Es ist: 27-10-2021, 03:44
Es ist: 27-10-2021, 03:44 Hallo, Gast! (Registrieren)


5 Wörter - Teil 32 (abgeschlossen)
Beitrag #1 |

5 Wörter - Teil 32 (abgeschlossen)
Hallo verehrte Spontan-Lyriker und -Prosa-Schöpfer,

die nächsten 5 Wörter kommen aus dem Arbeitsalltag und zwar aus meinem. Nachdem ich beruflich Technik-Prosa aus den Tasten zaubere, werde ich mich bemühen, die Technik außen vor zu lassen und stattdessen aus meiner beruflichen Umgangssprache zu schöpfen.

Hier also die neue Aufgabe:

-Editor
-Funktion
-Prozedur
-Variable
-Mandelbrot

Zugegebenermaßen nicht hundertprozentig deutsch, aber durchaus im Duden, oder? Icon_confused

Ich wünsche viel Freude beim Drumherumstricken von Buchstaben.

Herzliche Grüße
Porter


Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Zitat:Hier also die neue Aufgabe:

-Editor
-Funktion
-Prozedur
-Variable
-Mandelbrot
...Icon_confused...Icon_slash...Icon_wink...Icon_cool

Weihnachten 2525

"Liebe Gemeinde des großen Rates, liebe Kleinkrämer und Mitläufer.
Wir sind auch in diesem Jahr zusammengekommen, um unserem Schöpfer,
dem einzig wahren Editor aller Welten, unsere Ehre und Demut zu erweisen. Auch wenn es Zeiten in den vergangenen gut 2500 Jahren gab, in denen die Maschinerie ins Stottern kam, der Motor nicht so geschmiert lief, wie wir uns das immer wünschen, so blieb dennoch die Funktion des Großen und Ganzen stets gewährleistet. Die Strukturen sind nach wie vor gut erhalten, und auch wenn die Produktionskette hin und wieder Schwankungen und äußerlichen Einflüssen ausgesetzt war und ist, hat sich das Wesentliche der Prozedur nicht verändert. Der Mensch an sich ist immer - ja, Brüder und Schwestern, lasst mich das betonen!- ist immer eine Variable geblieben, der gerade durch seine Anpassungsfähigkeit sowohl zum nachhaltigen Erfolg als auch zur steten Verbesserung der Schöpfung beigetragen hat, trotz aller Zerwürfnisse und Rückschläge, die es im Wandel der Zeiten sicherlich auch gegeben hat.
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Leichtsinnige und Schwerenöter, Schwerverbrecher und leichte Mädchen, Leichtathleten und Schwermetaller,
schließen möchte ich mit dem 'Gleichnis vom hässlichen Schwänlein', dem kein operativer Eingriff und kein Outsourcing von körperlichen Ressourcen halfen, ein Schmetterling zu werden.
Geht nun nach Hause in Demut, begebt Euch in den Kreis Eurer Bagagen, und backt, wie immer an diesem Tag, frisches Mandelbrot, wie es Sitte war und bleiben wird für immer und ewig!"

*hinweise auf kommata-fehler willkommen! Icon_wink


Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Servus poLet,

danke, dass du dich der 5 Wörter angenommen und daraus diese futuristische Weihnachts-Geschichte gezaubert hast.

Nachdem das Echo ansonsten zu verhallen scheint, möchte ich noch einmal für meine Wörter werben, die -obwohl aus meinem Berufsalltag- durchaus einen umgangssprachlichen Charakter aufweisen.

Funktionen und Prozeduren laufen auch im Alltag ab, z. B. wenn wir uns morgens auf den Tag vorbereiten, dann läuft eine Tätigkeit nach der anderen ab (=Prozedur, aufstehen, ..., Kaffee/Tee aufsetzen, waschen usw.). Wir nutzen die Funktion des Weckers, des Lichtschalters, des Kaffeeautomaten etc.), um in den Tag zu starten. Die Variable wird z. B. umgangssprachlich, wenn wir das Wort als Symbol für eine Person oder einen Gegenstand gebrauchen, die/der -einmal in unser Leben getreten- es in eine andere Richtung lenkt oder nachhaltig etwas verändert.

Ich weise auch noch einmal darauf hin, dass die Worte auch hin- und hergewälzt, gedrückt und zerrissen werden können. So gilt es auch, wenn die wörtliche Rede: "Edi, du Tor!" vorkommt. Auch die Erweiterung Editorial oder " ... zu 90 Prozent in E-Dur" ist erlaubt. Fantasie ist gefragt.

Zeit bleibt genug. Es grüßt in fröhlicher Erwartung
Porter


Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Loblied auf den Computer 123.txt

Der Computer ist ohne Zweifel die größte Erfindung unseres Jahrhunderts, ja, unseres Jahrtausends. Auf einer Stufe mit Dingen wie dem Rad und dem Feuer, wenn nicht über beidem, auf einer Stufe mit der Werdung des Menschen, aus dem wiederum der Computer hervorging. Dieser tritt damit in gewisser Weise aus seiner Funktion als geschaffene Sache - ach, ich will es gar nicht verleugnen - Wesen hervor und wird seinem Schöpfer gleich, ähnlich der Menschwerdung Jesu, als Gott, unser Schöpfer, auf unsere Stufe hinabtrat, weil wir nicht fähig waren, zu ihm hinaufzukommen. Doch der Computer hat diese Prozedur vollzogen und es dauert nicht mehr lange, bis sich die Schöpferrolle umkehrt, bis der Computer Menschen schafft und damit zum Gott wird.
Es ist geradezu ein Zeichen der technischen Schöpfung, dass der Computer sich über mich als Medium hier zum Lobredner über seine eigene Art aufschwingt. In gewisser Weise geschieht der oben genannte Vorgang jetzt schon, indem der Computer das schöpferische Wesen in mir selbst erst hervortreten lässt. Sicherlich, ich könnte dieses Dokument hier auch auf einen Block schreiben statt in den dem Betriebssystem eigenen Editor, doch wie sehr würde mich dies begrenzen? Nicht nur die materielle Begrenztheit des Blocks an sich im Gegensatz zum beinahe unendlichen Raum auf der Festplatte des Computers, nein, auch die fehlenden Hilfsmittel eines Blocks würden mich behindern, ja, verhindern. Und dass ich den Editor und nicht Word verwende, liegt auch nur an den komischen Vorgaben irgendeines Wettbewerbs. Wie auch immer, heutzutage ist der Computer als LapTop, ein solches Exemplar wie dieses, an dem ich gerade schreibe, überall hin mitzunehmen. So können Menschen aller Art, ob nun Studenten oder Handwerker, Autoren oder Leser, Süßigkeitenesser oder Diätzeitschriften-Konsumenten, Mandelbrot-Verschlinger oder Mandelbrotallergiker, sie alle können über die Eingabe von ein paar Variablen eine Funktion erschaffen, ihre fehlerhaften Dokumente durch die Rechtschreibprüfung laufen lassen oder sich ihre eigene Mandelbrotmenge erstellen. Es gibt rein gar keine Probl

Akku auf 5%. Bitte fahren Sie den Computer herunter oder schließen ihn an ein Ladekabel an.

Was? Verdammt, ich war doch fast fertig! Nun gut, das ist ja ein weiterer Vorteil des Computers: nichts kann verloren gehen. Einfach noch schnell speichern und das auch nur, weil ich im Editor arbeite.
Klick.
Datei... Speichern unter...
"Loblied auf den Computer 123.txt"

Was?


Eine Datei mit demselben Namen ist bereits vorhanden.

Ach, verdammt. Nun ja...
"Loblied auf den Computer 123zafsifk.txt"

Unendliche viele Kombinationen zur Speicherung. Hoch lebe der Compu ... was?
Ein kurzes Aufflimmern und dann die endgültige Schwärze, das Ende der Welt, das Jüngste Gericht.
Das waren schon fünf Prozent?

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Er wiederholte die Prozedur jeden Morgen. Sie war ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Mit routinierten Handgriffen kochte er seinen Kaffee. Er füllte Wasser in den Behälter, löffelte Pulver in den Filter und als er schließlich den Schalter drückte, hoffte er das auch alles funktionierte. Während der schwarze Muntermacher vor sich hinblubberte, sinnierte er über sein Frühstück. Hier war er variabel. Manchmal belegte er sich ein Brötchen mit Wurst, manchmal löffelte er Müsli, aber heute entschied er sich für eine Scheibe Mandelbrot.
Nachdem es die Maschiene endlich geschafft hatte die gesamte Kaffeekanne zu füllen, er sich diese und eine Scheibe Brot genommen hatte, machte er sich mit müden Schritten auf den Weg in sein Büro. Die Kaffeetasse stand schon bereit und während der PC blinkend seine Arbeit aufnahm ergoß sich das schwarze Gebräu hinein. Mit wenigen Klicks ließ sich das Editor-Fenster problemlos öffnen und er konnte endlich seine Arbeit beginnen.
„So ein Heimarbeitsplatz hat seine Vorteile“, sinnierte er.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Porter? Wie sieht's aus? Icon_smile

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Servus liebe Schreiberlinge, die ihr euch so heldenhaft in die technischen Vorgaben gestürzt und diese so intensiv in humorvolle kurze Handlungsabläufe verpackt habt. Alle drei Geschichten habe ich mit einem Grinsen auf dem Gesicht gelesen und doch auch bei allen dreien eine gewissen Ernsthaftigkeit gespürt, die sich im Hintergrund versteckte.

Ihr werdet es nicht glauben, aber während des Schreibens meiner Beurteilung hat der Akku meines Blechdeppen ohne Vorwarnung den Geist aufgegeben und mir seinen schwarz-glänzenden Hintern ins Gesicht gehalten, kalt lächelnd und ohne große Emotionen.
Doch jetzt hindert ihn das schnell herbeigeholte und eingesteckte Ladekabel an seinen schmutzigen Machenschaften (har-har Icon_smile

Somit darf ich jetzt in aller Kürze diese Ausgabe unseres wunderbaren Wettbewerbs mit meiner Bewertung abschließen.

Als Sieger geht poLet hervor, dessen Geschichte mich mit ihrem Charme und der fantasievollen Satzgebilde am stärksten für sich eingenommen hat.

Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben und viel Vergnügen uns allen bei der nächsten Ausgabe, die poLet bald einläuten wird.

Herzlichen Dank
Porter


Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Herzlichen Glückwunsch an PoLet! Icon_smile

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #9 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Glückwunsch, poLet. Icon_smile

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #10 |

RE: 5 Wörter - Teil 32
Ohhhdanke!
Den gratulanten und dem BürdenWeiterGeber!
In verneigung,
poLet


Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2021 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme