Es ist: 30-09-2020, 19:17
Es ist: 30-09-2020, 19:17 Hallo, Gast! (Registrieren)


Die Sache mit dem ´als´
Beitrag #1 |

Die Sache mit dem ´als´
Hallo liebe Mitleidenden Icon_wink

Jeder hat ja so seine Macke beim Schreiben.
Meine ist das ´als´Icon_panik

Ich schaffe es nicht zwei Sätze aneinander zu reihen, ohne dass dort dieses Wort auftaucht. wallbash

Ich hab schon alles mögliche versucht, schreibe Sätze um, versuche andere Formulierungen zu finden, doch immer wieder schleicht es sich ein. Ich bin schon ganz kirre.

Fällt das vielleicht gar nicht auf, weil es so ein Wort wie ´und´ ist? Icon_confused

Wer eine Kostprobe von der ´Als´-Invasion haben will, findet meine Texte unter Fantasy - Fortsetzung.

Wie geht es auch, habt ihr auch so ungeliebte Unworte, um die man aber nicht rum kommt? Und wie geht ihr sie an? Icon_aufsmaul? ^^


gruß


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Beitrag #2 |

RE: Die Sache mit dem ´als´
Sowas kennt wohl jeder, denke ich, bzw. hat schon jeder irgendwie mit kämpfen müssen. Bei mir ist es beispielsweise das schnöde Wörtchen "doch" und wenn ich die Suche ausweite, dann finde ich über die Gebühr viele weitere Kontruktionen mit "Aber" und artverwandten Worten.
Und je älter der Text ist, den ich gerade überarbeite, desto schlimmer ist es.
Was kann man dagegen tun? Ich streiche mir erstmal immer alle Konstruktionen an und dann entscheide ich, welche bleiben können und welche weg müssen. Oft muss ich den ganzen Satz umstellen und manchmal sogar einen ganzen Absatz neuschreiben. Manchmal hilft es aber auch, wenn ich das betreffende Wort einfach streiche, weil es eigentlich ohnehin nicht wirklich etwas zum Sinn des Satzes beiträgt.

Und wie schon gesagt, ich denke, das fast alle Schreiberlinge ein ähnlichen Problem haben. Da ich beispielsweise bei meinen eigenen Texten sehr aufmerksam bin, was die "dochs" und "abers" betrifft, fallen sie mir auch in anderen Texten auf. Und einige Schreiberlinge haben da genau die gleiche Neigung, diese Wörter überzubeanspruchen.

Liebe Grüße, Chewi

"Ganz besonders Ihr, [...], werdet irgendwann erkennen, dass eine Welt, die mit dem Begriffsvermögen eines einzigen Menschen zu erfassen ist, keine Welt wäre, in der es sich lohnen würde zu leben."

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Beitrag #3 |

RE: Die Sache mit dem ´als´
Hiho!

Mir geht's da wie Chewi, auch wenn es bei mir ein eher neues Problem ist, das mir früher - falls ich es hatte - zumindest nicht aufgefallen wäre. Überall "aber", "doch", "trotzdem" ... im Grunde ist es beruhigend, weil es ja irgendwie darauf hinweist, dass Konflikt im Text ist Icon_ugly, aber wenn eine Word-Seite dann mit roten und grünen und türkisen Markierungen übersät ist, erkennt man die Ausmaße des Problems.
Da ich auf Wortwiederholungen sowieso empfindlich reagiere, treibt es mich beim Überarbeiten manchmal in den Wahnsinn. Vor allem wenn mir alle "aber"s gleich wichtig erscheinen Mrgreen

Mit dem "als" - Cathlyn - sehe ich das etwas enger als beim "und". "Und" ist einfach ein unumgängliches Wort, so wie der/die/das oder so. Aber "als" zeigt ja eine zeitliche Verknüpfung an, also:
"Sarah erschrak, als die Tür aufging"
"Als die Erde zu beben begann, flohen alle Tiere"
"Er zog seine Brieftasche, als die Kellnerin die Rechnung brachte"
Bei solchen Konstruktionen kann man das "als" meistens durch ein "und" ersetzen, weil zwei Handlungen, die innerhalb eines Satzes stehen, ja sowieso irgendwie im Zusammenhang stehen (sollten):
(Die Tür ging auf und Sarah erschrak / Die Erde begann zu beben und alle Tiere flohen / Die Kellnerin brachte die Rechnung und er zog seine Brieftasche)

Ich glaube bei meinen "aber"s leider auch ziemlich oft, dass ich sie unbedingt und ganz dringend brauche, aber wenn man einmal rigoros überarbeitet, merkt man, dass die meisten Sätze auch ohne funktionieren.

Wichtig finde ich, dass man beim Schreiben selbst nicht zu sehr darauf achtet. Das ist eine super Sache für die Überarbeitung (einfach mal alle "Feindwörter" mit Hilfe der Suchen-Funktion ausfindig machen und farblich markieren, dann springt einem direkt ins Auge, wo es zu viel ist), aber während des Schreibens komme ich zumindest besser voran, wenn ich nicht jeden Satz sofort perfekt haben möchte.

Und ich find's auch wichtig, die eigene Sprache nicht zu stark glattzubügeln, gerade wenn man mit personalen Erzählern schreibt. Durch kleine Eigenheiten lässt sich super eine individuelle Sprache kreieren, die dann eben von Erzähler zu Erzähler anders sein kann.
Ich bin zum Beispiel kein Freund von zu vielen Substantivierungen und langen Wörtern, will das aber bewusst bei einem meiner Erzähler einsetzen, weil das einfach seine Welt ist (Bürokrat eben *lach*).

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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