Es ist: 13-11-2019, 16:38
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Einbahnstraße in die Hölle
Beitrag #1 |

Einbahnstraße in die Hölle
Einbahnstraße in die Hölle

Herr Tibor schlief ein und hatte das Gefühl, in einem Alptraum zu erwachen.
„Folge mir“, sagte das kleine Mädchen mit dem großem Strohhut.
Sie liefen durch einen Wald. Zunächst gefiel es Herrn Tibor ganz gut, an einem solch sonnigen Tag einen Spaziergang mit der Kleinen zu machen. Doch dann änderte sich das Wetter schlagartig und dichter Nebel zog auf.
Herr Tibor hatte Angst, sie zu verlieren, da er schon jetzt kaum mehr die Hand vor Augen sah.
Doch das Mädchen lief immer schneller, geradewegs in den beharrlich dichter werdenden Nebel hinein.
Dann sah er das Kind nicht mehr. Er blieb stehen. Der alte Mann spürte, dass der Boden unter seinen Füßen ihn nicht mehr tragen konnte.
Er versank im Sumpf. Unfähig, nur einen klaren Gedanken zu fassen, kämpfte er ums Überleben, aber durch seine Bewegungen ging er noch schneller in der nassen, dunklen Hölle unter. Eine Einbahnstraße, aus der es keine Umleitung zum Leben für ihn gab.
Herr Tibor ertrank.


Herr Tibor erwachte in seinem Bett. Um halb acht, wie jeden Morgen. Er zog sich an, schaute in den Spiegel und sah einen weißhaarigen Mann mit faltigem Gesicht der bald seinen 69. Geburtstag feiern würde. In der Küche goss Herr Tibor, wie jeden Tag, den Kaffee um Punkt acht Uhr in seine Tasse.
Während er darauf wartete, dass das dampfende Gebräu abkühlte, holte er die Zeitung aus dem Briefkasten.
Um neun Uhr beendete der alte Herr das Frühstück, wie immer mit dem letzten Bissen Croissant. Dann ging er in seinen äußerst gepflegten Garten. Er ließ das Gras nie höher als drei Zentimeter werden und kümmerte sich hingebungsvoll um seine Rosen.
Es war ein herrlicher Spätsommertag, Herr Tibor genoss noch einmal die Sonnenwärme, denn er wusste, bis zu den ersten regnerischen Herbsttagen würde es nicht mehr lange dauern.
Trotzdem goss er voller Begeisterung seine holländischen Tulpen und bemerkte deshalb das kleine Mädchen zunächst nicht.
Als er aufblickte, stand es einfach nur da, auf der anderen Seite der Hecke und schaute ihn an.
Herr Tibor schätzte das Kind auf ungefähr neun Jahre. Es hatte lange, braune Haare, die ihm in wilden Strähnen bis auf die Schulterblätter fielen. Dazu trug die Kleine ein altmodisches Kleidchen, mit kleinen, rosafarbenen Blümchen, aber das Auffallendste war der riesige Strohhut mit dem lila Hutband, der auf ihrem Kopf saß.
„Na, wo kommst du denn her?“, fragte der alte Mann freundlich. Das Kind antwortete nicht und starrte ihn weiter aus seinen dunklen Augen an.
Herr Tibor schaute sich um. „Wo sind deine Eltern?“
Keine Antwort. Allmählich langweilte es ihn, er dachte sehnsüchtig an sein Gemüsebeet, um das er sich eigentlich kümmern wollte und nicht um ein stummes Mädchen, das ihn ohne Unterlass anstarrte.
Deshalb kam die nächste Frage etwas grob, was Herrn Tibor selbst wunderte: „Was willst du hier?“
„Ich habe dich gesucht.“ Das Mädchen antwortete mit einer hellen, klaren Stimme. Ihr Blick ist so ernst wie der einer Erwachsenen. Der Alte war überrascht.
„Mich? Warum?“
„Weil du deine Vergangenheit entdecken musst.“
„Meine Vergangenheit? Was …“
„Du musst die Abgründe deiner Seele kennenlernen“, unterbrach sie ihn. Herr Tibor wurde neugierig.
„Was meinst du damit?“
„Deine Träume, in denen du das Gefühl hast, in einem Alptraum zu erwachen.“
In Herrn Tibor regte sich eine Erinnerung und mit ihr ein seltsames Gefühl. Ein sehr dunkles. Er fühlte sich plötzlich unwohl, als ob ihn der Himmel mit seiner unendlichen Weite erdrücken wollte.
Er wollte nur zurück in sein Haus und dort in der sicheren Küche einen Tee trinken. Weil er es als unhöflich empfand die Kleine einfach so stehen zu lassen, lud er sie ein, mit ihm ins Haus zu kommen.
Sie erwiderte seine Einladung mit einem ernsten Nicken und folgte ihm. Herrn Tibor kam der flüchtige Gedanke, dass sie bisher noch nie gelächelt hatte, doch er konnte nicht näher darüber nachdenken, denn so schnell er auch gekommen war, so schnell war der Gedanke wieder fort.
Sie saßen in der gemütlichen Wohnküche und warteten darauf, dass der Tee trinkgerecht abkühlte. Das Kind starrte ihn immer noch ohne Unterlass an.
Allmählich wurde es Herrn Tibor unangenehm und er versuchte es mit einer Frage: „Wie heißt du?“
„Leonie“ erwiderte sie knapp. „Ein schöner Name“, antwortete er.
Dann schwiegen sie, während sie das Gebräu tranken.
Herr Tibor sah auf die Uhr. Halb eins. „Musst du nicht nach Hause?“
„Ich bleibe hier.“
Der Alte erschauderte. Seit dem Tod seiner Frau vor zehn Jahren lebte er allein in dem kleinen, schmucken Häuschen, das sie zusammen gekauft hatten.
„Dies ist nicht der richtige Ort für ein kleines Kind“, widersetzte sich Herr Tibor, der sein ruhiges Leben gefährdet sah.
„Wenn du dich nicht erinnern willst, dann ist es wohl besser, wenn ich jetzt gehe.“ Resigniert stand Leonie auf und nahm ihren Hut vom Stuhl neben sich. Als wäre dies ein verabredetes Zeichen, zog sich der Himmel plötzlich zu und man hörte bereits das erste Donnergrollen eines Sommergewitters.
So musste Leonie bei Herrn Tibor bleiben. Er richtete ihr das Gästezimmer her und erklärte ihr seinen minutiös eingeteilten Tagesablauf. Wie zuvor hörte sie ihm nur stumm zu, sah ihn durch ihre dunklen, ernsten Augen an und flüsterte: „Du bist ein Gefangener deines Lebens.“

Am nächsten Morgen erwachte Herr Tibor eine ganze Stunde später als gewöhnlich. Er bemerkte durch den Vergleich mit seiner Armbanduhr, dass sein Wecker nicht mehr funktionierte. Er beschloss, die Batterie zu wechseln. Als er den Kaffee aufbrühte, sah er, dass auch die Uhr in der Küche nicht mehr lief. Er nahm sie von der Wand und betrachtete sie von allen Seiten, doch er konnte nichts Ungewöhnliches feststellen. Er wechselte die Batterie aus. Die Zeiger bewegten sich nicht. Er hängte die Uhr wieder an ihren Platz und beschloss sie zu einem Uhrmacher zu bringen, wenn er nächste Woche wieder in die Stadt, zum Einkaufen fuhr.
Als er sich umdrehte, erschrak er, denn Leonie stand in der Küche.
Herr Tibor bot ihr einen Stuhl an und machte das Frühstück. Er stellte eine dampfende Tasse Tee vor ihr ab und versuchte ein Gespräch zu beginnen: „Wie lange bleibst du noch hier?“
„Solange wie nötig.“ Auch auf weiteres Nachfragen war nicht mehr aus ihr herauszubekommen. Um das beklemmende Schweigen zu verhindern erzählte Herr Tibor das erste, was ihm einfiel: „Ich habe heute Morgen verschlafen, das erste Mal seit vielen Jahren, weil mein Wecker nicht mehr läuft. Aber das Seltsame ist, dass auch die Küchenuhr nicht mehr geht. Ich muss sie wohl reparieren lassen.“
Zu Herr Tibors Überraschung antwortete Leonie: „Auch deine anderen Uhren im Haus funktionieren nicht mehr. Ich habe sie abgeschaltet.“
Herr Tibor war entsetzt: „Warum hast du das gemacht?“
„Ich muss dich aus diesem Leben befreien.“ Er wusste, dass weiteres Nachfragen sinnlos war, also ließ er es sein.

Leonie und Herr Tibor saßen im Garten auf einer Bank. Der Tag hatte sich noch einmal entschlossen, sommerlich warm zu werden.
Die Kleine war schon drei Tage bei ihm und er fühlte sich zum ersten Mal wohl in der Gesellschaft des Mädchens, weil er sich nicht von ihr beobachtet fühlte.
Beide schwiegen und lauschten dem sanften Zwitschern der Vögel. Herr Tibor genoss die Ruhe und die Wärme der Sonnenstrahlen auf seiner Haut.
Plötzlich spürte er Leonies Hand auf seiner eigenen liegen. Diese Geste kam ihm vertraut und gleichzeitig fremd vor. Es war ein merkwürdiges Gefühl, welches er nicht in Worte fassen konnte.
Er war sich sicher, dass sie ihn noch nie zuvor berührt hatte und doch wusste er, dass es sich so anfühlen musste.
Die Sonne wärmte ihn, die Vögel sangen und Leonie hielt immer noch seine Hand.
Herr Tibor wurde schläfrig, schlief ein und hatte das Gefühl in einem Alptraum zu erwachen.

„Folge mir“, sagte das kleine Mädchen mit dem großem Strohhut.
Sie liefen durch einen Wald. Zunächst gefiel es Herrn Tibor ganz gut, an einem solch sonnigen Tag einen Spaziergang mit der Kleinen zu machen. Doch dann änderte sich das Wetter schlagartig und dichter Nebel zog auf.
Herr Tibor hatte Angst, sie zu verlieren, da er schon jetzt kaum mehr die Hand vor Augen sah.
Doch das Mädchen lief immer schneller, geradewegs in den beharrlich dichter werdenden Nebel hinein.
Dann sah er das Kind nicht mehr. Er blieb stehen. Der alte Mann spürte, dass der Boden unter seinen Füßen ihn nicht mehr tragen konnte.
Er versank im Sumpf. Unfähig, nur einen klaren Gedanken zu fassen, kämpfte er ums Überleben, aber durch seine Bewegungen ging er noch schneller in der nassen, dunklen Hölle unter. Eine Einbahnstraße, aus der es keine Umleitung zum Leben für ihn gab.
Herr Tibor ertrank und erwachte in seiner Vergangenheit. Er hörte Leonies Stimme wie aus weiter Ferne:

Du bist Arazay Tibor. Anführer der dunklen Armee. Du bist der Fürst der Finsternis. Tausende abscheuliche Kreaturen sind unter deinem Befehl marschiert, haben Dörfer, ganze Städte niedergebrannt. Die Erde, über die du läufst, ist blutgetränkt. Du bist der mächtigste Mann im Land und ich bin Migina’leon, deine Geliebte.
Doch du bist ein Mann ohne Gewissen. Dein König wollte mein Dorf von Aufständigen zerstören. Die meisten Bewohner flohen. Ich blieb mit den Verletzten zurück. Deine Armee brannte alles nieder, doch ich konnte mich verstecken und stand plötzlich vor dir. Ein armes Bauernmädchen in abgerissenen, verschmutzten Kleidern.
Ich hatte Angst, wollte fliehen. Doch du hast mich nur angesehen, aus wunderschönen schwarzen Augen. Ich blieb. Wir standen inmitten der brennenden Häuser und sahen uns an.
Du hast mich mitgenommen, in deine Burg, hast mir Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf und deine Liebe gegeben.
Heute weiß ich, dass es ein Fehler war, mich mit dem Kammerdiener einzulassen. Aber du musst versuchen, mich zu verstehen. Du warst wochenlang auf einem Feldzug und ich ganz allein in der Burg.
Du kamst früher nach Hause als erwartet. Noch heute sehe ich deinen entsetzten Blick vor mir, als du uns entdeckt hast. Den Diener hast du fortgeschickt. Mich hast du nur angesehen, mit diesem Blick, mit dem du deine Feinde zum Aufgeben zwingst. Und auch ich musste in diesem Moment vor dir kapitulieren. Du hast mir gezeigt, dass ich dir gehöre, für immer. Ohne ein Wort hast du deine starken Hände um meinen Hals gelegt und erbarmungslos, voller Hass, mein Leben beendet.


„Ich bin ein Mörder …“ Herr Tibor war noch ganz benommen von dieser Erkenntnis.
„ … und ich dein Opfer.“
Leonie sah ihm wissend in die Augen, es war der Blick einer erwachsenen Frau. „Nur der Tod führt in ein anderes Leben.“
„Ich erinnere mich, dass ich Teile davon schon öfter geträumt habe.“ Es fiel ihm schwer, einen klaren Gedanken zu fassen.
„Ich habe schon mehrmals versucht, dich auf den Weg zu führen, welcher in der Vergangenheit endet.“
„Warum erinnere ich mich nicht?“, fragte Herr Tibor, viele Fragen flogen durch seinen Kopf und er versuchte, sie einzufangen.
„Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass dies unsere gemeinsame Vergangenheit ist.“
„Weshalb hast du sie mir gezeigt?“
„Damit du weißt, weshalb ich dich jetzt töte.“
„Töten?“ Fassungslos starrte Herr Tibor das kleine Mädchen an, welches aus den Taschen ihres Kleides eine Pistole zog und auf den alten Mann richtete.
„Ich hoffe wirklich, dass wir unsere nächsten Leben gemeinsam beenden können.“
Sie drückte ab und die Kugel traf sein Herz. Dann starb Herr Tibor.
Keiner der Nachbarn sah das kleine Mädchen mit dem großem Strohhut, welches Herrn Tibors Garten verließ und verschwand.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
hallo lady,

eine sehr mysteriöse Geschichte, wie ich finde, vielleicht würde sie daher auch besser in die Rubrik Phantastik passen? Icon_wink

Sprachlich war deine Geschichte einwandfrei, daran war nichts auszusetzen, Fehler habe ich sogar auch keine gefunden. *lob*
So, also da kommt nun dieses kleine Mädchen aus der Vergangenheit (?) oder aus dem Jenseits, aber warum erscheint sie ihm als Kind und nicht als die Frau, die damals seine Geliebte war? Weil sie nur so Zugang zu ihm finden konnte? Sie erscheint mir wie als etwas unnatürliches, teilweise hat sie mir einen richtigen Schauer über den RÜcken gejagt, dieses kleine Monster *gg*.
Hm, warum will sie sich rächen, wenn sie damals vor ihm kapituliert hat und sich eingestand, dass sie nur ihm gehört? Die Stelle wo du das beschreibst, wie er sie umbringt, scheint, als würde sie ganz einsichtig mit ihrem Ende sein, als wollte sie sich nicht einmal wehren. Dass sie sich dann an ihm rächen will, kommt mir dann ein wenig launisch vor...ich hoffe, dass das jetzt das richtige Wort ist.:D Ansonsten hat mich nichts gestört, ich fand die Idee schön und auch wie deine Geschichte aufgebaut ist, mit seinen Alpträumen. Tja, vielleicht hat ja jeder von uns mal ein anderes Leben geführt, schon einmal gemordet oder betrogen? *lach*

sehr gerne gelesen,
bianca

"kein Mann ist so stark wie eine Frau, die schwach wird" (Hans Holt)
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Beitrag #3 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
hallo bianca,

Zitat:eine sehr mysteriöse Geschichte, wie ich finde, vielleicht würde sie daher auch besser in die Rubrik Phantastik passen?

ja, ich war unschlüssig wo ich hiermit hinsollte, aber phantastik ist ein recht guter vorschlag. mal abwarten ob ich dazu noch mehr vorschläge griege. Icon_wink

Zitat:Sprachlich war deine Geschichte einwandfrei, daran war nichts auszusetzen, Fehler habe ich sogar auch keine gefunden

super! danke für das lob!

Zitat:So, also da kommt nun dieses kleine Mädchen aus der Vergangenheit (?) oder aus dem Jenseits, aber warum erscheint sie ihm als Kind und nicht als die Frau, die damals seine Geliebte war?

ich habe mir da diese wiedergeburtssache vorgestellt. das ihr körper zwar noch nicht seine damalige form als frau erreicht hat, aber ihre seele/ihr verstand, die vergangenheit kennt. außerdem wirkt es als mädchen wesentlich gruseliger. *g*

Zitat:Die Stelle wo du das beschreibst, wie er sie umbringt, scheint, als würde sie ganz einsichtig mit ihrem Ende sein, als wollte sie sich nicht einmal wehren.

ich hab die stelle nochmal in hinblick auf deinen hinweis gelesen. du hast recht sie wehrt sich nicht, weil sie ihm im grunde ja immernoch verfallen ist, ihm ausgeliefert sich. er ist ihr mentor, sie kann sich gar nicht wehren. die rachegefühle sind dann erst später dazugekommen.

Zitat:Tja, vielleicht hat ja jeder von uns mal ein anderes Leben geführt, schon einmal gemordet oder betrogen?

genau hier drauf wollte ich hinaus. denn zunächst würde man nicht glauben, wie herr tibors vergangenheit aussieht, er wirkt zwar irgendwie exzentrisch, aber nicht gefährlich.

vielen dank für deinen netten kommentar, der sehr positiv war. ich hoffe ich konnte dir die etwas unverständlichen stellen erklären.

lg

Lady

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Beitrag #4 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
hey lady,

ja, jetzt sind sie schlüssig, danke für die hinweise :D

liebe grüße
bianca

"kein Mann ist so stark wie eine Frau, die schwach wird" (Hans Holt)
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Beitrag #5 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
Hallo Lady,

der Inhalt ist sehr interessant. eigentlich ziemlich gut, aber die ganze Zeit habe ich überlegt, ob es spannend sein soll oder ob es sich mit absicht wie eine Fabel anhört.

Die Sätze sind relativ komplex, zumindest im gg zu meinen. Was natürlich den Text etwas zieht. Nach der Auflösung, die ich gut finde, denke ich aber, dass die Geschichte spannend sein sollte und das ist die mMn nach nur bedingt gelungen.

Die ersten 20-30 Zeilen wechselst du verkrampft zwischen Herr Tibor und der alte Mann, dabei hätte es "er" oft getan. das hat mich im Lesefluß etwas gebremst.

Was die Spannung angeht.

Zitat:Dann sah er das Kind nicht mehr und blieb stehen.

Meine Erfahrung ist, dass kurze Sätze die Spannung puschen. Besser fände ich: Dann war es weg. (absatz) Er blieb stehen ...

Zitat:Als er aufblickte, stand es einfach nur da, auf der anderen Seite der Hecke und schaute ihn unverwandt an.

würd ich weglassen. spannung entsteht auch durch die Vorstellung. zum einen gibt "unverwandt" etwas vor (vielleicht hätt ich mir den Blick anders vorgestellt) und zum anderen weiß ich gar nicht was das Wort genau bedeutet.

Zitat:Das Kind antwortete nicht und starrte ihn weiter aus seinen dunklen Augen an.

Das ist wiederrum gut.

Zitat:Er wollte nur zurück in sein Haus und dort in der sicheren Küche einen Tee trinken. Weil er die Kleine sehr interessant fand und er neugierig war, lud er sie ein, mit ihm ins Haus zu kommen.

für mich war das Mädchen ganz schön beängstigend. ich hätte sie nicht eingeladen. gut fände ich wenn sie sich selbst einlädt.

Zitat:„Ich bleibe hier.“
Der Alte erschrak. Seit dem Tod seiner Frau vor zehn Jahren lebte er allein in dem kleinen, schmucken Häuschen, das sie zusammen gekauft hatten.

Auch hier wird die Authorität, die das Kind scheinbar hat, da sich Tibor nicht widersetzt, nicht richtig fühlbar.
Sie unterhalten sich scheinbar normal und plötzlich erschrickt er. Ein mulmiges Gefühl fände ich besser. Das Kind, oder die äußere Erscheinung, sind ja eigentlich nett. Deshalb sollten die Gefühle des Alten schleichend und bedrohlich kommen.


es kann natürlich sein, dass es gar nicht wirklich MÖRDER spannend sein soll. Dann hab ich völlig umsonst geschrieben. Icon_igitt
Es ist ein ähnlicher Stil, wie bei deinen Blutbildern, aber mehr Spannung fände ich gut.

Der Text ließt sich insgesamt flüssig, bringt einen dazu weiter zu lesen und das Ende ist überraschend und unerwartet.

ich denke die Lösung liegt in mehr Text! Es ist eine große Auflösung für wenig Geschichte. Er war mal unbeschreiblich böse, die Verkörperung des Schreckens, jetzt ist er alt, nett und rutiniert!!! Das würde ich betonen, die Liebe zur Natur und gegenüber mitmenschen, vllt kommt jemand am Garten vorbei?!

Die Geschichte ist ziemlich mysteriös. Die Waffe hingegen weniger. kann man drüberd streiten. zum einen ist es ein echtes Mädchen und die Pistole ein realistischer Tod. aber ein plötzlicher Schmerz in der Brust wäre auch nicht verkehrt.

Aber ich glaube ich wage mich hier zu weit aus dem Fenster Mrgreen[/quote]


Das negative nimmt immer mehr platz ein, als das positive, aber ich fands wirklich gut. etwas spannender und ich zieh die Kritik zurück:icon_thumbs1:

Grüße


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Beitrag #6 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
hi jeronimus,

Zitat:aber die ganze Zeit habe ich überlegt, ob es spannend sein soll oder ob es sich mit absicht wie eine Fabel anhört.

es hört sich mit absicht wie eine fabel an. Icon_wink spannung sollte irgendwie in jeder drin sein sogar in einer fabel, jedenfalls finde ich das.

Zitat:Nach der Auflösung, die ich gut finde, denke ich aber, dass die Geschichte spannend sein sollte und das ist die mMn nach nur bedingt gelungen.

da das freut mich ja schonmal, dass du die auflösung gut findest. ja, dass mit der spannung ist so eine sache. ich als autor hab gar keinen blick dafür ob es nun spannend ist oder nicht, weil ich ja weiss wie es ausgeht.

Zitat:Die ersten 20-30 Zeilen wechselst du verkrampft zwischen Herr Tibor und der alte Mann, dabei hätte es "er" oft getan. das hat mich im Lesefluß etwas gebremst.

du wirst lachen. in den ersten kommentaren zu der geschichte, hab ich genau das gegenteil geschrieben bekommen. ich muss mich jetzt wohl daran machen den goldenen mittelweg zu suchen.

Zitat:
Zitat:Als er aufblickte, stand es einfach nur da, auf der anderen Seite der Hecke und schaute ihn unverwandt an.

würd ich weglassen. spannung entsteht auch durch die Vorstellung. zum einen gibt "unverwandt" etwas vor (vielleicht hätt ich mir den Blick anders vorgestellt) und zum anderen weiß ich gar nicht was das Wort genau bedeutet.

was gibt den "unverwandt" vor? es bedeutet einfach nur, dass sie ihn "andauernd" oder "immernoch", "unablässig" anstarrt.

Zitat:
Zitat:Er wollte nur zurück in sein Haus und dort in der sicheren Küche einen Tee trinken. Weil er die Kleine sehr interessant fand und er neugierig war, lud er sie ein, mit ihm ins Haus zu kommen.

für mich war das Mädchen ganz schön beängstigend. ich hätte sie nicht eingeladen. gut fände ich wenn sie sich selbst einlädt.

super, dass du sie beängstigend findest, so sollte es sein. er lädt sie hauptsächlich aus höflikeit ein und weil er sie interessant findet. außerdem ist er neugierig, wie es ja auch dasteht.

Zitat:Sie unterhalten sich scheinbar normal und plötzlich erschrickt er. Ein mulmiges Gefühl fände ich besser. Das Kind, oder die äußere Erscheinung, sind ja eigentlich nett. Deshalb sollten die Gefühle des Alten schleichend und bedrohlich kommen.

er erschrickt, weil er es bedrohlich findet, dass jemand plötzlich bei ihm im haus sein will. aber ich glaub du hast recht, "erschrecken" ist da nicht so ganz das treffende wort. ich werd mal schauen ob ich es ersetzten kann.

Zitat:es kann natürlich sein, dass es gar nicht wirklich MÖRDER spannend sein soll. Dann hab ich völlig umsonst geschrieben.
Es ist ein ähnlicher Stil, wie bei deinen Blutbildern, aber mehr Spannung fände ich gut.

naja es sollte mystisch sein, da gehört auch ein bisschen spannung rein. ich werd mal schauen inwieweit ich da deine vorschläge zu umsetzen kann. umsonst geschrieben hast du auf keinen fall, ich finde deine anmerkungen sehr nützlich und werde mir um jede gedanken machen, auch wenn ich da jetzt nichts zu geschrieben habe. hey, ich hab sowas wie einen stil? Mrgreen das find ich jetzt ja toll.

Zitat:Der Text ließt sich insgesamt flüssig, bringt einen dazu weiter zu lesen und das Ende ist überraschend und unerwartet.

vielen dank hierfür. das ist eigentlich alles was ich erreichen wollte. aber wiedersprichst du dir nicht selbst? wenn das ende dich überrascht hat und unerwartet war, dann war es doch auch spannend? oder? Icon_confused auf der anderen seite hat dir die spannung ja nur an einzelnen textstellen gefehlt.

Zitat:Er war mal unbeschreiblich böse, die Verkörperung des Schreckens, jetzt ist er alt, nett und rutiniert!!! Das würde ich betonen, die Liebe zur Natur und gegenüber mitmenschen, vllt kommt jemand am Garten vorbei?!

hmm, eigentlich reicht es ja ihn als "harmlos" darzustellen, sodass man ihm nie zutrauen würde, mal böse gewesen zu sein und ich denke das ist mir auch gelungen, sonst hätte das ende dich nicht überrascht.

Zitat:Die Geschichte ist ziemlich mysteriös. Die Waffe hingegen weniger. kann man drüberd streiten.

da kann man wirklich drüber streiten, aber ich hab mit absicht so eine "nüchterne" waffe gewählt, damit das ende noch erschreckender ist.

vielen dank für deine ausführlichen, nützlichen kommentar. ich werd mich bei nächster gelegenheit an die überarbeitung machen und versuchen die angemerkten szenen noch etwas spannender zu machen. es freut mich natürlich ungemein, dass es dir aber ansonsten gut gefallen hat.

lg

Lady

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Beitrag #7 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
hallo Lady,

Zitat:was gibt den "unverwandt" vor? es bedeutet einfach nur, dass sie ihn "andauernd" oder "immernoch", "unablässig" anstarrt.

es ist mMn einfach ein adjektive zuviel. was ich mit den kurzen Sätzen gemeint habe. Je knapper du sie schreibst desto mehr spiel für Fanatsiel lässt du, aber das habe ich ja schon angemerkt.

Zitat:vielen dank hierfür. das ist eigentlich alles was ich erreichen wollte. aber wiedersprichst du dir nicht selbst? wenn das ende dich überrascht hat und unerwartet war, dann war es doch auch spannend? oder? Icon_confused auf der anderen seite hat dir die spannung ja nur an einzelnen textstellen gefehlt.

die Idee der geschichte find ich super, aber es ist die Umsetzung, die mir Grund zur Kritik gibt. es ist ein Aha-effekt, aber er kommt nicht wie ein Faustschlag,der einen Umhaut. Es kommt eher schleppend, sodass man/ ich denkt, welch interessante Wendung und nicht WOW damit habe ich nicht gerechnet.

Das Gleiche meinte ich mit dem Mann noch netter machen. Als ich darüber nachdachte, ist mir aufgefallen, was für ein wandel durch die wiedergeburt geschehen ist. aber auch da kam es nicht schlagartig.

Wenn es eine geschichte mit Aussage ist, die erst durch längeres Denken an die oberfläche kommen soll, passts ja. Es ist nur mein Geschmack, der mir sagt ein Wow-effekt (ja, ich benutze das Wort schon wieder) der einem an die Nieren geht fehlt.


ich glaub ich habe einfach zu viele Horrorfilme gesehn. Mrgreen
Es hätte gut zu Horror gepasst, wenn du es krasser gemacht hättest. Ja, vielleicht ist das das Wort...krasser müssts sein.

nichts destotrotz find ich es schön, dass du über mein Gebrabbel überhaupt nachdenkst und ernst nimmst.

Werd die Geschichte gern nochmal lesen, wenn ein paar splattereinlagen eingebaut sind Icon_lachtot
In den Kopf schießen sollte sie!!! Icon_lachtot

So jetzt ist aber schluss

Gruß


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Beitrag #8 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
hallo nochmal,

Zitat:es ist ein Aha-effekt, aber er kommt nicht wie ein Faustschlag,der einen Umhaut. Es kommt eher schleppend, sodass man/ ich denkt, welch interessante Wendung und nicht WOW damit habe ich nicht gerechnet.

"interessante Wendung" ist doch schonmal ein guter gedanke. find ich zumindest. mal schauen vllt grieg ich den WOW-effekt ja auch noch rein. Icon_smile

Zitat:Das Gleiche meinte ich mit dem Mann noch netter machen. Als ich darüber nachdachte, ist mir aufgefallen, was für ein wandel durch die wiedergeburt geschehen ist. aber auch da kam es nicht schlagartig.

was hier wiederrum nicht so schlimm finde. hier muss die erkenntnis gar nicht schlagartig kommen. zumal die erkenntnis ja eben erst relativ gegen ende kommen kann, weil ja da auch erst die vergangenheit gezeigt wird.

Zitat:Ja, vielleicht ist das das Wort...krasser müssts sein.

ich glaub ich versteh was du meinst. aber trotzdem ist diese nicht für splattereinlagen geeignet fürchte ich. Icon_lachtot genau das ist auch der grund warum sie nicht in der horror rubrik steht, weil sie dort anderen erwartungen ausgesetzt wäre, zu denen es einfach nicht passt.

schön, dass du mir deine gedanken nochmal näher erklärt hast, ich denke jetzt bin ich bereit für die überarbeitung. Icon_smile

lg

Lady

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Beitrag #9 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
Hallo LadydesBlauenMondes,

ich habe wegen des Titels reingeklickt - ich fand, dass er interessant. klang. Icon_wink

Insgesamt durchaus eine interessante Geschichte, allerdings gab's einige Dinge die mich gestört haben. Ich fange mal mit dem massivsten an: dem Fantasyeinschub, bei dem ich mich einfach gefragt habe, ob der sein muss? Ich verstehe das hier als eigenständige Kurzgeschichte, nicht als Ausschnitt aus einem größeren Werk ... das ist doch richtig?
Und ich glaube, da würde es wesentlich besser funktionieren und auch wesentlich intensiver wirken, wenn du die Geschichte aus der Vergangenheit (bei der ich übrigens auch nicht verstanden habe, ob das sein Leben "nach dem Krieg" sein soll, was du uns präsentiert hast, oder ob er quasi in unserer Welt wiedergeboren wurde und der dunkle Heerführer nur eine Persönlichkeit aus einem früheren Leben ist) in unsere Welt verlegen würdest.

Zweitens denke ich, dass an manchen Stellen weniger einfach mehr wäre. Soll heißen: zu viele Erklärungen. Damit meine ich folgendes:
Zitat:Trotzdem goss er voller Begeisterung seine holländischen Tulpen und bemerkte deshalb das kleine Mädchen zunächst nicht.
Wenn du das rauslassen würdest, käme die Begegnung mit dem kleinen Mädchen für den Leser ebenso überraschend wie für Herrn Tibor, da er das Mädchen ebenfalls nicht "sieht".

Zitat:Er war sich sicher, dass sie ihn noch nie zuvor berührt hatte und doch wusste er, dass es sich so anfühlen musste.
Ohne diesen Einschub käme auch das Händchen halten weniger schicksalsbelastet daher - man rechnet als Leser gar nicht damit, dass das Mädchen vorher schon mal seine Hand gehalten hätte. Deshalb ist dieser Satz meiner Ansicht nach auch überflüssig.

Zitat:Herr Tibor wurde schläfrig, schlief ein und hatte das Gefühl in einem Alptraum zu erwachen.
Vielleicht auch runter kürzen auf: Herr Tibor schlief ein. Dass er in einem Alptraum erwacht, merkt man ja gleich darauf.

Und auch am Ende:
Zitat: Dann starb Herr Tibor.
Keiner der Nachbarn sah das kleine Mädchen mit dem großem Strohhut, welches Herrn Tibors Garten verließ und verschwand.
denke ich, es würde intensiver wirken (als "Schock"), wenn du diese Sätze weglassen würdest. Wenn die Kugel sein Herz trifft, ist es klar, dass er stirbt. Und welche Aussage soll der Satz mit den Nachbarn haben? Keine bestimmte bzw. keine tiefere, oder? Falls doch, nimmt man es als Leser nicht als solches wahr.
Von daher mein Tipp: einfach weglassen. Icon_smile

Liebe Grüße,
Zwielichtstochter


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Beitrag #10 |

RE: Einbahnstraße in die Hölle
hallo zwielichtstochter,

Zitat:Ich fange mal mit dem massivsten an: dem Fantasyeinschub, bei dem ich mich einfach gefragt habe, ob der sein muss? Ich verstehe das hier als eigenständige Kurzgeschichte, nicht als Ausschnitt aus einem größeren Werk ... das ist doch richtig?

ja, es ist eine eigentständige kurzgeschichte. und ja, der einschub muss sein. ob das nun fantasy ist, oder nicht, kann man sicher drüber debatieren, denn es passiert eigentlich nichts magisches. ich hatte dabei schon an eine fantasywelt gedacht, daher sind auch die namen ein bisschen so, dass man das annehmen könnte.

Zitat:(bei der ich übrigens auch nicht verstanden habe, ob das sein Leben "nach dem Krieg" sein soll, was du uns präsentiert hast, oder ob er quasi in unserer Welt wiedergeboren wurde und der dunkle Heerführer nur eine Persönlichkeit aus einem früheren Leben ist) /quote]

sie wurden beide wiedergeboren.
Zitat:[quote]Herr Tibor wurde schläfrig, schlief ein und hatte das Gefühl in einem Alptraum zu erwachen.

Vielleicht auch runter kürzen auf: Herr Tibor schlief ein. Dass er in einem Alptraum erwacht, merkt man ja gleich darauf.

über die erwähnten einschübe, werde ich aufjedenfall mal nachdenken, ob man sie wirklich braucht oder nicht, oder ob ich sie vllt anders einbauen kann. aber bei dieser hier muss ich drauf bestehen, dass es so bleibt, da es das motiv "einschlafen -> in einem alptraum erwachen" schon am anfang erwähnt wurde und auch zwischendrin nochmal, sonst wird das ganze nicht "rund"

Zitat:
Zitat:Dann starb Herr Tibor.
Keiner der Nachbarn sah das kleine Mädchen mit dem großem Strohhut, welches Herrn Tibors Garten verließ und verschwand.

denke ich, es würde intensiver wirken (als "Schock"), wenn du diese Sätze weglassen würdest. Wenn die Kugel sein Herz trifft, ist es klar, dass er stirbt. Und welche Aussage soll der Satz mit den Nachbarn haben? Keine bestimmte bzw. keine tiefere, oder? Falls doch, nimmt man es als Leser nicht als solches wahr.
Von daher mein Tipp: einfach weglassen.

hmm, das "Dann starb Herr Tibor" hab ich aus dem grund dadrin, weil ich vorher ja auch öfters schon geschrieben hab "Herr Tibor ertrank" aber danach hat er immernoch gelebt. diesmal wollte ich eben, dass er eindeutig tod ist. aber du hast natürlich auch recht, dass er unmöglich noch leben kann, wenn die kugel sein herz trifft. der satz mit den nachbarn, soll eigentlich ein bisschen verwirren, sodass der leser sich fragt: "war sie vllt doch nicht echt? nur ein geist? wie konnte sie sich in luft aufflösen?" das hat auch schon bei ein paar lesern funktioniert. Icon_smile

ich danke dir schonmal für den ausführlichen kommentar und dass du dich so intensiv mit meiner geschichte auseinandergesetzt hast. ich finds total faszinierend wie unterschiedlich die geschichte ankommt. du sagst: "kürzen, einfacher machen" und jeronimus meinte: "mehr reinschreiben". überaus interessant. Icon_smilewie gesagt manche dinge sind mit absicht drin und wurden auch mit absicht nochmal wiederholt und über die anderen deiner anmerkungen werd ich mir gedanken machen.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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