Es ist: 04-12-2022, 02:13
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Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) IV
Beitrag #1 |

Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) IV
Hammer und Amboss
Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Teil V, Teil VI, Teil VII, Teil VIII, Teil IX, Teil X


Nur das spärliche Glühen des Kohletopfes sorgte für eine Ahnung von Kontur. Thakis konnte seine Arme erkennen, gestützt auf ebenfalls gerade noch zu sehende Beine, doch schon das mit Fellen ausgekleidete Lager, auf dem er saß, war nur noch Teil der schwarzen Masse um ihn herum.
Trotzdem blieben seine Augen offen, so weit aufgesperrt, dass es fast schon schmerzte. Im Geiste lief er immer noch die Stellungen ab – hin und her, in einem stetigen Rhythmus, der mit den schweren Atemzügen synchron ging.
So als könnte er mit bloßen Gedanken das entscheidende Loch im Wall stopfen, die verborgene Schwachstelle entdecken, oder einfach nur dem müden Wachposten die Augen aufhalten.
Verdammt, ich bin es leid, zu warten. Sollen sie endlich kommen!
Aus den Augenwinkeln vermeinte er huschende Bewegungen zu erhaschen, die ausgemergelten Körper gefallener Kameraden, ebenso wie die verzerrten Fratzen, in die er einst seine Klinge gestoßen hatte – und er spuckte ihnen entgegen, während seine Rechte nach der hölzernen Trinkflasche tastete, die sich in der zerwühlten Schlafstatt verbarg. Leer, nur der rauchige Geruch von gegorenem Honig zeugte noch vom verheißungsvollen Inhalt.
Verfluchte Scheiße!
Leider tat das Gefäß ihm nicht den Gefallen, befriedigend laut an der Wand zu zerschellen, es rutschte nur mit einem dumpfen Schaben an der Zeltwand hinab.
Verfluchte Scheiße.
In Ermangelung einer sinnvollen Beschäftigung begannen seine Hände Felldecken glatt zu streichen, durch kaltgebliebene Leere zu wandern, während Thakis an seine Heimat dachte. An glücklichere Tage – hatte es die jemals gegeben? Er war immer Krieger gewesen, es hatte immer die düstere Ahnung über allem geschwebt, er könnte ein Mal nicht mehr zurückkehren. Aber es hatte glückliche Augenblicke gegeben. Der General dachte an Kinderlachen, an die braunen Augen seines Sohnes, die wohl nicht mehr so funkeln würden, wenn sie ihn hier so sähen.
Bei dem Gesicht seiner Frau brannte das Schuldbewusstsein am stärksten.
Hier in dieser schlaflosen Einsamkeit schien die Vorstellung, die ihn früher am Tag noch mit Hoffnung erfüllt hatte, wieder grenzenlos abwegig.
Lysander hatte Recht … warum sollte der Fürst von Skarr auf einmal einlenken? Aber zumindest war es irgendetwas, woran er sich klammern konnte.
Und vermutlich war es auf dem Weg nach Skarr sicherer als hier auf dem Schlachtfeld …
Ich hoffe du lebst noch, Aliya.
Plötzlich wurde es laut um sein Zelt herum, Rufe tönten von den Stellungen herauf. Und obwohl Thakis ihre Bedeutung sofort erahnte, kam er nur schwankend auf die Beine.
"Feuer! Eines der Feuer brennt …!"

***

Erfüllt von augenweitendem Staunen, das sie sogar ihre Schmerzen vergessen ließ, verfolgte Aliya das Zusammenspiel der mannshohen Zahnräder, die – angetrieben von einem Wasserrad, wie sie es von Getreidemühlen kannte – das Tor langsam und knirschend wieder schlossen.
Knappe, harsche Befehle tönten durch die in den Fels geschlagene Eingangshalle, während zwei Zwerge in den Kettenpanzern der Wache eine hölzerne Winde bewegten. Stein rieb über Stein und der stetige Wasserstrom, der aus einer von zwei Öffnungen in der Decke stürzte, versiegte tröpfelnd.
Ein schwerer Riegel wurde kettenrasselnd vorgeschoben – dann war es auf einmal still.
Nach dem Gebrüll der Jagdhunde, den Stimmen ihrer Führer, später dem monotonen Pochen ihrer Schritte auf Fels schnitt die plötzliche Abwesenheit von Geräusch wie eine Klinge in die Ohren der Hauptfrau.
Fröstelnd zog sie sich den mittlerweile recht mitgenommenen Umhang um die Schulter und blickte sich um.
Natürlich war es nicht absolut still. Da war ihr eigener Atem – und der Herzschlag der Stadt wehte gelegentlich die marmorne Treppe dem Tor gegenüber hinab, die im seltsam blassen Schein der Lampen funkelte und wirkte, als könnte ein ganzes Regiment unbeengt darauf marschieren.
Und doch, die junge Frau hatte zum ersten Mal das Gefühl, etwas Atem schöpfen zu können.
Brombasch und Harkun waren die flachen Stufen in der Rückwand der Halle hinaufgestiegen und tiefer im Berg verschwunden.
Die restlichen Zwergenwächter hielten Abstand zu ihr, beobachteten sie nur schweigend. Ein Duzend von ihnen bemannten die Eingangshalle. Die meisten standen diszipliniert Spalier und flankierten, mit ihren Äxten auf den Boden gestützt, den Aufstieg ins Innere.
Ein Dutzend Augenpaare, die auf ihr ruhten, jedes von ihnen in einer anderen, leuchtenden Farbe, die den Schätzen der Erde selbst entnommen zu sein schienen.
Nach und nach flaute der Gedankensturm ab, der hauptsächlich um den Krieg und um die Notwendigkeit von Verstärkung gewirbelt hatte, und eine erste Neugier schimmerte durch, die Aliya bisher in den Hintergrund geschoben hatte.
Wer hatte auch gedacht, dass sie nicht im Reich der Toten, sondern im Vorhof einer Bergfestung erwachen würde?
Fast hätte sie laut losgelacht, stattdessen lehnte sie sich mit dem Rücken an das kühle Tor. Und wer hätte gedacht, dass an den Geschichten über die kleinen Felswichte, die man Kindern zum Einschlafen erzählte, etwas Wahres dran war?
Die Kriegerin band sich die vielen verirrten Haarsträhnen zurück in ihren Zopf, einfach nur weil sie die Zeit dafür hatte, während sie ihre Umgebung nun näher in Augenschein nahm.
Hätte sie es nicht besser gewusst, sie hätte glauben können, auf einer Sommerwiese zu stehen und nicht tief im Inneren eines Berges. Der Boden unter ihren Stiefeln war noch der selbe Fels wie der vor dem Tor. Doch er war verziert mit Einlegearbeiten - einem weitverzweigten, verschlungenen Ornament aus grünem Edelstein in den verschiedensten Farbabstufungen, das mehr als nur ein wenig an Pflanzen gemahnte.
Auch der steinernen Kuppel, in die die Torhalle nach oben hin auslief, fehlte nicht viel, um als dunkler Nachthimmel durchzugehen. Allerdings trübten die seltsamen, in der Waagerechte liegenden Kriegsbögen – auf festen Gestellen auf einer Brüstung vor den verschlossenen Schießscharten montiert – das beschauliche Bild.
Und mit einem Mal war der Gedanke an den Krieg und ihre Aufgabe wieder da, drängte sich robust zurück in den Vordergrund. Das Lächeln der Hauptfrau erstarb.
Ihr Blick wanderte die Mamortreppe hinauf und sie fragte sich unwillkürlich, wie lange sie nun schon wartete, wie viel Zeit sie schon verloren hatte.
„Wasser, bitte?“
Als Antwort erhielt Aliya nur ratlose Mienen, also deutete sie mit einer Handbewegung einen Becher am Mund an.
Das funktionierte. Eine der Wachen brachte eine Feldflasche. Aber die junge Frau nahm nur am Rande wahr, dass dieser Zwerg keinen Bart trug, ihm lediglich zwei dichte, geflochtene Zöpfe über die Schultern fielen, stattdessen verharrte ihr Blick starr auf dem Aufgang.
Nun stand sie also hier – und wusste nicht im Geringsten, woran sie war. Sie fand einfach keinen Trost in dem Gedanken, dass ihre Aussichten in Skarr ebenfalls ungewiss gewesen wären. Dort hätte sie zumindest eine Vorstellung von dem gehabt, was sie erwartete.
Ohne ernsthafte Vorwarnung gaben ihre Beine nach und sie rutschte zu Boden. Kopfschmerz gesellte sich zu einem stetigen Ziehen in den Gliedmaßen und einem stechenden Pulsieren in der Seite ihres Brustkorbs.
Ein Schluck aus der Wasserflasche linderte immerhin das Kratzen in ihrem Hals, aber der Eindruck von Frische blieb flüchtig.
Sie fühlte sich so hilflos.
Sie war Kriegerin, keine Diplomatin. Sie wusste nicht, wie man sich zu verhalten hatte, mit welchen Worten man fremde Heerführer überzeugen konnte … und in dieser Hinsicht war Thakis auch nicht der beste Lehrmeister gewesen.
Das Bild von ihrem General als wortgewandter Botschafter heiterte sie nun doch wieder ein wenig auf.
Auch, weil es von dem Bild eines toten Thakis ablenkte.
Was blieb ihr anderes übrig, als auf ihren Einsatz zu warten?
Also prostete sie ihren so auf Abstand bedachten Bewachern zu und erntete Gemurmel.
Bis sich plötzlich eine schwere Hand auf Aliyas Schulter legte und man ihr bedeutete, mitzukommen.

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

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Beitrag #2 |

RE: Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) IV
Ha, so schnell hast du jetzt nicht wieder mit mir gerechnet, oder? Mrgreen

Ich mach mal genau so weiter, wie ich gestern aufgehört hab, ohne großes Vorgeplänkel

Thakis

Uh, jetzt wird es also ernst bei unserem General. Und als wir Aliya verließen, war Hilfe noch nicht einmal in Sicht … Also wenn es überhaupt ein Sieg wird, dann sicherlich kein glorreicher für die Menschenarmee und auch nicht für Thakis.
Ich wiederhole mich zwar, aber mir gefällt, wie er unter der Last der Verantwortung leidet, und sich aber trotzdem darum bemüht, das nur allein zu machen, im Stillen, nicht vor seinen Männern. Er ist einfach eine sehr greifbare und authentische Figur, finde ich, weit ab vom Stereotyp, den man sonst so in Schlachten-Fantasy hat. Du schaffst diese Balance zwischen strahlendem Held und deprimierter Kriegerseele echt gut.
Auch die düstere Atmosphäre entspricht ganz meinem Geschmack, die Aussichtslosigkeit, gegen die trotzdem weiter angekämpft wird.
Wo ich stutzen musste, war bei den Gedanken an Aliya. Ich hatte mir da gestern in Aliyas Abschnitt von Teil III schon kurz gedacht, dass ihr Gedanken an Thakis recht vertraut wirkt, aber es war mir zu wenig, um da was zu zu schreiben. Aber hier hab ich aus Thakis’ Perspektive jetzt den gleichen Eindruck und kurz kam mir der Gedanke, ob Aliya womöglich Thakis’ Frau ist. Ich hab selbst das Gefühl, dass ich damit grandios falsch liege. Aber irgendwie …
Hier war vor allem ausschlaggebend, dass Thakis beim Gedanken an seine Frau so große Schuld verspürt. Und weil das nicht näher ausgeführt wird und dann kurz darauf der Gedanken »Ich hoffe du lebst noch, Aliya« kommt … ja, ich weiß, natürlich hofft er, dass Aliya noch lebt, weil sie ihre letzte Chance ist, und die Schuldgefühle gegenüber seiner Frau könnten daher kommen, dass er sie verlassen hat (um in den Krieg zu ziehen) oder sonstwas, aber bevor mein Kopf solche logischen Schlüsse zieht, begibt er sich lieber auf den Holzweg *lach*
Wobei ich halt echt unsicher bin … weil es ja eigentlich etwas Gutes ist, wenn er für die Freiheit von Athalem und damit eben auch für die Freiheit und das Leben seiner Frau (und seines Sohnes) kämpft und das wäre ja weniger was, weshalb man sich schuldig fühlen sollte.
Oder fühlt er sich schuldig, weil er so erbärmlich in seinem Zelt hockt und keine Hoffnung mehr hat?
Also die Schuldgefühle da, bei denen hab ich Schwierigkeiten, sie einzuordnen und den Grund zu erkennen. Vielleicht ist meine Phantasie deshalb auf Wilde-Theorien-Suche gegangen *lach*
So, damit hab ich mich genug lächerlich gemacht, jetzt flott ein Fehlerlistchen und dann weiter zu Aliya und den Zwergen.

Zitat: doch schon das mit Fellen ausgekleidete Lager auf dem er saß,
Komma zwischen »Lager, auf«

Zitat: So, als könnte er mit bloßen Gedanken
kein Komma

Zitat: Verdammt, ich bin es leid zu warten. 
Komma zwischen »leid, zu«

Zitat: die ausgemergelten Körper gefallener Kameraden ebenso, wie die verzerrten Fratzen
zwischen »ebenso wie« kommt kein Komma, dafür kann eins zwischen »Kameraden, ebenso«, muss aber glaub ich nicht, wenn ich mein schlaues Komma-Heft richtig verstanden habe *lach*

Zitat: das Gefäß ihm nicht den Gefallen befriedigend laut an der
Komma zwischen »Gefallen, befriedigend«
(Hab da heut Mittag mal nachgelesen, wegen den Kommas beim Infinitiv mit »zu«, und es ist wohl so, dass das immer Kann-Kommas sind, außer wenn die Infinitiv-Gruppe in Verbindung mit einem »hinweisenden Wort« auftaucht, die da zum Beispiel wären: »das, dies, es, daran, darum, darauf, u.Ä.« oder eben auch ein Substantiv wie zum Beispiel »die Fähigkeit, zuzuhören«, »der Gedanke, zu versagen«, »die Hoffnung, zu siegen«, also ein Substantiv, das direkt mit dem Infinitiv in Zusammenhang steht und ihn quasi einleitet.
Hier im Satz wäre das der Gefallen, daher das Komma.
Aber ich für meinen Teil halte es wirklich so, dass ich bei Infinitiv-Gruppen (fast) immer ein Komma setze, weils eben so gut wie immer richtig ist.

Zitat: während Thakis an seine Heimat dachte. An glücklichere Tage – hatte es die jemals gegeben? Er war immer Krieger gewesen
Hm … statt »Heimat« vielleicht eher »Vergangenheit«? Weil ja die glücklichen Tage und auch das Kinderlachen nicht wirklich was mit Heimat zu tun haben, sondern mehr mit dem Personenumfeld seiner Vergangenheit.

Zitat: die ihm früher am Tag noch mit Hoffnung erfüllt hatte
»ihn«

Zitat: Aber zumindest war es irgendetwas woran er sich klammern konnte.
Komma zwischen »irgendetwas, woran«

Zitat: Und vermutlich war es auf dem Weg nach Skarr sicherer, als hier auf dem Schlachtfeld …
hier dafür kein Komma.

Zitat: Feuer! Eines der Feuer brennt …!“
Da fehlen die öffnenden Anführungszeichen


Aliya
Hier hab ich jetzt, im Gegensatz zu Teil III ein paar Vorstellungsprobleme. Also hinter dem Steintor liegt eine »Bergfeste«, sie sich hier erstmal als große Fläche mit grünem Boden unter einer Kuppel präsentiert. Dann führt irgendwo eine Treppe irgendwohin und irgendwo stehen Zwerge rum … Sind da noch weitere Tunnel, die abführen, stehen Dinge rum (Waffenständer, Werkzeuge / Werkbänke, irgendwelche Dinge, die hilfreich sein könnten, wenn das Tor angegriffen wird) oder gibt es kleine Anbauten an den Felswänden, in denen die Wachen sich zum Schlafen (nach ihrer Schicht) zurückziehen können? Sind die Wände glattbehauen oder sind sie natürlich »gewachsen«?
Das Tor macht ja schon den Eindruck, als würde man auch mit Angriffen rechnen und wert drauf legen, sich dann verteidigen zu können, aber so eine leere, verzierte Halle, in die lediglich eine kleine Marmortreppe führt, schaut für mich eher aus, als sei sie zu Präsentationszwecken gedacht, um Besucher zu beeindrucken. Also da fänd ich ein bisschen mehr Detail schön, auch wo die »neuen« Zwerge herkommen und vielleicht kurz, ob sie tuscheln oder schweigen oder heftig diskutieren oder sowas.
Und hier kam mir der Schmerz definitiv zu überraschend zurück, bei Aliya. Dass sie die Schmerzen so im ersten Moment vergisst, wenn sie die Halle betritt, weil sie überwältigt ist und so, klar, alles kein Problem, aber ihre Schmerzen sind ja schon seit dem Aufbruch in Teil II nicht mehr relevant, da wirkt es hier eher so, als hättest du beim Schreiben ganz vergessen, dass sie verletzt ist und hier ist es dir wieder eingefallen Icon_wink Also da würde ich auf dem Weg zu dieser Festung noch zwei oder drei Sätze einstreuen. Natürlich muss nicht jede ihre Bewegungen damit kommentiert werden, dass es weh tut und all das, aber eben mal als Nebensatz »Selbst der Schmerz in ihrer Seite rückte in den Hintergrund, als Aliya erfüllt von augenweitendem Staunen das Zusammenspiel der mannshohen Zahnräder verfolgte.« oder sowas, einfach damit der Schmerz nicht ganz aus dem Leserbewusstsein verschwindet. Gerade nachdem sie so lange und so schnell gelaufen sind würde der Schmerz ja eher schlimmer als besser, denk ich mal.
Unter dem letzten Teil hab ich noch gesagt, dass ich die Beschreibungen toll finde – das würde auch hier zutreffen, wenns eben bissl klarer werden würde, wofür die Halle hier jetzt dient, aber allmählich werd ich auch ungeduldig. Ich mein, der arme Thakis hat grad den Feind vor der Tür und Aliya stolpert von einer Höhle in die nächste. Wie soll da Rettung noch rechtzeitig ankommen?
Ich befürchte ja fast, dass die Zwerge wirklich zu spät kommen, also zumindest zu spät für Thakis und seine Leute, und da nur noch die Überreste der Schlacht vorfinden. Hach, ’s war schön mit dir, Thakis Icon_nosmile

Trotz Ungeduld gibt’s aber auch hier eine Fehlerliste (mit den Infinitiv-Kommas guck ich jetzt nicht so genau, sonst wär ich nur am Nachschlagen)

Zitat: Schritte auf Fels, schnitt die plötzliche Abwesenheit von Geräusch wie eine Klinge hinein in die Ohren der Hauptfrau. 
Das Komma zwischen »Fels schnitt« muss weg, ist ja nur ne Aufzählung vornedran (»Nach dem Gebrüll, den Stimmen und dem Pochen schnitt die Abwesenheit …«)
ich würd eher »Geräuschen« schreiben, klingt für mich flüssiger
und das »hinein« würde ich streichen, »in die Ohren schneiden« hat ja das »hinein« schon mit drin

Zitat:  und der Herzschlag der Stadt wehte gelegentlich die marmorne Treppe hinab, die im seltsam blassen Schein der Lampen vor ihr funkelte. 
Hier zum Beispiel hätte ich persönlich statt dem Funkeln lieber einen Hinweis darauf, wo die Treppe ist, wie groß sie ist, oder sowas
»... Treppe hinab, die dem Tor gegenüber weiter in den Fels führte, breit genug, dass gut zehn gerüstet Soldaten nebeneinander hätten marschieren können«
(Bin im Moment nicht gut im Beispielgeben, aber sowas in der Richtung halt. Muss ja auch das Funkeln nicht ersetzen sondern könnte als zusätzliche Info einfließen. In meinem Kopf war diese Marmortreppe übrigens ganz schmal und hat sich geschwungen an der Wand des (runden?) Platzes nach oben gewunden, bis sie dann in der Decke verschwunden ist. Seeehr unpraktisch, wenn mal schnell viele Soldaten zum Tor müssen *lach* Aber so ist mein Kopf, wenn er nicht genug Infos kriegt)

Zitat: die junge Frau, hatte zum ersten Mal das Gefühl etwas Atem schöpfen zu können
Kein Komma zwischen »Frau hatte«,
dafür eins zwischen »Gefühl, etwas«

Zitat: Brombasch hatte Harkun hinein begleitet
Grad hier frag ich mich: Wo rein? Da ist ein Platz und eine Treppe, aber keine Tür, durch die man irgendwo reingehen kann, kein weiterer Tunnel, in den man hineingehen kann. Falls sie über die Treppe gegangen sind, wär hier auch noch eine gute Gelegenheit für Details:
»Brombasch war Harkun über die glatten Stufen nach oben gefolgt und gemeinsam mit ihm in der am Absatz wartenden Dunkelheit eines Ganges verschwunden« oder sowas?

Zitat:  um die Notwendigkeit von Verstärkung gewirbelt hatte und eine erste Neugier
Komma zwischen »hatte, und«

Zitat: war noch der selbe Fels, wie der vor dem Tor.
kein Komma
(bei Vergleichen mit »wie« und »als« wird das Komma nur gesetzt, wenn im Vergleichssatz auch ein Verb enthalten ist, also zum Beispiel »Der Boden bestand aus dem selben Fels, wie er auch zum Bau der Straße verwendet worden war.« oder »Er ist schneller zurück, als du Zwergenfestung sagen kannst«)

Zitat:  drängte sich robust zurück in den Vordergrund. 
Hm … »robust« passt mMn nicht so gut zu einem Gedanken, das verbinde ich eher mit Materialen, also mit anfassbaren Dingen. vielleicht »energisch«?

Zitat: Ihr Blick wanderte die Mamortreppe hinauf und sie fragte sich unwillkürlich, wie lange sie nun schon wartete, wie viel Zeit sie schon verloren hatte. 
„Wasser, bitte?“

Das »Wasser, bitte?« hat mich voll irritiert, weil es so unvermittelt und ohne Vorwarnung kommt. Lass doch wenigstens ihre Kehle trocken sein, ihr Atem kratzt über ihre trockene Zunge oder sowas. Also ein winziger Hinweis darauf, WARUM sie plötzlich Wasser haben will. Das hat ja mit dem Krieg und der Zeitnot nix zu tun, deshalb wirkt es, als fehle da ein Gedankengang.

Zitat: also deutete sie mit einer Handbewegung einem Becher am Mund an.
»einen«

Zitat: dass dieser Zwerg keinen Bart trug, ihm lediglich zwei dichte, geflochtene Zöpfe über die Schultern fielen
Zwergenfrau! Mrgreen

Zitat: und wusste nicht im Geringsten woran sie war.
komma zwischen »Geringsten, woran«

Zitat: Ohne ernsthafte Vorwarnung gaben ihre Beine nach und sie rutschte zu Boden.
»ernsthafte« würde ich rausnehmen, oder im Text vorher eben die »unernsthaften« Vorwarnungen einbauen Icon_wink

Zitat: Vielleicht war es ein Anflug von Euphorie gewesen, der sie ihren Schmerz hatte vergessen lassen …
Die Stelle meinte ich, das klingt hier so, als hätte sie jetzt eben bei der Ankunft ihre Schmerzen vergessen, weil Rettung nah ist und so, aber die Schmerzen sind ja schon sehr lange nicht mehr erwähnt worden, das ist dann mehr als ein »Anflug von Euphorie«, der sie verdrängt haben muss.
Ich weiß jetzt nicht, wie weit verbreitet da ist unter Lesern, aber ich hör / les immer wieder, dass man bei der personalen Perspektive eher zu dicht dran sein sollte als zu weit weg, und ich für meinen Teil mags ja eh eher zu detailliert *lach*

Zitat: mit doppelter Kraft das Verlorene wieder wett zu machen.
»wettzumachen«

Zitat: Das Bild von ihrem General als wortgewandter Botschafter 
Ihr General also – aha. Wird mein Holzweg da etwa stabiler? [Bild: smiley_emoticons_unknownauthor_na.gif]

Zitat: Auch, weil es von dem Bild eines toten Thakis ablenkte.
Genitiv-Apostroph, auch für einen toten Thakis Icon_ugly

Falls du wert darauf legst, Wortwiederholungen auszumerzen, würde ich empfehlen, nochmal drüber zu schauen. Da sind schon ein paar Kandidaten, aber das nur am Rande.
Ich les nachher weiter und schau mal, ob ich noch mehr Hinweise finde, die meine Theorie bestätigen *lach*

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #3 |

RE: Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) IV
Hey Lanna,

Zitat:Ha, so schnell hast du jetzt nicht wieder mit mir gerechnet, oder? Mrgreen
Mrgreen
Und du auch nicht mit mir oder? Durschnittlich hättest du ja jetzt wieder 6 Monate auf meine nächste Antwort warten müssen. -.-

Es gilt wieder, dass Rechtschreibungs- und Grammatikfehler erbarmungs- und kommentarlos vom Angesicht dieser Erde getilft werden.

Zitat:Er ist einfach eine sehr greifbare und authentische Figur, finde ich, weit ab vom Stereotyp, den man sonst so in Schlachten-Fantasy hat. Du schaffst diese Balance zwischen strahlendem Held und deprimierter Kriegerseele echt gut.
Cool, das freut mich! Das heißt das ich mit Thakis einiges so hinbekommen habe, wie es wollte.

Zitat:Wo ich stutzen musste, war bei den Gedanken an Aliya. Ich hatte mir da gestern in Aliyas Abschnitt von Teil III schon kurz gedacht, dass ihr Gedanken an Thakis recht vertraut wirkt, aber es war mir zu wenig, um da was zu zu schreiben. Aber hier hab ich aus Thakis’ Perspektive jetzt den gleichen Eindruck und kurz kam mir der Gedanke, ob Aliya womöglich Thakis’ Frau ist. Ich hab selbst das Gefühl, dass ich damit grandios falsch liege. Aber irgendwie …
Cool, also kommt esso rüber, wie beabsichtigt! Also nein, Aliya ist nicht Thakis Frau, und ja, sie sind sich sehr vertraut. Die Schuldgefühle gegebenüber seiner Frau ... wohlmöglich kommen sie nicht nur von Thakis potentiell bevorstehenden Tod. Wer weiß. Icon_smile

Zitat:Hier hab ich jetzt, im Gegensatz zu Teil III ein paar Vorstellungsprobleme. Also hinter dem Steintor liegt eine »Bergfeste«, sie sich hier erstmal als große Fläche mit grünem Boden unter einer Kuppel präsentiert. Dann führt irgendwo eine Treppe irgendwohin und irgendwo stehen Zwerge rum … Sind da noch weitere Tunnel, die abführen, stehen Dinge rum (Waffenständer, Werkzeuge / Werkbänke, irgendwelche Dinge, die hilfreich sein könnten, wenn das Tor angegriffen wird) oder gibt es kleine Anbauten an den Felswänden, in denen die Wachen sich zum Schlafen (nach ihrer Schicht) zurückziehen können? Sind die Wände glattbehauen oder sind sie natürlich »gewachsen«?
Ich hab versucht ein paar weitere Details einzubauen - aber ich finde das immer schwer, so im Nachhinein. Wahrscheinlich macht es Sinn, die ganze Szene nochmal zu schreiben. Ich denke, dass werde ich auch tun.

Zitat:Unter dem letzten Teil hab ich noch gesagt, dass ich die Beschreibungen toll finde – das würde auch hier zutreffen, wenns eben bissl klarer werden würde, wofür die Halle hier jetzt dient, aber allmählich werd ich auch ungeduldig. Ich mein, der arme Thakis hat grad den Feind vor der Tür und Aliya stolpert von einer Höhle in die nächste. Wie soll da Rettung noch rechtzeitig ankommen?
Hm ... hm ... hast schon Recht. Das ist alles etwas zu langwierig. Wie schon im letzten Kommentar erwähnt, versuche ich verzweifelt die Balance zwischen ich-möchte-die-coole-Welt-der-Zwerge-zeigen und dem Fortgang der Geschichte zu finden. Und offensichtlich beginnt es hier, mir zu entgleiten.

Zitat:Hier zum Beispiel hätte ich persönlich statt dem Funkeln lieber einen Hinweis darauf, wo die Treppe ist, wie groß sie ist, oder sowas
»... Treppe hinab, die dem Tor gegenüber weiter in den Fels führte, breit genug, dass gut zehn gerüstet Soldaten nebeneinander hätten marschieren können«
(Bin im Moment nicht gut im Beispielgeben, aber sowas in der Richtung halt. Muss ja auch das Funkeln nicht ersetzen sondern könnte als zusätzliche Info einfließen. In meinem Kopf war diese Marmortreppe übrigens ganz schmal und hat sich geschwungen an der Wand des (runden?) Platzes nach oben gewunden, bis sie dann in der Decke verschwunden ist. Seeehr unpraktisch, wenn mal schnell viele Soldaten zum Tor müssen *lach* Aber so ist mein Kopf, wenn er nicht genug Infos kriegt)
Hab versucht, es zu verbessern. Zumindest ein bisschen. Klar, woher soll der Leser auch wissen, wie es da aussieht, wenn ich's ihm nicht sage ... bin ja anscheinend der einzige, der schonmal in einer Zwergenfestung war. Mrgreen

Zitat:Zitat: dass dieser Zwerg keinen Bart trug, ihm lediglich zwei dichte, geflochtene Zöpfe über die Schultern fielen
Zwergenfrau! Mrgreen
Ich betone es noch mal: KEIN Bart. :mgreen:

Zitat:Zitat: Das Bild von ihrem General als wortgewandter Botschafter
Ihr General also – aha. Wird mein Holzweg da etwa stabiler? [Bild: smiley_emoticons_unknownauthor_na.gif]
*lacht*

Liebe Lanna, oh du Weise des Kommata! Wie kannst du dir nur all die Kommasetzungsregeln merken, mir raucht jetzt schon der Kopf (und hab hoffentlich alles ausgemerzt, was du angemerkt hast).

Erneut ist dein Kommentar sehr, sehr hilfreich. Insbesondere zeigst du mir sehr gut auf, wo ich mich zu weit vom Leser entfernt habe.Toll! Danke! Pro

Liebe Grüße
WW

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Beitrag #4 |

RE: Hammer und Amboss (vor 1654 Jahren) IV
Hallo Weltenwanderer,

Nachdem ich dir mit Oldie und seinem Eisenwein eine Zeitlang schmählich den Rücken kehrte, krieche ich in Schimpf und Schande wieder zu dir zurück   Smiley_emoticons_blush  Verspreche aber, ich werde dir die Treue halten bis zum letzten Kapitel  Icon_smile

Du beschreibst Thakis Innerstes sehr schön, man kann richtig mit ihm mitfühlen. Bisschen spoilern, auch in diesem Kapitel bin ich auf das ein oder andere schöne Bild gestoßen, aber dazu später mehr

Zitat:Bei dem Gesicht seiner Frau brannte das Schuldbewusstsein am stärksten.
Wie der ist verheiratet? Icon_motz Ich wollte den haben  Mrgreen

Zitat:Ich hoffe du lebst noch, Aliya.
Da dachte ich für einen kurzen Moment, Aliya ist seine Frau

Zitat:Nach dem Gebrüll der Jagdhunde, den Stimmen ihrer Führer, später dem monotonen Pochen ihrer Schritte auf Fels schnitt die plötzliche Abwesenheit von Geräusch wie eine Klinge in die Ohren der Hauptfrau.
die plötzliche Abwesenheit von Geräusch ich habe mit diesem Satzteil so bisschen meine Probleme. Die plötzlich eintretende Lautlosigkeit, das plötzliche Verschwinden jeglicher Art von Geräusch wären eventuell eleganter, allerdings urteile ich das sehr subjektiv

Zitat:Ein Duzend von ihnen bemannten die Eingangshalle. 
Dutzend

Zitat:Ein Dutzend Augenpaare, die auf ihr ruhten, jedes von ihnen in einer anderen, leuchtenden Farbe, die den Schätzen der Erde selbst entnommen zu sein schienen. 
Da ist weider so ein schöner Satz. Ich stelle mir vor, dass die Zwerge die Augenfarben von Edelsteinen haben hach! das ist schön

Zitat: Doch er war verziert mit Einlegearbeiten - einem weitverzweigten, verschlungenen Ornament aus grünem Edelstein in den verschiedensten Farbabstufungen, das mehr als nur ein wenig an Pflanzen gemahnte. 
auf so eine Idee muss man erst einmal kommen, total schön

Zitat:Ohne ernsthafte Vorwarnung gaben ihre Beine nach und sie rutschte zu Boden. Kopfschmerz gesellte sich zu einem stetigen Ziehen in den Gliedmaßen und einem stechenden Pulsieren in der Seite ihres Brustkorbs.
ist sie vergiftet worden? Icon_nosmile

Zitat:Also prostete sie ihren so auf Abstand bedachten Bewachern zu und erntete Gemurmel.

Bis sich plötzlich eine schwere Hand auf Aliyas Schulter legte und man ihr bedeutete, mitzukommen.
Zum Wohl  Mrgreen

Das liest sich missverständlich, weil sie oben ja schon zusammen klappt. Vielleicht, diesen Teil nach unten ziehen, wenn sie auf dem Boden liegt, werden die Zwerge sie wenigstens wieder hochhieven, um sie mitzunehmen.

Aliya scheint ein Gast zu sein, dem man die Abreise noch nicht erlaubt. Bin mal gespannt, wie es weiter geht

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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