Es ist: 27-06-2022, 22:44
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Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) IX
Beitrag #1 |

Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) IX
Hammer und Amboss
Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Teil V, Teil VI, Teil VII, Teil VIII, Teil IX, Teil X


Die Orks rannten einfach in die angespitzten Holzpflöcke hinein, welche die erste Verteidigungslinie der Menschen bildete.
„Bogenschützen!“, brüllte Thakis, während nachdrängende grünliche Berserker ihre Vorderleute tiefer in den Tod drückten – und dann damit begannen ihre geopferten Kameraden als Trittsteine zu benutzen.
Immer mehr der monströsen Gestalten, die aus dieser Nähe erst richtig mit den schmächtigen Menschenkriegern in Proportion gebracht werden konnten, strömten zwischen den weiterhin regungslos verharrenden Alptraumreitern hindurch, die Spalier standen, wie scharfkantige Säulen.
Die Drecksarbeit machen andere … wie weit ist es wohl von einfacher Arroganz bis dahin?
In diesem Augenblick hob sich eine sirrende Wolke, um in einem eleganten Bogen auf die heranstürmenden Feinde herab zu sinken.
Deren Kriegsschrei war ohrenbetäubend, erschien noch einschüchternder als der bloße Anblick der aufgerissenen Mäuler mit ihren langen Hauern und zwang den Oberbefehlshaber die Stimme zu erheben, um seine Befehle weiter zu geben.
„Lysander! Speerträger sollen sich bereitmachen!“
Thakis ging nicht davon aus, dass der Bote die Schlachtlinie erreichte, bevor die Orks es taten, aber er wollte einfach irgendetwas tun. Irgendetwas – damit er sich nicht näher mit dem Getümmel dort unten, mit den mehr als kopfgroßen Klingen der Feinde, mit dem Schaum vor dem Mund der Bestien beschäftigen musste. Und vor allem, damit er nicht dazu kam, an ein Später zu denken.
Der erste Ork überwand den behelfsmäßigen Wall aus festgestampfter Erde und brüllte seinen Triumph in den Himmel, der nun genau an der Schlachtlinie in düsterverhangen und wolkenlos geteilt zu sein schien.
Allerdings nur, um von einem todesmutigen Speerträger mit dem Wappen von Gandal aufgespießt zu werden. Lysanders Krieger bemühten sich darum eine einheitliche Schlachtlinie zu bilden, ein dichtes todbringendes Gestrüpp aus Lanzen, das direkt hinter dem schützenden Wall wartete.
Eine weitere Pfeilwolke senkte sich in die Reihen der heraufdrängenden Bestien, ließ einige von Ihnen zusammenbrechen und andere nachrücken. Thakis hatte bereits am eigenen Leib erfahren wie schrecklich es war, auf eine gegnerische Stellung einzustürmen, während diese mit ihren Bögen antwortete. Der fliegende Tod folgte seinen eigenen Regeln und unterschied nicht zwischen Rang, Alter oder Verdienst. Er tötete einfach – denn auf dem Schlachtfeld, weit entfernt von jedem Feldscher und inmitten der trampelnden Beine seiner eigenen Kameraden, standen die Überlebenschancen schlecht.
Obwohl ... wahrscheinlich immernoch besser, also unsere heute.
Dem General war nicht zum Lächeln zu Mute, während er seine Hände knetete um etwas zum festhalten zu haben. Die Orks überwanden nun in immer größerer Anzahl den Wall und starben in den gepflanzten Speeren – nicht ohne sogar im Fallen noch um sich zu schlagen.
Ihm war, als würde eine reißende, grau-grüne Springflut den Bergsattel heraufwalzen, so wie das Schmelzwasser im Frühling vergessene Kanäle füllen mochte. Und diese Springflut war mindestens genauso tödlich.
Wie Thakis es sich erhofft hatte, hatte der Feind Probleme mit den glitschigen Überresten seiner eigenen Kameraden, auch jetzt noch, als die ersten Pflöcke längst überwunden waren. Doch irgendetwas trieb die Orks voran, wie in blinder Raserei. Ohne Rücksicht auf Verluste rannten sie weiter an, als würde die bloße Präsenz ihrer finsteren Herren sie jede Furcht vergessen lassen.
Aber was weiß ich schon über diese Wesen? Mögen sie Verbündete der Duredhel sein, Sklaven oder einfach nur Tiere. Was zählt ist das Hier und Jetzt.
In welchem die Dunkelelben selbst sich weiterhin nicht gerührt hatten. Thakis beschattete seine Augen und knurrte ihnen einige Flüche entgegen. Nur zu gern hätte er eine Möglichkeit gehabt, die arroganten Ärsche zu überraschen – mit einem Flankenangriff zum Beispiel. Doch alles was ihm blieb, war eine gähnende Leere, da wo sein Herz schlagen sollte.
Die schiere Masse der Orks – nicht gemessen an ihrer Anzahl, denn die Menschen waren in der Überzahl, trotz allem, sondern an der muskelbepackten Breite ihrer Körper – begann sich auszuzahlen. Sterbende Bestien begruben Speerträger unter sich, Schreie tönten bis zum Befehlsstand herauf, mischten sich mit dem kalten Klirren von Stahl. Heldenhafte Rufe der sich in Sicherheit wähnenden hinteren Reihen, verzweifelte gurgelnde Laute der Helden in vorderster Front. Bisher hielt sich das Schlachtglück die Waage.
„Lysander, bereite das Signal für den Rückzug deiner Männer vor. Noch ist es nicht soweit, aber ...“
Thakis sprach nicht zu Ende, sondern wandte sich um. Im verkniffenen Gesichtsausdruck des Befehlshabers von Gandal war schwer zu lesen – aber das war auch nicht seine Aufgabe.
Mehr überraschte ihn der Anblick von Ayas do'Finoyêl, der wie gebrochen an einem Pfosten des zu den Seiten offenen Baldachins kauerte und sich widerstandslos von einem menschlichen Heiler versorgen ließ.
Die vor kurzem noch so kunstvoll schlicht drapierte Frisur ein einziges Chaos, die Augen matt, der Panzer aus diesem seltsamen, warm gemaserten Holz feucht von Blut. Es mochte fremdes sein, oder das eigene.
Vermutlich beides.
Eigentlich hätte dieser Anblick Thakis mit einer gewissen Genugtuung erfüllen müssen – aber er führte ihm nur vor Augen, wie aussichtslos ihre Lage war. Das dort war immerhin der Anführer der Caladhir, der Halbgötter, der Lehrmeister der Ahnen. Derjenigen, die in den Kindermärchen dem Helden erst das beibrachten, was ihn zum Helden machte.
In diesem Augenblick schwoll der Kampfeslärm in Thakis Rücken an und Karmjuk sog zischend den Atem ein. Der General wirbelte herum.
Der Damm war an einer Stelle gebrochen. Ein erstes Rinnsal Orks gelangte in ein Becken noch am Rande des Walls. Der Boden – vermutlich bedeckt von den zerstampften Leichen beider Seiten – war kaum zu sehen vor sich zusammendrängenden Berserkern, gerade so in Schach gehalten von einem Halbkreis aus Speerträgern. Das war verdammt schlecht – vielleicht hatten sie den richtigen Moment für den Wechsel mit den Ordenskriegerinnen bereits verpasst.
Thakis schüttelte den Kopf und verteilte dabei kondensierenden Atem. Die meiste Zeit fühlte er sich machtlos auf seinem Befehlsstand, viel zu weit weg von der Schlacht um Einfluss zu nehmen, doch kaum war er einen Wimpernschlag unaufmerksam, verlangte das Schicksal Entscheidungen.
Mehr Feinde drängten nun über den neu geschaffenen Schwachpunkt, die Krieger Gandals wichen zurück, waren gezwungen zurückzuweichen. Hölzerne Schäfte brachen, als Orks wie von Sinnen in eiserne Spitzen liefen. Breite Äxte fraßen sich in Wappenröcke, wenn der Reichweitenvorteil der Speere sich aufbrauchte.
Der General wusste, dass die Blicke der anderen Befehlshaber nun auf ihm ruhten und er hob die Hand.
Noch ein bisschen, haltet nur noch einen Augenblick stand!
Dem ersten Leck des Walls folgten nun weitere – der Damm würde nachgeben, aber Thakis musste den entscheidenden Moment abpassen. Er musste berücksichtigen, dass die Befolgung seines Befehls Zeit brauchen würde – er musste sicherstellen, dass so viele Feinde wie möglich herüber waren, jedoch noch nicht so viele, dass sie seine Truppen sofort überrennen würden, wenn der Widerstand nachließ.
Thakis müde Augen glitten über das Gewimmel aus vor und zurück wogenden Kontrahenten und seine Lippen wurden zu schmalen weißen Linien zusammengepresst. Er wusste, dass er sein Zögern mit Menschenleben erkaufte. Noch schlimmer, mit Menschenleben von Kriegern, die eigentlich nicht ihm unterstanden. Wie wäre ihm selbst wohl an Lysanders Stelle zu Mute? Fast konnte er die Unruhe des Gandalbefehlshabers in seinem Rücken fühlen, als ständen sie Körper an Körper.
Wahrscheinlich hätte ich meinen Rückzugsbefehl bereits eigenmächtig erteilt.
Dennoch versuchte der General , derartige Gedanken beiseite zu schieben. Er musste sich ganz auf den Gang der Schlacht zu seinen Füßen fokussieren – es war keine rationale Angelegenheit, aber Thakis wusste, dass dieser eine, richtige Moment kommen würde. Dementsprechend versuchte er erst gar nicht, die Anzahl der Streiter zu schätzen oder deren Kampfkraft gegeneinander abzuwägen. Stattdessen stellte er sich eine Waage vor – und der Schutzwall war die Mitte. Wenn beide Arme genau waagerecht stehen würden, dann …
Thakis Arm fuhr hernieder.
„Rückzug!“
Fast sofort schwoll hinter dem General der klagende Ton eines silbernen Kriegshorns an, wie sie in den fruchtbaren Ebenen von Gandal verwendet wurden.
Und die Speerträger folgten diesem Ruf, ließen ungestüme, aber überraschte Feinde ins Leere laufen, wichen zwischen den schimmernden Gestalten der Ordenskriegerinnen zurück, die ihrer übergroßen Klingen hoben.
In diesem Augenblick des Atemholens bildeten die Orks eine chaotisch verschiebende, muskelbepackte Wand –
und ein herausragendes Ziel.
„Schießt!“
Als hätten die Kahmbogenschützen Thakis Befehl tatsächlich vernommen, sirrten tausendfache Sehnen wie eine.
Und der fliegende Tod fuhr seine grausige Ernte ein. Die Orks standen so dicht gedrängt, dass die Schützen noch nicht einmal zielen mussten und Geschosse, die ihr erstes Opfer durchschlugen, fanden weitere. Die Bestien stürzten reihenweise in den aufgewühlten Schlamm am Fuße des Walls, wo sie von den gepanzerten Stiefeln der Ordenskriegerinnen zermalmt wurden.
Meridias Krieger gaben eine wahrlich ehrfurchtgebietendes Bild ab, gekleidet in schimmernde Bronze wie flüssiges Gold, mit wehenden Haaren und einer Litanei an ihre Göttin auf den Lippen, die so fehl am Platz wirkte, wie sie Schauer über Thakis Rücken jagte.
Die Orks, die noch standen oder neu über das Hindernis setzten, wurden von der gepanzerten Faust zerschmettert und mit einem einzigen taktischen Winkelzug geriet die Verteidigungsstellung wieder unter menschliche Kontrolle.
Der kurzfristige Erfolg der Orks hatte diese herbe Verluste gekostet.
Ein grimmiges Lächeln zierte Thakis Züge, mehr das Blecken seiner Zähne als etwas anderes. Zum ersten Mal seit dem Angriff der Caladhir, füllte eine gewisse Spannung den Brustkorb des Generals, bis hinauf in den Hals. Ein erhebendes Gefühl, das Hoffnung barg.
Doch der Feind wankte nicht.
Thakis hatte Schlachten erlebt, die von einem einzigen präzise inszenierten Angriff entschieden wurden. Waren die eigenen Reihen erst einmal durchbrochen, war man erst einmal im Rückzug begriffen, dann fehlte nicht viel um eine Kettenreaktion auszulösen, die zu Panik und heilloser Flucht führte. Gerade vom Anblick der Ordenskriegerinnen hatte der General sich einen solchen Effekt erhofft. Wie so oft in den letzten Tagen wurde seine Hoffnung jedoch enttäuscht.
Die Orks dachten überhaupt nicht daran, zurückzuweichen. Als würden sie ihren Tod unter den Zweihandschwertern der Ordenskriegerinnen geradezu herbeisehnen, rannten sie weiterhin ohne Unterlass an.
Haben die Dunklen ihre Lakaien etwa unter Drogen gesetzt?
Ein gleichwertiger Kampf entbrannte nun, schwere Äxte, gegen schwere Klingen – eiserne Disziplin gegen gewalttätige Flexibilität.
Wie von Thakis angeordnet, hatten die Schwertkämpfer aus dem Süden in den Flanken von Meridias Kämpfern einen Schildwall errichtet, dennoch waren sie die Schwachstelle. Die Orkbeserker drängten sie einige Schritte zurück, so dass die vordersten Reihen der Ordenskriegerinnen wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung in den Feind hineinragten.
„Verdammte Scheiße, sie müssen eine Linie halten! Eine Linie!“
Der General hämmerte seine Faust gegen einen Stützpfosten des Baldachins, was die ganze Konstruktion erzittern ließ.
Zu seinen Füßen nahm der Strom der Verletzten, die sich von der Front zu den Feldschern schleppten, zu. Die Duredhel aber rührten sich auch weiterhin nicht.
Ihr wartet. Darauf, dass ihr meine geschwächten Soldaten einfach niederreiten könnt?
In diesem Augenblick trat Ayas zwischen Thakis und Kramjuk und mit ihm erschienen die Caladhir wieder auf den Schlachtfeld, eine dünne weiße Linie hinter den unermüdlichen Bogenschützen – viel zu dünn.
Schön, dass ihr es auch noch geschafft habt. Wir haben euch vermisst, aber macht euch keine Sorgen, es ist noch genug Tod für alle da.
„Wir brauchen euch als letzte Verteidigung vor den Bogenschützen, do'Finoyél.“
Zur Überraschung des Generals, nickte der Elbenprinz nur und als hätten die Caladhir einen unhörbaren Befehl vernommen, rückten sie vor und nahmen hinter den Gandal Aufstellung.
Ein neuer Eintrag in Thakis geistiger Skizze.
„Das wird nicht nötig sein.“
In Kramjuks akzentgeschwängerten Stimme schwang Besorgnis mit.
Thakis hob die buschigen Augenbrauen, während er zum Befehlshaber der Kham hinüberblickte.
Der erwiderte seinen Blick mit gespitzten Lippen.
„Uns gehen die Pfeile aus.“
Einige Atemzüge beherrschte Stille den Befehlsstand, soweit man bei dem Geräuschgemisch, das von unten zu ihnen drang, von Stille sprechen konnte.
Kramjuk breite die Arme aus.
„Meine Krieger sind keine reinen Bogenschützen sondern Jäger der Steppe. Unsere Vorräte sind nicht die größten – und in dieser von den Göttern verlassenen Gegend gibt es kaum Vegetation.“
Nicht zum ersten Mal an diesem Morgen, formten Thakis Lippen halblaute Flüche, während Lysander kalt lachte.
Was nun? Bogenschützen waren der einzige Vorteil, der den Menschen geblieben war. Sein – den Umständen entsprechend eher vager – Plan war es gewesen, sie so lange zu beschützen, wie irgend möglich.
Unwillkürlich warf er einen Blick über die Schulter, die Pass hinab in die einzige Richtung, aus der Verstärkung kommen konnte. Die klare Bergluft tat ihm noch nicht einmal den Gefallen zu verschleiern, wie leer es dort unten war.
„Kiyas, heiß unsere Reiter absitzen. Kurzbögen sind besser als gar keine Bögen. Sie sollen die Position der Kahm einnehmen. Und zwar schnell!“
Der Angesprochene schlug sich mit der Faust gegen den Brustpanzer und wirbelte herum um einen Boten zu finden. Thakis begann wieder, sich die Hände zu kneten.
„Kramjuk, dann müssen deine Krieger die Rolle meiner Reiter übernehmen. Sobald die Duredhel angreifen, fallt ihr ihnen in die Flanke und bremst sie aus.“
Der Kahmbefehlshaber nickte nur und wandte sich seinerseits um, um Befehle weiterzugeben. Zumindest waren die Steppenkrieger beweglicher als die anderen Fußtruppen, die ihm zur Verfügung standen – und vielleicht würden sie auf dem unebenen Gelände des Passes die Rolle sogar besser ausfüllen, als die Reiter.
Klingt eher nach einem Strohhalm, als einem rettenden Seil.
Als der General sich nun wieder dem Schlachtfeld widmete, die Hände nun hinterm Rücken verschränkt, damit sie endlich still hielten, hatte sich die Position seiner Truppen kaum merklich verschlechtert.
Die Zahl der Orks, die noch am Wall empor drängten, hätte sich deutlich verringert. Doch das traf auch auf die Menschen zu. Ein Keil war mittlerweile zwischen die Schwertkämpfer und die linke Flanke der Ordenskriegerinnen getrieben worden. Beide Einheiten kämpften nun schon an zwei Fronten. Zwar lief der Wechsel der Bogenschützen in diesem Moment reibungslos ab, doch die Reichweite der Kurzbögen war beschränkt, die Luftunterstützung für die Front nicht mehr so effektiv wie zuvor.
Hätte ich den Kham unsere Pfeile, oder meinen Kriegern ihre Bögen geben sollen? Wäre die Einbuße mit den Kurzbogenpfeilen der bessere Handel gewesen?
Thakis wischte diesen Gedanken beiseite – dafür war es nun zu spät. Manchmal war es besser überhaupt irgendeine Entscheidung zu treffen, auch wenn es eine bessere gegeben hätte.
Stattdessen verschaffte er sich einen Überblick über die verbleibenden Orks. Die offenbar keine Anzeichen von Erschöpfung zeigten.
Seine Truppen hatten noch keine einzige Klinge mit den Duredhel gekreuzt, die doch die eigentlichen Usurpatoren waren – und wenn das so weiterging, würde es nur einen sehr kurzen Zeitraum dazu kommen. Thakis war sich sehr sicher, dass die Dunkelelben ihre Orksklaven in den Tod geschickt hatten – trotz der Schwierigkeiten den seine Front mit diesen Bestien hatte – und er war sich ebenso sicher, dass die Duredhel das nur zu genau wussten.
Seine Streitmacht würde diese erste Welle zurückschlagen und dann an den vielen kleinen Wunden ausbluten. Eine wirklich meisterhafte Taktik – so lange man seine Untergebenen nicht als Kameraden, sondern als verzichtbares Schlachtvieh ansah.
Auch wenn dieses Schlachtvieh zufällig zu den besten leichtgerüsteten Kämpfern zählt, die ich jemals erlebt habe. Solche Verbündete auf unserer Seite ...
Obwohl die Position, in die es sie bringen würde, eine schwächere war, Thakis musste reagieren. Musste die Entscheidung nun erzwingen. Er würde sie lieber noch zurückhalten, aber wenn die Duredhel geschlagen werden sollten, dann sicherlich nicht mit einer zur Hälfte völlig ausgelaugten Streitmacht. Er würde seine letzte Trumpfkarte spielen, solange sich noch genug Feinde auf der richtigen Seite des Walls befanden.
„Rhode? Lanzenreiter bereitmachen.“
Ein letztes Mal ließ der General seinen Blick über das Schlachtfeld gleiten, innerlich wog er noch einmal die Möglichkeiten gegeneinander ab. Wenn er die Lanzenreiter tatsächlich los schickte, gestand er damit ein, dass er keine Verstärkung mehr erwartete. Wäre eine solche im Anmarsch, würde es mehr Sinn machen, so lange wie möglich zu warten.
Seine Stimme blieb völlig ruhig.
„Angriff.“
Wieder verließ ein Bote im Laufschritt den Befehlsstand. Nun hieß es warten, warten auf die Umsetzung und – viel wichtiger – auf den Effekt den Thakis Entscheidung haben würde. Dem General fiel es immer schwerer stillzustehen und er begann hin und her zu laufen, soweit es die beengten Verhältnisse erlaubten.
Er empfand es als großen Nachteil so weit entfernt von der eigentlichen Schlacht zu sein – der Zeitraum bis zur Befolgung seiner Anweisungen war viel zu groß, manchmal waren sie zwischenzeitlich sogar bereits nutzlos geworden.
Der Vorteil eines Befehlsstands ist natürlich, dass man seine Aufmerksamkeit nicht nebenbei auf blutbespritzte Berserker richten muss, oder darauf, seine Schwert rechtzeitig in die Bahn der gegnerischen Klinge zubringen.
Endlich setzten sich die Lanzenreiter in Bewegung und erhöhten ihre Geschwindigkeit, während sie die Stellungen rechter Hand umgingen. Nun war es also an Rittmeister Rhode, sich angespannt vorzubeugen, Thakis Augen richteten sich jedoch hauptsächlich auf die Duredhel. Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnten, war ein Flankenangriff gegen den Flankenangriff – aber die Missachtung, die die Dunkelelben bisher für ihre Orksklaven gezeigt hatten, machte ein solches Vorgehen unwahrscheinlich. Der General vermutete eher, dass die Duredhel abwarten würden, bis sich die Reiterrei an den Orks aufgerieben hatte.
Mittlerweile preschten die Lanzenreiter der nördlichen Städte im vollen Galopp auf den Block der Orks zu, die es noch nicht über den Wall geschafft hatten. Diese schienen die neue Bedrohung überhaupt nicht wahrzunehmen, stattdessen rannten sie auch weiterhin frontal an.
In einer einzigen, fließenden Bewegung senkten sich nun die Reiterspeere, kleine Wimpel in den unterschiedlichen Farben der Heimatorte flatterten im Wind, die schimmernden Waffenröcke nur vom Schnitt her einheitlich, flossen gerade in ihrer Vielfalt zu einer Uniform zusammen.
Der felsige Untergrund zwischen den beiden Parteien schmolz zusammen und für einen Wimpernschlag schienen alle Befehlshaber, Thakis nicht ausgenommen, die Luft anzuhalten, als stände der Aufprall körperlich bevor.
Dann prallte die Reiterrei auf die massiven Gestalten der Orks – die von der Entfernung gedämpften und vom Echo verzerrten Geräusche blieben seltsam unpassend.
Die Lanzen fuhren in die Bestien wie ein Sturmwind ins Ährenfeld. Und endlich, endlich zeigten die Orks andere Regungen als Wut und Kampfeslust. Sie spritzten auseinander und wurden gerade deshalb im Schwung des Angriffs niedergeritten. Andererseits gaben sie so auch kein so einfaches Ziel mehr für die Nordlichter ab, die ganz von selbst auseinandergezogen wurden, während sie ihre Feinde verfolgten.
„Zusammenbleiben!“, brüllte Thakis, einmal mehr einer raschen Eingriffsmöglichkeit beraubt.
In diesem Augenblick setzten sich die Duredhel in Bewegung.
Thakis war versucht, an eine optische Täuschung zu glauben. Aber nein, die Alptraumreiter kamen tatsächlich. Als hätten sie nur darauf gewartet, dass die Menschen ihnen die Orks aus dem Weg schafften, fielen sie zunächst in einem lockeren Trab – soweit man bei den katzenartigen Bewegungen der Reittiere von Trab sprechen konnte. Frontal auf die ramponierte Palisade zu, die Lanzenreiter förmlich ignorierend.
Die Krieger aus dem Norden lösten sich von den fliehenden Orks, um wieder in ihre Formation zu finden, doch das ließ die Bestien nur wieder ihre Chance wittern.
„Verdammt!“
Thakis musste etwas unternehmen, bevor es zu spät war. Letztendlich hatte er ja genau das erreicht, was er mit dem Flankenangriff bezweckt hatte: die Orkstreitmacht war nun aufgebrochen und der Kern seiner Armee gewann am Wall die Oberhand. Außerdem griffen die Duredhel, wie erwünscht endlich ein – der General hatte allerdings gehofft, dass seine Krieger eine größere Atempause erhalten würden.
Zumindest sollten die Lanzenreiter nicht völlig aus dem weiteren Verlauf der Schlacht entfernt werden.
„Verdammt.“
Die Alptraumpferde der Dunkelelben schienen sich durch die angespitzten Pflöcke der Verteidigungsstellung geradezu hindurch zu schlängeln. Aber das überraschte Thakis nicht wirklich – die Stellung war so oder so eher für die Orks gedacht gewesen.
„Meridia? Deine Kriegerinnen sollen sich sich sammeln, wir brauchen jetzt eine geschlossene Front.“ Der General wandte sich um und begegnete Lysanders Blick. War das Nervosität in den Augen des hochgewachsenen Gandals?
„Deine Speerträger spielen erneut eine entscheidende Rolle, ich gehe davon aus, dass die Duredhel in ihrem Schwung durch unsere ersten Reihen durchbrechen werden. Sie sollen sich bereit machen.“
Ohne eine Antwort abzuwarten richtete Thakis sich wieder nach vorn.
„Kramjuk, deine Krieger dürfen nun ihre Säbel sprechen lassen. Wenn wir den Ansturm des Dunklen zum Halten bringen, fallt ihr ihnen in den Rücken. Wir machen es so -“ ein kurzer Seitenblick zu Ayas „- wie die Duredhel es gegen die Caladhir gemacht haben.“
Oder versuchen das zumindest.
Nun war es also soweit – die Stunde der Entscheidung nahte. Vielleicht war Thakis ein wenig erleichtert, aber hauptsächlich ballten sich seine Gefühle wie ein großer Kloß in seinem Hals. Er schluckte mehrmals.
„Ihr Menschen seid schon eine seltsame Rasse.“
Ayas müde und doch wohlklingende Stimme zerriss Thakis innere Stille.
Übt ihr Elben euch wohl auch darin, stets wohl zu klingen, unabhängig davon, wie unpassend das erscheint?
„Ihr habt doch tatsächlich noch Hoffnung.“
Der General der Menschen sah bewusst nicht zu seinem elbischen Konterpart hinüber.
Was sollte er auch sagen? Es stimmte ja, er hatte noch einen irrationalen Rest Hoffnung, der jede Minute die er noch atmete zum wachsen nutzte.
Mittlerweile hatte sich seine Streitmacht wie angeordnet enger zusammengezogen. Es gab immer noch vereinzelte Orknester, doch im Vergleich zu dem, was nun den Wall erreichte, waren sie nur ein kleines Ärgernis.
Die Duredhel wagten es tatsächlich, ihre Reittiere auf dem Wall balancieren zu lassen und ihren Feinden die gesamte breite ihrer Front zu präsentieren. Ebenholzschwarze, klingenbesetzte Rüstungen, hohe, gehörnte Helme, unter denen lange weiße Haare herab flossen.
An anderen Orten zu anderen Zeiten würde ich glauben, der Feind präsentiert mir seine Kehle.
Im hier und jetzt demonstrierten die Dunkelelben nur ihre Überlegenheit. Wie ein Mann zogen sie ihre seltsam schlanken Klingen – was für ein Anblick. Tödliche, präzise Disziplin. So ganz anders, als die Orks vor einer gefühlten Ewigkeit. So viel furchteinflößender.
„Haltet stand!“
Thakis hoffte, dass sein Ruf aufgenommen und von irgendwem weitergetragen wurde, denn da unten war er sicherlich nicht zu hören.
Selten war ihm jeder einzelne Atemzug so bewusst, wie jetzt.
All die Strapazen der letzten Wochen, all das Blut und all der Schweiß kumulierte in diesem einen Augenblick.
Ob auf der anderen Seite auch ein Duredhelbefehlshaber stand, der ähnliches fühlte wie er? Thakis konnte sich das nicht vorstellen. Er konnte sich Emotionen bei seinen Feinden überhaupt nicht vorstellen.
Oh ihr Götter, wenn ihr mir zu hört, steht uns bei!
Nun kamen die Duredhel.
Nahezu aus dem Stand erreichten ihre Reittiere eine unglaubliche Geschwindigkeit. Zunächst die Mitte, die restlichen Reiter wie ein Schleppnetz hinter sich her ziehend. Sie bildeten eine Lanze – wie die Caladhir vor so langer Zeit.
Gerade, als sie sich auf der engen Freifläche zwischen Wall und Menschen im vollen Lauf formiert hatten, prallte ihre Spitze auf die Ordenskriegerinnen.
Und durch die Ordenskriegerinnen hindurch. Thakis vermeinte sogar vom Befehlsfelsen aus Blut spritzen zu sehen, als die Schwerter der Dunklen tödlich-silberne Halbkreise formten. Ihr Vormarsch geriet kaum ins Stocken, während sie einen Keil in Meridias Kriegerinnen trieben.
Pfeile flogen den Angreifern entgegen, prallten von dunklen Panzern ab, brachten Alptraumpferde zu Fall – erwischten wahrscheinlich auch Verbündete, aber das war in diesem Augenblick egal. Die Speerträger machten sich bereit, senkten ihre Waffen.
Und starben.
Wieder stürzten Duredhel auf den schlammigen Boden, nun verlor die Lanze doch an Geschwindigkeit, jedoch viel zu langsam. Ganz anders als die Caladhir bei ihrem Angriff durchbrachen sie auch die Reihen der Speerträger. Nur noch die Lichtelben standen zwischen dem Feind und den Bogenschützen.
Eine eiskalte Klaue schloss sich um Thakis Herz.
Sie konnten die Dunkelelben nicht stoppen.
Hatte der Feind ersteinmal die Bogenschützen aufgerieben … aus den Augenwinkeln bemerkte der General, dass die ausgedünnten Reihen der menschlichen Lanzenreiter den Bogen um die nutzlose Verteidigungstellung bald zurück beschrieben hatten.
Wenn das so weiter ging, dann würden sie einem Frontalangriff zurückkehrender Duredhel begegnen müssen, statt ihren Kameraden zu Hilfe -
Thakis Augen weiteten sich.
Statt ihre Attacke konsequent zu Ende zu führen, wie der General es erwartet hatte, platzte die geschlossene Formation der Dunklen förmlich auseinander. Eine Vielzahl einzelner Reiter warf sich in den Nahkampf mit den Lichtelben, als wären diese ihr einziges Ziel gewesen, während andere Spiralen ritten, um Menschen die Kehlen aufzuschlitzen. Im Herz seiner Streitmacht, ein grausam effizienter Tumor.
Thakis atmete tief ein, während er seinen Kriegern beim sterben zusah.
Und die Menschen wankten. Die Duredhel zogen ihre Kreise und eine Schneise der Verwüstung hinter sich her. Für die Menschen kaum zu greifen. Ab und zu fand ein Speer einen Spalt in der Verteidigung oder traf eine Klinge das Bein eines der Alptraumpferde, doch jedes Mal bezahlte der Träger seinen Mut mit dem Leben.
Fast war es, als würde Thakis auf einen träge drehenden Mahlstrom aus gepanzerten Gestalten herabblicken, der seine Streitmacht, langsam aber sicher in die Tiefe saugte. Gleichsam nebenbei gelang es den Duredhel auf diese Weise auch sich weitestgehend den Pfeilen seiner Bogenschützen zu entziehen. Sie waren so verdammt hilflos. Thakis war so verdammt hilflos.
Langsam, ganz langsam vertrieb Zorn die Gleichgültigkeit, die von dem General Besitz ergriffen hatte.
Und der Zorn verwischte in etwas … anderes.
Thakis spuckte aus, dann zog er sein Breitschwert und der ehrliche Klang des Metalls löschte auch die letzte Betäubung aus.
Genug zugeschaut.
Der General der Menschen wandte sich um und musterte die Gesichter der anderen Befehlshaber.
Hätte es einer von ihnen besser gemacht, als er? Vielleicht, doch das war jetzt egal. Ab jetzt gab es keinen Oberbefehlshaber mehr.
„Es ist Zeit zu gehen.“
Lysander erfasste Thakis an der Schulter und seine Lederrüstung knirschte leise unter dem festen Griff.
„Was tut Ihr, Thakis?“
Die Stimme des Gandals überschlug sich fast.
Blaue trafen auf braune Augen, dann streifte Thakis den Arm seines Verbündeten ab.
„Meiner Männer sterben da unten. Warum sollte ich ihr Schicksal nicht teilen? Für Athalem, für Heim und Herd!“
Mehr Ansprache, würden sie nicht von ihm bekommen. Er setzte sich wieder in Bewegung, streifte den geistigen Mantel des Oberbefehlshabers ab und fühlte sich fast schon wieder jung. So wie damals, als alles begann – als der Teufelskreis der Schlachten ihn zu dem gemacht hatte, was er heute war.
Halb hörte Thakis, halb ahnte er, wie hinter ihm weitere Schwerter gezogen wurden. Kramjuks Säbel war sicherlich dabei – und Meridias Zweihänder.
Den wehenden Fellumhang hinter sich, eilte der General den Pfad hinab, der den Boten gedient hatte.
Für Athalem, für Heim und Herd.

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

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Beitrag #2 |

RE: Hammer und Aboss (vor 1654 Jahren) IX
Hallo Weltenwanderer,

Ich muss sagen, du beschreibst Kriegsszenen genauso spannend, wie du Sternenwacht schön beschrieben hast. Mir gefällt auch der gekonnte Wechsel zwischen den Szenen von Alyia und Thakis.

Zitat:Immer mehr der monströsen Gestalten, die aus dieser Nähe erst richtig mit den schmächtigen Menschenkriegern in Proportion gebracht werden konnten, strömten zwischen den weiterhin regungslos verharrenden Alptraumreitern hindurch, die Spalier standen, wie scharfkantige Säulen.
Ich denke, im Vergleich zu den Orks sind die Menschen schmächtig. Lysander und Thakis werden ja als groß und breitschultrig beschrieben, hab ich das was in Erinnerung

Zitat:Eine weitere Pfeilwolke senkte sich in die Reihen der heraufdrängenden Bestien, ließ einige von Ihnen zusammenbrechen 
ihnen klein in dem Fall

Zitat:Thakis hatte bereits am eigenen Leib erfahren wie schrecklich es war, auf eine gegnerische Stellung einzustürmen,
Komma nach erfahren

Zitat:Er tötete einfach – denn auf dem Schlachtfeld, weit entfernt von jedem Feldscher und inmitten der trampelnden Beine seiner eigenen Kameraden, standen die Überlebenschancen schlecht.

Obwohl ... wahrscheinlich immernoch besser, also unsere heute.
Das hat der Tod so an sich, dass er tötet  Icon_smile , immer noch


Zitat:Mehr überraschte ihn der Anblick von Ayas do'Finoyêl, der wie gebrochen an einem Pfosten des zu den Seiten offenen Baldachins kauerte und sich widerstandslos von einem menschlichen Heiler versorgen ließ.
Endlich kriegt der was auf seine hochnäsige Nase. 
Zitat:Meridias Krieger gaben eine wahrlich ehrfurchtgebietendes Bild ab, gekleidet in schimmernde Bronze wie flüssiges Gold, mit wehenden Haaren und einer Litanei an ihre Göttin auf den Lippen, die so fehl am Platz wirkte, wie sie Schauer über Thakis Rücken jagte.
Da musste ich an die Amazonen denken
Zitat:Schön, dass ihr es auch noch geschafft habt. Wir haben euch vermisst, aber macht euch keine Sorgen, es ist noch genug Tod für alle da.
Dieser Satz ist so zynisch wie genial  Pro
Zitat:Seine Truppen hatten noch keine einzige Klinge mit den Duredhel gekreuzt, die doch die eigentlichen Usurpatoren waren – 
So lange komme ich mal dahinter, warum da überhaupt Krieg ist  Write
Zitat:Thakis atmete tief ein, während er seinen Kriegern beim sterben zusah
Sterben groß
Zitat:„Meiner Männer sterben da unten
Meine Männer
Deine Geschichte hat jetzt den Höhepunkt erreicht. Aliya hat ihre Zwerge und für Thakis ist das Warten beendet.
Ich muss mir mal mehr Hintergrundwissen zu Athalem aneignen, ich war ziemlich überrascht, dass die Dunkelelben Thronräuber sind und dann frage ich mich ja, von welchem Thron.
Bis zum nächsten Teil, den ich heute vermutlich noch verschlingen werde, denn warten kann ich nicht
Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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