hat man erst den Eindruck, er redet mit Yelena. Ich denke, es ist beabsichtigt, dass er Daisuke anspricht ohne ihn anzuschauen. Aber dann müsste man etwas beisteuern:
Der Commander schob Yelena zur Steuerkonsole und drückte sie behutsam in den Sitz.
»Daisuke«, knurrte (brummte) er, ohne seinen Untergebenen anzuschauen, »kein Wort verlässt diese Brücke. Verstanden?«


Zitat:»Gesellschaftsfähig würde ich diesen Auftritt nicht nennen.« Takahashi deutete auf Nate und runzelte die Stirn. »Also kommen Sie zum Punkt.«
Ich habe Takahashi genau vor Augen und mit folgenden Attributen besetzt:
Japanisch, Soldat, Söldner, Befehlshaber/Zugführer/Gruppenführer, Vorgesetzter, Ehre, Pflicht, Gerechtigkeitssinn, Logik.
Gerade wegen der militärischen Aspekte finde ich das 'Also' Fehl am Platze. Kurz und bündig. In Ausnahmezuständen (und dafür sind die Soldaten/Söldner ja da) ist Labern ein Luxus. Und mitunter tödlich.
Vorschlag (wodurch auch mit dem Verb als erstem Wort mehr Eindringlichkeit zur Geltung kommt, so als ob Asad ein Untergebener ist):
»Gesellschaftsfähig würde ich diesen Auftritt nicht nennen.« Takahashi deutete auf Nate und runzelte die Stirn. »Kommen Sie zum Punkt.«
Kleinkariert. Ich weiß.
(Und wenn ich noch kleinkarierter sein darf: Um einen Arschtritt an diese Welt hier zu verteilen, solltest Du auch die gängigen / aufgezwungenen Modewörter verwenden: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sunshine and Beyond beispielsweise. Vorrangig bei Van Deelen.)

Zitat:»Mit Verlaub, Mr van Deelen: Miss Ivanova ist fest davon überzeugt, dass Mr Bishop vorübergehend unzurechnungsfähig war.«
Wenn ein Söldner/Soldat schon seinen (zivilen!) "Vorgesetzten" seine Meinung sagen muss, dann nicht so. Außerdem stärkt es Yelena nicht den Rücken, da die Logik auf sie verweist - und sie ist mehr als fragwürdig in Van Deelens Augen.
Vorschlag:
»Mit Verlaub, Mr van Deelen: Mr Bishop war vorübergehend unzurechnungsfähig.«
Kurz. Knapp. Bündig. Und eine Tatsache. Fertig.

Zu den Fragen:
Mir fällt auf, dass sich in den letzten Auszügen sehr viel auf der Brücke abspielt. Und abgesehen vom Funkpult hat der Raum nur das Aussehen, was der Leser ihm gibt. Da wäre es vielleicht an der Zeit, ein paar mehr Details einzubauen, die man prima mit der Handlung einbauen kann. Die Auseinandersetzung Asad/Kumi (Boden, Wand, andere Pulte) beispielsweise. Farbe, Gerüche, Deckenlicht. Monitore? Sitzformen? Liege? Schotts/Türen? Frontscheibe (?).

Die großen Verständnisfragen habe ich beiseite geschoben und mich auf die Dialoge, die Logik innerhalb der Szenen und Charaktere konzentriert. Da läuft alles wie ein Uhrwerk, geht also im Kopf klar. (Abgesehen von den klitzekleinen Kleinigkeiten weiter oben.)

LGD.


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Beitrag #3 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Da bin ich schon wieder Icon_smile

Zitat: Ich komme mit der Formatierung nicht klar. Das Kursive ist definitiv ein Stück Vergangenheit. Irgendein Doktor Artyom Karpenko. Vor Nate. Danach Nate selbst, allerdings verwirrt es, dass es nicht kursiv ist. Man denkt, dass es tatsächlich Nate ist - und dann ist er es doch nicht.
Jup, das Kursive ist Erinnerung. Das mit Nate ist dann nicht mehr kursiv, weil Yelena in dem Moment tatsächlich glaubt, Nate würde sie noch würgen. In der personalen Perspektive mache ich das oft, dass ich dem Leser die Empfindungen und Eindrücke des Erzählers als Wahrheit verkaufe. Immerhin hält der Erzähler es in dem Moment auch für wahr.
Was ich aber auf jeden Fall übernehmen werde, ist die kleine Umstellung, die du vornimmst. Dass sich Artyoms Erinnerungshände in Nates eingebildeten Hände verwandeln, das ist super. Gefällt mir richtig gut und passt auch seht toll auf die Vergangenheit der drei. Auch wenn Artyom und die ganze Geschichte um ihn, Yelena und Nate nicht wirklich eine Rolle für die eigentliche Geschichte spielt *lach*

Zitat: a) Warum drückt Takahashi Yelena dorthin?
b) Von der Satzstruktur hat man erst den Eindruck, er redet mit Yelena. Ich denke, es ist beabsichtigt, dass er Daisuke anspricht ohne ihn anzuschauen. Aber dann müsste man etwas beisteuern:

a) Takahashi ist ein bisschen in Sorge um Yelena und möchte nicht, dass sie nochmal umkippt. Sitzen ist da normalerweise besser, da fällt man nicht so schnell um. Und die Steuerkonsole ist ein Ort, an dem Yelena gewohnt ist, der Chef zu sein, da hofft er auch ein wenig drauf, dass es sie an ihre Position auf dem Schiff erinnert. Dass sie hier das Sagen hat und so. Tiefenpsychologie Mrgreen
b) Da muss ich schaun, wie ichs in den Lesefluss bekomme.

Zitat: Ich habe Takahashi genau vor Augen und mit folgenden Attributen besetzt:
Japanisch, Soldat, Söldner, Befehlshaber/Zugführer/Gruppenführer, Vorgesetzter, Ehre, Pflicht, Gerechtigkeitssinn, Logik.
Gerade wegen der militärischen Aspekte finde ich das 'Also' Fehl am Platze. Kurz und bündig. In Ausnahmezuständen (und dafür sind die Soldaten/Söldner ja da) ist Labern ein Luxus. Und mitunter tödlich.
Vorschlag (wodurch auch mit dem Verb als erstem Wort mehr Eindringlichkeit zur Geltung kommt, so als ob Asad ein Untergebener ist):

Du wirst lachen, aber Takahashi hatte da ursprünglich noch einen ganzen Satz und gute drei Füllwörter mehr in seinem Text *grins* Und ich war so stolz, als ich das alles gestrichen habe, weil seine Aussage plötzlich so viel knackiger war. Und nun kommst du und stößt mich auf dieses dumme »Also«, das ich aus unerfindlichen Gründen nicht bemerkt habe. Es kommt definitiv weg. Danke Icon_smile

Zitat: Kleinkariert. Ich weiß.
(Und wenn ich noch kleinkarierter sein darf: Um einen Arschtritt an diese Welt hier zu verteilen, solltest Du auch die gängigen / aufgezwungenen Modewörter verwenden: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sunshine and Beyond beispielsweise. Vorrangig bei Van Deelen.)

Kleinkariert ist gut. Finde ich zumindest.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird es bei mir aber niemals geben. Dafür hasse ich diese »Modeerscheinung« zu sehr. In keiner Weise will ich das irgendwie verbreiten.
Bei dem Thema werde ich allmählich echt schrullig. Hab vor drei oder vier Tagen über eine neue Figur nachgedacht, eine weibliche, und wirklich viele Gedanken daran verschwendet, ob sie sich selbst als »Werftmeister« oder als »Werftmeisterin« bezeichnet. Bin noch zu keinem Ergebnis gekommen, aber die Figur wurde sowieso zum Azubi degradiert. Ich hatte zu viele Frauen in Führungspositionen.
Es nervt mich selbst unsagbar – ich denke immer wieder darüber nach, ob ich nicht noch eine weibliche Rolle einführen soll, weil es bisher nur eine wichtige Frau gibt. Ich denke darüber nach, ob es nach Quotenfrau aussieht, wenn jedes Team genau eine Frau dabei hat. Ich denke darüber nach, Charaktere zu streichen, weil sie keine Frauen sind und ich viel mehr Männer habe, als Frauen. Ich habe keinen weiblichen Ork, eine weibliche Aztec, von der ich nicht weiß, warum sie überhaupt weiblich sein muss, und sogar der aktuelle Captain der Kumen-Esh ist weiblich, weil ich mir dachte, dass auf so einer Station sicher Wert darauf gelegt wird, dass die wichtigen Positionen etwas gleich zwischen Männern und Frauen aufgeteilt sind.
Dabei ist es mir selbst eigentlich egal. Bei den Aztec gibt es nunmal keine »Gleichberechtigung«. Frauen werden einfach sehr selten Soldaten und ziehen in den Krieg. Und warum muss dann eine von fünf Aztec eine Frau sein? Das ärgert mich so, weil diese »Frauenquote« bei mir inzwischen zum Teil einfach unterbewusst passiert. Aber ich will keine weiblichen Charaktere schaffen, nur um die Quote zu erfüllen.
Uff, sorry, das war jetzt vom Thema ab – aber es ist eine Sache, die mich sehr beschäftigt und teilweise auch fertig macht. Deshalb werd ichs zumindest auf sprachlicher Ebene auf keinen Fall näher thematisieren. Aber es hat gutgetan, es mal aufzuschreiben. Vielleicht sollte ich mir mal einen Blog einrichten, um über solche Dinge lamentieren zu können Mrgreen

Zitat: Wenn ein Söldner/Soldat schon seinen (zivilen!) "Vorgesetzten" seine Meinung sagen muss, dann nicht so. Außerdem stärkt es Yelena nicht den Rücken, da die Logik auf sie verweist - und sie ist mehr als fragwürdig in Van Deelens Augen.
Hm … das ist schwierig zu erklären, glaub ich. Takahashis Absicht ist es hier keinesfalls, van Deelen seine eigene Meinung zu sagen. Van Deelen kann es nämlich grad egal sein, was Takahashi denkt. Er möchte vielmehr, dass Yelena van Deelen ihre Meinung sagt. Weil sie auf dem Schiff das Sagen hat. Van Deelen MUSS auf sie hören. Zumindest laut Vorschrift. Es bringt also nichts, wenn Takahashi sagt »Bishop war unzurechnungsfähig«, weil die Aussage aus seinem Mund für van Deelen nicht weniger fragwürdig wäre, aber es würde van Deelen noch weniger interessieren, weil Takahashi hier sowieso nichts zu melden hat. Zumal er sich da auch auf Asads Wort verlassen muss, weil er selbst keine Ahnung von dem Thema hat. Und Asad sollte nicht allzu zuverlässig und aufrichtig daherkommen. Er ist ein Schläger mit großer Klappe.
Takahashi will den Fokus hier bewusst auf Yelena lassen, weil sie hier die Entscheidungsträgerin ist.
Was ich aber streichen werde, ist das »fest«, weil es zu stark betont und deshalb eher verzweifelt klingt.

Zitat: Mir fällt auf, dass sich in den letzten Auszügen sehr viel auf der Brücke abspielt. Und abgesehen vom Funkpult hat der Raum nur das Aussehen, was der Leser ihm gibt. 
Huh, erwischt *lach* Wenn irgendwann mal alles so ist, wie es sein soll, hat der Leser an dieser Stelle schon lange eine Beschreibung der Brücke und eine halbwegs gute Vorstellung der Anordnung und all das. Dafür gibt es in einem früheren Kapitel eine sehr gute Gelegenheit, die bisher leider noch ungenutzt ist, weil ich selbst keine Ahnung habe, wie es auf der Brücke aussieht. So wie ich keine Ahnung vom gesamten Schiff hab. Nur den Umkleideraum kann ich mir gut vorstellen Icon_ugly

Tut mir Leid, dass meine Antwort jetzt so zerfasert ist. Ich hab heut Nacht nicht geschlafen und irgendwie schlägt die Müdigkeit durch. Aber sonst verschieb ich das Antworten wieder und dann vergess ich es und verschieb es wieder …
Nochmal vielen Dank für deine Zeit und deine Aufmerksamkeit Icon_smile

Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #4 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Hallo Lanna.

Zitat:Gottogott, mein Nervengerüst ist doch noch nicht so weit in Sachen »Kommentare bekommen«, wie ich dachte. Meine Finger haben richtig gezittert, als ich sah, dass der erste Kommentar da ist und auch noch einer von dir. Aber zum Glück triffst du mich nicht an unvorhersehbaren Stellen *lach*

Also erstmal: Vielen Dank für deine Meinung Icon_smile Ich habs mir jetzt erstmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, weil ich nach wie vor ein bisschen brauche, um nicht direkt in eine rechtfertigende Haltung zu fallen. Die Macke werd ich wohl nie los.

Ich weiß wie schwer das ist. Gerade als Jemand, der eigentlich in anderen Gefilden unterwegs ist. Und dann auch noch etwas völlig Neues auszuprobieren: Orks im Weltraum. Icon_wink
Bei mir ist es nur ein (anderer) Planet mit einem Mischmasch aus Dystopie, Utopie, Fantasy und SF-Gedönse. Und die Orks kamen bis jetzt nicht einmal in die Nähe des Weltraums. (Obwohl die Technik zur Verfügung stand.) Ob das so bleibt, weiß ich nicht ... *hustja*

Egal, was ich sagen will (nicht möchte) ist: Es ist scheißeschwer sowas. Und dann auch noch auszugsweise alles darstellen. Völlig normal, wenn es an einigen Stellen noch knarrt und knistert.

Zitat:Huh, erwischt *lach* Wenn irgendwann mal alles so ist, wie es sein soll, hat der Leser an dieser Stelle schon lange eine Beschreibung der Brücke und eine halbwegs gute Vorstellung der Anordnung und all das.
Saryns Wiki des Grauens oder seine Impressionen auf deviantArt - mehr sag ich gar nicht.

Zitat:Aber es hat gutgetan, es mal aufzuschreiben. Vielleicht sollte ich mir mal einen Blog einrichten, um über solche Dinge lamentieren zu können
Ich wollte jetzt kein Fass aufmachen, ehrlich. Mich kotzt es zurzeit auch dermaßen an ...

Mach Dir keinen Kopp.

LGD.


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Beitrag #5 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Hi D.,

nur kurz

Zitat:Ich wollte jetzt kein Fass aufmachen, ehrlich. Mich kotzt es zurzeit auch dermaßen an ...
Hast du nicht. Ich hab bloß in einer ... "emotionalen" Phase geantwortet und bin etwas abgedriftet Icon_wink Manchmal überkommt es mich und dann muss ich mir Zeug von der Seele schreiben. Aber ich will dann auch nicht meine Kommentare nochmal nacheditieren.

Kopp mach ich mir eh immer Icon_ugly

Und ich mag deine Kommentare unter anderem deshalb so gern, weil du zwar mit den Geschichten arbeitest, aber das auf einer menschlichen Ebene Icon_bussi

Liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #6 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Zitat:»Sie wacht auf, Commander«, verkündete eine Stimme irgendwo hinter Yelenas Lidern. »Verstehen Sie mich, Miss Ivanova?«
»Sag mal, was hältst du eigentlich von ›Yelena Karpenko‹?« Artyoms Lächeln, das Fältchen um seine Augen malte.
»Wird das etwa ein Heiratsantrag, Doktor?«
Er lachte rau. »Bist du das ständige ›Ivanova!‹ nicht leid?«
Das Zittern auf ihrer Haut, wenn er mit den Fingerkuppen über ihre Wange strich, ihre Halslinie nachzeichnete.
Nates Finger an ihrer Kehle drückten zu, so fest, dass sie kaum noch atmen konnte. Sie schnappte nach Luft, wollte aufspringen, aber sie wurde zu Boden gedrückt.
Starker Einstieg, gefällt mir gut.
(Irgendwie hab ich das Gefühl, wenig nützliche Kommentare zu schreiben^^)

Zitat:»Nein!« Sie packte Asads Schulter und schüttelte bestimmend den Kopf. »Es könnten auch Nebenwirkungen vom Ephedrin sein. Wenn die Dosis zu hoch war oder –«
… wenn die Injektion mit irgendetwas in Nates Blut reagiert hat.
Das ist echt eine schöne Zwickmühle, in die du sie hier gebracht hast^^
Alles, was sie sagen könnte um Nate zu entlasten, würde ihn wieder belasten.
(Captain Obvious to the rescue!)

Zitat:»Geht es Ihnen nicht langsam selbst auf die Nerven, Miss Ivanova, dass jeder hier tut, was er will?«, mischte sich zu allem Überfluss van Deelen ein.
Sehr hilfreich, Janis. Danke, du Depp Mrgreen

Joa, die Kommentare werden immer kürzer, weil es einfach nicht so viel zu sagen gibt.
Sehr, sehr saubere Arbeit. Könnte im Endeffekt dasselbe schreiben, wie unter 4.1, aber das lass ich einfach mal.
Mann, Mann, Mann, die Geschichte lebt!

PS: Takahashi sammelt bei mir aktuell auch Pluspunkte^^
PPS: Ich weiß ja nicht, welche Informationen im Takahashi-Abschnitt vermittelt werden würden, aber die Tatsache, dass Asad auf vD losgegangen ist, kommt auch so gut genug rüber. Wenn das also alles wäre, könntest du das mMn ruhig so lassen.

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Beitrag #7 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Zitat:Starker Einstieg, gefällt mir gut.
(Irgendwie hab ich das Gefühl, wenig nützliche Kommentare zu schreiben^^)
Nicht doch! Auch wenn ich bei meinen anderen Geschichten immer sag, dass ich Meckerei will und das alles - bei Kumen-Esh ist es einfach Balsam für die Schreiberseele, wenn in Kommentaren auch die "Gefällt mir"-Stellen rausgesucht werden. Bei dem Projekt schwanke ich so stark zwischen "Grottenschlecht geschrieben" und "Aber endlich hab ich mal eine Idee, die ich selbst nach drei Jahren noch gut finde!", dass ich mir manchmal echt einfach nur die positiven Stellen aus den Kommentaren raussuche und sie mir durchlese Icon_ugly

Zitat:Sehr hilfreich, Janis. Danke, du Depp
Hehe - Janis und sein Gespür für die richtigen Worte zur richtigen Zeit haben mir in der letzten Szene wieder mal viel Freude gemacht. Aber er meint das nichtmal böse - das kommt hoffentlich rüber - sondern er ist einfach so. Naja gut, ein bisschen gemein und gehässig ist er schon, aber eigentlich will er nur geliebt werden Icon_ugly (oder befördert)

Zitat:Mann, Mann, Mann, die Geschichte lebt!
Icon_bussi

Zitat:Takahashi sammelt bei mir aktuell auch Pluspunkte^^
Im Moment ist er mein Sorgenkind. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein und der Leser mag ihn bis zur Problemstelle so sehr, dass er darüber hinwegsieht *lach*
Aber prinzipiell mag ich ihn auch gern.

Zitat: Ich weiß ja nicht, welche Informationen im Takahashi-Abschnitt vermittelt werden würden, aber die Tatsache, dass Asad auf vD losgegangen ist, kommt auch so gut genug rüber. Wenn das also alles wäre, könntest du das mMn ruhig so lassen.
Jo, mehr ist da nicht passiert. van Deelen hat das Dummes gesagt, Asad hat sich auf ihn gestürzt, ihm nen Schlag gegen den Kopf verpasst, Kumi hat Asad das blaue Auge verpasst und Takahashi hat dann hinterher aufgeräumt Mrgreen
Mir gefällt es zur Zeit nur nicht so, dass zwischen Yelenas Bewusstlosigkeit und ihrem Aufwachen keine Erzählzeit vergeht, dass es so nahtlos hintereinander steht. Und - Freak der ich nunmal bin - wäre es mir eigentlich lieber, wenn sich die Kapitel immer abwechseln würden, also keine Perspektive zweimal hintereinander kommt.
Aber ich weiß selbst, dass DAS keine Gründe sind, ein ganzes Kapitel zu schreiben *lach* Deine Anmerkung schreib ich dann mal auf die Seite Kontra-zusätzliches-Kapitel Icon_wink

Also, nochmal ein dickes Dankeschön, sowohl für die Pingeligkeit und die Formulierungskrittelei, wie auch für das ganze positive Feedback und das Lob. Ersteres werde ich spätestens bei der Gerneralüberholung zu Rate ziehen und letzteres verpack ich mir für schlechte Tage, um meine Motivation zu füttern, wenn sie mal wieder hungert.
Danke dir! Wie kurz deine Kommentare auch sein mögen Icon_bussi

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
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Beitrag #8 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
... und schon wieder ich! Icon_smile

Zitat:»Sag mal, was hältst du eigentlich von ›Yelena Karpenko‹?« Artyoms Lächeln, das Fältchen um seine Augen malte.
»Wird das etwa ein Heiratsantrag, Doktor?«
Er lachte rau. »Bist du das ständige ›Ivanova!‹ nicht leid?«
Oha, eine Person, die bisher noch nicht aufgetaucht ist. Und die offenbar mehr von Yelena wollte ... während sie ihn eher als Freund schätzte und sich viel lebendiger mit Nate fühlte. *hust* Mrgreen

Zitat:Ein dunkelroter Bluterguss umrahmte sein linkes Auge.
Aha? Ist es zu Handgreiflichkeiten gekommen? Aber nicht mit unserem geliebten Janis, oder?

Zitat:Ein Flashback ist die einzige logische Erklärung. Orientierungslosigkeit, emotionale Instabilität, seine plötzliche Vorliebe fürs Elfisch.
Ist ein Flashback hier der Fachbegriff für eigentlich integrierte Elfen, deren "überschriebene" "böse" Aztec-Persönlichkeit durchbricht? Was wird bei der Integration von Aztecs eigentlich gemacht? Klingt sehr nach Gehirnwäsche.

Zitat:»Während der Integration eines Aztec«, setzte der Perser ungeachtet ihres flehenden Kopfschüttelns an, »werden Erinnerungen und Wertvorstellungen, teilweise sogar ganze Verhaltensmuster ausradiert – eine Gehirnwäsche, wenn man’s so nennen will.
Icon_cool Also lag ich ganz richtig. Die Frage ist: warum weiß Takahashi das nicht? Ist das keine allgemein bekannte Information? Wenn nein, warum weiß es dann Yelena? Sehr seltsam.

Zitat:Der Betroffene hält sich jahrelang für ein vorbildlich unterdrücktes Mitglied der Gesellschaft
Icon_lol

Zitat:Natürlich wusste sie das alles. Jedes Unternehmen, das Aztec beschäftigte, war verpflichtet, die Mitarbeiter über dieses Risiko aufzuklären.
Perfekt, da ist die Erklärung. Interessant und seltsam aber, dass das Militär nicht darüber Bescheid weiß.

Zitat:Bei diesen Worten richtete er seinen Blick auf die Frontscheibe, hinter der die Kumen-Esh noch immer schlief. Oder verweste.
Hab mir schon gedacht, dass die Kumen-Esh die unbekannte Station ist, die sie in Teil 3 erwähnt haben ... aber zwischendurch hat die Crew offenbar mehr herausgefundent.
Das Bild mit der Verwesung gefällt mir gut.

Zitat:Sie würde die Kumen-Esh anfliegen, ihre Koordinaten und eine Route für den Rückflug einholen und hoffen, dass van Deelen irgendwann zwischen jetzt und dann einem partiellen Gedächtnisverlust zum Opfer fiel. Oder einem Herzinfarkt.
Gut, den nötigen Zynismus hat Yelena. *lacht*

Zitat:Ihr Blick fiel auf Asad, der sich kaum Mühe gab, sein spöttisches Grinsen zu verbergen. Geschickt fing er das Kühlpad auf, das Kumi ihm zuwarf, und drückte es auf sein blaues Auge.
*g* Ich wusste es! Schön. Eine einmütig zusammenarbeitende Crew von Gestrandeten wäre ja auch langweilig. So viel Potential für Konflikte!

Zitat:»Mr Bishop ist in Gewahrsam und unter Kontrolle«, schaltete Takahashi sich nun doch ein und Yelena wäre ihm dafür am liebsten um den Hals gefallen. »Er stellt keine Gefahr dar.«
Hab ich schonmal erwähnt, dass ich Takahashi mag? Icon_smile

Fazit

Wie oft bei Fortsetzungsgeschichten, werden die Kommentare immer kürzer, da vieles bereits gesagt ist. Deine Geschichte liest sich weiterhin sehr gut. Mit Bewegungsabläufen und Emotionen habe ich keine Probleme (im Gegenteil), die charakterliche Mischung finde ich spannend und der zusammengewürfelte Haufen wächst mir langsam ans Herz. Darüberhinaus finde ich das Setting (ScienceFantasy) total toll.
Bisher scheint mir noch kein Charakter aus der Rolle gefallen zu sein und die logischen Brüche halten sich in Grenzen (Icon_wink).
Ich muss Dread Recht geben, wenn er meint, es wäre gut mehr über die Brücke zu wissen (aber deine Antwort darauf stellt mich vorerst zu frieden).
Ich denke auch, dass ein Zwischenkapitel aus der Sicht Takahashis nicht notwendig ist (man muss nicht immer alles ausbuchstabieren) - kann aber dein Bedürfnis verstehen, irgendetwas einzufügen. Das würde mir genau so gehen, um das Verstreichen der Zeit zu vermitteln. Hm. Gibt es vielleicht noch eine andere Fraktion, aus deren Perspektive zu Schreiben sich lohnt? Oder ist dort vielleicht Platz für eine Rückblende, die du sowieso irgendwo einfügen wolltest? Vielleicht nutzt den Platz auch, um uns die Szene intensiv zu beschreiben, wie der Raumkutter vor der Kumen-Esh rumschwebt und uns so deren Aussehen näherzubringen?
(Ich bin bisher stillschweigend davon ausgegangen, dass du zu einem anderen Zeitpunkt darstellst, wie du Kumen-Esh eigentlich aussieht - immerhin wirft Takahashi ja in diesem Text einen Blick durch die Frontscheibe, ohne dass du ein Wort darüber verlierst.)

Gefällt mir gut, weiter so!
Liebe Grüße,
WW

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Beitrag #9 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Mal schaun, ob ich mir hier kürzer gefasst bekomme Icon_wink

Zitat:Oha, eine Person, die bisher noch nicht aufgetaucht ist. Und die offenbar mehr von Yelena wollte ... während sie ihn eher als Freund schätzte und sich viel lebendiger mit Nate fühlte. *hust*
Ich nenne Artyom liebevoll meine "komplett überflüssige Vorgeschichtennebenhandlung" Icon_ugly Im Ganzen ist er hier schon namentlich bekannt und zur Zeit versuche ich, subtil einzubringen, was da wie gelaufen ist, um eine andere Person zu charakterisieren. Natürlich ohne jeglichen Zusammenhang zum eigentlichen Geschehen.

Zitat:Aha? Ist es zu Handgreiflichkeiten gekommen? Aber nicht mit unserem geliebten Janis, oder?
Hehe. Würde sich doch niemand jemals an Janis vergreifen. Der weiß doch, wie man sich Freunde macht!

Zitat:Ist ein Flashback hier der Fachbegriff für eigentlich integrierte Elfen, deren "überschriebene" "böse" Aztec-Persönlichkeit durchbricht? Was wird bei der Integration von Aztecs eigentlich gemacht? Klingt sehr nach Gehirnwäsche.
Auch wenns überflüssig ist: Ja. Mrgreen
"überschriebene" "böse" ruhig auch ohne Anführungszeichen Icon_ugly

Zitat:Also lag ich ganz richtig. Die Frage ist: warum weiß Takahashi das nicht? Ist das keine allgemein bekannte Information? Wenn nein, warum weiß es dann Yelena? Sehr seltsam.
Zum ersten Teil: Ein guter Einwand, warum das Militär davon nichts weiß. Ich hab versucht, es mir selbst zu erklären (denn mein Hauptgrund, warum Takahashi es nicht weiß, ist der, damit Asad einen Vortrag halten kann und es dem Leser erklärt *lach*) und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:
Zum einen agiert das Militär hauptsächlich in den Grenzregionen, wo integrierte Aztec nur selten hindürfen. Nate hat sich da extra eine Lizenz für gekauft, damit er auch auf den Grenzrouten fliegen darf, was mehr Geld bringt, da dort die Strecken einfach länger sind und somit die Flugzeiten höher. Während seiner Soldatenzeit ist Takahashi damit also gar nicht in Berührung gekommen. Und auch seine Söldnerzeit verbringt er zum Großteil in Grenzregionen. In einer früheren Szene beschreibe ich die Brücke aus seiner Sicht und mache da hoffentlich klar, dass es das erste Mal ist, dass er einen Aztec-Piloten bei der Arbeit sieht.
Zum anderen ist es natürlich keine gute Werbung für ein Reiseunternehmen, wenn allgemein bekannt ist, dass der Pilot sich jederzeit in eine Killermaschine verwandeln kann. Ich mein, schlechtes Essen nimmt man für billige Flüge ja vielleicht in Kauf und auch das Risiko, den ein oder anderen Koffer zu verlieren. Aber einen psychisch labilen Piloten? Mrgreen Daher sind die Unternehmen hier auch selbst darum bemüht, dass sowas nicht öffentlich wird. Die meisten integrierten Aztec sind Piloten, das würde ich gerne noch irgendwo unterbringen, weil sie eben besondere Fähigkeiten haben, die beim Astralflug enorme Vorteile bieten. Zudem gibt es nicht soo viele integrierte Aztec, dass man an jeder Ecke über einen stolpert.
(ich überleg mir immer wieder, ob ich die Kommentare erstmal privat nur für mich beantworte und mich da dann auslabere, weil mir während des Schreibens oft auch Dinge klar werden oder Lösungen einfallen, und dann im Forum eine schlankere Version einstelle Icon_ugly )

Zitat:Hab mir schon gedacht, dass die Kumen-Esh die unbekannte Station ist, die sie in Teil 3 erwähnt haben ... aber zwischendurch hat die Crew offenbar mehr herausgefundent.
Wobei alle Kapitel mit diesem Thema noch einen fetten Überarbeitungsstempel drauf haben. Damit bin ich nämlich noch gar nicht zufrieden. Auch die Einführung des Namens gefällt mir nicht mehr, weil es eigentlich keinen Grund gibt, aus dem der Name außen auf der Station stehen sollte.

Zitat:Das Bild mit der Verwesung gefällt mir gut.
Subtiles Foreshadowing Mrgreen

Zitat: Das würde mir genau so gehen, um das Verstreichen der Zeit zu vermitteln. Hm. Gibt es vielleicht noch eine andere Fraktion, aus deren Perspektive zu Schreiben sich lohnt? Oder ist dort vielleicht Platz für eine Rückblende, die du sowieso irgendwo einfügen wolltest?
Eine Rückblende eher nicht. Ich habe kurz darüber nachgedacht, die Vergangenheitsszene mit Artyom weiter auszubauen, so eine Art Traumerinnerung, aber dafür ist die Sache eigentlich zu unwichtig.
Allerdings hätte ich vielleicht eine Perspektive, die ich hier kurz einschieben könnte, was vermutlich auch die Spannung um etwa 1000% erhöhen würde *lach* - bin nur noch sicher, ob ich die Perspektive überhaupt in der Geschichte einführen werde. Wenn ich sie nutze (abhängig davon, ob ich oft genug darauf zurückgreifen würde), bekommt sie hier ihren ersten Auftritt. Interessant wäre es bestimmt. Danke für die Idee!

Zitat:(Ich bin bisher stillschweigend davon ausgegangen, dass du zu einem anderen Zeitpunkt darstellst, wie du Kumen-Esh eigentlich aussieht - immerhin wirft Takahashi ja in diesem Text einen Blick durch die Frontscheibe, ohne dass du ein Wort darüber verlierst.)
Jup, richtig. Um die Entdeckung und Einordnung der Kumen-Esh geht es etwa zwei Kapitel lang. Samt Beschreibung des Aussehens (sobald ich weiß, wie das Teil aussieht *lach*) und Erklärung, warum das so merkwürdig ist, dass die Station da ist wo sie ist.
(ich vermeide mit Absicht die ganzen Kapitel onzustellen, die irgendwo Beschreibungen enthalten. Die sind nämlich noch alles andere als vorzeigbar Mrgreen )

Zitat:Gefällt mir gut, weiter so!
Aye aye! (ich versuchs zumindest Icon_wink )

Vielen lieben Dank für die Kommentare. Ich kann sehr viel draus mitnehmen, etliche Denkanstöße und natürlich ein dickes, fettes Grinsen Mrgreen Ich hätte nie gedacht, dass mir altem Fantasy-Hasen ausgerechnet eine SciFi-Geschichte so ans Herz wächst. Aber nicht zuletzt wegen der Kommentare hier im Forum will ich was wirklich Gutes daraus machen. Und es tut gut zu sehen, dass ich auf dem richtigen Weg zu sein scheine Icon_wink

Ganz liebe Grüße
Lanna

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Beitrag #10 |

RE: Kumen-Esh (Auszug 4.2)
Hallo Lanna,

da du im Zuge des Kommentarwettbewerbs bislang so außerordentlich spärlich mit Kommentaren bedacht wurdest, ... mach ich mal weiter mit dem nächsten Teil.

Zunächst einmal: Ich finde nicht, dass die Geschichte ein Kapitel zwischen 4.1 und 4.2 braucht. Aus dem einfachen Grund, dass du die Geschehnisse so gut umreißt, dass ich beim Lesen ein Bild davon bekomme. Denn: Was würde es dem Leser groß bringen, wenn du die Szene beschreibst? Wie alle sich ein bisschen prügeln und dann ihre Wunden lecken, bis Yelena wieder aufwacht. Das kann man vllt machen, wenn der Film nicht lang genug ist, aber vom Gefühl her kommen wir hier auch so auf Kinolänge Icon_wink

Zum Inhalt: eine ruhigere Szene, liest sich ein bisschen wie das Aufwachen nach dem Rausch. Zwischen den Zeilen schwebt noch ein Rest Tinnitus, das Herz schlägt bis in den Hals und gleichzeitig drängt die Erschöpfung es wieder an seinen angestammten Platz. Zeit für eine Kopfschmerztablette und dann Schritt für Schritt für Schritt um die Trümmer herum die Scherben wegkehren. Am Anfang schwebt Yelena zwischen ihren Leben: einer weiten Vergangenheit mit Artjom, einer nahen Vergangenheit mit Nate, einer knapp vergangenen Gegenwart mit Nates am Hals und einem Jetzt, das für den Moment so gar nichts zu bieten hat. Außer Takahashi, der Ruhe bewahrt und - wohl auch dank seiner Erfahrung - entschieden Entscheidungen trifft, ohne sie aufzuzwängen. Er gefällt mir, denn er wertet neutral, ohne Vorurteil an dieser Stelle. Ruhig, sachlich. So eine Figur tut der Geschichte sehr gut. Ebenso wie der aufbrausende Asad.
Yelena wirkt völlig überfordert. Wahrscheinlich nicht zuletzt weil es schwer fällt, die Verantwortung zu tragen und dabei biased zu sein. Es gibt im Deutschen kein richtig schönes Wort dafür ... voreingenommen, befangen, parteilich.
Bei van Deelen hatte ich ein bisschen das Gefühl, du wusstest nicht recht, wie er sich hier verhalten soll. Er hat auch eine abgekriegt, ist erst sehr still und dann kommen doch wieder seine üblichen Sprüche. Vllt habe ich auch einfach erwartet, dass er etwas "menschlicher" rüberkommt, jetzt, wo er eine abgekriegt hat. Dass er in irgendeiner Form die Fassade fallen lässt. In welche Richtung spielt dabei eigentlich keine Rolle - entweder er erkundigt sich nach Yelenas Zustand oder er macht sie richtig zur Sau. Mh, aber vielleicht hatte ich auch einfach die falsche Erwartung an dieser Stelle.

Inhaltlich gibt es drei Punkte, die mir nicht ganz klar waren:
1. Wie lange war Yelena bewusstlos? Die anderen müssen ja schon Zeit gehabt haben, sich zu prügeln, alle müssen Zeit haben zu gehen (wohin?). Da dachte ich, sie wäre halt schon eine Weile weg gewesen. Aber dann kommt van Deelen und es wirkt, als wäre seine Wunde noch ganz frisch, also war sie doch nur ein paar Minuten weggetreten? Dafür hält sie sich aber zu Beginn sehr gut, ja, der Hals tut weh. Und ihr ist ein bisschen schwindlig, als sie aufsteht. Mh, vllt sollte sie sich dann einfach relativ schnell wieder hinsetzen? Und etwas trinken, einen Schluck Wasser. Etwas in der Richtung hat mir da gefehlt.

2. Der Raum. Wo sind sie? Ich dachte irgendwie, dass sie auf der Krankenstation sind. Aber wie es sich dann liest, sind sie in dem Raum, in dem auch 4.1 gespielt hat. Das war mir nicht so richtig klar.

3. Takahashi. Auch wenn mir seine Rolle hier sehr gut gefällt, zu Beginn ist er für mich inkonsequent. Einerseits nimmt er total Rücksicht auf Yelena, sagt, sie soll sich nicht überanstrengen, die anderen nicht so laut sprechen usw. Andererseits sagt er, sie hätte nur kurz Zeit, um ihn davon zu überzeugen, dass es richtig war, Nate nicht zu erschießen. Und fragt sie sehr direkt nach dem Flashback aus. Da nimmt er dann keine Rücksicht. V.a. die erste Stelle (Sie haben nur kurz Zeit) würde ich in Anbetracht der Rücksicht, die er eigentlich nimmt, etwas entschärfen. Vllt auch nur, indem er etwas sagt in Richtung "Trinken Sie einen Schluck und dann will ich wissen, weshalb ich Nate nicht einfach umgelegt hab."
[quasi Edit:] Ich sehe gerade, dass er sie zwischendurch noch einmal in den Stuhl drückt. Mh. Mir war es trotzdem noch ein klein bisschen zu wenig.

Anmerkungen:
Zitat:»Sag mal, was hältst du eigentlich von ›Yelena Karpenko‹?«
Sollte es nicht dennoch "Kapenkova" heißen? Zumindest wenn du dich bei der Namensgebung am Tschechischen (klick) orientierst.
Zitat:»Ist bewusstlos, vorläufig in Gewahrsam genommen, aber stabil«, beruhigte Asad sie.
Ich habe mich sehr gewundert, dass er im gleichen Raum ist. Denn für mich klingt "vorläufig in Gewahrsam genommen" nicht, als würde er quasi neben ihnen liegen. Sondern als hätten sie ihn irgendwohin weggesperrt, wo er niemandem schaden kann (außer evtl. sich selbst).
Zitat:»Gesellschaftsfähig würde ich diesen Auftritt nicht nennen.« Takahashi deutete auf Nate und runzelte die Stirn. »Kommen Sie zum Punkt.«
Mh, "Kommen Sie zum Punkt" passt hier nicht so richtig, Asad schwafelt doch gar nicht.
Zitat:und hoffen, dass van Deelen irgendwann zwischen jetzt und dann einem partiellen Gedächtnisverlust zum Opfer fiel. Oder einem Herzinfarkt.
Mrgreen
Zitat:Aber wenn sie sich nicht auf irgendetwas konzentrieren konnte, würde der Gedanken an die Zukunft sie verrückt machen.
der Gedanke
Zitat:ein Schritt nach dem anderen. Dann konnte auch immer nur eins nach dem anderen schief gehen.
Hehe, sehr gut!
Zitat:Die kühlen Worten waren mehr Drohung, als es Nates Hand an ihrer Kehle je hätte sein können. Er würde sie auseinandernehmen.
"auseinander nehmen" auseinander
Zitat:Takahashi verriet nicht durch die kleinste Regung, ob ihm dieser Seitenhieb etwas ausmachte.
Der Satz liest sich seltsam. Normalerweise macht man diese Formulierung in der Richtung von "nicht die kleinste Regung verriert" oder in der Richtung. Durch das "durch die kleinste Regung" wird es dann verdreht kompliziert. Also vllt: "Nicht die kleinste Regung verriet, ob Takahashi dieser Seitenhieb etwas ausmachte."

Ich bin dann ja bald durch. Wird also Zeit für Auszug 6. Den les ich dann auch nicht erst mit einem halben Jahr Verspätung. Denke ich Icon_smile

Viele Grüße
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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