Es ist: 28-03-2020, 22:12
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Aktuell befinden wir uns im Umbau. Sollte also etwas seltsam aussehen, sind wir gerade bei der Arbeit und strukturieren die Foren neu :)

Der König der Nacht (2.1)
Beitrag #1 |

Der König der Nacht (2.1)
Countdown: Addendum

D e r  K ö n i g  D e r  N a c h t

II.

(Irgendwo im Gestern ...)

Er konnte es sehen.
Wie jede Nacht.
Zuerst war das Bild noch leicht verschwommen, sehr zentriert und in Schwarz-weiß gekleidet.
Aber langsam schoben sich die Ränder des Blickfeldes weiter nach außen und er erkannte es wieder. Das struppelige Gras, die wenigen Bäume und vielen Büsche, die sie umgaben. Der Westturm mit seinem kantigen Körper stach wie ein dicker Pfeil in den Himmel, das kleine Dörfchen darunter war  von hier aus - im Rücken der großen Düne - kaum zu sehen.
Am Himmel thronte die Sonne in einem wolkenlosen Meer und verbreitete euphorisch die Kunde vom bevorstehenden Sommer, obwohl das Jahr gerade erst begonnen hatte. Die Kälte dominierte noch, besonders hier, wo der Atem des Himmels - anders als auf dem Festland - durchaus robust an Menschen zerren konnte. Aber heute waren sie allein mit dem Wind, der wie ein Hauch ihre Nasen streifte.
"Das ist sehr nett, dass Du mich begleitest", sagte sie, die in einem Rollstuhl neben der Bank saß, auf der er Platz genommen hatte.
"Das mache ich wirklich sehr gerne", antwortete er.
"Danke, Rex." Sie griff nach seiner Hand und drückte. "Das ist einer meiner schönsten Geburtstage seit Langem."
Sie hieß Analyia und ihre Berührung war warm, obwohl es kalt war. Der Atem aus ihrem Mund schwebte wie Watte in zartem Gewand nach oben und verteilte sich.
Ja, sie war etwas Besonderes. Wie sie sich bewegte, wie sie sprach, wie sie selbst den kleinsten Szenen in ihrem Leben etwas gab, was er nicht genauer definieren konnte. Das Wort, dass dem Ganzen am meisten entsprach, war Anmut.
Und genau das war es auch, was ihn an ihr so faszinierte: er sah ein wunderschönes Mädchen, das mit ihrer ganzen Ausstrahlung alles überdeckte. Der Rollstuhl war für ihn gar nicht da, sondern nur die Lippen, ihre Nase, die Augen und die langen - leicht welligen - dunkelbraunen Haare.
Er hätte es nie übers Herz gebracht ihr zu sagen, dass er nicht genug von ihrer Anwesenheit bekommen konnte, seitdem er sie das erste Mal gesehen hatte. Niemals. Eher wäre er im Erdboden versunken.
"Ich würde noch gerne zum Meer", sagte sie und schaute ihn an mit ihren braunen Augen, in die er - wenn er nicht aufpasste - immer wieder zu versinken drohte.
"Was immer Du möchtest." Rex lächelte und erhob sich. "Das ist heute Dein Tag."

Er hatte zuerst sie die steilen Stufen hinaufgetragen. Zum Glück war er als Fünfzehnjähriger schon etwas größer geraten als andere, und sie dafür - abgesehen von den zwei Jahren mehr - ein Stückchen kleiner und viel leichter. Auch wenn es anstrengend war, aber er genoss die Berührung. Wie sie die Arme um seinen Hals geschlungen hatte.
Wie nah ihr Gesicht dem seinen war.
Ihr Duft schwebte an seiner Nase vorbei. Und tief in seinem Herzen wusste er, dass er sie für solche Momente überall hin tragen würde. Egal wie hoch oder wie weit es auch immer sein mochte.
Nachdem er sie oben auf der Düne abgesetzt hatte, holte er noch ihren Rollstuhl hinauf. Danach setzte er sie hinein und sie gingen - fuhren - nebeneinander den asphaltierten Weg hinunter zum Meer, bis er abrupt vor dem Sand endete.
Die See war blau und dunkel. In kleinen und großen Wellen brandete es an den Strand, der jetzt im frühen Januar menschenleer war. Keine Sandburgen, keine kleinen Kinder oder Strandkörbe zu sehen. Die einzigen jüngeren Menschen gehörten - wie sie selbst auch - zur Jugendgruppe, die für dieses Wochenende nach Wangerooge gekommen waren. Und die befanden sich im Dörfchen hinter ihnen.
"Schau mal", rief sie und zeigte auf ein Segelschiff, dass vor der Küste nach Osten fuhr. "Das wünsche ich mir zum nächsten Geburtstag."
Er kniff die Augen zusammen und folgte ihrem Blick. Weiter weg fuhr ein vollbeladener Containerfrachter in die gleiche Richtung wie der Segler.
"Du meinst auf einem Segelschiff mitfahren?"
Ihre Augen strahlten, während sie zufrieden nickte.
"Mitfahren", flüsterte sie. "Ja."
Er schaute dem Schiff hinterher, das schneller fuhr, als der Containerfrachter dahinter. Die Segel vom Wind aufgebläht jagte es durch das Blau.
Sie nahm seine Hand und drückte. Da war wieder die sanfte Wärme und er schloss die Augen, träumte sich ins nächste Jahr.
Sie beide auf einem Segelschiff. Er in den Masten und sie am Ruder, während sie durch die See fuhren. Am liebsten bis an den Horizont oder in den Sonnenuntergang hinein.
Nur sie. Und er. Gemeins-
Der Druck ihrer Hand wurde plötzlich stärker, genauso wie der Wind nicht länger von Westen, sondern von der anderen Seite kam. Er hauchte auch nicht länger, sondern bließ kräftig gegen ihre Gesichter.
"Rex?" Analyias Stimme zitterte. Etwas, was er noch nie gehört hatte.
Er öffnete die Augen und sah als erstes die beiden Schiffe. Der Segler fuhr plötzlich in die andere Richtung. Das Containerschiff war noch mitten in der Wendung, drehte aber ebenfalls nach Westen. Der Bug zeigte gerade direkt in ihre Richtung.
"Rex!" Sie zog an seiner Hand und er schaute nach Osten.
Zuerst konnte er es nicht zuordnen.
Das vertraute Bild mit der Kombination von Sand, bewachsener Düne und dem Westturm war noch da. Nur die rote Wand aus Feuer, die sich ihnen von Osten näherte, war neu. Sie reichte bis in den Himmel, glitt einfach wie eine breite Laserwand über die Insel und war undurchsichtig. Alles was sie verschlang glitt hinter dem roten Vorhang und war einfach ... weg.
Er war sprachlos.
Dann bemerkte er, wie still es geworden war. Da war kein Knall, keine Explosion und auch kein Schreien zu hören. Irgendwo über der Insel, versteckt hinter der Düne, wurden kleine Punkte in die Luft gewirbelt und mitgerissen. Wie Vögel, die verschreckt in den Himmel flüchteten.
"REX!"
Es machte Pling in seinem Kopf. Keine Fragen. Handeln.
Innerhalb von Sekunden nahm er sie aus dem Rollstuhl, schwang sie sich um den Oberkörper und spurtete los zur Düne. Irgendwo musste doch ein Schlupfloch sein, irgendwas. Der Wind mutierte zu einem Sturm, zu einem Orkan und riss ihn beinahe von den Beinen. Ein kurzer Blick zurück. Die rote Wand wirbelte den Sand auf, schob ihn in einer kleinen Welle vor sich her, während die Düne zu brennen begann. Er konnte gar nichts mehr tun, als es sie packte.
Brachial mitzog, als wären sie Pappfiguren.
Und sie auseinanderriss.
Analyias Schrei war nicht zu hören.
Nur noch Sand.
Feuer.
Gleißendes Rot, das kurz darauf abfiel zu einem Höllenfeuer. Seine Haut schwitzte, seine Jacke dampfte auf der Haut, die Luft brannte sich langsam durch die Jacke. Sand presste sich in sein Gesicht, in seine Nase, in seine Augen, seine Ohren. Überall. Er segelte, trudelte durch die Luft. Luft war nicht mehr atembar. Atmen. Nur Rauch und Feuerqualm.
Irgendwann prallte er auf den Boden. Und wurde viel zu schnell vom Sand begraben.  

***

Auf der 'Max&Moritz' standen der Kapitän und der Doc namens Al immer noch auf der Brückennock und beobachteten, wie der Arm des Baggers ins Wasser ein- und mit Schlamm und Schlick wieder auftauchte. Mit einem surrenden Geräusch schwenkte der Arm herum und die Schaufel entleerte sich in den Bauch des Schiffes.
Der Regen hatte sich endgültig aus der Nacht verabschiedet. Dafür versuchte Gott sich hinter der dichten Wolkendecke aus Gehirnwindungen eine Zigarette anzuzünden. Schon seit einer geraumer Zeit. Doch leider schien das Feuerzeug kaputt zu sein.
"Ich bin kein Badegast", sagte Al gerade und putzte den letzten Rest des Regens von der Brille. "Die BM hat nichts damit zu tun."
"Und wieso sind Sie dann hier?" Der Kapitän in dem langen gelben Regenmantel hatte sich wieder seiner Pfeife gewidmet. "Freiwillig will von den Landratten doch sowieso keiner mit."
Al nickte aber.
"Freiwillig", sagte er. "Aber nicht um meine Zeit hier totzuschlagen."
Der Kapitän schmunzelte.
"Schöner Wortwitz."
"Ich meine es ernst."
"Ich auch."
Der Arzt seufzte, dann zeigte er zum Brückenhaus hinter ihnen.
"Haben Sie ein Fernglas dabei?"
Der Kapitän stutzte, dann nickte er.
"Jetzt?"
"Bitte."
Al wartete, bis der Kapitän wiederkam und ihm das fragliche Gerät mit einem: "Ich hoffe, Sie sind nicht zu einem Sensationstouristen mutiert" hinhielt.
"Bestimmt nicht." Al steckte die Brille in seine Jacke, nahm das Fernglas und schaute hindurch in Richtung Festland. "Sensationen hatte ich in meinem Leben genug."
Er drehte so lange an den Rädchen, bis das Bild schärfer wurde. Die Küste war ein dunkler langer Wal, der querab vor ihnen lag. Bäume waren nicht zu sehen, dafür die Ruine des Wattkiekers und des Sieltores aus Harlesiel. Im Hafen hinter den Deichen konnte er noch einige Masten erkennen. Aufgrund der Lage schienen die Boote und Schiffe, die dazu gehörten, halb gekentert zu sein.
"Und?"
"Nichts."
"Dauert wahrscheinlich nicht mehr lange."
Al antwortete nicht sondern schwenkte weiter nach rechts am alten Strand entlang. Auf dem Campingplatz dahinter stand noch das hoch gebaute Haus, welches selbst bei Sturmfluten noch aus dem Wasser ragen konnte. Jetzt allerdings war das Dach weg und es stand auch ein wenig schief, aber vielleicht täuschte das.
Das, was allerdings nicht täuschte, waren die kleinen roten Punkte. So groß wie Nadelköpfe. Sie leuchteten nicht. Sie glimmten nicht. Aber sie waren so deutlich zu erkennen, als wären dort drüben plötzlich mehrere Laserpointer eingeschaltet, die in Zweier-Päarchen an den Strand kamen.
"Sie haben Recht", sagte Al. "Da sind Sie."
Ja, da waren sie. Bis dato nur Worte, nur Zahlen und Daten, die er auswertete. Und für die Rex, der Junge, der noch vom alten Arzt aufgenommen worden war, viel zu oft als Versuchskaninchen herhalten musste: Gewebeproben, Blutuntersuchungen oder endlose psychologische Gespräche, auch wenn er nur Allgemeinmediziner war und auf diesem Feld keine Erfahrungen hatte.
Der Junge machte dies freiwillig mit, und trotzdem tat es Al innerlich immer weh, wenn er wieder einmal dessen Blut brauchte, um eine neue Theorie zu verfolgen. Letzten Endes völlig erfolglos.
Er verbannte die Gedanken an Rex, der in dieser Nacht (seit dem Tod des ersten Arztes) wieder völlig alleine im Haus war und konzentrierte sich auf das, weshalb er hier war: Die Anderen.
Im Ausschnitt des Fernglases beobachtete er, wie die Armee von Gestalten am Strand stand und wartete. Er hatte es sich immer versucht vorzustellen, doch so einfach das Bild an sich auch war, es blieb immer schemenhaft. Bis jetzt.
"Wirklich faszinierend."
"Faszinierend?", fragte der Kapitän und starrte mit Unbehagen zur Küste hinüber. "Eher beängstigend wie schnell sie geworden sind."
"Das auch."
"Wieso das auch?"
"Das wird lang."
Dem Kapitän standen Schweißtropfen auf der Stirn und er wirkte plötzlich nervös.
"Wo sind sie?", fragte er.
Al schaute durchs Fernglas.
Er konnte sie sehen. Menschen, nur äußerlich. Die Gesichter blass, wie tot. Die Bewegungen selbst noch langsam. Zuerst verharrten sie, unschlüssig, dann betraten sie vorsichtig das Watt und sackten zuerst einige Zentimeter ein. Nach einigen Sekunden schien sie das allerdings nicht mehr sonderlich zu interessieren. Im Zick-Zack-Kurs bewegten sie sich durch die ersten trockenen Meter und mieden dabei das restliche Wasser in den kleinen Flüsschen.
"Haben gerade das Watt betreten."
"Hm." Im Gesicht des Kapitäns zog eine leichte Blässe herauf. "Gefällt mir nicht. Normalerweise stehen die da noch einige Zeit herum, bevor sie kommen."
"Sie sind schon einige Meter weit gekommen."
Der Kapitän nickte leicht. Überlegte. Ihm gefiel das offensichtlich nicht.
"Okay, Sie haben zehn Minuten."
"Wofür?"
"Mir Ihr 'faszinierend' zu erklären."
"Aye." Al nahm das Fernglas von den Augen und überlegte. "Nun, faszinierend deswegen, weil die Infizierten ..."
Der Kapitän hielt sich plötzlich zwei Finger in den Mund und pfiff, während der Arzt weiterredete.
"... sich derart rasant entwickelt haben ..."
Auf dem Kran - auf dem 'Moritz' stand - öffnete sich die kleine Kabinentür und ein Kopf streckte sich in die Nacht hinaus.
"... also eine Metamorphose, ..., ähm ..."
Fragendes Schulterzucken seitens des Kranführers. Er nahm die Kopfhörer ab, als der Kapitän sich seine Hände wie einen Trichter vor den Mund hielt.
"EDDIE?", schrie er zum Kranführer hinüber. "EINSTELLEN! SCHNELL!"
"AYE!"
Der Mann setzte sich die Kopfhörer wieder auf und verschwand. Zufrieden bemerkte der Kapitän, wie sich der Greifarm aus dem Wasser des Prils hob und sich langsam wieder in seine Ausgangsposition auf dem Vorschiff niederlegte.
"Hören Sie mir überhaupt zu?", fragte der Arzt.
Der Kapitän schaute ihn mit einer Mischung aus Abwesenheit und Panik an.
"Wir müssen los", antwortete er. "Jetzt."
"Sie reagieren über."
"Ich werde das Schiff nicht aufs Spiel setzen."
"Sie sagten zehn Minuten, bitte."
Al hielt sich das Fernglas wieder vor die Augen, drehte noch ein bisschen am Rädchen und beobachtete, wie noch mehr rote Punkte sich dem Strand näherten. Der Arzt versuchte zu zählen, doch es wurden immer mehr. Zuviele.
"In zehn Minuten ist hier das Wasser weg", sagte der Kapitän, der seine stoische Ruhe verloren hatte, und wandte sich zum Steuermann auf der Brücke um. "ZURÜCK ZUM HAFEN!"

***

"Rex?"
Er schmeckte noch den Sand auf der Zunge. Dann rüttelte es an seiner Schulter. Unterbewusst nahm er wahr, dass da jemand seine Bettdecke zur Seite schlug.
"Hallo!"
Die letzten Reste des Traum hingen in Fetzen vor seinem Geist und zerblätterten im Hauch des Augenblicks. Die Stimme die ihn rief war nicht die von Analyia - was ihn zusätzlich beruhigte. Er rieb sich die Augen, blinzelte und sah sich schließlich Nayima gegenüber, der alten Dame aus Fernost, die das Haus auf Vordermann brachte.
"Du hast im Traum geschrien", sagte sie, während sie eine schwarz-weiße Kuhflecken-Katze (die am Fußende lag) streichelte. "Alles in Ordnung?"
In ihrer Stimme schwang Sorge mit, die die Katze (sie hieß eigentlich Jones, wurde aber von allen Jonesy genannt) mit ihrem Schnurren überhaupt nicht teilen konnte.
Rex fummelte sich die Stecker aus den Ohren und steckte sie zusammen mit dem MP3-Player neben das Kopfkissen, bevor er seine Beine aus dem Bett schwang.
"Ja, ich ..." Er fuhr sich mit den Händen durchs Gesicht. "Schlecht geträumt."
"Mal wieder", sagte Nayima und deutete dann auf den Player. "Hast wahrscheinlich auch wieder dieses Birthday Massacre gehört, oder?"
Rex seufzte.
"Zumindest heute passt es doch, oder?"
"Ich hoffe Du meinst nur das erste Wort davon." Sie zwinkerte und hoffte auf ein Lächeln. Vielleicht sogar ein gelogenes - es wäre wenigstens eins gewesen.
Aber Rex schaute auf die Kerzen auf dem Nachttisch, starrte hindurch und war schon wieder ganz woanders. Entweder im Gestern oder noch weiter weg.
"Junger Mann?"
Sein Kopf ruckte zu ihr hin, aber seine Augen brauchten noch ein bisschen, bis er wieder da war.
"Ja?"
"Du kannst mir nichts vormachen." Nayima legte ihm eine ausgeblichene Jeans und einen weißen Pullover hin. "Hier, zieh das an."
"Und dann?"
"Dann gehen wir auf Deine Geburtstagsfeier, mein Junge."
Rex' Puls beschleunigte sich, als er hinter den Fensterscheiben immer noch die Nacht sah.
"Nein, danke."
Nayima setzte sich zu ihm aufs Bett.
"Wir alle haben Angst vor der Nacht", sagte sie mit einer Stimme, die mit ihrem Alter nicht mithalten konnte. "Wir alle, Rex."
"Alle?" Sein Blick wanderte vom Fenster zu ihrem Gesicht. "Johann nicht."
Sie verzog enttäuscht den Mund, dann nickte sie.
"Er hat keine Angst vor der Nacht", flüsterte Nayima. "Aber Johann ist auch anders."
"Was meinst Du damit?"
Als sie nachdenklich schwieg und ihm eine Antwort schuldig blieb, verschränkte er die Arme vor der Brust.
"Ich geh da nicht raus, Nayima", sagte er. "Ich kann nicht."
"Du kannst es." Sie zeigte auf seine Brust. "Der Schatten Deines Herzens, über den Du springen musst, ist doch gar nicht so groß."
"Ich. Geh. Da. Nicht. Raus."
Sie musterte ihn mit einem sanften Blick, der normalerweise keinen Widerspruch zuließ.
"Irgendwann wirst Du durch die Nacht müssen, um an Dein Ziel zu kommen."
"Und was ist das Ziel?"
"Das wird Dir jemand Anderes sagen."
Rex sah auf seine Finger, die wieder zu zittern begannen.
"Ich ... nein, niemals."
Sie nahm seine Hände in ihre und drückte sie.
"Ich sage Dir nur: Johann ist die Nacht", flüsterte sie. "Aber Du bist heute der König der Nacht." Dann beugte sie sich zu seinem Ohr. "Vergiss das nicht."

Der König der Nacht.
Ihre Worte schwebten noch irgendwo zwischen Ohr und Geist, hallten an den Wänden seines Kopfes nach und entzogen sich dem Zugriff.
Irgendwann war sie aufgestanden, war die alten knarrenden Stufen der Holztreppe hinunter gegangen. Er hatte noch die Haustür gehört, danach ihre Schritte auf dem nassen Kopfsteinpflaster. Schritte, die langsam leiser wurden.
Wie lange er noch wie eine Statue auf dem Bett saß wusste er nicht. Starrend auf die Kerzen, durch die Flammen in eine Welt, die nur noch in seinem Kopf existierte.
Ér musste an Analyia denken. An sie selbst und an ihren Namen auf dem großen Gedenkstein, den er so oft es ging am Tage besuchte.
Meistens schweigend. Manchmal heulend. Nur einmal wimmernd, als er sich sicher war, das keiner es sehen konnte. Er, der seine Freundin immer um Vergebung gebeten hatte. Am Massengrab für diejenigen, die es nicht überlebt hatten. Viele Namen, doch ihrer war bereits einer zuviel.
Es war das Blinken des MP3-Players, das ihn zurück in die traurige Gegenwart holte. Die Batterien waren beinahe leer und sendeten ein Lichtermeer aus stummen SOS-Zeichen. Er griff nach dem Gerät, schaltete es aus und legte es beinahe wie eine Requisite - was es streng genommen auch war - auf das vom Schlaf zerdrückte Kissen.
Dann stand er auf, stand unbeholfen neben sich und dem Bett, wusste mit der plötzlichen Bewegung nichts anzufangen und zog sich dann doch die Sachen an, die Nayima ihm hingelegt hatte.
Mehr langsam als schnell.
Mehr mechanisch als wirklich gewollt ging er die Treppe runter.
Der Schein der Kerzen begleitete ihn noch ein Stück, dann hatte ihn die Dunkelheit im Erdgeschoss umhüllt, die für ihn nicht so schlimm war, wie die Finsternis außerhalb der schützenden Wände. Der Wind pfiff hier unten im Hausflur nicht so deutlich durch die Ritzen, wie oben. Aber die Kälte war spürbar, während sich seine Augen an das fehlende Licht gewöhnen mussten.
Die Tür zum Behandlungszimmer auf der rechten Seite war offen. Das Zimmer selbst lag da wie tot. Die Liege mit dem dicken Lederpolster, stand in der Mitte.
Im Uhrzeigersinn konnte er links das Fenster mit der Nacht dahinter erkennen, die neugierig hineinschaute. Darunter einige niedrige Rollcontainer mit mehreren Schubladen und einem Rollhocker davor.
Auf der gegenüberliegenden Seite eine alte Kommode (mit einer Stereoanlage drauf), deren Holz definitiv bessere Tage gesehen hatte. Darüber hingen nicht nur gedrungene Schränke, eine Pinnwand (unter anderem mit der Karte der Insel), sondern auch ein Bild von der Entwicklung des Menschen.
Vom gebückt laufenden affenähnlichen zum modernen Mensch - nur bei der Variante umgekehrt. Darüber hinaus hatte der Arzt die vier Gestalten durchnummeriert.
Nummer 1 war der moderne Mensch, über den er 'Autark' geschrieben hatte und für ihn die Überlebenden darstellten. Bei Nummer 2 und 3 standen jeweils 'Vampirähnlich' und 'Zombie'. Eine schwarze Linie verband die ersten drei Wesen. Und beim letzten, dem gebückt laufenden affenähnlichen Wesen, hatte er nur ein Fragezeichen hingemalt.
Ja, dachte Rex und wandte sich von dem deprimierenden Bild ab. Was kommt bei Vier?
Nach rechts schlossen sich mehrere Metallschränke mit Medikamenten und ein Regal an, in denen nicht nur medizinische Ratgeber standen. Dazwischen konnte er neben Musik-CD's ein Buch mit dem Titel 'Abgeschnitten' erkennen. Irgendein Fitzek Tzokos. Er hatte es mal in der Hand gehabt, aber als er die Rasierklinge auf dem Cover gesehen hatte, war ihm die Lust darauf vergangen.
Genau wie jetzt.
Im leeren Haus.
Melancholisch, genau wie der Klapprechner auf dem Schreibtisch und der einsame Chefsessel dahinter: Alles ohne Arzt wertlos.
Für einen kurzen Moment vergaß er, dass Al - der iranische Arzt von Sylt - bald wieder da sein würde und stellte sich vor, wie er in zehn zwanzig Jahren alleine in dem Haus leben würde.
Zusammen mit Spinnweben und Erinnerungen.
Vielleicht sogar als letzter Mensch auf dieser Insel.

***




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Beitrag #2 |

RE: Der König der Nacht (2.1)
Hallo Dread,

ich mach mal munter weiter. Icon_smile Und mach dir wegen dem Antworten keinen Kopf, ich bin geduldig. Icon_wink

Zitat:Das struppelige Gras,

Schöne Beschreibung für Gras, hab ich so noch nicht gelesen. Pro

Zitat:Er hatte zuerst sie die steilen Stufen hinaufgetragen

Wieso ist das „sie“ hier kursiv? In den nächsten Sätzen ist es das auch nicht.

Zitat:Und tief in seinem Herzen wusste er, dass er sie für solche Momente überall hin tragen würde. Egal wie hoch oder wie weit es auch immer sein mochte.

Seufz. Icon_cuinlove Ach, Dread, das sind so die Szenen wo ich mir wünsche, dass sich die Wirklichkeit der Fiktion ein wenig annähern würde ...

Zitat:Er segelte, trudelte durch die Luft. Luft war nicht mehr atembar.

Ich weiss ja, dass du gern so schreibst, aber hier klingt es doch arg komisch. Vorschlag: „… trudelte durch die Luft, die nicht mehr atembar war.“ Oder nur „Nicht mehr atembar.“ Irgendwie stört mich diese Dopplung von „Luft“, glaub ich.

Zitat:Dafür versuchte Gott sich hinter der dichten Wolkendecke aus Gehirnwindungen eine Zigarette anzuzünden. Schon seit einer geraumer Zeit. Doch leider schien das Feuerzeug kaputt zu sein.

Wieder eine sehr schöne ungewöhnliche Umschreibung. Pro Für mich ist es fast schon zu ungewöhnlich. Ich musste die Sätze zweimal lesen, bevor ich es mir vorstellen konnte. Vielleicht wärs ganz gut wenn man davor (oder danach) einen „klaren“ Satz schreiben würde wie: „… leuchten über den Wolken, dass aussah, als ob Gott versuchte sich eine Zigarette anzuzünden …“

Zitat:"Freiwillig will von den Landratten doch sowieso keiner mit."
Al nickte aber.

Mich irritiert hier das „aber“. Theoretisch hätte vorher was stehen müssen, dass der Kapitän erwartet das Al den Kopf schüttelt. So klingts irgendwie seltsam, (auch wenn man sich das herleiten kann) ich würde das „aber“ weglassen. Durch das was sie sagen, wird die Situation eh klar.

Zitat:Rex, der Junge, der noch vom alten Arzt aufgenommen worden war, viel zu oft als Versuchskaninchen herhalten musste:

Ui, jetzt hast du aus Rex auch noch ein Versuchskaninchen gemacht. [Bild: smiley_emoticons_lightshocked.gif] Ich bin mal gespannt, auf diese Untersuchungen/Forschungen des Arztes hinauslaufen. Er wird ja schließlich damit bezwecken, bzw. ein Ziel verfolgen.

Zitat:Nun, faszinierend deswegen, weil die Infizierten ..."

Klingt nach einem Virus …

Zitat: Auf dem Kran – auf dem 'Moritz' stand - öffnete sich die kleine Kabinentür und ein Kopf streckte sich in die Nacht hinaus.

Der unterstrichene Teil klingt sehr erklärend, dabei ist hier eigentich eher Action in dieser Szene angesagt. Entweder lässt du das weg (so entscheident ist das nun auch nicht, dass das Ding Moritz heißt) oder du verkürzt: „Auf dem Kran –Moritz – öffnete ….“ Oder andersherum: „Auf Moritz, dem Kran, öffnete … “

Zitat:Die letzten Reste des Traum hingen in Fetzen vor seinem Geist und zerblätterten im

Traums

Zitat:(sie hieß eigentlich Jones, wurde aber von allen Jonesy genannt)

Wie die in „Alien“ die einzige Katze im Weltraum. Icon_cuinlove (Und der einzige Grund warum ich mir diesen Weltraum-Film anschaue Icon_rolleyes )

Zitat:"Wir alle haben Angst vor der Nacht", sagte sie mit einer Stimme, die mit ihrem Alter nicht mithalten konnte. "Wir alle, Rex."

Hat das was mit diesen Infizierten zu tun? Klingt stark nach Vampir irgendwie, auch im Zusammenhang mit dem Blut für das Rex herhalten muss.

Zitat:Die Batterien waren beinahe leer und sendeten ein Lichtermeer aus stummen SOS-Zeichen.

Also bei „Lichtermeer“ denk ich eher an eine ganze Stadt, die in der Nacht leuchtet, als an zwei Lichtchen am MP3-Player. Obwohl „Lichtermeer“ trotzallem ein wunderschönes Wort ist. Icon_cuinlove

Zitat:Bei Nummer 2 und 3 standen jeweils 'Vampirähnlich' und 'Zombie'.

Nun also doch Vampire. Ich bin gespannt, wie du die Thematik angehst. Bisher ist ja alles doch relativ „realistisch“, bis eben auf die Tatsache, dass es eher (oder hoffentlich Mrgreen ) eine alternative Zukunft ist.

Zitat:Ja, dachte Rex und wandte sich von dem deprimierenden Bild ab. Was kommt bei Vier?

Ich versteh schon, dass du hier das Behandlungszimmer beschreiben willst/musst. Aber Rex klingt hier, als ob er es zum ersten Mal sehen würde, was aber (vermutlich) nicht der Fall ist. Vorschlag: Ich würde was formulieren mit, dass er den Doc schon öfter gefragt hat, was denn danach kommt, dieser aber auch keine Antwort wusste, oder so.

Und schon wieder ist ein Teil vorbei. Gut find ich hier, dass wir erfahren, was denn in Rex‘ Vergangenheit passiert ist. Da hatte sich ja schon von Anfang an, was dramatisches angedeutet. Und das das Mädchen offenbar gestroben ist, ist tatsächlich dramatisch und dann auch noch an ihrem Geburtstag. [Bild: smiley_emoticons_lightshocked.gif]
Spannend finde ich, dass sich da anscheinend ein Vampir/Zombie-Virus ausgebreitet hat. Ich bin mal gespannt, ob wir noch was über die Ursachen und natürlich die genaue Wirkung erfahren. Bis jetzt hast du das ja auch nur angedeutet, aber ich vermute ganz stark die sind „klassisch“ hauptsächlich in der Nacht unterwegs. Ja und über die Experimente an Rex würd ich auch gern mehr erfahren, vielleicht sucht Al ja ein Gegenmittel gegen den Vampirismus und/oder Rex hat sich als Imun herausgestellt. Mal sehen, ich bin gespannt.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #3 |

RE: Der König der Nacht (2.1)
Hallo Lady.

Ungeachtet dessen, dass der Tag schlechter ausgeht, als er begonnen hat, versuche ich Dich mit den Kommentaren so langsam einzuholen.

(Ablenkung ist schließlich auch eine Lenkung, ..., oder so. Irgendwie.)

Zitat:Zitat:Er hatte zuerst sie die steilen Stufen hinaufgetragen

Wieso ist das „sie“ hier kursiv? In den nächsten Sätzen ist es das auch nicht.
Ich wollte betonen, dass er sie zuerst die Stufen hochgetragen hatte, dann erst den Rollstuhl. Ich nehms raus.

Zitat:Ach, Dread, das sind so die Szenen wo ich mir wünsche, dass sich die Wirklichkeit der Fiktion ein wenig annähern würde ...
Das wird sie. Nur nicht mit dieser Szene.

Zitat:Zitat:Er segelte, trudelte durch die Luft. Luft war nicht mehr atembar.

Ich weiss ja, dass du gern so schreibst, aber hier klingt es doch arg komisch. Vorschlag: „… trudelte durch die Luft, die nicht mehr atembar war.“ Oder nur „Nicht mehr atembar.“ Irgendwie stört mich diese Dopplung von „Luft“, glaub ich.
Ja, ich sehs. Aber ich wollte dort aufeinander aufbauen. Leider kam dann zweimal Luft drin vor. Zuerst dachte ich, man könnte es so machen:
[...] trudelte durch die ... Luft ... war nicht mehr atembar. Atmen ...
Dann hätte ich aber konsequenterweise mit den drei Punkten weitermachen müssen. Also entschied ich, dass das bestimmt nicht auffällt. *hust*

Zitat:Zitat:"Freiwillig will von den Landratten doch sowieso keiner mit."
Al nickte aber.

Mich irritiert hier das „aber“. Theoretisch hätte vorher was stehen müssen, dass der Kapitän erwartet das Al den Kopf schüttelt. So klingts irgendwie seltsam, (auch wenn man sich das herleiten kann) ich würde das „aber“ weglassen. Durch das was sie sagen, wird die Situation eh klar.
Das 'aber' bezieht sich hier auf die Freiwilligkeit. Der Kapitän unterstellt, dass Al ebenfalls nicht freiwillig an Bord ist, daher das nickende Aber.

Zitat:Zitat:Nun, faszinierend deswegen, weil die Infizierten ..."

Klingt nach einem Virus …
Durch die rote Welle mehr oder weniger mutiert, nicht jedoch alle. (Rex beispielsweise nicht.) Die Mutierten haben andere dann infiziert, die zwar nicht resistent waren, sondern nur an einem geschützten Ort, als es passierte. (Sieh The quiet Earth, wo einer der Darsteller sich unter Wasser befand.)

Zitat:Zitat: Auf dem Kran – auf dem 'Moritz' stand - öffnete sich die kleine Kabinentür und ein Kopf streckte sich in die Nacht hinaus.

Der unterstrichene Teil klingt sehr erklärend, dabei ist hier eigentich eher Action in dieser Szene angesagt. Entweder lässt du das weg (so entscheident ist das nun auch nicht, dass das Ding Moritz heißt) oder du verkürzt: „Auf dem Kran –Moritz – öffnete ….“ Oder andersherum: „Auf Moritz, dem Kran, öffnete … “
Hm. Moritz wollte ich drin haben, damit sich der Schiffsname erklärt. Kann ich eine Klammer nehmen?

Zitat:ZitatIcon_nosmilesie hieß eigentlich Jones, wurde aber von allen Jonesy genannt)

Wie die in „Alien“ die einzige Katze im Weltraum. Icon_cuinlove (Und der einzige Grund warum ich mir diesen Weltraum-Film anschaue
Glückwunsch, Du hast einen Querverweis gefunden.

Zitat:Zitat:"Wir alle haben Angst vor der Nacht", sagte sie mit einer Stimme, die mit ihrem Alter nicht mithalten konnte. "Wir alle, Rex."

Hat das was mit diesen Infizierten zu tun? Klingt stark nach Vampir irgendwie, auch im Zusammenhang mit dem Blut für das Rex herhalten muss.
Nachts kommen sie übers Watt, haben es aber noch nie auf die Insel geschafft, deswegen baggert die Max&Moritz den Pril immer weiter aus.
Vampire? Das allein wäre zu einfach. Siehe das Bild von Al, dass in dessen Zimmer hängt. Erst Mensch, dann Vampir, dann (Stufe 3) Zombie.

Zitat:Also bei „Lichtermeer“ denk ich eher an eine ganze Stadt, die in der Nacht leuchtet, als an zwei Lichtchen am MP3-Player. Obwohl „Lichtermeer“ trotzallem ein wunderschönes Wort ist.
Ich nehms raus.

Zitat:Ich versteh schon, dass du hier das Behandlungszimmer beschreiben willst/musst. Aber Rex klingt hier, als ob er es zum ersten Mal sehen würde, was aber (vermutlich) nicht der Fall ist. Vorschlag: Ich würde was formulieren mit, dass er den Doc schon öfter gefragt hat, was denn danach kommt, dieser aber auch keine Antwort wusste, oder so.
Du kennst die Momente, wo man Zuhause in der Küche steht oder sonstwo und sich die Möbel nachdenklich anschaut? Verträumt. Mit dem Blick in die Vergangenheit vielleicht? So war es hier gedacht, aber da muss ich wohl nachbessern. Wichtig war diese Szene eigentlich nur wegen dem Fitzek Tsokos und der Karte von der Insel.

Bis gleich.

LGD.


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Beitrag #4 |

RE: Der König der Nacht (2.1)
Hallo Dread,

Tee steht bereit. Mal schauen, wie weit mich die Augen tragen heute. Icon_smile

Zitat:"Ich würde noch gerne zum Meer", sagte sie und schaute ihn an mit ihren braunen Augen, in die er - wenn er nicht aufpasste - immer wieder zu versinken drohte.
Was fuer eine schöne Szene!
(Warum hab ich nur das Gefuehl, dass sehr bald alles sehr schrecklich werden wird ...?)

Zitat:Dafür versuchte Gott sich hinter der dichten Wolkendecke aus Gehirnwindungen eine Zigarette anzuzünden. Schon seit einer geraumer Zeit. Doch leider schien das Feuerzeug kaputt zu sein.
Geil.

Zitat:Der Kapitän hielt sich plötzlich zwei Finger in den Mund und pfiff, während der Arzt weiterredete.
"... sich derart rasant entwickelt haben ..."
Vielleicht Microorganismen? So wie die Pilze, die Ameisen steuern? Schön schaurig.

Zitat:"Irgendwann wirst Du durch die Nacht müssen, um an Dein Ziel zu kommen."
"Und was ist das Ziel?"
"Das wird Dir jemand Anderes sagen."
Ist das ein Meister-Joda-Zitat? Mrgreen

Zitat:Ér musste an Analyia denken.
Das "Er" hat ein seltsames Puenktchen ueberm E.

Zitat:Am Massengrab für diejenigen, die es nicht überlebt hatten. Viele Namen, doch ihrer war bereits einer zuviel.
Bin schon gespannt, was diese Katastrophe mit den Anderen zu tun hat. Vielleicht ein Kometeneinschlag der sie gebracht hat. Vielleicht wurde nur etwas freigesetzt ... wie ich dich kenne, werden wir es nicht erfahren. Icon_smile

Schön die bedrueckte Stimmung eingefangen. Die Melancholie von Rex ist schon sehr nachvollziehbar - bei den Hallozinationen(?) aus den vorherigen Teilen hatte man aber das Gefuehl, dass da noch mehr ist. Auch wenn die Frau, die in seiner Vorstellung(?) von draußen mit Rex spricht, wohl von der Sängerin des Videos inspiriert war.^^

Die Anderen entwickeln sich also - aber das was Al an der Kueste gesehen hat, lässt nicht gerade auf zombieähnlich schließen. Wirklich eine Degeneration, so wie auf dem Schaubild angedeutet?

Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

LG
WW

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Beitrag #5 |

RE: Der König der Nacht (2.1)
Hallo Dread, 

Persi hat mal wieder Nachtschicht, wie man sieht  Mrgreen

Ich zerbreche mir immer noch den Kopf, wie das alles in deiner Geschichte passiert ist. Also, die Menschen mutiert sind. Habe heute eine Geschichte von Stephen King gelesen, die hieß Sommerdonner und da wurde die Erde verstrahlt. 
Awww, im Gegensatz zu meinen Mitstreitern hier bin ich alles andere als geduldig. 

Zitat:Zuerst war das Bild noch leicht verschwommen, sehr zentriert und in Schwarz-weiß gekleidet
schwarz klein

Zitat:Er hätte es nie übers Herz gebracht ihr zu sagen, dass er nicht genug von ihrer Anwesenheit bekommen konnte, seitdem er sie das erste Mal gesehen hatte. Niemals. Eher wäre er im Erdboden versunken.
Nicht übers Herz bringen finde ich da ein wenig daneben gegriffen, denn wenn ich etwas nicht übers Herz bringe, dann möchte ich jemanden nicht verletzen, aber er geniert sich ja eher ihr ein schönes Kompliment zu machen

Zitat:Sie reichte bis in den Himmel, glitt einfach wie eine breite Laserwand über die Insel und war undurchsichtig. 
Ich habe schon gemerkt, dass Laser so dein Lieblingswort zu sein scheint  Icon_lol Ich denke eher, Laser sind feiner als eine Wand, einzelne Linien, da finde ich das doch ein wenig unpassend ich stelle mir das die ganze Zeit als Vorhang vor, als roten Vorhang, der sich vorwälzt und alles verschlingt.

Zitat: Seine Haut schwitzte, seine Jacke dampfte auf der Haut, die Luft brannte sich langsam durch die Jacke. 
Da hast du eine Dopplung von Jacke, beim zweiten Mal würde ich einfach Stoff schreiben und alles ist gut 

Zitat:Aber sie waren so deutlich zu erkennen, als wären dort drüben plötzlich mehrere Laserpointer eingeschaltet, die in Zweier-Päarchen an den Strand kamen. 
 Neue Rechtschreibung oder ist dir bei Päarchen ein a zu viel reingerutscht?

Zitat:Da sind Sie."

Sie klein

Zitat:Für einen kurzen Moment vergaß er, dass Al - der iranische Arzt von Sylt - bald wieder da sein würde und stellte sich vor, wie er in zehn zwanzig Jahren alleine in dem Haus leben würde. 
Komma zwischen zehn und zwanzig

ich bin immer noch am rätseln, meine Vermutungen gehen von Atomkrieg bis Virenstämme, die sich selbständig gemacht ahben, aber letzteres passt nicht zu der Feuerwand. Den Protagonisten hatte ich älter eingeschätzt als 15, da war ich auch überrascht. 

Bisher gefällt mir deine Geschichte sehr gut und wir lesen uns im nächsten Teil

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #6 |

RE: Der König der Nacht (2.1)
Hallo Persephone. Hallo Weltenwanderer, der Du mir durch die Lappen gegangen bist. Aber wie gewohnt, zuerst die Dame, okay?


Zitat:Persi hat mal wieder Nachtschicht, wie man sieht

*Kaffee hinstell*

Zitat:Nicht übers Herz bringen finde ich da ein wenig daneben gegriffen, denn wenn ich etwas nicht übers Herz bringe, dann möchte ich jemanden nicht verletzen, aber er geniert sich ja eher ihr ein schönes Kompliment zu machen

Ich fand es eigentlich ganz cool, weil es sich widerspricht. Einerseits flüstert ihm sein Herz die Zuneigung zu, andererseits - gemäß der Floskel - bringt er es nicht übers Herz selbst. Also ich habs positiv verdreht. Icon_wink

Zitat:Ich habe schon gemerkt, dass Laser so dein Lieblingswort zu sein scheint  [Bild: icon_lol.gif] Ich denke eher, Laser sind feiner als eine Wand, einzelne Linien, da finde ich das doch ein wenig unpassend ich stelle mir das die ganze Zeit als Vorhang vor, als roten Vorhang, der sich vorwälzt und alles verschlingt.
Ja, das ist mir leider auch aufgefallen, obwohl mir damals beim besten Willen keine schärfere Bezeichnung für die rote Welle eingefallen ist. Aber Du hast recht, wenn man den Vorhang als dicken schweren Theatervorhang in Szene setzt, dürfte es stimmiger sein.
Andererseits brauchte ich das Laserlicht als unterschwellige Verbindung zu den leuchtenden Augen am Strand des Festlands.
Hm.

Zitat:Da hast du eine Dopplung von Jacke, beim zweiten Mal würde ich einfach Stoff schreiben und alles ist gut

Icon_ugly 

Zitat:Neue Rechtschreibung oder ist dir bei Päarchen ein a zu viel reingerutscht?

Ähm, ..., ja. Icon_ugly (Vom Gefühl wollen meine Finger das Wort in der Mehrzahl immer so tippen. Vergess immer, wie es richtig sein soll.)

Zitat:bin immer noch am rätseln, meine Vermutungen gehen von Atomkrieg bis Virenstämme, die sich selbständig gemacht ahben, aber letzteres passt nicht zu der Feuerwand. Den Protagonisten hatte ich älter eingeschätzt als 15, da war ich auch überrascht.

Zur Katastrophe:
Es gibt einen Grund, einen Auslöser für die Katastrophe, aber ich habe mich hier in der Geschichte dagegen entschieden, es einzubauen. Weil ich der Meinung war, dass es - als mysteriöses Ereignis - besser seine Wirkung ohne Nennung entfaltet.

Hier trotzdem mal eine, versucht kurze, Erklärung:
Alle Geschichten von mir, die hier noch zu finden sind (bis auf einige Trümmerstücke), gehören in einen Kanon hinein. Innerhalb dessen ist diese Katastrophe ein zentrales Element, das als Katalysator für verschiedene Beweggründe und Verhaltensweisen dient.

Ganz offiziell wird in dieser Parallelwelt die Gefahr gesehen, dass die Ionosphäre verschwindet. Eventuelle Sonnenstürme erreichen ungefiltert/ungebremst die Erdobderfläche. Wenn man nicht rechtzeitig reagiert alle Kraftwerke etc. abschaltet, was schwer ist innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit, werden diese überlastet und die Energieversorgung bricht zusammen.
Das wurde als Gefahr aufgezeigt. Als Reaktion darauf hatte sich eine Arbeitsgemeinschaft Ionospäre gebildet, kurz: die ARGE IO. Ziel war es, mit einem seltenen Metall von der erdabgewandten Seite des Mondes - dem 'Wellserit' - die Ionospähre wieder aufzubauen/zu stärken. Dafür wurden sehr große Anlagen überall auf dem Planeten errichtet, die alle zeitgleich aktiviert wurden und die roten Wellen verursachten. Die Welle hier kam vom einer Anlage aus Hamburg, raste im Westen über die Inseln mit Nordfriesland und verlor sich zwischen der Ostküste Schottlands und dem südlichen Norwegen in der Nordsee.

Innerhalb der anderen Geschichten wird ersichtlich, dass diese Katastrophe beabsichtigt und gewollt war. Das aufgezeigte Gefahrenbild war falsch, schlicht gelogen, damit die knappen Ressourcen des Wellserits der ARGE zur Verfügung stehen sollten. (Um das Ende der Zivilisation einzuleiten.)

Das Wellserit verursacht bei einer bestimmten Konfiguration Mutationen, kann aber auf anderen Stufen durchaus auch heilend wirken. Eine andere Verwendungsmöglichkeit stellte die bemannte Raumfahrt dar, wo dieses Material dazu diente ein Schutzschild für Flüge durch den Hyperraum zu generieren.

Ich hatte mal damit angefangen, mir eine eigene Wiki-Datenbank aufzubauen, analog zu Saryns Wiki 42. Herausgekommen ist die Enzykondatenbank, die in meinem Werkeverzeichnis zu finden ist.
Beispielsweise hier der entsprechende Eintrag zu Wellserit: *klick*
Oder der Eintrag zur Bundesrepublik Deutschland: *klick*

(Da das wirklich viel ist, als HIntergrundinformationen, habe ich angenommen, dass es ohne Nennung auch, beziehungsweise sogar besser funktioniert, da der Hauptaugenmerk auf der Insel mit den Menschen liegt.)

Zu Rex:
Der Hauptdarsteller ist hier Rex Noctis aus dem Forum, der in dem Alter - nicht nur real - reifer und gewachsener ist als gleichaltrige Jugendliche. Zudem kommt, dass dies, als 15-Jähriger, 2014 passiert ist. Das sind Erinnerungen, die 'richtige' Zeit ist 2017.


Zitat:Bisher gefällt mir deine Geschichte sehr gut und wir lesen uns im nächsten Teil

Hoffe, das war nicht zuviel Info-Dump. Icon_ugly 

@WW:
Ganz ehrlich, es tut mir leid. Ich habe Dich übersehen und völlig aus den Augen verloren.

Zitat:Schön die bedrueckte Stimmung eingefangen. Die Melancholie von Rex ist schon sehr nachvollziehbar - bei den Hallozinationen(?) aus den vorherigen Teilen hatte man aber das Gefuehl, dass da noch mehr ist. Auch wenn die Frau, die in seiner Vorstellung(?) von draußen mit Rex spricht, wohl von der Sängerin des Videos inspiriert war.^^

Ja. Und wenn das Dingen irgendwann mal verfilmt werden würde, würde ich darauf bestehen, ebendiese Frau Cooper zu engagieren. Es ist ein starker Kontrast zwischen ihr (normal) und im Video.

Danke sehr euch Zweien.

LGD.


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