Es ist: 13-11-2019, 15:33
Es ist: 13-11-2019, 15:33 Hallo, Gast! (Registrieren)


Prolog "Das Wandernde Volk"
Beitrag #1 |

Prolog "Das Wandernde Volk"
Hier kommt der Prolog aus dem Manuskript "Das Wandernde Volk".
Es ist für Pfote, der sich gestern so nett den Abend mit der Kritik zu Kapitel 7 versaut hat Icon_smile
Ich freu' mich über Kommentare und Kritik und Unterhaltsames. Im Prolog ist der Sprachstil etwas anders, es sollte sich von den Kapiteln abheben. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob das eine gute Idee war. Aber lest es selbst und ich wünsche mir, dass es Spaß macht:

Die Nacht war mondlos und eiskalt. Schweigend und düster wirkten die von Bergspirken, Kiefern und Latschen bewachsenen Berghänge des Fergunnagebirges. Wie stumme Wächter unter dem glänzenden Sternenhimmel begrenzten die mächtigen Berggipfel Dariks Land im Westen und Werland im Osten, die der Frühling schon erreicht hatte. Ein geflügelter Schatten flog lautlos über den schlafenden See, dessen mondsteinfarbenes Wasser zwischen steil aufragenden Gipfeln inmitten eines Hochmoores schimmerte. Der stattliche Uhu war müde von der Jagd und suchte sich seinen Schlafplatz in einer hohen Spitzfichte am Berghang, denn die Dämmerung war nicht mehr fern.
Hier am Aura Darnia, dem verborgenen See, lag die Vielwissende Gydja Volur in ihrer geräumigen Hütte und träumte einen seltsamen Traum. Er kam ungerufen und unwillkommen und unheilschwer stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein, verwirrte ihre Sinne und grub sich tief in ihr Gedächtnis:
Auf einem felsigen Hügel erhob sich ein halb verfallenes Bauwerk gegen den Horizont, die rissigen Mauern gespalten und verkohlt. Die eingestürzte Kuppel wölbte sich über einem einzigen türlosen Raum in die Höhe und ließ den nächtlichen Sternenhimmel herein. Ein machtvolles, unerklärliches Verlangen, unbezwingbar durch ihren eigenen Willen, zog Gydja hinein in die vom Schicksal gezeichnete Stätte. Sie zwängte ihren schmalen Körper durch einen Spalt des geborstenen Gemäuers; Staub und abbröckelndes Gestein verfing sich in ihren spinnwebfeinen langen Haaren und rutschte in Nacken und Ausschnitt ihres wollenen Kleides. Der Anblick im Inneren raubte ihr den Atem. Unter der mächtigen Kuppel kam sie sich winzig und unbedeutend vor.
Modriger Geruch einer längst vergessenen Zeit hing unangenehm in der Luft. Gydja erblickte eine steinerne Bahre in der Mitte des Raumes, halb verborgen unter einem netzartigen Leichentuch. Dunkle Vogelfedern und Blütenblätter bedeckten den Boden aus schwarzem Marmor. Sanfter Wind fegte durch den Raum. ‚Ein Grab?’, blitzte ein Gedanke durch ihren träumenden Geist. ‚Wer ist gestorben? Wer stirbt? Wer wird sterben?’ Ein Schwarm dunkler Tauben flog auf, wirbelte die Federn mit rauschendem Flügelschlag umher und verschwand durch die offene Kuppel.
Gydja ging zu der Bahre hinüber. Es raschelte unter ihren nackten Füßen, als ihre Schritte die vertrockneten Blütenblätter zerbrachen. Mit klopfendem Herzen, voller Neugier und gespannter Erwartung legte sie sich nieder. Sofort zog der atemberaubende Anblick der Sterne ihren Geist in die dunkle Tiefe des Himmelsgewölbes hinein.
Es wurde still, so still wie die tiefste Gruft unter dem höchsten Berg nicht sein konnte. Gydja gab sich dem wunderbaren Gefühl des Ausgeliefertseins der Schönheit des Anblicks hin, erfasste voller Staunen die zeitlose Unendlichkeit des erhabenen Firmaments, fühlte sich getragen und beschützt durch eine immerwährende, scheinbar vollkommene Ordnung.
Bis etwas Fremdes, nicht sogleich Deutbares mit einem Unterton des Unbehagens in ihr Bewusstsein schlich und sie aufstörte. Angestrengt konzentrierte sie sich auf die Schönheit des Augenblicks, wollte das Unbehagen nicht wahrnehmen, wollte das Angenehme, Himmlische festhalten. Unwillkürlich bekam ihr Blick eine ungewollte Schärfe auf das, was sie sah.
Die Sterne waren falsch.
Das waren nicht die gewohnten Sternbilder, die sie über viele Jahre studiert und zu erkennen gelernt hatte. Die vertrauten Gestirne, die ihr die Zeit und die Richtung wiesen, die sie für die Erfüllung ihrer Bestimmungen brauchte. Nein, diese Sterne waren ganz und gar nicht etwas, das sie kannte.
Gydja entdeckte vollkommen neue Konstellationen, die nicht in ihre ursprüngliche Ordnung passten. Als sie gerade noch vermeinte etwas auszumachen, was das Siebengestirn hätte sein können, da verwandelten sich die Himmelskörper in ein endloses Muster aus Halbmonden, die Spitzen gegeneinander stehend, leuchtend und blinkend in Reihen angeordnet. Gydja fühlte sich mit einem Mal fremd und verloren, und unsicher beobachtete sie dieses seltsame Gebilde eine lange Zeit.
Plötzlich stürzten die Halbmonde vom Himmel. Angstvoll zuckte die Träumende zusammen. Mit jedem fallenden Mond erstarb eine Quelle des Lichts, bis sie in tiefste Finsternis gehüllt lag. Aus der Stille hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf, mit einem Klang wie der Hall eines Schlages auf einen vollendeten Bronzekessel, metallisch und volltönend, und die Stimme sprach von einem Krieg, der die Himmel erschüttern und die Welt verändern würde.
‚Alles weiß ich, wo die Götter ihr Schicksal bargen.
Denn weit und breit sehe ich über der Welten alle. Da wird Mord in der Welt zuerst,
wenn Seelenheil geraubt durch ruchlose Gier,
wenn Schicksal entkommt durch die Fluten des Aegir,
fremde, uralte Mächte gerufen durch unrechte Tat,
wenn Männer und Frauen Ruhm suchen durch Verrat.
Die Flut sich ergießt in die hohen Hallen,
hochheilige Götter vom Himmel fallen.
Wißt ihr, was dies bedeutet?

Einen Strom seh’ ich, der nach Süden fließt,
Meineid und Meuchelmord sich über alles ergießt.
Denn das, was in keines irdischen Hände gehört
ist verloren und gefunden, mit glühendem Feuer bewehrt.
Wißt ihr, was dies bedeutet?

Weißt du das Schicksal, kannst das Geheimnis ergründen?
Kein Erdling und Gott darf darüber befinden.
Mir gab Heervater Halsband und Ringe,
für goldene Sprüche und spähenden Sinn,
denn weit und breit sehe ich über der Welten alle.
Dies ist dein Erbe, denn ich bin Skuld!’

Mit einem gewaltigen Donnerhall verklang die Stimme, verblasste der Sternenhimmel, verschwand die Kuppel. Gydja schreckte auf und fand sich verstört in der kalten Hütte wieder. Die Körper der gezeichneten Schlangen auf ihren Schläfen pulsierten erregt, aufgewühlt durch ihr wild klopfendes Herz. Tief durchatmend, versuchte sie ihre Gedanken aus der Trunkenheit des Schlafes zu befreien und wickelte sich umständlich aus den warmen Fellen ihrer Schlafstatt. Ein winterlicher Kälteschauer erfasste sie und riss sie endgültig in die Dämmerung hinein. Zitternd schlüpfte die Meisterin der Runenlieder in ein Paar hoher Fellstiefel und hüllte ihre knochige Gestalt in einen dunklen Umhang. Das Feuer in der Bodensenke war längst erloschen und die frostige Luft des vergehenden Winters drang durch alle Ritzen in die Hütte herein.

Gydja ließ ihre tief schlafende Sklavin Niviarsiaq auf der anderen Seite der Feuerstelle zurück und huschte leise hinaus. Die Sterne verblassten und der neue Morgen versprach einen strahlenden Sonnenaufgang. Erfüllt von innerer Unruhe wandte sie sich zum Seeufer. Der hartgefrorene Weg führte sie zu einem Findling, der hoch über die Wasseroberfläche hinausragte. Mit einiger Anstrengung kletterte sie hinauf, die zahlreichen Winter ihrer Lebenszeit missachtend. Das stille Wasser des Sees schenkte ihr Geborgenheit und die klare Luft schärfte ihren Verstand.

Der Traum. Was war er? Eine Prophezeiung, eine Warnung oder ihr eigenes Hirngespinst, entstanden durch die unendlichen Welten des Schlafes, in denen alles und nichts wirklich war, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich vermischten mit Wünschen, Hoffnungen und Begierden und einer immerwährenden menschlichen Sehnsucht nach dem Ewigen? Selten täuschte sie ihr inneres Auge. Sie war eine Vielwissende. Ein Mysterium. Eine Ahnin der schicksalsbestimmenden Nornen in einer sehr langen Kette von Nachkommen. Ein beklemmendes Gefühl von Gefahr bohrte sich in ihren Hinterkopf, tief ins Fleisch getrieben wie der Stachel eines Weißdorns, blieb dort stecken, unaufhaltsam ihren Geist vergiftend: ein Spiegelbild des Friedens, den sie dem Land gebracht hatte.
Sie spürte es. Vergiftet. Der Frieden - er war vorbei.

Gydja wollte die Bilder und Worte des Traumes in ihrem Gedächtnis festhalten. Sie ließ sie wieder und wieder in einer endlosen Schleife von Gedanken ablaufen, in der Hoffnung, zu verstehen. Mit jedem Umlauf wurden sie blasser, leiser, unfassbarer, bis nur noch ein schemenhafter Nebel zurückblieb, der sich langsam in Nichts auflöste.
Der Ruf eines Sperlingskauz’ erklang schneidend durch den stillen Morgen und verhallte am nahen Waldrand. Zitternd löste sich die Vielwissende Gydja Volur aus ihrer verkrampften Haltung und streckte sich.

Eine Warnung. Eine Prophezeiung. Ein Auftrag. Keine Erklärung.


Mich kann man nicht komprimieren!

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Beitrag #2 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo slainte

Zitat:Hier kommt der Prolog aus dem Manuskript "Das Wandernde Volk".
Es ist für Pfote, der sich gestern so nett den Abend mit der Kritik zu Kapitel 7 versaut hat Icon_smile
Sie ist geknickt und erfreut zugleich und stürzt sich gleich mal auf den neuen Brocken. (Inzwischen ist auch mein Prolog eingestellt unter "Fortsetzungen", freu mich schon auf meinen versauten Abend Icon_smile )
Zitat:Ich freu' mich über Kommentare und Kritik und Unterhaltsames. Im Prolog ist der Sprachstil etwas anders, es sollte sich von den Kapiteln abheben. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob das eine gute Idee war. Aber lest es selbst und ich wünsche mir, dass es Spaß macht:
Wo siehst du die Unterschiede? Ich finde den Sprachstil nicht so weit vom Kapitel entfernt, dass du Leser abschrecken würdest, denen die Kapitel gefallen, was meiner Ansicht nach das einzige schwerwiegendere Problem ist, wenn sich der Prolog sehr vom eigentlichen Text unterscheidet.

Die Nacht war mondlos und eiskalt. Schweigend und düster wirkten die von Bergspirken, Kiefern und Latschen bewachsenen Berghänge des Fergunnagebirges.
Ich mag den Anfang. Die Nacht war mondlos und eiskalt. Nur ist es echt schwierig in einer mondlosen Nacht überhaupt solche Details zu erkennen, wie der Erzähler sie mir zeigen möchte. Mondlos ist ein wunderschönes Wort, aber steht ein wenig im Weg rum für mich.
Die Bergspirken (für mich Flachländer ein Baum, den ich nachschlagen musste, ich les gern für mich unbekanntes) zeigt gleich, dass es hier um richtige Details geht.
das "wirkten" verlangt für mich irgendwie nach einem wie, deshalb las ich zuerst:
Schweigend und düster wirkten die von Bergspirken, Kiefern und Latschen bewachsenen Berghänge des Fergunnagebirges wie stumme Wächter. Unter dem ...

Zitat:Wie stumme Wächter unter dem glänzenden Sternenhimmel begrenzten die mächtigen Berggipfel Dariks Land im Westen und Werland im Osten, die der Frühling schon erreicht hatte.
Hier nach ein Absatz?
die der Frühling schon erreicht hatte. Ein schönes Bild, für ein Bild mit Licht, denn woran erkennt man den Frühling hier.
Zitat:Ein geflügelter Schatten flog lautlos über den schlafenden See, dessen mondsteinfarbenes Wasser zwischen steil aufragenden Gipfeln inmitten eines Hochmoores schimmerte. Der stattliche Uhu war müde von der Jagd und suchte sich seinen Schlafplatz in einer hohen Spitzfichte am Berghang, denn die Dämmerung war nicht mehr fern.
Schön, ich mag deinen Anfang und du wählst deine Details abwechslungsreich aus, ohne lange zu schwafeln. Die Namen verbreiten Fantasyfeeling. Schön!
Zitat:Hier am Aura Darnia, dem verborgenen See, lag die Vielwissende Gydja Volur in ihrer geräumigen Hütte und träumte einen seltsamen Traum. Er kam ungerufen und unwillkommen und unheilschwer stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein, verwirrte ihre Sinne und grub sich tief in ihr Gedächtnis:
Ich liebe solche rhetorischen Figuren!
Aber ich finde, da müsste ein Zäsur hin, vor das letzte "und", weil das unheilschwer zum folgenden gehört, die beiden anderen zu dem davor.
Er kam ungerufen und unwillkommen - und unheilschwer[/u] stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein, verwirrte ihre Sinne und grub sich tief in ihr Gedächtnis:

Nur in ihr Gedächtnis? Oder tiefer in ihre Seele, ihr Sein ...

Und ich finde die Doppelpunkte ... unschön, ich würde es in kursiv setzen

Zitat:Auf einem felsigen Hügel erhob sich ein halb verfallenes Bauwerk gegen den Horizont, die rissigen Mauern gespalten und verkohlt.
Schön!
Zitat:Die eingestürzte Kuppel wölbte sich über einem einzigen türlosen Raum in die Höhe und ließ den nächtlichen Sternenhimmel herein.

Eine eingestürzte Kuppel kann sich eigentlich nicht mehr wölben.
Zitat:Ein machtvolles, unerklärliches Verlangen, unbezwingbar durch ihren eigenen Willen, zog Gydja hinein in die vom Schicksal gezeichnete Stätte.
sehr klangvoll und kraftvoll, besonders durch den Einschub.
Zitat:Sie zwängte ihren schmalen Körper durch einen Spalt des geborstenen Gemäuers; Staub und abbröckelndes Gestein verfing sich in ihren spinnwebfeinen langen Haaren und rutschte in Nacken und Ausschnitt ihres wollenen Kleides.
Ausschnitt stört mich irgendwie und pingelig, ein Kleid hat keinen Nacken
Zitat:Der Anblick im Inneren raubte ihr den Atem. Unter der mächtigen Kuppel kam sie sich winzig und unbedeutend vor.
Hier nochmal. Wenn sie die Kuppel von außen sieht, könnte sie intakt wirken und im inneren sieht sie dann, dass sie beschädigt ist und der Nachthimmel zu sehen ist, würde ich annehmen
Zitat:Modriger Geruch einer längst vergessenen Zeit hing unangenehm in der Luft. Gydja erblickte eine steinerne Bahre in der Mitte des Raumes, halb verborgen unter einem netzartigen Leichentuch.
Eine Bahre ist eine Transportangelegenheit für einen Toten oder ein Gestell für einen Sarg ... Richtiges Wort? Woran erkennt sie das? Wirkt es dann nicht eher wie ein ... Altar? Auch wenn das Wort natürlich den Tod ganz unmittelbar ins Spiel bringt

Zitat:Dunkle Vogelfedern und Blütenblätter bedeckten den Boden aus schwarzem Marmor.
Ich liebe solche Details Icon_smile
Zitat:Sanfter Wind fegte durch den Raum.
Sanft und fegte beißt sich für mich, fegen ist schnell und heftig - strich vielleicht?
Zitat: ‚Ein Grab?’, blitzte ein Gedanke durch ihren träumenden Geist. ‚Wer ist gestorben? Wer stirbt? Wer wird sterben?’

Schön! Zeigt auch ihren Charakter, dass sie gleich mehrere Möglichkeiten andenkt
Zitat:Ein Schwarm dunkler Tauben flog auf, wirbelte die Federn mit rauschendem Flügelschlag umher und verschwand durch die offene Kuppel.
Auch schön! Schwarm und rauschendem unterstreicht auch vom Klang, das was du aussagst Icon_cuinlove
Zitat:Gydja ging zu der Bahre hinüber. Es raschelte unter ihren nackten Füßen, als ihre Schritte die vertrockneten Blütenblätter zerbrachen. Mit klopfendem Herzen, voller Neugier und gespannter Erwartung legte sie sich nieder.
Das ist ja mal eine merkwürdige Idee, sich auf die Bahre zu legen ... Aber auch schön, sie ist Neugierig und gespannt, nicht ängstlich
Zitat:Sofort zog der atemberaubende Anblick der Sterne ihren Geist in die dunkle Tiefe des Himmelsgewölbes hinein.
Schön das unheilvolle aufgebaut, dunkle Tiefen . Unheil. Himmelsgewölbe _ Götter
Zitat:Es wurde still, so still wie die tiefste Gruft unter dem höchsten Berg nicht sein konnte.

Verstärkung des Todesmotivs
Zitat:Gydja gab sich dem wunderbaren Gefühl des Ausgeliefertseins X der Schönheit des Anblicks hin,
Bei X fehlt mir ein Komma, oder ein und oder ein -
Klasse, dass sie sich dem Gefühl des Ausgeliefertseins hingibt. Zeigt ihren Mut, ihre Offenheit sich dem Schicksal zu stellen
Zitat:erfasste voller Staunen die zeitlose Unendlichkeit des erhabenen Firmaments, fühlte sich getragen und beschützt durch eine immerwährende, scheinbar vollkommene Ordnung.
Dass die Ordnung ihr Geborgenheit gibt, ist natürlich fies, denn eben das wird zerschmettert werden. Gut gewählt!
Zitat:Bis etwas Fremdes, nicht sogleich Deutbares mit einem Unterton des Unbehagens in ihr Bewusstsein schlich und sie aufstörte.

aufstörte Icon_cuinlove
Zitat:Angestrengt konzentrierte sie sich auf die Schönheit des Augenblicks, wollte das Unbehagen nicht wahrnehmen, wollte das Angenehme, Himmlische festhalten. Unwillkürlich bekam ihr Blick eine ungewollte Schärfe auf das, was sie sah.
Schön, wie sie dagegen ankämpft und eben das ihren Blick schärft
Zitat:Die Sterne waren falsch.
Gut gewählt den Satz einzeln zu stellen
Zitat:Das waren nicht die gewohnten Sternbilder, die sie über viele Jahre studiert und zu erkennen gelernt hatte. Die vertrauten Gestirne, die ihr die Zeit und die Richtung wiesen, die sie für die Erfüllung ihrer Bestimmungen brauchte. Nein, diese Sterne waren ganz und gar nicht etwas, das sie kannte.
Klasse vorbereitet, wie die Ordnung der Welt und auch ihr Selbstverständnis brechen wird unter diesen falschen Sternen. Auch gut gewählt, das Wort falsch.
Zitat:Gydja entdeckte vollkommen neue Konstellationen, die nicht in ihre ursprüngliche Ordnung passten.

Auch Konstellationen, das Wort das so wunderbar zu politischen und gesellschaftlichen Verwicklungen passt.

Zitat:Als sie gerade noch vermeinte etwas auszumachen, was das Siebengestirn hätte sein können,
Sie sucht immer noch nach bekanntem ...
Zitat:da verwandelten sich die Himmelskörper in ein endloses Muster aus Halbmonden, die Spitzen gegeneinander stehend,
Konflikt, Krieg
Zitat:leuchtend und blinkend in Reihen angeordnet.
blinkend haut mich raus, ich denk an blinkende Autos, jedenfalls modernen Kram ...
Zitat:Gydja fühlte sich mit einem Mal fremd und verloren, und unsicher beobachtete sie dieses seltsame Gebilde eine lange Zeit.
Plötzlich stürzten die Halbmonde vom Himmel. Angstvoll zuckte die Träumende zusammen.

Die Träumende entfernt mich hier aus ihrer Perspektive, ich sehe sie auf einmal von Außen, statt weiter mit ihr mitzuerleben, ich würde es durch ein unauffälligeres Sie ersetzen
Zitat:Mit jedem fallenden Mond erstarb eine Quelle des Lichts, bis sie in tiefste Finsternis gehüllt lag. Aus der Stille
Die Stille hattest du oben aufgenommen, das ist schon etwas länger her, und hierunmittelbar davor baust du Finsternis auf, ohne dass du ihr die Möglichkeit gibst auf die Finsternis zu reagieren. Sie hatte Angst. Ein Satz hier noch, wie sie sich fühlt und dann Finsternis und Stille zusammen aufnehmen, fände ich stärker
Zitat:Aus der Stille hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf, mit einem Klang wie der Hall eines Schlages auf einen vollendeten Bronzekessel, metallisch und volltönend, und die Stimme sprach von einem Krieg, der die Himmel erschüttern und die Welt verändern würde.
Schön! den vollendeten Bronzekessel als Teil ihres magischen Seins, nehme ich an, den Anklang daran, dass sie ein Gefäß ist, das nun zum klingen gebracht, aber auch gefüllt werden soll

Und da sie von über der Welten alle spricht, hier vielleicht auch und die Welten und nicht nur die Welt

‚Alles weiß ich, wo die Götter ihr Schicksal bargen.
Denn weit und breit sehe ich über der Welten alle. Da wird Mord in der Welt zuerst,
wenn Seelenheil geraubt durch ruchlose Gier,
wenn Schicksal entkommt durch die Fluten des Aegir,
fremde, uralte Mächte gerufen durch unrechte Tat,
wenn Männer und Frauen Ruhm suchen durch Verrat.
Die Flut sich ergießt in die hohen Hallen,
hochheilige Götter vom Himmel fallen.
Wißt ihr, was dies bedeutet?

Einen Strom seh’ ich, der nach Süden fließt,
Meineid und Meuchelmord sich über alles ergießt.
Denn das, was in keines irdischen Hände gehört
ist verloren und gefunden, mit glühendem Feuer bewehrt.
Wißt ihr, was dies bedeutet?

Weißt du das Schicksal, kannst das Geheimnis ergründen?
Kein Erdling und Gott darf darüber befinden.
Mir gab Heervater Halsband und Ringe,
für goldene Sprüche und spähenden Sinn,
denn weit und breit sehe ich über der Welten alle.
Dies ist dein Erbe, denn ich bin Skuld!’

Zitat:Mit einem gewaltigen Donnerhall verklang die Stimme, verblasste der Sternenhimmel, verschwand die Kuppel.
Schöner Abgang Icon_smile
Zitat:Gydja schreckte auf und fand sich verstört in der kalten Hütte wieder. Die Körper der gezeichneten Schlangen auf ihren Schläfen pulsierten erregt, aufgewühlt durch ihr wild klopfendes Herz.
erregt ist so ein ... öhöm Wort für mich Smiley_emoticons_blush Ich würds streichen
Zitat:Tief durchatmend, versuchte sie ihre Gedanken aus der Trunkenheit des Schlafes zu befreien und wickelte sich umständlich aus den warmen Fellen ihrer Schlafstatt.
Da sie von einem Donnerschlag geweckt wurde, finde ich Trunkenheit des Schlafes zwar eine wundervolle Formulierung, aber nicht recht passend.
Zitat:Ein winterlicher Kälteschauer erfasste sie und riss sie endgültig in die Dämmerung hinein.
Auch wieder schön formuliert
Zitat:Zitternd schlüpfte die Meisterin der Runenlieder in ein Paar hoher Fellstiefel und hüllte ihre knochige Gestalt in einen dunklen Umhang.

Das ist für mich eine Sache der Perspektive, ich war so nah bei ihr und Meisterin der Runenlieder würde sie wohl jetzt nicht von sich denken.
Zitat:Das Feuer in der Bodensenke war längst erloschen und die frostige Luft des vergehenden Winters drang durch alle Ritzen in die Hütte herein.

Zitat:Gydja ließ ihre tief schlafende Sklavin Niviarsiaq auf der anderen Seite der Feuerstelle zurück und huschte leise hinaus.
huschen ist flink und schnell, passt für mich nicht zu ihrem Zustand trat oder schritt ... oder so

Dass sie eine Sklavin hält ist überraschend für mich als Leser. Sieht sie sie denn als ihre Sklavin?

Zitat:Die Sterne verblassten und der neue Morgen versprach einen strahlenden Sonnenaufgang. Erfüllt von innerer Unruhe wandte sie sich zum Seeufer. Der hartgefrorene Weg führte sie zu einem Findling, der hoch über die Wasseroberfläche hinausragte. Mit einiger Anstrengung kletterte sie hinauf, die zahlreichen Winter ihrer Lebenszeit missachtend. Das stille Wasser des Sees schenkte ihr Geborgenheit und die klare Luft schärfte ihren Verstand.
Gefällt mir gut, besonders der unterstrichene Teil

Zitat:Der Traum. Was war er? Eine Prophezeiung, eine Warnung oder ihr eigenes Hirngespinst, entstanden durch die unendlichen Welten des Schlafes, in denen alles und nichts wirklich war, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Kann sie denn die Zukunft aus den Runen lesen? Tut sie das? Also glaubt sie daran, an die Runen aber nicht an den unzuverlässigen Traum?Da würde ich lieber hier einen Gedanken an die Runen einbauen und das sie die meisterin ist, als es oben einfach so verwenden
Zitat:sich vermischten mit Wünschen, Hoffnungen und Begierden und einer immerwährenden menschlichen Sehnsucht nach dem Ewigen?
Hmm, das klingt, als ob die Prophezeiung positiv gewesen wäre, die klang aber apokalyptisch und beschäftigt sich eher mit Ängsten
Zitat:Selten täuschte sie ihr inneres Auge. Sie war eine Vielwissende. Ein Mysterium. Eine Ahnin der schicksalsbestimmenden Nornen in einer sehr langen Kette von Nachkommen. Ein beklemmendes Gefühl von Gefahr bohrte sich in ihren Hinterkopf, tief ins Fleisch getrieben wie der Stachel eines Weißdorns, blieb dort stecken, unaufhaltsam ihren Geist vergiftend: ein Spiegelbild des Friedens, den sie dem Land gebracht hatte.
Sie spürte es. Vergiftet. Der Frieden - er war vorbei.
Klasse! Aber eine Ahnin ist eine Vorfahrin, ich glaube du meinst doch ehe Nachfahre, NAchkömmling, Abkömmling ....
und wie du schicksalsbestimmend damit kombinierst, dass sie dem Land den Frieden gebracht hast. Das zeigt sie als politische Strippenzieherin Mrgreen

Zitat:Gydja wollte die Bilder und Worte des Traumes in ihrem Gedächtnis festhalten. Sie ließ sie wieder und wieder in einer endlosen Schleife von Gedanken ablaufen, in der Hoffnung, zu verstehen. Mit jedem Umlauf wurden sie blasser, leiser, unfassbarer, bis nur noch ein schemenhafter Nebel zurückblieb, der sich langsam in Nichts auflöste.
In Nichts? Sie kann sich also gar nicht mehr erinnern? Das ist doch etwas krass oder? Denn dann könnte sie sich auch nicht daran erinnern, dass sie einen Auftrag hat ... Also meinst du wirklich Nichts?
Zitat:Der Ruf eines Sperlingskauz’ erklang schneidend durch den stillen Morgen und verhallte am nahen Waldrand.
Der Ruf des Sperlingskauzes
Und hier den Totenvorhersager einzubauen, sehr schön!
Zitat:Zitternd löste sich die Vielwissende Gydja Volur aus ihrer verkrampften Haltung und streckte sich.

Eine Warnung. Eine Prophezeiung. Ein Auftrag. Keine Erklärung.

Die letzte Sequenz hat schon fast was ... agentisches, aber stark. Keine Erklärung!

Der langen Rede kurzer Sinn Icon_cuinlove Ich mag deinen Prolog sehr.
Danke fürs lesen lassen!

Und Liebe Grüße von der Pfote

Gewinne und wünsch' dir ein Taschenbuch! Mrgreen

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Beitrag #3 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
oha, ich komm' hier aus dem Forum nicht mehr raus. Zu interessant sind die Gedankengänge der Schreiber und auch die Kommentare dazu. Ich habe den halben Tag damit verbracht, Deinen Text zu zerlegen, dann habe ich Chewis Endlosgeschichte gelesen (die alte und die neue Fassung und das aktuell eingestellte), die Kommentare zum 1. Teil, und dann wollte ich meinen Computer abschalten....-Cowsleep

Da sehe ich Deinen Kommentar, und den will ich jetzt direkt beantworten aus Achtung, weil Du Dich so intensiv mit meinem Geschreibsel beschäftigst. Ich hoffe, mein Bär killt mich nicht, weil ich keine Zeit für ihn habe Icon_aufsmaul

Vielen Dank, Pfote, für die Blumen. Eine Bestätigung, die mir Mut macht, weiter zu schreiben. In diesem kurzen Prolog steckt so dermaßen viel Arbeit drin, dass ich befürchte, wenn ich so weiter mache, wird die Geschichte nie fertig.
Zitat:Es ist für Pfote, der sich gestern so nett den Abend mit der Kritik zu Kapitel 7 versaut hat
"Der" habe ich doch nur geschrieben, weil es der Pfotenabdruck heißt. Na klar, die Pfote, und dass Du weiblich bist, steht ja in Deinem Profil Icon_smile Und mit versaut meinte ich eigentlich, dass Du Dir Arbeit gemacht hast, wo Andere schon längst Feierabend hatten...
Zitat:Nur ist es echt schwierig in einer mondlosen Nacht überhaupt solche Details zu erkennen, wie der Erzähler sie mir zeigen möchte.
Deshalb sagt das ja auch der Allwissende. Du musst das nicht sehen, aber wissen, dass es so ist.
Zitat:das "wirkten" verlangt für mich irgendwie nach einem wie, ...
Wie wirkten die von Bergspirken, Kiefern und Latschen bewachsenen Berghänge des Fergunnagebirges? Schweigend und düster.

Zitat:... für ein Bild mit Licht, denn woran erkennt man den Frühling hier
Man könnte ihn riechen oder vielleicht schmecken.... Aber hier weiss der Allwissende eben auch das, die Prota ist ja noch nicht aufgetaucht und es ist noch nicht ihre Perspektive. Es schafft Atmosphäre - was von Vielen ja nicht als Grund akzeptiert wird, aber für mich gehört das zum Entwurf einer Welt dazu. Es artet nicht in übertriebene Beschreibung aus, denke ich, und daher finde ich es legitim. Icon_slash

Zitat:Er kam ungerufen und unwillkommen - und unheilschwer stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein, verwirrte ihre Sinne und grub sich tief in ihr Gedächtnis:
Das würde in meinem Lesefluss eine kurze Pause ergeben. Die möchte ich hier lieber nicht. Aber vielleicht geht es noch anders, ich denke mal drüber nach.
Gedächtnis. Hmm. Seele passt nicht. Nein, es soll sich unvergesslich einprägen, und da scheint mir das Gedächtnis der sinnvollere Ort. Und das ist für mich auch kein Widerspruch zum unten Gesagten, als sie versucht, die Bilder und Worte festzuhalten, die sich dann doch in Nichts auflösen. Das bedeutet ja nicht gleichermaßen, dass es ihr nie wieder einfällt. Aber mir geht es oft so, wenn ich über einen Traum intensiv nachdenke, dann verblasst er immer mehr, und manchmal weiss ich nicht mehr, ob ich das am Ende wirklich gträumt habe. Manchmal fällt es mir wieder ein, meistens nicht. Ich überlege, ob mir zu "Nichts" was Anderes einfällt.

Zitat:Eine eingestürzte Kuppel kann sich eigentlich nicht mehr wölben.
Klar kann sie dass, wenn sie nämlich nicht komplett eingestürzt ist und die Wölbung noch sichtbar oder zumindest erahnbar ist.

Zitat:Ausschnitt stört mich irgendwie und pingelig, ein Kleid hat keinen Nacken
Ich finde Ausschnitt in Ordnung, aber der Nacken ist natürlich kein Kleidungsteil. Nur einen Kragen hat das Ding nicht. Das formuliere ich um Pro

Zitat:Eine Bahre ist eine Transportangelegenheit für einen Toten oder ein Gestell für einen Sarg
Ein Toter wird häufig aufgebahrt, und wer sagt denn, dass es eine transportable Bahre sein muss? Hier ist es bewusst eine steinerne Bahre und feststehend. Das muss noch nicht mal realistisch sein, denn Gydja träumt hier.

Zitat:Sanft und fegte beißt sich für mich, fegen ist schnell und heftig - strich vielleicht?
Guter Vorschlag, Du hast Recht. Pro

Zitat:blinkend haut mich raus, ich denk an blinkende Autos, jedenfalls modernen Kram ...
Icon_lol Ja, das kann sein. Ich suche nach einem neuen Wort.

Zitat:Die Träumende entfernt mich hier aus ihrer Perspektive
Das ist dem Versuch geschuldet, nicht immer "sie" oder "Gydja" zu schreiben. Ist mir nicht aufgefallen mit der Perspektive - typisches Beispiel für meine Unsensibilität. Wird bestimmt noch häufig passieren.

Zitat:Die Stille hattest du oben aufgenommen, das ist schon etwas länger her, und hierunmittelbar davor baust du Finsternis auf, ohne dass du ihr die Möglichkeit gibst auf die Finsternis zu reagieren. Sie hatte Angst. Ein Satz hier noch, wie sie sich fühlt und dann Finsternis und Stille zusammen aufnehmen, fände ich stärker
... muss ich drüber nachdenken ...Icon_confused Muss ein Satz sein, der ins Gesamtbild passt.

Zitat:erregt ist so ein ... öhöm Wort für mich
aufgeregt trifft es nicht, und ich finde Erregung keine Empfindung, die nur auf Sex passt.

Zitat:Das ist für mich eine Sache der Perspektive, ich war so nah bei ihr und Meisterin der Runenlieder würde sie wohl jetzt nicht von sich denken.
Ja, das ist natürlich der Information des Lesers geschuldet und dem nicht "sie" und "Gydja" schreiben wollen. Das ist, was ich noch lernen muss. Wird geändert.Pro

Zitat:Kann sie denn die Zukunft aus den Runen lesen? Tut sie das? Also glaubt sie daran, an die Runen aber nicht an den unzuverlässigen Traum?Da würde ich lieber hier einen Gedanken an die Runen einbauen und das sie die meisterin ist, als es oben einfach so verwenden
Zukunft bezieht sich hier auf "die "Welten des Schlafes", da ist alles möglich.
Zitat:... entstanden durch die unendlichen Welten des Schlafes, in denen alles und nichts wirklich war, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich vermischten ...

"Ahnin" - oh wie peinlich. Was für eine Bildungslücke. Ich habe wirklich geglaubt, es steht für Nachfahre. Weil Nachfahrin oder Nachkommin blöd klingt, habe ich was Anderes gesucht. Gibt es da etwas besser Klingendes? Smiley_frown

Aber ich freu mich insgesamt sehr über Deine gute Meinung. Vielen Dank und noch einen schönen Sonntag-Abend, den ich jetzt unbedingt mit meinem Bär verbringen möchte... hurra


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Beitrag #4 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo slainte
Zitat:oha, ich komm' hier aus dem Forum nicht mehr raus. Zu interessant sind die Gedankengänge der Schreiber und auch die Kommentare dazu. Ich habe den halben Tag damit verbracht, Deinen Text zu zerlegen, dann habe ich Chewis Endlosgeschichte gelesen (die alte und die neue Fassung und das aktuell eingestellte), die Kommentare zum 1. Teil, und dann wollte ich meinen Computer abschalten....-Cowsleep
Jepp, geht mir auch so im Moment Mrgreen

Zitat:Da sehe ich Deinen Kommentar, und den will ich jetzt direkt beantworten aus Achtung, weil Du Dich so intensiv mit meinem Geschreibsel beschäftigst. Ich hoffe, mein Bär killt mich nicht, weil ich keine Zeit für ihn habe Icon_aufsmaul
Lass dir ruhig mehr Zeit Icon_smile

Zitat:Vielen Dank, Pfote, für die Blumen. Eine Bestätigung, die mir Mut macht, weiter zu schreiben. In diesem kurzen Prolog steckt so dermaßen viel Arbeit drin, dass ich befürchte, wenn ich so weiter mache, wird die Geschichte nie fertig.
Man entwickelt sich ja auch im Laufe der Zeit und nicht alle Szenen brauchen soviel Hege und Pflege.
Zitat:Es ist für Pfote, der sich gestern so nett den Abend mit der Kritik zu Kapitel 7 versaut hat
Zitat:"Der" habe ich doch nur geschrieben, weil es der Pfotenabdruck heißt. Na klar, die Pfote, und dass Du weiblich bist, steht ja in Deinem Profil Icon_smile Und mit versaut meinte ich eigentlich, dass Du Dir Arbeit gemacht hast, wo Andere schon längst Feierabend hatten...
Smiley_emoticons_blush Man merkt, müde war ich und schlechtes Gewissen hat ich (grün färbt ab, wie Yoda ich mich fühle ...Icon_panik Icon_smile )
Soviel mosern wollt ich echt nicht ...
Zitat:Nur ist es echt schwierig in einer mondlosen Nacht überhaupt solche Details zu erkennen, wie der Erzähler sie mir zeigen möchte.
Zitat:Deshalb sagt das ja auch der Allwissende. Du musst das nicht sehen, aber wissen, dass es so ist.
Naja, aber es ist wie ein Film im Kopf, und dann ist da alles dunkel und eine Stimme aus dem Off erklärt mir, was ich sehen würde, wärs nicht dunkel ... Ist mondlos so wichtig? Ich mags einfach nicht, wenn mir gleich u anfang das Licht ausgeknipst wird.Mrgreen
Zitat:das "wirkten" verlangt für mich irgendwie nach einem wie, ...
Zitat:Wie wirkten die von Bergspirken, Kiefern und Latschen bewachsenen Berghänge des Fergunnagebirges? Schweigend und düster.
Doch, hab ich schon verstanden, der Satz ist vollständig, aber eben durch die Kombination, wirkte es auf mich so.

Zitat:... für ein Bild mit Licht, denn woran erkennt man den Frühling hier

Zitat:Man könnte ihn riechen oder vielleicht schmecken.... Aber hier weiss der Allwissende eben auch das, die Prota ist ja noch nicht aufgetaucht und es ist noch nicht ihre Perspektive.
Genau, und da man mir Welt zeigt, Bäume, See, Berge. Hatte ich eher die Kamera im Gefühl, wie am Anfang eines Filmes.
Zitat:Es schafft Atmosphäre - was von Vielen ja nicht als Grund akzeptiert wird, aber für mich gehört das zum Entwurf einer Welt dazu. Es artet nicht in übertriebene Beschreibung aus, denke ich, und daher finde ich es legitim. Icon_slash
Ich mag das auch, eben wie eine Kamerafahrt bei vielen Filmen, zum einstimmen und ... buchstäblichen erden in einer neuen Welt. Aber eben nicht mit ausgeknipstem Licht und ich fände es stärker, wenn auch der Frühling ein Bild oder seines Sinnesempfindung bekommt.

Zitat:Er kam ungerufen und unwillkommen - und unheilschwer stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein, verwirrte ihre Sinne und grub sich tief in ihr Gedächtnis:
Zitat:Das würde in meinem Lesefluss eine kurze Pause ergeben. Die möchte ich hier lieber nicht. Aber vielleicht geht es noch anders, ich denke mal drüber nach.
Wenn du da keine Pause machst, darf da natürlich nichts sein. Wundert mich nur, weil ich da nicht ohne Pause auskomme, weil unheilsschwer für mich ganz stark zu stahl gehört ...
Zitat:Gedächtnis. Hmm. Seele passt nicht. Nein, es soll sich unvergesslich einprägen, und da scheint mir das Gedächtnis der sinnvollere Ort.Und das ist für mich auch kein Widerspruch zum unten Gesagten, als sie versucht, die Bilder und Worte festzuhalten, die sich dann doch in Nichts auflösen. Das bedeutet ja nicht gleichermaßen, dass es ihr nie wieder einfällt. Aber mir geht es oft so, wenn ich über einen Traum intensiv nachdenke, dann verblasst er immer mehr, und manchmal weiss ich nicht mehr, ob ich das am Ende wirklich gträumt habe. Manchmal fällt es mir wieder ein, meistens nicht. Ich überlege, ob mir zu "Nichts" was Anderes einfällt.
Genau aus dem Grund, finde ich es krass, dass du es so beschreibst, denn es ist ja nicht ein Traum, sondern eine Gotteserfahrung gewesen, die sich tief in ihr Gedächtnis grub. Aber wenn dir das so logisch erscheint, dann ist das genauso natürlich richtig für dich!

Zitat:Eine eingestürzte Kuppel kann sich eigentlich nicht mehr wölben.
Zitat:Klar kann sie dass, wenn sie nämlich nicht komplett eingestürzt ist und die Wölbung noch sichtbar oder zumindest erahnbar ist.
Wenn ich eingestürzt lese, dann sehe ich es .. platt. Ein eingestürztes Haus ... Aber o.k. wenn ich schnell lese, komme ich ja schnell an die stelle und teilweise eingestürzt klingt echt zu doof um in Erwägung gezogen zu werden.


Zitat:Eine Bahre ist eine Transportangelegenheit für einen Toten oder ein Gestell für einen Sarg
Zitat:Ein Toter wird häufig aufgebahrt, und wer sagt denn, dass es eine transportable Bahre sein muss? Hier ist es bewusst eine steinerne Bahre und feststehend. Das muss noch nicht mal realistisch sein, denn Gydja träumt hier.
Stimmt, die Atmosphäre und das Leichentuch, ließ mich wahrscheinlich nur an einen schönen Sarkophag denken und nicht an eine steinerne Bahre ...

Zitat:Die Träumende entfernt mich hier aus ihrer Perspektive
Zitat:Das ist dem Versuch geschuldet, nicht immer "sie" oder "Gydja" zu schreiben. Ist mir nicht aufgefallen mit der Perspektive - typisches Beispiel für meine Unsensibilität. Wird bestimmt noch häufig passieren.
Oder du lässt es so, behältst den Allwissenden Erzähler und hast für den Leser eine Menge Orientierungsprobleme nicht geschaffen. Personal hat immer Risiken und Nebenwirkungen


Zitat:erregt ist so ein ... öhöm Wort für mich
Zitat:aufgeregt trifft es nicht, und ich finde Erregung keine Empfindung, die nur auf Sex passt.
Nein, klar, ich find es nur sehr dominant ..

Zitat:Das ist für mich eine Sache der Perspektive, ich war so nah bei ihr und Meisterin der Runenlieder würde sie wohl jetzt nicht von sich denken.
Zitat:Ja, das ist natürlich der Information des Lesers geschuldet und dem nicht "sie" und "Gydja" schreiben wollen. Das ist, was ich noch lernen muss. Wird geändert.Pro
Wart noch auf andere Meinungen ...

Zitat:Kann sie denn die Zukunft aus den Runen lesen? Tut sie das? Also glaubt sie daran, an die Runen aber nicht an den unzuverlässigen Traum?Da würde ich lieber hier einen Gedanken an die Runen einbauen und das sie die meisterin ist, als es oben einfach so verwenden
Zukunft bezieht sich hier auf "die "Welten des Schlafes", da ist alles möglich.
Zitat:... entstanden durch die unendlichen Welten des Schlafes, in denen alles und nichts wirklich war, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich vermischten ...
Da steht aber kein mögliche Zukunft oder so. Deshalb nahm ich das so als gegeben hin, dass sie in so einer archaischen Welt an wirkliche Zukunftsvorhersagen (Oder herausfinden der echten Vergangenheit und Gegenwart an anderen Orten) glaubt und als Meisterin der Runen auch dafür zuständig ist. Denn man träumt in den Welten des Schlafes zwar wirr, aber ja doch von realen Dingen und Traumdeutung ist ja in der Menschheitsgeschichte bis heute ein großes Thema.

Zitat:"Ahnin" - oh wie peinlich. Was für eine Bildungslücke. Ich habe wirklich geglaubt, es steht für Nachfahre. Weil Nachfahrin oder Nachkommin blöd klingt, habe ich was Anderes gesucht. Gibt es da etwas besser Klingendes? Smiley_frown
Ahnin ist wirklich das schönste, das stimmt. Wie wäre es mit verwandtschaftlichem? Eine Tochter der schicksalsbestimmenden Nornen in einer sehr langen Kette von Nachkommen. *grübel *

Ganz Liebe Grüße!

Gewinne und wünsch' dir ein Taschenbuch! Mrgreen

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Beitrag #5 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Ups, da hab ich deinen Text vor der Geschichte wohl etwas schlampig gelesen. Mrgreen Sorry. Icon_wink

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #6 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo Slainte,

dann will ich mir mal wie versprochen deinem Prolog vornehmen.
Ich habe die Kommentare der Anderen (lach ... da muss ich immer noch an Lost denken) nicht gelesen, daher nimm es mir bitte nicht Übel, sollte ich etwas erwähnen, dass schon genannt wurde.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Hier kommt der Prolog aus dem Manuskript "Das Wandernde Volk".
Es ist für Pfote, der sich gestern so nett den Abend mit der Kritik zu Kapitel 7 versaut hat Icon_smile
Ich freu' mich über Kommentare und Kritik und Unterhaltsames. Im Prolog ist der Sprachstil etwas anders, es sollte sich von den Kapiteln abheben. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob das eine gute Idee war. Aber lest es selbst und ich wünsche mir, dass es Spaß macht:
Lach ... ich hoffe, der Prolog ist nicht nur für Pfote gedacht und ich darf auch ein wenig im Text "rumwühlen". Icon_wink
Und ich bin schon gespannt, auf den von dir erwähnten anderen Stil im Gegensatz zu den Kapiteln. Hat man ja schon öfters in Büchern gehabt - mal besser, mal schlechter gelungen.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Die Nacht war mondlos und eiskalt. Schweigend und düster wirkten die von Bergspirken, Kiefern und Latschen bewachsenen Berghänge des Fergunnagebirges. Wie stumme Wächter unter dem glänzenden Sternenhimmel begrenzten die mächtigen Berggipfel Dariks Land im Westen und Werland im Osten, die der Frühling schon erreicht hatte.
Generell ein sehr schöner und atmosphärischer Einstieg in deinen Prolog. Die vielen Berge und Gebirge so kurz hintereinander fallen allerdings doch ganz schön ins Auge. Okay, das Gebirge heißt nun mal so, also muss das drin bleiben. Aber den ein oder anderen Berg kannst du hier auf jeden Fall vermeiden.
Bergspirken kenne ich nicht, gehe aber mal davon aus, dass es sich dabei ebenfalls um Bäume handelt. Gibt es außer Bergspirken auch noch andere Spirken? Wenn nein, dann schreib doch einfach Spirken. Durch die erwähnten Kiefern und Latschen ist dem Leser dann auch klar, dass es eine Baumart ist und du hast ein Berg schon mal aus dem Text raus. Auch anstatt Berggipfel kannst du einfach Gipfel schreiben. Das damit Berggipfel gemeint sind, ist klar. Und schon hast du nur noch einmal den Berghang und das Gebirge drin und das ist absolut in Ordnung.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Ein geflügelter Schatten flog lautlos über den schlafenden See, dessen mondsteinfarbenes Wasser zwischen steil aufragenden Gipfeln inmitten eines Hochmoores schimmerte.
Ein wirklich sehr schönes Bild, das du hier erzeugst, gefällt mir.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Hier am Aura Darnia, dem verborgenen See, lag die Vielwissende Gydja Volur in ihrer geräumigen Hütte und träumte einen seltsamen Traum. Er kam ungerufen und unwillkommen und unheilschwer stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein, verwirrte ihre Sinne und grub sich tief in ihr Gedächtnis:
Ich mag deinen Erzählstil und bin daher umso neugieriger, inwieweit er sich von deinen eigentlichen Kapiteln unterscheidet.
Was mir auch sehr schön gefällt, ist, wie du ganz nebenbei fremde Namen erklärst oder Eigenschaften einer Figur mit einbindest, wie das bei den grün markierten Teilen der Fall ist.
Das eine "und" würde ich ganz persönlich durch ein Komma ersetzen, da für mich viele "und's" hintereinander immer ein wenig an kleine Kinder erinnern, die beginnen, etwas auzuzählen, nach der Art von: Und dann habe ich das gemacht und dann das und das und dann auch noch das.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Auf einem felsigen Hügel erhob sich ein halb verfallenes Bauwerk gegen den Horizont, die rissigen Mauern gespalten und verkohlt.
Sehr schön erzeugtes Bild!

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Die eingestürzte Kuppel wölbte sich über einem einzigen türlosen Raum in die Höhe und ließ den nächtlichen Sternenhimmel herein.
Wie kann sich eine eingestürzte Kuppel wölben?

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Ein machtvolles, unerklärliches Verlangen, unbezwingbar durch ihren eigenen Willen, zog Gydja hinein in die vom Schicksal gezeichnete Stätte.
Sehr schöne Formulierung, die mir gut gefallen hat!

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Sie zwängte ihren schmalen Körper durch einen Spalt des geborstenen Gemäuers; Staub und abbröckelndes Gestein verfing sich in ihren spinnwebfeinen langen Haaren und rutschte in Nacken und Ausschnitt ihres wollenen Kleides. Der Anblick im Inneren raubte ihr den Atem. Unter der mächtigen Kuppel kam sie sich winzig und unbedeutend vor.
Anstatt dem rot markierten Semikolon würde ich da einen Punkt setzen, ist aber Geschmackssache.
Sie sehr schön bildhaft in Szene gesetzt - sehr schön. Aber bei der Kuppe wieder die Frage: Wie kann Gydja unter einer eingestürzten Kuppe stehen?

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Modriger Geruch einer längst vergessenen Zeit hing unangenehm in der Luft.
Ebenfalls wieder sehr schön formuliert. Man kann sich den Geruch direkt vorstellen.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Gydja erblickte eine steinerne Bahre in der Mitte des Raumes, halb verborgen unter einem netzartigen Leichentuch. Dunkle Vogelfedern und Blütenblätter bedeckten den Boden aus schwarzem Marmor.
Hmm, eine steinerne Bahre habe ich eigentlich noch nie gesehen und wäre auch ein wenig unpraktisch und schwer. Schließlich ist eine Bahre nichts anderes als ein Transportmittel. Vielleicht besser Altar oder Sarkophag? je nachdem, worauf du hianus wolltest, was es darstellen soll.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Sanfter Wind fegte durch den Raum. ‚Ein Grab?’, blitzte ein Gedanke durch ihren träumenden Geist. ‚Wer ist gestorben? Wer stirbt? Wer wird sterben?’ Ein Schwarm dunkler Tauben flog auf, wirbelte die Federn mit rauschendem Flügelschlag umher und verschwand durch die offene Kuppel.
Kann "Sanfter Wind" fegen? Vielleicht besser "wehte"?
Durch die dunklen Federn, den schwarzen Marmor, ihren Gedanken an Tod und sterben erzeugst du hier wunderschön eine richtig schöne, düstere Stimmung - sehr schön!
Hier aber auch wieder das Problem mit der Kuppel. Vielleicht lässt du sie nicht eingestürzt sein, sondern einfach nur, dass sie nur zu einem kleinen Teil kaputt ist, vielleicht so, dass sich in der Mitte eine kleine Öffnung befindet. Dann würden auch alle anderen Stellen, wo du die Kuppel erwähnt hast, wieder passen.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Gydja ging zu der Bahre hinüber.
bei ihren Gedanken an tod und Sterben würde ich hier jetzt dann doch eher von einer Art Sarkophag ausgehen.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Es raschelte unter ihren nackten Füßen, als ihre Schritte die vertrockneten Blütenblätter zerbrachen.
Sehr schön aufgezeigtes Detail.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Mit klopfendem Herzen, voller Neugier und gespannter Erwartung legte sie sich nieder. Sofort zog der atemberaubende Anblick der Sterne ihren Geist in die dunkle Tiefe des Himmelsgewölbes hinein.
Prinzipiell eine sehr schöne und atmosphäre Darstellung. Vielleicht das Komma vor "voller Neugier" entfernen, sodass sich das klopfende Herz auf die Neugier bezieht und man es nicht mit einem vor z.H. ängstlichem Herzklopfen verwechselt.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Es wurde still, so still wie die tiefste Gruft unter dem höchsten Berg nicht sein konnte.
Ich liebe solche Betonungen durch eine Wiederholung und mache das bei meinen Texten auch sehr gerne. Icon_smile

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Gydja gab sich dem wunderbaren Gefühl des Ausgeliefertseins der Schönheit des Anblicks hin, erfasste voller Staunen die zeitlose Unendlichkeit des erhabenen Firmaments, fühlte sich getragen und beschützt durch eine immerwährende, scheinbar vollkommene Ordnung.
Toll und eindrucksvoll formuliert!

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Bis etwas Fremdes, nicht sogleich Deutbares(Komma einfügen?) mit einem Unterton des Unbehagens in ihr Bewusstsein schlich und sie aufstörte.
Bin mir zwar nicht zu 100% sicher, meine aber, dass da ein Komma hinter Deutbares gehört.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Angestrengt konzentrierte sie sich auf die Schönheit des Augenblicks, wollte das Unbehagen nicht wahrnehmen, wollte das Angenehme, Himmlische festhalten.
Sehr schön. Besonders durch die Doppelung von "wollte".

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Unwillkürlich bekam ihr Blick eine ungewollte Schärfe auf das, was sie sah.
Die Sterne waren falsch.
Icon_shocked Uih, das mit den "Die Sterne waren falsch" ist klasse. Bringt Spannung. Sehr gut!

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Das waren nicht die gewohnten Sternbilder, die sie über viele Jahre studiert und zu erkennen gelernt hatte. Die vertrauten Gestirne, die ihr die Zeit und die Richtung wiesen, die sie für die Erfüllung ihrer Bestimmungen brauchte. Nein, diese Sterne waren ganz und gar nicht etwas, das sie kannte.
Und direkt lernt man so ganz nebenbei wieder etwas über Gydja. Sie kann Sternbilder deuten. Und schon frage ich mich natürlich, wer sie ist: Ich weiß jetzt nicht warum, muss aber direkt an eine keltische Druidin denken (von der die Geschichtsbücher ja immer behaupten, dass es sie nicht gab, was aber nicht stimmt. Mrgreen)
Bin gepsannt, ob es tatsächlich in diese Richtung geht oder eben doch in eine ganz andere. Aber da du ja eine Vorliebe für Merlin hast (so wollte ich im Übrigen immer mal einen Kater nennen, wenn ich mal eienn bekommen sollte, der noch keinen Namen hat), stehen die Chancen für eine druidin ja gar nicht soooooooo schlecht. Icon_jump

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Als sie gerade noch vermeinte(Komma einfügen) etwas auszumachen, was das Siebengestirn hätte sein können, da verwandelten sich die Himmelskörper in ein endloses Muster aus Halbmonden, die Spitzen gegeneinander stehend, leuchtend und blinkend in Reihen angeordnet.
Schmunzel, bei mir gibt es ein Dreigestirn. allerdings haben die nichts mit den Sternen zu tun. Icon_wink

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Gydja fühlte sich mit einem Mal fremd und verloren, und unsicher beobachtete sie dieses seltsame Gebilde eine lange Zeit.
Passt für mich schön, dass sie sich durch das falsche Sternbild verloren und unsicher fühlt, schließlich ist ihre "Ordnung" dahin.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Angstvoll zuckte die Träumende zusammen.
Man hat bis zu diesem Moment vollkommen vergessen, dass Gydja am Träumen ist. das würde ich hier durch das "die Träumde" nicht zerstören. Schreib doch einfach "sie" oder "Gydja".

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Mit jedem fallenden Mond erstarb eine Quelle des Lichts, bis sie in tiefste Finsternis gehüllt lag.
Sehr schön - gefällt mir.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Aus der Stille hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf, mit einem Klang wie der Hall eines Schlages auf einen vollendeten Bronzekessel, metallisch und volltönend, und die Stimme sprach von einem Krieg, der die Himmel erschüttern und die Welt verändern würde.
Toll! Wunderschön formuliert.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: einem Krieg, der die Himmel erschüttern und die Welt verändern würde.
‚Alles
weiß ich, wo die Götter ihr Schicksal bargen.
Hier würde ich einen Absatz (wie auch dann am Ende) einfügen.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: ‚Alles weiß ich, wo die Götter ihr Schicksal bargen.
Denn weit und breit sehe ich über der Welten alle. Da wird Mord in der Welt zuerst,
wenn Seelenheil geraubt durch ruchlose Gier,
wenn Schicksal entkommt durch die Fluten des Aegir,
fremde, uralte Mächte gerufen durch unrechte Tat,
wenn Männer und Frauen Ruhm suchen durch Verrat.
Die Flut sich ergießt in die hohen Hallen,
hochheilige Götter vom Himmel fallen.
Wißt ihr, was dies bedeutet?

Einen Strom seh’ ich, der nach Süden fließt,
Meineid und Meuchelmord sich über alles ergießt.
Denn das, was in keines irdischen Hände gehört
ist verloren und gefunden, mit glühendem Feuer bewehrt.
Wißt ihr, was dies bedeutet?

Weißt du das Schicksal, kannst das Geheimnis ergründen?
Kein Erdling und Gott darf darüber befinden.
Mir gab Heervater Halsband und Ringe,
für goldene Sprüche und spähenden Sinn,
denn weit und breit sehe ich über der Welten alle.
Dies ist dein Erbe, denn ich bin Skuld!’
Richtig klasse! Und ich beneide immer alle, die so etwas so schön formuliert bekommen. Egal, ob es sich dabei um ein Omen, einen Zaubersprüch oder eine Anrufung handelt. Ich tue mir bei diesen Dingen immer so schwer - muss das ja aber dennoch unbedingt ständig bei mir einbauen ... lach.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Mit einem gewaltigen Donnerhall verklang die Stimme, verblasste der Sternenhimmel, verschwand die Kuppel. Gydja schreckte auf und fand sich verstört in der kalten Hütte wieder.
Das fügt sich klasse an die Stimme an.
Würde aber nach "Kuppel" einen Zeilenumbruch einfügen.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Die Körper der gezeichneten Schlangen auf ihren Schläfen pulsierten erregt, aufgewühlt durch ihr wild klopfendes Herz.
Klasse das mit den gezeichneten Schlangen, die auf ihren Schläfen pulsieren.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Tief durchatmend, versuchte sie ihre Gedanken aus der Trunkenheit des Schlafes zu befreien und wickelte sich umständlich aus den warmen Fellen ihrer Schlafstatt. Ein winterlicher Kälteschauer erfasste sie und riss sie endgültig in die Dämmerung hinein.
Super schön und bildhaft dargestellt - gefällt mir sehr gut.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Zitternd schlüpfte die Meisterin der Runenlieder in ein Paar hoher Fellstiefel und hüllte ihre knochige Gestalt in einen dunklen Umhang.
Hier zieht mich "die Meisterin der Runenlieder" aus ihrer Perspektive raus. Warum nicht einfach "sie" oder "Gydja"?
Und ha ... Runen, würde zu meiner Vermutung der Druidin passen. Mrgreen

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Das Feuer in der Bodensenke war längst erloschen und die frostige Luft des vergehenden Winters drang durch alle Ritzen in die Hütte herein.
Auch wieder sehr schön!

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Gydja ließ ihre tief schlafende Sklavin Niviarsiaq auf der anderen Seite der Feuerstelle zurück und huschte leise hinaus.
okay, die Sklavin passt jetzt nicht so wirklich zu meiner Theorie der Druidin, also ist weiterraten angesagt ... Icon_jump Oder deine druidin hat eine Sklavin - wer weiß ... lach.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Der hartgefrorene Weg führte sie zu einem Findling, der hoch über die Wasseroberfläche hinausragte. Mit einiger Anstrengung kletterte sie hinauf, die zahlreichen Winter ihrer Lebenszeit missachtend. Das stille Wasser des Sees schenkte ihr Geborgenheit und die klare Luft schärfte ihren Verstand.
Toll! Und zeigt so ganz nebenbei auch, dass sie kein junger Hüpfer mehr ist, richtig gut eingebracht. Pro

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Der Traum. Was war er? Eine Prophezeiung, eine Warnung oder ihr eigenes Hirngespinst, entstanden durch die unendlichen Welten des Schlafes, in denen alles und nichts wirklich war, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich vermischten mit Wünschen, Hoffnungen und Begierden und einer immerwährenden menschlichen Sehnsucht nach dem Ewigen?
Ich lieeeeeeebe Träume, in denen es um Warnungen und Prophezeiungen geht und besonders dann, wenn man sie nicht direkt deuten kann. Mrgreen

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Ein Mysterium. Eine Ahnin der schicksalsbestimmenden Nornen in einer sehr langen Kette von Nachkommen. Ein beklemmendes Gefühl von Gefahr bohrte sich in ihren Hinterkopf, tief ins Fleisch getrieben wie der Stachel eines Weißdorns, blieb dort stecken, unaufhaltsam ihren Geist vergiftend: ein Spiegelbild des Friedens, den sie dem Land gebracht hatte.
Ich mag es zwar, wenn ein Wort durch eine Wiederholung hervorgehoben/verstärkt wird, aber insgesamt 4 Sätze direkt hintereinander mit "Ein" bzw "Eine" zu beginnen, ist mir dann doch etwas zu viel des Guten.
Und wirklich Ahnin? Wie sind die Nachkommen gemeint? Ihre Nachkommen, also die, die noch kommen werden? Oder die, von denen sie abstammt? Denn dann müsste es müsste es doch umgekehrt sein, also sie ist dann doch der Nachkommen ihrer Ahnen. Lach ... Gott, wie kompliziert. Icon_smile

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Sie spürte es. Vergiftet. Der Frieden - er war vorbei.
Sehr stark! Klasse!

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Gydja wollte die Bilder und Worte des Traumes in ihrem Gedächtnis festhalten. Sie ließ sie wieder und wieder in einer endlosen Schleife von Gedanken ablaufen, in der Hoffnung, zu verstehen. Mit jedem Umlauf wurden sie blasser, leiser, unfassbarer, bis nur noch ein schemenhafter Nebel zurückblieb, der sich langsam in Nichts auflöste.
Sehr schön!

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Der Ruf eines Sperlingskauz’ erklang schneidend durch den stillen Morgen und verhallte am nahen Waldrand. Zitternd löste sich die Vielwissende Gydja Volur aus ihrer verkrampften Haltung und streckte sich.
Ebenfalls sehr schön.

(24-10-2013, 17:55)slainte schrieb: Eine Warnung. Eine Prophezeiung. Ein Auftrag. Keine Erklärung.
Tolles Ende deines Prologes!

Fazit:
Dein Prolog hat mir richtig gut gefallen. Du hast wunderbar eine schöne düstere Stimmung erzeugt, die ganz nach meinem Geschmack ist.
Die Aussicht, dass es hier um eine (keltische) Druidin gehen könnte, macht das Ganze dann gleich noch einmal viel besser und vor allem mag ich deinen Schreibstil.
freue mich schon darauf, mehr von dir zu lesen.

Ganz liebe Grüße

Xhex

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Beitrag #7 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo Xhex,

vielen Dank, dass Du mich kommentiert hast. Und so viele Blumen...Icon_cuinlove
Zitat:Ich habe die Kommentare der Anderen (lach ... da muss ich immer noch an Lost denken) nicht gelesen, daher nimm es mir bitte nicht Übel, sollte ich etwas erwähnen, dass schon genannt wurde.
Zwischen die Kommentare ist ein Kapitel geraten - mein Fehler . Es heißt "Der Erste der Druiden" und ist schon ordentlich zerlegt worden. Es steht im Manuskript noch vor dem anderen Topic "Sciana, die Klinge" - eine Charaktereinführung und leitet einen eigenen Handlungsstrang ein.

Zitat:Lach ... ich hoffe, der Prolog ist nicht nur für Pfote gedacht und ich darf auch ein wenig im Text "rumwühlen".
Aber sehr gerne doch. Icon_wink

Zitat:Bergspirken kenne ich nicht, gehe aber mal davon aus, dass es sich dabei ebenfalls um Bäume handelt. Gibt es außer Bergspirken auch noch andere Spirken? Wenn nein, dann schreib doch einfach Spirken. Durch die erwähnten Kiefern und Latschen ist dem Leser dann auch klar, dass es eine Baumart ist und du hast ein Berg schon mal aus dem Text raus. Auch anstatt Berggipfel kannst du einfach Gipfel schreiben. Das damit Berggipfel gemeint sind, ist klar. Und schon hast du nur noch einmal den Berghang und das Gebirge drin und das ist absolut in Ordnung.
I'm fully agreed! Eine Spirke ist eine aufrechte Bergkiefer. Ich habe den Text auch immer wieder laut gelesen, für mich klang das gut, aber jetzt, wo Du mich darauf aufmerksam gemacht hast, geht das tatsächlich nicht. Sehr guter Vorschlag von Dir, vielen Dank!

Zitat: Ein geflügelter Schatten flog lautlos über den schlafenden See, dessen mondsteinfarbenes Wasser zwischen steil aufragenden Gipfeln inmitten eines Hochmoores schimmerte.

Ein wirklich sehr schönes Bild, das du hier erzeugst, gefällt mir.
Danke Icon_smile

Zitat:Ich mag deinen Erzählstil und bin daher umso neugieriger, inwieweit er sich von deinen eigentlichen Kapiteln unterscheidet.
Was mir auch sehr schön gefällt, ist, wie du ganz nebenbei fremde Namen erklärst oder Eigenschaften einer Figur mit einbindest, wie das bei den grün markierten Teilen der Fall ist.
Was für ein schönes Kompliment! Smiley_emoticons_blush

Zitat:Das eine "und" würde ich ganz persönlich durch ein Komma ersetzen, da für mich viele "und's" hintereinander immer ein wenig an kleine Kinder erinnern, die beginnen, etwas auzuzählen, nach der Art von: Und dann habe ich das gemacht und dann das und das und dann auch noch das.
Grundsätzlich stimme ich Dir da zu, aber hier habe ich es bewusst als Stilmittel gewählt. Ich lese meine Texte immer laut, als wenn ich Zuhörer hätte. Weil ich die gern irgendwann mal haben will. Und da macht es einen Unterschied, wenn ich das "und" durch ein Komma ersetze. Ich kann diese Stelle schwer und gewichtig ausdrücken, aber mit dem Komma klappt das so nicht mehr. Aber nach "unwillkommen" könnte ich eins machen, das unterstreicht die betonung noch, wie ich gerade feststelle.

Zitat: Auf einem felsigen Hügel erhob sich ein halb verfallenes Bauwerk gegen den Horizont, die rissigen Mauern gespalten und verkohlt.

Sehr schön erzeugtes Bild!
Freu!

Zitat: slainte schrieb: Die eingestürzte Kuppel wölbte sich über einem einzigen türlosen Raum in die Höhe und ließ den nächtlichen Sternenhimmel herein.

Wie kann sich eine eingestürzte Kuppel wölben?
Das hat Pfote auch bemängelt. Die Kuppel ist nur zum Teil eingestürzt (halb verfallenes Gebäude), die Wölbung ist noch vorhanden. Aber das kann ich leicht ändern, wenn es nicht klar ist. Icon_smile

Zitat: Ein machtvolles, unerklärliches Verlangen, unbezwingbar durch ihren eigenen Willen, zog Gydja hinein in die vom Schicksal gezeichnete Stätte.

Sehr schöne Formulierung, die mir gut gefallen hat!
Vielen Dank!

Zitat:Sie zwängte ihren schmalen Körper durch einen Spalt des geborstenen Gemäuers; Staub und abbröckelndes Gestein verfing sich in ihren spinnwebfeinen langen Haaren und rutschte in Nacken und Ausschnitt ihres wollenen Kleides.
Mein Bruder ist Deutschlehrer und hat mir erklärt, dass man ein Semikolon nimmt, wenn man einen Satz näher an einen anderen bringen möchte, da ein Punkt ja trennt. Deshalb habe ich das Semikolon gewählt. Durch einen Punkt würde der erste Satz zu kurz nach meinen Empfindungen, aber das ist natürlich sehr subjektiv.

Zitat: Modriger Geruch einer längst vergessenen Zeit hing unangenehm in der Luft.

Ebenfalls wieder sehr schön formuliert. Man kann sich den Geruch direkt vorstellen.
Danke. So sollte das sein.

Zitat:Hmm, eine steinerne Bahre habe ich eigentlich noch nie gesehen und wäre auch ein wenig unpraktisch und schwer. Schließlich ist eine Bahre nichts anderes als ein Transportmittel. Vielleicht besser Altar oder Sarkophag? je nachdem, worauf du hianus wolltest, was es darstellen soll.
Ein Toter wird häufig aufgebahrt, und wer sagt denn, dass es eine transportable Bahre sein muss? Hier ist es bewusst eine steinerne Bahre und feststehend. Das muss noch nicht mal realistisch sein, denn Gydja träumt hier. Aber ist gibt steinerne Bahren noch in alten Kirchen. Und es gibt sie in Cyrodiil (Oblivion) in zahlreichen Dungeons Mrgreen

Zitat:Kann "Sanfter Wind" fegen? Vielleicht besser "wehte"?
Ja, natürlich "wehte"! wallbash

Zitat:Durch die dunklen Federn, den schwarzen Marmor, ihren Gedanken an Tod und sterben erzeugst du hier wunderschön eine richtig schöne, düstere Stimmung - sehr schön!
Hoah, ich bin gerührt! Schön, dass Du diese Stimmung auch so empfindest. Da hab' ich mir so viel Mühe gegeben, und jetzt mag es jemand Icon_bussi

Zitat:Hier aber auch wieder das Problem mit der Kuppel. Vielleicht lässt du sie nicht eingestürzt sein, sondern einfach nur, dass sie nur zu einem kleinen Teil kaputt ist, vielleicht so, dass sich in der Mitte eine kleine Öffnung befindet. Dann würden auch alle anderen Stellen, wo du die Kuppel erwähnt hast, wieder passen.
Ja, das ändere ich. Da geht mir nichts verloren am Text.

Zitat:bei ihren Gedanken an tod und Sterben würde ich hier jetzt dann doch eher von einer Art Sarkophag ausgehen.
Sarkophag ist ägyptisch, das passt hier nicht. Ich finde Bahre in Ordnung.

Zitat: Mit klopfendem Herzen, voller Neugier und gespannter Erwartung legte sie sich nieder. Sofort zog der atemberaubende Anblick der Sterne ihren Geist in die dunkle Tiefe des Himmelsgewölbes hinein.

Prinzipiell eine sehr schöne und atmosphäre Darstellung. Vielleicht das Komma vor "voller Neugier" entfernen, sodass sich das klopfende Herz auf die Neugier bezieht und man es nicht mit einem vor z.H. ängstlichem Herzklopfen verwechselt.
Da muss ich mal drüber nachdenken, das Komma wegzulassen, verändert den Sinn. Das Herzklopfen kommt eher von gespannter Erwartung, und nicht von Angst, aber ein Herz, das vor Neugier klopft? Hmm. Ich überlege Icon_confused
Die nächsten Kommentarsätze überspringe ich - glücklich!

Zitat: Bis etwas Fremdes, nicht sogleich Deutbares(Komma einfügen?) mit einem Unterton des Unbehagens in ihr Bewusstsein schlich und sie aufstörte.

Bin mir zwar nicht zu 100% sicher, meine aber, dass da ein Komma hinter Deutbares gehört.
Keine Ahnung! Icon_panik

Zitat:Uih, das mit den "Die Sterne waren falsch" ist klasse. Bringt Spannung. Sehr gut!
An dieser Stelle verrate ich ein Geheimnis: Das war ein Traum, den ich selbst geträumt habe. Normaler Weise träume ich nur Schrott oder vergesse alles, aber tatsächlich habe ich geträumt, ich schaue in den Nachthimmel, und ich erkannte kein einziges Sternbild. Und dann haben sich die Sterne in diese Halbmonde verwandelt. Und ich fühlte mich unglaublich verloren. Im Gegensatz zu Gydja bin ich dann aufgewacht, aber das Gefühl war so eindringlich, dass ich es mir gemerkt habe. Und dann musste ich es verarbeiten. Icon_smile

Zitat:Und schon frage ich mich natürlich, wer sie ist: Ich weiß jetzt nicht warum, muss aber direkt an eine keltische Druidin denken (von der die Geschichtsbücher ja immer behaupten, dass es sie nicht gab, was aber nicht stimmt. :mrgreenIcon_smile
Nein, sie ist keine keltische Druidin. Aber nicht traurig sein, sie ist das germanische Pendant dazu, nämlich eine Vielwissende. Der Unterschied ist, dass die Druiden ihr Wissen nicht nur aus der Natur bezogen, so wie sie immer dargestellt werden, sondern aus den Lehren der Philosophen der Antike und von den Physikern, Sternenkundigen und Medizinern aus Mesopotamien (Babylonien und Assyrien) , also den dortigen Priestern. Daher waren sie so hoch angesehen und auch gefürchtet (Wissen bedeutete auch damals schon Macht).
Bei den Germanen gab es ebenfalls Menschen, die mehr wussten als andere, die Natur in Religion verwandelten, die heilkundig, politisch geschickt und klug waren. Es gab vor Allem weise Frauen , Seherinnen und Heilkundige und die germanischen Männer hörten häufig auf den Rat ihrer Frauen, gerade im Kriegsfall.
Ich wollte das Wort Hohepriesterin für Gydja nicht verwenden, denn das gab es so bei den Germanen nicht. Also Vielwissende. Weil sie einen viel größeren Horizont besitzt, als die anderen. Weil sie in Dariks Land die Fäden in der Hand hat. Und weil sie die Runenlieder beherrscht (okay, 102 v.u.Z. gab es eigentlich noch keine Runen, aber deshalb schreibe ich ja historische Fantasy und nicht Historie Icon_ugly

Zitat:Man hat bis zu diesem Moment vollkommen vergessen, dass Gydja am Träumen ist. das würde ich hier durch das "die Träumde" nicht zerstören. Schreib doch einfach "sie" oder "Gydja".
Oh, aus diesem Grund habe ich "die Träumende" geschrieben, ich dachte, der Leser muss das noch im Kopf haben, damit es nicht unglaubwürdig wird. Wenn Du mich hier eines besseren belehrst, bin ich Dir dankbar.

Zitat:Richtig klasse! Und ich beneide immer alle, die so etwas so schön formuliert bekommen. Egal, ob es sich dabei um ein Omen, einen Zaubersprüch oder eine Anrufung handelt. Ich tue mir bei diesen Dingen immer so schwer - muss das ja aber dennoch unbedingt ständig bei mir einbauen ... lach.
Danke für das riesige Lob, ich habe mich damit auch schwer getan. Aber es ist nicht alles von mir: Die ersten zwei Sätze stammen aus der Seherinnen Ausspruch aus der Edda, und auch das mit "Meineid und Meuchelmord". Der Rest ist von mir. Das hat auch einen Grund: In der Seherin der Edda wird eine Thursentochter vermutet, und die Nornen waren Thursentöchter. Skuld, die Gydja den Traum schickt, ist Norne. Ich schreibe eine Geschichte im Licht der germanisch-keltischen und babylonischen Mythologie. Es gibt also Artefakte, Runen, Thursen, Götter, Drachen und vieles mehr. Ich bin gespannt...Icon_slash

Zitat:Hier zieht mich "die Meisterin der Runenlieder" aus ihrer Perspektive raus. Warum nicht einfach "sie" oder "Gydja"?
Weil immer "sie" oder "Gydja" auf mich so langweilig wirkt. Habe das schon mit Pfote diskutiert, aber dafür kann man echt mal ein neues Thema aufmachen, da bin ich immer ganz unsicher.

Zitat:Und ha ... Runen, würde zu meiner Vermutung der Druidin passen. Mrgreen
Aber es waren die Germanen, die Runen benutzt haben. Die Druiden haben Ogham geschrieben, aber erst, als es sie auf die britischen Inseln verschlagen hat. Die Germanen hatten Runenkundige, die "Erilar", einer kommt auch in meiner Geschichte vor Icon_smile

Zitat:okay, die Sklavin passt jetzt nicht so wirklich zu meiner Theorie der Druidin, also ist weiterraten angesagt ... Icon_jump Oder deine druidin hat eine Sklavin - wer weiß ... lach.
Meine Vielwissende hat eine Sklavin. Ja. Und die spielt eine wichtige Rolle. Aber das wird nicht verraten Icon_wink

Zitat:Ich mag es zwar, wenn ein Wort durch eine Wiederholung hervorgehoben/verstärkt wird, aber insgesamt 4 Sätze direkt hintereinander mit "Ein" bzw "Eine" zu beginnen, ist mir dann doch etwas zu viel des Guten.
Okay. Ich arbeite dran.

Zitat:Und wirklich Ahnin? Wie sind die Nachkommen gemeint? Ihre Nachkommen, also die, die noch kommen werden? Oder die, von denen sie abstammt? Denn dann müsste es müsste es doch umgekehrt sein, also sie ist dann doch der Nachkommen ihrer Ahnen. Lach ... Gott, wie kompliziert. Icon_smile
Oh no (Lemming sei, der sich in die Luft sprengt)!
Das ist meine Dämlichkeit, ich habe echt geglaubt, Ahnen geht für Nachkommen. Das geht garnicht und ich suche noch nach einem passenden Wort, denn Nachkommin oder -fahrin klingt doof.

Zitat:Fazit:
Dein Prolog hat mir richtig gut gefallen. Du hast wunderbar eine schöne düstere Stimmung erzeugt, die ganz nach meinem Geschmack ist.
Vielen, vielen Dank. Ich bin glücklich. Dafür lohnt sich das ewige Ringen um Wörter.
Zitat:Die Aussicht, dass es hier um eine (keltische) Druidin gehen könnte, macht das Ganze dann gleich noch einmal viel besser und vor allem mag ich deinen Schreibstil.
Hoffentlich bist Du jetzt nicht enttäuscht. Aber eine germanische Vielwissende ist echt eine Innovation, oder?
Zitat:freue mich schon darauf, mehr von dir zu lesen.
Oh, da gibt es bestimmt noch gaaanz viel zu meckern - das ist noch "grün" hinter den Ohren. Aber ich arbeite daran.
Ich freue mich, dass es Dir so gefallen hat und bleibe dabei mit den Füßen auf dem Boden. Aber ich habe Hoffnung, dass ich eines Tages mal Autor werde.
Ganz liebe Grüße, slainte


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Beitrag #8 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo Slainte,

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Ich habe die Kommentare der Anderen (lach ... da muss ich immer noch an Lost denken) nicht gelesen, daher nimm es mir bitte nicht Übel, sollte ich etwas erwähnen, dass schon genannt wurde.
Zwischen die Kommentare ist ein Kapitel geraten - mein Fehler . Es heißt "Der Erste der Druiden" und ist schon ordentlich zerlegt worden. Es steht im Manuskript noch vor dem anderen Topic "Sciana, die Klinge" - eine Charaktereinführung und leitet einen eigenen Handlungsstrang ein.
Ist ja, wie ich mittlerweile gesehen habe, jetzt verschoben worden. Werde ich mir auf jeden Fall auch noch für ein Kommi vornehmen. Icon_smile

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Bergspirken kenne ich nicht, gehe aber mal davon aus, dass es sich dabei ebenfalls um Bäume handelt. Gibt es außer Bergspirken auch noch andere Spirken? Wenn nein, dann schreib doch einfach Spirken. Durch die erwähnten Kiefern und Latschen ist dem Leser dann auch klar, dass es eine Baumart ist und du hast ein Berg schon mal aus dem Text raus. Auch anstatt Berggipfel kannst du einfach Gipfel schreiben. Das damit Berggipfel gemeint sind, ist klar. Und schon hast du nur noch einmal den Berghang und das Gebirge drin und das ist absolut in Ordnung.
I'm fully agreed! Eine Spirke ist eine aufrechte Bergkiefer. Ich habe den Text auch immer wieder laut gelesen, für mich klang das gut, aber jetzt, wo Du mich darauf aufmerksam gemacht hast, geht das tatsächlich nicht. Sehr guter Vorschlag von Dir, vielen Dank!
Och, das geht uns doch allen so. In einem Part von meinem 3. Kapitel hat es dafür mal nur so von "sie's" gewimmelt und es ist mir trotz x-mal durchlesen nicht aufgefallen.

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Das eine "und" würde ich ganz persönlich durch ein Komma ersetzen, da für mich viele "und's" hintereinander immer ein wenig an kleine Kinder erinnern, die beginnen, etwas auzuzählen, nach der Art von: Und dann habe ich das gemacht und dann das und das und dann auch noch das.
Grundsätzlich stimme ich Dir da zu, aber hier habe ich es bewusst als Stilmittel gewählt. Ich lese meine Texte immer laut, als wenn ich Zuhörer hätte. Weil ich die gern irgendwann mal haben will. Und da macht es einen Unterschied, wenn ich das "und" durch ein Komma ersetze. Ich kann diese Stelle schwer und gewichtig ausdrücken, aber mit dem Komma klappt das so nicht mehr. Aber nach "unwillkommen" könnte ich eins machen, das unterstreicht die betonung noch, wie ich gerade feststelle.
Okay, dann lass das "und". Und ja, ich lese meine Texte mir auch häufig laut vor, einfach um den Klang besser überprüfen zu können.

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Sie zwängte ihren schmalen Körper durch einen Spalt des geborstenen Gemäuers; Staub und abbröckelndes Gestein verfing sich in ihren spinnwebfeinen langen Haaren und rutschte in Nacken und Ausschnitt ihres wollenen Kleides.
Mein Bruder ist Deutschlehrer und hat mir erklärt, dass man ein Semikolon nimmt, wenn man einen Satz näher an einen anderen bringen möchte, da ein Punkt ja trennt. Deshalb habe ich das Semikolon gewählt. Durch einen Punkt würde der erste Satz zu kurz nach meinen Empfindungen, aber das ist natürlich sehr subjektiv.
Natürlich ist das letztendlich immer eine Geschmacksfrage, kein Thema. Und wenn es sich mit dem Semikolon besser anfühlt, dann behalte es bei. Icon_smile Im Übrigen habe ich zum Semikolon setzen folgende "Regel" gelernt: Das Semikolon ist stärker (trennt stärker) als ein Komma, aber schwächer als ein Punkt. Icon_smile

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Hmm, eine steinerne Bahre habe ich eigentlich noch nie gesehen und wäre auch ein wenig unpraktisch und schwer. Schließlich ist eine Bahre nichts anderes als ein Transportmittel. Vielleicht besser Altar oder Sarkophag? je nachdem, worauf du hianus wolltest, was es darstellen soll.
Ein Toter wird häufig aufgebahrt, und wer sagt denn, dass es eine transportable Bahre sein muss? Hier ist es bewusst eine steinerne Bahre und feststehend. Das muss noch nicht mal realistisch sein, denn Gydja träumt hier. Aber ist gibt steinerne Bahren noch in alten Kirchen. Und es gibt sie in Cyrodiil (Oblivion) in zahlreichen Dungeons Mrgreen
Jein. Also natürlich wird ein Toter aufgebahrt, stimmt schon, aber eben nicht auf einer Bahre. Die allgemeine definition einer Bahre lautet wie folgt:
Eine Bahre ist
- eine Trageeinrichtung zum Transport Toter (oder generell: nicht gehfähiger Personen) – auch als Tragbahre (Traggestell) bezeichnet.
- ein Gestell, auf dem ein Sarg steht.
Aber mit dem Argument, dass es ja eben ein Traum ist, hast du natürlich recht, da muss es nicht realitisch sein, also lass ruhig deine steinerne Bahre. Icon_wink

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Durch die dunklen Federn, den schwarzen Marmor, ihren Gedanken an Tod und sterben erzeugst du hier wunderschön eine richtig schöne, düstere Stimmung - sehr schön!
Hoah, ich bin gerührt! Schön, dass Du diese Stimmung auch so empfindest. Da hab' ich mir so viel Mühe gegeben, und jetzt mag es jemand Icon_bussi
Freut mich! Aber wieso "dass es jetzt jemand mag"? Wer hat denn über diese schöne Szene gemeckert? Icon_fies

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:bei ihren Gedanken an tod und Sterben würde ich hier jetzt dann doch eher von einer Art Sarkophag ausgehen.
Sarkophag ist ägyptisch, das passt hier nicht. Ich finde Bahre in Ordnung.
Deswegen schrieb ich ja auch: eine Art Sarkophag. Icon_wink Wie nannten denn nur die Kelten bzw Germanen diese Teile? *Hektisch in den Recherche-Unterlagen kramen* Ich finde da leider ncihts - Mist. Icon_ugly

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Mit klopfendem Herzen, voller Neugier und gespannter Erwartung legte sie sich nieder. Sofort zog der atemberaubende Anblick der Sterne ihren Geist in die dunkle Tiefe des Himmelsgewölbes hinein.

Prinzipiell eine sehr schöne und atmosphäre Darstellung. Vielleicht das Komma vor "voller Neugier" entfernen, sodass sich das klopfende Herz auf die Neugier bezieht und man es nicht mit einem vor z.B. ängstlichem Herzklopfen verwechselt.
Da muss ich mal drüber nachdenken, das Komma wegzulassen, verändert den Sinn. Das Herzklopfen kommt eher von gespannter Erwartung, und nicht von Angst, aber ein Herz, das vor Neugier klopft? Hmm. Ich überlege Icon_confused
Die nächsten Kommentarsätze überspringe ich - glücklich!
Genau deshalb habe ich ja vorgeschlagen, dass Komma zu entfernen, eben damit es nicht mit einem ängstlichen Herzklopfen verwechselt werden kann. Und dass sie in angespannter Erwartung ist, wird ja dann auch erwähnt, deshalb wäre es vielleicht wirklich gar nicht so schlecht, das Komma zu entfernen, ist aber letztendlich natürlich ganz alleine deine Entscheidung und du solltest es so handhaben, wie es sich für dich! richtig anfühlt. Icon_smile

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Uih, das mit den "Die Sterne waren falsch" ist klasse. Bringt Spannung. Sehr gut!
An dieser Stelle verrate ich ein Geheimnis: Das war ein Traum, den ich selbst geträumt habe. Normaler Weise träume ich nur Schrott oder vergesse alles, aber tatsächlich habe ich geträumt, ich schaue in den Nachthimmel, und ich erkannte kein einziges Sternbild. Und dann haben sich die Sterne in diese Halbmonde verwandelt. Und ich fühlte mich unglaublich verloren. Im Gegensatz zu Gydja bin ich dann aufgewacht, aber das Gefühl war so eindringlich, dass ich es mir gemerkt habe. Und dann musste ich es verarbeiten. Icon_smile
Kann ich absolut nachvollziehen, dass du, wenn du so etwas träumst, dass in deiner Geschichte mit verarbeiten möchtest. Geht mir auch so. Icon_smile

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Und schon frage ich mich natürlich, wer sie ist: Ich weiß jetzt nicht warum, muss aber direkt an eine keltische Druidin denken (von der die Geschichtsbücher ja immer behaupten, dass es sie nicht gab, was aber nicht stimmt.
Nein, sie ist keine keltische Druidin. Aber nicht traurig sein, sie ist das germanische Pendant dazu, nämlich eine Vielwissende. Der Unterschied ist, dass die Druiden ihr Wissen nicht nur aus der Natur bezogen, so wie sie immer dargestellt werden, sondern aus den Lehren der Philosophen der Antike und von den Physikern, Sternenkundigen und Medizinern aus Mesopotamien (Babylonien und Assyrien) , also den dortigen Priestern. Daher waren sie so hoch angesehen und auch gefürchtet (Wissen bedeutete auch damals schon Macht).
Bei den Germanen gab es ebenfalls Menschen, die mehr wussten als andere, die Natur in Religion verwandelten, die heilkundig, politisch geschickt und klug waren. Es gab vor Allem weise Frauen , Seherinnen und Heilkundige und die germanischen Männer hörten häufig auf den Rat ihrer Frauen, gerade im Kriegsfall.
Ich wollte das Wort Hohepriesterin für Gydja nicht verwenden, denn das gab es so bei den Germanen nicht. Also Vielwissende. Weil sie einen viel größeren Horizont besitzt, als die anderen. Weil sie in Dariks Land die Fäden in der Hand hat. Und weil sie die Runenlieder beherrscht (okay, 102 v.u.Z. gab es eigentlich noch keine Runen, aber deshalb schreibe ich ja historische Fantasy und nicht Historie Icon_ugly
Ja, die Druiden werden in so vieler Hinsicht falsch dargestellt, wahrscheinlich auch einer der Gründe, dass im Vorgänger meiner jetztigen Geschichte die Prota eine Druidin war ( für die es in der heutigen Version aber leider nicht emhr den passenden Rahmen gibt). Denn die Druiden waren sehr viel mehr, als eben "nur" die in der Natur einsam vor sich herlebenden Zauberer.
Und dass deine Vielwissende nun das germanische Pendant dazu ist, finde ich klasse! Sooooo riesig sind die Unterschiede zwischen den Germanen und den Kelten nämlich gar nicht gewesen. Ich jedenfalls freue mich auf deien Vielwissende! Mrgreen

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Man hat bis zu diesem Moment vollkommen vergessen, dass Gydja am Träumen ist. das würde ich hier durch das "die Träumde" nicht zerstören. Schreib doch einfach "sie" oder "Gydja".
Oh, aus diesem Grund habe ich "die Träumende" geschrieben, ich dachte, der Leser muss das noch im Kopf haben, damit es nicht unglaubwürdig wird. Wenn Du mich hier eines besseren belehrst, bin ich Dir dankbar.
Wirkt ganz und gar nicht unglaubwürdig, kannst du auf jeden Fall ändern.

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Richtig klasse! Und ich beneide immer alle, die so etwas so schön formuliert bekommen. Egal, ob es sich dabei um ein Omen, einen Zaubersprüch oder eine Anrufung handelt. Ich tue mir bei diesen Dingen immer so schwer - muss das ja aber dennoch unbedingt ständig bei mir einbauen ... lach.
Danke für das riesige Lob, ich habe mich damit auch schwer getan. Aber es ist nicht alles von mir: Die ersten zwei Sätze stammen aus der Seherinnen Ausspruch aus der Edda, und auch das mit "Meineid und Meuchelmord". Der Rest ist von mir. Das hat auch einen Grund: In der Seherin der Edda wird eine Thursentochter vermutet, und die Nornen waren Thursentöchter. Skuld, die Gydja den Traum schickt, ist Norne. Ich schreibe eine Geschichte im Licht der germanisch-keltischen und babylonischen Mythologie. Es gibt also Artefakte, Runen, Thursen, Götter, Drachen und vieles mehr. Ich bin gespannt... Icon_slash
Lach ... kommt mir bekannt vor, ich habe da auch bunt aus Altbekanntem und eigener Kreation gemixt und damit das Ganze nicht auffällt, das ganze noch in meine Andersweltsprache, die an das Altirisch angelehnt ist, verpackt. So kann wenigstens niemand über den unschönen Klang meckern. Icon_wink

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Hier zieht mich "die Meisterin der Runenlieder" aus ihrer Perspektive raus. Warum nicht einfach "sie" oder "Gydja"?
Weil immer "sie" oder "Gydja" auf mich so langweilig wirkt. Habe das schon mit Pfote diskutiert, aber dafür kann man echt mal ein neues Thema aufmachen, da bin ich immer ganz unsicher.
Habe ich in den ersten versionen meiner Gescicht eauch immer gedacht und munter Bezeichnung wie "der Hunter" o. ä. verwendet, aber es entfernt den Leser von der Figur und das ist wirklich schade, gerade wenn man so richtig schön nah bei der Figur dabei ist.

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Und ha ... Runen, würde zu meiner Vermutung der Druidin passen.
Aber es waren die Germanen, die Runen benutzt haben. Die Druiden haben Ogham geschrieben, aber erst, als es sie auf die britischen Inseln verschlagen hat. Die Germanen hatten Runenkundige, die "Erilar", einer kommt auch in meiner Geschichte vor Icon_smile
Da habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt. Bei Runen musste ich an Runen-Steine bzw Runen-Hölzchen denken und die gab es auch bei den Druiden/Kelten.

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:okay, die Sklavin passt jetzt nicht so wirklich zu meiner Theorie der Druidin, also ist weiterraten angesagt ... Icon_jump Oder deine druidin hat eine Sklavin - wer weiß ... lach.
Meine Vielwissende hat eine Sklavin. Ja. Und die spielt eine wichtige Rolle. Aber das wird nicht verraten Icon_wink
Bin gespannt. Icon_jump Mrgreen

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Und wirklich Ahnin? Wie sind die Nachkommen gemeint? Ihre Nachkommen, also die, die noch kommen werden? Oder die, von denen sie abstammt? Denn dann müsste es müsste es doch umgekehrt sein, also sie ist dann doch der Nachkommen ihrer Ahnen. Lach ... Gott, wie kompliziert. Icon_smile
Oh no (Lemming sei, der sich in die Luft sprengt)!
Das ist meine Dämlichkeit, ich habe echt geglaubt, Ahnen geht für Nachkommen. Das geht garnicht und ich suche noch nach einem passenden Wort, denn Nachkommin oder -fahrin klingt doof.
Wie wäre es mit Abkömmling?

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Fazit:
Dein Prolog hat mir richtig gut gefallen. Du hast wunderbar eine schöne düstere Stimmung erzeugt, die ganz nach meinem Geschmack ist.
Vielen, vielen Dank. Ich bin glücklich. Dafür lohnt sich das ewige Ringen um Wörter.
Kenne ich selbst nur zu gut. Und freut mich, wenn ich dich damit glücklich und - so geht es mir zumindest immer - auch wieder motivieren konnte. Icon_smile

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:Die Aussicht, dass es hier um eine (keltische) Druidin gehen könnte, macht das Ganze dann gleich noch einmal viel besser und vor allem mag ich deinen Schreibstil.
Hoffentlich bist Du jetzt nicht enttäuscht. Aber eine germanische Vielwissende ist echt eine Innovation, oder?
Nein, überhaupt nicht und germanische Vielwissende klingt vielversprechend. Icon_smile

(10-12-2013, 22:09)slainte schrieb:
Zitat:freue mich schon darauf, mehr von dir zu lesen.
Oh, da gibt es bestimmt noch gaaanz viel zu meckern - das ist noch "grün" hinter den Ohren. Aber ich arbeite daran.
Ich freue mich, dass es Dir so gefallen hat und bleibe dabei mit den Füßen auf dem Boden. Aber ich habe Hoffnung, dass ich eines Tages mal Autor werde.
Das ist doch bei uns allen so? Meine Kapitel werden auch immer grüner, je neuer sie sind. Ist doch ganz normal. Ich jedenfalls freue mich schon auf mehr.

Ganz liebe Grüße

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Beitrag #9 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Guten Abend, slainte.

Zitat:Bin in ein tiefes Depressionsloch gefallen und winde mich gerade erst wieder langsam da heraus. Habe absolut keine Motivation für garnix, stecke bis über beide Ohren in Arbeit, und wenn dann endlich frei, so wie jetzt, geht nix. Kopf ist hohl. Ich wünsche mir auch sowas wie Osterferien - ach ja, das süße Schülerdasein.
Ich glaube, es wird Zeit, sich zu Wort zu melden.

Zur Information: Ich unterteile beim Kommentieren in technische und inhaltliche Anmerkungen. Zum Schluss gibt es dann noch ein Fazit.

Technische Anmerkungen:
Zitat:Die Nacht war mondlos und eiskalt. Schweigend und düster wirkten die von Bergspirken, Kiefern und Latschen bewachsenen Berghänge des Fergunnagebirges*. Wie stumme Wächter unter dem glänzenden Sternenhimmel begrenzten die mächtigen Berggipfel Dariks Land** im Westen und Werland im Osten ...
* Ich bin kein Fantasyleser, das heißt, dass meine Augen bei einem fremden Wort zuerst eine allgemeingültige Bezeichnung versuchen herauszulesen. Hier würde sich eventuell eine andere Schreibweise anbieten: Fergunna-Gebirge.
** Dariks Land taucht so unverhofft auf, dass es erst nicht erkennbar ist, dass dies zusammengehört. Vorschlag wäre hier diese beiden Wörter kursiv zu setzen. Damit diese als Einheit/ein Begriff/ein Name erkennbar sind. (Das Gleiche auch bei Werland.)
Das würde dann so aussehen:

Die Nacht war mondlos und eiskalt. Schweigend und düster wirkten die von Bergspirken, Kiefern und Latschen bewachsenen Berghänge des
Fergunna-Gebirges. Wie stumme Wächter unter dem glänzenden Sternenhimmel begrenzten die mächtigen Berggipfel Dariks Land im Westen und Werland im Osten ...


Zitat:Er kam ungerufen und unwillkommen und unheilschwer stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein, verwirrte ihre Sinne und grub sich tief in ihr Gedächtnis:

Dreimal 'und'. Abgesehen davon, dass ich sonst an der Konstruktion nichts auszusetzen habe, würde ich es vielleicht so probieren:
Er kam heimlich. Ungerufen und unwillkommen stahl er sich unheilsschwer in ihr Bewusstsein und verwirrte ihre Sinne. Tief grub er sich in ihr Gedächtnis: ...

Zitat:Auf einem felsigen Hügel erhob sich ein halb verfallenes Bauwerk gegen den Horizont, die rissigen Mauern gespalten und verkohlt. Die eingestürzte Kuppel wölbte sich über einem einzigen türlosen Raum in die Höhe und ließ den nächtlichen Sternenhimmel herein. Ein machtvolles, unerklärliches Verlangen, unbezwingbar durch ihren eigenen Willen, zog Gydja hinein in die vom Schicksal gezeichnete Stätte.
Den Satz mit 'Ein machtvolles ...' würde ich in der nächsten Zeile beginnen lassen. Dadurch lockerst Du es ein bisschen auf und trennst die Bilder innerhalb der Szene. Vorschlag:

Auf einem felsigen Hügel erhob sich ein halb verfallenes Bauwerk gegen den Horizont, die rissigen Mauern gespalten und verkohlt. Die eingestürzte Kuppel wölbte sich über einem einzigen türlosen Raum in die Höhe und ließ den nächtlichen Sternenhimmel herein.
Ein machtvolles, unerklärliches Verlangen, unbezwingbar durch ihren eigenen Willen, zog Gydja hinein in die vom Schicksal gezeichnete Stätte.


Zitat:Dunkle Vogelfedern und Blütenblätter bedeckten den Boden aus schwarzem Marmor. Sanfter Wind fegte durch den Raum. ‚Ein Grab?’, blitzte ein Gedanke durch ihren träumenden Geist. ‚Wer ist gestorben? Wer stirbt? Wer wird sterben?’ Ein Schwarm dunkler Tauben flog auf, wirbelte die Federn mit rauschendem Flügelschlag umher und verschwand durch die offene Kuppel.
Dialoge und aktive Gedankengänge sind meiner Meinung nach die wichtigsten Elemente in einer Geschichte. Sie selbst können sogar alleine eine Handlung tragen. Daher empfehle ich immer, solche Stellen besonders herauszuheben im Textgefüge.
Hier geht er ein wenig unter. Vorschlag:

Dunkle Vogelfedern und Blütenblätter bedeckten den Boden aus schwarzem Marmor. Sanfter Wind fegte durch den Raum.
‚Ein Grab?’, blitzte ein Gedanke durch ihren träumenden Geist. ‚Wer ist gestorben? Wer stirbt? Wer wird sterben?’
Ein Schwarm dunkler Tauben flog auf, wirbelte die Federn mit rauschendem Flügelschlag umher und verschwand durch die offene Kuppel.


Zitat:Gydja ging zu der Bahre hinüber. Es raschelte unter ihren nackten Füßen, als ihre Schritte die vertrockneten Blütenblätter zerbrachen. Mit klopfendem Herzen, voller Neugier und gespannter Erwartung legte sie sich nieder. Sofort zog der atemberaubende Anblick der Sterne ihren Geist in die dunkle Tiefe des Himmelsgewölbes hinein.
Verständnisproblem: ich dachte - als Fortführung der Bewegung (gehen), dass sie sich auf den Bauch legt. (Gehen, niederknien wie vor einem König, flach auf den Bauch legen.) Da passt dann der Blick auf die Sterne nicht.
Ich würde eventuell ein 'auf-den-Rücken-legen' einbauen. Das sähe dann so aus:

Gydja ging zu der Bahre hinüber. Es raschelte unter ihren nackten Füßen, als ihre Schritte die vertrockneten Blütenblätter zerbrachen. Mit klopfendem Herzen, voller Neugier und gespannter Erwartung kniete sie sich hin und legte sich auf den Rücken. Sofort zog der atemberaubende Anblick der Sterne ihren Geist in die dunkle Tiefe des Himmelsgewölbes hinein.

Zitat:Bis etwas Fremdes, nicht sogleich Deutbares mit einem Unterton des Unbehagens in ihr Bewusstsein schlich und sie aufstörte.
Gut, das Wort kenne ich jetzt nicht. Ich hätte eher ein 'aufschreckte' erwartet.

Zitat:Die Sterne waren falsch.
Sehr gut platziert. Alleinstehend ist der Satz unheimlich stark und damit sehr gut in Szene gesetzt.

Zitat:Nein, diese Sterne waren ganz und gar nicht etwas, das sie kannte.
Holperstelle. Ich würde es mit einer 'das-was-Kombination' probieren:

Nein, diese Sternenkonstellation war ganz und gar nicht das, was sie kannte.

Zitat:Als sie gerade noch vermeinte etwas auszumachen, was das Siebengestirn hätte sein können, da verwandelten sich die Himmelskörper in ein endloses Muster aus Halbmonden, die Spitzen gegeneinander stehend, leuchtend und blinkend in Reihen angeordnet. Gydja fühlte sich mit einem Mal fremd und verloren, und unsicher beobachtete sie dieses seltsame Gebilde eine lange Zeit.
Zuerst würde ich auch hier wieder die Szene unterteilen und den Satz mit Gydja in einer neuen Zeile beginnen lassen, da sie dort eine gewisse Zeit beobachtet. Zweitens hast Du wieder eine '... und ..., und ...-Kombination' drin, die sich ohne dem zweiten Wort besser lesen würde.
Vorschlag:

Als sie gerade noch vermeinte etwas auszumachen, was das Siebengestirn hätte sein können, da verwandelten sich die Himmelskörper in ein endloses Muster aus Halbmonden, die Spitzen gegeneinander stehend, leuchtend und blinkend in Reihen angeordnet.
Gydja fühlte sich mit einem Mal fremd und verloren. Unsicher beobachtete sie dieses seltsame Gebilde eine lange Zeit.


Zitat:... bis sie in tiefste Finsternis gehüllt lag. Aus der Stille hörte ...
Hier würde ich ebenfalls den Satz mit der Stille/Stimme in der nächsten Zeile beginnen lassen.

Zur Botschaft, die die Stimme vermittelt: die würde ich - da es sich wie ein Gedicht liest, formattechnisch eher ins Zentrum rücken. Wahlweise kursiv oder normal - Hauptsache, sie sticht dadurch heraus.

Warum Du im folgenden Text soviele Leerzeilen eingebaut hast, weiß ich nicht - nur, dass Du sie nicht brauchst.

Zitat:Eine Warnung. Eine Prophezeiung. Ein Auftrag. Keine Erklärung.
Schöner letzter Satz, den man noch eine Nuance verschärfen könnte:
Eine Warnung. Eine Prophezeiung. Ein Auftrag.
Aber keine Erklärung.


Inhaltliche Anmerkungen:
Ich mag die Kameraführung ungemein, die Du hier verwendest. Zuerst die Totale, die Landschaft, dann die Hütte, die Vielwissende - gefolgt von dem Traum. Auch die herabstürzenden Sterne sind sehr intensiv gezeichnet und hinterlassen ein beklemmendes Gefühl.

Für einen Einstand/Prolog hätte ich die erklärende Stimme weggelassen und dies erst nach und nach aufgezeigt. Zudem erscheint sie sehr ausgiebig, was wahrscheinlich auf etliche Verweise im Hauptteil hindeuten soll - oder auch anders herum.
Ich mag das durchaus - aber ich finde auch, dass es 'ohne' kraftvoller wäre. Hm, bin da ein wenig gespalten.

Fazit:
Rechtschreibung war sehr fehlerfrei - zumindest ist mir nichts aufgefallen. Einzig die Anmerkung, dass Dein Lieblingswort anscheinend 'tief' ist:
Zitat:Es wurde still, so still wie die tiefste Gruft unter dem höchsten Berg nicht sein konnte
... eine Quelle des Lichts, bis sie in tiefste Finsternis gehüllt lag.
Gydja ließ ihre tief schlafende Sklavin Niviarsiaq ...
Falls dies ebenfalls auf etwas hindeuten soll - habe ich nichts gesagt. Falls es tatsächlich ein Lieblingswort ist - auch ohne 'Tief' ist Tiefe da, slainte. Icon_wink

LGD.


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Beitrag #10 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo Dread,

es macht mich glücklich, dass Du mich kommentiert hast, da ich selbst Deine Werke sehr schätze, vielen Dank!

Zitat:* Ich bin kein Fantasyleser, das heißt, dass meine Augen bei einem fremden Wort zuerst eine allgemeingültige Bezeichnung versuchen herauszulesen. Hier würde sich eventuell eine andere Schreibweise anbieten: Fergunna-Gebirge.
** Dariks Land taucht so unverhofft auf, dass es erst nicht erkennbar ist, dass dies zusammengehört. Vorschlag wäre hier diese beiden Wörter kursiv zu setzen. Damit diese als Einheit/ein Begriff/ein Name erkennbar sind. (Das Gleiche auch bei Werland.)
Ja, das sieht gut aus und lässt sich leicht machen. Fergunna ist der alte Name des Erzgebirges und Darik kommt von Piudarik, germanisch "Führer des Volkes" und steht im Zusammenhang mit Teutates. Heute heißt es Dietrich ...
Zitat: Zitat:Er kam ungerufen und unwillkommen und unheilschwer stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein, verwirrte ihre Sinne und grub sich tief in ihr Gedächtnis:


Dreimal 'und'. Abgesehen davon, dass ich sonst an der Konstruktion nichts auszusetzen habe, würde ich es vielleicht so probieren:
Er kam heimlich. Ungerufen und unwillkommen stahl er sich unheilsschwer in ihr Bewusstsein und verwirrte ihre Sinne. Tief grub er sich in ihr Gedächtnis: ...
Ich habe das dreimalige "und" hier ganz bewusst als Stilmittel benutzt, allerdings zeigst Du mir da auf, dass es nicht ganz rund klingt. Aus einem Satz drei zu machen, gefällt mir an dieser Stelle aber nicht. Vielleicht so: Er kam ungerufen und unwillkommen und unheilschwer stahl er sich heimlich in ihr Bewusstsein. Sich tief in ihr Gedächtnis grabend, verwirrte er ihre Sinne.
Hmm, das ist gewöhnungsbedürftig. Ich denke nochmal drüber nach.
Zitat:Den Satz mit 'Ein machtvolles ...' würde ich in der nächsten Zeile beginnen lassen. Dadurch lockerst Du es ein bisschen auf und trennst die Bilder innerhalb der Szene.
Ja, das ist ein guter Vorschlag. Absätze an der richtigen Stelle zu machen - da bin ich oft ziemlich unsicher.
Zitat:Dialoge und aktive Gedankengänge sind meiner Meinung nach die wichtigsten Elemente in einer Geschichte. Sie selbst können sogar alleine eine Handlung tragen. Daher empfehle ich immer, solche Stellen besonders herauszuheben im Textgefüge.
Hier geht er ein wenig unter. Vorschlag:

Dunkle Vogelfedern und Blütenblätter bedeckten den Boden aus schwarzem Marmor. Sanfter Wind fegte durch den Raum.
‚Ein Grab?’, blitzte ein Gedanke durch ihren träumenden Geist. ‚Wer ist gestorben? Wer stirbt? Wer wird sterben?’
Ein Schwarm dunkler Tauben flog auf, wirbelte die Federn mit rauschendem Flügelschlag umher und verschwand durch die offene Kuppel.
Auch das ist ein guter Vorschlag, den ich gern umsetze.
Zitat:Verständnisproblem: ich dachte - als Fortführung der Bewegung (gehen), dass sie sich auf den Bauch legt. (Gehen, niederknien wie vor einem König, flach auf den Bauch legen.) Da passt dann der Blick auf die Sterne nicht.
Ich würde eventuell ein 'auf-den-Rücken-legen' einbauen.
Hmm, sie legt sich doch auf die Bahre, warum sollte sie das auf den Bauch machen? "Gydja ging zu der Bahre hinüber." Dieser Satz verdeutlicht das. Ich lasse das so stehen. Icon_smile
Zitat: Zitat:Bis etwas Fremdes, nicht sogleich Deutbares mit einem Unterton des Unbehagens in ihr Bewusstsein schlich und sie aufstörte.

Gut, das Wort kenne ich jetzt nicht. Ich hätte eher ein 'aufschreckte' erwartet.
Sie erschreckt sich nicht. Es stört ihre Harmonie und wird bedrohlich, deshalb das Unbehagen. Aufstören passt hier ganz wunderbar. Der Duden schreibt:"jemanden durch eine Störung aus etwas herausreißen".
Zitat: Zitat:Die Sterne waren falsch.

Sehr gut platziert. Alleinstehend ist der Satz unheimlich stark und damit sehr gut in Szene gesetzt.
Danke. So soll es sein. Icon_smile
Zitat: Zitat:Nein, diese Sterne waren ganz und gar nicht etwas, das sie kannte.

Holperstelle. Ich würde es mit einer 'das-was-Kombination' probieren:

Nein, diese Sternenkonstellation war ganz und gar nicht das, was sie kannte.
Das "etwas" streicht hier nochmal das extrem Fremde heraus. Es wirkt für mich stärker, vielleicht gerade, weil es holprig ist. Ich lasse es so.
Zitat:Zuerst würde ich auch hier wieder die Szene unterteilen und den Satz mit Gydja in einer neuen Zeile beginnen lassen, da sie dort eine gewisse Zeit beobachtet. Zweitens hast Du wieder eine '... und ..., und ...-Kombination' drin, die sich ohne dem zweiten Wort besser lesen würde.
Vorschlag:

Als sie gerade noch vermeinte etwas auszumachen, was das Siebengestirn hätte sein können, da verwandelten sich die Himmelskörper in ein endloses Muster aus Halbmonden, die Spitzen gegeneinander stehend, leuchtend und blinkend in Reihen angeordnet.
Gydja fühlte sich mit einem Mal fremd und verloren. Unsicher beobachtete sie dieses seltsame Gebilde eine lange Zeit.
Ja, an dieser Stelle stimme ich Dir zu. Ich werde es genauso machen. Danke.
Zitat: Zitat:... bis sie in tiefste Finsternis gehüllt lag. Aus der Stille hörte ...

Hier würde ich ebenfalls den Satz mit der Stille/Stimme in der nächsten Zeile beginnen lassen.
Ja, auch das ist gut.
Zitat:Zur Botschaft, die die Stimme vermittelt: die würde ich - da es sich wie ein Gedicht liest, formattechnisch eher ins Zentrum rücken. Wahlweise kursiv oder normal - Hauptsache, sie sticht dadurch heraus.
Kursiv finde ich gut - ich glaube, das habe ich auch schon in der Überarbeitung (die wievielte war's? Stöhn!) gemacht.
Zitat:Warum Du im folgenden Text soviele Leerzeilen eingebaut hast, weiß ich nicht - nur, dass Du sie nicht brauchst.
Ein Warum, das alleine ohne Antwort bleibt. Keine Ahnung! Ich nehme sie raus. Icon_ugly
Zitat:Schöner letzter Satz, den man noch eine Nuance verschärfen könnte:
Eine Warnung. Eine Prophezeiung. Ein Auftrag.
Aber keine Erklärung.
Hmm, ich finde das "Aber" eher störend. Vielleicht so:"Eine Warnung. Eine Prophezeiung. Ein Auftrag - Keine Erklärung. Nein, das gefällt mir auch nicht. Ich lasse es erstmal so.
Zitat:Ich mag die Kameraführung ungemein, die Du hier verwendest. Zuerst die Totale, die Landschaft, dann die Hütte, die Vielwissende - gefolgt von dem Traum. Auch die herabstürzenden Sterne sind sehr intensiv gezeichnet und hinterlassen ein beklemmendes Gefühl.
Vielen Dank, das ist genau, wie es sein soll. Die Stimmung von einer zunächst romantisch anmutenden Atmosphäre in diese Beklemmung zu verwandeln.
Zitat:Für einen Einstand/Prolog hätte ich die erklärende Stimme weggelassen und dies erst nach und nach aufgezeigt. Zudem erscheint sie sehr ausgiebig, was wahrscheinlich auf etliche Verweise im Hauptteil hindeuten soll - oder auch anders herum.
Ich mag das durchaus - aber ich finde auch, dass es 'ohne' kraftvoller wäre. Hm, bin da ein wenig gespalten.
??? Verzeih mir meine Unfähigkeit, aber ich weiß hier nicht genau, was Du meinst. Ich vermute, Du meinst hier den "Allwissenden"? Wie würde der Text denn aussehen, wenn der wegfiele? Ich kann mir das nicht gut vorstellen, da mir ja der Erzähler perfekte Möglichkeiten verschafft, ein Szenario auszufüllen. Wahrscheinlich präsentiert sich Dir hier der Schreibanfänger, der ich ja nunmal bin - ich habe keine Ahnung, wie ich das besser machen könnte. Und ein wenig bin ich den alten Stilen verhaftet, in denen der Allwissende eine Selbstverständlichkeit war - aber die Leser von heute sind andere und bevorzugen andere Stile.
Andeutungen auf spätere Entwicklungen gibt es hier einige. Ich finde es spannend, wenn man in einer Geschichte gedanklich zurückgehen kann und dann erst Dinge versteht, die man bereits gelesen hat. Ich würde das gern sehr feinfühlig ausbauen - aber da hapert es noch ziemlich.
War ich jetzt gerade auf dem Holzweg?
Zitat:Fazit:
Rechtschreibung war sehr fehlerfrei - zumindest ist mir nichts aufgefallen. Einzig die Anmerkung, dass Dein Lieblingswort anscheinend 'tief' ist:

Zitat:Es wurde still, so still wie die tiefste Gruft unter dem höchsten Berg nicht sein konnte
... eine Quelle des Lichts, bis sie in tiefste Finsternis gehüllt lag.
Gydja ließ ihre tief schlafende Sklavin Niviarsiaq ...
Icon_lol Das ist mir überhaupt nicht aufgefallen! In den ersten beiden Sätzen möchte ich es so stehen lassen, weil es genau ausdrückt, was ich haben will. Im dritten werde ich es ersetzen - danke für diesen wertvollen Hinweis.
Zitat:auch ohne 'Tief' ist Tiefe da, slainte.
Vielen Dank, Dread, ich habe dazugelernt und werde mich an die nächste Überarbeitung setzen - bei Szenen mit so starken Bildern ist das nicht allzu schwer. Große Probleme habe ich mit denen, die eher Alltägliches beinhalten. Ich werde mich weiter auf die Konflikte konzentrieren und versuchen, meine Figuren greifbar zu machen.

Aber jetzt habe ich noch ein anderes Problem: Eigentlich wollte ich diesen ganzen Prolog zusammenstreichen. Und Gydja ein eigenes Kapitel mit ihrem Traum verschaffen, aber nicht als erstes Kapitel. Der erste Handlungsstrang wird das Volk von Hûnaland darstellen, die zum Wandernden Volk werden. Danach sollte der Erste der Druiden kommen, dann Sciana und dann erst Gydja. Und da ist das Problem: Welcher Handlungsstrang an welcher Stelle, damit es logisch vom Aufbau bleibt, und auf wieviel muss ich aus dieser Szene hier verzichten, oder muss ich das garnicht? Sorry, so viele Anfängerfragen, die ich noch klären muss. Ich sollte einfach schreiben - wahrscheinlich sehe ich es dann viel klarer.

Danke, dass Du mich aus meiner Depression reißt Icon_wink
Liebe Grüße von slainte music


Mich kann man nicht komprimieren!

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