Es ist: 23-09-2019, 00:28
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Der Ausreißer
Beitrag #1 |

Der Ausreißer
Ich zog mir die engen Schuhe aus. Es war schön, endlich den echten Boden unter den Füßen zu spüren. Der Boden war
angenehm warm, da die Sonne schon seit Stunden schien und ihn mit ihren sommerlichen Strahlen erwärmt hatte. Der
städtische Park, er war eigentlich schon sehr schön in dieser Jahreszeit. Saftig grüne Wiesen umsäumten die kurvenreichen
Wege. Überall ragten große Bäume in den Himmel. In verschiedenen Abständen hatte die Stadt Sitzbänke aufgestellt. Alles
sah sehr gepflegt aus. Es gab auch einen Brunnen, dessen Plätschern den Spaziergängern die Illusion vermittelte, sie
würden an einem gurgelnden Bach verweilen.
Ich verließ schließlich den kiesigen Weg, weil ich das frische Gras unter meinen Füßen spüren wollte. Erst ganz vorsichtig
wagte ich mich voran. Der Weg war mit Hundehaufen umsäumt, die wie erloschene kleine Vulkane aussahen. Bald schon, da
war mein Tritt sicherer. Ich schritt durch das frische Gras, auf den ersten Baum zu. Es war ein kräftiger und großer Baum. Als
ich ihn erreichte, berühte ich ihn zaghaft mit der Hand und streichelte etwas die staubige Rinde. Dabei war ich ganz
vorsichtig und gab mich ganz dem Gefühl der unebenen und rauen Oberfläche hin. Ich spürte ganz deutlich sein Leben in
meiner Hand. Voller Ehrfurcht sah ich zur entfächerten Baumkrone hinauf. Durch das Blattwerk drängten sich vereinzelt
Sonnenstrahlen. Die undichten Stellen des Blätterdachs unterstützten das Lichtgesprenkel. Ich hatte den Eindruck, als wären
sie winzige Blitze, die mir in die Augen stechen. Dann beugte ich mich etwas vor und roch an der alten Baumhaut. Der holzige
Geruch war betörend und tat mir unbeschreiblich gut.

Das war es, was ich heute brauchte. Doch hatte ich nur wenig Zeit. Es war Mittagstunde. Mein Kollegen im Büro erwarteten
mich. Auch gab es noch vieles zu entdecken in diesem Park. So ließ ich widerwillig ab, von meinem hölzernen Freund. Hinter
meinen Schritten, da richteten sich die gedrückten Gräser sofort wieder auf. Dieses hier, das war mein Platz. Oft war ich
hier, wenn ich etwas Zeit übrig hatte. Hier gehörte ich einfach hin. Meine Heimat und mein Ursprung, sie schienen in diesem
Park zu liegen. So empfand ich es, auch wenn es töricht ist. Ich hatte das Gefühl, regelrecht zu diesem Park zu gehören,
als wäre ich eine dieser Parkbänke. Jeder meiner Schritte, sie schienen nahezu vom Park begrüßt zu werden. Hier war es nicht
wichtig, wer oder was ich war oder ob ich schön oder häßlich aussah. Ich war einfach nur da und fühlte mich
willkommen. Doch geschah etwas Seltsames. Ich fühlte mich plötzlich beobachtet. Also sah ich mich um. Eine alte Frau
entdeckte ich. Sie sah etwas grimmig aus, blickte zu mir und schüttelte mit dem Kopf. Ich war so sehr mit der Alten
beschäftigt, dass ich mich heftig erschrak, als ich auf einmal ein zaghaftes Kitzeln auf meiner rechten Hand spürte. Leider
konnte ich meine Hand nicht sehen, da sie sich auf der anderen Seite des dicken Baumstammes befand. Vorsichtig zog ich
also meine Hand zurück. Mein Herz klopfte. War es ein giftiges Tier?

Zunächst sah ich nichts. Erst als ich genau hinsah, da entdeckte ich einen winzig kleinen, rotbraunen Langhaardackel, der
hastig über meinen Handrücken lief. Er war offenbar freudig erregt und wedelte mit seinem Schwanz. Als er eine zuckende
Bewegung meiner Hand spürte, blieb er sofort stehen und zeigte mir drohend seine niedlichen Zähne. Für ihn muß es ein kleines
Erdbeben gewesen sein. Er fürchtete sich. Wenn der Wind nicht zu laut in den Bäumen rauschte und ich mich auf mein
Gehör konzentrierte, dann konnte ich sogar ein ganz leises Knurren und Bellen vernehmen. Dieser Dackel war nicht größer,
als ein Kartoffelkäfer. Als ich ihn mir näher betrachtete, konnte ich ganz genau erkennen, wie dieses winzige Dackelchen seine
kleine Rute einzog und vollkommen verängstigt an den Rand meines Handrückens lief. Das Hündchen hatte sich wohl vor meinem
riesigen Gesicht erschreckt. Nach einer Weile aufmerksamer Beobachtung beschloß ich, den Minidackel in das höhere Gras zu
setzen. Bald erwies sich meine Entscheidung jedoch, als grausamer Fehler, da sofort eine Schar Ameisen brutal über ihn herfiel.
Ein winziges Gemetzel, es nahm zu meinen Füßen seinen Lauf.

Plötzlich hörte ich wieder das Rufen der alten Frau vom Weg. Als ich zu ihr sah, stellte ich fest, daß sie sich immer wieder
hektisch umsah. Ich war vom Bodenkampf abgelenkt. Es schien, als suchte sie irgendetwas. Ich vermutete, daß sie ihre
Begleitung oder sogar ihren Mann verloren hatte. Das geschah bei älteren Menschen immer wieder einmal. Doch dann, ganz
plötzlich, da zischte mir ein ganz anderer Gedanke in den Kopf. Vielleicht suchte die alte Dame nur ihren Hund, einen Dackel
vielleich? Meinen Dackel!

Nun wurde ich deutlich nervös. Hektisch suchte ich die kriegerische Ameisentruppe und natürlich auch den armen Dackel.
Dabei bog ich vorsichtig die Grashalme zurück, um auf den lehmigen Boden sehen zu können. Es dauerte eine ganze Weile,
bis ich die Ameisen und Hund gefunden hatte. Doch der Dackel war inzwischen von den Ameisen sozusagen »entlebt«
worden. Die fleißige Trupp hatte auch schon mit dem Abtransport der frischen Dackelleiche begonnen. Ohne Rücksicht auf
die fleißigen Ameisen, entriß ich ihnen einfach den winzigen Kanidenkadaver. Ich nahm ihn in die Höhe und zerdrückte ihn
dabei leider etwas zwischen meinen Fingern. Dann lief ich, so schnell ich es ohne Schuhe eben konnte, in Richtung der
besorgt aussehenden Dame, die immer noch verzweifelt suchte. Dabei mußte ich höllisch aufpassen, den winzigen
Hundekörper nicht aus meinen Fingern zu verlieren. Schließlich wurde ich langsamer. Mir fiel einfach nicht ein, wie ich der
armen Frau ihren schrecklichen Verlust schonend beibringen sollte. Es bestand immerhin die Gefahr, daß sie sich darüber so
sehr über den Verlust aufregte und womöglich einen Herzschlag bekam. So etwas sollte es geben. Man konnte davon fast
jeden Tag in der Boulevard-Presse lesen. Ich kam so allmählich, immer näher an sie heran. Meine Knie wurden weicher. Als
ich dann urplötzlich einen alten Mann auftauchen sah, der unsicheren Schrittes auf die alte Dame zu humpelte, zögerte ich
erneut. Abwartend blieb ich stehen und beobachtete neugierig, wie die alte Frau, dem Mann, entgegen lief und ihn dann
zärtlich in ihre Arme nahm. Erleichtert atmete ich auf. Jetzt stand für mich fest, nach wem die Frau gesucht hatte.
Mit dem toten Tier zwischen meinen Fingern, drehte ich mich um und ging zu dem Baum zurück. Dabei versuchte ich. Möglichst
unauffällig zu wirken. Die beiden Senioren mußten nicht unbedingt wissen, daß ich eigentlich zu ihnen wollte. Mein
Ziel war es, den Ameisen ihre fette Beute wieder überlassen. Ich hoffte insgeheim sehr, die kleinen Racker wiederzufinden.
Sollte ich sie jedoch nicht finden, so nahm ich mir vor, wollte ich den zermalmten Hund einfach vor dem Baum, in die Wiese legen.
Natürlich fand ich die kleinen Biester nicht mehr und bettete den Minidackel einfach ins grünen Gras. Ich war etwas
traurig und verließ die Wiese, um mich auf eine der Parkbänke zu setzen. Als ich dort meine Schuhe wieder angezogen und
zugebunden hatte, schaute ich noch einmal zu dem Baum. Dort sah ich einen kleinen Körper im Gras liegen. Es war
unschwer zu erkennen, es war der Dackel. Von hier aus sah er ganz normal gross aus. »Scheiße!«, rief ich.

Ich wollte das Erlebte einfach nicht akzeptieren und lief schnell aus dem Park. Offenbar war ich überarbeitet oder von den
Baumharzen und Blumendüften benebelt. Diese Geschichte hatte ich noch nie jemandem erzählt. Zu sehr schämte ich mich,
den armen Dackel einfach dort liegengelassen zu haben.

Immer parat: Glutamat Icon_panik

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Beitrag #2 |

RE: Der Ausreißer
Hallo Glutamat Icon_smile!

Ja, schon wieder ich ^^.

Aber zu der Story muss ich einfach etwas schreiben. Ich klickte sie an und staunte erst einmal. Sie ist lang für deine Verhältnisse Icon_wink. Und ich bin froh, sie gelesen zu haben.

Ich bin keine große Freundin der Natur und noch weniger kann ich Insekten leiden. Wenn ich einen Park sehe, denke ich an Mückenstiche und Sonnenbrand, weniger an Idylle und Blütenduft.
Von der Thematik her also eigentlich nichts für mich.

Aber dann kann ich nur noch wow sagen! Toll geschrieben. Toll beschrieben. Ganz besonders auch das Zögern der Hauptfigur, der alten Frau ihren toten Mini-Dackel zu bringen, der dann gar nicht der ihre ist. Und auch die ganze Idee der Story ist sehr gut. Darauf muss man erst einmal kommen.
Ob hier nun tatsächlich etwas Phantastisches passiert ist oder die Hauptfigur lediglich weniger Drogen konsumieren sollte, bleibt offen. In jedem Fall wird er eine Weile einen Bogen um diesen Park machen Icon_cool!

Das hat mir sehr gut gefallen! Danke fürs ReinstellenPro!

Alles Gute

AngelsDust

Du fragst, warum mein Leben Schreiben ist
Ob es mich unterhält?
Die Mühe lohnt?
Vor allem aber, macht es sich bezahlt?
Was wäre sonst der Grund??
Ich schreib allein
Weil eine Stimme in mir ist,
Die will nicht schweigen?" (Sylvia Plath)

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Beitrag #3 |

RE: Der Ausreißer
Hallo AngelsDust,

wieso schon wieder Du? Ich freue mich sehr, wenn Du mir etwas schreibst. Das Du keine Freundin der Natur bist, finde ich sehr schade. Ohne Natur wären Du und ich wohl nicht. Um so erfreulicher ist es, dass Du ganz offenbar meine Geschichte magst. Spornt mich an, mehr zu schreiben. Write
Liebe Grüße

Immer parat: Glutamat Icon_panik

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Beitrag #4 |

RE: Der Ausreißer
Hi Glutamat,
wir kennen uns glaube ich noch nicht. Falls doch Mea culpa.
Ich gehöre hier zu den härteren Kritiker, zudem war ich eine Weile abwesend, bin daher etwas aus der Übung. Jegliche Kritik ist jedoch immer direkt für das Werk und nicht persönlich gemeint.
Ich gehe zuerst den Text durch. Am Ende folgt ein kurzes Fazit.

Zitat:Ich zog mir die engen Schuhe aus.
-- Das nenn ich mal einen interessanten ersten Satz.

Zitat: Es war schön, endlich den echten Boden unter den Füßen zu spüren. Der Boden war angenehm warm, da die Sonne schon seit Stunden schien und ihn mit ihren sommerlichen Strahlen erwärmt hatte.
-- Statt "es war schön" wäre vielleicht eine Körperregung oder eine Empfindung besser, um deinem Protagonisten näher zu kommen. Die letzten beiden Teilsätze sind zudem eine inhaltliche Dopplung. Statt Boden wäre Erde auch anschaulicher. Man könnte es auch etwas lyrischer Ausdrücken:
Lächelnd spreizte ich die Zehen, um die Sonnenwärme aus der Erde in mich aufzunehmen.


Wenn du Erde schreibst oder Gras wirkt auch der Übergang zu dem Park nicht so abrupt.

Zitat:Der städtische Park, er war eigentlich schon sehr schön in dieser Jahreszeit. Saftig grüne Wiesen umsäumten die kurvenreichen Wege. Überall ragten große Bäume in den Himmel. In verschiedenen Abständen hatte die Stadt Sitzbänke aufgestellt. Alles sah sehr gepflegt aus. Es gab auch einen Brunnen, dessen Plätschern den paziergängern die Illusion vermittelte, sie würden an einem gurgelnden Bach verweilen.
-- "eigentlich schon" ist sehr schwammig. Wieder so ein nichts sagendes "schön". Zeige es doch gleich an spezifischen Beispielen. Aber nicht so allgemein wie "saftig grüne Wiesen" oder "große Bäume".

Zitat:Ich verließ schließlich den kiesigen Weg, weil ich das frische Gras unter meinen Füßen spüren wollte. Erst ganz vorsichtig
wagte ich mich voran. Der Weg war mit Hundehaufen umsäumt, die wie erloschene kleine Vulkane aussahen. Bald schon, da
war mein Tritt sicherer. Ich schritt durch das frische Gras, auf den ersten Baum zu. Es war ein kräftiger und großer Baum.
-- Ich frage mich, warum sich dein Prota die Schuhe nicht gleich auf dem Rasen auszieht. Das muss doch wehtun! Die kleinen Vulkane finde ich super, weiter so. Leider kommt dann wieder das "frische Gras" und der "große Baum" - hattest du schon. Warum kein spezifischer Baum?

Zitat: Als ich ihn erreichte, berühte ich ihn zaghaft mit der Hand und streichelte etwas die staubige Rinde. Dabei war ich ganz
vorsichtig und gab mich ganz dem mGefühl der unebenen und rauen Oberfläche hin.
-- Du hast wieder eine inhaltliche Dopplung mit "zaghaft" und "vorsichtig". "uneben" und "rau" ist auch zu gleich. Warum eigentlich diese Vorsicht?

Zitat:Voller Ehrfurcht sah ich zur entfächerten Baumkrone hinauf. Durch das Blattwerk drängten sich vereinzelt
Sonnenstrahlen durch die undichten Stellen. Ich hatte den Eindruck, als würden sie mir, als wären sie winzige Blitze, in die
Augen stechen.
-- Der unterstrichene Teil kann weg. Zum einen ist er überflüssig, zum anderen kompliziert er einen an sich schönen Satz. Den letzten Satz solltest du dir noch einmal anschauen.

Zitat:Das war es, was ich heute brauchte. Doch hatte ich nur wenig Zeit. Es war Mittagstunde. Mein Kollegen im Büro erwarteten mich. Auch gab es noch vieles zu entdecken in diesem Park. So ließ ich widerwillig ab, von meinem hölzernen Freund. Hinter
meinen Schritten, da richteten sich die gedrückten Gräser sofort wieder auf. Dieses hier, das war mein Platz. Oft war ich hier, wenn ich etwas Zeit übrig hatte. Hier gehörte ich einfach hin. Meine Heimat und mein Ursprung, sie schienen in diesem Park zu liegen. So empfand ich es, auch wenn es töricht ist. Ich hatte das Gefühl, regelrecht zu diesem Park zu gehören, als wäre ich eine dieser Parkbänke. Jeder meiner Schritte, sie schienen nahezu vom Park begrüßt zu werden. Hier war es nicht wichtig, wer oder was ich war oder ob ich schön oder häßlich aussah. Ich war einfach nur da und fühlte mich
willkommen.
-- Ich würde diesen Teil etwas kürzen, prägnanter gestalten und dann erst den Teil mit der nicht vorhandenen Zeit bringen.

Zitat: Doch geschah etwas Seltsames. Ich fühlte mich plötzlich beobachtet. Also sah ich mich um. Eine alte Frau
entdeckte ich. Sie sah etwas grimmig aus, blickte zu mir und schüttelte mit dem Kopf.
-- Du kannst Sätze auch besser verknüpfen. "Als ich mich umsah, entdeckte ich eine ältere Dame, die mich grimmig (Warum grimmig?) kopfschüttelnd anstarrte."

Zitat: Ich war so sehr mit der Alten beschäftigt, dass ich mich heftig erschrak, als ich auf einmal ein zaghaftes Kitzeln auf meiner rechten Hand spürte. Leider
konnte ich meine Hand nicht sehen, da sie sich auf der anderen Seite des dicken Baumstammes befand. Vorsichtig zog ich also meine Hand zurück. Mein Herz klopfte. War es ein giftiges Tier?
-- Giftiges Tier? Wo spielt denn deine Geschichte? Zudem dachte ich, es wäre ein alter, großer Baum und din Prota legt die Hand auf die Rinde, um sie zu fühlen. All dies spricht dafür, dass die Hand einsehbar ist.

Zitat:Zunächst sah ich nichts. Erst als ich genau hinsah, da entdeckte ich einen winzig kleinen, rotbraunen Langhaardackel, der
hastig über meinen Handrücken lief. Er war offenbar freudig erregt und wedelte mit seinem Schwanz. Als er eine zuckende
Bewegung meiner Hand spürte, blieb er sofort stehen und zeigte mir drohend seine kleinen Zähne. Für ihn muß es ein kleines
Erdbeben gewesen sein. Er fürchtete sich. Wenn der Wind nicht zu laut in den Bäumen rauschte und ich mich auf mein
Gehör konzentrierte, dann konnte ich sogar ein ganz leises Knurren und Bellen vernehmen. Dieser Dackel war nicht größer,
als ein kleiner Kartoffelkäfer.
-- Ok, jetzt bin ich überascht. Allerdings ist hier viel "klein"drin.

Zitat:Als ich ihn mir näher betrachtete, konnte ich ganz genau erkennen, wie dieses winzige
Dackelchen seine kleine Rute einzog und vollkommen verängstigt an den Rand meines Handrückens lief. Das Hündchen hatte
sich wohl vor meinem riesigen Gesicht erschreckt.
-- Hier wieder "klein", "winzig" und im Gegenzug "riesig". Du musst das nicht immer wieder erwähnen. Und wenn er "klein" ist, ist der Protagonist naturbedingt "riesig".

Zitat:Nach einer Weile aufmerksamer Beobachtung beschloß ich, den Minidackel
in das höhere Gras zu setzen. Bald erwies sich meine Entscheidung jedoch, als grausamer Fehler, da sofort eine Schar
Ameisen brutal über ihn herfiel.
-- Bald erwies sich meine Entscheidung als furchtbarer Fehler ...
-- Beide Wörter widersprechen sich.

Zitat:Nun wurde ich deutlich nervös. Hektisch suchte ich die kriegerische Ameisentruppe und natürlich auch den armen Dackel.
Dabei bog ich vorsichtig die Grashalme zurück, um auf den lehmigen Boden sehen zu können. Es dauerte eine ganze Weile,
bis ich die Ameisen und Hund gefunden hatte. Doch der Dackel war inzwischen von den Ameisen sozusagen »entlebt«
worden.
-- Eben beobachtet dein Prota noch den Dackel, nun sucht er ihn und muss das Gras beiseite schieben, um den Dackel zu finden?

Zitat:Es bestand immerhin die Gefahr, daß sie sich darüber so
sehr über den Verlust aufregte und womöglich einen Herzschlag bekam.
-- Dieser Satz ist etwas durcheinander.

Zitat:So etwas sollte es geben. Man konnte davon fast
jeden Tag in der Boulevard-Presse lesen. Ich kam so allmählich, immer näher an sie heran. Meine Knie wurden weicher. Als
ich dann urplötzlich einen alten Mann auftauchen sah, der unsicheren Schrittes auf die alte Dame zu humpelte, zögerte ich
erneut. Abwartend blieb ich stehen und beobachtete neugierig, wie die alte Frau, dem alten Mann, entgegen lief und ihn
dann zärtlich in ihre Arme nahm.
-- "alt" und "alt" und "alt". Hier wäre etwas Abwechslung angebracht.

Zitat:Natürlich fand ich die kleinen Biester nicht mehr und bettete den Minidackel einfach im grünen Gras.
-- bettete ins Gras

Zitat:Ich war etwas
traurig und verließ die Wiese, um mich auf eine der Parkbänke zu setzen. Als ich dort meine Schuhe wieder angezogen und
zugebunden hatte, schaute ich noch einmal zu dem Baum. Dort sah ich einen kleinen Körper im Gras liegen. Es war
unschwer zu erkennen, es war der Dackel. Von hier aus sah er ganz normal gross aus. »Scheiße!«, rief ich.
-- Ich glaube, dein Prota nimmt Drogen. Icon_wink

Okay, das war weird. Dein Prota geht in den Park, hat eigentlich keine Zeit, verbringt dann dort aber erstaunlich viel Zeit in der Beobachtung eines Minidackels, den er retten will, der dann aber gefressen wird und am Ende sogar wieder normalgroß ist. Die Geschichte selbst ist eher verwirrend als überzeugend. Irgendwie fehlt mir da die Auflösung oder die Wendung am Ende. Irgendwie liest es sich unfertig. Ich kann mir nicht helfen.
Stilistisch hast du einige wenige Stellen drin, die mir gefallen, siehe kleine Vulkankothaufen. Ansonsten hast du aber viel zu nichtssagende Adjektive, die sich zudem auch noch wiederholen. Hier müsstest du akzentuierter arbeiten. Suche spezielle Vergleiche, fasse dich kürzer und dafür prägnanter. Dein Prota ist mir zu blass, andere werden nur über "alt" oder "klein" definiert. Das ist einfach zu wenig.

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #5 |

RE: Der Ausreißer
Hallo Adsartha,

vielen Dank fürs Lesen und die Arbeit. Habe auch schon einige Änderungen übernommen. Schade, daß Dir die Geschichte nicht wirklich gefallen hat. Sie hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Aber ich fand sie ganz witzig und kurzweilig. Icon_ugly

Liebe Grüsse

Immer parat: Glutamat Icon_panik

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