Es ist: 28-09-2022, 16:54
Es ist: 28-09-2022, 16:54 Hallo, Gast! (Registrieren)


5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition) Beendet
Beitrag #21 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition)
(Bin ich zu spät? Es tut mir unendlich leid, wenn ich zu spät bin, aber ich hab gestern Nacht erst durch freundliche Hinweise hergefunden und hoffe, dass es nun noch nicht zu spät ist, aber ich wollte auch gern zwischen die Worte von Variante 1 ein paar von mir streuen. Und ich hoffe doch, ich hab nicht wieder irgendwelche Fehler übersehen.)
___

(Halb)Sommernacht

„Bekka, was machst du da?“ Allein durch den Klang seiner Worte spürte sie Anders' strengen Blick über die Gläser seiner Lesebrille hinweg, obwohl sie ihm den Rücken zugekehrt hatte.
„Ich suche Schlafschaaf“, antwortete sie knapp und hoffte, mit erzwungenem Gähnen die Tränen übertönen zu können, die sich ihr in Augen und Stimme geschlichen hatten. Sie war sich sofort sicher, dass es misslang und konnte sich vorstellen, wie er die Augen verdrehte, auch ohne sich darin zu unterbrechen, die Bettwäschekiste zu durchwühlen. War es dort überhaupt noch drin? Hatte sie es verlegt? Hatte Anders es verlegt?
Sie hörte, wie er sein Buch zuklappte und es weglegte, dann, wie er ein anderes nahm. „Ich dachte, diese Zeiten wären vorbei.“ Er hatte sich nie darüber beschwert, dass sie auch noch mit Plüschtier im Bett geschlafen hatte, als sie fünfundzwanzig gewesen war, doch sie hatte immer gespürt, dass es eine Sache gewesen war, die er hingenommen hatte, nichts, wofür Verständnis vorhanden gewesen wäre. Anders verstand nicht alle von Bekkas Zügen, allerdings die wichtigen.
„In deinen Händen hältst du den Grund, warum es manchmal noch sein muss“, erwiderte sie, während er blätterte. Sie hatte sich Lilienflug eigentlich nur wegen des Covers gekauft und hatte nun das letzte Kapitel vor sich. Es war nicht einmal die Grundhandlung, die alte Dame, die vor ihrem Tod noch einmal den Ort besuchte, an dem ihr Mann um ihre Hand angehalten hatte. Vielmehr war es die Stimmung, diese durchgehende Nettigkeit, die sie rührte, es fiel kein einziges böses Wort.
Dazu sagte er nichts, blätterte nur weiter, hin und wieder innehaltend an Stellen, von denen Bekka wusste, dass noch Tränenspuren auf dem Papier zu sehen sein mussten.

Sie findet das Schaf fast am Boden der Kiste, an den Rand gedrückt von einem halben Dutzend Bettbezüge in einer Haltung, die nicht bequem sein konnte. Vorsichtig holte sie es heraus, richtete den kleinen grün-silbernen Schal, den sie selbst gestrickt hatte, und drückte es kurz an ihre Brust, bevor sie sich endlich umwandte.
Mit gerunzelter Stirn schien Anders gerade einen Absatz zu lesen; Bekka konnte sich unmöglich denken, was er davon hielt. Sie glaubte nicht, dass es ein Buch für ihn war, für gewöhnlich mochte er es weit weniger emotional, wie in allen Dingen eigentlich.
„Möchtest du lieber an der Stelle des Schafs sein?“, fragte sie und ging zum Bett, vorbei am Rattenkäfig, wo Ginny, Harriet und Izzy zusammengekuschelt zu einem Fellknäuel und kaum mehr zu unterscheiden bereits in ihrem kleinen Grashaus schliefen.
Anders schaute erst auf, als sie neben ihn unter die Decke geschlüpft war. Zwar war Mittsommer, eine Nacht, die sie traditionell wach im Bett verbrachten, doch es war kalt, die Sonne hatte sich den ganzen Tag überhaupt nicht und die Woche zuvor nur selten gezeigt – Halbsommer, nannte Anders es darum.
Kopfschüttelnd schlug er das Buch auf der Seite mit ihrem Lesezeichen auf und reichte es ihr, bedachte das Schaf in ihrem Schoß dabei nur mit einem Seitenblick. Auch wenn er immer für sie da war und selbst ihre schlimmsten Momente über sich ergehen ließ, wusste sie doch, wie viel lieber es ihm war, wenn sie übermäßiges Kuschelbedürfnis an dem Stofftier ausließ und nicht an ihm.

Das nahm sie ihrerseits hin, hatten sie doch Momente wie diesen, sich in einem Buch zu verlieren, dabei die Stille im Raum zu genießen, ab und zu unterbrochen vom leisen Rascheln des Grases, das Prasseln der Regennadeln an den Fensterscheiben und schlicht die Zweisamkeit, seinen Arm, den er nun doch bereitwillig um ihre Schulter legte, als sie sich anlehnte.

"Siehst du die beiden Mädels, die am Tisch sitzen wie zwei frierende Spatzen auf einem Zweig? Siehst du, wie eng ihre Fäden verwoben sind?" - Die Fäden des Schicksals ~ ReaperRoadtrip
Immer.

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Beitrag #22 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition)
So liebe Freunde der gepflegten Literatur.

Zeit ist um. Die Beiträge werden nun ausgewertet und der Gewinner bekannt gegeben.
Bitte geduldet euch ein wenig.

Danke schonmal fürs Mitmachen.

LGIBI.


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Beitrag #23 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition)
So, kommen wir mal zum Eingemachten.

Die Worte waren nicht einfach, ich weiß. Und auch die lyrischen Zitate waren eine Klasse für sich.

Wenn man sich den Inspirationsprozess anhand der eingestellten Beiträge chronologisch anschaut, fällt auf, dass gerade am Anfang versucht wurde, möglichst alles unterzubringen. Hopsi hatte zwar erst nur Variante 1, dann aber nochmal einen Nachschlag in Form von Variante 3 eingebracht. Spielerisch, als wäre es so einfach aus den Fingern geflossen. Beim zweiten Beitrag merkte man, dass die Finger sogar noch weiter tippen wollten. Respekt.

Polet dagegen krönte das damit, dass er auch noch die jeweiligen Verfasser der lyrischen Zeilen hineinbrachte - inmitten eines zwiespältigen Charakters im Selbstgespräch, was sich tatsächlich bühnenreif las.
Ab dem Zeitpunkt hatte ich ehrlicherweise gedacht: Variante 4. Das wars. Mehr geht nicht.

Es war die Lady schließlich, die dem Ganzen einen Moment beisteuerte und daran erinnerte, dass auch mit weniger Wörtern eine dichte und gefühlvolle Szene geschrieben werden kann. Es klang leise und still, war aber bei jedem Moment spürbar.

Libertine dagegen - so hatte ich den Eindruck - trieb unbarmherzig auf eine Variante 5 hin, da sie nicht nur poLets Vorgehen für gut befand, sondern auch noch außerhalb des Spiels in dem foreneigenen Klatschblatt 'Lästeratopia' wilderte. Jornalistisch hart und unbeugsam. Ein Beitrag, der die schmunzelnden Lippen schockierte.

Okay, ich hab auch da wieder gedacht: Wie soll die Steigerung aussehen? Das ganze Forum als Tetrapack hinein? Oder gleich die ganze Welt?

Doch da kam Eselfine. Zwar mit Kopfschmerzen, aber sie war da. Und wie!
Ein Gedicht. Und gerade der Anfang bestach derart, dass ich ihn hier nochmal ausdrücklich erwähnt wissen möchte.
(@Fine: Ich möchte gar nicht wissen, was Du machst, wenn Du völlig glücklich bist.)

Waren es bis dahin tatsächlich Werke, die durch die Worte direkt inspiriert wurden, nahm Adsartha den Rhododendron von poLet auf und erhob sich damit zur Variante-6-Königin. Respekt.

Trinity dagegen wandte sich gegen den Hype und schrieb den längsten aller Beiträge. Dabei fiel auf, dass die Worte nicht nur eingebaut waren, sondern als Utensilien teilweise eine feste Rolle in der Geschichte hatten. Darumherum schrieb sie eine Charakterdarstellung in einer Szene, in der zwar wenig Roland-Emmerich-mäßiges passierte, aber durch die Tiefe der Darsteller und ihrem Leben bestachen.

Das war schon großes Kino, zwar mit Muggeln und ohne Popcorn, aber es war eins. Bis der Weltenwanderer kam. Vom Konzept her ein Dialog an einem Ort, wie auch schon bei Trin, aber mit Aspekten und Erklärungen gefüttert, die an Hard-SF erinnern. Abgesehen davon, dass ich - mit einer Gehirnzelle im Kopf - den Ausführungen tatsächlich folgen konnte, war ich vom Ende wirklich positiv überrascht.

Ja, der Weltenwanderer hat - endlich - mal wieder was geschrieben. Und in Anbetracht der Beiträge zu dem Zeitpunkt dachte ich diesmal - und endgültig: Das wars jetzt ...

... doch weit gefehlt. Sniffu nahm den Faden, den Eselfine gesponnen hatte, auf und verwob die Lyrik mit ein bisschen mehr Dunkelheit darin. Hat mir gut gefallen, vor allem, als ich durch die Wohnung lief und es laut aufsagte.

Und - zu aller Überraschung - gabs dann noch eine Geschichte von Sephigruen, in der sie auf ein Thema hinweist, was uns alle betrifft: Wieviel Kind haben wir noch in uns? Oder ist es bereits vergraben?

Kurz gesagt: Ich fand es sehr interessant, wie ihr alle an die Vorgaben herangegangen seid. Und vor allem, was ihr daraus gemacht habt. Ob Dialoge, dichte Szenen, Lyriken oder Prosa in Fantasy und SF, ihr braucht euch alle nicht zu verstecken. Eure Beiträge sind tatsächlich Aushängeschilder für euch geworden. Nein, Denkmäler!
Umso schwerer war es natürlich, hier einen eindeutigen Sieger zu küren. Wie man an der Formulierung sieht, ist alles sehr eng gewesen.

Vorab: Danke an Alle fürs Mitmachen!

LGD.


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Beitrag #24 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition)
Hallo auch von mir.
Da der Kerl nur sabbeln kann ... Icon_rolleyes

Also ... Die Entscheidung war -> wallbashwallbashwallbash

Der Alkohol floss reichlich und wir haben uns doch dazu entschieden, nicht einfach Lose zu ziehen. Deswegen ist es etwas spät geworden. Wait

Von mir auch ein ganz dickes Wow. Es hätte nur erste Plätze geben dürfen.
Aber ich habe mir sagen lassen: Ist gegen die Regeln Icon_ugly

Und da Bilder mehr als Worte sagen ...

LGIBI
 
(Gratisplätze für WW, da er seinen "inneren Schweinehund" überwunden hat, und an Libbi als Gewinner/in der Herzen für die obergeile Lästeratopia.)


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Beitrag #25 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition) Beendet
Verdiente® Gewinner, gut gemacht Icon_smile

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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Beitrag #26 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition) Beendet
Da ich diesmal - vor allem Anbetracht dieser Konkurrenz aus Riesen und Giganten - gespannt die Fingernägel bebissen habe, wie es am Ende aussehen wird, kann ich nur sagen: Wow. Und danke - großes, dickes, grünes Danke an alle für die wunderbaren (Sieger-)Texte, und an den Gastgeber für die Anregung, und an die fleißige Jury, die es wahrlich nicht leicht hatte. Konfetti für alle! hurra
(Und erblicken meine Augen da richtig: ein Schlafschaaf, ein Gürtelkuschel, das man nur sonntags mit Nutella füttern darf, und drei - in Ziffern: 3 - kuschlige, kleine Bärchen? Ich bin entzückt von so viel Flauschigkeit)

Hat ganz viel Spaß gemacht!

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #27 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition) Beendet
Meinen Glückwunsch an die Gewinner! Icon_smile

Und an die Jury: Eine so kreative Preisverleihung hatten wir schon lange nicht mehr. Pro

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #28 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition) Beendet
Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner! Pro

(@Dread: Nicht viel. Ich sitze da und bewundere die Weltenlänge.)


We are all accidents
Waiting
Waiting to happen
Radiohead, "There There"

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Beitrag #29 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition) Beendet
Glückwunsch auch von mir an die Gewinner :D Vielleicht komm ich heute Abend sogar dazu, alles mal zu lesen, diesmal, ohne fast in Tränen auszubrechen.

"Siehst du die beiden Mädels, die am Tisch sitzen wie zwei frierende Spatzen auf einem Zweig? Siehst du, wie eng ihre Fäden verwoben sind?" - Die Fäden des Schicksals ~ ReaperRoadtrip
Immer.

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Beitrag #30 |

RE: 5 Wörter Teil 37 (Die Etwas-Anders-Edition) Beendet
Ja "Hallo", ähm...ja GLÜCKWUNSCH den gewinnern...den mit-, also den teilge...habten ein "TOLL", und äh...wer? - der JURY ein großes,
großes

DANKE!

Ich bin...äh...immer noch...will sagen, es hat mich...schon. Ja, lange schon, habe ich...äh...keine so...ehm...rege beteiligung - doch, rufe ich Euch zu, doch! Kommt doch...äh...vielleicht beim nächsten mal...also...bei teil 38...wieder. Alle. Also ALLE und noch VIEL MEHR!

Und ja, es...es hat...äh...spaß gemacht. Ja.

Wave


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