Es ist: 24-05-2022, 23:41
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Ihr kleines Herz (5 Worte Halloween Spezial 2014)
Beitrag #1 |

Ihr kleines Herz (5 Worte Halloween Spezial 2014)
Ihr Lieben, viel später als geplant und mit einer vollkommen anderen Geschichte: mein offizieller Einstand. Whee! Kicherndes Kürbiskonfetti! Wie bereits aus dem Threadtitel ersichtlich ist es im Rahmen des Schreibanstoßes entstanden und landet nun hier, bereit, von euch zerfleischt zu werden. Man kann es als Spin Off zu einer Vampirgeschichte sehen, die momentan auf 11 Kapitel geplant ist, aber das wird sich eh noch ändern. Ich hoffe, das hier passt überhaupt in die Horrorkategorie, zur Not kann man sagen, es ist ein Horror, es zu lesen. Viel Spaß!
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Für gewöhnlich fand Mathew nichts am Edlen Tropfen, an den Vampiren, die sich dort Nacht für Nacht trafen und auf zweifelhafte Weise gewonnenes Menschenblut tranken, während draußen vor der Tür Ansammlungen von jungen sterblichen Frauen standen und aus ihm unerfindlichen Gründen auf Einlass hofften. Keine von ihnen wusste, was genau sich hinter dieser Tür abspielte, sonst hätten sie zweifelsfrei die einzig vernünftige Option gewählt und Reißaus genommen.
Doch an diesem Abend tat er seinem besten und ältesten Freund Henry den Gefallen, es war Halloween, da konnte man sich einmal etwas gönnen.
„Lass mich raten“, murmelte er so leise, dass nur Henry ihn verstehen konnte, auch wenn die Gefahr, dass jemand auf sie achtete, gering war, da die Anwesenden so stark auf ihre eigenen Gespräche fokussiert waren. „In einem finsteren, spartanisch eingerichteten Hinterzimmer siecht ein Obdachloser dahin, bis er entweder am Blutverlust zugrunde geht oder einer der Angestellten sich ihm erbarmt und ihm ein etwas schnelleres Ende bereitet?“
Henrys Lippen verzogen sich zu einem schmalen Lächeln. „Für gewöhnlich werden die Spender etwas länger am Leben erhalten und das gar nicht schlecht, man will ja die Qualität des Blutes hoch halten. Was blühte ihm denn draußen? Der Kältetod, ein Angriff eines Leidensgenossen, der auf das Wenige, was der arme Mann hat, noch neidisch ist und es ihm mit grober Gewalt zu entreißen beschließt.“
Spender“, wiederholte Mathew, weil er dieses Wort eine Unmöglichkeit fand. „Spender geben im Normalfall freiwillig und das in nicht zu geringer Zahl.“ Er verließ sich bei der alltäglichen Nahrungsaufnahme lieber auf die Blutbanken, die extra für diesen Zweck neben den medizinischen eingerichtet worden waren, zu denen tagtäglich tatsächliche Spender kamen. Noch lieber waren ihm nur die guten Leute, die ihre Arterien direkt zur Verfügung stellten, für die es ein eigenes Netzwerk gab.
Henry stieß mit ihm an und nahm einen Schluck aus seinem Glas. „Und doch sitzt du hier und trinkst mit mir, wo dich das alles doch so sehr anwidert.“
Anwidern war das falsche Wort, Mathew schätzte bloß die sauberen Methoden höher als die brutalen, in allen Dingen. „Es ist Halloween“, antwortete er. „Außerdem bekommt man dich in letzter Zeit zu selten zu Gesicht, ich musste meine Gelegenheit nutzen.“
„Ich fehle ihm, wie niedlich.“ Henrys Lächeln wurde breiter, schelmischer. „Nun, das mag daran liegen, dass ich kürzlich über unseren guten Freund Anatolij ein ganz reizendes Wesen kennen lernte, ein Mädchen namens Ruby, das sehr bereitwillig gibt und gleichzeitig eine sehr angenehme Gesellschaft darstellt. Bei Gelegenheit sollte ich sie dir vielleicht vorstellen.“ Es war ein seltener Vorfall, dass er etwas meinte, wie er es sagte, doch schien Henry wirklich angetan von diesem Mädchen, das war ihm leicht anzusehen.
„Es wäre mir eine Ehre.“ Mathew hatte kein Problem mit Menschen, einst war er selbst einer gewesen. Er hatte bloß kein Interesse an Bekanntschaften mit der Art Mensch, die dort draußen vor der Türe stand und sich irgendetwas von der Bekanntschaft mit einem Vampir erhoffte, die seinesgleichen in einer Weise romantisch verklärt sah, die schlicht lächerlich schien. Bei Anatolijs Bekanntschaften war das Risiko, an so jemanden zu gelangen, allerdings sehr gering. Der Werwolf hatte ein sehr gutes Gespür für Menschen und neigte dazu, vorrangig solche zu treffen, die eine interessante Persönlichkeit besaßen.

Henry schwärmte weiter von diesem Menschenmädchen, doch Mathews Aufmerksamkeit wurde vom Geruch frischen Blutes und dem Geräusch eines schlagenden, jungen Herzens abgelenkt. Er bemerkte, wie die Blicke anderer Gäste zum Eingang wanderten und wandte sich selbst ebenfalls um.
An der Tür stand eine junge Frau, deren blasse Haut einen starken Kontrast zu ihrem schwarzen Pullover mit ebenfalls schwarzem Spitzenbesatz sowie dem schwarzen Rock und der schwarzen Seidenstrumpfhose mit Rosenblütenmuster bildete. Ihr naturschwarzes Haar fiel ihr in krausen Locken auf die Schultern. Abgesehen von einem schwarzen Lidstrich hatte sie auf Make-Up verzichtet.
Im Grunde unterschied sie sich nur in Details von all den anderen jungen Menschenfrauen draußen vor der Tür, doch aus irgendeinem Grund war sie hereingelassen worden. Auf keinen Fall hatte sie sich am Türsteher vorbeischleichen können, der gute Jay war immer wachsam und ließ sich auch nicht von einem Paar hübscher Augen den Kopf verdrehen. Zumal es für sie gefährlich werden konnte, hier unter einer Meute aus blutdurstigen Raubtieren zu stehen.
Irgendetwas musste an dieser Ruby sein, denn als Henry an Mathew vorbei sah und diese junge Anwesende sah, brachte er keinen Kommentar zu ihr an, was äußerst ungewöhnlich war.
Mathew hingegen ging es anders, es war für ihn undenkbar, auch wenn sie selbst daran Schuld trug, wenn sie herkam, sie einem der anderen Gäste zu überlassen, die sonst welche Dinge mit ihr anstellen würden.
„Entschuldige mich, mein Freund“, raunte er, leerte sein Glas und erhob sich.
„Du?“, hörte er Henry lachen, doch er wandte sich nicht um, lächelte nur und schob sich durch die Leute an der Bar nach vorn zum Eingang.

„Guten Abend, die Dame.“ Er verneigte sich leicht und hatte sofort die Aufmerksamkeit der jungen Frau, die sich gerade noch etwas unsicher im Raum umgeschaut hatte. Vielleicht hatte sie selbst nicht damit gerechnet, tatsächlich eingelassen zu werden und gar nicht weiter als bis zum Eingang gedacht. Vielleicht hatte sie das, was sie tatsächlich hinter der Tür, vor der vielleicht auch für sie bereits unzählige Abende des Wartens vergangen waren, fand, überrascht. Dabei konnte sie in ihrer kurzen Anwesenheit noch überhaupt nichts gesehen haben.
Sie lächelte und rote Flecken traten auf ihre Wangen, als er ihre Hand nahm und einen sanften Kuss andeutete. Obwohl er ihre Hand nicht berührte, spürte er das Blut, das durch ihre Adern rauschte. Es konnte daran liegen, dass er gerade genug getrunken hatte, um wirklich durstig zu werden, dass dieses Gefühl und ihr Geruch ein gewisses Verlangen in ihm auslösten.
Doch er hatte sich unter Kontrolle.
„Ihre Anwesen, gute Dame, ist zu dieser Stunden in diesem Lokal doch eine Seltenheit, wie ich gestehen muss. Darf man fragen, was uns die Ehre zu diesem Besuch verschafft?“ Er bot ihr seinen Arm an und führte sie zu seinem Tisch.
Henry warf ihm einen skeptischen Blick zu, bevor er aufstand und ihm auf die Schultern klopfte. „Falls du mich suchst, mein Freund, ich spiele mit dem guten Alastair Philips Karten.“

„Sagen wir, ich konnte den Herrn vor der Tür davon überzeugen, dass ich anders bin als all die Mädels, die glauben, sie hätten eine ach so düstere Seele“, antwortete die junge Frau und stützte den Kopf auf die Hände. „Sie sind so schmerzhaft lächerlich, wenn sie sich einbilden, sie fänden hier Liebe.“
„Und was suchen Sie hier?“, wollte Mathew wissen.
Sie lächelte. „Ich suche nur die Wahrheit, ich möchte einen echten Vampir kennen lernen, keine Vorstellung eines pubertierenden Mädchens, ich suche Aufregung und Nervenkitzel. Ich habe Angst, weil ich durchaus sehe, was in all diesen Blicken liegt, wenn sie auf mir liegen, auch in Ihrem. Und ich finde es geil.“ Diesen letzten Satz sagte sie ganz leise, war sich vielleicht nicht bewusst, dass es dennoch jeder im Raum hören würde, der es wollte, vielleicht wusste sie das auch und es war nur für irgendeinen Effekt.
Falls jemand ihnen zuhörte, interessierte es niemanden. Wahrscheinlich waren alle zu tief in ihre eigenen Gespräche und Gedanken vertieft und das Interesse an diesem Menschenmädchen war gesunken, nachdem Mathew sie sozusagen für sich beansprucht hatte.
„Und dafür nehmen Sie die Gefahr auf sich, getötet und ausgesaugt zu werden?“ Er fragte sich, warum sie nicht einfach zur Spenderin wurde, wenn sie so gern Vampire kennen lernen wollte, doch er musste auch nicht alles verstehen, was in einem Menschen vorging. Vielleicht ging es ihr gerade um dieses Gefühl, nicht in einer kontrollierten Situation zu sein. Und selbst im Spendertum gab es Gefahren, hin und wieder kam es vor, dass ein Vampir diese Möglichkeit ausnutzte, um leicht an Opfer zu kommen. Mathew und Henry kümmerten sich dann darum, dass das nicht wieder vorkam.
Ihr Grinsen wirkte nahezu kindlich.

Mathew schob sein Glas zur Seite und legte seine Hände vor ihr auf den Tisch. „Was halten Sie davon, meine Liebe, wenn wir dieses Lokal verlassen und ich Ihnen an einem anderen, privateren Ort all das zeige und sage, was Sie wissen wollen?“
Anstatt einer verbalen Antwort stand sie auf, Mathew legte das Geld für sein Glas und das seines Freundes auf den Tisch und bot ihr wieder einen Arm an. „Lassen Sie uns den Hinterausgang nehmen, dort ist es wesentlich ruhiger als vorn.“ Manche Mädchen blieben lange vor der Tür stehen, bis weit nach Mitternacht, ohne Erfolg zu haben und doch an jedem Abend wieder. Er wusste nicht, ob er das bedauern oder bewundern sollte.
„Wenn Sie mir die Frage erlauben, gute Dame, wie ist Ihr Name?“
„Man nennt mich Raven“, antwortete sie nach einem Augenblick. „Ja, denken Sie denn, ich verrate völlig Fremden meinen echten Namen?“
Mathew öffnete die Hintertür und geleitete Raven nach draußen in eine schmale Gasse, die durch Müllcontainer, die für den Tagesbetrieb gebraucht wurden, in einer Richtung nicht zugänglich war. „Sie sind nicht dumm. Nun, mein Name ist Mathew und auch nicht mein wahrer.“ Allerdings gab es in der heutigen Zeit niemand mehr, der ihn anders nannte, seinen Geburtsnamen hatte er vor vielen Jahren abgelegt. Heutzutage wurde er hauptsächlich für Frauen verwendet, womit Anatolij und Jay ihn gern aufzogen.
Raven fröstelte und schmiegte sich an ihn, auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, dass er wesentlich wärmer war als die Nacht, eher im Gegenteil. Er hielt es zudem für seltsam, dass sie ihm nicht ihren echten Namen verraten wollte, dafür aber nicht vor Körperkontakt zurückschreckte und ihm aus der Gesellschaft heraus in die Zweisamkeit folgte. Freilich stellte diese bestimmte Gesellschaft alles Andere als Sicherheit für sie dar.

Die Gasse führte etwas entfernt vom Edlen Tropfen wieder auf die Hauptstraße, die nur von wenigen Menschen frequentiert wurde. Man konnte die lauernde Mädchenmeute sehen, von der sich sowohl Mathew als auch Raven mit gerunzelter Stirn abwandten.
„Ich warne Sie vor, Raven. Dies ist Ihre letzte Möglichkeit, zu rennen, falls Sie es sich mit der Wahrheit und dem Nervenkitzel der Gefahr anders überlegt haben.“ Der Ton seiner Stimme irritierte ihn selbst, er schob das auf Halloween, die Nacht, in der man sich so etwas gönnen konnte. Henry pflegte zu sagen, dass Mathew sich nicht ewig verstellen konnte, dass er nicht die ganze Zeit über die Vernunft und Kontrolle bewahren konnte, und vielleicht hatte er recht. Vielleicht musste er sich hin und wieder gehen lassen.
Raven ließ von ihm ab, nur um sich genau vor ihn zu stellen und die Arme um seine Hüften zu legen. Ihre Ärmel rutschten nach oben und er spürte ihre Gänsehaut, die sowohl von der Kälte als auch von der Situation herrühren konnten. „Ich möchte bleiben“, hauchte sie. „Zeigen Sie mir alles.“
„Wie Sie wollen.“ Er hüllte sie in seinen Mantel und hielt sie fest, bevor er verschwand und in einem Waldstück etwas außerhalb der Stadt wieder auftauchte. Der Himmel über ihnen erschien durch die nur an wenigen Stellen aufgerissene Wolkendecke sternenarm und es wehte sachter Wind, der die trockenen Blätter in den Büschen und Bäumen rascheln ließ.
Raven knickte ein, überrascht von der Veränderung des Bodens unter ihren Füßen. Er musste sie festhalten und sie krallte sich in seinem Mantel fest. „Was …“, fragte sie mit erstickter Stimme.
Mathew lächelte schief. Es hatte ihn mehr angestrengt, als er erwartet hatte, schließlich kam es nur selten vor, dass er jemanden mitnahm. Das und ihr durch die Überraschung erhöhter Blutdruck verstärkten seinen Durst noch weiter und er merkte, wie er langsam die Kontrolle verlor. Schleichend, doch umso sicherer. Bestimmte Gedanken erschienen ihm nicht mehr gar so verwerflich, ihr Herzschlag nahm immer größeren Raum in seinem Kopf ein.
Auch das gehörte zur Wahrheit, die sie so sehr begehrte, doch war sie sich dessen bewusst?
„Die Dunkelheit gestattet mir, mich aufzulösen und in Dunkelheit wieder aufzutauchen, wie es mir beliebt.“ Er nahm ihre Hand von seinem Mantel weg und streichelte ihre Finger bis hin zu den schwarz lackierten Nägeln. „Das sind Fähigkeiten, von denen Sie nichts wussten, denn auch Ihr Wissen über uns stammt vor allem aus den romantisierten Vorstellungen junger Damen, ist es nicht so?“
Zuerst schaute sie auf seine Hand, dann hinauf in sein Gesicht. „Ich gebe es zu, doch ich bin ja hier, um das zu ändern.“ Sie lächelte verführerisch. „Erzählen Sie mir von sich. Von ihrem Leben und dem Leben nach Ihrem Tod.“
Er lachte leise. „Liebes Kind, das ist eine überaus lange und nicht minder traurige Geschichte, nichts für einen Abend wie diesen.“ Er wollte nicht daran denken, warum er hier war, er konnte es nicht, zum ersten Mal seit langer Zeit nahm ihn das Blut einer Lebenden so sehr ein, dass er sich nicht recht darauf konzentrieren konnte, dass die Bilder verblassten, ihr Lächeln ganz schwach wurde. Doch er wusste, es würde alles wiederkehren, sobald der Durst gestillt war. Zu diesem Zeitpunkt würde er sich auch dafür hassen, was gerade in ihm vorging.
Raven schürzte die Lippen. „Wie schade. Gibt es keine kurze Version?“
Mathew beugte sich ein Stück zu ihr nach vorn, doch nicht zu weit, um nicht noch mehr seiner Beherrschung zu verlieren. Allein, dass er mit ihr hier stand, war schon ein Schritt zu weit, doch noch konnte er zurück.
Konnte er?
„Eine kurze Version? Die würde der Geschichte nicht gerecht, denken Sie nicht? Details auslassen, die doch alle so wichtig sind. Aber wenn ich es ganz kurz fassen muss: Ich war ein Professor, vor Jahrhunderten, dann wurde ich zum Vampir für die Frau, die ich liebte. Doch sie wurde Opfer eines Jägers und ich floh aus England, meiner geliebten Heimat, kam in diese Stadt und begann ein neues Leben.“
„Leben“, wiederholte sie schwach lächelnd. „Das ist wirklich traurig. Und nun sind Sie hier so allein, selbst unter Ihresgleichen sind Sie allein, auch das habe ich gesehen.“ Sie strich mit den Fingern an seinem Kieferknochen entlang, er spürte das Blut durch die Kapillaren in ihren Fingerkuppen fließen.
„Ganz so ist es nicht.“ Seine Stimme zitterte, während er sich halb verzweifelt am letzten Fädchen der Beherrschung festklammerte. „Ich habe einige gute Freunde, unter Menschen wie Vampiren, ich bin nicht einsamer als jeder in dieser Stadt der Anonymität.“ Er legte seine Hand auf ihre und drückte sie.
In ihrem Blick, in dem bisher nur Mitleid gelegen hatte, erschien noch etwas anderes. Wahrscheinlich spürte sie, wie verkrampft seine Hand war. „Dann ist es schön, wenn Sie jemanden haben, der Sie wirklich kennt. Ich habe so jemanden nicht, ich bin ganz allein, umgeben von Menschen, die mich nie verstehen würden, was in mir vorgeht. Sie sind blind für all das.“
„Blind lebt es sich leichter“, krächzte er und ohne es selbst recht zu merken, löste er ihre Finger von seinem Gesicht und biss ihr ins Handgelenk. Mit dem Geschmack ihres Bluts in seinem Mund brach der Damm vollends.

Raven schrie und die Lautstärke war zu viel für seine empfindlichen Ohren, er war für einen Moment irritiert, sodass sie Gelegenheit hatte, sich loszureißen und zu rennen. Doch das regte nur seinen Jagdinstinkt an, allzu leicht konnte er sie verfolge, er sah sie in der Finsternis, er hörte ihr Herz auch auf die kurze Entfernung, dazu kam die Blutspur, die sie hinterließ.
Nicht zuletzt war er um ein Vielfaches schneller als sie.
Mathew war nicht mehr er selbst, als er ihr nachsetzte, sie in wenigen Sekunden eingeholt hatte und ihr die Arme von hinten um die Taille schlang, wodurch sie, plötzlich angehalten, keuchend nach vorn ruckte.
„Hier hast du die Wahrheit, Kind, die ganze Wahrheit, wie du sie haben wolltest“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Und wie ich sehe, überwiegt auch bei dir die Angst, wo du doch die ganze Zeit so angetan warst von diesem Gedanken.“
Sie schluchzte und grub die Fingernägel in seine Arme, versuchte, sich aus seinem Griff zu befreien, doch er ließ sie nicht. Was auch immer er bei Sonnenuntergang darüber denken würde, doch er hatte viel zu lang auf dieses Gefühl verzichtet, wehrlose Beute in den Händen zu halten, die süße Verzweiflung zu riechen. „Bitte …“, wimmerte sie.
„Hier ist noch eine Wahrheit für dich: Du weißt nichts. Du weißt gar nichts und wenn du auch nur einen Funken Verstand besessen hättest, wärst du niemals durch diese Tür gegangen, du hättest wissen müssen, was dich erwartet.“
Sie wimmerte immer jämmerlicher und die Kraft ging ihr wohl langsam aus, denn sie wehrte sich immer schwächer, nur die Tränen flossen weiter ungehindert und in ihrem Gesicht stand der Schmerz überdeutlich.
Langsam senkte er den Mund weg von ihrem Ohr hinunter zu ihrem Hals. „Am Ende hattest du genau dieselbe Vorstellung, verharmlost und romantisiert. Der einzige Unterschied zwischen mir und jedem anderen Vampir in der Bar ist gewesen, dass diese Seifenblase viel schneller geplatzt wäre, wärst du an jemand anderen geraten.“ Er hob sie hoch und ließ sich nicht von ihren strampelnden Beinen stören, die immer wieder seine Schienbeine trafen. Ihr Herzschlag in seinem Kopf war übermächtig geworden.
„Der einzige Unterschied zwischen dir und den anderen Mädchen vor der Tür“, hauchte er, bevor er die Zähne in ihren Hals schlug, „ist, dass deine Haare nicht schwarz gefärbt sind.“

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Beitrag #2 |

RE: Ihr kleines Herz (5 Worte Halloween Spezial 2014)
Hi Sephirgruen,

man merkt der Geschichte (leider) an, dass sie »nur« ein Spin-Off ist.
Für mich, die nur diese Geschichte kennt, ist zum Beispiel der erste Absatz vollkommen belanglos. Da werden Mathew und Henry und Ruby eingeführt, aber die letzten beiden spielen ab dort auch keine Rolle mehr. Da wird eine Gesellschaft, eine Verbindung zwischen Menschen und Vampiren (und Werwölfen!) angedeutet, die dann aber auch keine Rolle mehr spielt. Denn was passiert eigentlich?

Mathew schleppt Raven (die sich auch schleppen lässt) in den Wald und beißt sie.
Ist bissl mau, oder? Icon_wink

Ich mein, ich steh total auf Vampire und Werwölfe und es würde mich schon neugierig auf deine 11-Kapitel-Geschichte machen, vor allem eben die Frage, wie genau das Zusammenleben all dieser Wesen funktioniert. Aber für eine selbstständige Geschichte ist hier mMn einfach viiiiiel zu wenig Fleisch dran. Oder Blut drin Icon_ugly

Was mich am meisten beschäftigt hat, war die Frage, wie Raven denn nun in den Club reingekommen ist. Weil sie naturschwarzes Haar hat?? Das scheint mir am Ende irgendwie der Clou zu sein, die Pointe, weil es halt mit dem letzten Satz so eine bedeutende Stellung einnimmt, aber ich versteh es nicht. Sind ALLE anderen Mädels, die da sonst aufkreuzen, gefärbt? Sind Naturschwarze ausgestorben? Oder war es gar das Schwarze-Haare-Gen, das den Vampirismus auslöste, so dass eigentlich alle Naturschwarzen zu Vampiren geworden sind, nur Raven auf wundersame Weise nicht? Mrgreen

Über die »mickrige« Handlung könnte ich hinwegsehen, wenns mich sprachlich gepackt hätte. Leider triffst du da nicht meinen Geschmack. Die langen, teils sehr verschachtelten Sätze geben dem Text eine gewisse Trägheit, und dann redet der gute Mathew auch noch so altbacken. Puh, da fehlt mir einfach der Pepp, der halt entweder in der Sprache oder im Inhalt vorhanden sein müsste.

Es ist nicht schlecht geschrieben – im Gegenteil sogar, angenehm fehlerfrei, sicher formuliert, klingt nach einem routinierten Schreiberling. Aber ich persönlich finde es trotzdem eher zäh. Geschrieben, um ein paar Charaktere zu beleuchten, aber nicht, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Nur spielt eben Henry dann gar keine Rolle mehr, und Mathew weckt bei mir auch kein rechtes Interesse, dafür ist er zu wenig individuell und spezifisch.

Also ich ärger mich jetzt nicht drüber, den Text gelesen zu haben Icon_wink und er liest sich, als würdest du schon wissen, was du tust – aber lange im Gedächtnis bleiben wird er mir nicht.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #3 |

RE: Ihr kleines Herz (5 Worte Halloween Spezial 2014)
Hallo Sephigruen.

(Wieso eigentlich gruen?)

Das Gute vorweg: Du kannst schreiben. Fehlerlos. Der Handlungsaufbau ist gelungen, wobei ich eine Stelle direkt nicht verstehe. Diese hier:
Zitat:Irgendetwas musste an dieser Ruby sein, denn als Henry an Mathew vorbei sah und diese junge Anwesende sah, brachte er keinen Kommentar zu ihr an, was äußerst ungewöhnlich war.
Mathew hingegen ging es anders, es war für ihn undenkbar, auch wenn sie selbst daran Schuld trug, wenn sie herkam, sie einem der anderen Gäste zu überlassen, die sonst welche Dinge mit ihr anstellen würden.
„Entschuldige mich, mein Freund“, raunte er, leerte sein Glas und erhob sich.
„Du?“, hörte er Henry lachen, doch er wandte sich nicht um, lächelte nur und schob sich durch die Leute an der Bar nach vorn zum Eingang.
So wie es sich liest, ist dies Ruby, zu der Henry geht. (Und der sie wieder zurück zum Eingang bringt?) Aber im nachfolgenden Verlauf stellt sich heraus, dass das eine andere Frau namens Raven ist.
Ein bisschen verwirrend, oder ich habe Tomaten auf den Augen. (Du darfst JA sagen. Icon_wink )

Insgesamt muss ich aber Lannas Meinung teilen. Die eingeführte Hauptperson Henry, sowie die Nebenfiguren Jay, Anatolij und Ruby haben keinen Einfluss auf die Geschichte. Der letztendliche Clou mit den schwarzen Haaren (die nicht gefärbt sind) ein Detail, das verblüfft aber den Leser mit Fragezeichen zurücklässt.

Das muss aber kein Beinbruch sein, denn durch ein zwei kleine Änderungen kann man diese Geschichte ein bisschen veredeln.

Mögliche Überarbeitungspunkte:

1.)
Um die Nennung von Ruby zu rechtfertigen, könnte man eine Verbindung zwischen ihr und Raven einbauen. Vielleicht hat Raven tewas, was Henry auch bei Ruby gesehen hat - und demzufolge (weil Ruby nicht da ist) interessiert sich Mathew für sie.

2.)
Das Interesse von Raven an den Vampiren sollte eine Erklärung bekommen. Warum ist sie letztendlich doch so unängstlich? Hat sie vielleicht einen Virus in ihrem Blut, der die Vampire zerfetzen lässt? Und sie will sich absichtlich beißen lassen? Dadurch würde sich die Unachtsamkeit von ihr auf Mathew übertragen.

3.)
Das letztendliche Detail der schwarzen Haare könnte als Eigenart (analog zu Punkt 1) von Ruby gelten, was vielleicht zu riechen/ahnen wäre seitens der Vampire. Deswegen das Interesse von Henry an Ruby/Mathew an Raven. Und die schwarzen Haare müssten definitiv eher angesprochen oder angedeutet werden. Hier würde sich auch ein kleiner Satz anbieten, der vielleicht auf die nahe Vergangenheit der Welt anspielt: Klimaveränderungen, die schwarze Haare aussterben ließen?

Insgesamt würde ich tatsächlich einige verschachtelte Sätze bearbeiten, aber nicht mit dem Holzhammer. Einfach durch einen Punkt trennen, so weit ich das gesehen habe, dürfte das reichen.

Zur Sprache: Finde ich jetzt nicht schlecht, dass vornehmlich eine 'ältere' Sprache verwendet wird. Zur Abgrenzung könnte Raven dann aber etwas normaler sprechen, um den Kontrast deutlicher zu machen.

LGD.


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Beitrag #4 |

RE: Ihr kleines Herz (5 Worte Halloween Spezial 2014)
Ohai Wave

Vielen Dank euch beiden erstmal und Verzeihung, dass ich jetzt erst zu einer Antwort komme ... Hoffentlich fällt sie wenigstens ein bisschen zufriedenstellend aus.

Ich möchte also ein bisschen erklären und die Tatsache, dass ich das muss, zeigt eindeutig, dass ich ein bisschen überarbeiten muss. (Ich hab das vor allem zu oft, dass man zu deutlich merkt, dass es nicht allein steht ...)

Henry, Ruby und Co. sind im Grunde nur dazu da, zu zeigen, wie die Situation so aussieht. Dass es unter Vampiren unterschiedliche Ansichten zu Menschen gibt, dass manche Menschen sich mit Vampiren arrangieren und lauter so Zeug, aber das kam wohl nicht deutlich genug durch.

Und Dread, diese Stelle, die du nicht verstehst, ist einfach so gemeint, dass Henry dieses Mädel in der Bar nicht weiter beachtet, normalerweise wäre der sofort hinter ihr her ... auf die eine oder andere Weise. Aber weil seine Gedanken eben bei Ruby sind ... Und so.

Und dann Raven. Erstmal sind die Mädels draußen von der Sorte, die sich für dark und edgy und deep hält. Die ziehen sich alle übelst gothic an und färben sich die Haare schwarz und unter all diesen Wannabes stach Raven erstmal heraus. Sie wirkte gelassener und machte den Eindruck, als hätte sie eine realistische Vorstellung von Vampiren und mehr echtes Interesse als "ZOMFG ich hab Twilight gesehen Vampire sind so geil". In die Richtung. Am Ende stellte sich das freilich als Fehlannahme heraus. Anfangs findet er sie deshalb interessant und nimmt sich vor, ein bisschen mit ihr zu reden und sie dann gehen zu lassen. Was dann auch nicht passiert. Die Haarfarbe ist nicht so das große Ding, es ging nur drum "Dir sieht man eben nicht auf den ersten Blick an, dass du genauso jämmerlich [aus seiner Sicht] bist." Und ihre Sprache soll auch zeigen, dass sie es einfach nur hart versucht, aber da sollte ich wohl ein bisschen mehr "gewollt und nicht gekonnt" einbringen ...

Jau. Schachtelsätze. Mathew reißt mich immer wieder zu Schachtelsätzen hin. Werden ausgedünnt.

Vielen Dank nochmal für die angebrachten Punkte, ich werd sie umsetzen, so gut ich kann. Wann das was wird, weiß ich allerdings nicht, weil meine Prioritäten gerade woanders liegen (und meine Prioritäten sich alle paar Wochen verschieben).

Tante Edith sagt: Was die Frage zu meinem Nicknamen betrifft, entstand der aus einem spontanen blöden Kommentar (die für Pandakatzen sehr typisch sind). Ich sah jemandem dabei zu, wie er Kingdom Hearts II spielte, wo Sephiroth aus Final Fantasy VII vorkommt. Da fiel mir ein: "Wenn es Sephiroth gibt, müsste es doch auch eigentlich Sephigrün geben?" und das mochte ich dann irgendwie und fing an, mich überall so zu nennen (mit UE, wo Umlaute nicht akzeptiert werden). Heute kann ich sagen, dass das eine perfekte Wahl war. (♥)

~ Sephi

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Beitrag #5 |

RE: Ihr kleines Herz (5 Worte Halloween Spezial 2014)
Hallo Sephigruen,


was mir gleich am Anfang auffällt: Manchmal fand ich die Sätze zu lang. Da war ein Aspekt fertig, und dann hängst du mit vielen Kommas noch viele weitere dran, und ich wollte kurz verschnaufen beim lesen Icon_smile Ist nur ein Gefühl. Hier zum Beispiel:

Zitat:en“, murmelte er so leise, dass nur Henry ihn verstehen konnte, auch wenn die Gefahr, dass jemand auf sie achtete, gering war, da die Anwesenden so stark auf ihre eigenen Gespräche fokussiert waren.
Ich würde nach "war" einen Punkt machen. "gering war." Die Anwesenden waren stark auf ihre eigenen Gespräche fokussiert. Besser: das zweite waren weglassen. Die Anwesenden konzentrierten sich vor allem/stark auf ihre eigenen Gespräche. Ich finde fast, du könntest ihn auch ganz weglassen.

Zitat:Er verließ sich bei der alltäglichen Nahrungsaufnahme lieber auf die Blutbanken, die extra für diesen Zweck neben den medizinischen eingerichtet worden waren, zu denen tagtäglich tatsächliche Spender kamen. Noch lieber waren ihm nur die guten Leute, die ihre Arterien direkt zur Verfügung stellten, für die es ein eigenes Netzwerk gab
stellten. Für sie gab es sogar ein eigenes Netzwerk

(sind natürlich nur Vorschläge)

Zitat:Mathew schätzte bloß die sauberen Methoden höher als die brutalen, in allen Dingen.
Aber das ist nicht alles, oder? Die Frauen draußen vor der Tür, das klingt ja jetzt auch nicht so, als würden die brutal zerfleischt werden, nur halt "sauber" gebissen, sie sind ja freiwillig d

Zitat:Es war ein seltener Vorfall, dass er etwas meinte, wie er es sagte, doch schien Henry wirklich angetan von diesem Mädchen, das war ihm leicht anzusehen.
Wie ist ihm das anzusehen? So behauptest du das nur, schöner fänd ich, wenn seine Stimme zum Beispiel ganz weich wird, oder er träumerisch in die Ecke blickt oder sowas, und dann merkt sein Freund: Achwas, tatsächlich: Das Mädchen hat es ihm wirklich angetan, das kommt ja sonst nie vor...


Zitat:Bei Anatolijs Bekanntschaften war das Risiko, an so jemanden zu gelangen, allerdings sehr gering. Der Werwolf hatte ein sehr gutes Gespür für Menschen und neigte dazu, vorrangig solche zu treffen, die eine interessante Persönlichkeit besaßen.
Wer? Was? Der kommt in der größeren Geschichte vor, oder?


Zitat:An der Tür stand eine junge Frau, deren blasse Haut einen starken Kontrast zu ihrem schwarzen Pullover mit ebenfalls schwarzem Spitzenbesatz sowie dem schwarzen Rock und der schwarzen Seidenstrumpfhose mit Rosenblütenmuster bildete. Ihr naturschwarzes Haar fiel ihr in krausen Locken auf die Schultern. Abgesehen von einem schwarzen Lidstrich hatte sie auf Make-Up verzichtet.
Schwaaaaaaarz Icon_smile. Wär super lustig, find ich, wenn sie ganz bunt angezogen gewesen wäre.

Zitat:m Grunde unterschied sie sich nur in Details von all den anderen jungen Menschenfrauen draußen vor der Tür, doch aus irgendeinem Grund war sie hereingelassen worden
Welche Details? Doch nicht, dass sie ganz schwarz angezogen ist, oder? Meintest du, Mathew fragt sich, warum sie hineingelassen wurde, er glaubt es liegt an ihrer Verschiedenheit von den anderen Menschenfrauen? Das "doch" finde ich hier fehl am Platze. Und: Wdh. von "Grund".

Zitat:rgendetwas musste an dieser Ruby sein, denn als Henry an Mathew vorbei sah und diese junge Anwesende sah, brachte er keinen Kommentar zu ihr an, was äußerst ungewöhnlich war.
Mathew hingegen ging es anders, es war für ihn undenkbar, auch wenn sie selbst daran Schuld trug, wenn sie herkam, sie einem der anderen Gäste zu überlassen, die sonst welche Dinge mit ihr anstellen würden.
„Entschuldige mich, mein Freund“, raunte er, leerte sein Glas und erhob sich.
„Du?“, hörte er Henry lachen, doch er wandte sich nicht um, lächelte nur und schob sich durch die Leute an der Bar nach vorn zum Eingang.
Dass etwas an dieser Ruby ist, ist ja schon klar, er hat ja vorher schon festgestellt, dass Henry es, entgegen seiner Art normalweise, ernst meint.
Auch seltsam: vorher gehts um die schöne unbekannte, jetzt auf einmal wieder der Sprung zu Ruby, ich hab mich kurz orientierungslos gefühlt. Und: Der zweite Satz ist unglaublich verschachtelt.

Zitat:Sagen wir, ich konnte den Herrn vor der Tür davon überzeugen, dass ich anders bin als all die Mädels, die glauben, sie hätten eine ach so düstere Seele“, antwortete die junge Frau und stützte den Kopf auf die Hände. „Sie sind so schmerzhaft lächerlich, wenn sie sich einbilden, sie fänden hier Liebe.“
Jaaa, das kommt gut, immer am Anfang vom Gespräch schön die anderen dissen Icon_smile Icon_smile

Zitat:Diesen letzten Satz sagte sie ganz leise, war sich vielleicht nicht bewusst, dass es dennoch jeder im Raum hören würde, der es wollte, vielleicht wusste sie das auch und es war nur für irgendeinen Effekt.
Irgendeinen Effekt? Icon_smile Icon_smile Na, sie will ne Reaktion, sie will, das alle sie wollen. Ich würd statt Effekt eher Reaktion schreiben.

Zitat:Falls jemand ihnen zuhörte, interessierte es niemanden. Wahrscheinlich waren alle zu tief in ihre eigenen Gespräche und Gedanken vertieft und das Interesse an diesem Menschenmädchen war gesunken, nachdem Mathew sie sozusagen für sich beansprucht hatte.
Diesen letzten Teil des Satzes würd ich weiter vorn in der Geschichte bringen. Ich hab mich schon gefragt, was denn mit all den anderen Vampiren ist, die vorher auch zu ihr hergeschaut haben, ob die Mathew einfach so sie mitnehmen lassen...

Zitat:uhiger als vorn.“ Manche Mädchen blieben lange vor der Tür stehen, bis weit nach Mitternacht, ohne Erfolg zu haben und doch an jedem Abend wieder. Er wusste nicht, ob er das bedauern oder bewundern sollte.
Der Zusammenhang zwischen dem, was er sagt, und den nachfolgenden Sätzen ist mir nicht so ganz klar. Ist es im Hintereingang ruhiger, weil beim Vordereingang alles voll mit den Mädels ist? Vielleicht wird es bisschen kalrer, wenn du Vordereingang oder Vordertür schreibst, statt nur "Tür". Und doch an jedem Abend wieder - dieser Halbsatz erscheint mir falsch, da fehlt mir das Verb. (standen/kamen?)

Zitat:n Name ist Mathew und auch nicht mein wahrer.“
vllt. besser: auch das ist nicht mein wahrer

Zitat:Er hielt es zudem für seltsam, dass sie ihm nicht ihren echten Namen verraten wollte, dafür aber nicht vor Körperkontakt zurückschreckte und ihm aus der Gesellschaft heraus in die Zweisamkeit folgte. Freilich stellte diese bestimmte Gesellschaft alles Andere als Sicherheit für sie dar.
Ahjo, das find ich auch seltsam Icon_smile

Zitat:würde, doch er hatte viel zu lang auf dieses Gefühl verzichtet, wehrlose Beute in den Händen zu halten, die süße Verzweiflung zu riechen. „Bitte …“, wimmerte sie.
Das doch würd ich weglassen,

Wohoo. Als er sie am Ende gebissen hat, war ich beinahe froh, weil sie dann nix mehr sagen konnte Icon_smile Ich mochte sie nicht.
Coole Geschichte, auch wenn, spätestens, als sie im Wald sind, irgendwie klar ist: Er wird sie beißen. Er versucht ja gar nicht richtig, dagegen anzukämpfen, er spürt nur immer, wie er die Kontrolle verliert, aber er macht nix dagegen. Wenn er bisschen mehr gegen sich selbst gekämpft hätte, wäre es vllt. spannender gewesen.
Der Text kommt mir vor wie der Teil eines längeren, größeren Texts. Und als Teil eines längeren, größeren Texts würde er denke ich auch besser funktionieren. Denn in diesem Ausschnitt passiert nicht wirklich viel, um eigenständig zu stehen, ist er fast zu schwach, würd ich sagen. Das, was passiert, fand ich ganz gut wiedergegeben, zum Teil fand ich die Sätze bisschen verschachtelt und ein bisschen viel "doch", aber das kannst du ja leicht ändern. Wenn mir das Mädel sympathischer gewesen wäre, nicht so viel blödsinn geredet hätte a la "ich bin anders als all die, die denken, dass sie anders sind", und "ich sag dir doch nicht meinen namen, nenn mich raven" (RAVEN?!), dann hätt ich so vllt. mehr gespürt bei deiner Geschichte. So hat mich ihr Tod ziemlich kalt gelassen, und auch für Mathew (und seinen Rückfall - wenn es denn einer war) hab ich nicht wirklich viel verspürt, kam mir eher so vor, als wäre das eine seiner normaleren Aktivitäten, vllt. ein, zweimal im Monat tötet er jemanden, seine Verzweiflung und sein Hass und sein Kampf gegen sich selbst wurden - für mich - nicht so deutlich. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es nicht von anfang an sein Plan war, sie zu töten, warum nimmt er sie mit in den Wald? Seine Motive sind undeutlich für mich.
Ich hab mich unterhalten gefühlt, aber, und da muss ich mich meinen vorrednern anschließen, ein paar fragen sind offen geblieben und ich glaube, du könntest aus der Handlung allein und den Gefühle, die sie transportiert, mehr machen. Und: Da ein Clou der Geschichte das am Schluss ist mit: "Du bist auch nicht anders", müsstest du, meinte ich, am Anfang näher erklären, warum der Türsteher und Mathew glauben, dass sie anders ist.
LG


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Beitrag #6 |

RE: Ihr kleines Herz (5 Worte Halloween Spezial 2014)
Hallo Sephigruen, 

Leider bist auch schon eine ganze Weile nicht mehr aktiv. Vielleicht freust du dich ja über einen Kommi, wenn du dich wieder bei uns einloggst. 

Ich liebe ja Vampirgeschichten und muss mich leider mit diesen romantischen Damen, die den Vampirmythos so verklären, voll und ganz identifizieren. Mal schauen, ob es in Saarbrücken nicht auch so eine Bar gibt.  Icon_smile

Zitat:Für gewöhnlich fand Mathew nichts am Edlen Tropfen, an den Vampiren
Genialer Name für eine Bar. 

Mir gefällt, dass die Vampire anscheinend offizieller Teil der Gesellschaft sind und nicht im Verborgenen leben müssen. 

Zitat:Manche Mädchen blieben lange vor der Tür stehen, bis weit nach Mitternacht, ohne Erfolg zu haben und doch an jedem Abend wieder. 
Dann ist der Edle Tropfen ein reiner Männerclub? 

Raven und Ruby sind aber zwei verschiedene Personen, oder? Das wird mir nicht ganz so klar. 

Zitat:Doch er wusste, es würde alles wiederkehren, sobald der Durst gestillt war. Zu diesem Zeitpunkt würde er sich auch dafür hassen, was gerade in ihm vorging.
Er ist dabei, sich in sie zu verlieben?

Diese Raven scheint mir jetzt auch nichts Besonderes zu sein. Sie ist als klischeehafter Goth dargestellt. Aber deine Geschichte fand ich leicht u zu lesen, obwohl man das Ende vielleicht doch etwas spannender mit einer unerwarteten Wendung hätte ausklingen lassen. 

Viele Grüße Persephone

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