Es ist: 11-04-2021, 07:05
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Kumen-Esh (Kampfszene)
Beitrag #1 |

Kumen-Esh (Kampfszene)
überarbeitet: 05.01.2015
(Sätze gekürzt, kleine Erklärungen eingefügt, Aztec-Aussagen leicht verändert & Hitoros Wehwehchen abgeändert)

Vorweg:
Dieser Auszug lässt sich unabhängig von allen anderen Teilen lesen!

Es handelt es sich um eine recht rohe Version, bei der ich selbst nicht mehr weiterkomme. Gerade deshalb kostet es mich einiges an Überwindung, sie hier einzustellen. Aber ich habe ein weit größeres Problem, das mich in diesen sauren Apfel beißen lässt:
Ich habe keine Ahnung, ob diese Szene als Spannungs- und Dramatik-Moment etwas taugt und wo noch Überarbeitungen in welche Richtung nötig sind. Ich hab mir da schon sehr viel den Kopf drüber zerbrochen, komme aber ohne Anregungen von außen nicht mehr weiter. Und weil ich hoffentlich noch einige solcher Szenen schreiben werde, wäre es wohl schlau, mir vorher Feedback einzuholen, damit ich beim nächsten Mal direkt weiß, was ich richtig und was ich falsch gemacht habe.
Darum würde ich mich hier vor allem über eventuelle Änderungsvorschläge und konkrete Hinweise zur Verbesserung der Spannung, Dramatik und Dynamik freuen, aber auch über allgemeine Tipps zum Aufbau / Ablauf einer solchen Szene. Falls ich grundlegend etwas falsch gemacht habe. Ich bin da inzwischen einfach total verunsichert.

Im Storyverlauf befinden wir uns nun ein gutes Stück weit in der Geschichte, in einem neuen Handlungsstrang, so dass ich diesmal die Hintergrunderklärung sehr eng an der Szene halten werde.

Elfisch/Englisch-Übersetzung gibt’s wieder unter dem Text.
Drei allgemeiner Fragen befinden sich über dem Text – wie immer natürlich auf freiwilliger Basis Icon_wink
Die Kapitelüberschrift ist nur eine Angabe der aktuellen Perspektive.
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Hintergrund:
Commander Hitoro Takahashi (ein einäugiger orkischer Söldner und ehemaliger Soldat) befindet sich an Bord der Raumstation Kumen-Esh (weniger verlassen, als sie am Anfang wirkte). Anna, eine junge, menschliche Frau, die auf eben dieser Station gearbeitet hat, bevor Dinge passierten, ist schon vor ein paar Kapitel vorgestellt worden und hat bewiesen, dass sie keine Damsel in Distress ist und recht gut mit ihrer Situation klarkommt.
Als Antagonisten treten hier zwei Gruppierungen auf, die auch untereinander verfeindet sind. Bei Gruppe 1 handelt es sich um Aztec-Soldaten, von denen Hitoro und Anna begründet annehmen, dass sie ohne Zögern auf Leute schießen.
Gruppe 2 (die »Drecks«) ist etwas spezieller und spielt in diesem Ausschnitt nur insoweit eine Rolle, dass einige Mitglieder ebenfalls in der Nähe sind und damit sowohl die Aztec wie auch Hitoro und Anna unter Zeitdruck setzen.

Die Räumlichkeiten sind dem Leser an dieser Stelle schon bekannt (und beschrieben!):
Über einen notfall(=schwach)beleuchteten Korridor sind Hitoro und Anna in einen etwa sechs mal sechs Meter großen Raum gekommen, der eine Kombination aus Arbeits- und Wohnzimmer ist. An der Wand gegenüber der Tür stehen Saatkästen, deren Scheiben eingeschlagen wurden, weshalb Scherben auf dem Boden (in der Mitte des Raumes) herumliegen. Auf der rechten Seite stehen ein Schreibtisch und eine Schrankwand, auf der linken Seite befindet sich ein etwa hüfthoher Raumteiler, der einen schmalen Streifen vom Zimmer abtrennt. Hinter dem Raumteiler in der hinteren linken Ecke führt eine Tür zum Badezimmer. Dort dienen zwei Spiegellampen als einzige Lichtquelle.
Nachdem Hitoro und Anna gemerkt haben, dass sie (ungewollt) die Aztec auf sich aufmerksam gemacht haben, hat Hitoro die Tür zum Korridor verschlossen und sie haben sich ins Bad zurückgezogen. Ihm und Anna wär es ganz recht, wenn die Aztec überhaupt nichts von ihrer Anwesenheit auf dieser Station mitbekommen.
Was es mit der Badewanne auf sich hat, wird in der vorangegangenen Szene geklärt.

Achso, von der Ausrüstungs- und Waffentechnik der Soldaten befinden wir uns etwa auf heutigem Stand, also keine Lichtschwerter und Laserpistolen.

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Fragen
1) Sind die Beschreibungen, wer was tut, verständlich, vorstellbar und nachvollziehbar? Sind es zu viele Details oder zu wenige? Zu viele Gedanken und Gefühle oder zu wenige?
2) Hitoro ist ein erfahrener Soldat (bzw. soll einer sein), ist seine Erzählsprache dafür halbwegs passend, kauft man ihm das ab? (Ich will nicht, dass er wie ein kaltschnäuziger, abgebrühter Schweinehund klingt, er ist immerhin auch Familienvater, aber er soll eben auch nicht wie ein Mädchen rüberkommen *lach*)
3) Liest es sich halbwegs spannend? (Ich bin nichtmal sicher, ob ich die Antworten auf diese Frage überhaupt hören will *lach*)




Auszug 1_______(Hitoro Takahashi) [veraltete Version]
Auszug 2_______(Janis van Deelen) [veraltete Version]
Auszug 3a / 3b__(Janis van Deelen)
Auszug 4.1 / 4.2_(Yelena Ivanova)
Auszug 5_______(Yelena Ivanova)
Kampfszene____(Hitoro Takahashi)




Hitoro Takahashi

Hitoro warf einen Blick zur Tür, an der noch immer die rote Diode glomm und behauptete, dass sie sicher verschlossen war. Ohne sie aus den Augen zu lassen, zog er das volle Reservemagazin mit siebzehn Schuss aus einer seiner Taschen und tauschte es gegen das angebrochene mit verbleibenden elf. Als Schütze taugte er nicht mehr viel, aber auf die kurze Distanz, die die Enge des Raumes ihm vorschrieb, würde er treffen. Falls es dazu kam.
Vorsichtig schob er die Badezimmertür zu und deutete auf die Nische zwischen Duschwanne und Wand. In der Dunkelheit würde die Ecke lange genug Schutz bieten.
»Versteck dich. Bleib unten und rühr dich nicht.«
Mit noch immer gezogenem Messer verschwand Anna im Halbschatten. Hitoro schaltete die Spiegellichter aus und knipste kurz seine Taschenlampe ein, um in der Ecke links neben dem Durchgang Position zu beziehen. Das Zischen war kaum zu hören, als die Eingangstür aufglitt.
Sekundenlange Stille, nur das Geräusch seines eigenen Atems in seinem Kopf. Dann eine Stimme im Nebenzimmer, Schritte in den Raum hinein.
»All clear«, verkündete jemand.
Vielleicht übersahen sie die Tür im Schatten.
Der andere Sprecher musste noch am Eingang stehen oder sogar im Korridor, denn seine Antwort war ein unverständliches Murmeln. Kurz darauf entfernten sich die Schritte wieder.
»Wait a sec.«
Unter Stiefeln knirschten Scherben und verrieten die Position des Soldaten: in der Mitte des Zimmers, noch hinter dem Raumteiler. Falls sich einer der anderen Aztec an der Wand entlang dem Bad näherte, tat er es vollkommen lautlos. Hitoro spannte sich an, die Pistole in der rechten, die Taschenlampe in der linken Hand.
Alles um ihn herum verschwand hinter einem Vorhang aus Konzentration. In ihm breitete sich Ruhe aus, ein tiefverwurzeltes Vertrauen in seinen Instinkt. Sein Körper würde auch dann reagieren, wenn sein Verstand nicht schnell genug begriff. Zwei Leben hingen davon ab.
Die Tür glitt beinahe lautlos zur Seite. Ein schmaler Lichtstrahl blitzte auf, die Lampe eines Sturmgewehrs. Geradeaus auf die Badewanne gerichtet, deren Anblick den Träger zögern ließ, den Raum zu betreten. Was auch immer die Aztec hier trieben, es schien zumindest diesen einen nicht kalt zu lassen.
»What a bitch of a mess!«, fluchte er gedämpft und trat einen Schritt vor.
Ein blassgrün leuchtender Punkt oberhalb seines Ohres verriet die Kamera am Band seiner Visierbrille. Vermutlich Teil eines Restlichtverstärkers.
Der Aztec drehte sich zur Seite um und Hitoro schnellte vor. Er rammte seinem Gegner den linken Ellbogen gegen den Waffenarm, schmetterte ihm den Pistolengriff gegen das Visier. Knirschend gab es unter dem Aufprall nach. Sein zweiter Hieb traf den Kehlkopf.
Ein Ausruf des Soldaten ging im Keuchen unter, und im dumpfen Hämmern der Salve, die sich unkontrolliert aus seinem Sturmgewehr löste. Er stolperte einen Schritt nach hinten, nach Luft ringend. Die Hand löste sich von der Waffe, krallte sich stattdessen am Türrahmen fest. Solange er sich in der Schusslinie befand, würden seine Kameraden nicht feuern.
Hitoro zielte an ihm vorbei, entdeckte einen Schemen knapp drei Meter entfernt, zwei weitere an der Eingangstür.
Er riss die Taschenlampe hoch und schaltete sie ein, den Aztec in der Mitte des Zimmers im Visier. Jemand fluchte und Hitoro zog durch. Seine Schüsse zwangen den Soldaten zu Boden, hinter die Deckung des Raumteilers. Sofort schwenkte er weiter, in Richtung Tür, doch noch bevor er abdrücken konnte, brach seine Deckung röchelnd zusammen.
Hitoro wich zur Seite und presste sich wieder an die Wand, nur Sekundenbruchteile bevor die beiden Aztec das Feuer eröffneten. Insgesamt vier Salven pflügten über die Wand und die Badewanne hinter ihm und hörten sich merkwürdig unecht an. Das dumpfe Ploppen, mit dem die Kugeln sich lösten, war nicht viel lauter als das Klacken, mit dem sie in die Wandverkleidung einschlugen. Selbst die darauffolgende Stille klang laut.
Der Körper im Durchgang regte sich kaum noch. Nur ein schwaches Schnappen nach Luft. Um jede Gefahr auszuschalten, feuerte Hitoro zwei Schüsse auf ihn ab, brachte ihn endgültig zum Verstummen. Schon der erste beschwor die sofortige Antwort herauf.
Hitoro sank neben dem Waschbecken in die Hocke, mit dem Rücken zur Wand, und lauschte auf die hektische Stimme, die der Salve folgte – im Korridor.
Er nutzte die Deckung des Raumteilers und riskierte einen Blick auf den Toten. Das Sturmgewehr lag mit angeschalteter Lampe neben ihm, am Gürtel trug er ein Messer und eine Schlüsselkarte. Auf der anderen Seite entdeckte Hitoro zwei Granaten.
Eine weitere, dumpfe Feuersalve nahm die Wand unter Beschuss. Dahinter war das Geräusch von hastigen Schritten über Scherben kaum zu verbergen.
Einer der Soldaten musste hinter den Raumteiler zu seinem Kameraden gelaufen sein. Sie würden ihn nicht zurücklassen, wenn er noch lebte. Der andere blieb an der Tür, vermutlich auch um den Rückzug zu sichern, sollten die Drecks vom Park aus angreifen. Offenbar war ihr Interesse an dem Badezimmer und seinen Besetzern schlagartig verschwunden.
Wieder erklang eine Stimme, nur undeutlich, und Hitoro beugte sich ein zweites Mal zur Seite, griff nach dem Bein des Toten und zog ihn mit einem Ruck ein Stück ins Bad hinein. Vorsichtig löste er beide Granaten, suchte nach einer Kennzeichnung. Blendgranaten. Besser als nichts, aber auf der Enge des Raumes riskant. Außerdem würde der Lärm jeden Dreck in Hörweite anlocken – falls einer von ihnen das Dauerfeuer verschlafen hatte.
Sollten sich die Soldaten allerdings zurückziehen und Anna und ihn hier drin einsperren, gab es kein Entkommen mehr.
Kurz warf er einen Blick in die verwaschene Dunkelheit des Badezimmers.
»Anna«, flüsterte er. »Komm!«
Blind feuerte er dreimal in den Raum, um die Soldaten einige weitere Sekunden in ihrer Deckung zu halten. Wieder antwortete ihm eine Salve, ließ Anna den Kopf einziehen. Doch sie krabbelte weiter, bis sie dicht neben ihm war. Er drückte ihr seine Pistole in die Hand, legte ihren Finger über den Abzug.
»Durchziehen, lockerlassen, wieder durchziehen. Schräg nach oben, du musst nicht zielen.«
Sie nickte hastig und Hitoro zog das Sturmgewehr des Aztec zu sich. Seine eigene Lampe verschwand in seiner Tasche, bevor er das Licht an der Waffe ausschaltete. Der matte Schein der Korridorbeleuchtung kam nicht gegen die Dunkelheit an, die das Bad flutete. Im Hauptraum dagegen waren die Aztec zumindest als Schemen erkennbar. Zwei hektische Stimmen wechselten sich dort ab, die über ihr weiteres Vorgehen uneinig schienen.
»Schieß auf mein Zeichen. Dann geh in Deckung, Augen und Ohren zu. Es wird laut. Verstanden?«
Über seine letzten Worte legte sich ein kehliges Jaulen, dessen Urheber sich irgendwo im Park befinden musste. Trotzdem nickte Anna erneut. Ein zweiter Dreck antwortete und lenkte vermutlich auch die Aufmerksamkeit der Aztec auf sich. Hitoro nutzte die Chance, um geduckt die knapp anderthalb Meter zwischen Badezimmertür und Raumteiler zurückzulegen.
»Hurry up!«, drängte der Kerl am Eingang. »Time’s running out.«
Wenn er mit einem Auge den Korridor im Blick behielt, würde nicht schnell genug reagieren können.
Während Hitoro sich bis zum Ende seiner Deckung vorarbeitete, erklang auf der anderen Seite eine leise Stimme.
»Let’s get out of here. On my mark.«
Ein gepresstes Stöhnen.
Draußen war es wieder still.
Die Blendgranate würde bis weit über die Gartenanlage hinaus zu hören sein. Wie ein Paukenschlag, der zum Festmahl rief. Für die Aztec mochte dieser Plan zu riskant gewesen sein, für Anna und ihn war es die einzige Chance.
Mit einem Blick über die Schulter versicherte er sich, dass sie in Position war. Den Kopf dicht über dem Boden spähte sie aus dem Durchgang, beide Hände am Pistolengriff. Hitoro atmete tief durch und nickte ihr zu.
Ohne Zögern feuerte sie zweimal nach schräg oben. Damit brachte sie den Aztec an der Tür dazu, eine weitere Salve in der Wand zu versenken. Reglos wartete Hitoro zwei Sekunden ab, zog den Ring der Granate und warf sie dicht über dem Boden um die Ecke.
Er kniff sein Auge zusammen und presste die Hände auf die Ohren.
Die Explosion zerriss jeden klaren Gedanken, brachte den Boden ins Wanken, die Welt ins Taumeln. Das Epizentrum eines Erdbebens tief in seinem Kopf. Der Knall schrillte nach, hinter seinen Schläfen, und der Untergrund schien nicht mehr zum Stillstand zu kommen. Aber sein Körper setzte sich auch ohne den Befehl in Bewegung. Instinktgetrieben. Dem Aztec nach, der in den Korridor zurückgewichen war, desorientiert. In der gekrümmten Haltung spiegelte sich Schmerz, zu wenig allerdings, um den Überlebenswillen auszuschalten.
Der Soldat riss sein Sturmgewehr hoch und zog durch, ohne dass ein Geräusch das Klingeln in Hitoros Kopf durchdrang. Reflexartig ließ er sich fallen, rollte nach vorne ab und fegte den Aztec mit einem gezielten Tritt von den Füßen. Ein Handkantenschlag zertrümmerte seinen Kehlkopf und Hitoro wirbelte herum, schaltete die Lampe des Gewehrs an.
Heißer Schmerz explodierte in seinem Bein. Augenblicke nur, in denen der Lichtstrahl ziellos durch den Raum schwankte, wie seine Gedanken, bis sein Körper die Schwäche mit Adrenalin ausglich. Das Licht blieb an den beiden Gestalten am Boden kleben. Eine reglos am Raumteiler lehnend, die andere im Begriff hinter einem Teil des Eckschreibtischs in Deckung zu gehen. Die plötzliche Helligkeit ließ ihre Pistolenschüsse ins Leere gehen.
Hitoro zielte sorgfältiger. Er zog den Abzug durch, spürte das dumpfe Ploppen der Schüsse mehr, als dass er es hörte, wie unter Wasser. Die Einschläge rissen den Aztec zu Boden, wo er liegen blieb. Zur Sicherheit schob Hitoro eine zweite Salve nach und sorgte dafür, dass auch von dem vierten Mann keine Gefahr mehr ausging. Erst dann richtete er den Lichtkegel auf den Durchgang zum Bad.
»Anna?«
Selbst seine eigene Stimme übertönte das anhaltende Schrillen in seinen Ohren kaum, so dass er keinen Versuch unternahm, auf eine Antwort oder andere Geräusche zu lauschen. Er richtete sich auf, obwohl das Schwindelgefühl noch immer nicht abgeklungen war, und stellte das Gewehr auf Einzelschuss.
»Anna!«
Sie mussten verschwinden, bevor die Drecks begriffen, welche Gelegenheit sich ihnen hier bot. Aber Anna zeigte sich nicht. Nach einem raschen Blick in den noch leere Korridor bewegte sich Hitoro wieder in den Raum hinein.
Unter dem zweiten Schritt knickte sein linkes Bein ein, spülte gedämpften Schmerz durch seinen Körper, bis in die Schultern hinauf. Stöhnend stützte er sich am Türrahmen ab und richtete den Lichtkegel nach unten. Blut sickerte aus einem Riss in seiner Hose – in seinem Oberschenkel – knapp eine Handbreit oberhalb des Knies. Und aus einem Loch auf Kniehöhe. Mit der Erkenntnis wich schlagartig die betäubende Wirkung des Adrenalins. Jeder Herzschlag pumpte eiskalte Hitze in die Wunden.
Hitoro atmete durch und biss die Zähne zusammen. Humpelnd durchquerte er den Raum, bei jedem Schritt das Gefühl, jemand ramme ihm ein Messer ins Bein. Immer tiefer fraß sich der Schmerz in sein Bewusstsein.
Nur zwei Meter bis zum Raumteiler, an dem er sich abstützen konnte. So war er Anna bei ihrem Rückzug mehr Hindernis als Hilfe – er brauchte ein Schmerzmittel. Und ein Umweg über die Med-Station würde sie nicht viel kosten, wenn es nicht ohnehin der beste Fluchtweg war.
»Anna!«
Im selben Moment tauchte sie endlich in der Tür auf, recht wacklig auf den Beinen, aber unverletzt. Sie hatte ihre Taschenlampe eingeschaltet und umrundete den Raumteiler, so schnell es ihr möglich war. In ihren Augen spiegelte sich Angst und Verwirrung, als sie Hitoro ansah.
»Ich hör nichts mehr!«, schrie sie ihn an und deutete auf ihre Ohren.
Ihre Stimme klang, als hätte sie den Mundschutz vor ihrem Gesicht mit Watte ausgestopft.
»Das geht vorbei!«, erklärte er in ähnlicher Lautstärke.
Weil Anna ihn nur hilflos anstarrte, verlagerte er sein Gewicht auf das unverletzte Bein und hob beruhigend die Hände. Er nickte ihr zu, deutet auf seine Ohren und hob den Daumen.
»Alles normal! Wir müssen weg!« Mit diesen Worten wies er zur Tür, dann auf seine Wunden. »Zur Med-Station!«
Ihre Augen weiteten sich, als sie seinem Fingerzeig folgte. Sie machte auf dem Absatz kehrt und verschwand wieder im Bad, während Hitoro zurück zur Tür humpelte. Ein Blick hinaus offenbarte einen noch immer leeren Korridor und hinter dem Klingeln in seinen Ohren waren keine verdächtigen Geräusche zu hören. Aber er hatte nicht vor, abzuwarten, bis sich das änderte. Selbst wenn die Drecks sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht für sie interessierten, war es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Aztec auftauchten.
Als er sich umdrehte, um erneut nach Anna zu rufen, stand sie bereits bei ihm und ging in die Hocke. In einer Hand ein frisches Handtuch, in der anderen einen hellen Stoffstreifen.
Irritiert begutachtete Hitoro sein Bein. Auch wenn der pochende Schmerz sich immer weiter ausbreitete, hatte es nicht ausgesehen, als würde er viel Blut verlieren. Der zweite Blick belehrte ihn eines Besseren. Seine Hose knieabwärts hatte sich bereits vollgesogen und neben seinem Schuh tropfte Blut auf den Boden.
Es musste die Wunde am Oberschenkel sein. Ein Streifschuss nur, der aber eine Vene erwischt haben konnte. Auch Anna schien zu diesem Schluss zu kommen und drückte das gefaltete Handtuch darauf. Er hatte zu wenig Kontrolle über sein Bein, um sich gegen den Druck zu stemmen. Eine heiße Welle jagte durch seinen Oberschenkel und ohne die Wand in seinem Rücken hätte er das Gleichgewicht verloren. Er konzentrierte sich auf seine Atmung, die zu flach und gepresst war, während Anna die Kordel um den provisorischen Druckverband festzog. Mit einem unbarmherzigen Ruck schnürte sie auch den zweiten Knoten und kam wieder auf die Beine.
Beunruhigender als der sengende Schmerz, der sich auf die umliegenden Muskeln verteilte, war das Gefühl, unterhalb des Knies gar nichts mehr zu spüren. Aber mit diesem Problem musste er sich später auseinandersetzen.
»Die Waffen.«
Er verschwendete keine Kraft auf den Versuch, tatsächlich von Anna gehört zu werden, sondern deutete direkt auf die beiden Aztec und auf das Sturmgewehr. Sie verstand und huschte zu den Toten. Noch während sie die beiden Pistolen aufklaubte und sich dann über einen der Männer beugte, humpelte Hitoro zurück auf den Flur. Mehr noch als der Schmerz behinderte ihn dabei das fehlende Gespür in seinem Bein, als sei es eingeschlafen.
Jeder Schritt hinterließ einen blutigen Abdruck. Es würde den Aztec nicht schwerfallen, ihrer Fährte zu folgen. Oder den Drecks.
Mühsam zog Hitoro die Essigflasche aus seiner Tasche und schraubte den Sprühkopf ab. Ein bisschen feuchter Staub in der Luft würde in diesem Fall kaum ausreichen. Stattdessen verteilte er den Inhalt der Flasche großzügig über die gesamte Breite des Korridors und spähte ein weiteres Mal in Richtung Parkanlage. Noch immer zeigte sich kein einziger Dreck – aber Hitoro wusste mit unumstößlicher Sicherheit, dass sie dort waren, im Schutz der Pflanzen. Vielleicht hatten die Aztec ein paar von ihnen erwischt und die restlichen waren vorsichtig geworden.
Trotzdem wollte er so schnell wie möglich von hier weg. Zur Med-Station.
Solange er sein Bein nicht belastete, war der Schmerz nur ein dumpfes Pochen, aber sobald er auftrat, wechselten sich heißes Stechen und prickelnde Taubheit ab. Irgendetwas stimmte nicht mit diesem Schmerz. Und er verlor zu viel Blut.
›Wenigstens leben wir …‹, echote Daisukes Stimme hinter dem allmählich leiser werdenden Klingeln in seinem Kopf.
Plötzlich war Anna wieder neben ihm, legte seinen Arm über ihre Schulter und brach unter der ersten Belastung fast zusammen. Trotzdem wich sie nicht von seiner Seite.
Der Strahl ihrer Taschenlampe hüpfte durch den Gang vor ihnen, während sie Meter um Meter zurücklegten. Bei jedem Schritt erst das Gefühl, sein Bein nicht mehr spüren zu können, keinen Bodenkontakt zu haben, und dann die brennende Erkenntnis, dass es durchaus noch da war. In seinem Kopf gab es kein anderes Geräusch mehr als das Rauschen des Blutes und das Hämmern seines Herzschlags.
Aber so würde er nicht sterben. Nicht jetzt und nicht hier.



Übersetzungen
All clear - Alles klar
Wait a sec – Wart mal kurz
What a bitch of a mess! - So eine verdammte Schweinerei!
Hurry up! Time’s running out - Mach schneller! Uns läuft die Zeit weg
Let’s get out of here. On my mark. - Lass uns von hier verschwinden. Auf mein Zeichen.
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»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #2 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
Hallo Lanna

Schwierig ... Es ist ja eher eine ... Lauersituation als eine Kampfszene. Und es ist eben persönlicher Stil und auch die Figur. Er wirkt auf mich recht überlegend und der Kampf etwas langsam. Was ja nix schlechtes sein muss.
Viel überlegen, und für Aktion "schwierige" Satzkonstruktionen. Ich würde wenigstens bei der ein oder anderen Gelegenheit bei Schusswechseln Einwortsätze einbauen und etwas knapper werden. Wenn du mehr Tempo drin haben willst und wenn er soviel Blut verliert, sollte er sein Bein gleich mit etwas abbinden (Klamotte, Gürtel und irgendwas zu drehen.) Und so ein Abbinden darf nicht ewig dauern, wenn dann das Körperteil nicht verlieren will ... klingt unten so, als wolle er es abbinden lassen und dann weitermachen.
Und die Aztec lassen sich irgendwie etwas zu leicht abknallen, nachdem er erste gestorben ist. wieso sie da nicht aus der ganzen Sache ein Sieb machen und selber Granaten schmeißen, musst du aus dem Gesamtzusammenhang heraus entscheiden. Denn Lebend wollen sie sie ja nicht, wie erwähnt.
Jedenfalls ist es auch nett, wie er sich um Anna kümmert und Anweisungen gibt. Irgendwie das Bild eines großen fürsorglichen Bären.
Wo du erwähnst, dass er nicht so abgebrüht sein soll. Ein Gedanke daran, dass er eigentlich nach Hause wollte, eben ja nach Gesamtzusammenhang.

Als Fazit würde ich sagen, ganz solide und gut nachvollziehbar, etwas mehr Modulation in die Sätze bringen

Liebe Grüße
Pfote

Gewinne und wünsch' dir ein Taschenbuch! Mrgreen

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Beitrag #3 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
Hallo Lanna,
schön, ein neuer Teil von Kumon-Esh! Icon_jump
Na dann immer her mit deinen japanischen Orcs und englischen Elfen Icon_ugly inzwischen mag ich die ja doch sehr!

Zitat:Er hatte die Frage noch nicht beendet, als an der Tür ein elektrisches Surren ertönte. Allzu viel Hoffnung darauf, dass die Aztec nichts hatten, mit dem sie das Schloss knacken konnte, verschwendete Hitoro nicht.
Das würde ich von der Reihenfolge her tausche: erst die Feststellung, dass er sich da nicht viel Hoffnung macht und dann das Surren, denn das Surren macht die nachfolgende Bemerkung überflüssig - wenn er hört, wie die das Schloss knacken, braucht er sich da auch nicht mehr allzu viel Hoffnung zu machen.

Zitat:Unter Stiefeln knirschten Scherben, auf der anderen Seite des Raumteilers. Falls sich einer der Aztec dem Badezimmer näherte, tat er es vollkommen lautlos.
Hier bin ich etwas verwirrt: wenn Scherben knirschen (unter wessen Stiefeln eigentlich?), wie kommt er dann auf den Gedanken, dass sich da irgendwer gerade lautlos anschleicht? Und dann: wo kommen die Scherben her? bisher hat doch noch niemand randaliert?

Zitat:Die Tür glitt beinahe lautlos zur Seite und ließ den schmalen Lichtstrahl einer Lampe herein, die Teil eines Sturmgewehrs war. Geradeaus gerichtet, auf die Badewanne, deren Anblick den Träger zögern ließ, den Raum zu betreten.
Wird das Bad jetzt von denen zum zweiten Mal durchsucht?

Zitat:»Son of a bitch!«, fluchte er gedämpft und machte doch einen Schritt vor.
Du hast "son of a bitch" mit "verdammte Scheiße" übersetzt, da ergibt das jetzt beim Lesen Sinn. Aber meines Wissens bezeichnet der Ausdruck kein simples, wahlloses herumfluchen, sondern präzisiert einen Gegenüber als "Hurensohn". (Wenn du verstehst, was ich meine, ist irgendwie gerade nicht so einfach zu erklären Icon_ugly )Deswegen war ich beim ersten Lesen etwas verwirrt, weil ich dachte, der Atzec hätte in genau diesem Moment Hitoro oder Anna entdeckt und nicht einfach etwas, das ihn misstrauisch macht.

Zitat:Ein blassgrün leuchtender Punkt oberhalb seines Ohres verriet die Kamera, die am Band seiner Visierbrille angebracht war. Vermutlich Teil eines Restlichtverstärkers – mit Infrarotsicht wäre er nicht auf zusätzliches Licht angewiesen.
Ich weiß was ein Restlichtverstärker ist und der Infratotzusatz ist für mich unnötig, sodass du ihn streichen könntest, aber ich störe mich da jetzt nicht großartig dran. Ich wollts nur mal erwähnt haben Icon_wink

Zitat:Der Aztec drehte sich zu ihm um und Hitoro schnellte vor.
Das hier lässt mich annehmen, dass der Aztec mit seiner Flucherei vorhin eben nicht auf Hitoro bezogen hat, denn dann hätte der Elf ja sofort angegriffen und sich nicht Zeilen später von Hitoro überrumpeln lassen.

Zitat:Mehrere Salven, die ohne den Lärm der Schüsse merkwürdig unecht klangen, pflügten über die Wand und die Badewanne hinter ihm. Das dumpfe Ploppen, mit dem die Kugeln sich lösten, war nicht viel lauter als das Klacken, mit dem sie in die Keramikfliesen einschlugen.
Da bin ich jetzt verwirrt, denn selbst wenn die Schalldämpfer haben, müsste der Einschlag in die Fliesen schon ordentlich rumsen, von den Splittern mal abgesehen, die da noch durch den Raum zischen. Haben die irgendeiner coole geräuschvernichtende Schalldämfertechnologie, die jeglichen Geräuschpegel im Raum reduziert, oder ist Hitoro da jetzt schon taub?

Zitat:Hitoro sank neben dem Waschbecken in die Hocke, mit dem Rücken zur Wand, und lauschte auf die hektische Stimme – vermutlich im Korridor.
Bis auf Hüfthöhe gab der Raumteiler ihm Deckung, so dass er einen Blick auf den Toten riskierte.
Was ist das für ein Raumteiler? Eine Bambuswand? Oder eine kleine, geflieste Mauer im Raum? Alles andere als das Zweite gibt übrigens eine lausige Deckung bei Maschinengewehrsalven ab - wenn sich die Helden im Actionfilm immer hinter einer Autotür verstecken, dann nur, weil da irgendwie jedes Auto schwer gepanzert ist, oder weil im Film niemand den Maschinengewehren gesagt hat, dass so ein Kugelhagel aus einer so dünnen Barriere ein Sieb machen - mit allem, was sich da hinter versteckt.

Zitat:Außer dem Sturmgewehr trug er noch ein Messer am Gürtel, neben dem eine Schlüsselkarte befestigt war. Auf der anderen Seite entdeckte Hitoro zwei Granaten. Im gleichen Moment zersplitterten weitere Fliesen unter einer dumpfe Feuersalve, die das Geräusch von Schritten über Scherben nicht verbergen konnte.
Kann ich mir nicht vorstellen. Der Geräuschpegel eines Kugelhagels (und wenn schon nicht das Mündungsfeuer so doch wenigstens der Einschlag) müsste das Geräusch einen Scherbenknirschens ohne Probleme überdecken. Es sei denn, du erklärst vorher, dass Orcs ein absolutes Supergehör haben und die selbst bei gigantischem Lärm noch andere, erheblich leisere Geräuschquellen ausmachen können.

Zitat:Kurz warf er einen Blick in die verwaschene Dunkelheit das Badezimmers.
»Anna«, flüsterte er in Richtung Dusche. »Komm!«
Mein letzer Stand war, dass sich Anna in der Milchglasdusche versteckt hielt. Wo kommt die jetzt also genau her? Aus der Dusche? Ist die denn bei all den Schusswechseln und Querschlägern tatsächlich heile geblieben? Bzw., wenn ich ein mordgieriger Aztec auf der Suche nach Zeugen/ Opfern wäre, wäre die Duschkabine mein erstes Ziel, wo ich ein paar Schüsse reinsetzen würde - nur um sicherzugehen, dass sich da nicht noch einer drin verkrochen hat.

Zitat:Wieder antwortete ihm fast unmittelbar darauf eine Salve, die Anna dazu brachte, ihren Kopf noch ein Stück tiefer zwischen die Schultern zu ziehen. Doch sie krabbelte geduckt weiter, bis sie dicht neben ihm war. Er drückte ihr seine Pistole in die Hand, legte ihren Finger über den Abzug.
Langer Satz für schnelles Geschehen. Ich versuch's mal mit einem Alternativvorschlag, der ein bissel mehr Tempo reinbringt und hoffentlich deutlich macht, wo hier mein Problem liegt: "Wieder antworte ihm eine Salve, ließ Anna den Kopf einziehen. Rasch krabbelte sie weiter zu ihm hin. Hitoro drückte ihr seine Pistole in die Hand, legte ihren Finger über den Abzug."

Zitat:»Durchziehen, lockerlassen, wieder durchziehen. Schräg nach oben, du musst nicht zielen.«
Sie nickte hastig und Hitoro zog auch das Sturmgewehr des Aztec zu sich. Seine eigene Lampe verschwand in seiner Tasche, bevor er das Licht der Waffe ausschaltete. Der matte Schein der Korridorbeleuchtung kam nicht gegen die Dunkelheit an, die das Bad flutete. Im Hauptraum dagegen waren die Aztec zumindest als Schemen erkennbar.
Und die Aztec stehen da rum und waren, bis die Beiden sich in aller Ruhe neu formiert haben und eventuell sich was hübsches ausdenken können, womit sie die Elfen ärgern können? Nette Aztec Icon_smile

Zitat:»Warte hier. Auf mein Zeichen schießt du zweimal, schnell hintereinander. Dann gehst du in Deckung, schließt die Augen und hältst dir die Ohren zu. Es wird laut. Verstanden?«
Lange Rede, kurzer Sinn. Als Soldat sollte er sich meiner Meinung nach kürzer fassen können.

Zitat:Die Frage ging in [Lärm] unter, dessen Urheber sich irgendwo im Park befinden musste.
Die ganze Zeit fallen Schüsse und so schlimm isses nicht, dass Hitoro da noch alles mögliche sonst hört - und nun verschluckt ein Lärm außerhalb des Gebäudes die Frage von Anna? Wenn da nicht gerade eine Atombombe im Garten eingeschlagen ist, würde ich das so nicht stehen lassen.

Zitat:»Another shot. On my mark.«
Die sagen das? Damit Hitoro mithören kann? Nett von denen, das muss ich schon echt sagen Icon_smile Haben Aztec keine coole Militär-Handgefuchtel-Zeichensprache, mit denen die so grundsätzliche Befehle weitergeben, ohne, dass der Gegner lauschen kann?

Zitat:Die Explosion zerriss jeden klaren Gedanken, brachte den Boden ins Wanken. Das Epizentrum eines Erdbebens (bohrte sich) tief in seinem Kopf. Der Knall schrillte nach, hinter seinen Schläfen, und der Untergrund schien nicht mehr zum Stillstand zu kommen.

Zitat:Fast sofort fand der Lichtkegel die beiden Gestalten am Boden, eine reglos am Raumteiler lehnend, die andere im Begriff, hinter einem Teil des Eckschreibtischs in Deckung zu gehen. Die plötzliche Helligkeit ließ ihre Pistolenschüsse ins Leere gehen.
Ich komme gerade mit dem Setting durcheinander: Wo kommt der Schreibtisch her? dachte, die Kämpfen noch immer im Badezimmer? Kann aber auch sein, dass ich da mal wieder irgendwas nicht mitbekommen habe Icon_ugly

Zitat:Hitoro atmete durch und biss die Zähne zusammen. Humpelnd durchquerte er den Raum, bei jedem Schritt das Gefühl, sein linkes Bein nicht spüren zu können, obwohl jede Belastung sich gleichzeitig anfühlte, als habe ihm jemand ein Messer hineingerammt. Die Kugeln mussten einen Nerv erwischt haben.
Das haben sie zwangsläufig, denn Nerven sind überall im Körper - was die Aussage bissel überflüssig macht - dass Schussverletzungen wehtun ist jetzt keine so irrsinnige Annahme. Wenn die Kugel allerdings einen größeren Nerv verletzt hätte, würde er vermutlich (wenns denn der richtige ist und je nach Schweregrad der Verletzung) sein Bein unterhalb der Verletzung nicht mehr spüren können.

Zitat:. Der zweite Blick belehrte ihn eines Besseren. Seine Hose knieabwärts hatte sich bereits vollgesogen und neben seinem Schuh tropfte Blut auf den Boden.
Es musste die Wunde am Knie sein. Eine verletzte Arterie.
Nein, das würde richtig mit Druck aus der Wunde ausspitzen und das hätte er definitiv selbst auch bemerkt! Für eine stake Blutung reicht auch eine Vene, um die Hose zu durchnässen. Bzw. würde an sich auch eine oder mehre Platzwunden durch Schrapnelle reichen (ich hatte selbst mal eine am Knie gehabt - kaum 5mm groß und die hat auch binnen zwei Minuten mein Hosenbein bis runter zu den Socken vollgeblutet.)

Zitat:Er konzentrierte sich auf seine Atmung, die zu flach und gepresst war, während Anna die Kordel um den provisorischen Druckverband festzog. Mit einem unbarmherzigen Ruck schnürte sie auch den zweiten Knoten und kam wieder auf die Beine.
Wie gut ist Annas medizinische Ausbildung? Oder die von Hitoro? Ein Handtuch als Druckverband ist suboptimal, weil durchnässter Stoff keinen vernünftigen Druck mehr aufbaut. Mit einem Gürtel das Beim abbinden, wäre eine bessere Idee, oder das Handtuch vorher in eine Plastetüte/ Gefrierbeutel packen, damit es sich nicht vollsaugt und es DANN als Druckpolster für einen Verband benutzen. (Ja, wird auch in Filmen gerne falsch gemacht - und im Ersthilfefall vermutlich auch, da sollte man dann als Druckpolster eine noch verpackte Binde nehmen. Dürfte aber allen Leuten, die von Berufswegen keine hochwertigere Ersthelferausbildung haben, nicht groß auffallen. Kann mir aber andrerseits gut vorstellen, dass ein Soldat weiß, wie er es richtig machen muss.)

Zitat:Beunruhigender als der sengende Schmerz, der sich auf die umliegenden Muskeln verteilte, war das Gefühl, unterhalb des Knies gar nichts mehr zu spüren. Aber mit diesem Problem musste er sich später auseinandersetzen.
Gut, also doch Nervenverletzung. Dann würde ich ihn aber an der Stelle darauf schließen lassen und nicht schon weiter oben, nur weil er Schmerzen hat. Zu dieser Art der Verletzung in den Anmerkungen noch was - denn wer Ahnung von Anatomie hat, hat auch an der Stelle eine ziemlich genaue Vorstellung von der exakten Lokalisation. Das Blöde ist nur: Das sieht nicht gut aus für den armen Hitoro! Sein restliches Leben dürfte sich in Minuten berechnen lassen ...

Zitat:»Die Waffen.«
Ja, typisch Mann! Er steht kurz vor dem Exitus und sein einziger Gedanke ist es, noch eine große Knarre zu bekommen! Icon_motz Icon_irre

Zitat:Noch während sie die beiden Pistolen aufklaubte und sich dann über einen der Männer beugte, humpelte Hitoro zurück auf den Flur. Einen Nagel nach dem anderen bohrte er so in sein Knie
Er ja weniger, oder? Würde statt "bohrte er so in sein Knie", "bohrte sich so in sein Knie" schreiben.

Zitat:und zog eine Spur kleiner Blutstropfen hinter sich her. Es würde den Aztec nicht schwerfallen, ihrer Fährte zu folgen.
Nur kleine Blutstropfen? Keine blutigen Fußabdrücke?

Zitat:Die [Anderen] im Park waren allerdings im Moment das dringlichere Problem. [Er tat etwas, um eine Verfolgung durch sie zu verhindern.]
Der Sinn des Satzes entzieht sich mir bissel. Wenn du nicht schreibst, was er tut, kannst es auch bleiben lassen, denn das hier ist unglaublich Charakterfern.

Zitat:Das war ein Schmerz, der ihn noch tiefer in die Realität hineinriss.
Wenigstens leben wir …
Daisukes Stimme echote hinter dem allmählich leiser werdenden Klingeln. Vielleicht gewöhnte er sich auch nur daran.
Ist Daisuke in der Nähe oder halluziniert er?

Zitat:Aber so würde er nicht sterben. Nicht jetzt und nicht hier.
Das liegt nicht an dir, sondern an deiner Autorin Icon_ugly Aber ich glaube, die mag dich zu sehr, als dass sie dich verrecken lässt - zumindest nicht solange, wie sie dich noch braucht Icon_ugly
Ansonsten ein schöner, trotziger Schluss!


Anmerkungen:
Während des gesamten Kampfes fehlt mir bissel die technische Überlegenheit der Atzec. Die sollten mit ihren Restlichtverstärkern eigentlich ohne Probleme in die Schattenwinkel hineinsehen können, stattdessen entzieht sich Hitoro mehrere Male, indem er sich in irgend einer dunklen Ecke versteckt. Auch wenn ich da auch nicht aus eigener Erfahrung im Umgang mit Restlichtverstärkern sprechen kann, finde ich es etwas dünn, das Hitoros Manöver tatsächlich funktionieren.
Dann, wie auch Pfote schon festgestellt hat, stellt sich die Frage, warum die Aztec da nicht einmal alles zu Klump verarbeiten, sobald sie bemerken, dass da sich zwei verstecken? Die Mittel dazu haben sie ja. Irgendwie geht das alles ein wenig zu leicht ...
Dann noch einen Punkt, der wohl kaum jemanden auffallen dürfte und den du auch nicht unbedingt falsch gemacht hast - will's nur trotzdem mal ansprechen: Vorausgesetzt dein Orc hat die gleiche Anatomie wie ein Mensch, dann schränkt das die Lokalisation seiner Beinverletzung ziemlich stark ein, denn von vorne betrachtet, verlaufen sowohl Nerven als auch die großen, wichtigen Blutgefäße ziemlich genau in der Kniekehle und damit hinter dem Oberschenkelknochen. Eine einzelne Schussverletzung kann also sehr gut sowohl Nerven als auch die Vene und Arterie zerlegen - das Dumme ist nur, wenns die Aterie erwischt hat, dauerts nimmer lang bis zum Exitus Icon_nosmile Die ist da an der Stelle schon ziemlich groß und wichtig. Wenn's ihn woanders erwischt hätte, gibt es auch ausreichend Nerven und vor allem Venen, die man zerschießen kann, allerdings wird es ihm an einer anderen Stelle nicht gleich das gesamte Bein lähmen. Sau wehtun und enorm bluten tuts dann aber trotzdem. Und nehmen wir einfach mal an, ein Schrapnell hätte ihm am Knie erwischt, hätte er nach ein paar Minuten eine Einblutung in die äußeren Strukturen des Gelenkes und ich kann aus einener Erfahrung sagen, dass das nicht nur irre wehtut, sondern jegliches Anbeugen des Knies nahezu unmöglich macht - schweres Humpeln garantiert!
Und was haben die eckigen Klammern zu bedeuten, die einige Teilsätze oder Wörter zieren?

Vielen Dank, dass ich in deinem Text spazieren gehen durfte - hat Spaß gemacht Icon_smile Und auch wenn ich hier nur rumgenörgelt habe, ich fand deine Szene trotzdem toll!

Ganz liebe Grüße,
Chewi

"Ganz besonders Ihr, [...], werdet irgendwann erkennen, dass eine Welt, die mit dem Begriffsvermögen eines einzigen Menschen zu erfassen ist, keine Welt wäre, in der es sich lohnen würde zu leben."

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Beitrag #4 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
Hi ihr zwei,

ich müsste jetzt lügen, wenn ich sagen würde, ich freu mich über eure Kommentare, weil sie leider bestätigen, dass ich’s nicht geschafft hab, die Szene so rüberzubringen, wie ich sie haben wollte. Aber auch wenn ihr meine Befürchtungen bestätigt, bin ich natürlich trotzdem froh, dass ihr euch Zeit genommen habt Icon_wink

@Pfote

Zitat: Und es ist eben persönlicher Stil und auch die Figur. Er wirkt auf mich recht überlegend und der Kampf etwas langsam. Was ja nix schlechtes sein muss.
Generell ist Hitoro schon eher ein Nachdenker als ein Macher, also überstürzte Aktionen sind gar nicht seins, vor allem wenn mehr als nur sein eigenes Leben davon abhängt. Aber langsam soll der Kampf nicht wirken (auch wenn ich mir vorher schon recht bewusst war, dass er es wohl tut *seufz*). Chewi hat mir da einen Satz als Beispiel gepostet, da hab ich selbst schon gesehen, was falsch ist, bevor ich ihren Änderungsvorschlag gelesen hab. Zu viele Füllwörter, zu vage, zu lang. Aber glaubst du, ich seh das beim Überarbeiten selbst? Ich könnt mir echt in den Arsch beißen, dass ich bei anderen Texten erkenne, woran es liegt, aber bei meinem eigenen nicht. Bzw. dass ich keine Alternativen weiß, selbst wenn ich es mal erkenne.

Zitat: Ich würde wenigstens bei der ein oder anderen Gelegenheit bei Schusswechseln Einwortsätze einbauen und etwas knapper werden.
Schockierende Tatsache: Im Vergleich mit der Ursprungsversion SIND die Sätze hier schon verknappt Icon_ugly

Zitat: Wenn du mehr Tempo drin haben willst und wenn er soviel Blut verliert, sollte er sein Bein gleich mit etwas abbinden (Klamotte, Gürtel und irgendwas zu drehen.) Und so ein Abbinden darf nicht ewig dauern, wenn dann das Körperteil nicht verlieren will ... klingt unten so, als wolle er es abbinden lassen und dann weitermachen.
Ich will auf jeden Fall mehr Tempo in die eigentliche Action reinbekommen – für die Szene danach (Wundversorgung und Flucht) hatte ich eigentlich noch mehr eingeplant, was ich aber schon alles weggelassen habe, weil es eben bissl Zeitdruck gibt. Zu schnell will ich das nicht wirken lassen, weil eben sowohl Hitoro wie auch Anna vor allem durch die Explosion da einfach nicht auf der Höhe sind und bissl duselig im Kopf.
Beim Abbinden hab ich mir echt Gedanken gemacht und viel recherchiert – angeblich soll es unter zwei Stunden relativ gefahrlos sein, eine Extremität abzubinden. Und irgendwas muss Hitoro ja tun, um die Blutung zu stoppen. Sie haben weder die Zeit, noch die Mittel, das auf »sicherem« Weg zu machen, sie müssen ja weiterlaufen. Sie haben einen relativ sicheren Ort auf der Station, zu dem sie sich zurückziehen wollen, wo dann auch jemand wäre, der zumindest bissl Ahnung von Wundversorgung hat.
Also ja: Hitoro will zur Krankenstation (sind nur ein paar hundert Meter bis dorthin), sein Bein komplett abbinden, damit er zwischendurch nicht zu viel Blut verliert, und dann weiter zur Zuflucht, wo er das Bein dann hochlegen kann, eventuell was gespritzt bekommt, und ein normaler Druckverband reicht.
In Krisengebieten scheint das bei Soldaten ganz üblich zu sein, dass eine Schusswunde (schnell) komplett abgebunden wird, um aus der Gefahrensituation rauszukommen, und dann wird sich erst ordentlich um die Wunde gekümmert.

Zitat: Und die Aztec lassen sich irgendwie etwas zu leicht abknallen, nachdem er erste gestorben ist. wieso sie da nicht aus der ganzen Sache ein Sieb machen und selber Granaten schmeißen, musst du aus dem Gesamtzusammenhang heraus entscheiden. Denn Lebend wollen sie sie ja nicht, wie erwähnt.
Hm … ich hatte gehofft, das mit dem »Granatenschmeißen« als eher suboptimale Idee darstellen zu können. Immerhin setzt Hitoro sich selbst damit fast außer Gefecht und Anna ist ziemlich lädiert.
Wird aber sehr schwer, die Verhaltensweise der Aztec zu erklären. Sie haben nur eine eigene Perspektive, und die hat mit dieser ganzen Schießerei-Sache nix zu tun. Und Hitoro und Anna können sich absolut keinen Reim darauf machen, was die wollen.
In meinen Kopf ist es so, dass die Aztec hier absolut keine Ahnung haben, mit wem oder was sie es zu tun haben. Sie haben absolut nicht damit gerechnet, hier unter Beschuss genommen zu werden, und haben keine direkte Verbindung zum Befehlshabenden, müssen also selbst spontan entscheiden, was sie tun sollen.
Ich würd es sehr gerne als eine schwierigere Herausforderung für Hitoro darstellen, hab aber keine Ahnung, wie.
Dass er den ersten Aztec so schnell ausschaltet, ist hoffentlich überzeugend, der arme Kerl ist ziemlich überrascht und eh durch den Badewanneninhalt abgelenkt.
Den zweiten schießt er nur an, der kann aber auch nix mehr machen. Die beiden anderen müssen jetzt ihren verletzten Kameraden rausschaffen und gleichzeitig den Korridor im Auge behalten, für die ist Vorstürmen keine Option – Eigensicherung hat höchste Priorität. Solange der Chef nix anderes sagt.
Ich werd noch eine Szene schreiben, in der diese Aktion hier zumindest erwähnt wird, vielleicht schaff ich es da bissl, das Thema anzuschneiden.

Zitat: Jedenfalls ist es auch nett, wie er sich um Anna kümmert und Anweisungen gibt. Irgendwie das Bild eines großen fürsorglichen Bären.
Icon_smile Dabei ist Anna jemand, um den man sich gar nicht kümmern muss. Aber so sind se, die Orks – wollen total sexistisch immer die armen Frauen beschützen *lach*

Zitat: Wo du erwähnst, dass er nicht so abgebrüht sein soll. Ein Gedanke daran, dass er eigentlich nach Hause wollte, eben ja nach Gesamtzusammenhang.
Das wird Thema das nächsten Kapitels sein, in dem man endlich mal was über Hitoros Vergangenheit erfährt Icon_smile

Zitat: Als Fazit würde ich sagen, ganz solide und gut nachvollziehbar, etwas mehr Modulation in die Sätze bringen
Ich werds versuchen! - so ein Halb-Schuss-in-den-Ofen frustiert auf jeden Fall nicht so sehr, als wenn jetzt alles unrettbar verloren wäre *lach*
Ich find nur einfach nie das richtige Verhältnis zwischen schneller Action und Erklärungen einschieben. Aber irgendwann wird das was!


@Chewi

Offenbar war es keine so gute Idee von mir, das Vorwort hinter spoiler-Tags zu verstecken *lach* einige von deinen Anmerkungen lassen sich damit erklären Icon_smile

Zitat: Na dann immer her mit deinen japanischen Orcs und englischen Elfen Icon_ugly inzwischen mag ich die ja doch sehr! 
*muharhar* meine Gehirnwäsche funktioniert – Weltherrschaft, ich komme! Mrgreen

Zitat: Das würde ich von der Reihenfolge her tausche: erst die Feststellung, dass er sich da nicht viel Hoffnung macht und dann das Surren, denn das Surren macht die nachfolgende Bemerkung überflüssig - wenn er hört, wie die das Schloss knacken, braucht er sich da auch nicht mehr allzu viel Hoffnung zu machen.
Eigentlich sollte das Surren den erfolglosen Versuch, die Tür einfach so zu öffnen, darstellen, quasi das Äquivalent zur sich bewegenden Türklinke, ohne dass die Tür aufgeht, weil sie abgesperrt ist. Es sollte zuerst Piepen, aber das Wort fand ich doof. Werd ich aber wohl doch benutzen. Und vielleicht noch einen erklärenden Satz dazu.

Zitat: Hier bin ich etwas verwirrt: wenn Scherben knirschen (unter wessen Stiefeln eigentlich?), wie kommt er dann auf den Gedanken, dass sich da irgendwer gerade lautlos anschleicht? Und dann: wo kommen die Scherben her? bisher hat doch noch niemand randaliert? 
Ich hoffe, das wäre mit der Beschreibung der Räumlichkeit kein Problem gewesen: Im Raum auf dem Boden verstreut liegen Scherben (werden vorher beschrieben). In dem schmalen »Gang«, den der Raumteiler vom Raum abtrennt, liegen keine Scherben – also bewegt sich jemand IM Raum über die Scherben, aber wenn da noch jemand ist, der über den Gang zum Badezimmer kommt, kann man den nicht hören.

Zitat: Wird das Bad jetzt von denen zum zweiten Mal durchsucht?
Nö, sie haben erst den Hauptraum durchsucht, die Badezimmertür entdeckt, und werfen jetzt einen Blick ins Bad.
(Die erste Tür, die die Aztec öffnen, führt in den Hauptraum, von dort führt eine weitere Tür zum Bad, in dem Hitoro und Anna sitzen, während die Aztec sich die ganze Zeit über im Hauptraum aufhalten.
In der Geschichte kennt man die Räumlichkeiten zu diesem Zeitpunkt, deshalb hatte ich es im Vorwort kurz erklärt – ich hoffe, ein Teil deiner Kritik lässt sich darauf zurückführen, sonst hätte ich ja echt total versagt in Sachen Positionierung)

Zitat: Du hast "son of a bitch" mit "verdammte Scheiße" übersetzt, da ergibt das jetzt beim Lesen Sinn. Aber meines Wissens bezeichnet der Ausdruck kein simples, wahlloses herumfluchen, sondern präzisiert einen Gegenüber als "Hurensohn". 
Das Wörterbuch meines Vertrauens spuckt mir »Son of a bitch« als dritte Übersetzung für »Verdammte Scheiße« aus, aber ganz glücklich bin ich damit nicht, eben wegen der Assoziation zu »Hurensohn«. »Bloody / fucking hell« ist allerdings das Lieblingsschimpfwort einer anderen Person, so dass ich DAS ungern hier verwenden würde. (Ich weiß, nur weil einer sowas viel sagt, können andere es trotzdem benutzen, aber ich fühl mich dabei unwohl).
Ich hab schon überlegt, was der Aztec anderes sagen könnte, aber »Verdammte Scheiße« drückt eigentlich genau das aus, was er denkt, als er den Inhalt der Badewanne sieht Icon_ugly

Zitat: Ich weiß was ein Restlichtverstärker ist und der Infratotzusatz ist für mich unnötig, sodass du ihn streichen könntest, aber ich störe mich da jetzt nicht großartig dran. Ich wollts nur mal erwähnt haben 
Lustigerweise hab ich den Zusatz mit der Infrarotsicht erst nachträglich eingefügt, weil ich sichergehen wollte, dass der Leser sich fragt, woher Hitoro weiß, dass es ein Restlichtverstärker ist und eben keine Infrarotsicht. Ich warte mal ab, ob da noch andere Anmerkungen zu kommen, streich es mir im Dokument aber schonmal als potenziellen Streichkandidaten an

Zitat: Da bin ich jetzt verwirrt, denn selbst wenn die Schalldämpfer haben, müsste der Einschlag in die Fliesen schon ordentlich rumsen, von den Splittern mal abgesehen, die da noch durch den Raum zischen. Haben die irgendeiner coole geräuschvernichtende Schalldämfertechnologie, die jeglichen Geräuschpegel im Raum reduziert, oder ist Hitoro da jetzt schon taub?
Joa *hust* dieser Teil ist reine Spekulation von mir, aber gedacht hab ich mir schon was *lach*
Die Aztec benutzen Schalldämpfer und Unterschallmunition, weil ihre Waffen tatsächlich darauf ausgelegt sind, möglichst wenig Lärm zu verursachen. Wenn ich auf meine Fernseherfahrung zurückgreife, können solche Schüsse nicht wirklich laut sein, weil schon ein Schalldämpfer-Schuss ziemlich leise klingt (im Fernseh, wohlgemerkt, ich hab keine Erfahrungen) und die Unterschallmunition nochmal für Lärmreduzierung sorgt.
Dann benutzen sie auch keine normale Munition, sondern Hohlmantelgeschosse, die eine weit geringere Durchschlagskraft haben und sich beim Aufprall verformen, so dass es kaum Querschläger oder Durchschüsse gibt.
Mein Problem war jetzt, dass ich keine Ahnung habe, wie es sich anhört, wenn solch eine Patrone in eine Fliese einschlägt, aber ich dachte mir, so laut kann es ja nicht sein … eventuell schraub ich den Lärm von den Einschlägen dann bissl hoch? Also wichtig ist vor allem, dass die Schüsse leise sind, am drum herum kann ich problemlos was drehen.

Zitat: Was ist das für ein Raumteiler? Eine Bambuswand? Oder eine kleine, geflieste Mauer im Raum? Alles andere als das Zweite gibt übrigens eine lausige Deckung bei Maschinengewehrsalven ab -
»kleine Mauer« trifft es gut, so eine halbhohe, etwa zehn Zentimeter dicke Trennwand ist das, wird in einem anderen Kapitel bissl genauer beschrieben. Allerdings soll sie hier ja auch nur als Sichtschutz dienen, der Aztec schießt auf den offenen Durchgang zum Bad, nicht auf den Raumteiler (unter anderem weil seine Munition eben keine Durchschlagskraft hat und verschwendet wäre).

Zitat: Kann ich mir nicht vorstellen. Der Geräuschpegel eines Kugelhagels (und wenn schon nicht das Mündungsfeuer so doch wenigstens der Einschlag) müsste das Geräusch einen Scherbenknirschens ohne Probleme überdecken. Es sei denn, du erklärst vorher, dass Orcs ein absolutes Supergehör haben und die selbst bei gigantischem Lärm noch andere, erheblich leisere Geräuschquellen ausmachen können.
Ich werd dann wohl die Einschläge lauter machen, denn ein Supergehör sollen meine Orks nicht haben. Oh, oder ich verwandel die Fliesen in Verputz, da zerschmettert dann nichts beim Aufprall, sondern die Kugeln bleiben einfach in der Wand stecken. Aus was sind Wände auf einer Raumstation überhaupt? Kunststoff vielleicht? Hm … kommt mal auf meine Globale Überarbeiten-Liste.

Zitat: Mein letzer Stand war, dass sich Anna in der Milchglasdusche versteckt hielt. Wo kommt die jetzt also genau her? Aus der Dusche? Ist die denn bei all den Schusswechseln und Querschlägern tatsächlich heile geblieben? Bzw., wenn ich ein mordgieriger Aztec auf der Suche nach Zeugen/ Opfern wäre, wäre die Duschkabine mein erstes Ziel, wo ich ein paar Schüsse reinsetzen würde - nur um sicherzugehen, dass sich da nicht noch einer drin verkrochen hat.
Ja, Anna war die ganze Zeit in der Dusche.
Die Aztec waren in einem anderen Raum, die hatten die Dusche nichtmal im Blick. Ich hab unten mal einen Grundriss angehangen (nicht lachen, ich mach solche Sachen immer in Paint, um mir einen groben Überblick zu verschaffen, professionell ist anders *lach*), da sieht man dann, dass vom Hauptraum aus kein Blick auf die Dusche möglich ist. Und Querschläger gibt es halt wegen der Munition keine.

Zitat: Langer Satz für schnelles Geschehen. Ich versuch's mal mit einem Alternativvorschlag, der ein bissel mehr Tempo reinbringt und hoffentlich deutlich macht, wo hier mein Problem liegt: "Wieder antworte ihm eine Salve, ließ Anna den Kopf einziehen. Rasch krabbelte sie weiter zu ihm hin. Hitoro drückte ihr seine Pistole in die Hand, legte ihren Finger über den Abzug."
Ich hätte mir hier echt den Kopf auf den Tisch hauen können. Schon als ich gelesen habe, welche Stelle du zitierst, ist mir direkt »fast unmittelbar darauf« ins Auge gesprungen, und »noch ein Stück« und »die Anna dazu brachte« … aber meinste, sowas seh ich, ohne dass mich jemand drauf stößt?
Ich hab echt schon versucht, Sätze zu kürzen und einzudampfen (ganz ohne Scheiß), aber trotzdem sind noch solche Sachen da drin … also da geb ich dir absolut recht, das ist viel zu sperrig, wird auf jeden Fall geändert!

Zitat: Und die Aztec stehen da rum und waren, bis die Beiden sich in aller Ruhe neu formiert haben und eventuell sich was hübsches ausdenken können, womit sie die Elfen ärgern können? Nette Aztec 
Die Aztec müssen ihre Lage ja auch selbst einschätzen. Der eine ist damit beschäftigt, seinen Kollegen am Leben zu halten, und der andere muss halt wohl oder übel an der Tür auf sie warten und gleichzeitig Rückendeckung geben und den Korridor sichern.
Ich hoffe wirklich, im Kontext wird klar, dass die Aztec nicht wissen können, was sie in dem Badezimmer überhaupt erwartet, und ich werd auf jeden Fall versuchen, ihr Verhalten später nochmal anzuschneiden, wenn dieses Szene hier aus ihrer Perspektive thematisiert wird. Wobei es da halt mehr um den Inhalt der Badewanne gehen wird als um die Soldaten.

Zitat: Lange Rede, kurzer Sinn. Als Soldat sollte er sich meiner Meinung nach kürzer fassen können. 
Das sag ich ihm auch immer wieder, aber glaubst du, der hört auf mich? Icon_ugly Ursprünglich hat er mal noch ausführlicher erklärt (jaha, mein Soldat neigt zum Labern, der schlechte Einfluss seines Begleiters), aber ich wüsste nicht, wie ich es NOCH kürzer fassen soll.
Anna hat keine Ahnung davon, wie man eine Schusswaffe benutzt, und Hitoro will, dass sie sich so gut wie möglich vor der Blendgranate schützt … »schnell hintereinander« könnte ich streichen, aber alles andere … hättest du da einen Vorschlag?

Zitat: Die ganze Zeit fallen Schüsse und so schlimm isses nicht, dass Hitoro da noch alles mögliche sonst hört - und nun verschluckt ein Lärm außerhalb des Gebäudes die Frage von Anna? Wenn da nicht gerade eine Atombombe im Garten eingeschlagen ist, würde ich das so nicht stehen lassen. 
joa, »untergehen« ist suboptimal ausgedrückt, das muss ich umformulieren.

Zitat: Die sagen das? Damit Hitoro mithören kann? Nett von denen, das muss ich schon echt sagen Icon_smile Haben Aztec keine coole Militär-Handgefuchtel-Zeichensprache, mit denen die so grundsätzliche Befehle weitergeben, ohne, dass der Gegner lauschen kann?
Es ist ziemlich dunkel und der arme Kerl hat eine Kugel in der Brust oder sonstwo, kommt nichtmal allein auf die Beine und ist da am Krepieren … ich glaub, cooles Militär-Handgefuchtel würde er nicht wirklich mitbekommen.
Ich vermute, das wird mir noch das Genick brechen, aber ich will meine Aztec nicht als kaltherzige Killersoldaten darstellen. Weil sie das nicht sind. Untereinander sind sie extrem sozial, sehr viel mitfühlender als die Menschen zum Beispiel, und sie haben Gefühle. Auch Soldaten in Stresssituationen.
Ein »Komm schon, du schaffst das«, ist ja jetzt nix, was ich den Feind auf keinen Fall hören lassen darf … aber meinem Kollegen gibt es vielleicht gerade die Kraft, die er braucht, um hochzukommen. Das würde ein simpler Fingerzeig sicher nicht schaffen.

Ursprünglich hat Hitoro tatsächlich gar nichts gehört, aber ich dachte halt, es ist auch bissl Erklärung für den Leser, warum da nur der Aztec an der Tür schießt und warum der nicht einfach abhaut und so. Meine Intention war es hauptsächlich, zu zeigen, dass Aztec sich nicht im Stich lassen, also Hitoros Aussage, dass sie niemanden zurücklassen, zu untermauern, zu beweisen.
Wenn sich noch mehr Leser dran stören, müsst ich es wohl rausnehmen, aber da würd ich eben gern noch abwarten.

Zitat: Das haben sie zwangsläufig, denn Nerven sind überall im Körper - was die Aussage bissel überflüssig macht - dass Schussverletzungen wehtun ist jetzt keine so irrsinnige Annahme. Wenn die Kugel allerdings einen größeren Nerv verletzt hätte, würde er vermutlich (wenns denn der richtige ist und je nach Schweregrad der Verletzung) sein Bein unterhalb der Verletzung nicht mehr spüren können. 
Ja, so war die Aussage auch gedacht, dass es wohl einen größeren Nerv erwischt haben muss … aber klingt das nicht komisch, wenn man »musste einen größeren / wichtigen Nerv erwischt haben«?
Dass er sein Bein nicht mehr spüren kann ist ja genau der Punkt, der ihn zu dieser Annahme kommen lässt (»bei jedem Schritt das Gefühl, sein linkes Bein nicht mehr spüren zu können«).
Die Verletzung basiert auf einer realen Verletzung meines Mannes, da allerdings nicht durch Schusswunde sondern durch Glasscherbe – hat geblutet wie Sau, er konnte sein Bein nicht mehr spüren. Ich wollte es halt bissl dramatischer und lasse Hitoro den Schmerz im Knie spüren, während sein Bein unterhalb fast taub ist, so dass er bei Nicht-Belastung fast nichts spürt.

Zitat: Nein, das würde richtig mit Druck aus der Wunde ausspitzen und das hätte er definitiv selbst auch bemerkt! Für eine stake Blutung reicht auch eine Vene, um die Hose zu durchnässen.
Moah … ich weiß, dass ich extra noch nachgeschaut hatte, obs nun Arterie oder Vene erwischt haben soll … und trotzdem schreib ichs falsche … Also Vene ist das, was weniger Druck hat, dann muss es natürlich das sein.

Zitat: Wie gut ist Annas medizinische Ausbildung? Oder die von Hitoro? Ein Handtuch als Druckverband ist suboptimal, weil durchnässter Stoff keinen vernünftigen Druck mehr aufbaut. Mit einem Gürtel das Beim abbinden, wäre eine bessere Idee, oder das Handtuch vorher in eine Plastetüte/ Gefrierbeutel packen, damit es sich nicht vollsaugt und es DANN als Druckpolster für einen Verband benutzen.
Anna hat vor drei Jahren mal einen Erstehilfe-Lehrgang gemacht, Grundlagen wie bei uns etwa für den Führerschein. In der Theorie könnte sie dir bestimmt sagen, wie genau der Perfekte Druckverband auszusehen hat, aber sie ist hier 1. vollkommen taub, leicht desorientiert und dadurch ziemlich verstört, 2. in Eile, weil sie so schnell wie möglich vom Ort des Geschehens wegmüssen und 3. in einem fremden Zimmer, so dass sie keine Ahnung hat, wo abgepackte Verbände oder Plastiktüten herumliegen.
Sowohl Anna als auch Hitoro wissen, dass die Krankenstation in der Nähe ist und sie es nur bis dahin schaffen müssen. Im nächsten Kapitel wird dann auch professionell das Bein abgebunden, das hier soll nur eine schnelle Übergangslösung sein.
Aber ich glaub, den Zeitdruck hab ich hier auch nicht so gut vermittelt, da werf ich nochmal ein wachsames Auge drauf.

Zitat: Das Blöde ist nur: Das sieht nicht gut aus für den armen Hitoro! Sein restliches Leben dürfte sich in Minuten berechnen lassen ... 
Icon_fies
Aber wenn ich das richtig verstanden habe, wird es ein wenig weniger dramatisch, wenn ich aus der Arterie eine Vene mache? Und gut soll es für ihn tatsächlich nicht aussehen.

Zitat: Ja, typisch Mann! Er steht kurz vor dem Exitus und sein einziger Gedanke ist es, noch eine große Knarre zu bekommen! 
*lach* joa, so sind se, die Männer, der eine denkt nur an Knarren, der andere nur an Sex – vermittel ich damit kein gutes Bild? Icon_ugly
Aber um Hitoro in Schutz zu nehmen: Seine aktuellen Begleiter haben nur eine einzige Schusswaffe in ihrem Besitz und haben bisher hauptsächlich überlebt, weil niemand wusste, dass sie da sind. Das hat sich nun aber geändert, deshalb fände er es schlau, wenn sie sich mit so vielen Waffen wie möglich eindecken, um weiterhin zu überleben Icon_wink

Zitat: Er ja weniger, oder? Würde statt "bohrte er so in sein Knie", "bohrte sich so in sein Knie" schreiben. 
stimmt schon. Ich dachte halt, weil Hitoro ja einen Schritt macht, bohrt er damit den Nagel ins Knie, aber mit »sich« klingt es besser.

Zitat: Nur kleine Blutstropfen? Keine blutigen Fußabdrücke?
Noch nicht Mrgreen
Ich hab mir so eine Überfallhose vorgestellt, wo die Stiefel drübergehen, so dass das Blut halt von dort, wo Hose und Stiefel aufeinandertreffen, erstmal in Fäden über die Stiefel rinnt und dann halt zu Boden tropft.
Wobei ich das »klein« auf jeden Fall streichen werde. Weiß gar nicht, wo das herkommt *misstrauisch umschau*

Zitat: Der Sinn des Satzes entzieht sich mir bissel. Wenn du nicht schreibst, was er tut, kannst es auch bleiben lassen, denn das hier ist unglaublich Charakterfern.
Äh … ja, das hab ich auch im Vorwort erklärt, hier ist noch eine andere Partei beteiligt, aber das, was Hitoro hier tut, ist sehr, seeeehr merkwürdig, wenn man über diese andere Partei nichts weiß, deshalb hab ich das quasi »zensiert« - daher die eckigen Klammern. Also im Original beschreib ich da schon eine konkrete Handlung, aber die hätte halt echt Fragen aufgeworfen, und ich hätte womöglich drauf geantwortet, aber ich will doch so wenig spoilern wie möglich

Zitat: Ist Daisuke in der Nähe oder halluziniert er?
Er halluziniert. Echte Stimmen haben bei mir immer Anführungszeichen. Wobei es hier so eine Mischung aus Halluzination und bewusstem »Sich in Erinnerung rufen« ist, mit dem Satz hat Daisuke das letzte einschneidende Erlebnis auf dieser Odyssee kommentiert.

Zitat: Das liegt nicht an dir, sondern an deiner Autorin Icon_ugly Aber ich glaube, die mag dich zu sehr, als dass sie dich verrecken lässt - zumindest nicht solange, wie sie dich noch braucht Icon_ugly
Ansonsten ein schöner, trotziger Schluss!

Zunächst: Freut mich, dass der Schluss gefällt – ich fand ihn in einem Anfall von Selbstzweifel viel zu dramatisch-kitschig, aber so ist mein Hitoro eben *lach*
Und was das Sterben-lassen und Mögen angeht: Dummerweise (also dumm für meine Protagonisten) bin ich inzwischen ein großer Fan meiner Antagonisten und würd ihnen einen Sieg richtig gönnen. Sie haben wirklich hart dafür gearbeitet und wurden wirklich schlecht behandelt und sie hätten es eigentlich verdient. *hust*

Zitat: Während des gesamten Kampfes fehlt mir bissel die technische Überlegenheit der Atzec. Die sollten mit ihren Restlichtverstärkern eigentlich ohne Probleme in die Schattenwinkel hineinsehen können, stattdessen entzieht sich Hitoro mehrere Male, indem er sich in irgend einer dunklen Ecke versteckt. Auch wenn ich da auch nicht aus eigener Erfahrung im Umgang mit Restlichtverstärkern sprechen kann, finde ich es etwas dünn, das Hitoros Manöver tatsächlich funktionieren. 
Die meiste Zeit ist Hitoro einfach nicht in der Schusslinie, sondern hinter einer Wand, da sehen die Aztec ihn einfach nicht. Ich vermute, du hast die alle Beteiligten in einem Raum vorgestellt, nur durch den Raumteiler getrennt, oder?
Aber die einzige Gelegenheit, bei der die Aztec Hitoro sehen, ist der Moment, in dem er in der Badezimmertür auftaucht und den ersten Aztec niederschlägt. Ab da hockt er eigentlich immer im Schutz des Bades oder zumindest des Raumteilers, über den die Aztec nicht drüber oder durch ihn hindurchsehen können. Erst nachdem er die Blendgranate geschmissen hat, verlässt er die Deckung. Und dass er ab da einen Vorteil hat, ist durchaus gewollt, auch wenn ich nicht weiß, ob mir gelingt, das im Kontext zu verdeutlichen. Orks haben einen recht zuverlässigen Instinkt, was Gefahrensituationen angeht. Und dadurch sind sie nicht so sehr auf ihre anderen Sinne angewiesen, die durch die Blendgranate vorübergehend ausgeschaltet werden. Außerdem erwischen Lärm und Licht Hitoro nicht so stark und nicht unvorbereitet. Bei den Aztec dürfte der Lichtblitz durch die Restlichverstärker enormen Schaden anrichten und auch die Schallexplosion macht kurzfristig orientierungslos.
Und Hitoro hat eben den Vorteil, dass er sich die ganze Zeit nach vorne auf seine Gegner konzentrieren kann, während der eine Aztec im Raum seinen Kameraden rausschaffen will und der andere nicht nur in den Raum hinein sichern muss sondern auch den Korridor in seinem Rücken im Blick behalten muss, weil von dort jederzeit ein Angriff kommen kann.

Also ich hoffe halt, dass diese Punkte im Kontext bissl besser rüberkommen, aber sicher bin ich mir da nicht Icon_nosmile Wüsste aber im Gegenzug auch nicht, wie ich das rüberbringen könnte, weil jede Erklärung die Szene nur noch langsamer machen würde. Hach, ’s ist schon schwer mit solchen Sachen …

Zitat: Dann, wie auch Pfote schon festgestellt hat, stellt sich die Frage, warum die Aztec da nicht einmal alles zu Klump verarbeiten, sobald sie bemerken, dass da sich zwei verstecken? Die Mittel dazu haben sie ja. Irgendwie geht das alles ein wenig zu leicht ...
Also wäre es echt schlauer, einzeln in einen Raum zu stürmen (durch die Tür kommt immer nur einer und der Gang vor der Tür, der durch den Raumteiler begrenzt wird, ist auch recht schmal), wo man gar nicht weiß, wer dort drin ist, wie viele, wie gut er oder sie kämpfen kann/können … ? Wo man schon gesehen hat, dass der Kollege ohne Möglichkeit auf Gegenwehr auseinandergenommen wurde und man damit rechnen muss, dass andere Gegner einem noch in den Rücken fallen?
Die Aztec haben halt überhaupt keine Ahnung, was sich im Bad befindet. Dass es einfach nur zwei normale Leute sind, davon können sie nicht ausgehe – was hoffentlich in der Gesamtsituation klar wird, aber eigentlich wollt ich es auch hier vermitteln.

Also die einzige Möglichkeit, die sie haben, wäre ja, dass der an der Tür das Bad stürmt. Allein. Während sein Kollege den Verletzten rausbringt. Und ob das jetzt unbedingt so schlau wäre …
Sie wollen halt eigentlich ihren Verletzten rausschaffen, die Tür verriegeln und dann erstmal auf Verstärkung warten, bzw. der Verstärkung bescheid geben und sich selbst in Sicherheit bringen.
Poah, kann ich jetzt überhaupt nicht einschätzen, ob das im Gesamten vielleicht besser rüberkommt, weil da eben diese zweite Partei, die den Aztec noch im Nacken sitzt, schon sehr viel genauer beschrieben und gezeigt wurde, und man da vielleicht Rückschlüsse ziehen kann …

Zitat: Eine einzelne Schussverletzung kann also sehr gut sowohl Nerven als auch die Vene und Arterie zerlegen - das Dumme ist nur, wenns die Aterie erwischt hat, dauerts nimmer lang bis zum Exitus  Die ist da an der Stelle schon ziemlich groß und wichtig. Wenn's ihn woanders erwischt hätte, gibt es auch ausreichend Nerven und vor allem Venen, die man zerschießen kann, allerdings wird es ihm an einer anderen Stelle nicht gleich das gesamte Bein lähmen. 
Jo, ich werd da auf jeden Fall Arterie gegen Vene tauschen, es sollte halt ursprünglich das sein, das nicht ganz so schlimm ist. DASS es relativ schlimm ist, war schon beabsichtigt (soweit man das so sagen kann, die ganze Verletzungssache geschah beim Schreiben recht spontan *lach*) und es hat auch noch recht schwerwiegende Konsequenzen für Hitoro. Ich lass ihn nicht zwei Stunden später wieder fröhlich durch die Gegend hüpfen.
Ursächlich für den verletzten Nerv soll ein Munitionssplitter sein (Hohlmantelgeschosse neigen netterweise dazu, zu zersplittern), der dann auch an einer unzugänglicheren Stelle was erwischt haben könnte. Medizinische Hintergrundkenntnisse hab ich da (noch) keine, weil es eben in der Jugend meines Mannes eine ähnliche Verletzung gab, auf die ich einfach aufgebaut habe. Aber wenn ich hier mal fertig bin, werd ich das wohl alles noch checken lassen.

Zitat: Und auch wenn ich hier nur rumgenörgelt habe, ich fand deine Szene trotzdem toll! 
Fürs Rumnörgeln hab ich sie ja eingestellt Mrgreen
Aber es erleichtert mich wirklich, dass sowohl du als auch Pfote die Szene ansich schonmal gut finden und es »nur« Probleme bei der konkrekten Umsetzung gibt. Gerade die Motivation der Aztec ist sowieso mein Sorgenkind, weil bisher eben alles nur von anderen wahrgenommen wird und eigentlich keiner eine Ahnung hat, was genau die Aztec hier tun und wollen.
Und wenn sie mal ihre eigene Perspektive bekommen, liegt ein anderer Handlungsstrang im Fokus.
Allerdings ist die Begegnung hier wichtig, weil es die Aztec zum einen aufscheucht und sie zum anderen hier einen Fund machen, der sie zu einer Entscheidung bewegt, die absolut prägend für den weiteren Verlauf der Geschichte sein wird.
Und ich hätte ja schon gerne ein bisschen Spannung und Action in meiner Weltraum-Abenteuer-Geschichte, die eigentlich mal Survival-Horror werden sollte *grins*

Also gerade die Verkürzung der Sätze werde ich mir auf jeden Fall nochmal vornehmen, und ich merke mir schonmal vor, dass ich versuche, in einer geeigneten Szene dieses Verhalten der Aztec zu erklären / zu rechtfertigen. Der Vorfall sollte halt sowieso besprochen werden (aus Aztec-Perspektive), nur eben mit ganz anderem Schwerpunkt. Aber vielleicht lässt sich da was einschieben.
Außerdem überleg ich mir was für meine Wände oder schraube den Lärm der Einschläge hoch.
Die professionellere Wundversorgung kommt im nächsten Kapitel, das ich vielleicht auch irgendwann einstellen werde, unter anderem wegen dieser Versorgung und wegen anderer struktureller Dinge.


Puh, da hab ich wohl noch Arbeit vor mir … aber ich bin echt schonmal froh, dass es kein totaler Griff ins Klo war.
Danke euch für die Rückmeldungen! Icon_smile

Liebe Grüße
Lanna


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Beitrag #5 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
So, nochmal eine Antwort von mir und danke für deine Erklärungen Icon_smile

Zitat:Offenbar war es keine so gute Idee von mir, das Vorwort hinter spoiler-Tags zu verstecken *lach* einige von deinen Anmerkungen lassen sich damit erklären
Das auf jeden Fall ^.^ Habe am Ende tatsächlich nimmer daran gedacht, dass da noch ein paar versteckte Bemerkungen waren.

Zitat:Zitat: Das würde ich von der Reihenfolge her tausche: erst die Feststellung, dass er sich da nicht viel Hoffnung macht und dann das Surren, denn das Surren macht die nachfolgende Bemerkung überflüssig - wenn er hört, wie die das Schloss knacken, braucht er sich da auch nicht mehr allzu viel Hoffnung zu machen.
Zitat:Eigentlich sollte das Surren den erfolglosen Versuch, die Tür einfach so zu öffnen, darstellen, quasi das Äquivalent zur sich bewegenden Türklinke, ohne dass die Tür aufgeht, weil sie abgesperrt ist. Es sollte zuerst Piepen, aber das Wort fand ich doof. Werd ich aber wohl doch benutzen. Und vielleicht noch einen erklärenden Satz dazu.
Ja, das wäre nicht verkehrt. Ich mach mal ein Vorschlag, wie du das Missverständnis in diesem Satz ohne große Erklärungen beseitigen könntest: "Er hatte die Frage noch nicht beendet, das Türschloss des Apartments sich mit einem elektrischen Surren weigerte aufzugehen . Allzu viel Hoffnung darauf, dass die Aztec nichts hatten, dem das Schloss länger Widerstand leisten könnte, verschwendete Hitoro nicht."

Zitat:Zitat: Hier bin ich etwas verwirrt: wenn Scherben knirschen (unter wessen Stiefeln eigentlich?), wie kommt er dann auf den Gedanken, dass sich da irgendwer gerade lautlos anschleicht? Und dann: wo kommen die Scherben her? bisher hat doch noch niemand randaliert?
Zitat:Ich hoffe, das wäre mit der Beschreibung der Räumlichkeit kein Problem gewesen: Im Raum auf dem Boden verstreut liegen Scherben (werden vorher beschrieben). In dem schmalen »Gang«, den der Raumteiler vom Raum abtrennt, liegen keine Scherben – also bewegt sich jemand IM Raum über die Scherben, aber wenn da noch jemand ist, der über den Gang zum Badezimmer kommt, kann man den nicht hören.
Okay, ich hab mir jetzt auch die Skizze angesehen und dein Setting ist mir klar - auch die Ausrede, dass du irgendwann vorher die Räumlichkeiten bereits genau beschreibst, ist akzeptiert Icon_smile
Nur eine Sache wundert mich: Bevor sich einer lautlos im Ganz hinter dem Raumteiler bewegen kann, muss er doch ebenfalls scherbenknirschend durch den Raum - und an der Stelle ist er eigentlich zu hören. Das heißt, wenn nur zwei oder drei Personen zu diesem Zeitpunkt überhaupt den Raum betreten, sollte man selbst als normaler Mensch gut in der Lage sein, die Schrittgeräusche von einer oder zwei Personen zu unterscheiden. Wie kann Hitoro also mutmaßen, dass sich da noch einer vor seinen Ohren in eben diesen Gang versteckt, wenn er ihn zuvor nicht gehört hat?


Zitat:Zitat: Du hast "son of a bitch" mit "verdammte Scheiße" übersetzt, da ergibt das jetzt beim Lesen Sinn. Aber meines Wissens bezeichnet der Ausdruck kein simples, wahlloses herumfluchen, sondern präzisiert einen Gegenüber als "Hurensohn".
Zitat:Das Wörterbuch meines Vertrauens spuckt mir »Son of a bitch« als dritte Übersetzung für »Verdammte Scheiße« aus, aber ganz glücklich bin ich damit nicht, eben wegen der Assoziation zu »Hurensohn«. »Bloody / fucking hell« ist allerdings das Lieblingsschimpfwort einer anderen Person, so dass ich DAS ungern hier verwenden würde. (Ich weiß, nur weil einer sowas viel sagt, können andere es trotzdem benutzen, aber ich fühl mich dabei unwohl).
Ich hab schon überlegt, was der Aztec anderes sagen könnte, aber »Verdammte Scheiße« drückt eigentlich genau das aus, was er denkt, als er den Inhalt der Badewanne sieht
Ich mach mal Alternativvorschläge zum Fluchen: What the fuck/ hell! Holy crap! Damn!
Auch wenn das mit dem Son of a bitch vielleicht gehen würde, benutzen würd ichs an der Stelle nicht.


Zitat:Zitat: Da bin ich jetzt verwirrt, denn selbst wenn die Schalldämpfer haben, müsste der Einschlag in die Fliesen schon ordentlich rumsen, von den Splittern mal abgesehen, die da noch durch den Raum zischen. Haben die irgendeiner coole geräuschvernichtende Schalldämfertechnologie, die jeglichen Geräuschpegel im Raum reduziert, oder ist Hitoro da jetzt schon taub?
Zitat:Joa *hust* dieser Teil ist reine Spekulation von mir, aber gedacht hab ich mir schon was *lach*
Die Aztec benutzen Schalldämpfer und Unterschallmunition, weil ihre Waffen tatsächlich darauf ausgelegt sind, möglichst wenig Lärm zu verursachen. Wenn ich auf meine Fernseherfahrung zurückgreife, können solche Schüsse nicht wirklich laut sein, weil schon ein Schalldämpfer-Schuss ziemlich leise klingt (im Fernseh, wohlgemerkt, ich hab keine Erfahrungen) und die Unterschallmunition nochmal für Lärmreduzierung sorgt.
Dann benutzen sie auch keine normale Munition, sondern Hohlmantelgeschosse, die eine weit geringere Durchschlagskraft haben und sich beim Aufprall verformen, so dass es kaum Querschläger oder Durchschüsse gibt.
Mein Problem war jetzt, dass ich keine Ahnung habe, wie es sich anhört, wenn solch eine Patrone in eine Fliese einschlägt, aber ich dachte mir, so laut kann es ja nicht sein … eventuell schraub ich den Lärm von den Einschlägen dann bissl hoch? Also wichtig ist vor allem, dass die Schüsse leise sind, am drum herum kann ich problemlos was drehen.
Was Schalldämpfer betrifft, hab ich irgendwo mal gehört, dass er eigentliche Effekt bei weitem nicht mit dem im Film vergleichbar ist. Laut soll es trotzdem sein, nur eben nicht mehr so laut, dass man es drei Straßen weiter hört. Will mich da aber nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, denn von sowas hab ich keine Ahnung.
Das mit den Unterschallgeschossen und der Hohlmantelmunition ist an sich eine schnuffige Sache und nett durchdacht, aber es wäre noch viel cooler, wenn der Leser das auch weiß. Hitoro ist ein Militär - der stellt doch sicher mit Kennermiene fest, dass die da Unterschallmunition verwenden und da es keine Querschläger gibt, kann er zusätzlich ja noch auf Hohlmantelgeschosse kommen. Es sei denn, der Leser und Hitoro wissen zu diesem Zeitpunkt, womit man sich auf Kumen-Esh am liebsten Löcher in die Schädel schießt - in dem Fall hab ich nichts gesagt.

Zitat:Zitat: Was ist das für ein Raumteiler? Eine Bambuswand? Oder eine kleine, geflieste Mauer im Raum? Alles andere als das Zweite gibt übrigens eine lausige Deckung bei Maschinengewehrsalven ab -
Zitat:»kleine Mauer« trifft es gut, so eine halbhohe, etwa zehn Zentimeter dicke Trennwand ist das, wird in einem anderen Kapitel bissl genauer beschrieben. Allerdings soll sie hier ja auch nur als Sichtschutz dienen, der Aztec schießt auf den offenen Durchgang zum Bad, nicht auf den Raumteiler (unter anderem weil seine Munition eben keine Durchschlagskraft hat und verschwendet wäre).
Unter diesem Gesichtspunkt macht das alles erheblich mehr Sinn ...

Zitat:Zitat: Kann ich mir nicht vorstellen. Der Geräuschpegel eines Kugelhagels (und wenn schon nicht das Mündungsfeuer so doch wenigstens der Einschlag) müsste das Geräusch einen Scherbenknirschens ohne Probleme überdecken. Es sei denn, du erklärst vorher, dass Orcs ein absolutes Supergehör haben und die selbst bei gigantischem Lärm noch andere, erheblich leisere Geräuschquellen ausmachen können.
Zitat:Ich werd dann wohl die Einschläge lauter machen, denn ein Supergehör sollen meine Orks nicht haben. Oh, oder ich verwandel die Fliesen in Verputz, da zerschmettert dann nichts beim Aufprall, sondern die Kugeln bleiben einfach in der Wand stecken. Aus was sind Wände auf einer Raumstation überhaupt? Kunststoff vielleicht? Hm … kommt mal auf meine Globale Überarbeiten-Liste.
Verputz würde da weniger Fragen aufwerfen. Hm, kann man das nachgooglen? Wie laut sind Hohlmantelgeschosse? Und lässt sich das BKA vor der Haustür dann mit der Erklärung abspeisen: Ich wollt nur für ein Roman recherchieren? Icon_ugly

Zitat:Zitat: Langer Satz für schnelles Geschehen. Ich versuch's mal mit einem Alternativvorschlag, der ein bissel mehr Tempo reinbringt und hoffentlich deutlich macht, wo hier mein Problem liegt: "Wieder antworte ihm eine Salve, ließ Anna den Kopf einziehen. Rasch krabbelte sie weiter zu ihm hin. Hitoro drückte ihr seine Pistole in die Hand, legte ihren Finger über den Abzug."
Zitat:Ich hätte mir hier echt den Kopf auf den Tisch hauen können. Schon als ich gelesen habe, welche Stelle du zitierst, ist mir direkt »fast unmittelbar darauf« ins Auge gesprungen, und »noch ein Stück« und »die Anna dazu brachte« … aber meinste, sowas seh ich, ohne dass mich jemand drauf stößt?
Ich hab echt schon versucht, Sätze zu kürzen und einzudampfen (ganz ohne Scheiß), aber trotzdem sind noch solche Sachen da drin … also da geb ich dir absolut recht, das ist viel zu sperrig, wird auf jeden Fall geändert!
Ich verweise auf meine eigenen Texte - da isses genauso! Deswegen stellen wir die Texte doch hier rein, oder nicht? Weil wir in unserem eigenem Gehirngewurstel den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen können. (Hat leider nicht jeder so gute Betaleser, die einem das in Voraus raussuchen können ...)

Zitat:Zitat: Und die Aztec stehen da rum und waren, bis die Beiden sich in aller Ruhe neu formiert haben und eventuell sich was hübsches ausdenken können, womit sie die Elfen ärgern können? Nette Aztec
Zitat:Die Aztec müssen ihre Lage ja auch selbst einschätzen. Der eine ist damit beschäftigt, seinen Kollegen am Leben zu halten, und der andere muss halt wohl oder übel an der Tür auf sie warten und gleichzeitig Rückendeckung geben und den Korridor sichern.
Ich hoffe wirklich, im Kontext wird klar, dass die Aztec nicht wissen können, was sie in dem Badezimmer überhaupt erwartet, und ich werd auf jeden Fall versuchen, ihr Verhalten später nochmal anzuschneiden, wenn dieses Szene hier aus ihrer Perspektive thematisiert wird. Wobei es da halt mehr um den Inhalt der Badewanne gehen wird als um die Soldaten.
Ich kenne den Inhalt der Badewanne jetzt nicht unbedingt, aber solange da nichts Lebendiges drin liegt, bei dem es mir wichtig wäre, dass es lebendig bleibt, wäre meine Vorgehensweise folgende: Zwei Mann an die Tür, einer entsichert eine Granate, der andere stößt die Tür auf - Granate ins Badewimmer, Tür zu, nachdem es gerumst hat, vorsichtig nachgucken, ob da noch was zuckt. Wenn ja, Dauerfeuer! Gerade wenn das schon einen meiner Leute das Leben gekostet hat, würde ich da kein Risiko mehr eingehen wollen.
An irgendeiner Stelle ist der Punkt, wo sich alle noch lebenden Aztec außerhalb des Bades und Hiro und Anna sich innerhalb befinden - und da wirds nach meinem Verständnis nach unlogisch, was die Maßnahmen der Aztec betrifft.
(Denkanstoß, den ich bei sowas immer gerne anwende - die Fronten tauschen: Hätte Hitoro das genauso gemacht, wie die Aztec? Oder hätte er begriffen, dass die Typen im Bad vermutlich keine Vollautomatik sondern nur eine kleine Handfeuerwaffe besitzen? In dem Fall: Warten, bis der Kollege nachladen muss und ihn dann kaltstellen. Nur, um mal einen weiteren Gedanken zu nennen.)

Zitat:Zitat: Lange Rede, kurzer Sinn. Als Soldat sollte er sich meiner Meinung nach kürzer fassen können.
Zitat:Das sag ich ihm auch immer wieder, aber glaubst du, der hört auf mich? Ursprünglich hat er mal noch ausführlicher erklärt (jaha, mein Soldat neigt zum Labern, der schlechte Einfluss seines Begleiters), aber ich wüsste nicht, wie ich es NOCH kürzer fassen soll.
Anna hat keine Ahnung davon, wie man eine Schusswaffe benutzt, und Hitoro will, dass sie sich so gut wie möglich vor der Blendgranate schützt … »schnell hintereinander« könnte ich streichen, aber alles andere … hättest du da einen Vorschlag?
Ich versuch mal was: "[strike]Warte hier[/strike]. Auf mein Zeichen schießt du zweimal, [strike]schnell hintereinander[/strike]. Bleib in Deckung. Dann (hältst du dir) Augen und Ohren zu. Es wird laut. Okay?"
"Auf mein Zeichen" impliziert schon das "warte hier" - besonders wenn er seine Erzählung mit Gesten unterlegt (was auch pädagogisch sehr wertvoll wäre - nicht zuletzt auch militärisch stilvoll Icon_ugly ) Das "schnell" kann man sich ebenfalls sparen, es sei denn Anna hat eine etwas schwerfälligere Auffassungsgabe. Dass sie sich dabei nicht ewig Zeit lassen soll, dürfte ihr klar sein - ist aber Geschmackssache. "Dann gehst du ..." ist blöd, denn eigentlich hat sie mit ihrer hübschen Frisur nicht auch nur eine Zehntelsekunde aus der Deckung zu kommen, wenn sie nicht auf Hirnpircings steht. Wenn da nämlich ein Aztec die Knarre im Anschlag hat und nur darauf wartet, bis sich da eine hübsche Stirn zeigt, ist sie schneller tot, als sie selbst schießen kann.
Die Augen und die Ohren. Wenn er da Gestik benutzt, erklärt sich das, was genau er damit meint, von selbst. Ansonsten, wenn dir das zu minimalistisch ist, dann die Klammer. "Schließt die Augen" und "Hältst die Ohren zu" ist sehr ausführlich, da sie allerdings in einer Schießerei und nicht beim Debattierclub sind, ist es in meinen Augen kein Skandal solche Anweisungen sprachlich etwas unkorrekt zu formulieren - Zeit ist Geld!
Warum "Okay" statt "Verstanden"? Weil "Okay" weniger Silben hat! Das klingt bekloppt, aber wenn das Adrenalin zirkuliert, wird man von ganz allein minimalistisch - Lange Erklärungen oder Wörter mit vielen Silben nehmen zu viel Arbeitsspeicher weg, deswegen benutzt man sie in stressigen Situationen tendenziell weniger. Ganz davon abgesehen, wird man beim Militär darauf getrimmt, sich kurz zu fassen Icon_wink

Zitat: Zitat: Die sagen das? Damit Hitoro mithören kann? Nett von denen, das muss ich schon echt sagen Haben Aztec keine coole Militär-Handgefuchtel-Zeichensprache, mit denen die so grundsätzliche Befehle weitergeben, ohne, dass der Gegner lauschen kann?
Zitat:Es ist ziemlich dunkel und der arme Kerl hat eine Kugel in der Brust oder sonstwo, kommt nichtmal allein auf die Beine und ist da am Krepieren … ich glaub, cooles Militär-Handgefuchtel würde er nicht wirklich mitbekommen.
Ich vermute, das wird mir noch das Genick brechen, aber ich will meine Aztec nicht als kaltherzige Killersoldaten darstellen. Weil sie das nicht sind. Untereinander sind sie extrem sozial, sehr viel mitfühlender als die Menschen zum Beispiel, und sie haben Gefühle. Auch Soldaten in Stresssituationen.
Ein »Komm schon, du schaffst das«, ist ja jetzt nix, was ich den Feind auf keinen Fall hören lassen darf … aber meinem Kollegen gibt es vielleicht gerade die Kraft, die er braucht, um hochzukommen. Das würde ein simpler Fingerzeig sicher nicht schaffen.
Nein, das bezog sich auf: »Another shot. On my mark.« Dass ich meinen Feind auf Kommando unter Feuer nehmen will, halte ich persönlich für strategisch kontraproduktiv.

Zitat:Zitat: Das haben sie zwangsläufig, denn Nerven sind überall im Körper - was die Aussage bissel überflüssig macht - dass Schussverletzungen wehtun ist jetzt keine so irrsinnige Annahme. Wenn die Kugel allerdings einen größeren Nerv verletzt hätte, würde er vermutlich (wenns denn der richtige ist und je nach Schweregrad der Verletzung) sein Bein unterhalb der Verletzung nicht mehr spüren können.
Zitat:Ja, so war die Aussage auch gedacht, dass es wohl einen größeren Nerv erwischt haben muss … aber klingt das nicht komisch, wenn man »musste einen größeren / wichtigen Nerv erwischt haben«?
Dass er sein Bein nicht mehr spüren kann ist ja genau der Punkt, der ihn zu dieser Annahme kommen lässt (»bei jedem Schritt das Gefühl, sein linkes Bein nicht mehr spüren zu können«).
Die Verletzung basiert auf einer realen Verletzung meines Mannes, da allerdings nicht durch Schusswunde sondern durch Glasscherbe – hat geblutet wie Sau, er konnte sein Bein nicht mehr spüren. Ich wollte es halt bissl dramatischer und lasse Hitoro den Schmerz im Knie spüren, während sein Bein unterhalb fast taub ist, so dass er bei Nicht-Belastung fast nichts spürt.
Der feine Unterschied zwischen Schuss und Glasscherbe ist folgender: Der Schuss zerfetzt das Gewebe - der entstandene Schaden ist unangenehm groß. Die Glasscherbe scheidet, kann zwar tief und übel sein, aber von der Durchtrennung abgesehen, ist der Gewebeschaden eher klein - Nadel und Faden und zack! Er springt wieder! (Schön, wenns so einfach wäre Icon_ugly ) Okay, warum ist das wichtig - isses nur für die Medstation Icon_ugly
Aber das "fast nichts spüren bei nicht-Belastung" wäre eine total coole Sache, leider funktionieren Nervendurchtrennungen recht binär: Wenn er das Bein bei Entlastung nicht spürt, dann auch nicht bei Belastung. Wenn er da nix spürt, ist da auch keine Funktion und wenn da keine Funktion ist, hat das Bein auch keine Stabilität - wo kein Nerv, da kein Muskel, der da Spannung aufrecht erhalten würde. Da das Knie auch durch andere Nerven noch mit innerviert wird (glaube ich zumindest mich an sowas zu erinnern), kann er das Knie noch beugen - das Fußgelenk allerdings ist Pudding und hat auch in etwa den gleichen Halt - ohne Krücke ginge da gar nix! Oder er übt sich im Hüpfen auf einem Bein, aber der Anblick hätte schon irgendwie was von lächerlich :D

Zitat:Zitat: Nein, das würde richtig mit Druck aus der Wunde ausspitzen und das hätte er definitiv selbst auch bemerkt! Für eine stake Blutung reicht auch eine Vene, um die Hose zu durchnässen.
Zitat:Moah … ich weiß, dass ich extra noch nachgeschaut hatte, obs nun Arterie oder Vene erwischt haben soll … und trotzdem schreib ichs falsche … Also Vene ist das, was weniger Druck hat, dann muss es natürlich das sein.
Ja, das wär besser. Hitoro, deine Überlebenschancen steigen wieder!

Zitat:Zitat: Wie gut ist Annas medizinische Ausbildung? Oder die von Hitoro? Ein Handtuch als Druckverband ist suboptimal, weil durchnässter Stoff keinen vernünftigen Druck mehr aufbaut. Mit einem Gürtel das Beim abbinden, wäre eine bessere Idee, oder das Handtuch vorher in eine Plastetüte/ Gefrierbeutel packen, damit es sich nicht vollsaugt und es DANN als Druckpolster für einen Verband benutzen.
Zitat:Anna hat vor drei Jahren mal einen Erstehilfe-Lehrgang gemacht, Grundlagen wie bei uns etwa für den Führerschein. In der Theorie könnte sie dir bestimmt sagen, wie genau der Perfekte Druckverband auszusehen hat, aber sie ist hier 1. vollkommen taub, leicht desorientiert und dadurch ziemlich verstört, 2. in Eile, weil sie so schnell wie möglich vom Ort des Geschehens wegmüssen und 3. in einem fremden Zimmer, so dass sie keine Ahnung hat, wo abgepackte Verbände oder Plastiktüten herumliegen.
Sowohl Anna als auch Hitoro wissen, dass die Krankenstation in der Nähe ist und sie es nur bis dahin schaffen müssen. Im nächsten Kapitel wird dann auch professionell das Bein abgebunden, das hier soll nur eine schnelle Übergangslösung sein.
Aber ich glaub, den Zeitdruck hab ich hier auch nicht so gut vermittelt, da werf ich nochmal ein wachsames Auge drauf.
Joa, so nach Zeitdruck klingt das nicht so ganz. Und das mit der Übergangslösung ist auch halbwegs in Ordnung. Ich finde ihren Fehler nachvollziehbar - so isses nicht. Ich nehme mal an, viele Leute würden den gleichen Fehler machen. Die Frage wäre, ob Hitoro es nicht vielleicht besser wüsste, als Soldat, aber wenn er in kürzeren Maßstäben denkt und eh erstmal auf die Krankenstation will, wird er das wohl übersehen. (Allerdings wird dort kein zurechnungsfähiger Mediziner eine Venenverletzung abbinden. Weil ... verdammt, ich hab keine Ahnung! Ich kanns mir denken, aber wissen tu ichs nicht! Da war ich in der Ausbildung Kreide holen.)

Zitat:Zitat: Das Blöde ist nur: Das sieht nicht gut aus für den armen Hitoro! Sein restliches Leben dürfte sich in Minuten berechnen lassen ...
Zitat:Aber wenn ich das richtig verstanden habe, wird es ein wenig weniger dramatisch, wenn ich aus der Arterie eine Vene mache? Und gut soll es für ihn tatsächlich nicht aussehen.
Joa, bei einer Vene ist es nicht wirklich lebensgefährlich - zumindest bei weitem nicht so schnell. Und die Venenverletzung reicht an sich auch schon. Lebensbedrohlich ist es in erster Linie nicht, aber die Spätfolgen können äußerst unangenehm sein. Mit unserer heutigen Medizin ist es bei einem angehenden Rentner, wie Hitoro einer ist, beinahe unmöglich, dass das ohne Spätfolgen oder Komplikationen wieder verheilt.

Zitat:Zitat: Ja, typisch Mann! Er steht kurz vor dem Exitus und sein einziger Gedanke ist es, noch eine große Knarre zu bekommen!
Zitat:*lach* joa, so sind se, die Männer, der eine denkt nur an Knarren, der andere nur an Sex – vermittel ich damit kein gutes Bild?
Aber um Hitoro in Schutz zu nehmen: Seine aktuellen Begleiter haben nur eine einzige Schusswaffe in ihrem Besitz und haben bisher hauptsächlich überlebt, weil niemand wusste, dass sie da sind. Das hat sich nun aber geändert, deshalb fände er es schlau, wenn sie sich mit so vielen Waffen wie möglich eindecken, um weiterhin zu überleben
Nagut, Ausrede angenommen - vorausgesetzt er überlebt lange genug, dass seine Begleiter auch noch etwas von seiner neuendeckten Sammelleidenschaft für große Knarren haben ^.^

Zitat:Zitat: Der Sinn des Satzes entzieht sich mir bissel. Wenn du nicht schreibst, was er tut, kannst es auch bleiben lassen, denn das hier ist unglaublich Charakterfern.
Zitat:Äh … ja, das hab ich auch im Vorwort erklärt, hier ist noch eine andere Partei beteiligt, aber das, was Hitoro hier tut, ist sehr, seeeehr merkwürdig, wenn man über diese andere Partei nichts weiß, deshalb hab ich das quasi »zensiert« - daher die eckigen Klammern. Also im Original beschreib ich da schon eine konkrete Handlung, aber die hätte halt echt Fragen aufgeworfen, und ich hätte womöglich drauf geantwortet, aber ich will doch so wenig spoilern wie möglich
Alles klar! Hm, die Klammern hab ich mir beim ersten Lesen nicht angeschaut und dann leider wieder vergessen, sodass es wirklich besser gewesen wäre, diese Anmerkungen nicht zu verstecken. Hab mich doch schon bissel gewundert, aber nimmer dran gedacht *beschämt mit den Füßen auf dem Boden scharrt*

Zitat:Zitat: Das liegt nicht an dir, sondern an deiner Autorin Aber ich glaube, die mag dich zu sehr, als dass sie dich verrecken lässt - zumindest nicht solange, wie sie dich noch braucht
Ansonsten ein schöner, trotziger Schluss!
Zitat:Zunächst: Freut mich, dass der Schluss gefällt – ich fand ihn in einem Anfall von Selbstzweifel viel zu dramatisch-kitschig, aber so ist mein Hitoro eben *lach*
Und was das Sterben-lassen und Mögen angeht: Dummerweise (also dumm für meine Protagonisten) bin ich inzwischen ein großer Fan meiner Antagonisten und würd ihnen einen Sieg richtig gönnen. Sie haben wirklich hart dafür gearbeitet und wurden wirklich schlecht behandelt und sie hätten es eigentlich verdient. *hust*
Tja, das musst du wissen - aber ich finde, dass sich Geschichten besser und spannender schreiben, wenn man als Autor den genauen Gewinner selbst nicht kennt und man beiden Seiten den Weg ebnen muss, bevor man sich entscheidet ^.^
Kitsch? Mal ehrlich: Auch wenn es keiner zugeben mag, aber hin und wieder ein Spritzer Schmalz und Dramaqueen lieben wir alle doch irgendwo! Es darf halt nur nicht zu viel sein.

Zitat:Also ich hoffe halt, dass diese Punkte im Kontext bissl besser rüberkommen, aber sicher bin ich mir da nicht Wüsste aber im Gegenzug auch nicht, wie ich das rüberbringen könnte, weil jede Erklärung die Szene nur noch langsamer machen würde. Hach, ’s ist schon schwer mit solchen Sachen …
Ja, bei sowas die richtige Balance zu finden, ist echt nicht einfach. bin mir aber ziemlich sicher, dass du das hinbekommen wirst und mit der Skizze und den Erklärungen ist das alles auch ein bissel einleuchtender.

Zitat:Zitat: Dann, wie auch Pfote schon festgestellt hat, stellt sich die Frage, warum die Aztec da nicht einmal alles zu Klump verarbeiten, sobald sie bemerken, dass da sich zwei verstecken? Die Mittel dazu haben sie ja. Irgendwie geht das alles ein wenig zu leicht ...
Zitat:Also wäre es echt schlauer, einzeln in einen Raum zu stürmen (durch die Tür kommt immer nur einer und der Gang vor der Tür, der durch den Raumteiler begrenzt wird, ist auch recht schmal), wo man gar nicht weiß, wer dort drin ist, wie viele, wie gut er oder sie kämpfen kann/können … ? Wo man schon gesehen hat, dass der Kollege ohne Möglichkeit auf Gegenwehr auseinandergenommen wurde und man damit rechnen muss, dass andere Gegner einem noch in den Rücken fallen?
Die Aztec haben halt überhaupt keine Ahnung, was sich im Bad befindet. Dass es einfach nur zwei normale Leute sind, davon können sie nicht ausgehe – was hoffentlich in der Gesamtsituation klar wird, aber eigentlich wollt ich es auch hier vermitteln.

Also die einzige Möglichkeit, die sie haben, wäre ja, dass der an der Tür das Bad stürmt. Allein. Während sein Kollege den Verletzten rausbringt. Und ob das jetzt unbedingt so schlau wäre …
Sie wollen halt eigentlich ihren Verletzten rausschaffen, die Tür verriegeln und dann erstmal auf Verstärkung warten, bzw. der Verstärkung bescheid geben und sich selbst in Sicherheit bringen.
Poah, kann ich jetzt überhaupt nicht einschätzen, ob das im Gesamten vielleicht besser rüberkommt, weil da eben diese zweite Partei, die den Aztec noch im Nacken sitzt, schon sehr viel genauer beschrieben und gezeigt wurde, und man da vielleicht Rückschlüsse ziehen kann …
Dann würde ich das noch irgendwie mit reinbringen, auch wenn es verteufelt schwer wäre. Zur Zeit fehlt mir da die Info, dass die Aztec selbst da bissel unter Druck stehen. Bisher kommen da vier Militärs auf die Bildfläche und werden dann von einem Orc im Rentenalter fertig gemacht. Hm. Selbst wenn die Aztec vorsichtig sind, weil sie nicht wissen, womit sie es zu tun haben, erklärt das nicht Hitoros Sieg. Und selbst in eine schmale Badezimmertür passt noch jemand rein: Einer holt den Verletzten raus, ein anderer gibt Feuerschutz und Deckung. Auch wenn da nicht viel Platz ist, Feuerschutz kann man nach deiner Karte auch über den Raumteiler hinweg geben. Dass die da einzeln ihre Leute rein schicken, damit Hitoro sie fertig machen kann, ist das, was mich stört. Vor allem, weil Hitoro selbst ja auch nicht viel macht, als Leichen zu fleddern und zu überlegen, was man denn nun noch machen könnte. Die Koordination der Aztec ist halt wirklich bissel undurchdacht.

Zitat:Ursächlich für den verletzten Nerv soll ein Munitionssplitter sein (Hohlmantelgeschosse neigen netterweise dazu, zu zersplittern), der dann auch an einer unzugänglicheren Stelle was erwischt haben könnte. Medizinische Hintergrundkenntnisse hab ich da (noch) keine, weil es eben in der Jugend meines Mannes eine ähnliche Verletzung gab, auf die ich einfach aufgebaut habe. Aber wenn ich hier mal fertig bin, werd ich das wohl alles noch checken lassen.
Pack das wie gesagt mit den Geschossen nochmal rein und dann wird in der ganzen Szene einiges plausibler werden. Unter anderem auch die Nervenverletzung, denn an der Stelle macht ein Munitionssplitter erheblich mehr Sinn, als ein Durchschuss.

Zitat:Gerade die Motivation der Aztec ist sowieso mein Sorgenkind, weil bisher eben alles nur von anderen wahrgenommen wird und eigentlich keiner eine Ahnung hat, was genau die Aztec hier tun und wollen.
Finde es nicht schlimm, wenn solche Sachen offen gelassen werden, solange dann irgendwann die Erklärung kommt. Und wenn sich deine Figuren auch darüber wundern, was um Himmels willen die Aztec da wollen, ist das absolut undramatisch. (In meiner Geschichte ist das übrigens auch so: die Motivation meines Hauptbösewichts ist über hunderte von Seiten für Leser und Helden nicht wirklich erkennbar oder sogar vollkommen unplausibel, bis da endlich mal jemand kommt und Klartext redet.)

Ich hoffe, das war nochmal hilfreich.

Liebe Grüße
Chewi

"Ganz besonders Ihr, [...], werdet irgendwann erkennen, dass eine Welt, die mit dem Begriffsvermögen eines einzigen Menschen zu erfassen ist, keine Welt wäre, in der es sich lohnen würde zu leben."

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Beitrag #6 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
Hey Chewi!

Ich wollt ja flott antworten, aber die Woche war so heiß und deshalb ist die Korrektur-zu-lesende-Doktorarbeit länger liegen geblieben als erwartet, weshalb ich das Antworten aufschieben musste ... aber vorm MoPro wollte ich auf jeden Fall noch hier drauf eingehen Icon_smile

Zitat:und danke für deine Erklärungen
Ich sollte ja sagen: Doof, dass ich immer alles erklären muss ...
Aber irgendwie macht mir das Erklären ja auch voll Spaß Icon_ugly

Zitat:Ja, das wäre nicht verkehrt. Ich mach mal ein Vorschlag, wie du das Missverständnis in diesem Satz ohne große Erklärungen beseitigen könntest: "Er hatte die Frage noch nicht beendet, das Türschloss des Apartments sich mit einem elektrischen Surren weigerte aufzugehen . Allzu viel Hoffnung darauf, dass die Aztec nichts hatten, dem das Schloss länger Widerstand leisten könnte, verschwendete Hitoro nicht."
*hust* Ja, auf solch offensichtliche Lösungen komm ich natürlich nicht *lach* Aber zumindest hab ich analysiert, woher mein Brett vorm Kopf da kommt, weil ursprünglich nämlich noch irgendwas davon da stand, dass ein rotes Licht behauptet, die Tür wäre verschlossen, und das klang mir zu doof, so dass ichs gestrichen habe, ohne für Ersatz zu sorgen *nick*

Zitat:Nur eine Sache wundert mich: Bevor sich einer lautlos im Ganz hinter dem Raumteiler bewegen kann, muss er doch ebenfalls scherbenknirschend durch den Raum - und an der Stelle ist er eigentlich zu hören. Das heißt, wenn nur zwei oder drei Personen zu diesem Zeitpunkt überhaupt den Raum betreten, sollte man selbst als normaler Mensch gut in der Lage sein, die Schrittgeräusche von einer oder zwei Personen zu unterscheiden. Wie kann Hitoro also mutmaßen, dass sich da noch einer vor seinen Ohren in eben diesen Gang versteckt, wenn er ihn zuvor nicht gehört hat?
Die Scherben liegen weiter hinten im Raum, auf Höhe des Schreibtischs, bei diesen grünen Vierecken, die im Grundriss eingezeichnet sind. Also Bereich nahe der Wände ist scherbenfrei - die Scherben kommen von den Saatkästen (die grünen Vierecke), deshalb hört man eben den einen Aztec, der da mitten im Raum steht, den anderen, der an der Wand entlang hinter den Raumteiler zum Bad geht, aber nicht, weil der gar nicht in den Scherbenbereich kommt.
Das Lustige ist ja, dass es hier irgendwie so wirkt, als hätte ich die Scherben nur reingeschrieben, damit Hitoro die Aztec hören kann, aber sowohl Scherben wie auch Raumteiler waren schon Teil der Szenerie, bevor ich überhaupt wusste, dass hier ein Kampf stattfinden wird Icon_ugly
Vielleicht bau ich die Mutmaßung hier dann noch bissl aus, lasse Hitoro sich nochmal ins Gedächtnis rufen, wo genau die Scherben liegen oder so.

Zitat:Ich mach mal Alternativvorschläge zum Fluchen: What the fuck/ hell! Holy crap! Damn!
Auch wenn das mit dem Son of a bitch vielleicht gehen würde, benutzen würd ichs an der Stelle nicht.
Ich bin sehr eigentümlich bei sowas und muss ehrlich sagen, dass ich es vom Gefühl her einfach schöner finde, wenn mein Aztec etwas längeres sagt. Keine Ahnung warum. Allerdings hab ich mich schon fleißig nach Alternativen umgesehen und bin im Moment bei "What a bitch of a mess" oder "That's one nasty mess in here".

Zitat:Was Schalldämpfer betrifft, hab ich irgendwo mal gehört, dass er eigentliche Effekt bei weitem nicht mit dem im Film vergleichbar ist.
Bei sowas ist es halt schwer, praktische Erfahrungen zu sammeln Mrgreen

Zitat:Das mit den Unterschallgeschossen und der Hohlmantelmunition ist an sich eine schnuffige Sache und nett durchdacht, aber es wäre noch viel cooler, wenn der Leser das auch weiß. Hitoro ist ein Militär - der stellt doch sicher mit Kennermiene fest, dass die da Unterschallmunition verwenden und da es keine Querschläger gibt, kann er zusätzlich ja noch auf Hohlmantelgeschosse kommen. Es sei denn, der Leser und Hitoro wissen zu diesem Zeitpunkt, womit man sich auf Kumen-Esh am liebsten Löcher in die Schädel schießt - in dem Fall hab ich nichts gesagt.
Bisher ist leider die Bewaffnung der Aztec recht kurz gekommen. Die einzige Szene, in der ich die Waffen beschreiben könnte, ist eine aus der Sicht einer Person, die überhaupt keine Ahnung von sowas hat und deshalb nicht hilfreich wäre.
Mein Plan war eigentlich, dass hier im Nachhinein (vermutlich aber erst 3 oder 4 Kapitel später) die Munition genauer beschrieben wird, bzw. dass eben erwähnt wird, dass ein entfernen der Fremdkörper aus dem Knie gefährlich ist, weil die Patronen gesplittert sind und dadurch viel Schaden angerichtet werden könnte.
Hier in dieser Szene fänd ich es auch seltsam, wenn Hitoro sich Gedanken um die Lautstärke macht, aber doof wie ich bin hab ich natürlich total verpeilt, dass er sich diese Gedanken auch ein Stück früher im Kapitel machen könnte, weil sie dort bereits schon Schüsse hören, die seltsam dumpf klingen. Die Unterschallmunition und die Besonderheit der fehlenden Lautstärke der Schüsse wird also in eine Szene kurz vorher eingefügt (und im Notfall mit "Science Fiction Technologie für extraleise Waffen" erklärt *lach*), die Hohlmantelgeschosse müssten ein bisschen warten, würden aber auf jeden Fall noch Erwähnung finden.

Zitat:Verputz würde da weniger Fragen aufwerfen. Hm, kann man das nachgooglen? Wie laut sind Hohlmantelgeschosse? Und lässt sich das BKA vor der Haustür dann mit der Erklärung abspeisen: Ich wollt nur für ein Roman recherchieren?
Mrgreen Da bräuchte ich mehr als diese Erklärung ... was ich für Kumen-Esh schon alles gegoogelt habe ... Biologische Kampfstoffe waren glaub ich das bisher terrorverdächtigste Icon_ugly
Vielleicht mach ich die Wände auch aus Spezial-Dämmungskunststoff ... zum Glück hab ich auf den bisherigen gefühlt 500 Seiten genug Möglichkeiten, auch die Wand mal zu beschreiben. Die Fliesen kommen auf jeden Fall weg!

Zitat:Ich kenne den Inhalt der Badewanne jetzt nicht unbedingt, aber solange da nichts Lebendiges drin liegt, bei dem es mir wichtig wäre, dass es lebendig bleibt, wäre meine Vorgehensweise folgende: Zwei Mann an die Tür, einer entsichert eine Granate, der andere stößt die Tür auf - Granate ins Badewimmer, Tür zu, nachdem es gerumst hat, vorsichtig nachgucken, ob da noch was zuckt. Wenn ja, Dauerfeuer! Gerade wenn das schon einen meiner Leute das Leben gekostet hat, würde ich da kein Risiko mehr eingehen wollen.
An irgendeiner Stelle ist der Punkt, wo sich alle noch lebenden Aztec außerhalb des Bades und Hiro und Anna sich innerhalb befinden - und da wirds nach meinem Verständnis nach unlogisch, was die Maßnahmen der Aztec betrifft.
Bevor ich hier total verbohrt rüber komme: Ich mach mir schon viele Gedanken um das Szenario, gerade auch durch deine Kritik hier, aber für mich ist das nach wie vor logisch - da muss ich wohl noch dran arbeiten, dass es auch logisch rüberkommt (und zum Teil ist hoffentlich auch einfach der fehlende Kontext schuld). Ich werd versuchen, Hitoro da ein bisschen spekulieren und vermuten zu lassen, und dann eben auch später in einer Szene aus Sicht eines (hier nicht beteiligten) Aztec darauf einzugehen, bzw. Vermutungen anzustellen, warum die hier so gehandelt haben, wie sie gehandelt haben.
Also dass die ersten beiden Aztec zu Boden gehen, dürfte ja nicht schlimm sein. Der erste ist komplett überrascht und in Nahkampfreichweite, der hat wirklich keine Chance. Der zweite wird unter Beschuss genommen und getroffen, das wäre doch auch noch nachvollziehbar, oder? Soll ja recht schnell gehen, den ersten niedermachen und direkt auf den zweiten schießen.
Also wirklich auseinandersetzen muss Hitoro sich nur mit zwei Aztec. Einer von denen muss nun aber an der Tür bleiben, weil sie eben auch noch eine Gefahr im Rücken haben und es sich nicht leisten können, hier in diesem Raum zwischen zwei Bedrohungen eingesperrt zu werden. Der Korridor muss gesichert werden (dazu könnte ich Hitoro vielleicht einen Gedanken verpassen, der weiß ja auch, was da außerhalb noch los ist). Bleibt ein Soldat, der das Bad nicht alleine stürmen wird, weil er eben weder weiß, WAS dadrin ist, noch wie viele. Außerdem muss sich auch einer um den Verletzten kümmern.
Eine Granate würde viel zu viel Lärm machen (dazu werde ich Hitoro auf jeden Fall noch einen Gedanken verpassen, dass er sich und Anna durch den Lärm einer zweiten Gefahr aussetzt, die ihm aber weniger schlimm im Vergleich zu den schießwütigen Aztec erscheint und er das Risiko deshalb eingeht). Außerdem haben die Aztec ihre Granaten aus einem speziellen Grund dabei, eine Art "Notfallmaßnahme" sozusagen, was ich später im Geschehen noch einbringen könnte und vermutlich auch werde. Die wollen sie dann auch nicht auf gut Glück irgendwo reinschmeißen und sich damit womöglich noch mehr Schwierigkeiten aufhalsen (wegen des Lärms, die haben ja nicht ohne Grund solch superleise Waffen dabei). Sind ja auch keine tödlichen Granaten sondern "nur" Blendgranaten.

Ich mein, ich hätte nichts dagegen, Hitoro und Anna ein paar mehr Schwierigkeiten zu verpassen, aber ich weiß echt nicht, was die Aztec anders machen könnten, ohne dass die beiden direkt draufgehen *lach*
Granate ins Bad werfen fällt flach, das Bad stürmen auch (sie haben ja keine Ahnung, was sie da erwartet. Immerhin hat ihr Kollege geflucht, als er den Raum gesehen hat, also könnte es durchaus was Unschönes sein)... mehr als zurückschießen können die Aztec da nicht machen, glaub ich.
Sie versuchen halt, ihren Verletzten da rauszubekommen, wollen dann den Raum verriegeln und auf Verstärkung, bzw. auch auf genauere Einsatzbefehle warten.

Zitat:(Denkanstoß, den ich bei sowas immer gerne anwende - die Fronten tauschen: Hätte Hitoro das genauso gemacht, wie die Aztec? Oder hätte er begriffen, dass die Typen im Bad vermutlich keine Vollautomatik sondern nur eine kleine Handfeuerwaffe besitzen? In dem Fall: Warten, bis der Kollege nachladen muss und ihn dann kaltstellen. Nur, um mal einen weiteren Gedanken zu nennen.)
Das ist ne gute Taktik, mach ich hin und wieder, aber hier in der Szene liegt es glaub ich wirklich an fehlender Hintergrundinfo, von der ich auch keine Ahnung ab, wo ich sie reinpacken soll, weils eben Aztec-Sicht erfordern würde. Die machen sich nämlich weniger Sorgen über die Bewaffnung der Bad-Insassen als über deren ... Fähigkeiten. Und einfach mal "warten" ist für sie auch keine Option. Also das werd ich auf jeden Fall versuchen, deutlicher darzustellen, auch in Verbindung mit der vorangegangenen Szene, dass von außen einfach auch Druck auf die Aztec einwirkt und sie da nicht alle Zeit der Welt haben.
Die kommen da auch nicht hin mit dem Wissen "So, wir müssen jetzt hier drin ein paar Leute töten". Die haben was gehört und wollen überprüfen, was das war, quasi schon im Rückzug von ihrer eigentlichen Mission. Zudem haben sie keine konkrekten Befehle für die Situation (die Einschätzung, dass sie alles und jeden erschießen, kommt hauptsächlich von Anna und natürlich vorbelastet durch Hitoro, wurde in der Geschichte selbst aber bisher noch nicht als wahr bewiesen)

Also echt schwierig ... in meinem Kopf klingt das schon alles richtig und ich glaub sogar, dass Hitoro sich sehr, sehr ähnlich verhalten würde, wenn er eben den gleichen Hintergrund hätte, wie die Aztec ihn haben, aber diesen Hintergrund halt an den Leser zu bringen, das find ich schwer. Andersrum wüsst ich eben auch nicht, was die Aztec anders machen könnten, damit sie logischer rüberkommen, ohne Anna und Hitoro umzubringen Icon_ugly (Noch brauch ich die beiden ja)

Zitat:besonders wenn er seine Erzählung mit Gesten unterlegt
Das hab ich mir extra verkniffen, weils ja eigentlich sehr dunkel bei den beiden ist (was ich aber selbst ständig vergessen habe ... *lach*)

Zitat:Warum "Okay" statt "Verstanden"? Weil "Okay" weniger Silben hat! Das klingt bekloppt, aber wenn das Adrenalin zirkuliert, wird man von ganz allein minimalistisch - Lange Erklärungen oder Wörter mit vielen Silben nehmen zu viel Arbeitsspeicher weg, deswegen benutzt man sie in stressigen Situationen tendenziell weniger. Ganz davon abgesehen, wird man beim Militär darauf getrimmt, sich kurz zu fassen
Dread trimmt mich auch immer darauf, dass Hitoro sich kurzfassen soll, aber irgendwie klingt das für mich oft total falsch. Also ich werd hier auf jeden Fall noch versuchen zu stutzen, aber Hitoro will ja hier auch Ruhe vermitteln, damit Anna nicht in Panik gerät. Sie kommt da mit der ganzen Sache zwar super klar, aber mein Ork hat einen nervigen Beschützerinstinkt gegenüber Frauen entwickelt. Mir kommt es da komisch vor, wenn er so "ruppig" wird - obwohl es natürlich gerechtfertigt wäre.
Also das ist eine Anmerkung, da stell ich mich jetzt zwar noch bockig, aber ich weiß, dass ich das ganze Dokument später mal auf solche Sprachsachen hin überarbeiten muss und deshalb ist es auf jeden Fall vermerkt und wird mit ziemlicher Sicherheit auch eingearbeitet.
Ich weiß schon, warum ich keine Soldaten als Hauptpersonen nehmen sollte Icon_rolleyes Icon_ugly

Zitat:Nein, das bezog sich auf: »Another shot. On my mark.« Dass ich meinen Feind auf Kommando unter Feuer nehmen will, halte ich persönlich für strategisch kontraproduktiv.
Hm ... hier steh ich glaub ich auf dem Schlauch. Hinter der Wand sitzen zwei Aztec, der eine schwer verwundet, der andere will ihn da wegholen. Nun sagt der Gesunde zu dem Verwundeten "Komm, wir versuchens nochmal, auf mein Zeichen (stehen wir auf)" ... dass der dritte an der Tür dann weiß, wann er anfangen muss, Feuerschutz zu geben, ist doch schlau, oder nicht? Dabei hatte ich das mit dem Signal zum Feuerschutz geben nichtmal im Kopf gehabt, als ich das geschrieben hab.
Aber dass einem Verwundeten auf ein Signal hin und nicht aus heiterem Himmel aufgeholfen wird, das sieht man doch immer und überall. So von wegen: "Jetzt stehen wir zusammen auf. Eins, zwei, drei, jetzt!", damit der Verwundete genau den richtigen Moment abpassen kann, um mitzuhelfen.
"shot" ist vielleicht missverständlich *hm* "Let's try again" wär vielleicht besser, wobei "Another shot" ja weniger Silben hätte Icon_ugly Oder ich lass sie doch wieder still sein ... ich dachte nur, dass wäre eine gute Gelegenheit, dem Leser zu zeigen, dass sie den Verwundeten da rausschaffen wollen.

Zitat:Der feine Unterschied zwischen Schuss und Glasscherbe ist folgender: Der Schuss zerfetzt das Gewebe - der entstandene Schaden ist unangenehm groß. Die Glasscherbe scheidet, kann zwar tief und übel sein, aber von der Durchtrennung abgesehen, ist der Gewebeschaden eher klein - Nadel und Faden und zack! Er springt wieder!
Großer Gewebeschaden ist ja okee, mir ging es bei meinem "Vorbild" eher darum, dass halt viel Blut verloren wird und dass diese Taubheit zustande kommt. Und dem Nerv und der Vene dürfte es ja egal sein, ob sie nun von einer Glasscherbe oder einem Metallsplitter durchtrennt wurden. Der erhöhte Gewebeschaden beim Schuss ist dann Ursache für die enormen Schmerzen im Knie und oberhalb davon.

Zitat:Aber das "fast nichts spüren bei nicht-Belastung" wäre eine total coole Sache, leider funktionieren Nervendurchtrennungen recht binär: Wenn er das Bein bei Entlastung nicht spürt, dann auch nicht bei Belastung. Wenn er da nix spürt, ist da auch keine Funktion und wenn da keine Funktion ist, hat das Bein auch keine Stabilität - wo kein Nerv, da kein Muskel, der da Spannung aufrecht erhalten würde.
Mein Mann konnte humpeln mit diesem durchtrennten Nerv und dem tauben Bein, daher hab ich das so übernommen. Alleine käme Hitoro auch kaum voran, aber er hat ja Anna (das starke Madel Mrgreen ). Und den Schmerz wollte ich dann eher an der zweiten Schussverletzung lokalisieren, nur dass Hitoro das eben nicht trennt. Keine Belastung aufm Bein = kein Gespür im Bein (als wäre es eingeschlafen, so stell ich mir das vor), bei Belastung dagegen die Schmerzen von der Gewebeverletzung am Knie und von der zweiten Schussverletzung).
DIe ganze Sachlage werd ich aber beizeiten nochmal gegenchecken lassen, ich hab da nen Kontakt, der sich ganz gut auskennt. Wenn er mich nur nicht immer so komisch anschauen würde, wenn ich mit Fragen komme wie: "Wie lange brauchts eigentlich, bis einer nach einem Schnitt über die Kehle stirbt" oder "Was genau kann kaputtgehen, wenn ich eine Kugel ins Bein bekomme" Icon_lol

Zitat:Ja, das wär besser. Hitoro, deine Überlebenschancen steigen wieder!
Fürs Erste Icon_fies

Zitat:Joa, so nach Zeitdruck klingt das nicht so ganz. Und das mit der Übergangslösung ist auch halbwegs in Ordnung. Ich finde ihren Fehler nachvollziehbar - so isses nicht. Ich nehme mal an, viele Leute würden den gleichen Fehler machen. Die Frage wäre, ob Hitoro es nicht vielleicht besser wüsste, als Soldat, aber wenn er in kürzeren Maßstäben denkt und eh erstmal auf die Krankenstation will, wird er das wohl übersehen. (Allerdings wird dort kein zurechnungsfähiger Mediziner eine Venenverletzung abbinden. Weil ... verdammt, ich hab keine Ahnung! Ich kanns mir denken, aber wissen tu ichs nicht! Da war ich in der Ausbildung Kreide holen.)
Es köööönnte eventuell sein, dass ich vielleicht irgendwann mal auf dich zukomme und dich um deine Meinung zu der Szene in der Med-Station bitte *lach*
Hitoro weiß schon recht gut bescheid, wie eine solche Wunde behandelt werden sollte (ich hoffe zumindest, dass das auf der Med-Station dann halbwegs so rüberkommt), aber ihm fehlen halt einfach die Mittel und die Zeit. Letzteres werde ich noch stärker versuchen einzubauen, dass sie da schnellstmöglich wegsollten, wenn sie überleben wollen.
Das mit dem Abbinden scheint mir aber die einzige logische Möglichkeit, zu überleben. Problem ist nämlich, dass auf der Med-Station weder zurechnungsfähige noch -unfähige Mediziner sitzen, sondern Anna und Hitoro allein zurechtkommen müssen. Wenns allerdings eine andere Möglichkeit gibt, eine starke Blutung zu stoppen und trotzdem noch durch die Gegend laufen zu können, bin ich da auch für Vorschläge offen. Bein hochlegen, Druckverband drauf und warten bis es von allein aufhört ist nämlich leider keine Option. Und bei meinen Recherchen bin ich drauf gestoßen, dass es für Soldaten spezielle Abbindesysteme gibt, die genau für dieses kurzzeitige Abbinden, um den Verletzten aus einer Gefahrensituation zu schaffen, gedacht sind. Da stand was von zwei Stunden Abbindezeit ohne größere Gefahren, das wäre auch der Rahmen, in dem Hitoro plant sich zu bewegen.

Zitat: Mit unserer heutigen Medizin ist es bei einem angehenden Rentner, wie Hitoro einer ist, beinahe unmöglich, dass das ohne Spätfolgen oder Komplikationen wieder verheilt.
Icon_fies Da hat Hitoro ja Glück, dass diese Schussverletzung nicht sein schlimmstes Problem sein wird - so wird er von diesen Sorgen gut abgelenkt

Zitat:Nagut, Ausrede angenommen - vorausgesetzt er überlebt lange genug, dass seine Begleiter auch noch etwas von seiner neuendeckten Sammelleidenschaft für große Knarren haben ^.^
Ja, ich plane zumindest, diese Waffen auch zum Einsatz kommen zu lassen Mrgreen

Zitat:Alles klar! Hm, die Klammern hab ich mir beim ersten Lesen nicht angeschaut und dann leider wieder vergessen, sodass es wirklich besser gewesen wäre, diese Anmerkungen nicht zu verstecken. Hab mich doch schon bissel gewundert, aber nimmer dran gedacht *beschämt mit den Füßen auf dem Boden scharrt*
Ach, ich bin selbst schuld. Ich hab mir schon beim Einstellen gedacht "Na, ob das so schlau ist, alles zu verstecken", fands dann aber auch doof, dass meine Vorbemerkungen immer fast so lang sind wie der Text selbst und der Text dadurch noch viel länger (und abschreckender) wirkt, als er eigentlich ist ... nächstes Mal fass ich mich einfach kürzer Icon_lol

Zitat:Ja, bei sowas die richtige Balance zu finden, ist echt nicht einfach. bin mir aber ziemlich sicher, dass du das hinbekommen wirst und mit der Skizze und den Erklärungen ist das alles auch ein bissel einleuchtender.
Ein paar Ideen hab ich jetzt auch und sobald das MoPro rum ist, werd ich mir auch das Kapitel im Ganzen nochmal genau ansehen und bestimmt einige Ecken finden, wo sich der ein oder andere Hinweis verstecken lässt Icon_wink

Zitat: Dass die da einzeln ihre Leute rein schicken, damit Hitoro sie fertig machen kann, ist das, was mich stört.
Genau genommen wird ja nur einer reingeschickt. Und der ist halt vom Anblick der Badewanne noch bissl perplex - was nachvollziehbar wird, wenn man weiß, was er da sieht, da bin ich mir sicher.
Der zweite, der zu Boden geht, steht hinter dem Raumteiler, die beiden anderen außerhalb des Raumes. Der Dritte läuft dann zum Verletzten (hinter den Raumteiler) und fertig gemacht werden sie eigentlich erst, nachdem Hitoro ausm Bad kommt und die Granate wirft, die ja aber für genau sowas gedacht ist. Und gerade mit Nachtsichtgerät ist die Wirkung einfach heftig, vor allem, wenn man sich nicht darauf vorbereiten kann.
Dass mindestens ein Aztec im Flur bleiben muss, um ihnen den Rücken zu sichern, das ist einfach so, das kann ich nicht ändern, weil sich die Aztec damit dann wirklich doof verhalten würden. Aber grade den Punkt versuche ich auch noch besser einzubinden, dass Hitoro einen Gedanken in diese Richtung verschwendet.

Zitat:Pack das wie gesagt mit den Geschossen nochmal rein und dann wird in der ganzen Szene einiges plausibler werden. Unter anderem auch die Nervenverletzung, denn an der Stelle macht ein Munitionssplitter erheblich mehr Sinn, als ein Durchschuss.
Aber gerade bei dem Schuss würde es auch reichen, wenn das erst angesprochen wird, wenn sich wirklich jemand um den Schuss kümmert, der nicht gerade im Sterben liegt oder sowas, oder?

Zitat:Finde es nicht schlimm, wenn solche Sachen offen gelassen werden, solange dann irgendwann die Erklärung kommt. Und wenn sich deine Figuren auch darüber wundern, was um Himmels willen die Aztec da wollen, ist das absolut undramatisch. (In meiner Geschichte ist das übrigens auch so: die Motivation meines Hauptbösewichts ist über hunderte von Seiten für Leser und Helden nicht wirklich erkennbar oder sogar vollkommen unplausibel, bis da endlich mal jemand kommt und Klartext redet.)
Also die Gesamtmotivation meiner Antagonisten werd ich schon rüberbringen können, da hab ich keine Sorge - nur was eben die Motivation dieses Soldatentrupps in dieser Szene hier angeht, da wird es schwierig, weil ja am Ende alle tot sind und jeder, der darüber nachsinnen könnte, nicht dabei war und nur aus Erzählungen weiß, was hier überhaupt passiert ist. Allerdings hab ich inzwischen eine Idee, wie ich gerade diese Tode und diese Aktion eventuell noch thematisieren könnte, auch wenn dann das Kapitel, in dem ich es tue, ziemlich chaotisch wird, glaub ich. Aber die Geschichte ist ja noch jung, es kommen noch viele Szenen, von denen ich jetzt noch keine Ahnung habe, vielleicht ergibt sich da was.

Zitat:Ich hoffe, das war nochmal hilfreich.
Ja, auf jeden Fall! Ich finds auch toll, dass du dich weiterhin so mit der Geschichte beschäftigst, das freut mich wirklich Icon_smile Ich hab einige tolle Denkanstöße bisher schon mitgenommen, gerade was eben die Motivation der Beteiligten angeht, und werd auch versuchen, da einiges zu verbessern. Das Problem ist, dass ich oft, wenn ich voll in so einer Szene drin stecke, gar keinen Plan habe, WIE das ausssehen soll, aber oft kam mir jetzt auch schon eine Lösung für manche Dinge, wenn ich mich mit was ganz anderem beschäftigt habe, so dass ich da noch guter Dinge bin, alles hinzubekommen wie es sein soll Icon_wink

Ganz liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #7 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
Hi Lanna,

die letzten beiden Teile von Kumen-Esh habe ich nur gelesen und nicht kommentiert, aber dann kümmere ich mich nun halt um das neueste Stück Text. In Sachen Kampfszenen bin ich ziemlich unerfahren, aber ich denke, ein bisschen Meinung Senfen hilft trotzdem.

Zitat:Geradeaus gerichtet, auf die Badewanne, deren Anblick den Träger zögern ließ, den Raum zu betreten. Was auch immer die Aztec hier trieben, schien es zumindest diesen einen nicht kalt zu lassen.

Was lässt ihn an der Badewanne zögern? Anna sieht er ja nicht, sonst hätte er wohl bereits geschossen. Ist es nur, die Sorge, dass sich dort jemand verstecken könnte? Dann könnte er an sich ja auf Nummer sicher gehen und einmal durch das Milchglas schießen, um festzustellen, ob dort jemand ist - gerade, wenn er ein wenig nervös ist ... Nicht, dass ich deinen Chara umbringen will, ich versuche nur, mich in den Kopf eines Aztecs, der vermutlich für Menschen nicht viel übrig hat, hineinzudenken. Ein Grund dagegen, die mir spontan einfalle würden, wäre, dass er die hinter ihm Positionierten nicht unnötig verschrecken will (und sich vielleicht ihren Spott nach dem Kampf anhören müsste). Den ersten Satz hier würde ich vereinfachen: "Gerade aus auf die Badewanne gerichtet, deren (...)"
Im zweiten Satz hast du, glaube ich, ein grammatikalisches Problem, das mir aber auch erst aufgefallen ist, während ich die inhaltliche Anmerkung oben geschrieben habe.
Möglich wäre mMn:
"Was auch immer die Aztec hier trieben, es schien zumindest diesen einen nicht kalt zu lassen."
oder
"Was auch immer die Aztec hier trieben schien zumindest diesen einen nicht kalt zu lassen."

Wobei Letzteres ausgesprochen richtig klang und ich nicht weiß, ob da nicht noch ein Komma hingehört. An sich bin ich mir hierbei recht unsicher.

Zitat:Kurz warf er einen Blick in die verwaschene Dunkelheit das Badezimmers.
»Anna«, flüsterte er in Richtung Dusche. »Komm!«
Sie saßen in der Falle, wenn die Aztec sich zurückzogen und sie hier einsperrten.

Ich würde den letzten Absatz vor den zweiten Absatz ziehen, denn der Gedanke daran, dass sie in der Falle sitzen würden, ist ja überhaupt der Grund dafür, dass er beschließt Anna mit einzubeziehen, oder?

Zitat:»Durchziehen, lockerlassen, wieder durchziehen. Schräg nach oben, du musst nicht zielen.«

Also ist das nur als Ablenkung gedacht? Oder steckt da mehr dahinter?

Zitat:Einen Nagel nach dem anderen bohrte er so in sein Knie und zog eine Spur kleiner Blutstropfen hinter sich her.

Nagel? Hier steh ich auf der Leitung. Wenn das buchstäblich gemeint ist, habe ich keine Ahnung woher das kommt, wenn das eine Metapher ist, bin ich trotzdem verwirrt.

Das waren bereits die textlichen Anmerkungen, ich gehe mal zu deinen Fragen über.

Zitat:1) Sind die Beschreibungen, wer was tut, verständlich, vorstellbar und nachvollziehbar? Sind es zu viele Details oder zu wenige? Zu viele Gedanken und Gefühle oder zu wenige?

Ich hatte das Gefühl, alles richtig verstanden zu haben und konnte mir die Szene schön vorstellen. Gedanken und Gefühle sind mir auch nicht in negativer Weise aufgefallen, also in diesem Sinne passt alles.

Zitat:2) Hitoro ist ein erfahrener Soldat (bzw. soll einer sein), ist seine Erzählsprache dafür halbwegs passend, kauft man ihm das ab? (Ich will nicht, dass er wie ein kaltschnäuziger, abgebrühter Schweinehund klingt, er ist immerhin auch Familienvater, aber er soll eben auch nicht wie ein Mädchen rüberkommen *lach*)

Meiner Meinung nach ja.

Zitat:4) Mir wurde noch nie ins Bein geschossen und ich hab noch nie eine Blendgranate auf engem Raum gezündet, deshalb kann ich nicht auf Erfahrungen zurückgreifen – klingt es trotzdem irgendwie realistisch oder geht das total daneben?

Ich nehme an, du hast bezüglich beidem recherchiert und die Wirkung klingt schon realistisch - auf jeden Fall realistischer als ein James-Bond-Film. Icon_wink

Das wäre es nun, was deine Fragen angeht (außer Frage 3, deren Beantwortung hier mit eingeflossen ist). An sich brauche ich, glaube ich, nicht viel zu sagen, da ich auch nicht viel auszusetzen habe. Es liest sich flüssig und meiner Meinung nach brauchst du weder versuchen, die Szene in die Länge zu ziehen, um mehr Spannung zu erzeugen, noch mehr Dramatik reinbringen - das würde ein bisschen aus der Perspektive ausbrechen, weil Hitoro nun mal auch ein Soldat ist, der nach dem, was ich bisher über ihn weiß, nun mal nicht zu Dramatik neigt.
Die Abfolge der Aktionen erscheint mir an sich auch logisch - abgesehen von dem bereits Erwähnten. Nur das Abschlachten der Aztecs nach der Blendgranate würde ich ein wenig abändern. An sich kann man sich schon vorstellen, dass das tatsächlich so passiert ist, andererseits sind die Aztecs ja auch abgebrühte Kämpfer - nehme ich an - und haben auch in solchen Situationen gewiss reflexartige Reaktionen. Was ich mir vorstellen könnte, wäre an der folgenden Stelle:

Zitat:Der Soldat riss sein Sturmgewehr hoch und zog durch, ohne dass ein Geräusch das anhaltende Klingeln in Hitoros Kopf hätte durchdringen können. Reflexartig ließ er sich fallen, rollte nach vorne ab und fegte den Aztec mit einem gezielten Tritt von den Beinen. Ein Handkantenschlag zertrümmerte seinen Kehlkopf und Hitoro wirbelte herum, schaltete die Lampe des Gewehrs an.

Er sieht nun die eine Person am Wandteiler lehnen und schaltet sie aus, sieht die andere aber nicht, die hinter dem Wandteiler kurz hochgeht und schießt. Hitoro hat das glücklichere Händchen und merkt danach dann, dass auch er getroffen wurde.
Dann könntest hier auch nochmal ein bisschen Spannung einbauen.

Nochmal zu der Spannung, vor deren Nicht-Vorhandensein du dich ja ziemlich fürchtest. Es kommt immer wieder vor, dass ich bei einem Buch auf einmal lese und lese und erst nach längerer Zeit innehalte und mir denke: "Wie geil war das denn?" Das dürfte wohl jeder kennen und kommt nicht nur durch actiongetriebene Szenen zustande. Ob hier eine Atmosphäre dieser Art entsteht, beziehungsweise, was dazu fehlen könnte, kann ich dir leider nicht sagen, weil mir dazu ein bisschen der größere Zusammenhang fehlt. Auf diese Szene belassen, hat es sich mMn aber durchaus spannend gelesen. Ich bin leider auch nicht allzu erfahren darin, Spannung zu erzeugen, und achte in Büchern selten darauf, wie dem Autor das gelingt, weshalb ich hier jetzt nur so ein bisschen meinen Senf dazugeben konnte und nicht genauer auf das Handwerkliche eingehen konnte. Ich hoffe, das konnte dir trotzdem ein bisschen helfen und das hier klingt nicht nach "Ich bin zu faul, genauer über die Geschichte zu schauen." Icon_slash

Um jetzt mal wieder aufs Ganze zurückzukommen: es hat sich flüssig lesen lassen, ich hatte nicht viel auszusetzen und ich hoffe wieder mal darauf, eines Tages Kumen-Esh als Ganzes lesen zu können, da du gerade mit den "Anderen" mein Interesse geweckt hast. Icon_smile Und deine Probleme mit der Spannung - die ich hier ja weder gänzlich bestätigen noch gänzlich aus dem Weg räumen kann - wirst du auch noch lösen. Icon_bussi Viel Erfolg!

LG,
rex

P.S.: Du hast gerade MoPro, gell? Lass dir ruhig Zeit mit der Antwort.

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #8 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
Hi rex!

Wie schön, dich hier nochmal zu sehen Icon_smile Da schmeiß ich doch glatt mal die guten Manieren über Bord und fange hinten mit deinem Kommentar an:

Zitat: Du hast gerade MoPro, gell? Lass dir ruhig Zeit mit der Antwort.
Die Leerlaufphasen des MoPros eignen sich zum Glück hervorragend dafür, sich kritisch mit schon Geschriebenem auseinanderzusetzen, vor allem, wenn es noch Einfluss auf das aktuelle Geschehen hat. Daher diesmal keine Ausreden meinerseits sondern eine zügige Antwort Icon_ugly

Zitat: In Sachen Kampfszenen bin ich ziemlich unerfahren, aber ich denke, ein bisschen Meinung Senfen hilft trotzdem.
Was Kampfszenen ohne Schwerter und Dolche angeht, hab ich ja auch keine Ahnung, daher passt das schon Mrgreen
(Freut mich übrigens, dass du trotzdem dann hier was schreibst – die Geschichte soll ja nicht nur für Leser gut sein, die halt Ahnung von bestimmten Bereichen haben, sondern im besten Fall natürlich für jeden, der sich aus welchen Gründen auch immer für Kumen-Esh interessiert.)

Zitat: Was lässt ihn an der Badewanne zögern? Anna sieht er ja nicht, sonst hätte er wohl bereits geschossen. 
Lustige Sache, das hier …
Also in dem Badezimmer gibt es eigentlich eine Badewanne UND eine seperate Duschkabine, in der Anna sitzt. Aber erst durch deinen Kommentar hier dazu ist mir aufgefallen, dass ich im echten Leben noch nie ein Badezimmer gesehen habe, in dem es Badewanne und Dusche gibt – abgesehen von dem Badezimmer in meinem Elternhaus. Darauf folgend kam dann die Überlegung: »Warum genau sollte ein Typ, der ein Einzimmerapartment an Bord einer Raumstation bewohnt, überhaupt eine Dusche und eine Badewanne haben?« …
Njo. Die Badewanne brauch ich dummerweise, die ist inzwischen ein wichtiger Plotpunkt. Also muss ich die Dusche streichen. Und ein neues Versteck für Anna finden.
Um nun aber zu deiner Frage zu kommen: In der Badewanne befindet sich unter anderem ein Toter, der aber gewisse Merkmale aufweist, die dazu führen, dass der eintretende Soldat diesen Toten nicht als außerordentlich suspekt oder gar gefährlich einstuft. Es irritiert ihn, ist aber kein Grund zur Sorge. Genauer kann ichs so ohne Kontext leider nicht erklären.
Vor allem aufgrund von Chewis Anmerkungen habe ich mir schon Gedanken gemacht und inzwischen eine Stelle gefunden, in der ich vermutlich unterbringen kann, dass diese Soldatentruppe wirklich eher auf Aufklärungsmission sind und deshalb nicht wild sofort auf alles und jeden schießen.

Zitat: Den ersten Satz hier würde ich vereinfachen: "Gerade aus auf die Badewanne gerichtet, deren (...)"
Jup, mach ich.

Zitat: Im zweiten Satz hast du, glaube ich, ein grammatikalisches Problem, das mir aber auch erst aufgefallen ist, während ich die inhaltliche Anmerkung oben geschrieben habe.
Möglich wäre mMn:
"Was auch immer die Aztec hier trieben, es schien zumindest diesen einen nicht kalt zu lassen."
oder
"Was auch immer die Aztec hier trieben schien zumindest diesen einen nicht kalt zu lassen."

Auch hier stimm ich dir zu, von der Art hab ich ein paar Formulierungen, die ich umgangsprachlich in Schriftform übernehme und es nicht merke. Vermutlich werd ich Version 1 nehmen.

Zitat: Ich würde den letzten Absatz vor den zweiten Absatz ziehen, denn der Gedanke daran, dass sie in der Falle sitzen würden, ist ja überhaupt der Grund dafür, dass er beschließt Anna mit einzubeziehen, oder?
Auch wenns langweilig wird: Jup, stimmt, wird umgestellt Mrgreen

Zitat: Also ist das nur als Ablenkung gedacht? Oder steckt da mehr dahinter?
Als Ablenkung, genau. Zum einen, damit Hitoro nicht gehört wird, zum anderen auch, damit der Verwundete nicht schnell rausgeschafft wird, weil Hitoro und Anna dann halt einfach eingesperrt werden könnten. Hitoro hofft hier, dass ein Bewegen des Verwundeten zu riskant ist, solange noch die Gefahr besteht, dass jederzeit geschossen werden könnte.

Zitat: Nagel? Hier steh ich auf der Leitung. Wenn das buchstäblich gemeint ist, habe ich keine Ahnung woher das kommt, wenn das eine Metapher ist, bin ich trotzdem verwirrt.
Der Nagel soll eine Metapher für den Schmerz sein, also quasi »Jeder Schritt fühlte sich an, als würde sich ein Nagel in sein Knie bohren« … Ich neige dazu, sowas als Tatsachen darzustellen, das bekomm ich öfter mal angemerkt. Mir selbst gefällt das eigentlich, aber hier das änder ich auf jeden Fall, erstmal zu »Ein Nagel nach dem anderen bohrte sich so in sein Knie«, weil Hitoro da ja selbst echt nix bohrt.

Deine Antworten auf meine Fragen freuen mich natürlich Icon_smile

Zitat: das würde ein bisschen aus der Perspektive ausbrechen, weil Hitoro nun mal auch ein Soldat ist, der nach dem, was ich bisher über ihn weiß, nun mal nicht zu Dramatik neigt.
Genau so is es. Hitoro tut, was getan werden muss, ohne da groß zu lamentieren oder nachzugrübeln. Außerdem bekommt er im nächsten Kapitel noch seinen dramatischen Moment *lach*

Zitat: Nur das Abschlachten der Aztecs nach der Blendgranate würde ich ein wenig abändern.
Ja, da werde ich mich nochmal ransetzen. Deinen Vorschlag, dass da von Aztec-Seite auch noch ein Schuss fällt, find ich ganz gut, hatte auch schon überlegt, ob ich den Aztec vielleicht auf Hitoro schießen lasse, während der noch damit beschäftigt ist, den Typ im Flur auszuschalten, aber diesen Schuss würde Hitoro gar nicht mitbekommen (weil er ja nix hört) und demnach könnt es nicht beschrieben werden.
Später in der Geschichte ergibt sich hoffentlich noch eine Stelle, an der ich einbringen kann, dass diese Aztec-Truppe NICHT zu den Elite-Soldaten gehört, die da sonst durchs Bild laufen und daher auf diese Gesamtsituation auch nicht so gut vorbereitet sind.
Vielleicht verpass ich Hitoro auch einfach noch einen Streifschuss am Arm oder so Icon_ugly Auf das bisschen zusätzlichen Blutverlust kommts eh nicht mehr an *lach*
»Mehr Gegenwehr« steht auf jeden Fall jetzt fett in den Überarbeitungsnotizen.

Zitat: Ob hier eine Atmosphäre dieser Art entsteht, beziehungsweise, was dazu fehlen könnte, kann ich dir leider nicht sagen, weil mir dazu ein bisschen der größere Zusammenhang fehlt
Jup, klar, das hätte ich jetzt auch nicht von einem Leser erwartet, dass er den übergeordneten Spannungsaufbau (so nenn ichs mal) an dieser Szene hier bewerten kann. Dafür ist es einfach zu mittendrin im Geschehen und es gibt schon zu viele Nebenschauplätze in der Geschichte, die hier alle mit reinspielen.

Zitat: Auf diese Szene belassen, hat es sich mMn aber durchaus spannend gelesen. 
Na, damit bin ich doch vollauf zufrieden Icon_smile

Zitat:  Ich hoffe, das konnte dir trotzdem ein bisschen helfen und das hier klingt nicht nach "Ich bin zu faul, genauer über die Geschichte zu schauen."
Ach rex, mach dir darüber mal keine Sorgen. Ich finde deine Kommentare immer hilfreich, sehr freundlich und auch angenehm zu lesen, und hab keinesfalls das Gefühl, dass du Geschichten (egal ob meine oder die von anderen) nur mal schnell schlechtreden willst oder einfach mal ein haltloses Lob dalässt.
Ich find es gut, wie du das handhabst, und ich hoffe, dass du mir als Leser erhalten bleibst (sofern es noch weitere Teile online geben wird Mrgreen )

Zitat: und ich hoffe wieder mal darauf, eines Tages Kumen-Esh als Ganzes lesen zu können, da du gerade mit den "Anderen" mein Interesse geweckt hast
Ich schätze, die erste Hälfte vom Gesamtwerk habe ich jetzt geschafft, für die hab ich auch nur schlappe 6 Jahre oder so gebraucht, also nochmal 6 Jahre und dann noch locker 10 für die Überarbeitung … Icon_ugly Mrgreen
Um mehr über die »Anderen« zu erfahren, musst du dich wohl tatsächlich so lange gedulden, von denen werd ich hier nix einstellen *grins*

Zitat: Und deine Probleme mit der Spannung - die ich hier ja weder gänzlich bestätigen noch gänzlich aus dem Weg räumen kann - wirst du auch noch lösen.
Ja, das glaube ich auch, wenn ich nicht grad in meinem Pessimistenloch sitze. Immerhin kann ich den Finger inzwischen meist ziemlich genau auf den Punkt legen, an dem etwas nicht stimmt, auch wenn ich mich noch schwer damit tue, es dann stimmend zu machen.
Aber dafür hab ich ja dann irgendwann meine Betaleser!

Zitat: Viel Erfolg!
Icon_bussi Danke schön!
Und natürlich auch fürs Dalassen eines Kommentars und fürs Auseinandersetzen mit meinem Spannungsproblem, auch wenn du in dem Bereich wenig Eigenerfahrung hast Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #9 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
Hey Lanna,

kurze Rückmeldung!

Zitat:Zitat: Du hast gerade MoPro, gell? Lass dir ruhig Zeit mit der Antwort.
Die Leerlaufphasen des MoPros eignen sich zum Glück hervorragend dafür, sich kritisch mit schon Geschriebenem auseinanderzusetzen, vor allem, wenn es noch Einfluss auf das aktuelle Geschehen hat. Daher diesmal keine Ausreden meinerseits sondern eine zügige Antwort :Icon_ugly:

Umso besser. Icon_wink

Zitat:Lustige Sache, das hier …
Also in dem Badezimmer gibt es eigentlich eine Badewanne UND eine seperate Duschkabine, in der Anna sitzt. Aber erst durch deinen Kommentar hier dazu ist mir aufgefallen, dass ich im echten Leben noch nie ein Badezimmer gesehen habe, in dem es Badewanne und Dusche gibt – abgesehen von dem Badezimmer in meinem Elternhaus. Darauf folgend kam dann die Überlegung: »Warum genau sollte ein Typ, der ein Einzimmerapartment an Bord einer Raumstation bewohnt, überhaupt eine Dusche und eine Badewanne haben?« …

Ah, das hab ich dann falsch verstanden. Wir haben zwar auch ein Bad mit Badewanne und separater Dusche, aber unsere Badewanne ist mehr so Kleidungsablage geworden. Mrgreen
Aber ansonsten hat sich das dann geklärt.

Zitat:Der Nagel soll eine Metapher für den Schmerz sein, also quasi »Jeder Schritt fühlte sich an, als würde sich ein Nagel in sein Knie bohren« … Ich neige dazu, sowas als Tatsachen darzustellen, das bekomm ich öfter mal angemerkt. Mir selbst gefällt das eigentlich, aber hier das änder ich auf jeden Fall, erstmal zu »Ein Nagel nach dem anderen bohrte sich so in sein Knie«, weil Hitoro da ja selbst echt nix bohrt.

Ich verstehe jetzt, was du meinst aber mir gefällt die Metapher, so beschrieben zumindest, immer noch nicht, tut mir leid. Ist hier auch einfach nur meine persönliche Meinung.

Zitat:Ich find es gut, wie du das handhabst, und ich hoffe, dass du mir als Leser erhalten bleibst (sofern es noch weitere Teile online geben wird Mrgreen )

Das freut mich. Icon_smile Und ich hoffe nun mal auf weitere Teile. Icon_wink

Liebe Grüße,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #10 |

RE: Kumen-Esh (Kampfszene)
Hallo Lanna,

Edit: Also ich habe jetzt gelesen, was im Spoiler stand und so sind einige Dinge für mich schon geklärt worden. Ich lasse es jetzt trotzdem mal so ohne Vorwissen stehen, weil auch das für Dich interessant sein könnte, wie der Text so ganz alleine wirkt. Unten setze ich fort, was ich gestern nicht mehr geschafft habe.
Eine Anmerkung vorweg:
Zitat:Dieser Auszug lässt sich unabhängig von allen anderen Teilen lesen!
Nicht ganz. Das mit der Badewanne wird hier nicht klar. Da ich gerade auch die vorherige Szene nicht finden kann, fehlt mir diese Info an einer Stelle, wo die Szene sehr spannend ist. Ich gehe nochmal auf die Suche - andere Leser machen das aber vielleicht nicht. Icon_wink

Edit Ende


ich fange mal an mit einem Kommi zu diesem Szenario, kann aber nicht versprechen, es heute komplett noch zu schaffen, weil ich schon den ganzen Tag am Schreiben und korrigieren bin. Ich habe die anderen Kommentare gelesen, habe aber nicht mehr alles auf der Pfanne und darum ist vielleicht manches schon gesagt worden.

Ich kommentiere direkt beim Lesen. Icon_wink

Hitoro Takahashi
Die Überschrift lässt mich vermuten, dass dieser Chara hier eingeführt wird - vielleicht, weil ich es selber so mache. J.R.R. Martin macht es aber mit jedem Kapitel so, das die Handlung mit diesem Chara im Fokus hat. Da gibt es dann zwanzig Kapitel, die "Bran" oder "Cathelyn" heißen. Deshalb befinde ich mich wohl eher auf dem Holzweg. Meine Vorliebe geht eher dahin, es nur beim ersten Auftritt eines Charas zu machen, und dann ein Überschrift zu finden, die den Schwerpunkt des Kapitels abbildet. Aber das nur als Anmerkung. Icon_smile

Hitoro warf einen Blick zur Tür, an der noch immer die rote Diode glomm und behauptete, dass sie sicher verschlossen war.
Der erste Satz gefällt mir ausnehmend gut. Ich bin sofort drin und spüre die Anspannung.

Als Schütze taugte er nicht mehr viel, aber auf die kurze Distanz, die die Enge des Raumes ihm vorschrieb, würde er treffen. Falls es dazu kam.
Ist er so alt, dass er nicht mehr richtig sieht, oder zittert? Ich weiß nicht, was er ist oder war, da ich die anderen Kapitel vor einiger Zeit nur angelesen habe, und die Infos nicht mehr präsent sind - aber ich würde schreiben "taugte er nicht viel" ohne "mehr". Vergiss es, wenn ich das als Leser schon wissen sollte.

»Weißt du, wie sie ausgerüstet sind?«
Das klingt mir wie eine Frage in einem Informationsgespräch zwischen zwei Freunden, zu harmlos für die Situation. Ich meine, er weiß doch, dass sie eigentlich in der Falle sitzen und es richtig brenzlich wird. Falls er noch Infos von ihr erhofft, die sie retten könnten, dann passt es nach meinem Empfinden besser, wenn es dramatischer und angespannt rüberkommt.

Vorsichtig schob er die Badezimmertür zu und deutete auf die Duschkabine. In der Dunkelheit würde das Milchglas lange genug Schutz bieten.
»Da rein. Bleib unten und rühr dich nicht.«

Ich reflektiere jetzt mal, weil in den anderen Kommentaren die Räumlichkeiten angemerkt wurden und ich beim ersten Lesen auch gestolpert bin, was aber auch mit der Flüchtigkeit meines Lesens zusammenhängen kann. Also hier verschwindet Anna ganz klar in der Duschkabine und es ist dunkel. Eventuell ein erklärender Satz, dass sie sich ins Bad zurückgezogen haben - nur, wenn es nicht im vorher gehenden Kapitel schon gesagt wurde.

In der Dunkelheit würde das Milchglas lange genug Schutz bieten.
Das klingt, als wüsste er, was da kommt und was er zu tun hat, ganz genau. Das passt nicht zu der Frage, die er vorher gestellt hat. Dann vielleicht eher: "Er hoffte, das Milchglas würde in der Dunkelheit lange genug Schutz bieten."

Ohne Widerspruch verschwand Anna mit gezogenem Messer im Halbschatten.
Uh, das ist jetzt eine echte Verlegenheitswaffe "grins". Also sie weiß tatsächlich nicht, wie die Feinde ausgestattet sind. Okay, andererseits ist es ein winziger Hoffnungsschimmer und besser als leere Hände. Passt ein Messer ins Science Fiction Genre? Entschuldige, dass ich so unwissend bin, ich habe seit Perry Rhodan keine mehr gelesen, und da waren die definitiv nicht mit Messern ausgestattet.

Hitoro schaltete die Spiegellichter aus und knipste kurz seine Taschenlampe ein, um in der Ecke links neben dem Durchgang Position zu beziehen.
Eben war es noch dunkel. Lichter am Spiegel sind eher hell, so hell, dass Frau sich schminken kann. Milchglas der Dusche hält eine solche Helligkeit nicht ab. Vielleicht ist es ein wenig gedämpft, aber auf jeden Fall keine Dunkelheit. Ah, okay, beim nochmaligen Lesen habe ich es kapiert: Takahashi hat schon vorausgedacht, das es dunkel sein wird, daher auch der Halbschatten in der Dusche und jetzt das Licht der Spiegel, das er ausknipst. Manchmal bin ich auch echt schwer von Begriff. Icon_rolleyes Ich würde schreiben: ließ seine Taschenlampe für kurze Zeit aufblitzen.
Spannungsaufbau - schön!

Sekundenlange Stille, nur sein eigener Atem in der Dunkelheit. Dann eine Stimme im Nebenzimmer und Schritte in den Raum hinein.
Das "dann" kannst Du streichen, die Stille währte ja nur sekundenlang. Und ich würde es noch kürzer machen: Schritte näherten sich. Er hörte eine Stimme.

Der andere Sprecher musste noch am Eingang stehen oder sogar im Korridor, denn seine Antwort war ein unverständliches Murmeln. Kurz darauf entfernten sich die Schritte wieder.
Der andere Sprecher stört mich hier, weil Takahashi nicht wissen kann, ob es nur zwei sind oder noch mehr Feinde. Vielleicht so:
Ein unverständliches Murmeln sagte Takahashi, dass sich jemand am Eingang oder vielleicht noch im Korridor befand. Die Schritte entfernten sich. Oder so ähnlich vielleicht?

Zu nah, um auf eine blasse Hoffnung zu setzen.
Spannungssteigerung Pro Mit der blassen Hoffnung habe ich gerade Probleme, aber das heißt nichts. Ist ein Bauchgefühl Icon_confused

Unter Stiefeln knirschten Scherben, auf der anderen Seite des Raumteilers.
Der Raumteiler kommt für mich jetzt überraschend. Du hast ihn schon früher beschrieben? Okay, das habe ich ja nicht gelesen. Aber warum knirschten die Scherben nicht schon beim ersten Mal, als die Schritte kamen? Der Raum scheint also doch groß, so dass ein Raumteiler auf der anderen Seite Platz hat, entgegengesetzt dem Badezimmer. Das ist also auch keine Kritik, nur Reflektion.

Falls sich einer der Aztec dem Badezimmer näherte, tat er es vollkommen lautlos. Hitoro spannte sich an, dicht an die Wand gepresst, die Pistole in der einen, die Taschenlampe in der anderen Hand.
Genau. Es können noch mehrere sein. Ich mag es, in seinen Kopf zu gucken und seine Anspannung zu spüren.

Alles um ihn herum verschwand hinter einem Vorhang aus Konzentration und machte es leicht, in sich selbst hineinzuhorchen. Auf seinen Instinkt zu vertrauen, der ihm schon in unzähligen Kämpfen treuer Gefährte gewesen war. Nur kurz durchkreuzte Sorge um Anna die Ruhe, die sich in ihm ausbreitete.
Das klingt so liebevoll und auch ein wenig harmlos. Mir scheint aber, Takahashi ist ein ziemlich gestandener Typ, ein erfahrener Kämpfer, der in zahlreichen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt hat. Inhaltlich finde ich es durchaus gut, aber auch das "treuer Gefährte" passt für mich nicht ins Bild. Ich empfinde das härter - also er ist angespannt, wie ein Raubtier, das gleich hervorschnellen wird, um der Beute an die Kehle zu gehen. Hat er da Zeit, über seinen Instinkt als "treuer Gefährte" nachzudenken? Glaubwüriiger wäre für mich da sowas wie unzählige Kämpfe hatten bewiesen, dass er sich auf seinen Instinkt verlassen konnte.. Aber jetzt denkt er sicher auch nicht an unzählige Kämpfe, und vielleicht hast Du ihn auch schon woanders beschrieben, wo das klar wird?
Alles um ihn herum verschwand hinter einem Vorhang aus Konzentration. Sein Instinkt war hellwach. Nur die Sorge um Anna störte für einen Bruchteil die Ruhe, die sich in ihm ausbreitete. Nur als Vorschlag, um näher an ihm dran zu sein - bin jetzt gerade kein Formulierspezialist "lach".

Die Tür glitt beinahe lautlos zur Seite und ließ den schmalen Lichtstrahl einer Lampe herein, die Teil eines Sturmgewehrs war.
Hier ist eine Stelle, an der gut Deine nicht ausgeschriebenen Sätze passen würden. Ich meine sowas wie diesen: Sekundenlange Stille, nur sein eigener Atem in der Dunkelheit.
Dadurch steigert sich für mich die Spannung: Die Tür glitt beinahe lautlos zur Seite. Ein schmaler Lichtstrahl, die Lampe eines Sturmgewehrs. Und so weiter. Damit sparst Du Dir das schwache ... die Teil eines Sturmgewehrs war.
Da Du das Stilmittel weiter oben ja schon verwendest, passt es einfach hervorragend und erzeugt noch mehr Spannung. Für mich. Icon_smile

Gleichzeitig ließ er den Lichtstrahl weiterwandern, Richtung Waschbecken.
Das gleichzeitig ist wieder eine Schwächung der starken Situation:
Der Lichtstrahl wanderte Richtung Waschbecken.

Ein blassgrün leuchtender Punkt oberhalb seines Ohres verriet die Kamera, die am Band seiner Visierbrille angebracht war.

Auch hier leidet die Spannung unter der Formulierung. Ein blassgrün leuchtender Punkt oberhalb seines Ohres verriet Takahashi die Kamera am Band einer Visierbrille. Komma weg Mrgreen

Der Aztec drehte sich zu ihm um und Hitoro schnellte vor. Er rammte seinem Gegner den linken Ellbogen gegen den Waffenarm, schmetterte ihm den Pistolengriff gegen das Visier. Knirschend gab es unter dem Aufprall nach. Dem ersten Hieb folgte sofort ein zweiter, seitlich gegen den Kehlkopf.
Das ist Tempo. Schnörkellos, kompromisslos. Glaubwürdig. Pro
Edit: Nachdem ich das heute nochmal gelesen habe, würde ich auch diese Stelle umformulieren: Sein zweiter Hieb traf den Kehlkopf.
Du musst garnicht erwähnen, dass der zweite Hieb sofort folgte, das ist vollkommen klar, dass er hier sehr schnell sein muss, sonst ist er schlimm dran. Icon_ugly

Liebe Lanna. meine Konzentration lässt nach, ich werde für heute aufhören, sonst schreibe ich Blödsinn. Soviel nur schon mal im Voraus: Inhaltlich kann mich diese Szene begeistern. Ich hoffe, ich schaff den Rest morgen.

Gute Nacht und liebe Grüße von slainte music

So, wie versprochen folgt Teil 2 des Kommis. Los geht's!

Ein möglicher Ruf des Soldaten ging im Keuchen unter, und im dumpfen Hämmern der Salve, die sich aus seinem Sturmgewehr löste. Er stolperte einen Schritt nach hinten, nach Luft ringend, beraubte Hitoro seiner Deckung und gab den Blick auf seine Kameraden frei.
Der Ruf ist nicht möglich, sondern er versucht in der Tat, zu rufen.
Sehr gut gefällt mir, wie Du das mit der beraubten Deckung eingebunden hast. Icon_wink

Hitoro riss die Taschenlampe hoch und schaltete sie ein, den Aztec im Visier, der hinter dem Raumteiler stand.
Hitoro riss die Taschenlampe hoch und schaltete sie ein, den Aztec hinter dem Raumteiler im Visier. Ein Komma weniger. Assoziiere ich mit mehr Tempo.

Ein Fluch zwischen drei Schüssen, die den Soldaten zu Boden gehen ließen. Vielleicht getroffen, vielleicht suchte er Deckung. Der direkt vor ihm sackte in die Knie und Hitoro verschwand wieder aus dem Blickfeld der anderen, bevor der Mann seitlich wegkippte.
??? Wer schießt da auf wen? Ich glaubte zuerst, Hitoro feuert. Beim nochmaligen Lesen kapiere ich, dass die Aztec aufgrund der blendenden Taschenlampe gefeuert haben. Wussten die nicht, dass ihr Kamerad da steht? Für mich funktioniert das mit dem Blenden nicht. Denn der Aztec fängt mit seinem Körper das Licht ab, er steht ja im Weg, höchstens 1 oder vielleicht 1 1/2 Meter entfernt. Die anderen werden nicht geblendet, im Gegenteil, sie profitieren durch das indirekte Licht und können mindestens ihren eigenen Kameraden erkennen. Und wenn sie nicht ganz doof sind, dann können die sich auch denken, dass es ein Feind ist, der da mit der Taschenlampe zu blenden versucht, wohl kaum wird das ihr Kamerad machen. Aber natürlich kenne ich keine Aztec - es gibt ja so gefühllose Kreaturen, die sich gegenseitig abknallen, nur um einen Feind zu erreichen Icon_ugly

So kaltblütig die Aztec ihren Feinden auch gegenübertraten – er hatte noch nie erlebt, dass sie auf ihre eigenen Leute schossen.
Okay, dieser Satz soll es nochmal erklären, aber ich finde es nicht sonderlich faszinierend, einen Gegner kaltblütig doof zu machen, um das darzustellen. Ich würde das komplett rausnehmen. Wenn sie wirklich so handeln, dann würde ich Hitoro wirklich überrascht sein lassen - er muss ja keine Erklärung dafür haben. Das würde auch besser zu dem oben gesagten passen, wo er den Eindruck vermittelt, dass er die Aztec nicht wirklich gut kennt - sonst hätte er ja ahnen müssen, womit sie ungefähr ausgestattet sind.
Ein kurzer Satz vorweg würde die Situation eindeutig klären:
Ein Sturmgewehr feuerte. Ein Fluch zwischen drei Schüssen, die den Soldaten zu Boden gehen ließen.
Da Hitoro eine Pistole besitzt, ist es sofort klar, dass der Feind feuert.

Jetzt stand nichts mehr zwischen ihnen.
Doch. Der Raumteiler.

Der Körper vor der Tür regte sich kaum noch. Nur ein schwaches Schnappen nach Luft. Aus seiner Deckung heraus feuerte Hitoro zwei Schüsse auf ihn ab, die jedes Lebenszeichen endgültig verstummen ließen.
Mir ist das ein wenig zu sehr erzählt und zu weit weg von Hitoro. Schreib es mit seinen Augen. Und Gefühlen - er soll ja nicht so abgebrüht rüber kommen und ist Familienvater. Bedauert er da nicht für einen winzigen Moment, was er jetzt tut? Oder ist sogar erbittert über das, was die Situation ihm abverlangt? Einen Schwerverletzten zu töten ist sicher nicht angenehm, selbst in so einer Not. Denke ich. Aber ich bin ja auch ein Weichei Mrgreen

Mehrere Salven, die ohne den Lärm der Schüsse merkwürdig unecht klangen, pflügten über die Wand und die Badewanne hinter ihm.
Die Vorstellung ist wirklich sehr seltsam und gefällt mir gut.

Das dumpfe Ploppen, mit dem die Kugeln sich lösten, war nicht viel lauter als das Klacken, mit dem sie in die Keramikfliesen einschlugen.
Ich kann mir schon vorstellen, dass auf kurze Distanz und mit entsprechenden Geschossen die Fliesen tatsächlich nicht splittern sondern glatte Einschläge aufweisen. Von daher würde ich das so stehen lassen Icon_wink

Den Aztec lag nichts daran, Gefangene zu machen.
Das ist vollkommen deutlich - den Satz würde ich streichen.

Hitoro sank neben dem Waschbecken in die Hocke, mit dem Rücken zur Wand, und lauschte auf die hektische Stimme – vermutlich im Korridor.
Hier würde ich vielleicht ein "erschöpft" einfügen, wobei ich nicht weiß, ob das so stimmt, und außerdem ist es ein reines Bauchgefühl.

Bis auf Hüfthöhe gab der Raumteiler ihm Deckung, so dass er einen Blick auf den Toten riskierte.
Ich weiß bereits, dass der Raumteiler hüfthoch ist. Die Formulierung stört für mich wieder die Spannung.
Er nutzte die Deckung des Raumteilers und riskierte einen Blick auf den Toten.

Außer dem Sturmgewehr trug er noch ein Messer am Gürtel, neben dem eine Schlüsselkarte befestigt war.
Das "außer" stört mich hier sehr. Wenn das Sturmgewehr überhaupt nochmal erwähnt werden muss, dann vielleicht so:
Das Sturmgewehr lag neben ihm auf dem Boden, in seinem Gürtel steckte ein Messer, eine Schlüsselkarte hing an einer Kette herab.
Ich weiß nicht, wie groß eine Schlüsselkarte bei Dir ist, und ob sie wirklich an einer Kette hängt, viel wichtiger ist es aber, ob Hitoro die wirklich im Dunkeln erkennen kann???

Auf der anderen Seite entdeckte Hitoro zwei Granaten. Im gleichen Moment zersplitterten weitere Fliesen unter einer dumpfe Feuersalve, die das Geräusch von Schritten über Scherben nicht verbergen konnte.
Warum begibt sich ein Feind in Gefahr, der doch keine Gefangenen machen will und zwei Granaten dabei hat? Er könnte doch viel einfacher sich sofort zurückziehen, wenn er seinen gegner entdeckt und einfach die Granaten in den Raum schmeißen. Mir fällt nur ein Grund ein, warum das nicht gut sein sollte: Die Zerstörung wäre derart, dass der Angreifer selbst dabei in Gefahr geraten würde. Die Aztec schießen auf ihre eigenen Leute. Sie sind also ohne Respekt vor dem Leben, vielleicht auch ohne Respekt vor ihrem eigenen. Reine Kampfmaschinen? Dann wäre es ihnen egal, ob sie selbst dabei umkommen. Hauptsache der Gegner ist futsch.
Das nur zur Anmerkung, möglicher Weise fehlen mir hier einige Infos.
Aber der nächste Satz ist seltsam: Da zersplittern plötzlich Fliesen, wo vorher doch nur ein Klacken von den Einschlägen zu hören war. Das widerspricht sich für mich. Und die Schritte über den Scherben hattest Du vorher schon. Das passt hier nicht zusammen für mich, und es stellt sich eine weitere Frage: "Schritte" klingt in dieser Situation so langsam, bedächtig, unaufgeregt. Bewegt sich der Gegner tatsächlich so in einem Moment, in dem er oder seine Kumpanen gleichzeitig eine Feuersalve abgeben? Ich denke, eine Feuersalve verschafft einem Angreifer die Luft, die er braucht, um an seinen Gegner zu kommen. Und das muss blitzschnell geschehen.
Das würde ich auch so schreiben: Blitzschnell näherte sich der Gegner im Schutz einer Feuersalve. Nur als Beispiel. Mehr auf den Punkt, kürzer, ohne viel drumherum macht die Szene viel intensiver.
Meine Interpretation hier macht allerdings dann das folgende Geschehen unmöglich Icon_nosmile Dann würde ich vielleicht erwähnen, dass Hitoro sich darüber wundert, dass keiner im Schutz der Salve auf ihn losgeht. Aber es hinterlässt in jedem Fall den Eindruck von kompletter Gedankenlosigkeit der Gegner.

Einer der Soldaten musste hinter den Raumteiler zu seinem Kameraden gelaufen sein. Sie würden ihn nicht zurücklassen, wenn er noch lebte.
Ich denke mal, dass Hitoro das klar erkennen kann, denn es ist nicht so dunkel, dass er keine Schemen sieht (so habe ich es in Erinnerung). Und die Schritte vorher beweisen das ja auch. Und jetzt plötzlich interessieren sie sich für einen verletzten Kameraden, den sie vorher selbst eiskalt abgeknallt haben. Wenn das nicht total fremdartige Aliens mit einer Menschen völlig unverständlichen Handlungsweise sind, dann glaube ich das hier nicht. Wenn es doch so ist, dann wünsche ich mir einen Hinweis darauf im Text.

Wieder erklang eine Stimme, nur undeutlich, und Hitoro beugte sich ein zweites Mal zur Seite, griff nach dem Bein des Toten und zog ihn mit einem Ruck näher. Eilig löste er beide Granaten, suchte nach einer Kennzeichnung. Blendgranaten. Besser als nichts, aber auf der Enge des Raumes riskant. Kurz warf er einen Blick in die verwaschene Dunkelheit das Badezimmers.
Die erklingende Stimme macht für mich hier keinen Sinn, ich würde sie streichen.
Okay, Blendgranaten, habe ich gerade nachgelesen. Immerhin hätten die Angreifer auch damit schon ganz zu Anfang den Gegner so handlungsunfähig machen können, dass sie ihn anschließend gefahrlos überwältigt hätten.

Sie saßen in der Falle, wenn die Aztec sich zurückzogen und sie hier einsperrten.

Warum? Wenn die sich zurückziehen, ist doch erstmal Ruhe und Zeit zum Luftholen. Ich vermute hier, dass es mit dem Gesamtgeschehen zusammenhängt, das ich hier aber nicht überblicke.

Blind feuerte er dreimal in den Raum, um die Soldaten einige weitere Sekunden in ihrer Deckung zu halten. Wieder antwortete ihm fast unmittelbar darauf eine Salve, die Anna dazu brachte, ihren Kopf noch ein Stück tiefer zwischen die Schultern zu ziehen. Doch sie krabbelte geduckt weiter, bis sie dicht neben ihm war. Er drückte ihr seine Pistole in die Hand, legte ihren Finger über den Abzug.
Also die Aztec haben die letzte Salve tatsächlich nicht dazu genutzt, den Gegner zu erreichen. Der im Übrigen nur eine Pistole besitzt. Okay, ich weiß nichts über die Art der Waffen und auch nichts über die Art ders"Rüstungsschutzes" die die Aztec sicherlich irgendwie haben, wenn sie sich freiwillig in einen Kampf begeben.
Hitoro befindet sich direkt hinter dem Raumteiler und ruft Anna zu sich?

»Durchziehen, lockerlassen, wieder durchziehen. Schräg nach oben, du musst nicht zielen.«
Sie nickte hastig und Hitoro zog auch das Sturmgewehr des Aztec zu sich.

Klar und eindeutig Pro Das "auch" würde ich streichen.

Im Hauptraum dagegen waren die Aztec zumindest als Schemen erkennbar.
Genau!

Die Frage ging in [Lärm] unter, dessen Urheber sich irgendwo im Park befinden musste.
Okay, hier taucht der zweite Gegner sehr überraschend auf, vielleicht ist er die Bedrohung, weswegen es so schlimm wäre, wenn die Aztec sich zurückziehen? Ich würde mir wünschen, eine kurze Andeutung des Ausmasses der realen Bedrohung für Anna und Hitoro oder auch eventuelle weitere Mitarbeiter der Station zu bekommen. Vielleicht in der Form, dass Hitoro einen winzigen Gedanken daran verschwendet, was sie noch erwartet oder ähnliches. Er muss ja vorausschauen, selbst wenn er momentan kaum Zeit hat, sich zu orientieren.

... und Hitoro nutzte die Chance, um geduckt die knapp anderthalb Meter zwischen Badezimmertür und Raumteiler zurückzulegen.
Nee, er ist ja schon da. Er hat doch vorher den Aztec, der direkt hinter dem Raumteiler liegt, zu sich herangezogen.

»Look alive!«, drängte der Kerl am Eingang.
Das "drängte" erschließt sich mir hier nicht, look alive meint doch "sie sind am Leben"?

»Another shot. On my mark.«
Ein gepresstes Stöhnen.

Okay, ein angeschossener Aztec.

Mit einem Blick über die Schulter versicherte er sich, dass Anna in Position war. Vorsichtig spähte sie aus dem Durchgang, den Pistolengriff mit beiden Händen fest umklammert.
umklammernd

Er kniff sein Auge zusammen und presste die Hände auf die Ohren.
Die Explosion zerriss jeden klaren Gedanken, brachte den Boden ins Wanken. Das Epizentrum eines Erdbebens tief in seinem Kopf. Der Knall schrillte nach, hinter seinen Schläfen, und der Untergrund schien nicht mehr zum Stillstand zu kommen. Aber sein Körper setzte sich auch ohne den Befehl in Bewegung. Dem Aztec nach, der in den Korridor zurückgewichen war, desorientiert. In der gekrümmten Haltung spiegelte sich Schmerz, zu wenig allerdings, um die Überlebensinstinkte auszuschalten.

Schöne Beschreibung der Wirkung. Aber kann er sich so einfach wieder in bewegung setzen? Die Blendgranaten zerstören für geraume Zeit den Gleichgewichtssinn. Zielgerichtete Aktionen direkt danach scheinen mir sehr fragwürdig.

Der Soldat riss sein Sturmgewehr hoch und zog durch, ohne dass ein Geräusch das anhaltende Klingeln in Hitoros Kopf hätte durchdringen können. Reflexartig ließ er sich fallen, rollte nach vorne ab und fegte den Aztec mit einem gezielten Tritt von den Beinen. Ein Handkantenschlag zertrümmerte seinen Kehlkopf und Hitoro wirbelte herum, schaltete die Lampe des Gewehrs an.
Fast sofort fand der Lichtkegel die beiden Gestalten am Boden, eine reglos am Raumteiler lehnend, die andere im Begriff, hinter einem Teil des Eckschreibtischs in Deckung zu gehen. Die plötzliche Helligkeit ließ ihre Pistolenschüsse ins Leere gehen.
Hitoro zielte sorgfältiger. Er zog den Abzug durch, spürte das dumpfe Ploppen der Schüsse mehr, als dass er es hörte, wie unter Wasser. Die Einschläge rissen den Aztec zu Boden, wo er reglos liegen blieb. Zur Sicherheit schob er eine zweite Salve nach und sorgte dafür, dass auch von dem vierten Mann keine Gefahr mehr ausging. Erst dann richtete er den Lichtkegel auf den Durchgang zum Bad.

Diesen ganzen Teil finde ich flüssig und gut geschrieben. Allerdings überrascht mich jetzt, dass die anderen Aztec Pistolen haben und keine Sturmgewehre und die Wirkung der Blendgranaten vorher macht ihn für mich leider sehr unrealistisch.

Sie mussten verschwinden, bevor [die Anderen nachsehen kamen, was hier los war]
Es gibt also noch mehr von den Aztec.

Unter dem zweiten Schritt knickte sein linkes Bein ein, spülte Schmerz durch seinen Körper, bis in die Schultern hinauf. Stöhnend stützte er sich am Türrahmen ab und richtete den Lichtkegel nach unten. Blut sickerte aus einem Loch in seiner Hose, am Oberschenkel knapp eine Handbreit oberhalb des Knies.
Das ist gut formuliert, schnörkelfrei, klar. Ich bin kein Arzt und keine Krankenschwester. Aber ich glaube, wenn er eine Kugel frontal über dem Knie abbekommt, dann spürt er nicht nur den Schmerz sofort, sondern er knickt direkt weg. Zuviele Nerven und auch Muskulatur werden zerstört. Alleine die Muskeln, die die Kniescheibe hochziehen. Selbst wenn die Betäubung durch die Blendgranate die Sinne ausblendet, wird er zumindestens sofort stürzen.
Das Folgende passt somit dann auch nicht für mich, er wird nicht annähernd so auftreten können. Chewi hat auch genügend darüber geschrieben und ich sehe das auch so.

Die [Anderen] im Park waren allerdings im Moment das dringlichere Problem. [Er tat etwas, um eine Verfolgung durch sie zu verhindern.]
Das scheint noch nicht ausgearbeitet zu sein und so würde ich es komplett rausnehmen.
Kurze Reflektion: Die Aztec im Raum sind erledigt. Er muss also nun verhindern, dass die anderen, die sich unmittelbar in der Nähe befinden,
die Verfolgung aufnehmen. Oder sind damit die Gegner im Park gemeint? Die haben doch wahrscheinlich garnicht mitgekriegt, was im Wohnraum passiert, sind zunächst erstmal keine Gefahr.
Kommst Du an der Stelle nicht weiter? Die Frage ist, welche Möglichkeiten hat er denn, um die Verfolgung zu verhindern?
Da ich nicht genügend Infos über die weiteren Umstände habe, sehe ich
eigentlich keine.
So spekuliere ich jetzt mal wild herum:
- Er legt den ganzen Komplex hinter sich so in Schutt und Asche, dass niemand mehr durchkommt.
- Er lenkt die Feinde auf eine falsche Spur.
- Er entledigt sich aller bluttropfenden Kleidung, lässt sich das Bein superdick verbinden und verschwindet durch irgendeinen unbekannten Gang

Zur Med-Station. Er brauchte ein Antiseptikum, um einer Blutvergiftung vorzubeugen, ein Hämostatikum, um die Blutung zu stoppen, oder einen ordentlichen Druckverband, besser noch ein Tourniquet, um das Bein ganz abzubinden, weil er es vermutlich nicht in absehbarer Zeit hochlegen konnte.
Dieser Abschnitt verlangsamt die Handlung. Er steht unter extremem Zeitdruck. Er hat die Feinde auf den Fersen. Er hat einen enormen Blutverlust, der ihn innerhalb kurzer Zeit umbringen wird - er denkt an die Medi-Station, die er zwingend erreichen muss und mehr geht nicht. Höchstens noch der Hinweis, dass die Blutung sofort gestoppt werden muss. Er denkt sicher nicht an einen ordentlichen Druckverband oder ein Tourniquet (?). Ich verstehe das nur allzugut, solche Infos präsentieren zu wollen,das mache ich selbst allzugern, nur um festzustellen, dass es meistens nicht funktioniert.

Daisukes Stimme echote hinter dem allmählich leiser werdenden Klingeln. Vielleicht gewöhnte er sich auch nur daran.

Wo kommt der auf einmal her? Es ist legitim, dass er jetzt auftaucht, aber dann hätte ich zuvor schon die vage Möglichkeit erwähnt, dass auch befreundete Kräfte in der Nähe sein könnten, die vielleicht Hilfe bringen. Als Hoffnungsschimmer.

Aber so würde er nicht sterben. Nicht jetzt und nicht hier.
Das ist ein guter letzter Satz für mich, und ich möchte auch gern wissen, wie sie die nächsten Herausforderungen meistern.

Puh, Lanna, das ist viel Stoff am Stück, und zuletzt hat meine Konzentration doch ein wenig gelitten, bitte entschuldige, wenn es zwischendrin etwas konfus war oder ich etwas so garnicht kapiert habe.

Insgesamt finde ich diese Szene durchaus ausbaufähig. Was macht die Spannung aus, was ist der Höhepunkt hier drin?
Zunächst die Befürchtung, in einer Falle zu sitzen, da es keinen weiteren Ausgang gibt.
Die Hoffnung, das der Gegner sie nicht bemerkt hat.
Dann der enorme Zeitdruck. Das Unwissen über den Gegner, über seine Möglichkeiten, seine Bewaffnung. Und das Wissen, dass noch andere feinde in der Nähe sind.
Die Erkenntnis, dass die Tür kein Hindernis darstellt.
Der rasch entwickelte Plan Hitoros, den herankommenden Gegner zu überrumpeln und sofort auszuschalten mit dem Wissen, in dem Augenblick Zielscheibe für die anderen zu sein.
Die überraschenden Schüsse der Feinde auf ihren eigenen Kameraden.
Die Unsicherheit der Aztec darüber, mit wem und wie vielen sie es zu tun haben, was sich Hitoro vielleicht zu nutzen machen könnte - Stichwort Finte.
Das eiskalte Abknallen eines Schwerverletzten
Das schrittweise Erledigen der Feinde. Das bildet für mich einen wichtigen Teil des Spannungsbogens und sollte daher Temporeich sein.

Der Schuss, den Hitoro abbekommt ist für mich der absolute Höhepunkt hier, wo dein Held einen Rückschlag erleidet und es ihm fast unmöglich gemacht wird, die Situation zu gewinnen. Um die Spannung zu steigern, würde ich diese Situation vorziehen. Das sollte passieren, bevor er den letzten oder die zwei letzten Aztec erledigt. Dann fange ich an, mitzufiebern, wie er diesen Schlammassel denn nun bewältigt. Und hier könnte Anna ins Spiel kommen, die ich leider für die gestandene Frau, die sie ja ist, viel zu blass in dieser Szene finde. Anna hat ein Messer.
Lass sie Hitoro mit einer Eigenmächtigkeit überraschen, einer Aktion, die um Haaresbreite daneben gegangen wäre, aber ihm gerade noch ermöglicht, den letzten Feind zu erledigen, oder die ihm das Leben rettet oder irgendsowas - oder vielleicht irgendwas, das schiefgeht und ihn noch weiter reinreißt? Icon_fies
Okay, das sind nur grobe Vorschläge und frag mich bloß nicht, wie das geht, ich habe keinen Schimmer "lach".

Die Handgranaten überzeugen mich in dieser Szene nicht. Ich würde sie komplett rausnehmen, die braucht es nicht. Dann hättest Du auch kein Problem damit, zu erklären, warum die Aztec sie nicht gleich benutzten.

So, das ist jetzt genug Stoff zum Nachdenken, ich guck nochmal schnell in Deine Fragen.
Okay, Fragen 1 und 2 sind eigentlich bereits geklärt. Zu Frage 3: Ja. Pro
Frage 4: Das geht ziemlich daneben. Lass ihn einen glatten Durchschuss durch das Schienbein bekommen. Das tut Scheiße weh, aber damit kann man sich humpelnd scheinbar noch irgendwie retten. Ich weiß dass, weil mein Großvater sowas im Krieg passiert ist, er konnte sich damit eine Zeit durchschleppen und die Gefahr des Verblutens war viel geringer. Damit schafft Hitoro es bestimmt bis zur Medi-Station.
Aber es kann sein, dass jemand das viel besser weiß als ich Icon_slash

Mein Tipp noch zum Schluss: Benutze in einer Actionszene kein Passiv.

Lanna, ich bin fertig. Ich hoffe, Du kannst was damit anfangen - ich selbst habe ne Menge gelernt wow, wie geil!
Vergiss einfach alle Anmerkungen, die es nicht treffen, weil ich zu wenig weiß. Und viel Spass beim Überarbeiten Mrgreen
Tschüssi Icon_bussi

Liebe Grüße von slainte music


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