Es ist: 24-04-2018, 13:34
Es ist: 24-04-2018, 13:34 Hallo, Gast! (Registrieren)


Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
Beitrag #21 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
Die sexuelle Orientierung einer Person gleich welcher Art kann mich in soweit negativ einnehmen, dass sie in meinen persönlichen Bereich geht und auch nach der höflichen Bitte auf Abstand, fortgesetzt wird. Damit meine ich übrigens nicht nur Homosexualität. Aber ich glaube, wir sind jetzt zu weit vom Thema weg. 

Ich werde wohl kaum ein homo-bzw bisexuelles Paar als Prots kreieren, dass überlasse ich mutigen Könnern wie Zack, denn unsere Diskussion Sniffu macht grade sehr deutlich, dass man sich dabei auf sehr dünnem Eis bewegt. 

Schönes Wochenende wünscht Persephone

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Beitrag #22 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
Dann richtet sich deine Ablehnung allerdings gegen sexuellaktive, extrovertierte Personen, nicht gegen homosexuelle. Das zu verallgemeinern, ist sehr grenzwertig. Es gibt genügend homosexuelle Menschen, deren Sexualität privat ist und bleibt, aber auf die zielt deine Aussage "gegen Homosexualität" genauso ab, wie auf solche, die ihr Schlafzimmer ins Café verlegen. Die Sexualität solcher Personen, wie du schon angemerkt hast, fällt hier nichts ins Gewicht, Personen jeglicher sexueller Orientierung, die eine niedrige Hemmschwelle haben, gehören dazu.

Es ist eine Diskussion auf dünnem Eis, weil eine verallgemeinernde Ablehnung von Homosexualität zur Diskriminierung betroffener Personen beiträgt. Dir mag das wie Haarspalterei vorkommen, aber eben nur weil du nicht zu den leidtragenden Personen gehörst und dir schwertust, zu verstehen, wie weitreichend die "künstlerische Freiheit" ihre Kreise in den Lebensbereichen dieser Menschen zieht.

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #23 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
Übrigens habe ich nie gesagt, dass ich Homosexualität ablehne. Lediglich einen Vorschlag gemacht, für die, die es tun.

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Beitrag #24 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
Wieso glaubst du, dass die Personen, die homosexuelle Personen ablehnen, eher deine Unterstützung brauchen, als solche Personen, die diskriminiert werden?

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #25 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
Zitat:Die sexuelle Orientierung einer Person gleich welcher Art kann mich in soweit negativ einnehmen, dass sie in meinen persönlichen Bereich geht und auch nach der höflichen Bitte auf Abstand, fortgesetzt wird. Damit meine ich übrigens nicht nur Homosexualität.


@ Persephone: nur weil etwas deinen persönlichen Bereich/Freiraum betritt und dich stört brauchst du es nicht auf die Homosexualität beziehen, das ist ein Fehler der von vielen Leuten gemacht wird. Nur weil es den CSD gibt oder nur weil ein homosexuelles Pärchen in der Öffentlichkeit rumknutscht und dich das stört bedeutet das nicht, dass du in der Literatur eine ganze Gruppe von Menschen negativ darstellen darfst. Nur weil es einen Schläger-Moslem gibt, sind nicht automatisch alle Moslems Schlägertypen.
Gewagter Vergleich, aber für mich ist da kein Unterschied auszumachen. Eine Gruppe von Menschen zu verurteilen, nur weil ein Individum ein Querschläger ist, ist einfach falsch.

Klar fühlt man sich manchmal in gewissen Situationen bedrängt, aber sei mal ehrlich, stört es dich wirklich mehr ob es zwei Männer/Frauen sind oder ein klassisch Heteropärchen das 1 Meter von dir entfernt am rumknutschen ist??? Mich persönlich würde beides stören, habe ich die Möglichkeit auf Abstand zu gehen? In 90% der Fälle ja...muss ich diese Erfahrung in eine Schublade sperren wo ich alle schlechten Erfahrungen dieser Art abspeichere und vermische? NEIN...

@Sniffu: Ich bin ganz deiner Meinung, aber Toleranz kannst du nicht von jedem verlangen. Das hat viel mit Erziehung zu tun und wer eben in den katholischen Kindergarten geschickt wurde hat heute möglicherweise/wahrscheinlicherweise eine kirlich geprägte Sicht auf das Thema. Das kannst du nicht ändern, egal wie sehr du es versuchst, manche Menschen lassen andere Meinungen eben nicht zu.

Akzeptanz widerum bedeutet für mich etwas ganz anderes.
Akzeptiert doch beide, dass es Leute mit anderen Sichtweisen gibt, egal worum es geht (ist eben so, was für eine Welt wären wir wenn es nicht so wäre?).
Es bringt doch nichts sich hier zu "fetzen", Ihr habt beide eure Sichtweise dargelegt und versucht Einfluss auf das Denken der jeweils anderen Person zu nehmen.
Wenn das nicht funktioniert, lasst das Thema fallen und steigert euch nicht immer weiter hinein Icon_smile


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Beitrag #26 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
*Ersetze grenzwertig durch fahrlässig.

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Beitrag #27 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
Ich verstehe, wie Personen dazu kommen, solche Urteile zu bilden, doch ich habe kein Verständnis dafür. Ich nehme zur Kenntnis, dass es sie gibt, doch es zu akzeptieren, käme einer Resignation gleich, davon auszugehen, es würde sich nichts ändern. Auch wenn ich es in diesem Leben wahrscheinlich nicht mehr erlebe, will ich mir die Hoffnung erhalten, dass die Menschen eines Tages dazu fähig sind, auch menschlich zu sein.

Jemanden aufgrund von etwas, auf das diese Person keinen Einfluss hat, wie Nationalität, sexuelle Orientierung, psychische/physische Identifikation (zB Transpersonen), Krankheiten etc., auszugrenzen und zu diskriminieren, ist etwas, was viel zu oft passiert und als normal angesehen wird, obwohl es die Ausnahme darstellen sollte. Oftmals geschieht diese Diskriminierung nicht aus Bosheit, sondern schlichtweg aus Ignoranz und Gedankenlosigkeit. Ich hege die Hoffnung, diesen Missstand an Informationen zu beseitigen und für eine aufmerksamere Wahrnehmung der Mitmenschen und des Umfeldes zu sorgen, indem ich diese Diskussion führe. Nicht um jemanden anzugreifen.

Mir geht es nicht darum, von "meiner Meinung" zu überzeugen, sondern mich dort einzusetzen, wo ich Unrecht erkenne und nicht zu dem Bild beizutragen, dass solche Aussagen stillschweigend hingenommen und damit quasi gutgeheißen werden. Wenn diese Kommentare die eine oder andere Person zum Nachdenken gebracht haben, waren sie mehr zu als nur Ausdruck meiner Empörung gut.

Um zum Thema zurückzukehren (das doch nie verlassen wurde): Gerade Fantasy bietet grenzenlose Möglichkeiten, sich mit neuen, bis dato "fremdartigen" Lebenskonzepten auseinanderzusetzen. Ein gutes Gedankenexperiment, um sich bewusst zu werden, wie viel Stereotypen und Phobien in unseren Köpfen festsitzen, ist, innerhalb einer Story die Geschlechter und sexuellen Orientierungen zu verändern und herauszufinden, welche Beziehungen und Handlungsweisen sich plötzlich "komisch" anfühlen. Die sexuelle Orientierung/Nationalität/etc verändert nicht die Person, aber die Reaktionen ihrer Umwelt.

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Beitrag #28 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
An der aktuellen Diskussion sieht man, dass das Thema doch heikel ist ... ich denke, Persephone hat es nicht so negativ gemeint, wie es aufgefasst wurde Icon_smile

Ich bin aber auch dafür, dass man Homosexualität in der Literatur entweder neutral (= als normal) oder auch positiv darstellen sollte. Alles andere macht für mich wenig Sinn.

Ein Positiv-Beispiel: In "Die 13 Gezeichneten" von Judith und Christian Vogt gibt es einen männlichen Nebencharakter, der eine Affäre mit einem Mann hat, was auch für die Handlung wichtig ist. Zwar ist die Akzeptanz der Gesellschaft in diesem Fantasyroman auch nicht gerade groß gegenüber Homosexualität, aber die Beziehung wird nicht künstlich problematisiert. Zudem ist der Nebencharakter eine durchaus facettenreiche, interessante Figur und seine Gefühle dem Mann gegenüber sind gut nachzuvollziehen.

Aber ich hab selbst gemerkt, dass manche Leser Probleme vor allem mit der Darstellung gleichgeschlechtlicher Liebe haben - aber da muss man durch. Wem's nicht gefällt, muss es ja nicht lesen. Manche finden es auch nicht gut, können aber trotzdem damit leben, wenn die Charaktere gut dargestellt werden. Und dann gibt es ja auch Leser, die sowas durchaus sehr gerne lesen Icon_wink

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #29 |

RE: Homosexualität und Gendernormen in Fantasy
Ich denke, vielmehr ist der Umgang damit heikel, weil für viele Menschen das "Thema" noch immer so weltfremd ist, dass sie vergessen, dass Menschen, deren Leben davon bestimmt wird, Teil ihrer eigenen sind.

Ich finde eine queere Person hat genauso viel Anrecht auf ein Happy End wie eine cishetero (eine heterosexuelle Person, die sich mit dem Geschlecht identifiziert, das ihr bei der Geburt zugeschrieben wurde), genauso wie sie dasselbe (harte) Los erwartet, wenn die schreibende Person ihre Figuren auf einen Leidensweg schickt. Darüberhinaus finde ich es aber auch wichtig, nichts zu beschönigend und, wenn passend, sehr wohl auch die Widrigkeiten in dem Leben einer queeren Person darzustellen, eben um darauf aufmerksam zu machen, welchen Diskriminierungen betroffene Personen, bewusst oder unbewusst, ausgesetzt sind.

Die Quotenfigur der xy-Minderheit, die nur eingeführt wird, um zu suggerieren, man wäre tolerant und weltoffen, und bei der erstbesten Gelegenheit entsorgt wird, finde ich besonders schlimm.

In meinem Umfeld hatte ich schon öfters Diskussionen darüber, was man der Leser*innenschaft "zumuten" dürfte, inwiefern man sie mit Samthandschuhen anpacken und mehr oder weniger subtil "innovative" Handlungsstränge von zB queeren Personen handhaben sollte. Ich bin da ganz bei dir, Zack, ganz oder gar nicht, als schreibende Person den Spagat zwischen ignorantem/unsensiblem Publikum und Personen, die aktiv an solchen Themen interessiert sind, kann über kurz oder lang nicht funktionieren. Meiner Meinung sollte sich die schreibende Person treu bleiben, in meinem Fall würde ich mehr Rücksicht auf die Gefühle der Minderheit nehmen wollen als auf das breite Publikum, das sich auf den Schlips getreten fühlen könnte, weil ihm etwas präsentiert wird, das es nicht kennt oder kategorisch ablehnt (braucht man aber solche Leute als Leser*innen, abseits der Verkaufszahlen?). Das damit von Haus aus das Zielpublikum verkleinert wird, ist eine durchaus mögliche Konsequenz, die man dann in Kauf nehmen muss. Aber bestenfalls bekommen Leute den Text in die Hände, die sich a) in der Geschichte wiederfinden und mit ihr alle Höhen und Tiefen durchleben und b) solche, die dadurch für solche "heiklen Themen" sensibilisiert werden.

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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