Es ist: 09-12-2019, 04:46
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Falsche Tür (5 Wörter-Spezial-Halloween-Edition)
Beitrag #11 |

RE: Falsche Tür (5 Wörter-Spezial-Halloween-Edition)
Hallo Sniffu, 

Schade, dass du heute nicht beim Kommentiersonntag dabei bist. Hätte mich echt gefreut, aber es gibt auch noch ein Offline-Leben, das wohl Vorrang hat. 
Wie versprochen, widme ich mich deinen Werken heute und muss sagen, ich bin von deinem flüssigen und unaufdringlichen Stil echt begeistert. 
Natürlich habe ich sämtliche Lichter an und spitze erst durch die Tür, wenn ich in die Küche gehen, aber ich habe deine Geschichte von der ersten bis zur letzten Zeile verschlungen und mitgefiebert.

Zitat:Statt einen Blick in die Hügellandschaft des Mt. ‚Darf es noch etwas sein?‘ zu riskieren, hörte er ihr fasziniert zu, wie sie eine Anekdote ihres Katers preisgab, der in den letzten Jahren der einzige Mann in ihrem Leben gewesen war.
Mt? Ich erzähle auch gerne und stundenlang Anekdoten von meinem Pferdchen  Icon_cuinlove Smiley_emoticons_blush

Zitat:„Ich mache uns etwas zu essen. Was hältst du von Pizza?“, schlug er vor und erhob sich von der Couch. Nach der zweiten Schüssel Popcorn hatte sie sich nicht mehr getraut, nach Nachschlag zu fragen. Ihr Bauch hatte das für sie übernommen und grummelte nun lautstark vor sich hin. Samuel hatte sofort reagiert, ohne sie als Nimmersatt darzustellen.
Teilweise dachte ich, er wäre ein Feeder. Jemand, dem es gefällt, den Partner dick zu füttern.

Zitat:Der Himmel war genauso sternenarm wie eine ausgeblutete Leiche blutarm. Hoppla, woher hatte sie dieses Bild?
Ich frage mich, woher Sniffu das Bild hat?  Icon_confused Aber genial.

Zitat:Die schrillen Hilfeschreie und das spritzende Kunstblut nahm sie gar nicht wahr, sie hatte nur Augen für Samuel, der auch längst auf die Horrorstreifen vergessen hatte.
Da ist wohl ein auf zu viel des Guten  Icon_wink

Manchmal dachte ich ja, die Dicke hätte doch noch Glück gehabt und Samuel würde sie wirklich wegen ihrer inneren Werte lieben. Aber wohl Pech gehabt.
Hat er sie denn zum Fressen gern? Bisschen klischeehaft, dass dicke Frauen nie einen tollen Mann abkriegen, aber trotzdem habe ich es gerne gelesen und freue mich auf weitere Werke von dir.

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #12 |

RE: Falsche Tür (5 Wörter-Spezial-Halloween-Edition)
Ich schleiche schon längere Zeit um diesen Text herum und scheitere an meiner Sprachlosigkeit über mich selbst von vor rund 5 Jahren. Stellenweise habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, den Text einfach zu löschen, um es mir leicht zu machen und so zu tun, als wäre nie etwas gewesen. Ich versuche, dazu zu stehen, dass eine 5 Jahre jüngere Ausgabe von mir es gelungen fand, einen solchen Text zu verfassen. Entweder weil sie zu wenig reflektiert war, um zu erkennen, wie problematisch die Charakterzeichnung ist, oder es ihr schlichtweg egal war und sie über die problematischen Stellen einfach hinweg gesehen hat.

Fakt ist, ich würde einen Text wie diesen hier heute nie wieder schreiben.

Persephone schrieb:Bisschen klischeehaft, dass dicke Frauen nie einen tollen Mann abkriegen

Mehr als das. Wie Frauen in diesem Text dargestellt werden, ist sexistisch und derb. Sie werden auf ihr Äußeres reduziert und jede Person, die nicht dem 90-60-90-Ideal entspricht, als nicht liebenswürdig abgekanzelt. Anitas zynische Perspektive sollte dieser verzerrten Wahrnehmung von Frauen kritisch gegenüber stehen, doch im Endeffekt trägt sie zur Verhärtung und zum Transport von sexistischen und ablehnenswerten Stereotypen bei. Der Text ist ein Paradebeispiel dafür, wie Frauen zu Lustobjekten degradiert werden.

Ich meine, sensibilisiert zu sein, was Sexismus, Ableismus und andere diskriminierenden -ismen betrifft, doch dieser Text zeigt, dass ich nicht immer dort war, wo ich jetzt bin und einen langen Reifeprozess hinter mir habe, der hoffentlich nie ganz abgeschlossen sein wird, weil niemand perfekt ist und man jeden Tag dazu lernen kann. Ich glaube (hoffe!), dass dieser Text das Extremste an Sexismus ist, was ich je produziert habe und produzieren werde.

Auch heute passiert es mir immer wieder, dass sich stereotype Ansichten, Formulierungen, Charaktere einschleichen, was mir auf den ersten Blick nicht so bewusst ist. Dann braucht es Abstand und mehrere Überarbeitungen, um einen Text zu verfassen, der sich sehen lassen kann. Mit jedem Tag fällt es mir leichter, diese diskriminierenden Allgemeinplätze zu erkennen und zu verbessern, doch es verlangt sehr viel Aufmerksamkeit und ein kritisches Denken sich selbst bei der Projektion solcher Unsäglichkeiten zu entlarven.

Ich bin dabei, eine neue Version zu schreiben, die hoffentlich ohne Sexismus und anderen diskriminierenden Schreibarten auskommt. Für diese Version hier schäme ich mich.

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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