Es ist: 13-11-2019, 01:33
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Das wandernde Volk - Der erste der Druiden
Beitrag #1 |

Das wandernde Volk - Der erste der Druiden
ich habe den Wunsch, noch ein Kapitel aus meinem Manuskript zu posten. Ich weiß nicht, ob es dann eigentlich unter "Fantasy-Fortsetzungen" gehört, aber dies wird der letzte Auszug sein, und dann ist es hier vielleicht besser??? Liebe Mods, bitte entscheidet das einfach und verschiebt mich gegebenenfalls Mrgreen
Noch ein Hinweis: Es gibt die Karte zum Kontinent jetzt online, und auch ein bisschen mehr Leseprobe: http://www.tafel-des-schicksals.de/Karten1.html

Über Kritik freue ich mich, bitte nicht zurückhalten. Wave

Viel Spaß beim Lesen. Read

Der Erste der Druiden

„Wartet hier!“
Der an die Wand genagelte vertrocknete Haifischkopf starrte Andrastos mit scheinbar hasserfüllten Augen und voller Rachegelüste direkt ins Gesicht, den Diebstahl seiner scharfen, überaus kostbaren Zähne mit weit aufgerissenem Rachen offenbarend. Angewidert verzog der Erste der Druiden den südländischen Mund und sprühte giftige Blicke auf den Rücken des Kriegers, der sich bereits umgewandt hatte und unbeeindruckt die Hütte verließ. ‚Verschwinde nur, du Nordmade’, schoss es verächtlich durch Andrastos’ Kopf und er versteifte die Schultern unter seinem schwarzen Umhang. Er war es nicht gewöhnt, Befehle zu befolgen, und auch nicht, dass man ihn warten ließ. Er hatte seine Begleiter Cest und Netos in Borg am Harudenpass zurückgelassen und war allein nach Kyll geritten. Er brauchte keine Zeugen. Ein Krieger aus Kyll brachte ihn an diesen absonderlichen Ort am Ufer des großen Sees Gilum.
Der mächtigste Mann im Reich von Telta knirschte mit den Zähnen angesichts seiner misslichen Lage, doch er befand sich gegenwärtig nicht in Telta und auch nicht auf vertrautem Boden. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Eingehüllt in beißenden Fischgestank spähte der Dunkeläugige mit finsterem Blick umher. Rund um einen Arbeitstisch – blutig, transpeckig und salzweiß - lagen die Eingeweide von ausgenommenen Fischleibern auf dem Boden und gammelten vor sich hin. Durch ein Loch in der mit Moosflechten überwucherten Decke warf das nebelverhangene Grau des Himmels kränkliches Licht auf einen Stapel achtlos aufeinandergeworfener Transportkörbe. Sonst gab es hier nichts.
Andrastos unterdrückte den Ekel und zweifelte an der Sinnhaftigkeit seiner sich selbst auferlegten Mission. Handelte er wirklich klug? War es das Wert, diese Demütigung, um die es hier zweifelsohne ging, zu ertragen? Alles an diesem Ort erschien feindlich. Und der Feind war weiblich. Welche Spielart ihrer unergründlichen Logik hatte Skadi von Thrym dazu bewogen, ausgerechnet diese widerwärtige Fischkaschemme für ein geheimes Treffen mit ihm auszuwählen?
Mit langgliedrigen Fingern tastete Andrastos nervös über den geschnitzten Widderkopf seines Schlangenstabes. Wie zur Antwort pulsierten die geheimen Kräfte der nächtlichen Schöpfer dieses Kunstwerkes durch seine Fingerspitzen. Die Widderkopfschlange, das uralte Symbol des Höchsten in Telta, befand sich schon lange in seinem Besitz. Niemand konnte sich daran erinnern, wer sie einst erschaffen hatte, und niemand verstand ihre Kräfte vollständig. Doch er spürte es. Er konnte sie erwecken. Nur er.
Die Erinnerung vom Mord an seinem Meister begleitete ihn Tag und Nacht. Warum wollte der Alte ihm den Schlangenstab nicht überlassen? Er hätte erkennen müssen, dass der Stab für Andrastos bestimmt war. Nun war er tot. Ein erster Mord auf dem langen Weg zur Macht. Viele folgten danach…
Er rümpfte die Nase. Nutzlose Erinnerungen. Der Mord, den er jetzt plante, erforderte sein ganzes Geschick. Deshalb hatte er die Herrscherin von Thryms Land um ein geheimes Treffen gebeten. Sie war der Köder in seinem großen Plan, der ihm den letzten Schlüssel liefern sollte - durch den sich nach all’ den Jahren harter Arbeit und vieler gescheiterter Unternehmungen seine Bestimmung endlich erfüllen würde. Danach konnte er sie beseitigen. Eine leidenschaftliche Hitzewallung durchflutete sein Gesicht.
Andrastos zwang sich zur Vernunft. Vielleicht spielte er zu gewagt. Es war eine riskante Sache, sich mit Skadi einzulassen.
Draußen ertönte verhaltenes Hufgetrappel, das Klirren von Pferdegeschirr - ein leiser Ruf erklang und die verwitterte Tür der Kotte wurde mit einem Ruck aufgestoßen. Andrastos blickte über die Schulter des blonden Kriegers aus Kyll hinweg und starrte irritiert auf eine hochgewachsene schlanke Frau, deren fülliger Mund in dem schmalen Gesicht wie deplatziert wirkte. Er fragte sich, wie um Himmels Willen ihr schneeweißer Wolfsfellmantel mit unauffällig zusammen passte, worum er sie ausdrücklich gebeten hatte. Skadi von Thrym strahlte ihr bezauberndstes Lächeln aus kristallklaren eisblauen Augen; die Kälte ihres Blickes stach ihm wie ein giftiger Pfeil in die Brust und er erwischte sich dabei, wie sein Kopf eine Sekunde lang zitterte. Er wusste, er befand sich in den Fängen einer Thursentochter und es war gefährlich, seine Wut und Empörung auch nur ansatzweise durchblicken zu lassen. Sie würde es zweifellos als Schwäche interpretieren und Andrastos hatte nicht vor, sich weiter demütigen zu lassen.
„Ihr seid allein, das ist gut. Ich hoffe, Ihr könnt klettern. Eggther, führe uns zu meiner Hütte!“ Ohne ein weiteres Wort wandte Skadi sich zum Seeufer und ignorierte ihren Krieger, der schleunigst an ihr vorbeieilte, um die Führung zu übernehmen. Andrastos biss sich auf die Zunge. Sie verweigerte ihm die offizielle Begrüßung und damit die Gastfreundschaft. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Er würde sich in Acht nehmen müssen. Er trat durch die Tür und warf einen kurzen Blick auf den zweirädrigen Kart, der Skadi gebracht hatte. Der Wagenlenker hatte die Pferde nicht abgeschirrt, ein sicheres Zeichen dafür, dass sie nicht länger bleiben würde als unbedingt notwendig. Der Druide folgte der kühlen Herrscherin aus Thrymheim den gewundenen Weg entlang des Gilum in dem unangenehmen Bewusstsein, sich ihr auf Gedeih und Verderb auszuliefern.
Der Pfad führte am linken Seeufer bis zu einer felsigen Anhöhe und endete dort. Leichtfüßig kletterte der Krieger zwischen den Steinen hinauf und verschwand im undurchdringlich wirkenden Nadelgehölz in einem schmalen Durchlass, der von unten nicht zu erkennen war. Skadi tat es ihm gleich und Andrastos verlor sie aus den Augen, bevor er die steile Anhöhe bezwungen hatte. Ein silberhelles Lachen erklang über ihm und während er sich schwitzend an den Ästen der nadelbewehrten Bäume nach oben zog, wollte es ihm nicht gelingen, diesen ästhetisch anmutenden Klang mit dem weiblichen Biest in Verbindung zu bringen, hinter dem er gerade herhetzte. Oben hielt er einen Augenblick inne und wischte sich die harzverklebten Hände erfolglos an seinem Umhang ab. Er wusste, sie würden nicht warten.
Andrastos entdeckte einen einzigen schmalen Pfad und folgte diesem in die Dunkelheit des Waldes. Er stolperte missmutig über Unebenheiten und Baumwurzeln, die sich schlangengleich mit voller Absicht in seinen Weg zu winden schienen. Seine Stimmung erhellte sich auch nicht, als ein heftiger Regenschauer seine nassen Inhalte über der Anhöhe ausschüttete und ihm anschaulich erklärte, dass Nadelbäume nicht halb so gut vor Regen schützten wie Bäume mit Blättern es vermochten. Nach einer Zeit, die es brauchte, um drei Säcke voll Misteln zu schneiden, erreichte er eine Weggabelung. Skadi und ihr Krieger waren verschwunden.
Der Regen versiegte. Andrastos wischte das Wasser aus seinem Gesicht und blickte sich aufmerksam um. Wenn Skadi glaubte, er würde sich von ihren kindischen Spielchen abschrecken lassen, so täuschte sie sich. Er kannte sie lange genug. Sie wollte etwas von ihm, sonst hätte sie diesem Treffen niemals zugestimmt. Er strich mit den Fingern über den Widderkopf seines Stabes und spürte wiederum die pulsierenden Ströme, die ihn beruhigten und seine Sinne schärften. Er entdeckte den geraden Zweig einer Kiefer, der im Stamm einer Fichte steckte und nach Norden wies. Andrastos wählte den rechten Weg und nach kurzer Zeit öffnete sich der dichte Baumbestand zu einer Lichtung, die von einer hölzernen Überdachung fast vollständig ausgefüllt wurde. In einer Vertiefung darunter prasselte ein Feuer und daneben saßen Skadi und ihr Krieger und sahen ihm mit kalten Blicken entgegen. Andrastos gewahrte einen Zug um Skadis Augen, der ihn an ihre Schwester Gydja erinnerte. Gydja Volur – sein letzter Schlüssel.
Icon_ugly


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Beitrag #2 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hi slainte,

ich hab grad keine Zeit für einen Kommentar, aber Fortsetzungsgeschichten posten wir im Fortsetzungsforum. Die einzelnen Geschichten werden zudem in getrennten Themen gepostet. Sonst wird's irgendwann leicht unübersichtlich. Bitte am Besten einen Moderator darum, deine Geschichten zu verschieben.
Um ihn gnädig zu stimmen, kannst du ihm gleich eine Kurzbeschreibung für die Geschichten-Übersicht schicken. Icon_wink

LG,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #3 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Na, denn wünsche ich mir mal, dass Du die Geschichte nicht genauso liest ... Icon_wink

Liebe Grüße, slainte Wave


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Beitrag #4 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo slainte

Ich dachte, du würdest den Text noch in einen eigenen Thread schieben. Aber das soll wohl jetzt so bleiben.
Also mal los.

Zitat:Der Erste der Druiden
Schöner Titel.

Zitat:„Wartet hier!“
Der an die Wand genagelte vertrocknete Haifischkopf starrte Andrastos mit scheinbar hasserfüllten Augen und voller Rachegelüste direkt ins Gesicht, den Diebstahl seiner scharfen, überaus kostbaren Zähne mit weit aufgerissenem Rachen offenbarend.
Schön, ich mag es, wenn die Umgebung mit den Charakteren "spricht", sie also ihre Gefühle da hinein projizieren.
Hais gibts aber nur im Meer, nicht in Seen, soweit ich weiß ...
Zitat:Angewidert verzog der Erste der Druiden den südländischen Mund und sprühte giftige Blicke auf den Rücken des Kriegers, der sich bereits umgewandt hatte und unbeeindruckt die Hütte verließ.

Wieder ein bisschen Perspektivenrumgedenke. Er selbst wird kaum von sich denken, dass er seinen südländischen Mund verzieht, während der erste Satz sehr nach seiner Innensicht klingt.
Und wieder blumig sprühte giftige Blicke. Das sprühte find ich nun nicht so passend und klingt ein wenig ... weibisch, so Gift zu verspritzen ...
Absichtlicher Eindruck?
Zitat:‚Verschwinde nur, du Nordmade’, schoss es verächtlich durch Andrastos’ Kopf und er versteifte die Schultern unter seinem schwarzen Umhang.
versteift man absichtlich seine Schultern? So klingt es merkwürdig für mich
Zitat:Er war es nicht gewöhnt, Befehle zu befolgen, und auch nicht, dass man ihn warten ließ.
Den Befehl kenne ich aus dem Text davor? Sonst würde ich den am Anfang vielleicht einbauen.
Zitat: Er hatte seine Begleiter Cest und Netos in Borg am Harudenpass zurückgelassen und war allein nach Kyll geritten. Er brauchte keine Zeugen. Ein Krieger aus Kyll brachte ihn an diesen absonderlichen Ort am Ufer des großen Sees Gilum.
Er braucht keine Zeugen? Was ist mit dem Krieger aus Kyll? Die Verbindung zwischen den beiden Sätzen find ich etwas lose. Und allein zu reiten etwas .. .leichtsinnig?
Zitat:Der mächtigste Mann im Reich von Telta knirschte mit den Zähnen angesichts seiner misslichen Lage, doch er befand sich gegenwärtig nicht in Telta und auch nicht auf vertrautem Boden. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich zu fügen.

Wie gesagt, ich nehme an, das weiß ich als Leser des ganzen Buches aus dem vorherigen Textstück.
Zitat:Eingehüllt in beißenden Fischgestank spähte der Dunkeläugige mit finsterem Blick umher.
Du entfernst dich immer mehr von der Figur, wieso der Dunkeläugige. Reicht nicht er? Damit man bei ihm ist, statt ihm zuzusehen? Der mächstigste Mann, ist noch Genretypisch und wichtig, doch der Dunkeläugige find ich nun zu gewollt.
Zitat:Rund um einen Arbeitstisch – blutig, transpeckig und salzweiß - lagen die Eingeweide von ausgenommenen Fischleibern auf dem Boden und gammelten vor sich hin.
So unsauber? Wo man den See vor sich hat zum entsorgen?
Zitat:Durch ein Loch in der mit Moosflechten überwucherten Decke warf das nebelverhangene Grau des Himmels kränkliches Licht auf einen Stapel achtlos aufeinandergeworfener Transportkörbe. Sonst gab es hier nichts.
Transportkörbe, oder Reusen?
Sehr stimmungsvoll das nebelverhangene Grau und das kränkliche Licht
Zitat:Andrastos unterdrückte den Ekel und zweifelte an der Sinnhaftigkeit seiner sich selbst auferlegten Mission.

Ekel bezieht sich nun eher auf die Transportkörbe ungünstig. Und er kommt auch sehr wie ein Weichei rüber, wenn ihm Gammelfisch nun die Mission anzweifeln lässt. Er ist immerhin Bewohner einer Welt, die mit ganz anderen Gerüschen und Hygienebedingungen klarkommt als wir heutzutage
Zitat:Handelte er wirklich klug? War es das Wert, diese Demütigung, um die es hier zweifelsohne ging, zu ertragen? Alles an diesem Ort erschien feindlich. Und der Feind war weiblich. Welche Spielart ihrer unergründlichen Logik hatte Skadi von Thrym dazu bewogen, ausgerechnet diese widerwärtige Fischkaschemme für ein geheimes Treffen mit ihm auszuwählen?
Also ja, er wirkt sehr empfindlich und damit schwach. Absicht?
Zitat:Mit langgliedrigen Fingern tastete Andrastos nervös über den geschnitzten Widderkopf seines Schlangenstabes. Wie zur Antwort pulsierten die geheimen Kräfte der nächtlichen Schöpfer dieses Kunstwerkes durch seine Fingerspitzen.
Schöne Beschreibung, auch wenn mich die langgliedrigen Finger wieder als Perspektivbruch stören.
Zitat:Die Widderkopfschlange, das uralte Symbol des Höchsten in Telta, befand sich schon lange in seinem Besitz. Niemand konnte sich daran erinnern, wer sie einst erschaffen hatte, und niemand verstand ihre Kräfte vollständig. Doch er spürte es. Er konnte sie erwecken. Nur er.
Schön!
Aber warum es?
Zitat:Die Erinnerung vom Mord an seinem Meister begleitete ihn Tag und Nacht.
vom Mord klingt eher umgangssprachlich. "an den" würd ich nehmen
Zitat:Warum wollte der Alte ihm den Schlangenstab nicht überlassen? Er hätte erkennen müssen, dass der Stab für Andrastos bestimmt war. Nun war er tot. Ein erster Mord auf dem langen Weg zur Macht. Viele folgten danach…
vielleicht eher Viele folgten nach ...
Zitat:Er rümpfte die Nase.

Nase rümpfen ist eine Geste, die nun eher über die Handlungen anderer .. vollzogen wird. bin hier drüber gestolpert
Zitat:Nutzlose Erinnerungen. Der Mord, den er jetzt plante, erforderte sein ganzes Geschick.
Sehr schön, das nutzlose Erinnerungen gefällt mir besondersIcon_fies
Zitat:Deshalb hatte er die Herrscherin von Thryms Land um ein geheimes Treffen gebeten. Sie war der Köder in seinem großen Plan, der ihm den letzten Schlüssel liefern sollte - durch den sich nach all’ den Jahren harter Arbeit und vieler gescheiterter Unternehmungen seine Bestimmung endlich erfüllen würde. Danach konnte er sie beseitigen.
Um so merkwürdiger, dass er aufgrund von Fischgestank an seiner Motivation zweifelt. Schön im Fluss formuliert. Man ist ganz in seinen Gedanken.
Zitat:Eine leidenschaftliche Hitzewallung durchflutete sein Gesicht.
Oh, je, wenn jemand seine Gefühle so nach außen trägt, frage ich mich immer, wie die überleben können, wenn sie gleich rot werden bei bösen Gedanken. Und die Formulierung finde ich auch einfach zu übertrieben.
Zitat:Andrastos zwang sich zur Vernunft. Vielleicht spielte er zu gewagt. Es war eine riskante Sache, sich mit Skadi einzulassen.
Hmm, und dann doch allein?
Zitat:Draußen ertönte verhaltenes Hufgetrappel, das Klirren von Pferdegeschirr
Hufgetrappel klingt so niedlich. Ich würde Hufschlag nehmen
Zitat:- ein leiser Ruf erklang und die verwitterte Tür der Kotte wurde mit einem Ruck aufgestoßen. Andrastos blickte über die Schulter des blonden Kriegers aus Kyll hinweg und starrte irritiert auf eine hochgewachsene schlanke Frau, deren fülliger Mund in dem schmalen Gesicht wie deplatziert wirkte.

Eine Figur kann füllig, also nett ausgedrückt für dick sein ... Lippen sind eher voll, oder da er das hier offensichtlich nicht sexy findet, würde ich breit nehmen oder vielleicht üppig ...
Zitat:Er fragte sich, wie um Himmels Willen ihr schneeweißer Wolfsfellmantel mit unauffällig zusammen passte, worum er sie ausdrücklich gebeten hatte.
Leider weiß ich nicht, was er trägt, aber eine Frau von Stand in Begleitung, ist doch nie unauffällig oder?
Zitat:Skadi von Thrym strahlte ihr bezauberndstes Lächeln aus kristallklaren eisblauen Augen; die Kälte ihres Blickes stach ihm wie ein giftiger Pfeil in die Brust
Also was nun bezaubernd oder giftige Pfeile. Wenn beides, würde ich das etwas anders zusammenbringen, damit das ironische besser rauskommt. Die Formulierung strahlte ihr Lächeln aus, wirkt ungelenk auf mich
Zitat:und er erwischte sich dabei, wie sein Kopf eine Sekunde lang zitterte.
Also vor Angst zittert nicht der Kopf, Hände, Knie ... aber der Kopf?
Zitat: Er wusste, er befand sich in den Fängen einer Thursentochter und es war gefährlich, seine Wut und Empörung auch nur ansatzweise durchblicken zu lassen. Sie würde es zweifellos als Schwäche interpretieren und Andrastos hatte nicht vor, sich weiter demütigen zu lassen.
Ja, hab ich auch als Schwäche interpretiert, dass er sich so gedemütigt fühlt, von einer Hütte und das obwohl er ja nun um Unauffälligkeit gebeten hat.
Zitat:„Ihr seid allein, das ist gut. Ich hoffe, Ihr könnt klettern. Eggther, führe uns zu meiner Hütte!“ Ohne ein weiteres Wort wandte Skadi sich zum Seeufer und ignorierte ihren Krieger, der schleunigst an ihr vorbeieilte, um die Führung zu übernehmen.

Sie ignoriert ihn ja nicht, sondern gibt ihm einen Befehl ...Also ???
Zitat:Andrastos biss sich auf die Zunge. Sie verweigerte ihm die offizielle Begrüßung und damit die Gastfreundschaft. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Er würde sich in Acht nehmen müssen.
Tja, und er ist allein ... und sie nicht ... Wie will er denn die ganzen anderen Zeugen beseitigen? Er wirkt nun nicht wie ein Krieger ... trotz der vielen Morde, die auf sein Konto gehen sollen ...
Zitat:Er trat durch die Tür und warf einen kurzen Blick auf den zweirädrigen Kart, der Skadi gebracht hatte. Der Wagenlenker hatte die Pferde nicht abgeschirrt, ein sicheres Zeichen dafür, dass sie nicht länger bleiben würde als unbedingt notwendig.
Schön, wie er Details wahrnimmt, um die Lage einzuschätzen.
Zitat:Der Druide folgte der kühlen Herrscherin aus Thrymheim den gewundenen Weg entlang des Gilum in dem unangenehmen Bewusstsein, sich ihr auf Gedeih und Verderb auszuliefern.
Entfremdet mich wieder der Perspektive
Zitat:Der Pfad führte am linken Seeufer bis zu einer felsigen Anhöhe und endete dort. Leichtfüßig kletterte der Krieger zwischen den Steinen hinauf und verschwand im undurchdringlich wirkenden Nadelgehölz in einem schmalen Durchlass, der von unten nicht zu erkennen war. Skadi tat es ihm gleich und Andrastos verlor sie aus den Augen, bevor er die steile Anhöhe bezwungen hatte.
Und er folgt weiter ... ich weiß nicht, ob er mutig oder dämlich ist. Was hat sie davon ihn am Leben zu lassen, was hat er zu bieten, was ihm Sicherheit gibt? Das würde ich hier erwähnen, damit ich ihn nicht einfach nur für selbstmordgefährdet halte ...
Zitat:Ein silberhelles Lachen erklang über ihm und während er sich schwitzend an den Ästen der nadelbewehrten Bäume nach oben zog, wollte es ihm nicht gelingen, diesen ästhetisch anmutenden Klang mit dem weiblichen Biest in Verbindung zu bringen, hinter dem er gerade herhetzte.
Er hetzt ja nun nicht, dazu ist er nicht schnell genug ...
Zitat:Oben hielt er einen Augenblick inne und wischte sich die harzverklebten Hände erfolglos an seinem Umhang ab. Er wusste, sie würden nicht warten.
Er ist sooo ein Mädchen Icon_uglyMrgreen
Zitat:Andrastos entdeckte einen einzigen schmalen Pfad und folgte diesem in die Dunkelheit des Waldes. Er stolperte missmutig über Unebenheiten und Baumwurzeln, die sich schlangengleich mit voller Absicht in seinen Weg zu winden schienen.
Und er geht weiter, obwohl sie nicht zu sehen sind?
Zitat:Seine Stimmung erhellte sich auch nicht, als ein heftiger Regenschauer seine nassen Inhalte über der Anhöhe ausschüttete und ihm anschaulich erklärte, dass Nadelbäume nicht halb so gut vor Regen schützten wie Bäume mit Blättern es vermochten.

seine nassen Inhalte, klingt echt nicht besonders ...
Zitat:Nach einer Zeit, die es brauchte, um drei Säcke voll Misteln zu schneiden, erreichte er eine Weggabelung.
Das ist zwar schön, dass du eine Zeiteinheit für einen Druiden verwendest, aber ich glaube nicht, dass so einer selbst noch Misteln sammelt. Schon gar, wo ihn Regen so stört.
Was ist mit seiner kostbaren Schlange?
Zitat: Skadi und ihr Krieger waren verschwunden.
Sind sie schon länger.
Zitat:Der Regen versiegte.

Quellen versiegen ... hmm ..
Zitat:Andrastos wischte das Wasser aus seinem Gesicht und blickte sich aufmerksam um. Wenn Skadi glaubte, er würde sich von ihren kindischen Spielchen abschrecken lassen, so täuschte sie sich. Er kannte sie lange genug. Sie wollte etwas von ihm, sonst hätte sie diesem Treffen niemals zugestimmt.
Naja, seinen Tod ginge doch auch ...
Zitat: Er strich mit den Fingern über den Widderkopf seines Stabes und spürte wiederum die pulsierenden Ströme, die ihn beruhigten und seine Sinne schärften. Er entdeckte den geraden Zweig einer Kiefer, der im Stamm einer Fichte steckte und nach Norden wies.

Interessanter Wegweiser.Icon_smile
Zitat:Andrastos wählte den rechten Weg und nach kurzer Zeit öffnete sich der dichte Baumbestand zu einer Lichtung, die von einer hölzernen Überdachung fast vollständig ausgefüllt wurde. In einer Vertiefung darunter prasselte ein Feuer und daneben saßen Skadi und ihr Krieger und sahen ihm mit kalten Blicken entgegen. Andrastos gewahrte einen Zug um Skadis Augen, der ihn an ihre Schwester Gydja erinnerte. Gydja Volur – sein letzter Schlüssel.
Na, das ist mal ein klasse Cliffhanger. Und da ich Gydja ja schon kenne, doppelt interessant. Ich bin gespannt, was er ausrichten kann. Ich traue Skadi mehr zu.Mrgreen

Also ich mag, wie du Bilder schaffst und grundsätzlich deinen Ton. Du hast interessante Verwicklungen, die ich anhand von so einem Stück nun nicht ganz nachvollziehen kann, aber erahne. Ich mag den ersten Druiden nicht und halte ihn für nicht wirklich kompetent. Also kannst du mich da als Leser noch überraschen und die Frau im Weißen Wolfpelz, die die Schwester einer wichtigen Figur ist, mit der ich in die Geschichte eingetreten bin, das verspricht Spannung pur.

Liebe Grüße von der Pfote

Gewinne und wünsch' dir ein Taschenbuch! Mrgreen

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Beitrag #5 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo Pfote,
schön, dass Du mich gelesen hast Icon_slash
Dann versuch' ich mich mal an einer Erklärung:

Zitat:Hais gibts aber nur im Meer, nicht in Seen, soweit ich weiß ...
Der See Gilum ist über einen Fjord mit dem Meer verbunden. Der Text sagt nichts aus darüber, wo der Haifischkopf herkommt, er ist nur Spiegel von Andrastos Stimmung.

Zitat:Wieder ein bisschen Perspektivenrumgedenke.
Immer dieses Anfängerproblem (meins natürlich, nicht Deins) Smiley_frown Ich schreibe oft abwechselnd aus der Perspektive des Allwissenden und der handelnden Figur. Für mich klingt das so in Ordnung. Ich weiß, Du bist dann nicht so nahe an der Figur dran, aber muss das in jedem Augenblick der Fall sein? Der Druide wird hier gerade erst eingeführt, der Leser weiß also noch nichts über ihn. Wenn ich das "südländisch" weglasse, fehlt mir irgendwie was Charakterisierendes. Dann müsste ich "unbeeindruckt" auch weglassen. Der Satz klingt dann so:
"Angewidert verzog der Erste der Druiden den Mund und sprühte giftige Blicke auf den Rücken des Kriegers, der sich bereits umgewandt hatte und die Hütte verließ." Das klingt so nüchtern.Icon_confused
Für mich ist "giftige Blicke sprühen" eine bekannte Formulierung, Blicke kann man sonst noch werfen, aber das gefällt mir nicht. Weibisch? Wütende Männer können das auch ganz gut.

Zitat:Verschwinde nur, du Nordmade’, schoss es verächtlich durch Andrastos’ Kopf und er versteifte die Schultern unter seinem schwarzen Umhang.
versteift man absichtlich seine Schultern? So klingt es merkwürdig für mich]
Nein, man versteift sie in der Regel unbewusst. Ich verstehe es langsam. (Puh, das finde ich echt schwer, dieses Perspektivending!) Merkt er dann natürlich nicht. Geht es durch, wenn ich "versteifte unbemerkt die Schultern ..." schreibe? Doofe Stelle.Icon_nosmile

Zitat:Den Befehl kenne ich aus dem Text davor? Sonst würde ich den am Anfang vielleicht einbauen.
Der Befehl ist der erste Satz:"Wartet hier!"

Zitat:Er braucht keine Zeugen? Was ist mit dem Krieger aus Kyll? Die Verbindung zwischen den beiden Sätzen find ich etwas lose. Und allein zu reiten etwas .. .leichtsinnig?
Vielleicht muss ich da besser schreiben "... keine Zeugen aus den eigenen Reihen"
Was meinst Du mit "die Verbindung ist lose?" Und leichtsinnig? Genau. Aber wenn einer keine Wahl hat?Icon_wink

Zitat: Zitat:Der mächtigste Mann im Reich von Telta knirschte mit den Zähnen angesichts seiner misslichen Lage, doch er befand sich gegenwärtig nicht in Telta und auch nicht auf vertrautem Boden. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich zu fügen.

Wie gesagt, ich nehme an, das weiß ich als Leser des ganzen Buches aus dem vorherigen Textstück.

Nein, dies ist ein zweiter Handlungsstrang, der eben erst beginnt. Vorher steht nur der Prolog. Leser weiß also nur von der Prophezeiung und sonst nix.
Zitat:Du entfernst dich immer mehr von der Figur, wieso der Dunkeläugige. Reicht nicht er? Damit man bei ihm ist, statt ihm zuzusehen? Der mächstigste Mann, ist noch Genretypisch und wichtig, doch der Dunkeläugige find ich nun zu gewollt.
Also damit habe ich echt ein Problem. Es ist jetzt natürlich wieder der Allwissende, der das sagt. Aber die Perspektive ändert sich doch nicht, wenn ich statt "Dunkeläugiger" "er" benutze. Oder doch? Ich fühl' das nicht so. Klar, er wird von sich auch nicht als "Dunkeläugiger" denken. Aber was ich empfinde, ist, dass es in einem Text langweilig klingt, wenn man z. B. immer "er" oder "Andrastos" liest. Das versuche ich auf diese Weise zu umgehen. Gibt es da eine Alternative? (Gibt's bestimmt, ich weiß sie nur nicht) Icon_lol
Zitat:Rund um einen Arbeitstisch – blutig, transpeckig und salzweiß - lagen die Eingeweide von ausgenommenen Fischleibern auf dem Boden und gammelten vor sich hin.
Ich liebe dieses Szenario. Der Druide ist auf einer schwierigen Mission, die ihm nicht behagt. Das ganze Umfeld lässt ihn immer mehr an der Sinnhaftigkeit zweifeln. Aber er muss es tun, sonst erreicht er sein Ziel nicht. Das Ziel wird später klar, wenn er Skadi gegenüber steht. Er empfindet das Ganze als absurd. Und ich vermute, Du auch? Dann stimmt es.
Zitat: Andrastos unterdrückte den Ekel und zweifelte an der Sinnhaftigkeit seiner sich selbst auferlegten Mission.
Ekel bezieht sich nun eher auf die Transportkörbe ungünstig. Und er kommt auch sehr wie ein Weichei rüber, wenn ihm Gammelfisch nun die Mission anzweifeln lässt. Er ist immerhin Bewohner einer Welt, die mit ganz anderen Gerüschen und Hygienebedingungen klarkommt als wir heutzutage
Ekel bezieht sich auf die gesamte Hütte und den Gestank. Es drückt seine Verachtung aus. Ich finde es sehr passend. Er ist ja von Standes wegen ein völlig anderes Umfeld gewöhnt. Skadi bestellt ihn hier an einen Ort, den er freiwillig nie betreten würde.Icon_slash
Und damit drückt sie hervorragend aus, was sie eigentlich von ihm hält: Nichts.

Zitat:Schöne Beschreibung, auch wenn mich die langgliedrigen Finger wieder als Perspektivbruch stören.
Ich lern' es noch Icon_nosmile
Zitat: ... und niemand verstand ihre Kräfte vollständig. Doch er spürte es. Er konnte sie erwecken. Nur er.
Das "es" bezieht sich hier auf ein Gefühl, nicht auf die Kräfte.
Zitat:Nase rümpfen ist eine Geste, die nun eher über die Handlungen anderer .. vollzogen wird. bin hier drüber gestolpert
Kann man nicht über seine eigenen Handlungen die Nase rümpfen?

Zitat:Oh, je, wenn jemand seine Gefühle so nach außen trägt, frage ich mich immer, wie die überleben können, wenn sie gleich rot werden bei bösen Gedanken. Und die Formulierung finde ich auch einfach zu übertrieben.
Hmm, vielleicht hast Du da recht mit der Formulierung. Aber er ist voller Enthusiasmus, weil er sich vorstellt, seinem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Und er ist ja allein momentan, keiner sieht ihn (außer Dir "lol").
Zitat:Hufgetrappel klingt so niedlich. Ich würde Hufschlag nehmen
Stimmt.
Zitat:Eine Figur kann füllig, also nett ausgedrückt für dick sein ...
Ich finde hier "füllig" ausgesprochen passend. Es erinnert mich an aufgespritzte Lippen, die es natürlich nicht gab früher, aber manche Frauen haben sie eben von Natur aus. Es klingt nicht nett. Eher irritierend, was ja auch das "deplatziert" ausdrückt.
Zitat:Er fragte sich, wie um Himmels Willen ihr schneeweißer Wolfsfellmantel mit unauffällig zusammen passte, worum er sie ausdrücklich gebeten hatte.
Er will ein geheimes Treffen. Sie hat offensichtlich nur einen Krieger und einen Wagenlenker dabei. Das ist ziemlich schlicht und in seinem Sinn. Dazu passt aber eben nicht der weisse Mantel, der alle Augen, die ihnen vielleicht begegnen, unweigerlich auf sich zieht. Es ist eine weitere Provokation.
Zitat:Also was nun bezaubernd oder giftige Pfeile. Wenn beides, würde ich das etwas anders zusammenbringen, damit das ironische besser rauskommt. Die Formulierung strahlte ihr Lächeln aus, wirkt ungelenk auf mich
das "aus" bezieht sich auf "Augen" und nicht auf "strahlte". Das ist schon so gemeint - bezaubernd und eiskalt, giftig eben. Mit der Formulierung werde ich mal experimentieren ...Mrgreen
Zitat:Also vor Angst zittert nicht der Kopf, Hände, Knie ... aber der Kopf?
Er zittert nicht vor Angst. Er ist unangenehm berührt. Und dieses "Kopfzittern" gibt es tatsächlich, vor Allem bei älteren Menschen. Ein krasses Beispiel ist hier Parkinson, aber das meine ich nicht damit. Es ist eher so ein Zittern, was einem manchmal durch den Körper geht, aber eben nur mit dem Kopf. Ich hab' das schon gesehen. Aber wenn ich es nicht vernünftig ausdrücken kann, dann muss es weg .Con
Zitat:Er wirkt nun nicht wie ein Krieger ... trotz der vielen Morde, die auf sein Konto gehen sollen ...
Er ist kein Krieger. Er ist der oberste Druide. Normaler Weise macht er sich nicht selbst die Hände schmutzig. Die Morde gehen auf sein Konto, aber das heißt ja nicht, dass er sie alle selbst verübt hat. Hier ist er in einer besonderen Mission, die nur er erledigen kann.
Zitat:Und er folgt weiter ... ich weiß nicht, ob er mutig oder dämlich ist. Was hat sie davon ihn am Leben zu lassen, was hat er zu bieten, was ihm Sicherheit gibt? Das würde ich hier erwähnen, damit ich ihn nicht einfach nur für selbstmordgefährdet halte ...
Nein, ich glaube, der Leser kann sich denken, dass es einen guten Grund haben muss, warum er das tut, und warum sie ihn nicht umbringt. Das wird später erklärt (aber nicht im hier geposteten Text). Wenn ich es hier schon erklären würde, geht die Spannung verloren. Ich hoffe, dass der Leser wissen will, warum sich Andrastos das antut.Icon_wink
Zitat:Sie ignoriert ihn ja nicht, sondern gibt ihm einen Befehl ...Also ???
Okay, hab' schon vermutet dass das zu missverständlich ist. Wird geändert.Icon_smile
Zitat:Er hetzt ja nun nicht, dazu ist er nicht schnell genug ...
Doch, er hetzt, ist aber eben nicht schnell genug. Und er fühlt sich auch noch gehetzt...
Zitat:seine nassen Inhalte, klingt echt nicht besonders ...
Vielleicht besser "niederprasselte"?
Zitat:Das ist zwar schön, dass du eine Zeiteinheit für einen Druiden verwendest, aber ich glaube nicht, dass so einer selbst noch Misteln sammelt. Schon gar, wo ihn Regen so stört.
Was ist mit seiner kostbaren Schlange?
Er selbst sammelt die Misteln nicht, aber aufgrund seiner Erfahrung (und früher hat er sicher irgendwann mal Misteln gesammelt) weiß er, wie lange das dauert. Der Schlangenstab spielt eine besondere Rolle. Aber nicht im Augenblick.
Zitat:Na, das ist mal ein klasse Cliffhanger. Und da ich Gydja ja schon kenne, doppelt interessant. Ich bin gespannt, was er ausrichten kann. Ich traue Skadi mehr zu.
Vielen DankSmiley_emoticons_blush Ja, Skadi ist sehr speziell. Und das Du den Druiden nicht magst, ist genau richtig. Er lässt Dich nicht kalt, dann wär's doof. Aber so hat er eine Chance... Icon_wink

Vielen lieben Dank, dass Du Dich da so reingekniet hast, Icon_bussi
Einen schönen Sonntagabend wünsche ich Dir.
Liebe Grüße von slainte.


Mich kann man nicht komprimieren!

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Beitrag #6 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo slainte

Zitat:Hais gibts aber nur im Meer, nicht in Seen, soweit ich weiß ...
Zitat:Der See Gilum ist über einen Fjord mit dem Meer verbunden. Der Text sagt nichts aus darüber, wo der Haifischkopf herkommt, er ist nur Spiegel von Andrastos Stimmung.
Das ist natürlich auch so ein Artefakt von "nichtgedruckten" Texten, dass ich eben alles abklopfe unter der Prämisse, dass es Fehler geben kann.
Wenn es irgendwo passt, könnte man Meer oder Fjord als Wort einbringen, um dieses Meeresgefühl einzubringen ...

Zitat:Wieder ein bisschen Perspektivenrumgedenke.
Zitat:Immer dieses Anfängerproblem (meins natürlich, nicht Deins) Smiley_frown
Ich sehe das nicht als Anfängerproblem. Du hast da noch nicht soviel drüber nachgedacht, o.k., aber deshalb ist es kein Anfängerproblem. Es ist ein Aspekt des Textes, der den Leser beeinflusst und den man sich ansehen sollte, der mir in einem Text als eines der wesentlichen Merkmale auffällt. Und die Perspektive ist fließend, nicht "reinrassig", es gibt in der Literaturwissenschaft mehr als ein Modell dazu und wenn Romane Klassifiziert werden, steht da oft ein "vorwiegend Perspektive X" drin und das sind ja nun anerkannte Autoren. Also auch, wenn es so klingt, als wolle ich dich in eine Richtung drängen, ist es für mich nur ein Abklopfen, was möchtest du mit der Wahl perspektivtragender Elemente erreichen? Erreicht es das, was du willst, ist das genau richtig so.

Zitat:Ich schreibe oft abwechselnd aus der Perspektive des Allwissenden und der handelnden Figur. Für mich klingt das so in Ordnung.
Das ist das wichtigste. Schon überhaupt, weil du in deinem Genre damit vertraut bist.
Zitat:Ich weiß, Du bist dann nicht so nahe an der Figur dran, aber muss das in jedem Augenblick der Fall sein?
Nein, nicht wenn es nicht wichtig ist. Nur erweckt der Anfang für mich den Anschein. Du pflanzt mich direkt in seinen Kopf mit den ersten Zeilen
Zitat:„Wartet hier!“
Der an die Wand genagelte vertrocknete Haifischkopf starrte Andrastos mit scheinbar hasserfüllten Augen und voller Rachegelüste direkt ins Gesicht, den Diebstahl seiner scharfen, überaus kostbaren Zähne mit weit aufgerissenem Rachen offenbarend.
Das kann ich nur durch seine Gefühle so empfinden. Also bin ich in ihm drin, wobei die Nennung des Namens am Anfang eine Konvention ist, die beinahe alle Perspektiven teilen, also gibt mir das keinen Hinweis. Was bleibt ist also, ich bin in ihm drin, aber dein Genre sagt mir, das wird nicht unbedingt so bleiben.
Zitat:Der Druide wird hier gerade erst eingeführt, der Leser weiß also noch nichts über ihn. Wenn ich das "südländisch" weglasse, fehlt mir irgendwie was Charakterisierendes. Dann müsste ich "unbeeindruckt" auch weglassen. Der Satz klingt dann so:
Nein das sehe ich nicht so. Erstmal natürlich, du musst gar nichts, dann ist unbeeindruckt eine Empfindung von ihm sein, während südländisch ihm von außen als Attribut mitgegeben wird. Beziehungsweise, es kann natürlich alles von außen sein.

Zitat:"Angewidert verzog der Erste der Druiden den Mund und sprühte giftige Blicke auf den Rücken des Kriegers, der sich bereits umgewandt hatte und die Hütte verließ." Das klingt so nüchtern.Icon_confused
Naja, der Satz ist immer noch farbig genug durch die sprühenden giftigen Blick Mrgreen Und dann gibt es ja viele Möglichkeiten das südländische reinzubringen.
Aber nachdem ich wieder in ein paar historische Romane reingeschaut habe, ist der südländische Mund auch üblich. Also folge deinem Instinkt.
Zitat:Für mich ist "giftige Blicke sprühen" eine bekannte Formulierung, Blicke kann man sonst noch werfen, aber das gefällt mir nicht. Weibisch? Wütende Männer können das auch ganz gut.
Für mich ist das weibisch, giftig kucken, aber er soll mir ja nicht sympathisch sein, also nur gut.

Zitat:Verschwinde nur, du Nordmade’, schoss es verächtlich durch Andrastos’ Kopf und er versteifte die Schultern unter seinem schwarzen Umhang.
versteift man absichtlich seine Schultern? So klingt es merkwürdig für mich]
Zitat: Nein, man versteift sie in der Regel unbewusst. Ich verstehe es langsam. (Puh, das finde ich echt schwer, dieses Perspektivending!) Merkt er dann natürlich nicht. Geht es durch, wenn ich "versteifte unbemerkt die Schultern ..." schreibe? Doofe Stelle.Icon_nosmile
Was möchtest du denn überhaupt sagen, dass er steif wird, weil er Angst hat? Oder sich verspannt, weil er sauer ist. Oder strafft er seine Schultern, um sich selbst zu zeigen, pah, ich bin immer noch der große Druide hier.

Zitat:Den Befehl kenne ich aus dem Text davor? Sonst würde ich den am Anfang vielleicht einbauen.
Zitat: Der Befehl ist der erste Satz:"Wartet hier!"
Ups Smiley_emoticons_blush Das ist so lieb formuliert, das hab ich nicht so dramatisch genommen.

Zitat:Er braucht keine Zeugen? Was ist mit dem Krieger aus Kyll? Die Verbindung zwischen den beiden Sätzen find ich etwas lose. Und allein zu reiten etwas .. .leichtsinnig?
Zitat:Vielleicht muss ich da besser schreiben "... keine Zeugen aus den eigenen Reihen" Was meinst Du mit "die Verbindung ist lose?"
Ja, das klingt besser, dann ist die Verbindung auch nicht mehr lose, die war etwas unglücklich dadurch, dass er im ersten Satz davon spricht, dass er keine Zeugen braucht und dann hat er ja einen durch den Krieger, der ihn zum See bringt.
Zitat:Er hatte seine Begleiter Cest und Netos in Borg am Harudenpass zurückgelassen und war allein nach Kyll geritten. Er brauchte keine Zeugen. Ein Krieger aus Kyll brachte ihn an diesen absonderlichen Ort am Ufer des großen Sees Gilum.
Zitat: Und leichtsinnig? Genau. Aber wenn einer keine Wahl hat?Icon_wink
Hmm, hat er keine Wahl? Da ich keinerlei Infos habe, wirkt es auf mich eher undurchdacht, leichtsinnig, nicht nach einer "keine Wahl" Situation. Das würde ich einen Hauch andeuten.

Zitat: Zitat:Der mächtigste Mann im Reich von Telta knirschte mit den Zähnen angesichts seiner misslichen Lage, doch er befand sich gegenwärtig nicht in Telta und auch nicht auf vertrautem Boden. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich zu fügen.

Wie gesagt, ich nehme an, das weiß ich als Leser des ganzen Buches aus dem vorherigen Textstück.

Zitat:Nein, dies ist ein zweiter Handlungsstrang, der eben erst beginnt. Vorher steht nur der Prolog. Leser weiß also nur von der Prophezeiung und sonst nix.
Hmm, da würde ich dann doch ein wenig andeuten, worum es geht. Ich finde immer ein Gegner sollte zumindest gleich stark und schlau sein, damit der Kampf besonders spannend ist. So ein unsympathisch und dumm wirkender Widerling ist zumindest für mich die langweiligere Variante ... Wenn schon unsympathisch, dann ernsthaft gefährlich Icon_fies
Zitat:Du entfernst dich immer mehr von der Figur, wieso der Dunkeläugige. Reicht nicht er? Damit man bei ihm ist, statt ihm zuzusehen? Der mächstigste Mann, ist noch Genretypisch und wichtig, doch der Dunkeläugige find ich nun zu gewollt.
Zitat:Also damit habe ich echt ein Problem. Es ist jetzt natürlich wieder der Allwissende, der das sagt. Aber die Perspektive ändert sich doch nicht, wenn ich statt "Dunkeläugiger" "er" benutze. Oder doch?

Für mich schon, und wie gesagt, der Eindruck entstand bei mir, weil du mit einer starken Innensicht angefangen bist und nun dich immer weiter entfernst von ihm. Wenn das erste nicht so innensichtmäßig wäre, würde ich es eher als so gewollte Perspektive sehen. Eben von Außen, von jemandem erzählt.
Zitat:Ich fühl' das nicht so. Klar, er wird von sich auch nicht als "Dunkeläugiger" denken. Aber was ich empfinde, ist, dass es in einem Text langweilig klingt, wenn man z. B. immer "er" oder "Andrastos" liest. Das versuche ich auf diese Weise zu umgehen. Gibt es da eine Alternative? (Gibt's bestimmt, ich weiß sie nur nicht) Icon_lol
Naja, das eine ist Abwechslung und Informationsunterbringung. Aber wenn nun fast jeder Satz mit einer neuen Info gespikt ist, nervt es (nur) mich. Ist ja an sich nichts schlechtes, das andere ist, dass man nun Langeweile auch anders killen kann. In der Perspektive einer Figur ist es gar nicht so oft nötig seinen Namen zu erwähnen, schon gar, wenn er ganz alleine mit sich ist und keine Verwechslungsgefahr besteht. Man kann sich mit den Gedanken der Figur beschäftigen, die sollten das interessante sein, nicht die Farbe der Augen. Find ich.
Aber auch da, wenn du es nicht so empfindest, ist das dein Weg! Dann überlege nicht lang und schmeiß meinen Einwand über Bord Icon_smile
Zitat:Rund um einen Arbeitstisch – blutig, transpeckig und salzweiß - lagen die Eingeweide von ausgenommenen Fischleibern auf dem Boden und gammelten vor sich hin.
Zitat:Ich liebe dieses Szenario. Der Druide ist auf einer schwierigen Mission, die ihm nicht behagt. Das ganze Umfeld lässt ihn immer mehr an der Sinnhaftigkeit zweifeln. Aber er muss es tun, sonst erreicht er sein Ziel nicht. Das Ziel wird später klar, wenn er Skadi gegenüber steht. Er empfindet das Ganze als absurd. Und ich vermute, Du auch? Dann stimmt es.
Nein, absurd nicht, jedenfalls nicht ... innerweltlich. Ich nehme einfach an, die Wasserklosetts sind noch nicht erfunden, man jagt auch selbst und nimmt dann auch selbst aus, dass so eine Hütte unter seiner Würde ist, nagut, aber, so huch, ist das ekelig ... Ich empfinde es eher als unrealistisch, dass jemand seinen Arbeitsplatz so vergammeln lässt, denn derjenige Arbeitet wohl nicht nur einmal darin und dass Fisch recht schnell verdirbt ... wenn da nun noch Fische lägen, also der Ort fluchtartig verlassen wurde, vielleicht, aber so hab ich nur Fragezeichen im Kopf, was das für eine Welt ist.
Zitat: Andrastos unterdrückte den Ekel und zweifelte an der Sinnhaftigkeit seiner sich selbst auferlegten Mission.
Ekel bezieht sich nun eher auf die Transportkörbe ungünstig. Und er kommt auch sehr wie ein Weichei rüber, wenn ihm Gammelfisch nun die Mission anzweifeln lässt. Er ist immerhin Bewohner einer Welt, die mit ganz anderen Gerüschen und Hygienebedingungen klarkommt als wir heutzutage
Zitat:Ekel bezieht sich auf die gesamte Hütte und den Gestank. Es drückt seine Verachtung aus. Ich finde es sehr passend. Er ist ja von Standes wegen ein völlig anderes Umfeld gewöhnt. Skadi bestellt ihn hier an einen Ort, den er freiwillig nie betreten würde.Icon_slash
Und damit drückt sie hervorragend aus, was sie eigentlich von ihm hält: Nichts.
Da er ja einen geheimen Ort wollte und das kann kaum der Palast sein kann, empfinde ich das nicht so. Dass man die Hütte für ihn nicht gereinigt hat, empörend. Ekel ist für mich .. Ekel, keine Verachtung. Und wie kann man Verachtung für einen Arbeitsplatz empfinden? Er könnte verächtlich denken, dass sie keinen anderen Platz gefunden hat, oder keinen Sinn für Verhandlungen hat, oder sich fragen, was mit Nordmadennasen los ist, dass sie den unachtsamen Fischer nicht getötet haben, nachdem er diese Schweinerei selbst auflecken musste ... Irgendwas. Aber Igitt stinkt das hier, was mach ich bloss hier. Draaaammmmaaa. Da kommt er eben rüber wie ein Mädchen, dass keinen Dreck und Gestank verträgt und deshalb gleich denkt, huch, ich hätte die wichtige Politische Mission nicht antreten sollen, hier stinkts.Icon_ugly
Der langen Rede kurzer sinn, ich würde das verächtliche erwähnen, wenns auch verächtlich sein soll ...

Zitat:Schöne Beschreibung, auch wenn mich die langgliedrigen Finger wieder als Perspektivbruch stören.
Zitat: Ich lern' es noch Icon_nosmile
Nein,musst du nicht, passt in deine gewählte Perspektive!
Zitat: ... und niemand verstand ihre Kräfte vollständig. Doch er spürte es. Er konnte sie erwecken. Nur er.
Zitat:Das "es" bezieht sich hier auf ein Gefühl, nicht auf die Kräfte.
Ist nur etwas unglücklich da, vorher Subjekt die Kräfte sind und im Satz danach auch wieder.
Zitat:Nase rümpfen ist eine Geste, die nun eher über die Handlungen anderer .. vollzogen wird. bin hier drüber gestolpert
Zitat:Kann man nicht über seine eigenen Handlungen die Nase rümpfen?
Da das abwertend ist, wäre das merkwürdig, wenn er sich selbst abwertet, find ich ... so selbstkritisch kommt er mir nicht vor Mrgreen

Zitat:Oh, je, wenn jemand seine Gefühle so nach außen trägt, frage ich mich immer, wie die überleben können, wenn sie gleich rot werden bei bösen Gedanken. Und die Formulierung finde ich auch einfach zu übertrieben.
Zitat:Hmm, vielleicht hast Du da recht mit der Formulierung. Aber er ist voller Enthusiasmus, weil er sich vorstellt, seinem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Und er ist ja allein momentan, keiner sieht ihn (außer Dir "lol").
Und deshalb wird er rot? So einen Enthusiasmus würde ich persönlich eben eher über einen Gedanken vermittelt bekommen, als über einen puterroten Kopf ... und solche heftigen Körperreaktionen kann man doch nicht an und ausknipsen, je nach Zuschauer.

Zitat:Eine Figur kann füllig, also nett ausgedrückt für dick sein ...
Zitat:Ich finde hier "füllig" ausgesprochen passend. Es erinnert mich an aufgespritzte Lippen, die es natürlich nicht gab früher, aber manche Frauen haben sie eben von Natur aus. Es klingt nicht nett. Eher irritierend, was ja auch das "deplatziert" ausdrückt.
A la Angelina Jolie, schon klar, ich find das Wort einfach unpassend. Aber wenn es für dich gut klingt, perfekt!
Zitat:Er fragte sich, wie um Himmels Willen ihr schneeweißer Wolfsfellmantel mit unauffällig zusammen passte, worum er sie ausdrücklich gebeten hatte.
Zitat:Er will ein geheimes Treffen. Sie hat offensichtlich nur einen Krieger und einen Wagenlenker dabei. Das ist ziemlich schlicht und in seinem Sinn. Dazu passt aber eben nicht der weisse Mantel, der alle Augen, die ihnen vielleicht begegnen, unweigerlich auf sich zieht. Es ist eine weitere Provokation.
Ich hielt die Gegend für nicht so reich, dass da viele Frauen mit ihrem eigenen Krieger und Wagenlenker durch die Gegend ziehen. Und sie scheint eh eine sehr auffällige Person zu sein ...
Zitat:Also was nun bezaubernd oder giftige Pfeile. Wenn beides, würde ich das etwas anders zusammenbringen, damit das ironische besser rauskommt. Die Formulierung strahlte ihr Lächeln aus, wirkt ungelenk auf mich
Zitat:das "aus" bezieht sich auf "Augen" und nicht auf "strahlte". Das ist schon so gemeint - bezaubernd und eiskalt, giftig eben. Mit der Formulierung werde ich mal experimentieren ...Mrgreen
Hab ich shcon verstanden, gefällt mir trotzdem nicht Smiley_emoticons_blush
bezaubernd und eiskalt = giftig. Die Rechnung würde ich so nicht aufmachen, aber Blicke sind sowieso so eine schwierige Sache.Icon_smile


Zitat:Also vor Angst zittert nicht der Kopf, Hände, Knie ... aber der Kopf?
Zitat:Er zittert nicht vor Angst. Er ist unangenehm berührt. Und dieses "Kopfzittern" gibt es tatsächlich, vor Allem bei älteren Menschen. Ein krasses Beispiel ist hier Parkinson, aber das meine ich nicht damit. Es ist eher so ein Zittern, was einem manchmal durch den Körper geht, aber eben nur mit dem Kopf. Ich hab' das schon gesehen. Aber wenn ich es nicht vernünftig ausdrücken kann, dann muss es weg .Con
Es ist einfach arg ungewöhnlich und als du es gesehen hast, bist du sicher, dass der Körper nicht mitgebebt hat? Parkinson kenne ich natürlich, nur ein Kopfzittern nicht ... Aber ich bin da kein Maßstab Icon_smile
Zitat:Er wirkt nun nicht wie ein Krieger ... trotz der vielen Morde, die auf sein Konto gehen sollen ...
Zitat:Er ist kein Krieger. Er ist der oberste Druide. Normaler Weise macht er sich nicht selbst die Hände schmutzig. Die Morde gehen auf sein Konto, aber das heißt ja nicht, dass er sie alle selbst verübt hat. Hier ist er in einer besonderen Mission, die nur er erledigen kann.
Aber das allein, wo er sonst eben nicht tötet ... Und müssen Druiden nicht auch mal was .... opfern? Aber ,dann ist der Eindruck, den du erzeugst ja goldrichtig.
Zitat:Und er folgt weiter ... ich weiß nicht, ob er mutig oder dämlich ist. Was hat sie davon ihn am Leben zu lassen, was hat er zu bieten, was ihm Sicherheit gibt? Das würde ich hier erwähnen, damit ich ihn nicht einfach nur für selbstmordgefährdet halte ...
Zitat:Nein, ich glaube, der Leser kann sich denken, dass es einen guten Grund haben muss, warum er das tut, und warum sie ihn nicht umbringt.
Ja o.k. ich gebe zu, ich bin da eher der misstrauische Typ, ich will doch nur eine klitzeklitzekleine Andeutung *bettel * Gerne zweideutig, aber eben ein Grund zu glauben, dass er nicht total einfältig ist.
Zitat:Das wird später erklärt (aber nicht im hier geposteten Text). Wenn ich es hier schon erklären würde, geht die Spannung verloren. Ich hoffe, dass der Leser wissen will, warum sich Andrastos das antut.Icon_wink
... Also ich nicht, aber ich bin auf Skadi gespannt, also nicht weiter wild Mrgreen

Zitat:Er hetzt ja nun nicht, dazu ist er nicht schnell genug ...
Zitat:Doch, er hetzt, ist aber eben nicht schnell genug. Und er fühlt sich auch noch gehetzt...
Ich bin in Hetze ist da dann aber sehr modern aufgefasst, eben wie es heutzutage verwendet wird. Hetzen, wie Wild hetzen ist jagen. Deshalb hab ich es altmodisch aufgefasst und nicht neumodisch. Ich würd nichts umgangssprachliches in der neumodischen Bedeutung verwenden.
Zitat:seine nassen Inhalte, klingt echt nicht besonders ...
Zitat:Vielleicht besser "niederprasselte"?
Ich würde das mit dem Regen vielleicht noch eleganter machen (ganz abgesehen davon, dass ich in die Tischkante beißen könnte, weil Prinz Druide keinen Regen verträgt Mrgreen)
Zitat:Das ist zwar schön, dass du eine Zeiteinheit für einen Druiden verwendest, aber ich glaube nicht, dass so einer selbst noch Misteln sammelt. Schon gar, wo ihn Regen so stört.
Was ist mit seiner kostbaren Schlange?
Zitat:Er selbst sammelt die Misteln nicht, aber aufgrund seiner Erfahrung (und früher hat er sicher irgendwann mal Misteln gesammelt) weiß er, wie lange das dauert.

Ja, er weiß das, aber wie lange ist das her, nimmst du noch Maßeinheiten von vor zwanig Jahren? Wenn, würde ich etwas aus seinem aktuellen Leben nehmen und damit sein aktuelles Wesen unterstreichen. Dass er Druide ist weiß der Leser schon und dass Druiden Misteln sammeln ist so ein Allgemeinplatz und meiner Meinung nach nicht so spannend.
Zitat:Der Schlangenstab spielt eine besondere Rolle. Aber nicht im Augenblick.
Naja, ich fragte mich eben, wie er damit umgeht, wenn der bei Regen nass wird.
Zitat:Na, das ist mal ein klasse Cliffhanger. Und da ich Gydja ja schon kenne, doppelt interessant. Ich bin gespannt, was er ausrichten kann. Ich traue Skadi mehr zu.
Zitat:Vielen DankSmiley_emoticons_blush Ja, Skadi ist sehr speziell. Und das Du den Druiden nicht magst, ist genau richtig. Er lässt Dich nicht kalt, dann wär's doof. Aber so hat er eine Chance... Icon_wink
Ja, er ist nomminiert für die Nervensäge des Buches, so einer wo sich Skadi noch in den Hintern beißen wird ihn nicht gleich gekillt zu haben Mrgreen
Aber muss Spaß gemacht haben, ihn zu schreiben, oder?

Liebe Monstagsgrüße!
von der Pfote

Gewinne und wünsch' dir ein Taschenbuch! Mrgreen

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Beitrag #7 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo.

Ich wollte diesen Kommentar schon vor Ewigkeiten schreiben, aber mir fehlte immer wieder die Zeit, also kommt er erst jetzt. Nun ja. Vorneweg: die anderen Kommentare habe ich mir nicht durchgelesen, wenn sich also was doppelt, dann ist das ungewollt. Und das allgemeine Gelaber: Kritik ist Kritik am Text, nicht an dir usw.

Dann kann es ja jetzt losgehen! Icon_smile

Zitat:Der Erste der Druiden
So eine Kapitelüberschrift mit Personenbestimmung? Hm. Ist vielleicht nicht so wichtig, wenn man im folgenden Text sowieso herausfindet, um welche Person sich der Text dreht. Zumal das ein Prolog ist ...

Zitat:Der an die Wand genagelte vertrocknete Haifischkopf starrte Andrastos mit scheinbar hasserfüllten Augen und voller Rachegelüste direkt ins Gesicht, den Diebstahl seiner scharfen, überaus kostbaren Zähne mit weit aufgerissenem Rachen offenbarend.
Ich stolpere hier bereits am zweiten Satz. Statt "direkt ins GEsicht" würde ich einfach "an" schreiben, das mit dem Diebstahl wird mir erst beim zweiten Lesen so richtig klar. Ist es denn so wichtig, dass dem Hai die Zähne gestohlen wurden? Wenn nicht, würde ich es weglassen oder statt des "vertrocknet" ein "zahnlos" einbauen. Das macht den Satz einfacher.

Zitat:Angewidert verzog der Erste der Druiden den südländischen Mund und sprühte giftige Blicke auf den Rücken des Kriegers, der sich bereits umgewandt hatte und unbeeindruckt die Hütte verließ.
Vielleicht bin ich einfach zu doof zum Lesen, aber mich verwirren die unterschiedlichen Bezeichnungen. Erst Andrastos, der Name. Dann seine Bezeichnung als "Erster der Druiden". Und dann der Krieger. Im ersten Moment war mir nicht klar, wer nun Andrastos ist, auch wenn es später deutlich wird. Und warum sollte der Krieger beeindruckt sein, wenn er nur den Befehl (oder die Aufforderung) zum Warten gegeben hat und die giftigen Blicke gar nicht mal sieht?

Zitat:‚Verschwinde nur, du Nordmade’, schoss es verächtlich durch Andrastos’ Kopf und er versteifte die Schultern unter seinem schwarzen Umhang. Er war es nicht gewöhnt, Befehle zu befolgen, und auch nicht, dass man ihn warten ließ. Er hatte seine Begleiter Cest und Netos in Borg am Harudenpass zurückgelassen und war allein nach Kyll geritten. Er brauchte keine Zeugen. Ein Krieger aus Kyll brachte ihn an diesen absonderlichen Ort am Ufer des großen Sees Gilum.
Halt. Er will nicht warten, aber ist froh, dass der Krieger verschwindet? Wie das? Wenn er nichts von dem Krieger will, dann könnte er doch darauf bestehen, dass dieser ihn zu der Person führt, die er aufsuchen will. Die Sache mit den Begleitern empfinde ich als nicht so wichtig. Kommen die beiden später noch einmal vor? Sonst würde ich gar nicht so genau mit Namen auf sie eingehen. Der Satz mit den Zeugen steht noch etwas zusammenhanglos, da man ja überhaupt nicht weiß, was Andrastos überhaupt will. Und der Krieger aus Kyll? Andrastos reitet also allein nach Kyll, wahrscheinlich einem Dorf irgendwo im Norden, und wird von dort aus zu dem Ort begleitet, an dem er sich jetzt befindet? Wollte er dorthin? Ich hänge dem Sinn dieser drei Sätze noch etwas hinterher. Icon_wink

Zitat:Der mächtigste Mann im Reich von Telta knirschte mit den Zähnen angesichts seiner misslichen Lage, doch er befand sich gegenwärtig nicht in Telta und auch nicht auf vertrautem Boden
Missliche Lage? Er wartet doch nur, und auch wenn er es nicht mag, ist er doch wenigstens allein und nicht in Bedrängnis. Finde ich nicht überzeugend.

Zitat:Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich zu fügen.
Ja, er ist ungeduldig. Aber Zähneknirschen und unwillige Fügung klingen eher so, als hätte er einen unangenehmen Auftrag bekommen.

Zitat:Eingehüllt in beißenden Fischgestank spähte der Dunkeläugige mit finsterem Blick umher.
Mhm. Du hast die Informationen über Andrastos geschickt eingebracht - südländischer Mund, wahrscheinlich auch eher südländischer Züge, dunkle Augen, mächtig, Erster der Druiden - aber sind diese ganzen Informationen bereits im Prolog wichtig? Ich fühle mich nämlich etwas überschwemmt mit diesen ganzen Eigenschaften, die noch nichts zur Handlung beitragen. Von einem Prolog erwarte ich, dass er mich auf die Geschichte neugierig macht, und dazu sollte er am besten ein Geschehen schildern, dass später von Bedeutung sein wird - und am besten gleich in die Handlung einsteigt und nur Beschreibungen wiedergibt, die zum Verständnis notwendig sind. Personen, die später noch einmal auftauchen, kann man dann immer noch vollkommen charakterisieren. Die Dopplung "dunkeläugig" und "finsterer Blick" ist eher suboptimal.

Zitat:Rund um einen Arbeitstisch – blutig, transpeckig und salzweiß - lagen die Eingeweide von ausgenommenen Fischleibern auf dem Boden und gammelten vor sich hin.

"gammelten vor sich hin" - klingt nach Umgangssprache, scheint mir aber nicht in die Zeit und auch nicht in die Sprachwahl der vorangegangenen Sätze zu passen. Wie wäre es mit "verrotteten langsam"?

Zitat:Durch ein Loch in der mit Moosflechten überwucherten Decke warf das nebelverhangene Grau des Himmels kränkliches Licht auf einen Stapel achtlos aufeinandergeworfener Transportkörbe. Sonst gab es hier nichts.
Hm. Wie kommt es also, dass er dort ist, von einem Krieger hingeführt? Ich vermute, er möchte jemanden treffen.

Zitat:Andrastos unterdrückte den Ekel und zweifelte an der Sinnhaftigkeit seiner sich selbst auferlegten Mission.
Hm. Zweifel würde ich etwas zweifelhafter darstellen. Lass ihn doch nachdenken, ohne zu erwähnen, dass es Zweifel sind. Das findet der Leser ja selbst heraus.

Zitat:Handelte er wirklich klug? War es das Wert, diese Demütigung, um die es hier zweifelsohne ging, zu ertragen? Alles an diesem Ort erschien feindlich. Und der Feind war weiblich.
"wert" klein. Er fühlt sich also gedemütigt, dort warten zu müssen. Nun ja, kann ich mir vorstellen, für jemanden seines Ranges. Die Überleitung mit dem weiblichen Feind verstehe ich allerdings nicht so ganz.

Zitat:Welche Spielart ihrer unergründlichen Logik hatte Skadi von Thrym dazu bewogen, ausgerechnet diese widerwärtige Fischkaschemme für ein geheimes Treffen mit ihm auszuwählen?
Ah! Darum geht es also. Wenn das Treffen geheim ist, warum schickt sie dann eigentlich einen Krieger? Bei "Skadi" denke ich immer an "Skáti", das ist ein isländischer Pferdename und bedeutet "Pfadfinder" Mrgreen

Zitat:Mit langgliedrigen Fingern tastete Andrastos nervös über den geschnitzten Widderkopf seines Schlangenstabes.
Die langgliedrigen Finger finde ich nicht so wichtig. Icon_wink

Zitat:Wie zur Antwort pulsierten die geheimen Kräfte der nächtlichen Schöpfer dieses Kunstwerkes durch seine Fingerspitzen. Die Widderkopfschlange, das uralte Symbol des Höchsten in Telta, befand sich schon lange in seinem Besitz. Niemand konnte sich daran erinnern, wer sie einst erschaffen hatte, und niemand verstand ihre Kräfte vollständig. Doch er spürte es. Er konnte sie erwecken. Nur er.
Hm. Erst redest du von "nächtlichen Schöpfern", dann darüber, dass sich niemand erinnern kann, wer sie erschaffen hat. Ist das ein Widerspruch oder kommt es mir nur so vor? Icon_confused Zu den "geheimen" Kräften: meinst du, dass sie unverständlich sind, oder dass niemand etwas von ihnen weiß? Im ersten Fall würde ich "geheimnisvoll" nehmen.

Zitat:Die Erinnerung vom Mord an seinem Meister begleitete ihn Tag und Nacht. Warum wollte der Alte ihm den Schlangenstab nicht überlassen? Er hätte erkennen müssen, dass der Stab für Andrastos bestimmt war. Nun war er tot. Ein erster Mord auf dem langen Weg zur Macht. Viele folgten danach…
Der Rückblick kommt unerwartet. Man erfährt also, dass er sich mit Morden die Macht, die er jetzt ausübt, gesichert hat. Das passt aus irgendeinem Grund in das Bild, das du bis jetzt von ihm zeichnest: ein machthungriger, stolzer Mann, der sich mit einer anderen Kultur anlegt. Oder so Icon_wink

Zitat:Er rümpfte die Nase. Nutzlose Erinnerungen. Der Mord, den er jetzt plante, erforderte sein ganzes Geschick.
Ja, das verstärkt den Eindruck seines Machthungers und der Kaltblütigkeit. Er ist mir unsympathisch, und das soll er wohl auch sein. Aber gleichzeitig verkörpert er beinahe zu viel Klischee, das ich vielleicht auch nur hineininterpretiere. Hat er eine Bedrohung für seine Position - eine Frau - gewittert, die er nun auslöschen will und es als seine persönliche Mission, Bestimmung und Verdienst für den Rest der Menschheit ansieht?

Zitat:Deshalb hatte er die Herrscherin von Thryms Land um ein geheimes Treffen gebeten.
Hier wiederholst du dich.

Zitat:Sie war der Köder in seinem großen Plan, der ihm den letzten Schlüssel liefern sollte - durch den sich nach all’ den Jahren harter Arbeit und vieler gescheiterter Unternehmungen seine Bestimmung endlich erfüllen würde. Danach konnte er sie beseitigen. Eine leidenschaftliche Hitzewallung durchflutete sein Gesicht.
Hinter dem all brauchst du keinen Apostroph. Das mit der Hitzewallung - das Wort an sich verbinde ich eher mit den Wechseljahren als mit einem machthungrigen Ersten Druiden :D Warum eigentlich macht ihn schon der Gedanke an seinen weiteren Aufstieg (ist der überhaupt noch möglich?) schon leidenschaftlich?

Zitat:Andrastos zwang sich zur Vernunft. Vielleicht spielte er zu gewagt. Es war eine riskante Sache, sich mit Skadi einzulassen.
Wenigstens ist er noch nicht ganz abgehoben.

Zitat:Draußen ertönte verhaltenes Hufgetrappel, das Klirren von Pferdegeschirr - ein leiser Ruf erklang und die verwitterte Tür der Kotte wurde mit einem Ruck aufgestoßen.
"erklang" und "ertönte" sind sich ziemlich ähnlich, ich würde hier ein anderes Verb wählen. Hufgetrappel kann nicht verhalten sein, bestenfalls gedämpft. Das "aufegstoßen" und "mit einem Ruck" empfinde ich als Dopplung.

Zitat:Andrastos blickte über die Schulter des blonden Kriegers aus Kyll hinweg und starrte irritiert auf eine hochgewachsene schlanke Frau, deren fülliger Mund in dem schmalen Gesicht wie deplatziert wirkte.
Wiederholung von Andrastos am Satzanfang. Statt "eine" würde ich "die" nehmen, da ja nur Skadi kommen kann und im ersten Moment dachte ich, auch aufgrund des "irritiert", jemand anderes wäre zur Hütte gekommen.

Zitat:Er fragte sich, wie um Himmels Willen ihr schneeweißer Wolfsfellmantel mit unauffällig zusammen passte, worum er sie ausdrücklich gebeten hatte.
Sie scheint sich ja nicht sehr gerne an Vorgaben zu halten, schon gar nicht von ihm. Was hatte er eigentlich erwartet?

Zitat:Skadi von Thrym strahlte ihr bezauberndstes Lächeln aus kristallklaren eisblauen Augen; die Kälte ihres Blickes stach ihm wie ein giftiger Pfeil in die Brust und er erwischte sich dabei, wie sein Kopf eine Sekunde lang zitterte.
Ein bezauberndes Lächeln verbinde ich nicht mit eiskalten Blicken. Und warum zittert nur sein Kopf? Ich würde, wenn, nur seinen Mund erzittern lassen.

Zitat:Er wusste, er befand sich in den Fängen einer Thursentochter und es war gefährlich, seine Wut und Empörung auch nur ansatzweise durchblicken zu lassen. Sie würde es zweifellos als Schwäche interpretieren und Andrastos hatte nicht vor, sich weiter demütigen zu lassen.
Wieder eine Wiederholung am Satzanfang. Mit der Thursentochter kann der Leser in dem Moment nicht viel anfangen, dass sie durchaus Macht hat, erkennt man allerdings schon.

Zitat:„Ihr seid allein, das ist gut. Ich hoffe, Ihr könnt klettern. Eggther, führe uns zu meiner Hütte!“ Ohne ein weiteres Wort wandte Skadi sich zum Seeufer und ignorierte ihren Krieger, der schleunigst an ihr vorbeieilte, um die Führung zu übernehmen.
Warum teilt sie einen Befehl aus und ignoriert dann den Krieger? Wenn der an ihr vorbeireitet, muss sie ihn ja nicht beachten, oder? "schleunigst" und "vorbeieilte" sind unnötig gedoppelt.

Zitat:Andrastos biss sich auf die Zunge. Sie verweigerte ihm die offizielle Begrüßung und damit die Gastfreundschaft. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Er würde sich in Acht nehmen müssen.
Keine Begrüßung = keine Gastfreundschaft? Icon_confused Ich weiß nicht. Gelten die Gesetze der Gastfreundschaft nicht trotzdem, auch wenn sie ihn nicht leiden kann? Aufpassen sollte er sowieso, wenn sie an sich ein Feind ist. Inzwischen kommt mir Andrastos sogar ein bisschen naiv und immer noch ziemlich abgehoben vor.

Zitat:Er trat durch die Tür und warf einen kurzen Blick auf den zweirädrigen Kart, der Skadi gebracht hatte. Der Wagenlenker hatte die Pferde nicht abgeschirrt, ein sicheres Zeichen dafür, dass sie nicht länger bleiben würde als unbedingt notwendig. Der Druide folgte der kühlen Herrscherin aus Thrymheim den gewundenen Weg entlang des Gilum in dem unangenehmen Bewusstsein, sich ihr auf Gedeih und Verderb auszuliefern.
Wozu brauchen sie den Wagen, wenn sie laufen? Und bei Skadi hätte ich beinahe gedacht, dass sie geritten wäre. Sie erscheint mir nicht wie jemand, der gefahren werden muss.

Zitat:Der Pfad führte am linken Seeufer bis zu einer felsigen Anhöhe und endete dort. Leichtfüßig kletterte der Krieger zwischen den Steinen hinauf und verschwand im undurchdringlich wirkenden Nadelgehölz in einem schmalen Durchlass, der von unten nicht zu erkennen war. Skadi tat es ihm gleich und Andrastos verlor sie aus den Augen, bevor er die steile Anhöhe bezwungen hatte.
Der Krieger ist ja immer noch da! Beinahe dachte ich, du meinst Andrastos, weil du ja vorher über ihn schreibst.

Zitat:Ein silberhelles Lachen erklang über ihm und während er sich schwitzend an den Ästen der nadelbewehrten Bäume nach oben zog, wollte es ihm nicht gelingen, diesen ästhetisch anmutenden Klang mit dem weiblichen Biest in Verbindung zu bringen, hinter dem er gerade herhetzte.
Klingt so, als würde er an Bäumen hochklettern. Ich dachte, es würde an einer Felswand nach oben gehen? Und sind Nadelzweige überhaupt dick genug, um sein Gewicht zu tragen?

Zitat:Oben hielt er einen Augenblick inne und wischte sich die harzverklebten Hände erfolglos an seinem Umhang ab. Er wusste, sie würden nicht warten.
Warum sollten sie auch? Die Information scheint mir klar zu sein, nach dem, was vorher geschieht.

Zitat:Andrastos entdeckte einen einzigen schmalen Pfad und folgte diesem in die Dunkelheit des Waldes. Er stolperte missmutig über Unebenheiten und Baumwurzeln, die sich schlangengleich mit voller Absicht in seinen Weg zu winden schienen.
Ich dachte, er wäre bereits im Wald?

Zitat:Seine Stimmung erhellte sich auch nicht, als ein heftiger Regenschauer seine nassen Inhalte über der Anhöhe ausschüttete und ihm anschaulich erklärte, dass Nadelbäume nicht halb so gut vor Regen schützten wie Bäume mit Blättern es vermochten.
Nein. Der größte Unterschied zwischen einem Nadel- und einem Laubwald liegt auch in der Bodenvegetation. In einem richtigen Fichtenwald ist der Boden oft mit Nadeln bedeckt, aber ansonsten wächst dort nichts, weil kein Licht durchkommt. Selbst im tiefsten Laubwald ist es nch vergleichweise hell und dementsprechend wächst da auch einiges. Wo kein Licht durchkommt, kommt auch kaum Wasser durch, auch wenn natürlich eine einzelne Tanne oder Fichte eher dürftigen Schutz vor Regen bietet, wo sich eine Buche oder Eiche schon besser eignet.

Zitat:Nach einer Zeit, die es brauchte, um drei Säcke voll Misteln zu schneiden, erreichte er eine Weggabelung. Skadi und ihr Krieger waren verschwunden.
Hm? Die Zeitangabe finde ich gewagt. Natürlich haben sie keine Uhren und wissen auch nicht, wie spät es ist. Aber drei Säcke voll Misteln? Was soll sich der Leser denn darunter vorstellen? Geht es schnell, weil die Misteln alle an einer Stelle wachsen? Oder dauert es lange, weil andere Mistelschneider eher da waren?

Zitat:Der Regen versiegte. Andrastos wischte das Wasser aus seinem Gesicht und blickte sich aufmerksam um. Wenn Skadi glaubte, er würde sich von ihren kindischen Spielchen abschrecken lassen, so täuschte sie sich.
Tja. Wo geht er jetzt lang? Warum er sich abschrecken lassen sollte, ist mir nicht klar. Für mich sieht es eher nach einer weiteren Demütigung und einer gewissen Demonstration von Macht aus.

Zitat:Er kannte sie lange genug. Sie wollte etwas von ihm, sonst hätte sie diesem Treffen niemals zugestimmt. Er strich mit den Fingern über den Widderkopf seines Stabes und spürte wiederum die pulsierenden Ströme, die ihn beruhigten und seine Sinne schärften.
Aufgeregt erscheint er mir nicht, wozu also die Beruhigung?

Zitat:Er entdeckte den geraden Zweig einer Kiefer, der im Stamm einer Fichte steckte und nach Norden wies.
Das sind mir zu viele "er"s am Satzanfang. Den Wegweiser finde ich gut gemacht. Aber woran unterscheidet man eigentlich Kiefern- und Fichtenzweige? An der Rinde? Ich bin da nicht so bewandert. An den Nadeln würde ich es jedenfalls erkennen Icon_wink

Zitat:Andrastos wählte den rechten Weg und nach kurzer Zeit öffnete sich der dichte Baumbestand zu einer Lichtung, die von einer hölzernen Überdachung fast vollständig ausgefüllt wurde. In einer Vertiefung darunter prasselte ein Feuer und daneben saßen Skadi und ihr Krieger und sahen ihm mit kalten Blicken entgegen.
Immer diese kalten Blicke ... Ich weiß nicht.

Zitat:Andrastos gewahrte einen Zug um Skadis Augen, der ihn an ihre Schwester Gydja erinnerte. Gydja Volur – sein letzter Schlüssel.
Im letzten Satz führst du, ohne dass etwas passiert ist, noch einen völlig neuen Namen ein. Das soll neugierig machen, aber ich registriere es einfach nur und mache mir nichts daraus.

Du wirst sicher schon gemerkt haben, dass mich dein Text nicht wirklich überzeugt hat. Das Setting an sich ist interessant, aber die Personen sind noch sehr blass und nur über einzelne Verhaltensweisen charakterisiert. Das mag für einen Prolog in Ordnung sein, aber zumindest zu Beginn hast du dir für Andrastos so viel Zeit genommen, dass man Skadi irgendwie nur als Schatten und als Person empfindet, die da ist, damit überhaupt irgendetwas passiert. Und da bin ich bei meinem größten Problem: für einen Prolog ist die Sache extrem handlungsarm. Da ist irgendein ein machtgeiler, unsympathischer Typ, der sich mit jemanden trifft. Ja. Aber das Treffen findet im Prolog selbst nicht mal statt, man erfährt nur, dass sich die Person, mit dem sich der Typ treffen will, ihre eigene Art hat, ihn zu erniedrigen. Er läuft ihr also durch ein paar Bäume hinterher und als er sie dann auf der Lichtung trifft, war es das. Als Leser empfinde ich das nicht packend und würde auch, wenn ich es als Buch in der Hand halten würde, nicht weiterlesen. Dazu kommt zu wenig vom Konflikt durch und es gibt zu viele Beschreibungen der Umgebung. Am Ende ist man im Prinzip nicht viel schlauer als am Anfang.
Sprachlich ist der Text ganz gut, es liest sich größtenteils flüssig, bis auf die Stellen, die ich angemerkt habe. Mir ist aufgefallen, dass du zum Ende hin immer unkreativer mit den Satzanfängen wurdest. Hier solltest du noch ein bisschen aufpassen Icon_wink

Joah, das wäre erst einmal alles, was ich zu sagen habe. Icon_smile Vielleicht gucke ich mal in den anderen Teil rein, den ich von dir gesehen habe, völlig abschreckend fand ich es jetzt also nicht.

Viele Grüße, Eselfine


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Waiting to happen
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Beitrag #8 |

RE: Prolog "Das Wandernde Volk"
Hallo Eselfine,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Tut mir leid für die späte Antwort, aber ich werde momentan mit Arbeit zugeschüttet und komme privat zu garnix mehr. Ich sehne mich nach Weihnachtsurlaub... Wait

Dieser Text ist eigentlich an der falschen Stelle. Der Prolog ist am Anfang dieses Topics und heißt auch Prolog, Du hast ein Kapitel gelesen, das erst später folgt. Es ist die Einführung der Charaktere von Andrastos und Skadi aus der Sicht von Andrastos. Gydja Volur spielt im Prolog eine Rolle.
Zitat: Der an die Wand genagelte vertrocknete Haifischkopf starrte Andrastos mit scheinbar hasserfüllten Augen und voller Rachegelüste direkt ins Gesicht, den Diebstahl seiner scharfen, überaus kostbaren Zähne mit weit aufgerissenem Rachen offenbarend.

Ich stolpere hier bereits am zweiten Satz. Statt "direkt ins GEsicht" würde ich einfach "an" schreiben, das mit dem Diebstahl wird mir erst beim zweiten Lesen so richtig klar. Ist es denn so wichtig, dass dem Hai die Zähne gestohlen wurden? Wenn nicht, würde ich es weglassen oder statt des "vertrocknet" ein "zahnlos" einbauen. Das macht den Satz einfacher.
Ja, dieser Satz ist nicht ganz einfach gestrickt, er ist mir aber wichtig, weil er das Szenario in der gewollten Stimmung eröffnet. Der Ort ist absonderlich und abscheulich. Andrastos soll spüren, dass er nicht willkommen ist.
Zitat: Angewidert verzog der Erste der Druiden den südländischen Mund und sprühte giftige Blicke auf den Rücken des Kriegers, der sich bereits umgewandt hatte und unbeeindruckt die Hütte verließ.

Vielleicht bin ich einfach zu doof zum Lesen, aber mich verwirren die unterschiedlichen Bezeichnungen. Erst Andrastos, der Name. Dann seine Bezeichnung als "Erster der Druiden". Und dann der Krieger. Im ersten Moment war mir nicht klar, wer nun Andrastos ist, auch wenn es später deutlich wird. Und warum sollte der Krieger beeindruckt sein, wenn er nur den Befehl (oder die Aufforderung) zum Warten gegeben hat und die giftigen Blicke gar nicht mal sieht?
Das ist eigentlich eindeutig: Es ist ja Andrastos, der beim Anblick des Haifischkopfes angewidert ist, darum ist die Zuordnung Erster der Druiden zu Andrastos erkennbar. Ich versuche immer, verschiedene Bezeichnungen für die Handelnden zu finden, möglichst schon früh, weil ich es unerträglich langweilig finde, immer den Namen oder "er" oder "sie" zu verwenden. Ich weiß, dass Pfote sich dann aus dem Kopf der Figur katapultiert fühlt Icon_wink, aber für mich klingt es spannender. Das wird immer irgendwie ein Kompromiss sein, sich für das Eine oder Andere zu entscheiden.
Dem Krieger ist Andrastos' Stimmung nicht verborgen geblieben, daher das "unbeeindruckt".
Zitat:Halt. Er will nicht warten, aber ist froh, dass der Krieger verschwindet? Wie das? Wenn er nichts von dem Krieger will, dann könnte er doch darauf bestehen, dass dieser ihn zu der Person führt, die er aufsuchen will. Die Sache mit den Begleitern empfinde ich als nicht so wichtig. Kommen die beiden später noch einmal vor? Sonst würde ich gar nicht so genau mit Namen auf sie eingehen. Der Satz mit den Zeugen steht noch etwas zusammenhanglos, da man ja überhaupt nicht weiß, was Andrastos überhaupt will. Und der Krieger aus Kyll? Andrastos reitet also allein nach Kyll, wahrscheinlich einem Dorf irgendwo im Norden, und wird von dort aus zu dem Ort begleitet, an dem er sich jetzt befindet? Wollte er dorthin? Ich hänge dem Sinn dieser drei Sätze noch etwas hinterher. Icon_wink
Die Fragen sind hier absolut korrekt. Ich hoffe, sie machen neugierig. Cest und Netos sind wichtige Handlanger von Andrastos und kommen später wieder vor.
Zitat: Der mächtigste Mann im Reich von Telta knirschte mit den Zähnen angesichts seiner misslichen Lage, doch er befand sich gegenwärtig nicht in Telta und auch nicht auf vertrautem Boden

Missliche Lage? Er wartet doch nur, und auch wenn er es nicht mag, ist er doch wenigstens allein und nicht in Bedrängnis. Finde ich nicht überzeugend.
Auch das geht aus dem weiteren Verlauf hervor. Grundsätzlich ist es doch langweilig, wenn alles direkt erklärt wird, und der Leser nicht mehr selber denken muss. Icon_ugly
Zitat:Mhm. Du hast die Informationen über Andrastos geschickt eingebracht - südländischer Mund, wahrscheinlich auch eher südländischer Züge, dunkle Augen, mächtig, Erster der Druiden - aber sind diese ganzen Informationen bereits im Prolog wichtig? Ich fühle mich nämlich etwas überschwemmt mit diesen ganzen Eigenschaften, die noch nichts zur Handlung beitragen. Von einem Prolog erwarte ich, dass er mich auf die Geschichte neugierig macht, und dazu sollte er am besten ein Geschehen schildern, dass später von Bedeutung sein wird - und am besten gleich in die Handlung einsteigt und nur Beschreibungen wiedergibt, die zum Verständnis notwendig sind. Personen, die später noch einmal auftauchen, kann man dann immer noch vollkommen charakterisieren. Die Dopplung "dunkeläugig" und "finsterer Blick" ist eher suboptimal.
Ja, das hier ist nun aber eben nicht der Prolog. Es ist einer der fünf Handlungsstränge einer komplexen Geschichte, die alle miteinander verwoben werden, und alle Personen sind vom eigentlichen Geschehen (siehe Prolog) betroffen. Icon_smile
Zitat: Rund um einen Arbeitstisch – blutig, transpeckig und salzweiß - lagen die Eingeweide von ausgenommenen Fischleibern auf dem Boden und gammelten vor sich hin.
"gammelten vor sich hin" - klingt nach Umgangssprache, scheint mir aber nicht in die Zeit und auch nicht in die Sprachwahl der vorangegangenen Sätze zu passen. Wie wäre es mit "verrotteten langsam"?
Vielleicht "rotteten vor sich hin?"
Zitat: Andrastos unterdrückte den Ekel und zweifelte an der Sinnhaftigkeit seiner sich selbst auferlegten Mission.

Hm. Zweifel würde ich etwas zweifelhafter darstellen. Lass ihn doch nachdenken, ohne zu erwähnen, dass es Zweifel sind. Das findet der Leser ja selbst heraus.
Das ist durchaus überlegenswert. Pro
Zitat: Handelte er wirklich klug? War es das Wert, diese Demütigung, um die es hier zweifelsohne ging, zu ertragen? Alles an diesem Ort erschien feindlich. Und der Feind war weiblich.

"wert" klein. Er fühlt sich also gedemütigt, dort warten zu müssen. Nun ja, kann ich mir vorstellen, für jemanden seines Ranges. Die Überleitung mit dem weiblichen Feind verstehe ich allerdings nicht so ganz.
Schande über mich, klar schreibt man hier "wert" kleinSmiley_frown
Der weibliche Feind drückt so herrlich seine Machohaltung aus - das finde ich einfach nur gut.
Zitat: Welche Spielart ihrer unergründlichen Logik hatte Skadi von Thrym dazu bewogen, ausgerechnet diese widerwärtige Fischkaschemme für ein geheimes Treffen mit ihm auszuwählen?

Ah! Darum geht es also. Wenn das Treffen geheim ist, warum schickt sie dann eigentlich einen Krieger? Bei "Skadi" denke ich immer an "Skáti", das ist ein isländischer Pferdename und bedeutet "Pfadfinder" Mrgreen
Skadi ist eine Thursentochter aus der "Edda", um die sich eine schöne Legende rankt. Thursen sind unberechenbar und gefährlich. Diese Frau musste so heißen Icon_fies
Sie schickt einen Krieger, weil sie eine Herrscherin ist. Und weil sie Andrastos erniedrigen möchte. Die beiden kennen sich gut, aber das kommt erst im nächsten Kapitel.
Zitat: Wie zur Antwort pulsierten die geheimen Kräfte der nächtlichen Schöpfer dieses Kunstwerkes durch seine Fingerspitzen. Die Widderkopfschlange, das uralte Symbol des Höchsten in Telta, befand sich schon lange in seinem Besitz. Niemand konnte sich daran erinnern, wer sie einst erschaffen hatte, und niemand verstand ihre Kräfte vollständig. Doch er spürte es. Er konnte sie erwecken. Nur er.

Hm. Erst redest du von "nächtlichen Schöpfern", dann darüber, dass sich niemand erinnern kann, wer sie erschaffen hat. Ist das ein Widerspruch oder kommt es mir nur so vor? Icon_confused Zu den "geheimen" Kräften: meinst du, dass sie unverständlich sind, oder dass niemand etwas von ihnen weiß? Im ersten Fall würde ich "geheimnisvoll" nehmen.
In der Tat spricht hier der Allwissende. Ist vielleicht nicht so geschickt. Der Schlangenstab stammt aus dem uralten Ki Engi ( das ist Mesopotamien vor 4300 Jahren) und ist eine der Verknüpfungen zu meiner anderen Geschichte "Die Tafel des Schicksals". Ich habe recherchiert, dass die Druiden ihr Wissen aus Mesopotamien übernommen haben (ist eine lange Geschichte, die ich gern an anderer Stelle erzähle). Im alten Mesopotamien gab es die gehörnte Schlange als
ein Symbol der Götter, und bei den Kelten ist es die Widderkopfschlange, die dem Gott Cernunnos zugesprochen wird (was aber wissenschaftlich nicht belegbar ist, vielmehr war sie grundsätzlich ein göttliches Symbol). Die diente mir als Vorlage, um den Schlangenstab zu erschaffen. Er ist aus Ki Engi in den Besitz der Druiden geraten, vererbt über Jahrtausende. So kennt niemand in Tuairtha (das ist die westliche Welt, in der es Telta, Thryms Land, Hûnaland und Dariks Land gibt) die Kräfte, die den Stab erschaffen haben. Nur der Träger des Stabes spürt die Kräfte und nur die mächtigsten dieser Stabträger können sie nutzen.
Ja, das sollte ich anders formulieren.
Zitat: Sie war der Köder in seinem großen Plan, der ihm den letzten Schlüssel liefern sollte - durch den sich nach all’ den Jahren harter Arbeit und vieler gescheiterter Unternehmungen seine Bestimmung endlich erfüllen würde. Danach konnte er sie beseitigen. Eine leidenschaftliche Hitzewallung durchflutete sein Gesicht.

Hinter dem all brauchst du keinen Apostroph. Das mit der Hitzewallung - das Wort an sich verbinde ich eher mit den Wechseljahren als mit einem machthungrigen Ersten Druiden :D Warum eigentlich macht ihn schon der Gedanke an seinen weiteren Aufstieg (ist der überhaupt noch möglich?) schon leidenschaftlich?
Es geht hier um seine Bestimmung. Etwas, auf das er sein Leben lang hingearbeitet hat. Okay, "Hitzewallung" ist nich' so schick... Icon_lachtot
Zitat: Skadi von Thrym strahlte ihr bezauberndstes Lächeln aus kristallklaren eisblauen Augen; die Kälte ihres Blickes stach ihm wie ein giftiger Pfeil in die Brust und er erwischte sich dabei, wie sein Kopf eine Sekunde lang zitterte.

Ein bezauberndes Lächeln verbinde ich nicht mit eiskalten Blicken. Und warum zittert nur sein Kopf? Ich würde, wenn, nur seinen Mund erzittern lassen.
Meint: Auf den ersten Blick ist das Lächeln bezaubernd, auf den zweiten eiskalt. Muss ich vielleicht anders ausdrücken.
Zitat: Er wusste, er befand sich in den Fängen einer Thursentochter und es war gefährlich, seine Wut und Empörung auch nur ansatzweise durchblicken zu lassen. Sie würde es zweifellos als Schwäche interpretieren und Andrastos hatte nicht vor, sich weiter demütigen zu lassen.

Wieder eine Wiederholung am Satzanfang. Mit der Thursentochter kann der Leser in dem Moment nicht viel anfangen, dass sie durchaus Macht hat, erkennt man allerdings schon.
Wo ist die Wiederholung? Mir fällt da keine auf (aber vielleicht bin ich gerade komplett blind auf meinen Leseaugen???)
Jeder, der die "Edda" kennt, weiß, was Thursen sind. Aber natürlich kennt die Edda nicht jeder. Heute sagen wir "Riesen", doch ist darin die Bedeutung des Ursprungs nicht mehr ersichtlich. Riesen sind für uns einfach riesige Kreaturen mit gewaltigen Kräften. Ich gehe in meiner Geschichte back to the roots - an den Anfang der nordischen Mythologie, als die Menschen die Naturgewalten beseelt haben. Die Geschichte spielt 102 v.u.Z. (vom Entwicklungsstand der Menschen her). Die Edda war noch nicht geschrieben. In meiner Geschichte ist die Götterdämmerung bereits seit einigen Zeitaltern vorbei.
Zitat: Andrastos biss sich auf die Zunge. Sie verweigerte ihm die offizielle Begrüßung und damit die Gastfreundschaft. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Er würde sich in Acht nehmen müssen.

Keine Begrüßung = keine Gastfreundschaft? Icon_confused Ich weiß nicht. Gelten die Gesetze der Gastfreundschaft nicht trotzdem, auch wenn sie ihn nicht leiden kann? Aufpassen sollte er sowieso, wenn sie an sich ein Feind ist. Inzwischen kommt mir Andrastos sogar ein bisschen naiv und immer noch ziemlich abgehoben vor.
Nein, die Gastfreundschaft erfordert ein Ritual, das war in den Stämmen früher so üblich. Andrastos ist einfach arrogant. Er räumt seine Feinde normalerweise beiseite, bzw. lässt sie beiseite räumen. Er kommt nicht klar damit, dass er hier gegen seine Neigungen agieren muss. Er braucht Skadi, und das geht ihm einfach total gegen den Strich. Noch dazu eine Frau, von denen er grundsätzlich nichts hält. Icon_fies
Zitat: Der Pfad führte am linken Seeufer bis zu einer felsigen Anhöhe und endete dort. Leichtfüßig kletterte der Krieger zwischen den Steinen hinauf und verschwand im undurchdringlich wirkenden Nadelgehölz in einem schmalen Durchlass, der von unten nicht zu erkennen war. Skadi tat es ihm gleich und Andrastos verlor sie aus den Augen, bevor er die steile Anhöhe bezwungen hatte.

Der Krieger ist ja immer noch da! Beinahe dachte ich, du meinst Andrastos, weil du ja vorher über ihn schreibst.
Aber Du hast vorher doch selbst bemängelt, dass der Krieger an Skadi vorbeieilte und sie ihn ignoriert hat. Da ist er Dir doch aufgefallen?
Zitat: Ein silberhelles Lachen erklang über ihm und während er sich schwitzend an den Ästen der nadelbewehrten Bäume nach oben zog, wollte es ihm nicht gelingen, diesen ästhetisch anmutenden Klang mit dem weiblichen Biest in Verbindung zu bringen, hinter dem er gerade herhetzte.

Klingt so, als würde er an Bäumen hochklettern. Ich dachte, es würde an einer Felswand nach oben gehen? Und sind Nadelzweige überhaupt dick genug, um sein Gewicht zu tragen?
Hab' ich das so schlecht beschrieben?Icon_nosmile Meine Vorstellung ist die von einem steilen Hang, auf dem Nadelbäume stehen. An deren Zweigen zieht sich der Druide nach oben, weil er sonst abrutscht. Er ist eben ein bisschen behäbig und körperlich nicht gerade fit.
Zitat:Nein. Der größte Unterschied zwischen einem Nadel- und einem Laubwald liegt auch in der Bodenvegetation. In einem richtigen Fichtenwald ist der Boden oft mit Nadeln bedeckt, aber ansonsten wächst dort nichts, weil kein Licht durchkommt. Selbst im tiefsten Laubwald ist es nch vergleichweise hell und dementsprechend wächst da auch einiges. Wo kein Licht durchkommt, kommt auch kaum Wasser durch, auch wenn natürlich eine einzelne Tanne oder Fichte eher dürftigen Schutz vor Regen bietet, wo sich eine Buche oder Eiche schon besser eignet.
Da hast Du leider vollkommen recht. Da hat mir meine Fantasie einen Streich gespielt, aber seitdem ich einen Garten mit Nadel- und Laubbäumen drin habe, kann ich mich da nicht mehr rausreden Icon_lachtot Das muss neu.
Zitat:Hm? Die Zeitangabe finde ich gewagt. Natürlich haben sie keine Uhren und wissen auch nicht, wie spät es ist. Aber drei Säcke voll Misteln? Was soll sich der Leser denn darunter vorstellen? Geht es schnell, weil die Misteln alle an einer Stelle wachsen? Oder dauert es lange, weil andere Mistelschneider eher da waren?
Als Asterixleser weiß man, dass Misteln schneiden schon mal einen ganzen Tag dauern kann, je nach Menge. Wenn ich es richtig im Kopf habe, so wurden Misteln im germanischen Wald nicht von jedem Baum geschnitten, es kamen nur bestimmte Eichen in Frage, denn die Mistel war für die Druiden heilig. Es dauert also geraume Zeit, drei Säcke voll zu schneiden.
Zitat: Andrastos gewahrte einen Zug um Skadis Augen, der ihn an ihre Schwester Gydja erinnerte. Gydja Volur – sein letzter Schlüssel.

Im letzten Satz führst du, ohne dass etwas passiert ist, noch einen völlig neuen Namen ein. Das soll neugierig machen, aber ich registriere es einfach nur und mache mir nichts daraus.
Klar, weil Du den Prolog nicht gelesen hast und Gydja noch nicht kennst. Von daher ist auch der Rest Deines Kommentars verständlich. Mir hilft das aber weiter, weil ich so erlebe, wie ein Leser mit einem aus dem Zusammenhang gerissenen Kapitel klar kommt - oder eben nicht.
Zitat:Sprachlich ist der Text ganz gut, es liest sich größtenteils flüssig, bis auf die Stellen, die ich angemerkt habe. Mir ist aufgefallen, dass du zum Ende hin immer unkreativer mit den Satzanfängen wurdest. Hier solltest du noch ein bisschen aufpassen Icon_wink
Mach ich mal Icon_wink
Denn bin ich mal durch und danke Dir für Deine Mühe.
Ich bin ja noch nicht lange im Forum, und habe auch noch nie vorher Texte so auseinander genommen. Ich muss sagen, dass ich doch Probleme damit habe. An manchen Stellen finde ich es absolut sinnvoll, an anderen Stellen ist es mir merkwürdig. Und deshalb mach ich ein neues Topic auf, in dem ich fragen möchte, wie die Forenbenutzer eigentlich die Texte lesen, bevor sie kommentiert werden.
Dir wünsche ich erstmal ein wunderschönes Adventswochenende und bis next time. Icon_cool
Liebe Grüße, slainte


Mich kann man nicht komprimieren!

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Beitrag #9 |

RE: Das wandernde Volk - Der erste der Druiden
allo Slainte, 

Zitat: schrieb:Angewidert verzog der Erste der Druiden den südländischen Mund
Ich musste diesen Satz mehrfach lesen, um ihn zu verstehen. Meiner Meinung nach ziemlich vorurteilhaft beladen. Wobei es mich durchaus an Karl May erinnert, denn der hat die Menschen auch in Schubladen gesteckt. 


Zitat: schrieb: lagen die Eingeweide von ausgenommenen Fischleibern auf dem Boden und gammelten vor sich hin.
gammeln sehe ich als Stilbruch. Es bricht die Eleganz deines bisherigen Stils. Besser moderten, faulten oder verwesten. 

Du schreibst ziemlich flüssig und es ist leicht zu lesen. Natürlich stolpert man mal über die eine oder andere Passage. Aber ansonsten behaupte ich einmal, es ist gelungen. 

Gruß Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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