Es ist: 17-11-2019, 06:03
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Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Beitrag #1 |

Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Zum Start ins neue Jahr gibt es auch von mir mal wieder etwas zu lesen. Die Kurzgeschichte ist Teil meines Romanprojekts und ist teilweise während dem letzten MoPro entstanden. Aidan ist einer meiner Hauptcharaktere und hiermit wollte ich ihm ein Stück Vergangenheit geben.

Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)

Aidan erwischte die Sumpffliege an seinem Hals.
„Verfluchte Viecher“, murmelte er wohl schon zum hundertsten Mal an diesem Tag. Wie in aller Götter Namen war er in den Trollsümpfen gelandet? Einen wirklichen Grund gab es nicht, aber gewisse Entwicklungen, die wohl damit zu tun hatten, dass er seinen inneren Funken nicht kontrollieren konnte. Bain, sein Großvater hatte einmal gesagt, dass Feuermagier gern mit dem Feuer spielten, aber sich das Feuer nicht kontrollieren ließ. Aidan hatte sich nicht bewusst dafür entschieden die Sümpfe zu durchwandern, vielmehr waren es die Umstände, die zu seiner momentanen Situation geführt hatten. Niemand sah gern dabei zu, wie sein Haus in Rauch aufging. Aidan konnte verstehen, dass so jemand auf Rache sann. Insbesondere wenn es dabei um einen jungen Feuermagier ging, der sich demzufolge leicht fangen ließ. Aidan schmunzelte. Noch hatten sie ihn nicht, also war es wohl doch nicht so einfach. Eine weitere Sumpffliege riss ihn aus den Gedanken an seine jüngste Vergangenheit und zwang ihn dazu nach seinem eigenen Arm zu schlagen.
„Verfluchtes Mistvieh.“
Aidan hatte einmal gehört, dass in den Sümpfen Trolle leben sollten und er fragte sich, wie hier überhaupt jemand leben konnte. Selbst, wenn es riesenhafte Menschen waren, wie sie ihm beschrieben wurden.
Langsam senkte sich die Dunkelheit über den Sumpf und verhinderte jedes Weiterkommen. War es schon bei Tage schwer genug einen sicheren Weg über den trügerisch nassen Boden zu finden, so war es bei Nacht erst recht unmöglich. Aidan beschloss, eine Rast zu machen und da dieses Stück Sumpf ebenso gut war, wie jedes andere und noch dazu einigermaßen trocken, schlug er sein bescheidenes Lager auf. Er sank in einen traumlosen Schlaf.

Die Nacht in der Eisflüsterer sein Kleinod fand war mondklar. Unbarmherzig fiel das kalte Licht auf ihn und raubte ihm den Schlaf, bis er es aufgab, Schutz in seinen Träumen zu suchen. Eisflüsterer erhob sich von seinem unkomfortablen Nachtlager und packte seine wenigen Habseligkeiten zusammen. Müde, aber nicht bereit zu schlafen setzte er seine Wanderung durch die Trollsümpfe fort. Es war nicht mehr zu leugnen. Er war auf der Flucht. Vielleicht vor seiner Vergangenheit, vielleicht vor sich selbst, aber vor allem vor dem Gestern. Eisflüsterer wartete auf Morgen. Jeden Tag. Er wusste nicht mehr, wann ihn dieses Gefühl zum ersten Mal beschlich, aber er kannte es schon sehr lange. Bis er seinen Schatz fand. Es war wie in den Geschichten, die manchmal die alten Männer auf den Märkten erzählten. Er stolperte einfach darüber. Erst nachdem er ein paar Flüche in die stille Nacht geschickt hatte, betrachtete er den Stein genauer, der ihn zu Fall gebracht hatte. Aber es war kein Stein, wie er schnell erkannte, sondern ein Ei. Steine waren im Allgemeinen nicht oval, glatt und hauptsächlich glänzte auf ihnen keine dünne Eisschicht. Vorsichtig streckte Eisflüsterer seine Hand danach aus. Es war wirklich eiskalt. Obwohl der Frühling bereits begann und Eisflüsterer dem letzten Schnee des Winters bereits nachgetrauert hatte. Er brauchte nicht lange darüber nachzudenken, er nahm das Ei an sich. Kalt und nicht besonders schwer ruhte es nun in der Innentasche seines Mantels und fühlte sich einfach richtig an. Eisflüsterer liebte die Kälte, nun hatte er ein kleines Stück von ihr bei sich.

Zum zweiten Mal in wenigen Tagen stolperte Eisflüsterer. Diesmal über ein paar Männerstiefel. Er musste die Augen zusammenkneifen, um zu erkennen, dass in den Stiefeln Beine steckten und zu den Füßen ein ganzer Mensch gehörte, der auf der Erde lag und schlief.
Aidan erwachte von dem Geräusch gezischter, wilder Flüche.
Das Feuer brannte munter zwischen den beiden Männern. Insgeheim war Aidan stolz auf sich. Er hatte es entzündet, ohne dass der andere etwas bemerkte und ohne das der gesamte Trollsumpf brannte.
„Meine Eltern gaben mir den Namen Fagus, aber man nennt mich Eisflüsterer.“
„Mein Name ist Aidan.“
Natürlich interessierte es ihn, weshalb sein Gegenüber so genannt wurde, aber stattdessen fragte er: „Warum bist du hier?“ Er warf einen erklärenden Blick auf die stillen Bäume in ihrer Umgebung, die sich kaum aus der Schwärze der Nacht abzeichneten.
„Ich bin immer auf Wanderschaft.“ Eisflüsterer verzichtete auf weitere Erklärungen. Stattdessen schlang er die Arme fester um seinen Oberkörper. Für Aidan sah es so aus, als ob er etwas in seinem linken Arm halten würde, aber er tat es als einen täuschenden Schatten ab.
Aidan stocherte mit einem Zweig in seinem Feuer herum. Die einzige Antwort, die er Eisflüsterer gab, war ein Nicken. Was hätte er auch sagen sollen? Ihm war das gleiche Schicksal vorgesehen, womöglich immer auf Wanderschaft zu sein. Schweigen senkte sich über sie und ihr beider Blick verlore sich in den Flammen. Als die Stille zu unangenehm zwischen ihnen wurde, fragte Aidan: „Bist du schon einem Troll begegnet?“ Eisflüsterer schüttelte den Kopf. „Ich habe gehört, sie sollen scheu sein und Menschen nicht besonders mögen.“ Dieses Gerücht hatte Aidan ebenfalls vernommen. Er senkte die Stimme, als ob er befürchtete, dass sie belauscht wurden. „Und sie sollen ziemlich hässliche, flache Nasen haben.“ Er sah sich um und war sich schamhaft bewusst, dass er seinen Vorurteilen freien Lauf ließ. „Flachnasen, werden sie genannt.“

Die beiden Männer gingen nebeneinander her. Sie hatten sich zu einer Art Reisegemeinschaft zusammengeschlossen. Aidan mochte die Gesellschaft des anderen. Eisflüsterer vermochte es, ihm viel von seinen Reisen zu berichten, doch der Blick aus seinen grünen Augen blieb ihm unergründlich. Sie waren nach Siyanda aufgebrochen, diese Richtung war ebenso gut wie jede andere. Aidan hoffte, dass seine Verfolger ihn aufgegeben hatten. Der Trollsumpf war nicht gerade ein Ort zum Überleben.
Die Hitze hatte sich wie ein schweres Tuch über die Sümpfe gelegt. Aidan spürte, wie es seinem Begleiter immer schwerer fiel weiter zu gehen. Aidans Funke glühte. Er spürte das Feuer tief in sich und wenn er die Augen schloss, loderten die Bilder in der Dunkelheit vor ihm. Er wusste, dass er es kontrollieren konnte, dass er es kontrollieren musste. Dennoch wurde der Drang in ihm stärker. Die Vorstellung, wie er nur die Hand heben brauchte und ein wahrer Feuersturm sich entzünden würde, allein weil er es wollte, war verlockend. Es wäre herrlich den Flammen zuzusehen, wie sie sich in die Bäume um ihn herum fressen würden, wie sie tantzen, loderten in den schönsten Farben. Rot. Orange. Gelb. Hitze und Wärme. Überall um ihn herum. Ein herrliches Inferno. Aidan spürte, wie seine Kehle trocken wurde, wie sein Funke drohte, sich selbst zu entzünden. Er versuchte, an etwas anderes zu denken, aber die Sommerhitze umgab ihn, wie eine zweite Haut und machte es ihm zunehmend schwerer. Er hatte es seinem Begleiter noch nicht verraten, dass er ein Feuermagier war, hatte sein Talent verborgen. Die meisten Menschen fürchteten sich vor dem Unbekannten. Deshalb konnte Aidan verstehen, dass sie sich auch vor fremden Fähigkeiten fürchteten. Die Feuermagie war ein Talent, welches einige Menschen besaßen, aber sie blieben lieber unter ihresgleichen. Sie mussten lernen ihre Kunst zu beherrschen, bevor sie sich in den Städten damit verdingen konnten. Aidan hingegen waren die Umstände nicht so wohlgesonnen, aber nun hatte er Fagus kennengelernt. Seine Situation schien sich zu bessern. In den wenigen Tagen, die sie sich kannten, hatte Aidan das Gefühl, dass der andere Ruhe ausstrahlte. Eine kalte Ruhe, die Aidans Funken dort zu halten schien, wo er hingehörte. Eine der allgegenwärtigen Sumpffliegen, die sich auf seinen Arm setzte, hinderte ihn daran seine Gedanken fortzuführen. Er musste stehen bleiben, um sie fortzuscheuchen. Dabei gelang es ihm auch seinen Funken wieder schrumpfen zu lassen. Er spürte, wie er glühte, aber seine Umgebung war nun nicht mehr in Gefahr. Suchend sah er sich nach Eisflüsterer um. Sein Begleiter war ein ganzes Stück hinter ihm zurückgeblieben, also ließ sich Aidan auf den feuchten Boden sinken. Er fragte sich nicht zum ersten Mal warum dieses Waldstück Sumpf genannt wurde. Der Boden war feuchter, als er es kannte, aber richtige Moore und Seen hatte er nicht zu sehen bekommen. Trolle auch nicht, aber dennoch wollte er lieber in einem morastigen See fallen, als einem von ihnen zu begegnen.

„Du entzündest deinen Funken schnell, Feuerherz.“
Er hatte ihn erwischt. Eisflüsterer hatte es gesehen. Aidan schloss die Augen, er hatte versucht diesen Moment hinauszuzögern. Aber nun war es zu spät.
„Manche sagen, ich entzünde ihn zu schnell.“ Aidan erhob sich aus seiner sitzenden Position, um ihm in seiner vollen Größe entgegenzutreten. Manche Menschen nahmen es nicht gerade positiv auf, wenn sie jemandem von seinem Volk begegneten.
„Du musst ihn beherrschen, sonst beherrscht er irgendwann dich.“ Mit diesen Worten wandte sich Eisflüsterer ab und beschäftigte sich wieder mit seinem Abendessen. Sie verloren keine weiteren Worte darüber, bis Aidan entdeckte, dass Eisflüsterer ebenfalls ein Magier war.

Aidan konnte nicht schlafen. Sein Funke glühte. Ihr Lagerfeuer brannte zwischen seinem und Eisflüsterers Schlafplatz. Er drehte sich zu den Flammen herum. Der Anblick ihrer lodernden Schönheit beruhigten ihn. Fagus hatte ihm den Rücken zugewandt. Er schien zu schlafen und Aidan empfand deshalb so etwas wie Neid. Eisflüsterer machte eine Bewegung, die Aidan zunächst für ein schlaftrunkenes Zucken hielt. Doch dann spürte er mehr, als das er es sah, dass sein Reisegefährte wach war. Getrieben von Neugier näherte er sich dem nur scheinbar Schlafenden.
Eisflüsterer blies über seine Handfläche. Von seiner Haut löste sich kein Staub, wie Aidan es erwartet hätte, sondern winzige Schneekristalle. Die Flocken legten sich auf etwas, dass er in seinem Arm hielt. Für Aidan sah es aus wie ein Stein. Er musste blinzeln. Während dieses Wimpernschlags hatte sich auf dem Stein eine dünne Eisschicht gebildet, die Fagus nun zu streicheln schien. Aidan konnte fast körperlich spüren, wie die Tage, die er mit Eisflüsterer verbracht hatte, auseinanderfielen, sich neu zusammenfügten und ein völlig anderes Bild von seinem Gefährten ergaben. Ein sinnvolles Bild.
„Dein Schnee schmilzt schnell.“ Aidan fühlte so etwas wie Erleichterung. Eisflüsterer war ein Magier. Wie er. Es würde ihnen einige Erklärungen und lästige Vorurteile ersparen, jetzt wo sie sich gegenseitig erkannt hatten.

weiter zu Teil 2

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Hallo!

Ich bin gerade in Kommentierlaune – also bist du mein nächstes Opfer Icon_wink
Auf geht’s.

(02-01-2015, 12:42)LadydesBlauenMondes schrieb: Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Das klingt schon mal interessant, auch wenn ich bei „Feuerherz“ immer an Warrior Cats denken muss (ja, ich habe das mal gelesen. Ist aber auch schon etwas her).

Zitat:Warum in aller Götter Namen war er in den Trollsümpfen gelandet?
Warum oder eher wie? Die nachfolgenden Sätze stützen das „Warum?“, aber ich verbinde „irgendwo landen“ eher mit „zufällig reingeraten und dabei nicht ganz wissend, wie eigentlich“. Sonst würde ich eher schreiben „Warum in aller Götter Namen war er in die Trollsümpfe gegangen/geflüchtet/etc.?“, ist aber wohl nur Geschmackssache.

Zitat:Einen wirklichen Grund gab es nicht, aber gewisse Entwicklungen, die wohl damit zu tun hatten, dass er seinen inneren Funken nicht kontrollieren konnte.
Hier bin ich zunächst etwas gestolpert, wegen der Entwicklungen. Ich meine, es gibt keinen wirklichen Grund, aber Entwicklungen, die dazu führten, dass er im Sumpf landete? In diesen Entwicklungen muss doch dann auch ein verborgener Grund liegen, der ihn in den Sumpf geführt hat, oder?

Zitat:Bain, sein Großvater, hatte einmal gesagt, dass Feuermagier gern mit dem Feuer spielten. Sich das Feuer aber nicht kontrollieren ließ.
Den zweiten Satz würde ich ganz plan mit dem ersten verbinden. Oder ein „aber“ einfügen.

Zitat:Aidan wusste sehr wohl, dass diese Umstände zu seiner momentanen Situation geführt haben mussten.
Er ist sich sehr sicher, aber das „haben mussten“ im Konjunktiv impliziert Vermutungen – eine sichere Vermutung? (Gut, jetzt habe ich einen Knoten im Gehirn. Ich denke, das ist schon wieder so eine persönliche Vorliebe meinerseits.)

Zitat:Eine weitere Sumpffliege riss ihn aus den Gedanken an seine jüngste Vergangenheit und zwang ihn dazu, nach seinem eigenen Arm zu schlagen.
„an seine jüngste Vergangenheit“ klingt mMn etwas hölzern. Ich denke da immer an Geschichtsbücher … Würde ich u.U. weglassen.
Zitat:Aidan hatte einmal gehört, dass in den Sümpfen Trolle leben sollten und er fragte sich, wie hier überhaupt jemand leben konnte. Selbst, wenn es riesenhafte Menschen waren, wie sie ihm beschrieben wurden.
Sind diese Sumpffliegen eigentlich auch fies (im Sinne von giftig, krankheitserregerübertragend und allergieauslösend) oder nur lästig?

Zitat:jedes weiterkommen.
Weiterkommen.

Zitat:War es schon bei Tage schwer genug einen sicheren Weg über den trügerisch[en? nassen Boden zu finden,

Zitat:Aidan beschloss, eine Rast zu
Infinitivgruppe mit „zu“ immer mit Komma. Glaube ich. Sind schon wieder Ferien Icon_wink

Zitat:Die Nacht in der Eisflüsterer sein Kleinod fand, war mondklar.
mondklar Pro
Ich habe im ersten Moment Eselflüsterer gelesen … Icon_ugly Mal sehen, wer das ist.

Zitat:bis er es aufgab, Schutz in seinen Träumen zu suchen.

Zitat:Es war nicht mehr zu leugnen. Er war auf der Flucht. Vielleicht vor seiner Vergangenheit, vielleicht vor sich selbst, aber vor allem vor dem Gestern. Eisflüsterer wartete auf Morgen. Jeden Tag.
Ui, zumindest kann er sich da gewissermaßen mit Aidan zusammentun …

Zitat: Erst nachdem er ein paar Flüche in die stille Nacht geschickt hatte, betrachtete er sich den Stein genauer, der ihn zu Fall gebracht hatte.

Zitat:Aber es war kein Stein, wie er schnell erkannte, sondern ein Ei. Steine waren im Allgemeinen nicht oval, glatt und hauptsächlich glänzte auf ihnen keine dünne Eisschicht.
Warum sehen Eier eigentlich immer wie Steine aus?

Zitat:Aidan erwachte von dem Geräusch gezischter, wilder Flüche.
Nicht davon, dass jemand über ihn gestolpert ist? Das hätte ich schon eher erwartet, weil das eine direkte, auch für das „Hindernis“ unangenehme Berührung ist. Und gezischte Flüche sind einfach leiser, zumindest stelle ich mir das so vor.

Zitat:Das Feuer brannte munter zwischen den beiden Männern. Insgeheim war Aidan stolz auf sich. Er hatte es entzündet, ohnekein Komma dass der andere etwas bemerkte und ohne dass der gesamte Trollsumpf brannte.
Hier irritiert mich ein wenig der Zeitsprung. Ja, du hast einen Absatz eingefügt, aber irgendwie reicht mir das nicht, dafür, dass in der Zwischenzeit ja noch ein (vielleicht auch stummes) Einverständnis zwischen den beiden Männern drüber herrscht, dass sie sich jetzt an das Feuer setzen und reden.

Zitat:Er warf einen erklärenden Blick auf die stillen Bäume in ihrer Umgebung, die sich kaum aus der Schwärze der Nacht abzeichneten.
Wie sieht der andere, was Aidan meint? Ein Kopfnicken oder eine Handbewegung wäre eindeutiger.

Zitat:Aidan stocherte mit einem Zweig in seinem Feuer herum.
Geschmacksfrage, denke ich: „in seinem“ hätte ich nicht so präzisiert.

Zitat:Die einzige Antwort, die er Eisflüsterer gab, war ein Nicken.
Ehrlich gesagt hätte ich jetzt gar nicht mehr erwartet, dass Aidan irgendwie antwortet. Vielleicht wäre das Nicken in Verbindung mit dem Zweigherumstochern etwas deutlicher.

Zitat:Ihm war das gleiche Schicksal vorgesehen.
Das kenne ich nicht so, eher „Ihm drohte das gleiche Schicksal.“

Zitat:Die Stille wurde unangenehm zwischen ihnen, also fragte Aidan: „Bist du schon einem Troll begegnet?“
Geschmackssache, mal wieder: Mir kam der Moment zwischen Nicken, letzter Aussage von Eisflüsterer und dem Unangenehmwerden der Stille nicht lang genug vor. Wie wäre es mit „Sie schwiegen, bis die Stille zwischen ihnen unangenehm wurde und […]“ oder etwas in der Art?

Zitat:„Ich habe gehört, sie sollen scheu sein und Menschen nicht besonders mögen.“
.

Zitat:Eisflüsterer vermochte es, ihm viel von seinen Reisen zu berichten,
Klingt mMn wieder etwas seltsam. Natürlich kann Eisflüsterer von seinen Reisen erzählen (warum auch nicht?), aber inwiefern steht der unergründliche Blick aus seinen Augen dazu im Widerspruch?

Zitat:Es wäre herrlich den Flammen zuzusehen, wie sie sich in die Bäume um ihn herum fressen würden, wie sie tantzen, loderten in den schönsten Farben.

Zitat:wie sein Funke drohte, sich selbst zu entzünden.

Zitat:Er versuchte, an etwas anderes zu denken, aber die Sommerhitze umgab ihn(kein Komma) wie eine zweite Haut und machte es ihm zunehmend schwerer.

Zitat:Aidan versuchte seinen Gedanken eine andere Richtung zu geben.
Das ist doppelt gemoppelt (so wie `Nausguckfenster oder Anziehsachen Icon_wink).

Zitat:Die Feuermagie war ein Talent, welches einige Menschen besaßen, aber sie blieben lieber unter ihres gleichen.
Ihresgleichen zusammen.

Zitat:Sie mussten lernen ihre Kunst zu beherrschen, bevor sie sich in den Städten damit verdingen konnten.
Nun ja, sonst wird man vermutlich weggejagt wie Aidan, weil man ein etwas zu großes Feuer entzündet hat …

Zitat:Eine der allgegenwärtigen Sumpffliegen, die sich auf seinen Arm setzte, hinderte ihn daran seine Gedanken fortzuführen. Er musste stehen bleiben, um sie fortzuscheuchen. Dabei gelang es ihm auch seinen Funken wieder schrumpfen zu lassen.
Huh? Ja, du hast vor einiger Zeit darüber geschrieben, dass er beinahe ein Feuer in seiner Umgebung entzündet, weil die Hitze ihn dazu animiert. Aber dann hast du die lange Information darüber eingeschoben, dass Feuermagier liebe unter sich bleiben, er Eisflüsterer nicht verschrecken möchte und ihm deshalb nichts über seine Fähigkeiten erzählt und dass die Feuermagier nach Ende ihrer Ausbildung normalerweise in Städte gehen, die ihre Dienste benötigen. Die Tatsache, dass er eigentliche seine Umgebung in Brand setzen wollte, habe ich jetzt gar nicht mehr auf dem Schirm, weshalb mich das etwas irritiert.
Die Gedanken, die er nicht fortführt, beziehen sich also auf das Inbrandsetzen der Umgebung? Dann würde ich das auch in die Nähe rücken und die Information über Feuermagier allgemein entweder weglassen oder an einer anderen Stelle platzieren.

Zitat:Sein Begleiter war ein ganzes Stück hinter ihm zurückgeblieben, also ließ sich Aidan auf den feuchten Boden sinken.
Auf den feuchten Boden? Und er macht sich keine Gedanken darüber, dass er ein Stück des weiteren Weges mit feuchter Kleidung zurücklegen muss? Okay, es ist warm, und ich bin vielleicht ein verwöhntes Stadtkind, aber freiwillig würde ich mich nicht in den Matsch setzen.

Zitat:Er fragte sich nicht zum ersten Mal warum dieses Waldstück Sumpf genannt wurde. Der Boden war feuchter, als er es kannte, aber richtige Moore und Seen hatte er nicht zu sehen bekommen. Trolle auch nicht, aber dennoch wollte er lieber in einem morastigen See fallen, als einem von ihnen zu begegnen.
Wenn er noch nie ein richtiges Moor oder einen See gesehen hat, warum nimmt er dann nicht einfach an, dass ein feuchterer Boden als gewöhnlich in einem Wald ein Sumpf ist?
(Wobei, ist es denn eigentlich ein Sumpf? Ich habe momentan kein direktes Bild von der Umgebung im Kopf. Stehen da viele Bäume, so wie im Wald? – wegen des Waldstücks)

Zitat:Mit diesen Worten wand sich Eisflüsterer ab
Wandte.

Zitat:Der Anblick(kein Komma] ihrer lodernden Schönheit beruhigten ihn.
Zitat:Aber Eisflüsterer machte eine Bewegung, die Aidan zunächst für ein schlaftrunkenes Zucken hielt.
Wenn er es zunächst noch für ein schlaftrunkenes Zucken hält, würde ich das „aber“ weglassen.

Zitat:Doch dann spürte er mehr, als dass er es sah, dass sein Reisegefährte wach war.

Zitat:Für Aidan sah es aus(kein Komma) wie ein Stein.

Zitat:Während dieses Wimpernschlags hatte sich auf dem Stein eine dünne Eisschicht gebildet, die Fagus nun zu streicheln schien.
Genitiv, wenn mich nicht alles täuscht.

Zitat:Aidan konnte es fast körperlich spüren, wie sich die Tage, die er mit Eisflüsterer verbracht hatte
„Aidan konnte fast körperlich spüren“ (ohne es), wie die Tage […]“ (ohne sich)

So, das war’s für den ersten Teil.
Ja. Ich weiß nicht so genau, wie ich das jetzt am besten formuliere. Einerseits will ich das Ganze schon bis zum Ende lesen, und nicht nur, weil ich es gerade in meiner „Noch zu kommentieren“-Liste stehen habe, sondern auch, weil ich nun doch wissen will, was noch passiert. Es war sprachlich solide, man konnte es gut nachvollziehen, und die einzigen Sprünge und Kommatafehler, die mir aufgefallen sind, habe ich dir an den entsprechenden Stellen markiert.
Aber andererseits – und das wird an meinen persönlichen Vorlieben liegen – wirkte die Geschichte streckenweise recht hölzern, was an den kurzen, manchmal aufzählungsartigen Sätzen liegt (gut, es muss nicht jeder versuchen, einen nicht vorhandenen Preis für den längsten Satz zu bekommen), was aber einfach dein Stil sein dürfte. Ein bisschen Lebendigkeit hätte ich mir also noch gewünscht, auch noch eine genauere Beschreibung des Sumpfes (kann sein, dass ich das einfach schon wieder vergesse habe, in der Zwischenzeit habe ich mit meiner Gastfamilie geskypt …).
Schön fand ich allerdings insbesondere zum Schluss die Beschreibung, wie Eisflüsterer zaubert. Das Ganze hatte so etwas Träumerisches, Frostiges … Pro
Joah. Mal sehen, ob in dem Sumpf noch Trolle hausen, und wie die am Ende aussehen! 

Viele Grüße,
Eselfine


We are all accidents
Waiting
Waiting to happen
Radiohead, "There There"

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Beitrag #3 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Hallo Finchen,
ich glaube so schnell hatte ich noch nie einen Kommi. Bin schon gespannt, was du so zu meiner kleinen Geschichte zu sagen hast.

Zitat:Warum oder eher wie? Die nachfolgenden Sätze stützen das „Warum?“, aber ich verbinde „irgendwo landen“ eher mit „zufällig reingeraten und dabei nicht ganz wissend, wie eigentlich“. Sonst würde ich eher schreiben „Warum in aller Götter Namen war er in die Trollsümpfe gegangen/geflüchtet/etc.?“, ist aber wohl nur Geschmackssache.

Du hat schon recht, der Satz an sich ist eher auf ein "Wie" aufgebaut und die nachfolgenden erklären ein "Warum" ich probier einfach mal aus, was besser klingt. Icon_wink

Zitat:Hier bin ich zunächst etwas gestolpert, wegen der Entwicklungen. Ich meine, es gibt keinen wirklichen Grund, aber Entwicklungen, die dazu führten, dass er im Sumpf landete? In diesen Entwicklungen muss doch dann auch ein verborgener Grund liegen, der ihn in den Sumpf geführt hat, oder?

Ich glaube ich wollte darauf hinaus, dass er nicht bewusst gesagt hat: "Ich geh in die Sümpfe", sondern das diese Entwicklungen ihn dazu getrieben haben. Ich versuche mal was in der Richtung darein zu formulieren.

Zitat:Den zweiten Satz würde ich ganz plan mit dem ersten verbinden. Oder ein „aber“ einfügen.

Vorschlag gekauft.

Zitat:Er ist sich sehr sicher, aber das „haben mussten“ im Konjunktiv impliziert Vermutungen – eine sichere Vermutung? (Gut, jetzt habe ich einen Knoten im Gehirn. Ich denke, das ist schon wieder so eine persönliche Vorliebe meinerseits.)

Ich glaube das Problem ist hier durch die zeitliche Formulierung entstanden. Ich mach mal aus dem "haben mussten" ein "hatten".

Zitat:Sind diese Sumpffliegen eigentlich auch fies (im Sinne von giftig, krankheitserregerübertragend und allergieauslösend) oder nur lästig?

In erster Linie sind sie lästig. Icon_wink Ähnlich wie unsere Stubenfliegen.

Zitat:mondklar Pro
Ich habe im ersten Moment Eselflüsterer gelesen … Icon_ugly Mal sehen, wer das ist.

Ich mag das "mondklar" auch sehr. Es hat mir an dieser Stelle den Wiedereinstieg in die Geschichte sehr erleichtert. Eselsflüsterer Icon_lol

Zitat:Warum sehen Eier eigentlich immer wie Steine aus?

Irgendwie sehen Eier dummerweise so aus. Icon_ugly Ich weiss ich bin hier haarscharf an einem Eragon-Plagiat und hoffe einfach mal, daran vorbeigekommen zu sein. Deshalb hab ich die Stelle auch so schnell abgehandelt.

Zitat:Nicht davon, dass jemand über ihn gestolpert ist? Das hätte ich schon eher erwartet, weil das eine direkte, auch für das „Hindernis“ unangenehme Berührung ist. Und gezischte Flüche sind einfach leiser, zumindest stelle ich mir das so vor.

Ja, sicherlich wacht er auch von der Berührung auf, denk ich mal. Aber ich mag die Flüche an dieser Stelle irgendwie. Ich geh da mal in mich und sag erstmal, dass das Fluchen, Stolpern und alles ja ziemlich gleichzeitig passiert. Icon_wink

Zitat:Wie sieht der andere, was Aidan meint? Ein Kopfnicken oder eine Handbewegung wäre eindeutiger.

Aidan fragt doch "Warum bist du hier?" Da muss Eisflüsterer doch nicht unbedingt was sehen, um die Frage beantworten zu können. Außerdem haben die doch ein Feuer, sodass sie sich sehen können.

Zitat:Geschmackssache, mal wieder: Mir kam der Moment zwischen Nicken, letzter Aussage von Eisflüsterer und dem Unangenehmwerden der Stille nicht lang genug vor. Wie wäre es mit „Sie schwiegen, bis die Stille zwischen ihnen unangenehm wurde und […]“ oder etwas in der Art?

Ich mach mir mal ne Notiz, dass da noch ein paar Augenblicke vergehen müssten.

Zitat:Klingt mMn wieder etwas seltsam. Natürlich kann Eisflüsterer von seinen Reisen erzählen (warum auch nicht?), aber inwiefern steht der unergründliche Blick aus seinen Augen dazu im Widerspruch?

Oje, das ist mal wieder das alte Problem mit den Beschreibungen der Protas. Ich muss gestehen, ich hatte hier noch viel mehr Beschreibung, viel mehr Vergleiche zwischen den beiden drin, was ich dann einfach rausgekürzt habe. Ich schaus mir nochmal an.

Zitat:Die Tatsache, dass er eigentliche seine Umgebung in Brand setzen wollte, habe ich jetzt gar nicht mehr auf dem Schirm, weshalb mich das etwas irritiert.
Die Gedanken, die er nicht fortführt, beziehen sich also auf das Inbrandsetzen der Umgebung? Dann würde ich das auch in die Nähe rücken und die Information über Feuermagier allgemein entweder weglassen oder an einer anderen Stelle platzieren.

Ich schau mir das nochmal an. Du hast Recht, die allgemeinen Infos sind irgendwie eingeschoben. Aber ich wollte auch nicht, dass er sich zu schnell wieder unter Kontrolle hat.

Zitat:Auf den feuchten Boden? Und er macht sich keine Gedanken darüber, dass er ein Stück des weiteren Weges mit feuchter Kleidung zurücklegen muss? Okay, es ist warm, und ich bin vielleicht ein verwöhntes Stadtkind, aber freiwillig würde ich mich nicht in den Matsch setzen.

Also Aidan ist ja sowieso immer warm, er kann also gar nicht frieren. Außerdem sind sie ja schon einige Zeit da unterwegs und haben sich wahrscheinlich an die feuchten Klamotten schon gewöhnt. Icon_wink

Zitat:Wenn er noch nie ein richtiges Moor oder einen See gesehen hat, warum nimmt er dann nicht einfach an, dass ein feuchterer Boden als gewöhnlich in einem Wald ein Sumpf ist?
(Wobei, ist es denn eigentlich ein Sumpf? Ich habe momentan kein direktes Bild von der Umgebung im Kopf. Stehen da viele Bäume, so wie im Wald? – wegen des Waldstücks)

Er hat dort in diesem Wald noch keinen See, oder ein Moor gesehen. Aber ja es ist ein Sumpf, dass mit dem Moor und See kommt noch. Icon_wink Und ja, es ist auch gleichzeitg ein Wald mit Bäumen, nur eben auf morastigen, feuchten Boden.

Zitat:Einerseits will ich das Ganze schon bis zum Ende lesen, und nicht nur, weil ich es gerade in meiner „Noch zu kommentieren“-Liste stehen habe, sondern auch, weil ich nun doch wissen will, was noch passiert.
Das freut mich doch schonmal. Icon_smile Das bedeutet du bist während des Lesens nicht eingeschlafen.

Zitat: Es war sprachlich solide, man konnte es gut nachvollziehen, und die einzigen Sprünge und Kommatafehler, die mir aufgefallen sind, habe ich dir an den entsprechenden Stellen markiert.

Vielen Dank für deine (Achtung Wortspiel!) Eselsgeduld bei meinen Kommafehlern. Die habe ich natürlich ausgebessert.

Zitat:wirkte die Geschichte streckenweise recht hölzern, was an den kurzen, manchmal aufzählungsartigen Sätzen liegt

Hmm, ich glaub hölzern ist nicht gut. Es könnte auch daran liegen, dass ich auf direkte Beschreibungen der beiden Protas weitesgehend verzichtet habe. Es ist daher schon stellenweise etwas experiemtell, weil ich bewusst keine ewig langen Beschreibungen und Erklärungen drin haben wollte. Mal sehen, wie es anderen Lesern so geht. Icon_wink

Zitat:Ein bisschen Lebendigkeit hätte ich mir also noch gewünscht, auch noch eine genauere Beschreibung des Sumpfes

Bisschen mehr Sumpf kommt im nächsten Teil noch. Aber wie gesagt ich wollte ganz bewusst keine ewigen Landschaftsbeschreibungen, sondern sie einfach in die Umgebung setzten und die beiden machen lassen. Icon_wink

Zitat:Schön fand ich allerdings insbesondere zum Schluss die Beschreibung, wie Eisflüsterer zaubert. Das Ganze hatte so etwas Träumerisches, Frostiges … Pro
Joah. Mal sehen, ob in dem Sumpf noch Trolle hausen, und wie die am Ende aussehen!

Freut mich, dass dir das frostige gezaubere gefällt. Ich muss ja gestehen, dass ich Aidans Feuerfunkenzauberei mehr mag. Smiley_emoticons_blush Und ja: Trolle werden noch zu sehen sein. Icon_smile

Vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Kommi, liebes Finchen. Ich habe den ein oder anderen Vorschlag einfach mal kommentarlos übernommen. Ich bin gespannt, was du zum zweiten Teil sagst.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Hallo Lady!

Vorweg: Wie immer ist alles meine persönliche Meinung, mein Geschmack. Wenn ich wirke, als würde ich auf bestimmten Dingen herumreiten, dann tue ich das nicht, um dir meine Ansichten aufzudrücken, sondern um zu erklären, was ich meine. Kann sein, dass ich da manchmal über die Stränge schlage, also fühl dich bitte nicht zu irgendwas genötigt Icon_wink Alles nur Anregungen und Gedanken, die ich mir zu der Geschichte mache – was du letztlich davon übernimmst, umsetzt oder eben auch belässt, wie es ist, liegt natürlich ganz allein bei dir Icon_smile
(Ich weiß, dass du das weißt, aber ich hab das Gefühl, es sagen zu müssen. Um ruhigen Gewissens kommentieren zu können.)

Ich komme ein bisschen spät, was ich bedauere, aber vielleicht kannst du ja trotzdem noch etwas mit einem Kommentar anfangen.
Gelesen hab ich die Geschichte schon kurz nachdem du sie eingestellt hast, und wollte auch irgendwann einen Kommentar dazu schreiben. Hab mir viele Gedanken gemacht und Punkte im Kopf ausformuliert, kam aber irgendwie nie dazu, es auch niederzuschreiben.
Die ersten Eindrücke sind jetzt natürlich weg, deshalb muss es der zweite Eindruck tun Icon_wink

Ich vermute, inhaltlich wirst du nicht viel ändern wollen. Ich weiß, dass man als Autor bei Hintergrund-Projekten zu Romanen ohnehin andere Prioritäten / Ansichten hat, als die meisten Leser. Zumindest, wenn ich von meinen eigenen Erfahrungen und meiner Einstellung ausgehe *lach*
Da sind dann Dinge für den Autor wichtig, weil er weiß, was sie im großen Ganzen bedeuten, mit denen ein Leser vielleicht nichts anfangen kann. Und ich denke nicht, dass du nach so langer Zeit noch daran interessiert bist, hier viel umzuschreiben.
Trotzdem schreib ich einfach mal alles auf, was mir so durch den Kopf geht – da kannst du ja dann selbst raussuchen, was davon du umsetzen möchtest und was nicht.

Zitat: Wie in aller Götter Namen war er in den Trollsümpfen gelandet?
Die Frage finde ich seltsam, weil doch kurz darauf die Antwort kommt: Er musste fliehen, weil er ein Haus abgefackelt hat. Und da ist er wahrscheinlich zu Fuß in die Sümpfe gewandert.
Passender fände ich: »Wieso in aller Götter Namen hatte er sich die Trollsümpfe ausgesucht« oder, wenn betont werden soll, dass er mehr Spielball höherer Mächte ist: »Wieso in aller Götter Namen hatte es ihn in die Trollsümpfe verschlagen?«
Also mehr das »Wieso« in den Vordergrund stellen als das »Wie«

Zitat: Bain, sein Großvater hatte einmal gesagt,
Komma zwischen »Großvater, hatte«
Der Name »Bain« klingt vertraut, ich bin aber nicht sicher, ob ich ihn eben vom ersten Lesen noch kenne, oder ob er nicht schonmal in einer deiner anderen Geschichten (Farben des Feuers?) aufgetaucht ist? Ich mag das ja auch als Leser, wenn sich die einzelnen Geschichten verknüpfen lassen.

Zitat: Einen wirklichen Grund gab es nicht, aber gewisse Entwicklungen, die wohl damit zu tun hatten, dass er seinen inneren Funken nicht kontrollieren konnte. Bain, sein Großvater hatte einmal gesagt, dass Feuermagier gern mit dem Feuer spielten, aber sich das Feuer nicht kontrollieren ließ. Aidan hatte sich nicht bewusst dafür entschieden die Sümpfe zu durchwandern, vielmehr waren es die Umstände, die zu seiner momentanen Situation geführt hatten.
Der Abschnitt ist für meinen Geschmack zu viel Drumherumgerede.
Wie ist er in den Trollsümpfen gelandet? - Er kann seinen inneren Funken nicht kontrollieren und ein Haus ist abgebrannt.
Ich finde, dieses verworrene: »gewisse Entwicklungen, die damit zu tun hatten« und »die Umstände hatten dazu geführt« ... das ist so nichtssagend und unklar. Dabei sind Ursache und Wirkung hier eindeutig. Unkontrollierte Magie -> brennendes Haus -> Flucht/Versteck in den Trollsümpfen.
(das nur so ausführlich, weil es direkt am Anfang für mich einen Stolperstein bildet, ein Hindernis, bevor die Geschichte wirklich losgeht.)

Zitat: Aidan hatte sich nicht bewusst dafür entschieden die Sümpfe zu durchwandern
Komma zwischen »entschieden, die«

Zitat: Aidan konnte verstehen, dass so jemand auf Rache sann. Insbesondere wenn es dabei um einen jungen Feuermagier ging
Mein Lesegefühl bezieht das »dabei« auf »so jemanden« - also derjenige, der auf Rache sinnt, ist hier der junge Feuermagier, rein vom Bezug her.
Eindeutiger fände ich: »Insbesondere wenn es bei dem Täter / Brandstifter / Schuldigen um ...«

Zitat: Aidan schmunzelte.
Im Verlauf der Geschichte bleibt für mich zu sehr im Dunkeln, wie Aidan überhaupt zu dem Vorfall steht. Hier wirkt es so, als fände er das alles ganz harmlos (auch wenn sich das Schmunzeln auf die Flucht bezieht), als sei es nicht schlimm, ausversehen mal ein Haus abzufackeln (und die Besitzer zu ruinieren?) und vom wütenden Mob gejagt zu werden.
Aus handwerklicher Sicht fände ich es besser, wenn er deswegen Schuldgefühle mit sich rumschleppt, die ihn antreiben, seine Macht zu kontrollieren. Wenn er sich Vorwürfe macht - das wäre ein toller innerer Konflikt. Mit großer Macht kommt große Verantwortung und so Icon_wink

Zitat: und zwang ihn dazu nach seinem eigenen Arm zu schlagen.
Komma zwischen »dazu, nach«

Zitat: Aidan hatte einmal gehört, dass in den Sümpfen Trolle leben sollten
Davon war ich ausgegangen, als diese Sümpfe als »Trollsümpfe« vorgestellt wurden. Wo sollte der Name sonst herkommen? Icon_wink

Zitat: War es schon bei Tage schwer genug einen sicheren Weg über den trügerisch nassen Boden zu finden, so war es bei Nacht erst recht unmöglich.
Komma zwischen »genug, einen«
Ich würde entweder schreiben: »so war es das bei Nacht erst recht« (nämlich »schwer genug«)
oder »so war es bei Nacht unmöglich«.

Zitat: Die Nacht in der Eisflüsterer sein Kleinod fand war mondklar.
Komma zwischen »Nacht, in« und zwischen »fand, war«

Zitat: wann ihn dieses Gefühl zum ersten Mal beschlich,
»beschlichen hatte«

Zitat: aber er kannte es schon sehr lange. Bis er seinen Schatz fand. Es war wie in den Geschichten
Hier könnte man ein bisschen auflockern und einen Absatz nach »lange« machen. Vielleicht sogar »Bis er seinen Schatz fand.« in eine eigene Zeile, danach wieder ein Absatz. Würde es noch mehr betonen.

Zitat: Zum zweiten Mal in wenigen Tagen stolperte Eisflüsterer. Diesmal über ein paar Männerstiefel. Er musste die Augen zusammenkneifen, um zu erkennen, dass in den Stiefeln Beine steckten und zu den Füßen ein ganzer Mensch gehörte, der auf der Erde lag und schlief.
Aidan erwachte von dem Geräusch gezischter, wilder Flüche.
Das Feuer brannte munter zwischen den beiden Männern.

Das hier wirkt, als wäre beim Überarbeiten / Kopieren ein Stück Text an der falschen Stelle. Zuerst drei Sätze aus Eisflüsterers Perspektive, dann ohne Leerzeile ein Wechsel zu Aidan und dann brennt auf einmal ein Feuer zwischen den beiden Männern, von denen einen Satz vorher noch einer über den anderen gestolpert ist.
Ich übe mich bei Dread gerade daran, Autoren nicht in ihre Perspektivenentscheidungen reinzureden (weil ich da meine ganz eigenen Ansichten zu habe), aber das hier liest sich wirklich abgehackt und ungelenk.
Wenn du Eisflüsterers Stolpern aus seiner Perspektive behalten willst, würde ich das noch an den vorigen Abschnitt anhängen und danach einen Absatz machen.
Außerdem empfehle ich, dann entweder direkt mit den beiden Männern am Feuer in Aidans Perspektive einzusteigen, oder zwischen »Aidan erwachte« und »Sie saßen am Feuer« zumindest noch zwei oder drei Sätze dazu zu verlieren, wie es dazu kommt. Spannend fände ich ja auch, direkt zu erleben, WIE Aidan das Feuer entzündet.
Aber so nahtlos zu schreiben: Er erwacht – das Feuer brennt – ach übrigens: das mit dem Feuer war Aidan, zwischen den zwei Sätzen ist noch Platz für eine Rückblende ... das passt einfach nicht.

Zitat: und ohne das der gesamte Trollsumpf brannte.
»dass«

Zitat: Natürlich interessierte es ihn, weshalb sein Gegenüber so genannt wurde, aber stattdessen fragte er: „Warum bist du hier?“
Warum? Also, warum stellt er diese Frage, wenn ihn interessiert, wo die Bezeichnung Eisflüsterter herkommt?
Ich würde ihn entweder die Frage stellen lassen »Warum nennt man dich so?« und Eisflüsterer schweigt halt, bis Aidan das Thema wechselt. Oder gar nicht erwähnen, dass es Aidan interessiert.

Zitat: Die einzige Antwort, die er Eisflüsterer gab, war ein Nicken.
Antwort auf welche Frage?
Falls es einfach eine Reaktion auf Eisflüsterers Worte sein soll, würde ich eher »Erwiderung« oder wirklich »Reaktion« schreiben, weil einer »Antwort« für mich auf jeden Fall eine Frage vorausgehen muss.

Zitat: und ihr beider Blick verlore sich in den Flammen.
»verlor«

Zitat: Als die Stille zu unangenehm zwischen ihnen wurde, fragte Aidan: „Bist du schon einem Troll begegnet?“ Eisflüsterer schüttelte den Kopf. „Ich habe gehört, sie sollen scheu sein und Menschen nicht besonders mögen.“ Dieses Gerücht hatte Aidan ebenfalls vernommen. Er senkte die Stimme, als ob er befürchtete, dass sie belauscht wurden. „Und sie sollen ziemlich hässliche, flache Nasen haben.“ Er sah sich um und war sich schamhaft bewusst, dass er seinen Vorurteilen freien Lauf ließ. „Flachnasen, werden sie genannt.“

Bei Dialogen unbedingt mit Absätzen arbeiten, das macht die ganze Sache sehr viel übersichtlicher und leichter zu lesen:
[ABSATZ]Als die Stille zu unangenehm zwischen ihnen wurde, fragte Aidan: „Bist du schon einem Troll begegnet?“ [ABSATZ]
Eisflüsterer schüttelte den Kopf. „Ich habe gehört, sie sollen scheu sein und Menschen nicht besonders mögen.“ [ABSATZ]
Dieses Gerücht hatte Aidan ebenfalls vernommen. Er senkte die Stimme, als ob er befürchtete, dass sie belauscht wurden. „Und sie sollen ziemlich hässliche, flache Nasen haben.“ Er sah sich um und war sich schamhaft bewusst, dass er seinen Vorurteilen freien Lauf ließ. „Flachnasen, werden sie genannt.“
(Ich habs jetzt mal so gemacht, wie ich es machen würde. Gibt auch Leser/Autoren, die bevorzugen, dass tatsächlich nur die wörtliche Rede immer in einer Zeile steht, also mit noch mehr Absätzen. Ist für mich nicht nötig.)

Zitat: Er sah sich um und war sich schamhaft bewusst, dass er seinen Vorurteilen freien Lauf ließ. „Flachnasen, werden sie genannt.“
Er schämt sich also für seine Vorurteile, hört aber nicht auf, sie zu verbreiten? Das klingt komisch, dass er dieser moralische Einschub da steht, Aidan aber trotzdem nochmal betont, dass sie Flachnasen genannt werden.

Zitat: Sie hatten sich zu einer Art Reisegemeinschaft zusammengeschlossen.
Mir haben beim ersten Lesen diese Textfragmente schon nicht so gut gefallen. Dadurch bekommt die Geschichte einen abgehackten, leicht zerstückelten Touch, finde ich, weil sie Szenen so ohne Übergang hintereinander stehen. Ich kann verstehen, dass du da nicht unnötig aufblähen wolltest, und will da auch gar nicht gegenreden. Was mir aber total fehlt, ist einfach ein Hinweis darauf, wie viel Zeit verstreicht. Wie lange sie da in den Trollsümpfen sind und wie viel Zeit sie haben, sich anzufreunden.
Und ich frage mich – vor allem, weil das Thema ganz am Anfang erwähnt wird: Wie überleben sie da? Was essen sie, was trinken sie? Aidan zumindest scheint sehr unvorbereitet in die Trollsümpfe gestolpert zu sein, und ich kann mir nicht vorstellen, dass Eisflüsterer so viel Vorräte mit sich herumschleppt.
Ich weiß nicht einmal, ob mir die Frage gekommen wäre, wenn du nicht selbst ausdrücklich erwähnt hättest, dass Aidan sich die Frage stellt (»und er fragte sich, wie hier überhaupt jemand leben konnte.« und später »Der Trollsumpf war nicht gerade ein Ort zum Überleben.«). Wie also können die beiden dort leben? Mehrere Tage, oder vielleicht sogar Wochen lang?
Wie kommen sie so problemlos dort zu recht, finden offenbar problemlos ihren Weg durch das ihnen unbekannte Gebiet (zumal Sümpfe zu den eher gefährlichen Landschaften gehören, für mich zumindest, wo man schnell man in einem morastigen Loch verschwinden kann).

Zitat: Eisflüsterer vermochte es, ihm viel von seinen Reisen zu berichten
»vermochte« finde ich hier seltsam. »Eisflüsterer berichtete ihm viel von seinen Reisen«; »vermögen« klingt so, als sei das eine schwere Tätigkeit, bei der man scheitern kann.
Oder eben wirklich eine Kunst daraus machen: »Eisflüsterer vermochte es, Geschichten über seine Reisen lebendig werden zu lassen, so dass manche Tage verflogen wie Stunden« oder sowas

Zitat: Die beiden Männer gingen nebeneinander her. Sie hatten sich zu einer Art Reisegemeinschaft zusammengeschlossen. Aidan mochte die Gesellschaft des anderen. Eisflüsterer vermochte es, ihm viel von seinen Reisen zu berichten, doch der Blick aus seinen grünen Augen blieb ihm unergründlich. Sie waren nach Siyanda aufgebrochen, diese Richtung war ebenso gut wie jede andere. Aidan hoffte, dass seine Verfolger ihn aufgegeben hatten. Der Trollsumpf war nicht gerade ein Ort zum Überleben.
Die Hitze hatte sich wie ein schweres Tuch über die Sümpfe gelegt. Aidan spürte, wie es seinem Begleiter immer schwerer fiel weiter zu gehen. Aidans Funke glühte. Er spürte das Feuer tief in sich

Kurz ein größere Ausschnitt, um ein eher kleines Problem zu verdeutlichen: Du hast bei deinen Sätzen oft ein eintönige Schema, das man hier gut erkennen kann. Schau mal auf die Satzanfänge:
Die beiden Männer gingen
Sie hatten
Aidan mochte
Eisflüsterer vermochte
Sie waren
Aidan hoffte
Der Trollsumpf war
Die Hitze hatte
Aidan spürte
Aidans Funke glühte
Er spürte
Alle nach dem Schema Subjekt – Verb, das liest sich auf Dauer sehr monoton. Allgemein ist mir aufgefallen, dass du auch sehr häufig »Aidan« nennst, gerade wenn er dann oft am Satzanfang steht, fällt das auf. Versuch vielleicht, da ein bisschen zu variieren, wenn ich mal ein Beispiel versuchen darf:
»Schweigend gingen die beiden Männer nebeneinander her. Ihr Ziel war Siyanda, das hatten sie beschlossen, weil diese Richung so gut wie jede andere war, und eine Art Reieegemeinschaft gebildet. Aidan mochte die Gesellschaft des anderen.
Normalerweise vermochte es Eisflüsterer, die Stunden zu verkürzen, indem er von seinen Reisen berichtete. Nur der Blick aus den grünen Augen blieb unergründlich.
Im Moment aber lag die Hitze wie ein schweres Tuch über den Sümpfen und Aidans spürte, wie es einem Begleiter immer schwerer fiel, weiterzugehen.
In ihm selbst glühte sein Funke. Er spürte das Feuer tief in sich und wenn er die Augen schloss, loderten die Bilder in der Dunkelheit vor ihm auf. Er wusste, dass er es kontrollieren konnte, dass er es kontrollieren musste.
Kurz dachte er an seine Verfolger. Ob sie die Jagd aufgegeben hatten? Ihn womöglich für tot hielten? Der Trollsumpf war kein Ort zum Überleben.
Der Drang in ihm wurde stärker.«

Ich hab versucht, die einzelnen Sätze auch inhaltlich besser miteinander zu verknüpfen, weil ich finde, dass die Gedankengänge teilweise nicht ganz flüssig sind. Direkt am Anfang zum Beispiel, erwähnst du erstdie Reisegemeinschaft, springst dann zu der Unterhaltung durch die Reiseberichte, erwähnst dann das Ziel, das thematisch eher zu der Reisegemeinschaft gehört, dann wieder zurück zu Eisflüsterer und seiner Schwäche ...
Da muss für meinen Geschmack ein bisschen mehr Struktur rein, um diesen Aufzählungscharakter der Sätze zu verhindern Icon_wink

Zitat: loderten die Bilder in der Dunkelheit vor ihm. Er wusste, dass er es kontrollieren konnte, dass er es kontrollieren musste.
Hier wäre zum Beispiel eine gute Stelle, um kurz zu zeigen, wie Aidan zu seinem »Unfall« steht. Sieht er die Bilder des brennenden Hauses und spürt Reue, Bedauern, Mitleid? Will er seine Macht kontrollieren, damit so etwas nicht nochmal passiert? Oder ärgert es ihn, dass er als Gejagter in den Trollsümpfen ist, weil er die Kontrolle verloren hat? Treiben ihn also eher egoistische Gründe an, oder will er keinem anderen mehr schaden?
Das muss nicht viel sein, nur ein oder zwei Sätze.
»Nie wieder durfte es soweit kommen, dass seine Macht anderen Menschen Schaden zufügte.«
oder eben
»Wenn er nicht den Rest seines Lebens immer wieder auf der Flucht sein wollte, musste er diese Macht kontrollieren. Durfte die Kontrolle nicht mehr verlieren.«
Das würde mir schon helfen, ihn ein bisschen einzuordnen. Wie steht er zu seiner Tat? Bereut er und wenn ja, den eigenen Schaden oder den der Familie?

Zitat: Es wäre herrlich den Flammen zuzusehen
Komma zwischen »herrlich, den«

Zitat: wie sie tantzen, loderten in den schönsten Farben.
»tanzten«

Zitat: Er versuchte, an etwas anderes zu denken, aber die Sommerhitze umgab ihn, wie eine zweite Haut
kein Komma zwischen »ihn wie«
Kurzer – eher geschmacklicher – Einwurf: Ich finde, die Hitze in einem Sumpf ist nicht zu vergleichen mit der Hitze des Sommers. Sommerhitze ist für mich heiß und trocken, während es in einem Sumpf (aufgrund der Feuchtigkeit) eher schwül und drückend ist. Durch »Sommerhitze« verwandelt sich die Umgebung bei mir in eine grüne Wiese, über der die Luft flirrt.
Da hat natürlich jeder Leser seine eigenen Assoziationen, aber gerade weil der Sumpf noch nicht so ausführlich beschrieben wurde und auch in den Aktionen der Charaktere gar keine Rolle spielt (sie stolpern in keine Schlammlöcher, kämpfen sich nicht durch Morast, haben keine Nahrungsprobleme), ist das Bild in meinem Kopf einfach nicht präsent. Und »Sommerhitze« lässt es noch weiter verblassen.

Zitat: Sie mussten lernen ihre Kunst zu beherrschen
Komma zwischen »lernen, ihre«

Zitat: Aidan hingegen waren die Umstände nicht so wohlgesonnen, aber nun hatte er Fagus kennengelernt.
Wieso nennt er ihn hier auf einmal »Fagus«? Bisher und auch im weiteren Text ist es größtenteils »Eisflüsterer«, und ich finde es schon wichtig, die beiden Namen nciht als gleichwertig zu betrachten. Wenn Eisflüsterer genau so genannt werden will, und Aidan nennt ihn Fagus (wenn auch nur in der Erzählung), bedeutet das für mich eine größere Nähe zwischen den beiden, als wenn es weiter bei »Eisflüsterer« bleibt.

Zitat: hinderte ihn daran seine Gedanken fortzuführen.
Komma zwischen »daran, seine«

Zitat: Dabei gelang es ihm auch seinen Funken wieder schrumpfen zu lassen.
Komma zwischen »auch, seinen«

Zitat: Er fragte sich nicht zum ersten Mal warum dieses Waldstück Sumpf genannt wurde. Der Boden war feuchter, als er es kannte, aber richtige Moore und Seen hatte er nicht zu sehen bekommen.
Hm ... Ich bin beim Lesen niemand, der die Umgebung haarklein beschrieben bekommen muss. Wenn da »Sumpf« steht, ist das für mich genug, dass ein Bild von einem Sumpf in meinem Kopf entsteht. Wenn da aber »Sumpf« steht, und es ist gar kein Sumpf, dann will ich das möglichst schnell erfahren. Nicht erst, wenn ich mich gewundert habe, dass es offenbar gar keinen Rolle spielt, ob sie in einem Sumpf sind oder nicht.
Außerdem finde ich es seltsam, als »Definitionsmerkmale« für einen Sumpf ausgerechnet »Moose« und »Seen« anzuführen.
Moos, okee, gehört schon zum Sumpf, weil es feucht ist. Aber Seen?
Für mich ist Sumpf in erster Linie feuchter Boden, morastige Tümpel, kleine Inseln mit festem Grund dazwischen, karge Bäume, Schilf und Gräser ... aber sicher keine Seen oder klares Wasser in sonstiger Form.
Also ich kann damit leben, ohne Landschaftsbeschreibung durch eine Geschichte zu gehen, aber ich mag es garnicht, wenn ein Eindruck erweckt wird, der später widerrufen wird. Wenn dieses »Waldstück« so wenig Sumpf ist, warum nennt Aidan selbst es dann Sumpf? Und wie lange kann man in einem »Waldstück« unterwegs sein? Das ist für mich kleiner als ein Wald, und selbst einen durchschnittlichen Wald sollte man doch innerhalb »einiger Tage« durchqueren können?
Oder ist nur die Ecke des Sumpfes, in dem sie sich gerade befinden, eher ein Waldstück?
Die Umgebung ist mir ein Rätsel, über das ich mir nur Gedanken machen, weil es dauernd erwähnt wird. Also würd ich da direkt deutlich sagen, was Sache ist, damit nicht zu viele Irritationen und Fragen entstehen.

Zitat: aber dennoch wollte er lieber in einem morastigen See fallen, als einem von ihnen zu begegnen.
»einen«
Ich dachte, es gibt keine Seen? Icon_wink

Zitat: „Du entzündest deinen Funken schnell, Feuerherz.“
Er hatte ihn erwischt. Eisflüsterer hatte es gesehen. Aidan schloss die Augen, er hatte versucht diesen Moment hinauszuzögern. Aber nun war es zu spät.
„Manche sagen, ich entzünde ihn zu schnell.“ Aidan erhob sich aus seiner sitzenden Position, um ihm in seiner vollen Größe entgegenzutreten. Manche Menschen nahmen es nicht gerade positiv auf, wenn sie jemandem von seinem Volk begegneten.
„Du musst ihn beherrschen, sonst beherrscht er irgendwann dich.“ Mit diesen Worten wandte sich Eisflüsterer ab und beschäftigte sich wieder mit seinem Abendessen. Sie verloren keine weiteren Worte darüber, bis Aidan entdeckte, dass Eisflüsterer ebenfalls ein Magier war.

An dieser Stelle finde ich es wirklich schade, dass du dir nicht ein bisschen mehr Zeit nimmst. Das ist so ein wichtiger Punkt für die Geschichte – da stelle ich mir so viele Gefühle vor, die in Aidan toben. Erschrecken, Unsicherheit, Überlegungen, wie er reagieren soll. Zweifel, ob Eisflüsterer es wirklich nett meint, oder ob er nur nett tut, um Aidan dann doch noch zu überwältigen, zu töten, im Sumpf zu versenken. Ob er gerade einen Freund – die einzige Gesellschaft in diesem Sumpf, den Grund, warum es ihm besser geht – verloren hat. Dann allmählich die Freude darüber, dass das Geheimnis gelüftet ist, dass er sich nicht mehr verstecken muss.
Da könnte richtig Spannung rein, aber du handelst es leider sehr knapp und lieblos ab (so wirkt es). Mehr eine Skizze, ein paar Notizen zu der Szene, die eigentlich viel länger sein sollte. Rasch aufgeschrieben, um die Idee nicht zu vergessen. Und dann nicht weiter ausgearbeitet.
Ich find das sehr schade, dass du diesen wichtigen Punkt hier so knapp abhandelst.
»Ach ja, übrigens, ich weiß, dass du ein Magier bist.«
»Du hasst mich bestimmt dafür.«
»Ach was.«
»Okay.«

Das liest sich total leblos. Selbst in dem kurzen Gespräch über Trolle liegen mehr Gefühle drin als hier Icon_wink
Dabei sollte es einer der wichtigen Punkte in der Geschichte und in der Beziehung zwischen Aidan und Eisflüsterer sein. Zumindest für mein Empfinden.

Zitat: Fagus hatte ihm den Rücken zugewandt.
Auch hier reißt mich der Name raus. Wieso manchmal dieser Wechsel?

Zitat: Doch dann spürte er mehr, als das er es sah
»dass«

Zitat: Aidan konnte fast körperlich spüren, wie die Tage, die er mit Eisflüsterer verbracht hatte, auseinanderfielen, sich neu zusammenfügten und ein völlig anderes Bild von seinem Gefährten ergaben. Ein sinnvolles Bild.
Auch hier finde ich es schade, dass man als Leser so gar nichts von diesen Tagen gemerkt hat. Welches Bild hatte Aidan denn von Eisflüsterer? Was hat Eisflüsterer so merkwürdiges getan, dass sich jetzt zu einem sinnvollen Bild zusammenfügt? Wie stehen die beiden Männer zueinander? Vor und nach der Enthüllung, dass Aidan ein Magier ist?
Wie gesagt, das alleszu erwähnen wäre Stoff für eine längere Geschichte, aber wenn diese Anspielungen drin sind, fühle ich mich als Leser ein Stück weit »hintergangen«, dass davon nichts in der Geschichte steht.
Bisher ging es so gut wie nur um den Sumpf und Aidans Funken, da war ganz, ganz wenig Raum für die Beziehung zwischen den beiden, so dass mich diese »Enthüllung« relativ kalt lässt.
Ich persönlich würde mir wünschen, dass der Fokus mehr in diese Richtung rückt, dass die Beziehung mehr Raum bekommt. Vor allem eben an der Stelle, an der Aidan »enttarnt« wird. Das bietet sich an, um ein »seltsames« Bild von Eisflüsterter zu zeichnen (Warum reagiert er so gelassen auf die Magie, warum scheint er zu wissen, wie es Aidan geht, Warum schweigt er, wenn Aidan genau diese Fragen stellt?), das sich dann hier auch für den Leser auflöst.

Zitat: Es würde ihnen einige Erklärungen und lästige Vorurteile ersparen, jetzt wo sie sich gegenseitig erkannt hatten.
Naja – Eisflüsterer weiß doch schon, dass Aidan ein Magier ist und offenbar gab es wieder Erklärungen noch lästige Vorurteile. Da ändert die Tatsache, dass Eisflüsterer ebenfalls ein Magier ist, nichts dran. Das ist eigentlich ein Gedanke, der Aidan bei seiner eigenen »Enttarnung« hätte kommen müssen:
Erleichterung, dass Eisflüsterer ihn akzeptiert, wie er ist. Was er ist. Dass Aidan sich nicht erklären muss, nicht rechtfertigen, dass er sich nicht mit Vorwürfen und Vorurteilen konfrontiert sieht.

Vielleicht wäre es geschickter, aus diesen zwei Szenen eine einzelne zu machen.
Eisflüsterer »erwischt« Aidan beim Zaubern, als der das Abendlagerfeuer anzündet, das Thema kommt auf, Aidans Ängst und Zweifel, er erwartet böses Blut, das Ende der Freundschaft. Stattdessen reagiert Eisflüsterer ganz gelassen, akzeptiert einfach, es mit einem Magier zu tu zu haben und Aidan ist erleichtert. Gleichzeitig fragt er sich aber auch, warum Eisflüsterer so reagiert, zweifelt vielleicht an seiner Ehrlichkeit. Fragt sich, ob Eisflüsterer Hintergedanken hat, ihn in Sicherheit wiegen will. Deshalb kann er nicht einschlafen, vielleicht weil er fürchtet, Eisflüsterer wolle ihn im Schlaf aus dem Weg räumen. DANN entdeckt er die Zauberei und weiß jetzt, dass sie einander vertrauen können, weil sie das gleiche Geheimnis mit sich herumtragen.

Dass zwischen diesen beiden Ereignissen Zeit verstricht, halte ich für überflüssig, da in dieser Zeit ja offenbar eh nichts passiert. In einer Szene gebündelt könnte man das Thema aber tiefergehend beschreiben, gerade Aidans Gedanken und Gefühle dazu. Im Moment ist halt eine Lücke da, und das Thema fällt einfach unter den Tisch, bis (ein paar Tage später?) auch Eisflüsterer »enttarnt« wird. Fände ich einfach stimmiger, wenn das innerhalb eines Abends geschieht, weil man dieser Thematik dann genügend Aufmerksamkeit zukommen lassen könnte.


Und damit mache ich mich direkt an den nächsten Teil Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #5 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Hallo Lanna,

dann will ich mich mal an deinen Kommi machen. Vor meinem Urlaub habe ich es nicht mehr geschafft, aber jetzt gehts frisch ans Werk. Icon_smile

Zitat:Ich vermute, inhaltlich wirst du nicht viel ändern wollen. Ich weiß, dass man als Autor bei Hintergrund-Projekten zu Romanen ohnehin andere Prioritäten / Ansichten hat, als die meisten Leser. Zumindest, wenn ich von meinen eigenen Erfahrungen und meiner Einstellung ausgehe *lach*

Ja, es ist tatsächlich so. Ich habe auch schon bei Finchens Kommentar festgestellt, dass ich einfach nicht die Priorität hatte eine "richtige" Kurzgeschichte zu schreiben, sondern schlicht und einfach erklären wollte wie Aidan zu diesem Ei kommt und ich wollte einfach mal was mit meinen Trollen machen. Deshalb ist es vom Aufbau her irgendwie auch keine so "richtige" Geschichte geworden.

Zitat:Trotzdem schreib ich einfach mal alles auf, was mir so durch den Kopf geht – da kannst du ja dann selbst raussuchen, was davon du umsetzen möchtest und was nicht.

Okay. Icon_smile Ich denke ich werde trotzdem den ein oder anderen Hinweis für zukünftige Projekte mitnehmen können.

Zitat:
Zitat:Wie in aller Götter Namen war er in den Trollsümpfen gelandet?
Die Frage finde ich seltsam, weil doch kurz darauf die Antwort kommt: Er musste fliehen, weil er ein Haus abgefackelt hat. Und da ist er wahrscheinlich zu Fuß in die Sümpfe gewandert.

Ich glaube ich meinte hier sogar eher "Wieso" als das "Wie". Deinen Vorschlag dazu kauf ich einfach mal. Icon_wink

Zitat:Der Name »Bain« klingt vertraut, ich bin aber nicht sicher, ob ich ihn eben vom ersten Lesen noch kenne, oder ob er nicht schonmal in einer deiner anderen Geschichten (Farben des Feuers?) aufgetaucht ist? Ich mag das ja auch als Leser, wenn sich die einzelnen Geschichten verknüpfen lassen.

Richtig, das ist der Bain aus "Die Farben des Feuers". Aidans Großvater. Schön, dass sich jemand daran erinnert. Icon_smile

Zitat:Der Abschnitt ist für meinen Geschmack zu viel Drumherumgerede.
Wie ist er in den Trollsümpfen gelandet? - Er kann seinen inneren Funken nicht kontrollieren und ein Haus ist abgebrannt.

Ich habe mich an dieser Stelle ehrlich gesagt vor den Kommentaren gefürchtet. Weil ich dachte, dass dann jeder fragt: "Warum ist er denn in den Sümpfen, wenn er die doch so schrecklich findet?" Deshalb wollte ich eine Erklärung dazu einzubauen, dass er eben (mehr oder weniger) keine Wahl hatte. Hmm, das ändert aber leider nix daran, dass meine Sätze dazu tatsächlich etwas steif klingen. Icon_slash

Zitat:Im Verlauf der Geschichte bleibt für mich zu sehr im Dunkeln, wie Aidan überhaupt zu dem Vorfall steht.

Ja, das mit dem "inneren Konflikt" ist eine gute Idee. Aber ich wollte ihn bewusst nicht so nachdenklich machen. Er ist eben noch ein junger Magier, fast noch im Teenie-Alter und deshalb wollte ich ihn schon etwas "unbekümmert" darstellen. (So was nachträglich einzubauen ist glaube ich auch zu umständlich, dass würde den ganzen Aufbau verändern)

Zitat:Aber so nahtlos zu schreiben: Er erwacht – das Feuer brennt – ach übrigens: das mit dem Feuer war Aidan, zwischen den zwei Sätzen ist noch Platz für eine Rückblende ... das passt einfach nicht.

Ich muss es zugeben: Die Stelle so zu schreiben war Absicht. Experiment - muss ich zugeben ja. Aber ich hab es mir so vorgestellt, dass eben mit dem Stolpern, der "Perspektivenball" weitergegeben wird. Wie beim Staffellauf, wo beide Läufer kurz den Stab in der Hand haben. Einfach um auch mal von diesem Absatz-Perspektivenwechsel-Absatz-Einheitsbrei wegzukommen. Ich glaub ich bin jetzt einfach mal stur und lasse es so. Icon_wink

Zitat:Er schämt sich also für seine Vorurteile, hört aber nicht auf, sie zu verbreiten? Das klingt komisch, dass er dieser moralische Einschub da steht, Aidan aber trotzdem nochmal betont, dass sie Flachnasen genannt werden.

Kennst du es nicht, wenn du einfach das sagst, was dir als erstes Einfällt und dann praktisch schon bereust es gesagt zu haben, noch während du es sagst? So ungefähr hab ich mir das vorgestellt. Also ich wollte schon deutlich machen, dass er ganz genau weiß das es Vorurteile sind. Icon_wink

Zitat:Wie überleben sie da? Was essen sie, was trinken sie? Aidan zumindest scheint sehr unvorbereitet in die Trollsümpfe gestolpert zu sein, und ich kann mir nicht vorstellen, dass Eisflüsterer so viel Vorräte mit sich herumschleppt.

Ich hake das mit den Szenenfragmenten einfach mal als gescheiteres Experiment ab. (Ich merke gerade das ich bei meinem anderen Projekt auch gerade in diese Falle tappe Icon_slash ) Die Frage mit den Vorräten aber lässt sich beantworten: Aidan ist -wie auch Eisflüsterer - die ganze Zeit auf Wanderschaft, also haben beide auch Vorräte dabei. Ich überleg aber nochmal wie ich das löse, ich wollte eigentlich nicht alles haarklein auseinandersetzen.

Zitat:Kurz ein größere Ausschnitt, um ein eher kleines Problem zu verdeutlichen: Du hast bei deinen Sätzen oft ein eintönige Schema, das man hier gut erkennen kann.

Ich schau mir die Stelle nochmal an, es klingt tatsächlich etwas eintönig. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich mit der Stelle etwas herumgequält hatte, weil ich da erst noch Beschreibungen zu ihrem Äußeren drin hatte. Icon_slash

Zitat:Kurzer – eher geschmacklicher – Einwurf: Ich finde, die Hitze in einem Sumpf ist nicht zu vergleichen mit der Hitze des Sommers.

Ich glaube, ich wollte einfach nur erwähnen das Sommer ist. Ich habe jetzt einfach mal nur "Hitze" draus gemacht. Icon_wink

Zitat:Wieso nennt er ihn hier auf einmal »Fagus«? Bisher und auch im weiteren Text ist es größtenteils »Eisflüsterer«, und ich finde es schon wichtig, die beiden Namen nciht als gleichwertig zu betrachten.

Ehrlich gesagt mach ich da keinen Untschied. Obwohl ich ihn gedanklich auch immer nur Eisflüsterer genannt habe und Aidan immer nur Aidan.

Zitat:Moos, okee, gehört schon zum Sumpf, weil es feucht ist. Aber Seen? Für mich ist Sumpf in erster Linie feuchter Boden, morastige Tümpel, kleine Inseln mit festem Grund dazwischen, karge Bäume, Schilf und Gräser ... aber sicher keine Seen oder klares Wasser in sonstiger Form.

Öhm, ich meine "Moor" geschrieben zu haben. Icon_confused Ja, aber die Trollsümpfe sind eben nicht die Standard-Sümpfe wie man es sich vorstellt. Icon_wink Sie sind sowohl blubber-Matsch-Fläche, als auch "Wald-mit-feuchterem-Boden". "See" erweckt vielleicht einfalsches Bild, ich meinte ganz allgemein schlammigere Flächen.

Zitat:Wenn dieses »Waldstück« so wenig Sumpf ist, warum nennt Aidan selbst es dann Sumpf?

Weil eben dieses ganze Trollgebiet so genannt wird. Es besteht halt nicht nur aus Sumpf und nicht nur aus Wald, sondern eben beides.

Zitat:Oder ist nur die Ecke des Sumpfes, in dem sie sich gerade befinden, eher ein Waldstück?

So ist es. Ich fürchtete mich vor dem Kommentar: "So eine ellenlange Landschaftsbeschreibung will doch keiner lesen." Deshalb hab ich das ganz bewusst weggelassen, hab die Beiden dorthin geschickt und wollte sie einfach mal machen lassen. Icon_wink

Zitat:Dabei sollte es einer der wichtigen Punkte in der Geschichte und in der Beziehung zwischen Aidan und Eisflüsterer sein. Zumindest für mein Empfinden.

Das ist so ein Punkt was ich am Anfang mit den Prioriäten meinte. Klar könnte ich ganze Absätze damit füllen, wie die beiden jetzt zu Freunden werden, aber darum ging es mir schlicht und einfach nicht. Damit das sie sich gegenseitig als Magier ist für mich auch schon die Vertrauensbasis geschaffen. Zumal sie sich ja eh schon zu einer Art "Zweckgemeinschaft" zusammengeschlossen haben.

Zitat:Auch hier finde ich es schade, dass man als Leser so gar nichts von diesen Tagen gemerkt hat. Welches Bild hatte Aidan denn von Eisflüsterer? Was hat Eisflüsterer so merkwürdiges getan, dass sich jetzt zu einem sinnvollen Bild zusammenfügt? Wie stehen die beiden Männer zueinander? Vor und nach der Enthüllung, dass Aidan ein Magier ist?

Hmm, ich habe das Gefühl für all diese Fragen nicht genug Raum in der Geschichte zu haben, wie schon gesagt meine Prioritäten waren ganz andere. Ich schau mal ob ich diese Andeutungen vielleicht rauskürzen kann.
Dein Tipp, dass alles in eine Szene zusammenzufassen find ich gar nicht schlecht. Ich schau mal wie das möglicht bündig zusammengefummelt bekomme. Mal sehen, vielleicht kann Aidan tatsächlich deshalb nicht schlafen weil Eisflüsterer ihn erwischt hat, deine Idee dazu gefällt mir ganz gut. Ich wollte das Thema nicht allzuweit auswälzen, weil ich mir das schon so vorstelle, dass sie ja beide irgendwie in diese "Gemeinschaft" der Zauberkundigen gehören und sich eben deshalb "auf Anhieb verstehen".

So, dann schonmal vielen Dank für deinen Kommentar und deine Gedanken zu meiner Geschichte. Wie gesagt unsere Prioritäten und Herangehensweisen unterscheiden sich hier etwas, aber ich kann doch einige Tipps für weitere Projekte daraus "mitnehmen."

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #6 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Hallo Lady, 

Heute beschäftige ich mich mit deinen Werken  Icon_smile Gleich zu Beginn muss ich leider Kritik üben. Die Handlung ist zu schnell und sprunghaft. Schon regelrecht abgehackt. Da schmeißt du Sätze rein (Beispiele folgen) und ich sitze da mit einem großen Fragezeichen über den Kopf. ich weiß, dass du das definitiv besser kannst und deswegen wundere ich mich. Oder ist das ein sehr altes Werk? 

Du klebst auch hier sehr an den Namen, wo man Synonyme verwenden kann und ich hätte mir etwas mehr Beschreibung über Aussehen und Kleidung der Protagonisten gewünscht.

Zitat:Zum zweiten Mal in wenigen Tagen stolperte Eisflüsterer. Diesmal über ein paar Männerstiefel.
Soll passieren  Icon_rolleyes

Zitat:Aidan erwachte von dem Geräusch gezischter, wilder Flüche. 

Das Feuer brannte munter zwischen den beiden Männern. Insgeheim war Aidan stolz auf sich. 
Hier drängt sich der Gedanken auf, dass zwischen den beiden Sätzen eine Szene fehlt. Aidan erwacht und schwupss! Er ist verliebt? Selbst bei einer Fantasygeschichte etwas unglaubwürdig.

Zitat: wie sie tantzen, loderten in den schönsten Farben
tanzten

Zitat:Sie verloren keine weiteren Worte darüber, bis Aidan entdeckte, dass Eisflüsterer ebenfalls ein Magier war.
Da ist es wieder, das Fragezeichen. Du wirfst da so ein Häppchen hin und dann kommt nichts mehr. Muss ich mir den Rest selbst zusammen reimen?  Icon_confused

Zitat:Es würde ihnen einige Erklärungen und lästige Vorurteile ersparen, jetzt wo sie sich gegenseitig erkannt hatten.
Ich hätte das aber gerne, um der Geschichte ein wenig Salz zu geben und die Einstellung der Prots kann man ja dazu kund tun. 



Feuer und Eis haben sich gefunden und liefern Stoff für eine spannende Geschichte. Bin mal gespannt, ob die beiden sich verlieben. Aber ein wenig mehr Konflikte hätte ich schon gerne, vor allem weil die beiden ja doch sehr unterschiedlich zu sein scheinen. Das ist alles noch ein wenig zu perfekt und ich würde mir da eben mehr Ecken und Kanten wünschen. 

Bin mal gespannt, ob wir noch einen Troll zu sehen kriegen  Icon_smile

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #7 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (1/2)
Hallo Persi,

dann mache ich doch gleich mal weiter.  Icon_wink 


Zitat:Gleich zu Beginn muss ich leider Kritik üben. Die Handlung ist zu schnell und sprunghaft. Schon regelrecht abgehackt.

Ich denke, da muss ich dir recht geben. Ich vermute das liegt daran, dass ich das sehr Szenenhaft geschrieben habe und nicht in "einem Guß" runter, das merkt man leider sehr. Nur, es ist halt unheimlich schwer im Nachhinein Szenen miteinander zu verbinden, habe ich festgestellt.  Icon_rolleyes


Zitat:ich weiß, dass du das definitiv besser kannst und deswegen wundere ich mich. Oder ist das ein sehr altes Werk?

Soo alt ist die Geschichte noch nicht, sie ist auf jeden Fall jünger, als die anderen die du jetzt gelesen hast. Es scheint tatsächlich an meiner Herangehensweise zu liegen.


Zitat:und ich hätte mir etwas mehr Beschreibung über Aussehen und Kleidung der Protagonisten gewünscht.

Ja, ich wollte hier ganz bewusst nicht viel beschreiben und wollte viele Dinge als "ganz natürlich" einfach da sein lassen.


Zitat:Hier drängt sich der Gedanken auf, dass zwischen den beiden Sätzen eine Szene fehlt. Aidan erwacht und schwupss! Er ist verliebt? Selbst bei einer Fantasygeschichte etwas unglaubwürdig.
 
Ähm nö. Beides nö. Ich habe nur den sehr kurzen Moment ausgelassen, in dem die beiden beschlossen haben, zusammen am Feuer zu reden. Und verliebt ist hier überhaupt keiner. Darf ich fragen, wie du darauf kommst?

Zitat:Da ist es wieder, das Fragezeichen. Du wirfst da so ein Häppchen hin und dann kommt nichts mehr. Muss ich mir den Rest selbst zusammen reimen?  [Bild: icon_confused.gif]

Was fehlt dir denn? Die Geschichte geht ja noch weiter und es passiert ja auch noch was, was selbstverständlich auch mit den "Magiereigenschaften" zu tun hat. Ich glaube der "Rest" kommt noch. Icon_wink


Zitat:Ich hätte das aber gerne, um der Geschichte ein wenig Salz zu geben und die Einstellung der Prots kann man ja dazu kund tun.

Ich kann dich da verstehen, aber die Geschichte zielt einzig und allein darauf ab, das Aidan zu dem Ei kommt und ein wenig lernt seinen Funken zu kontrollieren. Sie ist einfach nicht darauf ausgelegt, um noch mehr zu zeigen.


Zitat:Aber ein wenig mehr Konflikte hätte ich schon gerne, vor allem weil die beiden ja doch sehr unterschiedlich zu sein scheinen.

Sorry, aber ich glaube, da muss ich dich enttäuschen. Niemand wird sich verlieben (Kitsch ist einfach nicht meine Sache) und es geht auch nicht um die Konflikte zwischeneinander. Das wäre einfach eine ganz andere Geschichte geworden.


Auch hier wieder: Vielen Dank für das ausbuddeln, lesen und kommentieren. Ich schau mal, was ich noch ändern kann, das fällt mir bei älteren Geschichten immer so schwer. Icon_igitt

Bin mal gespannt, was du zum zweiten Teil sagst. Icon_wink

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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