Es ist: 27-06-2022, 23:14
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Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) V
Beitrag #1 |

Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) V
Hammer und Amboss
Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Teil V, Teil VI, Teil VII, Teil VIII, Teil IX, Teil X


Ein Feuer brannte, das war unbestreitbar. Wie ein Stern, der vom gesprenkelten Himmel über ihren Köpfen herabgestürzt war, funkelte es zwischen den Baumwipfeln, verriet jedem naiv seine Position.
General Thakis ging in die Knie, stützte sich mit einer Hand auf dem eiskalten Felsboden des Befehlsstands ab, während um ihn herum das Lager in manische Betriebsamkeit ausgebrochen war. Kommandorufe der Offiziere tönten durch die Finsternis, das Wiehern von Pferden, das typische Schaben von Klinge auf Wetzstein.
Das Problem ist, es brennt nur ein Feuer.
Karmjuk trat neben ihn, seine mit Lederriemen verstärkte Tuchrüstung hatte er bereits angelegt.
„Sind die anderen Kundschafter etwa geflohen?“
Die Bartspitzen des Mannes, der Thakis auch in dieser Position nur um einen Kopf überragte, zitterten, als hätte ein unhörbarer Ton des Zorns sie in Schwingung gebracht.
Wer könnte es ihnen verübeln? Wie würdest du reagieren, wenn du alleine auf ein ganzes Heer wartest und weißt, dass du deinen Aufenthaltsort verraten musst, um deine Kameraden zu warnen?
„Wünschen wir es ihnen. Die Alternative ist: sie sind tot.“
Der Kham runzelte Nase und Stirn, als er näher trat. Thakis wusste nicht, ob Karmjuk den Honigwein kannte, der in Nomae getrunken wurde, aber den Geruch von Alkohol war ihm sicherlich nicht fremd.
Doch der Heerführer aus dem Osten beließ es dankenswerter Weise dabei und folgte nur dem Blick des Meir.
Weiter Richtung Tal flackerte die Flamme ein letztes Mal und verlosch.
Wie das Lebenslicht einer Kerze, zwischen zwei Fingern ausgedrückt.
Mit seiner freien Hand rieb sich Thakis über das kratzige Kinn.
„Werden sie noch heute Nacht oder erst im Morgengrauen angreifen?“
Bevor er antwortete, tippte Karmjuk sich mit dem Zeigefinger an die Lippen.
„Sie wissen sicher, dass wir gewarnt sind … sie stört es nicht, in Dunkelheit zu kämpfen, ihre Orkbestien dagegen schon. Ihre ganze Taktik war bisher auf Demoralisierung ausgelegt ... ich denke, sie werden uns noch weiter schmoren lassen und morgen ihre gesamte Streitmacht vor unseren Augen aufmarschieren lassen.“
Thakis nickte langsam, während die Geräusche des erwachenden Lagers die Stille in Schach hielt.
„Allerdings werden unsere Krieger so oder so kein Auge mehr zu tun“, fügte der Kham schließlich hinzu.
Ein Grund mehr, erst bei Tageslicht anzugreifen.
Thakis hörte lederne Sohlen knirschen, als der andere Heerführer sich herumdrehte, um zu gehen, aber noch einmal verharrte.
„Habt Ihr einen Boten zu den Lichtelben gesandt, General Thakis?“
Der Angesprochene spukte aus und beobachtete seinen Speichel, der in einer verschlungenen Bahn auf den Rand des Felsens zueilte.
„Nein. Wer sind wir, ihnen Neuigkeiten zu bringen, die ihnen in ihrer Weisheit sicherlich längst bekannt sind?“
Auch wenn es in Wahrheit kindisch sein mochte, das wärmende Gefühl, das sich vom Zwerchfell in die Magengegend hinein ausbreitete, war definitiv Genugtuung.

***

Sie hatte etwas mehr Enge erwartet.
Nachdem Aliya die Eingangshalle gesehen hatte, rechnete sie nicht mehr mit steinigen Bergwerksschächten, aber in Anbetracht des massiven Felsens um sie herum doch mit einem gewissen Platzmangel - vor allem, wenn sie die Körpergröße ihrer beiden Begleiter mit ihrer eigenen verglich.
Die schweigsamen Wächter führten sie auf einer marmorschimmernden Straße voran, die sich geradlinig auf die Rückseite eines gigantischen Saals zu erstreckte, der vielleicht das Herzstück der Bergfestung ausmachte. Unter ihren Füßen floss weiterhin das Ornament. Im flackernden Schein der Myriaden Lampen, die den Saal in ein warmes Licht tauchten, und unter dem Eindruck von Aliyas eigener Bewegung erschien es fast lebendig.
Aber die Augen der jungen Frau ließen sich davon nicht bannen, sie glitten stattdessen durch die Weite des Saals, dessen von Fenstern, Durchlassen und Treppen geprägte Außenwände sie gerade noch erkennen konnte. Riesige, geschwungene Säulen – jede von ihnen wirkte so hoch auf sie wie der Bergfried ihrer heimatlichen Festung – trugen die ebenfalls geschwungene Decke wie ein weit über den Köpfen schwebendes Blätterdach.
Und sie waren grün! Über und über umrankt von Efeu – es war echter Efeu und nicht etwa eine kunstvolle Kopie, wie Aliya mit einem raschen Griff feststellte, als sie eine der Stützpfeiler passierten.
Sie schüttelte den Kopf, während sie sich fragte, wie zur Hölle hier unten Pflanzen gedeihen konnten. Nicht nur die Kletterpflanzen, sondern auch ganze Haine aus kleinen Bäumen, die in regelmäßigen Abständen lebendige Flecken auf den steinernen Boden malten. Zwischen diesen Parks konnte die Hauptfrau die Bewohner dieser seltsamen Stadt flanieren sehen. Zwerge in lederner Arbeitskleidung ebenso wie solche in weiten, bestickten Roben. Sie alle hielten inne, wenn Aliyas seltsame Prozession an ihnen vorbeizog und musterten die Menschenfrau. Manche mit Neugier, andere mit Misstrauen oder gar Abneigung.
Ob es wohl Fenster nach außen gab? Tageslicht? Ein ungutes Gefühl legte sich einem ledernen Riemen gleich um den Brustkorb der Kriegerin, als ihr bewusst wurde, dass sie jegliches Zeitgefühl verloren hatte und unwillkürlich richtete sie ihren Blick nach vorn.
Nach einiger Zeit begann sich eine bleierne Müdigkeit auf ihren Geist zu senken und ihre Schritte wurden monoton. Kaum nahm sie die Begegnungen mit anderen Zwergen wahr, die sie allesamt mit großen Augen musterten, einmal folgte ihnen sogar eine rufende Gruppe von Kindern, die Jungen mit daunenartigem Flaum ums Kinn, die Mädchen mit den dichten Zöpfen, die sie schon einmal gesehen hatte.
Doch schließlich staute sich die Straße zu einem halbkreisförmigen Platz auf, als sie auf die Rückwand traf.
Aliyas Eskorte wechselte einige Worte mit zwei Kriegern der Wache, dann nickte sie ihr ernst zu, während die neuen Wächter eine zweiflüglige Tür aufschoben, auf der Gravuren Hammer und Axt kreuzten.
Dahinter kam eine Wendeltreppe zum Vorschein, die sich scheinbar freischwebend in die Höhe schraubte und Aliya mit ihr.
Mittlerweile schleppte sich die Kriegerin nur noch dahin. Doch sie durfte jetzt nicht aufgeben, nicht so kurz vor dem Ziel! Was auch immer sie dort erwarten mochte.
Am oberen Ende der Treppe erwartete sie zunächst eine weitere zweiflüglige Tür mit derselben Gravur … und außerdem ein bekanntes Gesicht.
„Brombasch!“
Der Zwerg schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln, das er hauptsächlich über die Augen ausdrückte, da sein Mund unter der Bartpracht weitestgehend verschwand. Er trug immer noch die schwere lederne Weste und den Brustgurt, die er bereits bei ihrer ersten Begegnung angelegt hatte, allerdings waren seine Barthaare zu einer Vielzahl kleiner Zöpfe verschlungen und mit schimmernden Spangen geschmückt.
„Der Bergkönig Tombril, Sohn des Turdil vom Clan Diamantenschleifer, wird dich empfangen, Hauptfrau Aliya aus Karond, und sich anhören, was du zu sagen hast.“
Er streckte seine Hand nach dem Türknauf aus.
„Ich werde übersetzen.“
Das Portal schwang auf und das ungleiche Paar betrat den dahinter liegenden Raum
Eine Vielzahl von Blicken empfing sie, deren Spektrum von finster bis neugierig reichte.
Das Nächste, was sich in Aliyas Wahrnehmung drängte, waren die unzähligen Kerzenständer. Ihr Kerzenschein ließ die Schatten der an den Wänden stumm Wache haltenden Statuen ein kompliziertes Reigen tanzen: Individuell ausgearbeitete Zwergenskulpturen, immer mit der gleichen Axt in den steinernen Händen. Diese Axt entdeckte die Kriegerin auch an den nur grob behauenen Thron gelehnt, das verzierte Doppelblatt hatte etwa die Größe ihres ausgestreckten Arms. Auf dem etwas erhöhten Thron ein silberbärtiger Zwerg, in dessen obsidianschwarzen Augen die junge Frau ihr Spiegelbild zu erkennen glaubte.
Anders als die Mienen der meisten Zwerge, die um die Tafel zu seinen Füßen saßen, offenbarte das Gesicht des Bergkönigs keine Regung.
„Hauptfrau Aliya dârr Karond!“, verkündete Brombasch und Aliya hielt es für das Beste, sich zu verbeugen.
Der Zwergenherrscher neigte sein von einem einfachen Reif aus dunklem Metall geziertes Haupt und bedeutete ihr mit einer knappen Geste zu sprechen. Die junge Frau zögerte und warf einen letzten, unsicheren Blick zu Brombasch, der ihr einziger Fixpunkt in dieser so fremdartigen Situation war.
Sie war sich nicht sicher, wie sie beginnen sollte. Die Worte, die sie sich für den Herrn von Skarr zurecht gelegt hatte, schienen hier fehl am Platz.
Eigentlich wusste sie noch nicht einmal, wie dieses fremde Volk den Dunklen gegenüber stand – andererseits, war nicht die Tatsache, dass sie hier vor einer Ratsversammlung stand Hinweis genug?
Die Kriegerin sog Atem in ihre Lungen, bis ihr Brustkorb zu bersten schien.
Nun stand sie also hier.
Dies war ihre Chance. Es lag an ihr, diese unerwartete Partei als Verbündeten zu gewinnen, um Thakis zumindest irgendeine Unterstützung zu bringen. Aliyas Schultern straften sich und ihr Blick wurde stechend, während sich Spannung, einer aufgezogenen Feder gleich, in ihr ausbreitete.
Was hatte sie zu verlieren?
„Die dunklen Elben fielen vor einigen Monden in die nördlichen Gebiete der Menschen ein, plündernd, brandschatzend, erobernd. Da die Fürstentümer und Städte der Bedrohung nicht für sich allein Herr werden konnten, verbündeten sie sich und bildete ein Aufgebot – aus ganz Athalem. Sogar Fürsten weit aus dem Süden und Osten entsandten Truppen.“
Aliya versuchte Brombasch stetiges Gemurmel so gut es ging auszublenden. Nur ab und zu trieben Worte an die Oberfläche, die sie zu verstehen glaubte – kleine Inseln in einem Meer aus kantigen Lauten. Ihre Augen verschwanden für einen Atemzug hinter hellen Wimpern, bevor sie weitersprach.
„Die Dunklen und ihre Orkvasallen hatten sich in viele kleine Trupps aufgespalten und unsere geballte Streitmacht trieb einen nach dem anderen zurück über die Berge, dorthin, wo sie hergekommen waren. Als auch noch eine Armee der hohen Lichtelben zu uns stieß, fühlten wir uns unbesiegbar ...“
Die Mundwinkel der Hauptfrau verzogen sich ein wenig.
„Unser Anführer, General Thakis, vermutete, dass sich die Dunklen irgendwo in den Bergen sammeln würden und so zogen wir zur Wolkenkralle, um die Überreste des demoralisierten Feindes endgültig zu zerschlagen. Er behielt Recht, sie sammelten sich dort. Nur war der Feind keineswegs demoralisiert – und von Überresten würde ich nun auch nicht mehr sprechen. Zunächst setzten sie nur schmerzhafte Nadelstiche, aber bald werden sie angreifen.“
Bisher war Aliyas Blick eher in sich gekehrt gewesen, nun suchte sie die Augen des Bergkönigs und versuchte so viel Überzeugungskraft wie möglich in ihre Stimme zu legen. „General Thakis hat mich ausgesandt, um Hilfe zu holen – und er würde sicher nicht auf einen seiner Offiziere verzichten, wenn die Lage nicht wirklich verzweifelt wäre ...“
Wieder zögerte die Kriegerin, sammelte ihre Gedanken und eine Hand glitt unbewusst über ihr Haar.
Womit konnte sie die Zwerge erreichen? Sie hatte das trutzige Tor nicht vergessen, die Kriegsmaschinen, die hinter den Schießscharten warteten. War dieses Volk überhaupt in Gefahr? Hatten die dunklen Elben überhaupt Interesse an diesem Reich in den Bergen?
„Meines Wissens nach hat es nie Feindseligkeiten zwischen Eurem und Meinem Volk gegeben und Ihr könntet Euch der Dankbarkeit der Menschen gewiss sein. Bitte seht nicht einfach tatenlos zu, wie unsere Reiche von den Invasoren zerschmettert werden, von einem Feind, der sich in seiner Verderbtheit sicher auch irgendwann gegen Euch richten wird.“
Aus einer Regung heraus kniete sie nieder und senkte den Blick – auch wenn sie sich sehr unwohl dabei fühlte. Ihr Ehrencodex verbot ihr, vor irgendwem zu knien, egal wer es sein mochte, aber sie war auch bereit, alles zu tun, um das Schlachtglück doch noch zu wenden.
„Ich bitte Euch, helft uns! Nur gemeinsam könnten wir den Feind abwehren.“
Für einige Atemzüge erfüllte noch Brombaschs dunkle Stimme den Thronsaal, dann wich sie Schweigen.

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
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Beitrag #2 |

RE: Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) V
Hello again, Mr. Doppel-U Doppel-U!

Dann lass mich mal schaun, ob Thakis noch unter den Lebenden weilt und wie er sich so schlägt *schluck*

Thakis
Ach, da war ich wohl ein bisschen zu voreilig *lach* Noch kein Feind in Sicht und das Feuer war vielleicht euch nur ein Fehlalarm. Man sollte Feuerstein und Zunder eben nicht dem Späher mit den zittrigen Fingern geben, jawoll.
Aber ich frag mich, warum man als Späher da nicht sein Feuer entzünden kann und dann ganz schnell wegläuft. Eine Armee, die sich durch den Wald schlägt, HÖRT man ja auch schon ein Stück vorher, das heißt, die stehen noch nicht direkt bei einem, wenn man dann das Feuerchen macht. Und sobald es lodert, nimmt man die Beine in die Hand.
Was ich mir halt vorstellen könnte, dass der Befehl lautet, das Feuer zu entzünden und so lange wie möglich am Brennen zu halten, also wirklich drauf zu achten, dass aus der Glut Flammen werden und da so lange wie möglich auch der Vorhut des Feindes zu verwehren, das irgendwie zu löschen. Aber im Prinzip reicht es als Warnung ja aus, wenn das Feuer da fünf Minuten brennt. Wobei ich mich auch grade frage, ob es so schlau ist, im Wald ein Feuer zu legen. Andererseits, WENN es übergreift, fackelt man gleichzeitig mit dem Wald auch die feindliche Armee ab Icon_ugly
Vielleicht könnt man da noch einen kurzen Einschub machen, dass die Gefahr für die Späher hauptsächlich darin besteht, wenn einzelne Dunkelelben durch den Wald schleichen und sie finden, dass sie dann aus dem Hinterhalt getötet werden. Aber das hätte ja dann nichts mit dem Feuerentzünden selbst zu tun. Hm … oder ich steh halt wiedermal auf dem Schlauch *lach*
Was mir auch fehlt (vielleicht nur, weil du es bei Aliya so viel drin ist) sind ein paar Beschreibungen, ein bisschen Atmosphäre. Im letzten Teil waren noch Schreie zu hören, das klang nach Aufregung, aber hier lässt du das Geschehen im Lager vollkommen außer Acht. Wissen nur die Anführer, was das Feuer bedeutet? Oder sind auch schon einfache Soldaten auf den Beinen, rüsten sich, fluchen, beten, versammeln sich? Laufen die Anführer rum und verteilen schonmal Befehle, sei es nur, Ruhe zu bewahren, oder eben erste Aufstellungsanweisungen? Nicht im Detail natürlich, nur einfach so ein bisschen die Stimmung im Lager erwähnen.
»Durch die Dunkelheit schallten die Befehle der Heerführer, deren Aufgabe es nun war, ihre Männer unter Kontrolle zu halten. Selbst die einfachen Soldaten wussten, was das rote Flackern in der Schwärze des Waldes zu bedeuten hatte. Stimmen und Lärm drangen zu Thakis, während Rüstungen angelegt und Waffen ein letztes Mal geschärft wurden.«
oder eben das Gegenteil:
»Nachdem die Rufe verklungen waren, hatte sich gespenstische Stille über das Lager gelegt. Nur die Anführer versammelten sich, wohlwissend, dass das rote Flackern in der Schwärze des Waldes die Schlacht noch nicht eröffnete. Noch blieb ihnen Zeit, in der die Soldaten geweckt wurden, angewiesen, sich leise zu rüsten und kampfbereit zu machen«
Irgendwie sowas halt, das beschreibt, was da im Lager jetzt vor sich geht. Weil ich mir nicht vorstellen kann, dass da ein Feuer entzündet wird, als Zeichen für die nahende Feindarmee, und alle schlafen seelenruhig weiter, keiner tut was, außer in den Wald zu starren. Für irgendwas muss das Zeichen ja gut sein.
Und wenn es nicht als »Sofort kampfbereit machen« gedacht ist, dann find ich die Schreie am Ende des letzten Teils verwirrend, weil das ja nur unnötig Aufruhr bringt. Da hätt ich den Aussichtsposten, der nach Feuer Ausschau halten soll, eher angewiesen, diskreter vorzugehen und nur die Anführer erstmal zu informieren. Weil wenn eh klar ist, dass die Armee nicht vorm Morgen da sein wird, braucht man die Fußsoldaten ja nicht wecken. Wenn wiederum der Angriff nun überraschend zu jedem Augenblick erfolgen kann, dann sollten die Soldaten im Lager auf dementsprechend beschäftigt sein.
Im ersten Teil hatte ich das ja schonmal angesprochen (wenn ich mich richtig erinner), dass ich mir kein genaues Bild von dem Lager machen kann. Da fände ich es schön, wenn das in jedem Thakis-Teil so bissl mit einfließt, gerade wenn er da auf seiner Aussichtsplattform steht und sowieso rumguckt. Und vor allem auch, weil bei Aliya so viele Beschreibungen drin sind, um da ein bisschen das Gleichgewicht zu halten. Bei einem Armeelager reichen freilich Schlagworte, da muss nicht jedes Zelt mit Position und Materialangaben beschrieben werden Icon_wink aber dass man zumindest so einen groben Überblick hat. »Ordentlich aufgereihte Zelte«, »Im Schatten des Berges«; »auf einem weitläufigen Plateau«, »zahlreiche unterschiedliche Banner wehten über den Zelten« … dann hab ich dauernd im Kopf, dass irgendwie Schnee liegt, weiß aber nicht, wo das Bild herkommt *lach*
Also einfach ab und zu mal ein kleiner Blick aufs Lager. Das fänd ich schön.

Zitat: Himmel über ihren Köpfen herab gestürzt war
»herabgestürzt«

Zitat: Die Bartspitzen des Mannes, der Thakis auch in dieser Position nicht nennenswert überragte
Äh … Thakis kniet und trotzdem ist Karmjuk nicht sonderlich größer?
Also wenn ich mich hinknie, schrumpfe ich von 1,65 auf 1,20, und Thakis soll ja nun nicht so groß sein, geben wir ihm mal 1,75, da wäre er knieend auch etwa 1,30, und Karmjuk wäre dann 1,40 – 1,50 … Ist er womöglich gar kein Kham, sondern ein getarnter Zwerg? Mrgreen
(und bevor ich jetzt wieder meinen Stempel als Pedanterie-Tante aufgedrückt bekomme: Die Beschreibung kam mir merkwürdig vor, weil ich in einer meiner Geschichten die gleiche Situation nutze, um die Größe eines Zwergs zu beschreiben, also da kniet sich halt ein ziemlich großer Kerl hin, um mit einem Zwerg auf Augenhöhe zu sein. Und der Zwerg soll eben so 1,30 sein, deshalb hatt ich die Zahlen noch grob im Kopf und wurde stutzig. So war das, jawoll.)

Zitat:  Thakis wusste nicht, ob er den Honigwein kannte, der in Nomae getrunken wurde, aber den Geruch von Alkohol war ihm sicherlich nicht fremd.
Doch der Heerführer aus dem Osten beließ es dankenswerter Weise dabei 

Hier kann ich den Gedanken nicht ganz folgen. Also, Karmjuk riecht nach Wein, das bemerkt Thakis, als der Kham näher tritt, kann aber die genaue Sorte nicht erschnüffeln (erste Frage: Ist das wichtig? Ist doch egal, mit welchem Wein sich der Heerführer unmittelbar vor der Schlacht besäuft Icon_ugly ). DABEI belässt Karmjuk es dann. Wobei? Beim Riechen nach Alkohol? Ich vermute, das bezieht sich auf den Satz davor, auf das Nähertreten. Also Karmjuk belässt es beim Nähertreten. Aber, zweite Frage: Warum dankenswerter Weise? Was hätte er dem Nähertreten denn noch hinzufügen können, dass sich Thakis von dem Alkoholgeruch noch mehr belästigt fühlt (darum geht es, vermute ich, bei dem dankenswert)? Ihm einen Kuss auf den Mund drücken? Mrgreen
Oder ist Thakis dankbar, dass Karmjuk nur Nase und Stirn runzelt, aber nichts weiter dazu sagt? Dann irritiert der Einschub mit dem Alkohol aber völlig.

Zitat: „Werden sie noch heute Abend, oder erst im Morgengrauen angreifen?“
kein Komma

Zitat: Bevor er antwortete tippte Kamjuk sich mit dem Zeigefinger 
Komma zwischen »antwortete, tippte«
»Karmjuk«

Zitat: und morgen ihre gesamte Streitmacht vor unseren Augen aufmarschieren lassen.“
Wie weit ist denn der Waldrand weg? Ich hatte den eher recht nah im Kopf, vielleicht so ein- oder zweihundert Meter vom Lager entfernt, aber da würde keine allzu große Streitmacht hinpassen, vermute ich. Zwischen den Lagern muss ja auch eine Fläche zum Kämpfen sein.

Zitat: Krieger so oder so kein Auge mehr zu tun.“, fügte der Kham
kein Punkt hinter »tun«

Zitat: als der andere Heerführer sich herumdrehte um zu gehen
Komma zwischen »herumdrehte, um«

Zitat: Auch wenn es in Wahrheit kindisch sein mochte, das wärmende Gefühl, das sich vom Zwerchfell in die Magengegend hinein ausbreitete, war definitiv Genugtuung. 
Das mag ich nicht.
Also so menschlich gesehen, von Thakis, finde ich, ist das unfein. Die Lichtelben mögen doof sein, aber sie sind auch einer der Vorteile, die er in der Schlacht haben wird. Oder lagern die ganz woanders und sollen gar nicht in dieser Schlacht mitkämpfen? Das hab ich grad nicht mehr so im Kopf. Also, wenn sie ihr eigenes Lager haben und an der kommenden Schlacht nicht beteiligt sind, dann bin ich natürlich auf Thakis’ Seite, aber wenn sie gemeinsam mit den Menschen in der Schlacht kämpfen sollen, dann find ich das doof von ihm, sich da zu freuen, dass er mal was vor den Elben weiß. Geht hier ja um das Überleben seiner Männer.
Das aber nur zur Info, nicht als Meckerei oder Änderungswunsch. Kann ja nicht jeder Protagonist meinem Idealbild entsprechen Mrgreen


Aliya
Ich fühl mich echt doof, gerade auch nach deiner PN, und darf sowas ja eigentlich selbst gar nicht sagen, aber allmählich wird’s mir mit den Beschreibungen bei Aliya doch zuviel *lach* Einerseits find ich es zwar gut, dass du da beschreibst und gerade auch auf die Fremdartigkeit eingehst und es gibt da ja auch sicher viel zu sehen, aber andererseits passiert halt dabei überhaupt nichts. Da sind nur Aliyas Gedanken und die Beschreibungen. Wenn zwischendurch wenigstens mal bissl Interaktion mit den Zwergen wäre oder sowas … ich weiß nicht. Und wie gesagt, ich hab das Problem ja oft selbst, dass sich meine Handlung irgendwo in der Geschichte verliert … daher kann ich da auch keine guten Tipps oder Hinweise geben.
Was ich mir so vorstellen könnte: In den Stollen, noch auf dem Weg zur Sternenwacht, vielleicht eine riskantere Kletterpartie, bei der Aliya fast abstürzt, oder plötzliche Geräusche (Lärm) in der Dunkelheit, was die Zwerge in Alarmbereitschaft versetzt. In der Stadt selbst könnten ein paar Zivilistenzwerge vielleicht erbost über den Eindringling sein und die Wachen angehen, oder die Kinder zupfen an ihrer Kleidung herum und klauen ihr fast … irgendwas, das sie dabei hat, und die Wachen verjagen die Kinder dann, die aber trotzdem noch mit Abstand hinterher rennen … ich weiß nicht, solche kleinen Zwischenfälle eben, damit die Welt nicht nur aus Umgebungsbeschreibung besteht. Das läuft hier halt alles sehr konfliktfrei ab, mit ein paar Wartepausen zwischendrin. Aber niemand versucht ernsthaft, gegen Aliya vorzugehen, sie rennt halt nur den Zwergen nach. Es müsste ja auch kein direkter Konflikt sein, vielleicht würde irgendeine Art von Interaktion mit dem Umfeld schon ausreichen, einfach als kleine Auflockerung zwischen den Beschreibungen, mal ein oder zwei Absätze, keine große Sache.
Und dann würd ich nochmal raten, eventuell hin und wieder den Schmerz zu erwähnen, gerade beim Treppensteigen oder wenn sie dann vorm König versucht, möglichst aufrecht zu stehen. Dafür kannste dann ein- oder zweimal weglassen, dass sie ihr Zeitgefühl verloren hat, das war mir nämlich zu überpräsent *lach* (man kanns mir nicht recht machen, ich weiß)

Von dem Zwergenkönig (Clanoberhaupt (ich hab grad erst Clanopferhaupt geschrieben Mrgreen ) oder was er ist) erwarte ich schon, dass er zusagt, womöglich nach dem obligatorischen Zögern und Überlegen und Beraten, aber ohne, dass Aliya da groß was für tun muss. Zum einen, weil sie bisher halt die ganze Zeit nichts selbst tun musste Icon_wink und zum anderen, weil die Zeit ja auch knapp wird und da nicht noch groß irgendwelche Prüfungen stattfinden können.
Vielleicht haben die Zwerge auch schon eine Streitmacht aufgestellt, weil sie sowieso eingreifen wollten? Ich meine vom Anfang in Erinnerung zu haben, dass sie da nicht so gut auf die Dunklen und die Orks zu sprechen waren.

Zitat: Die schweigsamen Wächter führten sie auf einer marmorschimmernden Straße voran, die sich geradlinig auf die Rückseite des Saals zu erstreckte, der anscheinend das Herzstück der Bergfestung ausmachte
Gleich hier hatte ich ein Ortungsproblem, weil ich echt dreimal lesen musste, um auf die Idee zu kommen, dass »der Saal« ein neuer Saal ist und nicht der Vorhof aus dem letzten Teil. Hauptsächlich kommt das Problem zu stande, weil da halt »des Saals« steht, der Saal also als bekannt eingestuft wird, was er aber nicht ist, weil er hier zum ersten Mal auftaucht. Und von der Straße aus kann man doch auch gar nicht sehen, ob die Straße jetzt auf die Rück- oder die Vorderseite des Saals zuführt, geschweige denn, ob der Saal das Herzstück ist.
Also da würde ich kürzen auf:
»Die schweigsamen Wächter führten sie auf einer marmorschimmernden Straße voran, die sich gerade auf einen Saal zu erstreckte, der vielleicht das Herzstück der Bergfestung ausmachte«, also auch ohne diese Annahme von Aliya, einfach nur als vage Vermutung, weil ich auch nicht wüsste, woran sie das festmachen will, dass das nun das Herzstück ist.
Vor allem aber wichtig »ein Saal« (den wir jetzt kennenlernen« und nicht »der Saal« (der schon beschrieben wurde)

Zitat: wirkte so hoch auf sie, wie der Bergfried ihrer heimatlichen Festung
kein Komma

Zitat: während sie sich fragte, wie hier unten zur Hölle Pflanzen gedeihen konnten.
ich würds umstellen zu: »wie zur Hölle hier unten Pflanzen …«, ist aber pur ausm Bauch raus. Ich kenn’s halt hauptsächlich so, dass das »zur Hölle« direkt an »wie« / »wer« / »was« angehängt wird, nicht so mitten im Satz
An der Stelle würde ich auch gesamt bissl umbauen, also den Bezug zwischen Pflanzen und »Gibt es hier überhaupt Fenster« direkt setzen, dafür die Bewohner ein Stück rausschieben und ihnen noch einen Nebensatz gönnen, ob sie die Prozession ignorieren oder ob sie neugierig rübergucken oder eher verärgert, misstrauisch, angeekelt.

Zitat: Kaum nahm sie die Begegnungen mit anderen Zwergen wahr, die sie allesamt mit großen Augen musterten
Hier zum Beispiel, da beschreibst du die Reaktion der Zwerge, obwohl Aliya sie »kaum wahrnimmt«, aber im Absatz drüber, wo Aliya sich aktiv umschaut und auch noch über das Gesehene reflektiert (Pflanzen → Wo sind die Fenster?), da werden die Reaktionen außen vorgelassen.

Zitat: Gruppe von Kindern, die Jungen mit daunenartigem Flaum ums Kinn, die Mädchen mit den dichten Zöpfen, die sie schon einmal gesehen hatte.
hehe – süß, Zwergenkinder Icon_smile Die sehen in meinem Kopf bissl wie Hobbitkinder aus, nur mit Bart und in breit Mrgreen

Zitat: Doch schließlich staute sich die Straße zu einem halbkreisförmigen Platz auf, als sie auf die Rückwand traf.
Damit hat dieser Saal offiziell zwei Rückwände Icon_wink Denn am Anfang ist die Wand, auf die die Straße von außen zuführt, die Rückwand, bzw. Rückseite (auf die Rückseite des Saals zu) und hier dann die gegenüberliegende Wand. Da würde ich eher auf die perspektivischen Angaben von Aliya setzen, also »die Wand vor ihnen«, statt auf die Angaben innerhalb eines möglichen Grundriss (RÜckseite, Rückwand …)

Zitat: allerdings waren seine Barthaare zu einer Vielzahl kleiner Zöpfe verschlungen und mit schimmernden Spangen geschmückt.
Hat der sich zwischendurch neu frisiert? Und ich dachte, er läuft voraus, um dem König schonmal die Lage zu erklären. Männer … Icon_ugly

Zitat: Der Bergkönig Tombril, Sohn des Turdil vom Clan Diamantenschleifer wird dich empfangen, Hauptfrau Aliya aus Karond, und sich anhören, was du zusagen hast.
Zwischen »Diamantschleifer, wird« würd ich ein Komma machen, weil »Sohn des Turdil vom Clan der Diamantschleifer« als Einschub zählen müsste;
»zu sagen« auseinander.

Zitat: Eine Vielzahl von Blicken empfing sie, deren Spektrum von finster bis neugierig reichte.
Das erste, was Aliya auffiel waren aber die unzähligen Kerzenständer

Mag meine persönliche Ansicht zur personalen Perspektive sein, aber wenn der Erzähler mir von den Blick erzählt, dann gehe ich davon aus, dass der Protagonist (also hier Aliya) diese Blicke auch wahrnimmt. Sonst bräucht der Erzähler nicht davon erzählen. Dann wären ihr aber die Blicke VOR den Kerzenständern aufgefallen.
Also ich würd da nah an der Charakterwahrnehmung bleiben. Wenn Aliya die Kerzen zuerst auffallen, beschreib einfach die Kerzen zuerst und die Blicke dann hinterher. Wenn die Blicke zuerst beschrieben werden, fühl ich mich angelogen, wenn der Erzähler behauptet, die Kerzen wären ihr zuerst aufgefallen.
Aber ich bin da schon bissl krude.
»Erste« groß
Komma zwischen »auffiel, waren«

Zitat: die unzähligen Kerzenständer, die die Schatten der an den Wänden stumm Wache haltenden Statuen ein kompliziertes Reigen tanzen ließen
Man kann sowas da machen … muss man aber nicht Mrgreen Mir ist der Satz zu kompliziert oder vielmehr zu holprig. Vor allem »die die Schatten der an den Wänden stumm Wache haltenden …« was ein Geknusel.
Zumal nicht die Kerzenständer irgendwas mit den Schatten machen, sondern viel mehr die Flammen der Kerzen darin Icon_wink
Ich würd da einfach zwei oder sogar drei Sätze aus der Beschreibung machen. Soll ja vermutlich ein eindrucksvolles Bild sein, da muss man nicht alles in einen Satz quetschen.
»Das Erste, was Aliya auffiel, waren die unzähligen Kerzenständer (oder: Kandelaber), jeder mit fünf (zehn, was auch immer) Kerzen bestückt, deren flackernden Flammen dem Raum Bewegung schenkten. Selbst die Schatten der Statuen, die stumm an den Wänden aufgereiht Wache hielten, tanzten einen komplizierten Reigen.«
(so in der Richtung, meine Beispiel sind echt Banane …)
»einen komplizierten« (der Reigen)

Zitat: und bedeutete ihr, mit einer knappen Geste
kein Komma

Zitat:  und warf einen letzten unsicheren Blick zu Brombasch
Komma zwischen »letzten, unsicheren«

Zitat: während sich eine Spannung, einer aufgezogenen Feder gleich, in ihr ausbreitete.
würd da das »eine« vor Spannung streichen, einfach nur »während sich (An-)Spannung …«

Zitat:  der Menschen ein, plündernd, brandschanzend,erobernd.
»brandschatzend«; und da fehlt ein Leerzeichen hinter dem letzten Komma

Zitat:  nicht für sich allein Herr werden konnten verbündeten sie sich und bildete
Komma zwischen »konnten, verbündeten«

Zitat: „General Thakis vermutete, dass sich die Dunklen irgendwo
Hier vielleicht einfügen: »Unser Anführer, General Thakis, vermutete«, weil die Zwerge ja keine Ahnung haben, wer da wer ist.

Zitat: Sie hatte das trutzige Tor nicht vergessen, die Kriegsmaschinen, die hinter den Schießscharten warteten. War dieses Volk überhaupt in Gefahr?
Naja, wenn man nicht in Gefahr ist, baut man ja keine Verteidigungsmechanismen Icon_wink Also irgendwas wird die Zwerge schon von außen bedrohen, sonst bräuchten sie diese Abwehr ja nicht.

Zitat: „Meines Wissens nach, hat es nie Feindseligkeiten zwischen eurem und meinem Volk gegeben und Ihr könntet euch der 
kein Komma zwischen »nach hat«
»Eurem« und »Euch« entweder groß, weil Aliya den Zwergenkönig höflich anspricht (oder auch das ganze Zwergenvolk), oder »ihr« auch klein, dann würde Aliya auf jeden Fall das ganze Volk ansprechen und das dann auch nicht in der höflichen sondern der vertrauten Pluralform.

Zitat: sicher auch irgendwann gegen euch richten wird.“
Hier dann auch das »Euch« groß, wenn du es im Satz drüber groß machst.

Und zum Schluss will ich nochmal anmerken, dass das Lesen weiterhin Spaß macht. Ich mag die beiden Charaktere, vor allem Thakis, und ich mag es, wie viel Leben du de(ine)n Zwergen gibst, die Vorstellung dieser fremden Welt unterm Berg. Für eine Kurzgeschichte ist es halt bissl handlungsarm (ich kenn mich da aus *lach*), und nur weil ich finde, dass diese Zwerge die bestmögliche Präsentation verdient haben, mecker ich so viel *nick*
Dieses Gefühl von »da passiert jetzt schon ziemlich lange nix« könnte allerdings auch damit zusammenhängen, dass ich ja immer einen Teil lese, ihn dann nochmal lese und »abarbeite« und dann bissl Pause habe, bevor es beim nächsten so weitergeht. Wenn man die ganze Geschichte am Stück liest, wird da womöglich dieses Gefühl der Länge nicht so präsent sein, weils einfach flüssiger vorangeht.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #3 |

RE: Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) V
Hallo zum Dritten, Lanna! Icon_smile

Es macht richtig Spaß, mich endlich wieder mit meinem Text und deinen klugen Gedanken dazu auseinanderzusetzen. Ich freue mich gerade sehr.

Zitat:Vielleicht könnt man da noch einen kurzen Einschub machen, dass die Gefahr für die Späher hauptsächlich darin besteht, wenn einzelne Dunkelelben durch den Wald schleichen und sie finden, dass sie dann aus dem Hinterhalt getötet werden. Aber das hätte ja dann nichts mit dem Feuerentzünden selbst zu tun. Hm … oder ich steh halt wiedermal auf dem Schlauch *lach*
Du stehst überhaupt nicht auf dem Schlauch. Ich dachte halt, dass die Späher das Feuer entzünden, so bald sie die Truppen der Duredhel hören und dann die Beine in die Hand nehmen - nur dass sie vermutlich recht schnell von der berittenen Vorhut der Elben eingeholt werden ... werden.

Zitat:Was mir auch fehlt (vielleicht nur, weil du es bei Aliya so viel drin ist) sind ein paar Beschreibungen, ein bisschen Atmosphäre. Im letzten Teil waren noch Schreie zu hören, das klang nach Aufregung, aber hier lässt du das Geschehen im Lager vollkommen außer Acht. Wissen nur die Anführer, was das Feuer bedeutet? Oder sind auch schon einfache Soldaten auf den Beinen, rüsten sich, fluchen, beten, versammeln sich? Laufen die Anführer rum und verteilen schonmal Befehle, sei es nur, Ruhe zu bewahren, oder eben erste Aufstellungsanweisungen? Nicht im Detail natürlich, nur einfach so ein bisschen die Stimmung im Lager erwähnen.
Ich hab jetzt versucht, es direkt am Anfang einzubauen. Reicht das aus? Ich hab's in dieser Geschichte nicht so mit Geräuschen, scheint es. Wurde schon öfter kritisiert.^^"
Aber klar, der Befehlsstand ist direkt am Lager - also muss es auch die Geräusche der Mobilmachung geben.

Zitat:Im ersten Teil hatte ich das ja schonmal angesprochen (wenn ich mich richtig erinner), dass ich mir kein genaues Bild von dem Lager machen kann. Da fände ich es schön, wenn das in jedem Thakis-Teil so bissl mit einfließt, gerade wenn er da auf seiner Aussichtsplattform steht und sowieso rumguckt. Und vor allem auch, weil bei Aliya so viele Beschreibungen drin sind, um da ein bisschen das Gleichgewicht zu halten. Bei einem Armeelager reichen freilich Schlagworte, da muss nicht jedes Zelt mit Position und Materialangaben beschrieben werden Icon_wink aber dass man zumindest so einen groben Überblick hat. »Ordentlich aufgereihte Zelte«, »Im Schatten des Berges«; »auf einem weitläufigen Plateau«, »zahlreiche unterschiedliche Banner wehten über den Zelten« … dann hab ich dauernd im Kopf, dass irgendwie Schnee liegt, weiß aber nicht, wo das Bild herkommt *lach*
Also einfach ab und zu mal ein kleiner Blick aufs Lager. Das fänd ich schön.
Ja, dieses vermaledeite Feldlager der vereinigten Truppen von Athalem. Sieht bestimmt ziemlich beeindruckend aus. Könnte man einfließen lassen. Icon_rolleyes
Verdammt. xD

Zitat:Zitat: Die Bartspitzen des Mannes, der Thakis auch in dieser Position nicht nennenswert überragte
Äh … Thakis kniet und trotzdem ist Karmjuk nicht sonderlich größer?
Also wenn ich mich hinknie, schrumpfe ich von 1,65 auf 1,20, und Thakis soll ja nun nicht so groß sein, geben wir ihm mal 1,75, da wäre er knieend auch etwa 1,30, und Karmjuk wäre dann 1,40 – 1,50 … Ist er womöglich gar kein Kham, sondern ein getarnter Zwerg? Mrgreen
(und bevor ich jetzt wieder meinen Stempel als Pedanterie-Tante aufgedrückt bekomme: Die Beschreibung kam mir merkwürdig vor, weil ich in einer meiner Geschichten die gleiche Situation nutze, um die Größe eines Zwergs zu beschreiben, also da kniet sich halt ein ziemlich großer Kerl hin, um mit einem Zwerg auf Augenhöhe zu sein. Und der Zwerg soll eben so 1,30 sein, deshalb hatt ich die Zahlen noch grob im Kopf und wurde stutzig. So war das, jawoll.)
Verdammt - es kommt wirklich jemand auf die Idee, das nachzumessen??? Mist. *lacht* General Karmjuk ist jetzt schlagartig doch einen ganzen Kopf größer als Thakis, wenn der kniet.^^

Zitat:Hier kann ich den Gedanken nicht ganz folgen. Also, Karmjuk riecht nach Wein, das bemerkt Thakis, als der Kham näher tritt, kann aber die genaue Sorte nicht erschnüffeln (erste Frage: Ist das wichtig? Ist doch egal, mit welchem Wein sich der Heerführer unmittelbar vor der Schlacht besäuft Icon_ugly ). DABEI belässt Karmjuk es dann. Wobei? Beim Riechen nach Alkohol? Ich vermute, das bezieht sich auf den Satz davor, auf das Nähertreten. Also Karmjuk belässt es beim Nähertreten. Aber, zweite Frage: Warum dankenswerter Weise? Was hätte er dem Nähertreten denn noch hinzufügen können, dass sich Thakis von dem Alkoholgeruch noch mehr belästigt fühlt (darum geht es, vermute ich, bei dem dankenswert)? Ihm einen Kuss auf den Mund drücken? Mrgreen
Oder ist Thakis dankbar, dass Karmjuk nur Nase und Stirn runzelt, aber nichts weiter dazu sagt? Dann irritiert der Einschub mit dem Alkohol aber völlig.
Ich muss gestehen, dass es hier darum geht das THAKIS nach alkohol riecht und Karmjuk das dankenswerterweise übergeht. *hust*
Wie bekomme ich das besser dargestellt?
Ah, das Problem ist, dass nicht mehr klar ist, dass Thakir aus Nomae stammt, weil das nur ganz am Anfang mal erwähnt wird, oder?

Zitat:Zitat: und morgen ihre gesamte Streitmacht vor unseren Augen aufmarschieren lassen.“
Wie weit ist denn der Waldrand weg? Ich hatte den eher recht nah im Kopf, vielleicht so ein- oder zweihundert Meter vom Lager entfernt, aber da würde keine allzu große Streitmacht hinpassen, vermute ich. Zwischen den Lagern muss ja auch eine Fläche zum Kämpfen sein.
Genau, da ist eine ziemlich große Fläche noch zwischen. Icon_smile

Zitat:Ich fühl mich echt doof, gerade auch nach deiner PN, und darf sowas ja eigentlich selbst gar nicht sagen, aber allmählich wird’s mir mit den Beschreibungen bei Aliya doch zuviel *lach* Einerseits find ich es zwar gut, dass du da beschreibst und gerade auch auf die Fremdartigkeit eingehst und es gibt da ja auch sicher viel zu sehen, aber andererseits passiert halt dabei überhaupt nichts.
Ich hoffe, dass ich mir das nicht nur einrede, aber ich glaube, dass das an der erzwungenen Zerstueckelung des Texts liegt - in Wirklichkeit ist die Episode mit Aliya nämlich nur so 2 Wordseiten. Hinzu kommt aber dennoch, dass ich es gerne mal mit Beschreibungen uebertreibe *Stichwort Balance*. Da muss ich verstärkt - vor allem auch bei meinen zukuenftigen Texten, viel mehr darauf achten.

Zitat:Und dann würd ich nochmal raten, eventuell hin und wieder den Schmerz zu erwähnen, gerade beim Treppensteigen oder wenn sie dann vorm König versucht, möglichst aufrecht zu stehen. Dafür kannste dann ein- oder zweimal weglassen, dass sie ihr Zeitgefühl verloren hat, das war mir nämlich zu überpräsent *lach* (man kanns mir nicht recht machen, ich weiß)
Mrgreen
Dieser doofe Schmerz. Ja, der muss öfter rein.

Zitat:Gleich hier hatte ich ein Ortungsproblem, weil ich echt dreimal lesen musste, um auf die Idee zu kommen, dass »der Saal« ein neuer Saal ist und nicht der Vorhof aus dem letzten Teil. Hauptsächlich kommt das Problem zu stande, weil da halt »des Saals« steht, der Saal also als bekannt eingestuft wird, was er aber nicht ist, weil er hier zum ersten Mal auftaucht. Und von der Straße aus kann man doch auch gar nicht sehen, ob die Straße jetzt auf die Rück- oder die Vorderseite des Saals zuführt, geschweige denn, ob der Saal das Herzstück ist.
Einwände akzeptiert und Stelle angepasst.

Zitat:Zitat: während sie sich fragte, wie hier unten zur Hölle Pflanzen gedeihen konnten.
ich würds umstellen zu: »wie zur Hölle hier unten Pflanzen …«, ist aber pur ausm Bauch raus. Ich kenn’s halt hauptsächlich so, dass das »zur Hölle« direkt an »wie« / »wer« / »was« angehängt wird, nicht so mitten im Satz
An der Stelle würde ich auch gesamt bissl umbauen, also den Bezug zwischen Pflanzen und »Gibt es hier überhaupt Fenster« direkt setzen, dafür die Bewohner ein Stück rausschieben und ihnen noch einen Nebensatz gönnen, ob sie die Prozession ignorieren oder ob sie neugierig rübergucken oder eher verärgert, misstrauisch, angeekelt.
Ich hab versucht, es besser zu machen, das mit den Pflanzen und das mit den Bewohnern.

Zitat:Zitat: Gruppe von Kindern, die Jungen mit daunenartigem Flaum ums Kinn, die Mädchen mit den dichten Zöpfen, die sie schon einmal gesehen hatte.
hehe – süß, Zwergenkinder Icon_smile Die sehen in meinem Kopf bissl wie Hobbitkinder aus, nur mit Bart und in breit Mrgreen
Ich glaube, anders als Hobbitse tragen Zwergenkinder schon Schuhe ... aber sonst liegen die wahrscheinlich nicht weit auseinander. :mgreen:
Ich versuche gerade, mich daran zu erinnern, ob ich irgendwo schonmal eine Darstellung von Zwergenkindern gesehen oder gelesen habe ... mir fällt nichts ein. xD

Zitat:Zitat: allerdings waren seine Barthaare zu einer Vielzahl kleiner Zöpfe verschlungen und mit schimmernden Spangen geschmückt.
Hat der sich zwischendurch neu frisiert? Und ich dachte, er läuft voraus, um dem König schonmal die Lage zu erklären. Männer … Icon_ugly
HALLO? Der muss gleich vor wichtigen Persönlichkeiten sprechen - da muss man ein gepflegtes Äußeres vorweisen. Das sind ungeschriebene Regeln der zwergischen Gesellschaft!

Zitat:Und zum Schluss will ich nochmal anmerken, dass das Lesen weiterhin Spaß macht. Ich mag die beiden Charaktere, vor allem Thakis, und ich mag es, wie viel Leben du de(ine)n Zwergen gibst, die Vorstellung dieser fremden Welt unterm Berg. Für eine Kurzgeschichte ist es halt bissl handlungsarm (ich kenn mich da aus *lach*), und nur weil ich finde, dass diese Zwerge die bestmögliche Präsentation verdient haben, mecker ich so viel *nick*
Freut mich sehr, dass dir die beiden Charaktere weiterhin gefallen (ja, Thakis ist auch ziemlich badass)! Und du musst dich ganz und gar nicht dafuer rechtfertigen, dass du mich kritisierst. Deshalb stelle ich die Texte ja ein! Und mit deiner konstruktiven Kritik kann ich super viel anfangen!

Auch hier haben mir deine Gedanken wieder sehr weitergeholfen. Vielen Dank fuer's Lesen und die viele Muehe und die weisen Ratschläge!

Liebe Grueße
WW

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Beitrag #4 |

RE: Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) V
Hallo Weltenwanderer,

Wie du siehst, halte ich dir eisern die Treue, obwohl eisern vielleicht das falsche Wort ist, denn du schreibst sehr gut. Auch in diesem Kapitel sparst du nicht mit den schönen Bildern, die ich so gerne lese. Dazu später im Einzelnen mehr.

Zitat:Wie ein Stern, der vom gesprenkelten Himmel über ihren Köpfen herabgestürzt war, funkelte es zwischen den Baumwipfeln, verriet jedem naiv seine Position.
Das zum Beispiel  Icon_cuinlove wunderschön

Zitat:General Thakis ging in die Knie, stützte sich mit einer Hand auf dem eiskalten Felsboden des Befehlsstands ab, während um ihn herum das Lager in manische Betriebsamkeit ausgebrochen war. Kommandorufe der Offiziere tönten durch die Finsternis, das Wiehern von Pferden, das typische Schaben von Klinge auf Wetzstein.
Was mir hier nicht so ganz klar ist: Werden seine Knie weich und er fällt zu Boden oder geht er in die Knie, weil er von der feindlichen Armee besiegt wird oder fällt er auf die Knie um eine höhere Macht zu bitten?  Icon_confused

Zitat:aber den Geruch von Alkohol war ihm sicherlich nicht fremd.
der Geruch von Alkohol. Damit haben Heerführer wohl generell keine Probleme  Mrgreen

Zitat:Der Angesprochene spukte aus und beobachtete seinen Speichel, der in einer verschlungenen Bahn auf den Rand des Felsens zueilte.
iiiihhh  Icon_ugly

Zitat:Sie hatte etwas mehr Enge erwartet. 
Klingt, als ob sie sich darauf gefreut hätte  Icon_confused Vielleicht sie hatte es sich beengter vorgestellt 

Zitat:Aber die Augen der jungen Frau ließen sich davon nicht bannen, sie glitten stattdessen durch die Weite des Saals, dessen von Fenstern, Durchlassen und Treppen geprägte Außenwände sie gerade noch erkennen konnte. 
heißt es nicht Durchlässe?  Icon_confused

Zitat:die Jungen mit daunenartigem Flaum ums Kinn, die Mädchen mit den dichten Zöpfen, die sie schon einmal gesehen hatte.
niedlich  Icon_cuinlove

Zitat:Das Nächste, was sich in Aliyas Wahrnehmung drängte, waren die unzähligen Kerzenständer. Ihr Kerzenschein ließ die 
Wenn du nur Schein statt Kerzenschein schreibst, liest es sich flüssiger

Zitat:Meines Wissens nach hat es nie Feindseligkeiten zwischen Eurem und Meinem Volk gegeben 
meinem klein 

Du beschreibst die Zwergenstadt so schön, dass man am liebsten dort wohnen würde.  Mrgreen Ich liebe deine Geschichte und werde dabei bleiben bis zum Schluss

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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