Es ist: 22-11-2019, 13:19
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Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
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Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
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Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)

„Wir nennen es unseren Schneekristall.“ Eisflüsterer stocherte in Aidans Feuer herum.
„Auch wir müssen lernen ihn zu beherrschen.“ Zum ersten Mal zuckte ein Lächeln über seine Lippen.
„Sonst sind wir im Eis gefangen. Erfroren.“ Er hob einen Finger.
„Oder nur gewisse Körperteile.“ Er zeigte mit der anderen Hand auf den erhobenen Finger.
„Mein älterer Bruder hat es mir gezeigt.“ Fagus tippte sich an die Schläfe. „Man muss sich eine Mauer darum vorstellen. Wenn die Magie fließen soll, wird das Tor hochgezogen.“ Sein Blick war nun in die Vergangenheit entrückt. „Aber nur gerade so hoch, dass wir es noch kontrollieren können.“
Er sah Aidan an. „Ich habe mir immer eine Wand aus Feuer vorgestellt.“ Sein Lachen kam aus seinem tiefsten Inneren. Aidan hörte es zum ersten Mal.

Aidan konzentrierte sich. Langsam, Stück für Stück baute sich eine Mauer um seinen Funken auf. Sie schimmerte feucht, war mit dünnem Eis überzogen, welches langsam schmolz. Er versuchte die Kälte, die davon ausging, zu spüren. Auf die andere Waagschale zu werfen, im Gleichgewicht zu bleiben. Auf der einen Seite glühte sein Funke. Schwer. Beinahe unkontrollierbar.
„Du kannst es Feuerherz. Konzentriere dich.“ Eisflüsterers Stimme. Entspannt. Kalt. Beruhigend. Eine plötzliche Windbö strich über die beiden Magier. Doch Aidan ließ sich nicht ablenken. Er hatte es fast geschafft. Noch ein Stein und die Mauer, die seinen Funken kontrollieren würde, wäre errichtet. Ein Ächzen der Anstrengung entfuhr ihm, als er die fertige Arbeit sah. Jetzt musste er nur noch eine Tür einbauen, die es ihm erlaubte seine Magie zu nutzen. Doch diese entglitt ihm, wie eine Erinnerung, von der man weiß, dass sie da sein muss, die aber in die Schatten des Vergessens entschwindet. Er musste noch dreimal von vorne beginnen, doch schließlich gelang es ihm die Tür zu errichten. Er öffnete er die Augen, zeigte mit einem Finger auf den bereit gelegten Holzscheit und ließ diesen in einer kleinen, kontrollierten Feuersäule zu Asche werden.

Dunstig stieg Nebel aus dem Moor empor. Oder kroch er zielstrebig zwischen den knorrigen, kahlen Bäumen hervor? Aidan war sich dessen nicht sicher. Inzwischen traute er den Trollsümpfen so viele Unannehmlichkeiten zu, dass er sich schon fragte, warum er noch immer hier war. Die Holzstange des Trolls stakte wieder in das schlammige Wasser. Aidan hatte es inzwischen aufgegeben, den sumpfigen Spritzern, die sie dabei erzeugte, auszuweichen. Noch immer wunderte sich Aidan, wie sie sich dazu hatten überreden lassen können auf dieses Floß zu steigen. Sie waren Ladakh einfach in die Arme gelaufen. Wenn Aidan nicht dabei gewesen wäre, hätte er es wohl nicht geglaubt. Aber es war nur ein unachtsamer Schritt gewesen, den Eisflüsterer gemacht hatte und schon lag er in den Armen des Trolls. Aidan musste noch immer lächeln, bei der Erinnerung an den Anblick, wie die beiden Männer auf dem Boden gelegen und sich angestarrt hatten. Als sie sich schließlich aufgerappelt hatten – was sich bei dem schlüpfrigen Boden als nicht so einfach erwies – hatten sie den Troll nicht mehr abwimmeln könnten, der sich vor Freundlichkeit beinahe überschlug und darauf bestand, sie in die beste Taverne jenseits des Flusses zu bringen. Eisflüsterer und Aidan hatten – trotz entsprechendem Misstrauen- der Versuchung nicht widerstehen können. Bedeutete eine Taverne doch nicht nur gutes Essen und Trinken sondern auch ein trockenes Bett für die Nacht.
Eisflüsterer schien während der Floßfahrt völlig in der Unterhaltung mit dem Troll aufzugehen. Voller Begeisterung ließ er sich erklären, in welchem Teil der „Silbersümpfe“, wie ihre Bewohner sie nannten, sie sich befanden und in welche Richtung sie fuhren. Aidan fand, dass sie den Namen „Flachnasen“ verdienten, denn dieser Gesichtsteil wirkte, als ob jemand ihn mit dem Hammer bearbeitet hätte. Nun verstand er auch, wie es jemand in diesen stinkenden Sümpfen aushielt: Die Trolle konnten schlechter riechen als normale Menschen.
Während ihrer Fahrt beobachtete er Ladakh und hatte er feststellen müssen, dass die Sumpfbewohner weniger außergewöhnlich waren, als er es hatte zugeben wollen. Sie waren etwas größer, als es menschenüblich war und ihre Haut hatte die Farbe ihrer Umgebung angenommen. Schlammfarben.

Gerade dachte Aidan über die anderen Gerüchte nach, die er über die Trolle gehört hatte, als sie auch schon in einen schmalen, sumpfigen Fluss abbogen. Der Weg war gesäumt von brennenden Fackeln und der Feuermagier konnte sich an den Flammen, die der Feuchtigkeit des Sumpfes trotzten nicht sattsehen. Nebel schien von der Wasserstraße aufzusteigen. Oder kroch doch zielstrebig zwischen den knorrigen Stämmen des Waldes auf ihn zu? Aidan lief ein kalter Schauer über den Rücken. Er hatte sich von Anfang an nicht wohl in diesen Sümpfen gefühlt, und die Nähe zu den Trollen verstärkte dieses Gefühl.
Die Hütte – Aidan mochte beim besten Willen keine andere Bezeichnung für dieses Brettergebilde einfallen -, war über und über mit Trollen gefüllt. Eisflüsterer hatte schon scherzend gefragt, ob für sie beide überhaupt noch Platz darin war. Im Geheimen hatte sich Aidan gewünscht, dass diese Frage verneint werden würde. Aber sie wurden doch hineingequetscht, mitten unter die Flachnasen. Ehe sie sich dagegen wehren konnten, hatten schon jeder einen Krug vor sich stehen.
Sie nannten dieses Getränk Moorsaft und Aidan fand diesen Namen passend. Nicht nur die Farbe stimmte damit überein, sondern auch der Geruch. Ihm war es unmöglich, mehr als einen Schluck davon zu trinken. Eisflüsterer hingegen schien sich weder von der seltsamen Farbe noch von dem Geschmack – der Aidan an Verwesung erinnerte - abschrecken lassen. Im Gegenteil er sprach dem Moorsaft gut zu und hatte schon nach wenigen Minuten den zweiten Krug vor sich stehen.
„Wir sollten hier verschwinden“ Aidan beugte sich zu seinem Begleiter über den Tisch.
„Man weiß nie, was diese Trolle wirklich denken.“
Eisflüsterer sah ihn ernst über seinen Krug hinweg an. „Jetzt hör mal zu Feuerherz. Das ist der erste Abend seit langem, an dem ich nicht auf dem nassen Boden sitzen und schlafen muss.“ Er grinste. „Und an dem ich etwas anständiges zu Trinken bekomme.“ Zur Bestätigung seiner Worte nahm er einen tiefen Schluck des grässlichen Getränkes. Aidan rümpfte die Nase. Die Trolle hatten es nicht nur geschafft, ihr Moor trinkbar zu machen, sondern es auch noch mit reichlich Alkohol anzureichern. Er konnte sich nicht erinnern, dass Eisflüsterer – seit er ihn kannte – jemals solch einen schlechten Geschmack bewiesen hätte. Aber er musste auch zugeben, dass er ihn noch nicht besonders lange kannte. Wer wusste schon, was der Magier noch für Geheimnisse in sich trug? Noch immer hatte er Aidan nicht diesen Gegenstand erklärt, den er regelmäßig mit seiner Magie kühlte. Aidan allerdings hatte ihm auch noch nicht zu verstehen gegeben, dass er es wissen wollte.
Sobald er sie über die Schwelle der Hütte geschoben hatte, hatte Ladakh sie sich selbst überlassen. Aidan fragte sich, wohin seine Freundlichkeit verschwunden war. Vielleicht wird er vom Wirt bezahlt, neue Kunden zu bringen? Jedenfalls hatte Aidan ihn nicht mehr gesehen, egal wie oft er sich umsah. Es war jedoch nicht auszuschließen, dass er an einem der zahlreichen Tische saß und mit seinen Freuden würfelte. Offenbar waren sie diesem Spiel sehr angetan, denn fast an jedem Tisch rollten die Holzsteine.

„Sag, Feuerherz, hast du schon jemals daran gedacht wie es wäre, wenn du ein Zuhause hättest?“ Eisflüsterer gab ein seltsames Seufzen von sich, bevor er einen weiteren Schluck trank und Aidan ansah. „Ich meine ein richtiges Zuhause.“
Aidan wusste nicht, was er erwidern sollte. Natürlich war er in Gedanken oft in der Vergangenheit, bei seiner Familie. Seinem zu Hause. Aber dies alles lag für ihn weit entfernt. Unerreichbar. Nicht in der Zukunft. „Vielleicht“, antwortete er ausweichend und ließ offen, ob er noch etwas hinzufügen wollte, oder nicht.
Eisflüsterer erzählte ihm stattdessen etwas von einem zu Hause in den kalten Eiswüsten, von einer Frau, die es verstand, Fische zu fangen, von Kindern, die aus Schnee Männer bauten. Aidan verstand nicht, was Fagus an diesem Traum gefiel, aber er schob es auf dessen alkoholvernebelten Sinne.
„Du solltest weniger von diesem Saft trinken.“ Aber gleichzeitig wusste er auch, dass es schon zu spät war.
„Fremder, das ist mein Platz.“ Ein Troll näherte sich ihrem Tisch. Aidan schloss aus seinen wankenden Schritten, dass er dem Moorsaft ebenso zugetan war, wie es Eisflüsterer zu sein schien.
Fagus blickte sich um. „Ich seh‘ kein Schild, auf dem das steht.“ Aidan versuchte die Situation ebenso unbeschwert zu betrachten, wie es sein Reisegefährte tat, jedoch fehlte ihm die entsprechende Menge Moorsaft. Er versuchte so zu tun, als ob er nicht da wäre.
Die Flachnase stand jetzt direkt vor ihrem Tisch und schien sich nicht beirren zu lassen.
„Steh‘ auf, du Wicht.“ Eisflüsterer erhob sich. Aidan konnte nur notdürftig dem Drang widerstehen es ihm gleichzutun. Er erhob sich halb und ließ sich sofort wieder auf seinen Stuhl sinken. „Eisflüsterer“, raunte er, wollte seinen Freund beruhigen. Gleichzeitig spürte Aidan wie sein Funke zu glühen begann. Es war warm in der Hütte. Hitze, die von den Torffeuern herrührte, die von unzähligen Leibern ausging. Hitze, die sich in seiner Magengegend bildete. Er dachte an die Eismauer, die er so mühsam darum errichtet hatte, aber auch diese entschärfte nicht die Situation vor seinen Augen.
„Und? Was hast du jetzt vor … Flachnase.“ Aidan hatte sich davor gefürchtet, dass dieses Wort fallen würde. Er wusste es nicht mit Sicherheit, vermutete aber, dass es nicht dazu beitragen würde Frieden zu stiften. Der Troll gab einen grunzenden Laut von sich.
„Lass es gut sein, Eisflüsterer.“ Er versuchte nur halblaut zu sprechen, damit er nicht die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. Aber es war ihm nicht entgangen, dass es dafür schon zu spät war. Sie waren umringt von Trollen, die die Szene argwöhnisch beobachteten.
Eisflüsterer schüttelte den Kopf. „Nein, Feuerherz, wir sind ihre Gäste.“ Mit diesen Worten richtete er sich zu seiner vollen Größe auf. Beinahe war er auf Augenhöhe mit dem Troll. „Sie sollen uns mit Respekt behandeln.“
„Eisflüsterer …“, Aidan wollte nichts falsch machen, deshalb ließ er den Satz ungesagt. Jedes weitere Wort wurde bereits überflüssig, als der Troll den Arm erhob und Eisflüsterer von sich stieß, sodass dieser über seinen Stuhl fiel und auf dem harten Holzfußboden liegen blieb.
Der Troll hatte bereits ein siegessicheres Grinsen aufgesetzt, als sich Eisflüsterer auch schon wieder erhob. Seine Knie zitterten, sein Blick war glasig, aber er hielt sich auf den Füßen. Langsam richtete er sich vollends auf und wankte auf seinen Kontrahenten zu. Aidan wollte sich ihm entgegenstellen, ihn aufhalten, den Wahnsinn beenden, doch Fagus ließ sich nicht beirren. In einem Moment der Klarheit drückte er Aidan sein Kleinod in den Arm. „Pass‘ darauf auf Feuerherz“ flüsterte er, bevor er dem Troll entgegenging.
Aidan fühlte sich wie benebelt. Um ihn herum löste sich die Taverne auf. Die Trolle grölten, schoben ihn mit ihren Körpern hin und her und brachten seine Eismauer zum Einsturz. Bilder von seinem Gefährten stiegen in Aidans Verstand empor. Bilder von ihm, zwischen den dunklen Leibern. Bilder von Blut. Aidans Funke glühte, schmolz seine eisige Festung und ließ die Hütte in Flammen aufgehen.
Aidan floh. Er floh aus der Trollhütte, floh vor den Bildern, floh vor den verbrannten Leibern und rettete sich auf das Floß mit dem er gekommen war. Er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Hilflos ließ er sich auf das schwimmende Holz sinken. Er konnte nichts weiter tun, als mit anzusehen, wie Welt vor seinen Augen in Flammen die aufging und das Ei im Arm wiegen.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallo.
Hier also die zweite Hälfte des Kommentars zur zweiten Hälfte deiner Geschichte Icon_wink

Zitat:„Wir nennen es unseren Schneekristall.“ Eisflüsterer stocherte in Aidans Feuer herum.
Gut, ich weiß, dass du Ausschnitte aus ihrer Begegnung zeigst, die dazwischen viel Platz für die Entfaltung der leserischen Vorstellungskraft lassen. Aber – und das wird wohl auch zum Teil daran liegen, dass ich den ersten Teil zum letzten Mal vor zwei Tagen gelesen habe, und ihn aus momentaner Ermangelung einer Internetverbindung nicht noch einmal hervorgekramt habe – gerade habe ich Probleme damit, den Übergang zu finden. Aidan hat am Ende des letzten Teils herausgefunden, dass Eisflüsterer ein Magier ist, ein Eismagier oder etwas in der Art? Und jetzt beschreibt Eisflüsterer ihm, dass sie sich im Prinzip recht ähnlich sind. Aidan trägt den Funken in sich, Eisflüsterer einen Schneekristall. (Gut, das war jetzt mehr für mich :D)

Zitat:„Auch wir müssen lernen ihn zu beherrschen.“ Zum ersten Mal zuckte ein Lächeln über seine Lippen.
Danach würde ich einen Absatz machen, einfach zur Übersichtlichkeit – also die wörtliche Rede in die nächste Zeile schieben.
Zitat:„Sonst sind wir im Eis gefangen. Erfroren.“ Er hob einen Finger. Die Geste drückte Belehrung aus.
Was mich hieran stört, ist das „Die Geste drückte Belehrung aus“. Er hebt einen Finger, sagt nebenbei aber, was so alles passieren kann, wenn man den Schneekristall nicht beherrscht – ohne Aidan dabei wirklich zu belehren. Weshalb mich eben dieser Gestus der Belehrung irritiert. Insbesondere im Zusammenhang damit:

Zitat:„Oder nur gewisse Körperteile.“ Er zeigte mit der anderen Hand auf den erhobenen Finger.
Das zeigt mir doch eher, dass er den Finger hebt, um Aidan zu zeigen, was passieren kann und dass ihm das auch passiert ist. Im Sinne von „Schau her, das ist damals ziemlich schief gelaufen, ich habe jetzt einen erfrorenen Finger, den du dir ersparen könntest“, anstatt des „Mach das ja nicht, siehst du, wie ich mit dem Zeigefinger wackle, damit das Ganze beeindruckender wirkt? Ach ja, und so ganz nebenbei, wie du siehst, ist mir damals mal was schiefgegangen, seitdem habe ich einen erfrorenen Finger, mit dem man aber noch ganz prima belehrend wackeln kann“ (stark überzogen, ich weiß. Aber so ungefähr.)

Zitat:Er sah seinen Schüler an. „Ich habe mir immer eine Wand aus Feuer vorgestellt.“ Sein Lachen kam aus seinem tiefsten Inneren. Aidan hörte es zum ersten Mal.
Schüler? Seit wann ist Aidan denn sein Schüler? Nur, weil er ihm den Tipp gibt, den Eisflüsterer von seinem älteren Bruder bekommen hat?

Zitat:Ein plötzlicher Windstoß strich über die beiden Magier. Doch Aidan ließ sich nicht ablenken. Er hatte es fast geschafft.
Erbsenzählerei: Ein Windstoß verbinde ich nicht mit „streichen“, was mMn eher eine leichte Brise tun würde. Und dann verstehe ich nicht ganz, warum ihn da ein bisschen Wind (wenn es wirklich nicht eine plötzlich auftauchende Sturmbö ist, was ich mir vorstellen kann) ablenken sollte.

Zitat:Noch ein Stein und die Mauer, die seinen Funken kontrollierte, wäre errichtet.
Ich würde hier vielleicht sogar zweimal den Konjunktiv anwenden. „die Mauer, die seinen Funken kontrollieren würde, wäre errichtet.“ Ist aber wahrscheinlich auch Geschmackssache.

Zitat:Ein Seufzer der Anstrengung entglitt ihm, als er die fertige Arbeit sah. Jetzt musste er nur noch eine Tür einbauen, die es ihm erlaubte, seine Magie zu nutzen. Doch diese entglitt ihm,
Doppelt gemoppelt. Würdest du umgehen, wenn du statt des ersten „entglitt“ etwas „seufzertypischeres“ wie „entfuhr“ o.Ä. einsetzen würdest. Seufzt man eigentlich vor Anstrengung oder mehr vor Erschöpfung? Ich verbinde „seufzen“ nicht so recht mit Anstrengung, wenn man bereits mit etwas fertig ist.

Zitat:wie eine Erinnerung, von der man weiß, dass sie da sein muss, die aber in die Schatten des Vergessens entschwindet.

Zitat:Er musste noch dreimal von vorne beginnen, doch schließlich gelang es ihm die Tür zu finden.
Hm, hast du nicht eben noch geschrieben, er müsste die Tür einbauen? Dann ist sie ja noch nicht da, und kann damit auch nicht gefunden werden Icon_wink

Zitat:Er öffnete er die Augen, zeigte in einer schlichten Geste mit einem Finger auf den bereit gelegten Holzscheit und ließ diesen in einer kleinen, kontrollierten Feuersäule zu Asche werden.
Die „schlichte Geste“ betont den Fingerzeig so sehr, dass ich sie nicht mehr als schlicht empfinde …

Zitat:Dunstig stieg Nebel aus dem Moor empor. Oder kroch er zwischen den knorrigen, kahlen Bäumen hervor? Aidan war sich dessen nicht sicher.
Wahrscheinlich beides, wenn der Boden feucht ist. Nebel hat die Angewohnheit, plötzlich aus allen Ecken und Enden aufzutauchen und genauso schnell wieder zu verschwinden.

Zitat:Inzwischen traute er den Trollsümpfen so viele Unannehmlichkeiten zu, dass er sich schon fragte, warum er noch immer hier war.

Nebel ist doch im Sumpf an sich nichts Außergewöhnliches. Warum bezeichnet Aidan es dann als Unannehmlichkeit? Die Tage vorher muss er doch auch schon öfter durch Nebel gewatet sein. Immerhin ist es da verdammt feucht.

Zitat:Die Holzstange des Trolls stakte wieder in das schlammige Wasser. Aidan hatte es inzwischen aufgegeben, den sumpfigen Spritzern, die sie dabei erzeugte, auszuweichen.
Ein Troll!
Sie bezieht sich auf die Holzstange, aber im ersten Moment habe ich es auf die Spritzer bezogen gelesen … Eindeutig, ich sollte mehr schlafen.

Zitat:Eisflüsterer hingegen schien völlig in der Unterhaltung mit dem Troll aufzugehen.
Hier stört mich aus irgendeinem Grund das „hingegen“. Aidan ist nicht sehr erfreut, dass er noch nasser und dreckiger wird, aber das kann Eisflüsterer ja völlig egal sein, wenn er sich mit dem Troll unterhält. Anders wäre es, wenn Aidan darüber nachdenkt, dass er lieber Abstand zu der fremden Spezies der Trolle hält, wer weiß, was sie insgeheim so essen (Suppe aus Elf und Zwiebel, zum Beispiel. Könnte ja sein, Aidan mag keine Zwiebeln.

Zitat:Voller Begeisterung ließ er sich erklären, in welchem Teil der „Silbersümpfe“, wie ihre Bewohner sie nannten, sie sich befanden und in welche Richtung sie fuhren.
Na, ist doch gut, dass der Troll ihn darüber aufklärt. Es wäre seltsamer, wenn er darüber schweigen würde (weil wegen erwähnte Suppe. Eismagier macht sich sicher auch gut Icon_ugly )

Zitat:Noch immer fragte sich Aidan, wie sie sich dazu hatten überreden lassen können auf dieses Floß zu steigen.
Woah, das ist zwar kompliziert, aber ich glaube, da kann man wirklich nichts dran machen … Zumindest fällt mir nichts anderes ein, als die Verben untereinander hin und her zu schieben, was es aber nicht leichter macht.

Zitat:Wenn Aidan nicht dabei gewesen wäre, hätte er es wohl nicht geglaubt.
Das verstehe ich nicht ganz. Aidan hätte es nicht geglaubt, wenn er (selbst?) nicht dabei gewesen wäre? (Ah, okay. Alles klar.)

Zitat:Aidan musste noch immer lächeln, bei der Erinnerung an den Anblick, wie die beiden Männer auf dem Boden gelegen und sich angestarrt hatten.
Mit „Mann“ verbinde ich eine Menge Menschliches, ich weiß ja nicht, wie deine Trolle aussehen, aber die sind in meiner Vorstellung definitiv nicht menschlich … Erbsenzählerei, so wie immer.

Zitat:Aidan und Eisflüsterer nannten die Trolle „Flachnasen“, denn ihre Nasen wirkten, als ob sie jemand mit dem Hammer bearbeitet hätte.
Nur sie beide oder auch die anderen Menschen? Irgendwoher müssen die beiden es ja haben, wenn sie vorher noch nie einem Troll begegnet sind. Und das klingt definitiv nach einem Schimpfwort, das man einer Kreatur, der man gerade erst begegnet ist und die recht gastfreundlich wirkt, nicht einfach so verpasst.

Zitat:Nun verstand er auch, wie es jemand in diesen stinkenden Sümpfen aushielt: Die Trolle konnten schlechter riechen(kein Komma) als normale Menschen. Aidan hatte feststellen müssen, dass die Sumpfbewohner weniger außergewöhnlich waren, als er es hatte zugeben wollen. Sie waren etwas größer, als es menschenüblich war und ihre Haut hatte die Farbe ihrer Umgebung angenommen. Schlammfarben.
Das ist ein bisschen viel Information auf einen Haufen – du springst von den Flachnasen (als Schimpfwort oder sonstige mMn nicht allzu netten Bezeichnung) zum Trollgeruch (konnten sie schlechter riechen, oder riechen sie noch schlechter?) und dann zu ihrem eigentlich gar nicht mal zu ungewöhnlichen Aussehen. Klar, du möchtest die Trolle dem Leser verständlich darstellen und zeigen, ohne sie plan zu beschreiben. Aber hier wirkt es ein wenig wie Infodump, der mich hieraus reißt:

Zitat:Als sie sich schließlich aufgerappelt hatten – was sich bei dem schlüpfrigen Boden(kein Komma) als nicht so einfach erwies – hatten sie den Troll nicht mehr abwimmeln könnten, der sich vor Freundlichkeit beinahe überschlug und darauf bestand, sie in die beste Taverne jenseits des Flusses zu bringen.
Hier kehrst du wieder zurück zur Schilderung der ersten Begegnung (Eisflüsterer scheint ein besonderes Talent dafür zu haben, in andere Menschen/Trolle zu rennen bzw. über sie zu stolpern). Würde ich vielleicht erst beenden, bevor Aidan vielleicht Ladkhar beobachtet, wie er mit Eisflüsterer über etwas redet, und dann die Überlegungen einfügen, die du oben schon hast – wie wenig unterschiedlich die Trolle doch in Wirklichkeit sind.

Zitat:Eisflüsterer und Aidan hatten – trotz entsprechender Vorsicht - der Versuchung nicht wiederstehen können. Bedeutete eine Taverne doch nicht nur gutes Essen und Trinken sondern auch ein trockenes Bett für die Nacht.
Widerstehen von Widerstand.
Trotz entsprechender Vorsicht? Meinst du gewisse Zweifel an der Aufrichtigkeit des Angebots (Trollsuppe)? Scheint ja viele Vorurteile über Trolle zu geben, und Aidan hat offenbar eine ganze Menge davon aufgesammelt, gehegt und gepflegt. Dass er da ein bisschen misstrauisch ist, wäre da kein Wunder. Und bei Fremden, denen man im Sumpf begegnet, gar nicht mal so unangebracht.

Zitat:Gerade dachte Aidan darüber nach, ob diese Entscheidung tatsächlich richtig gewesen war, als sie auch schon in einen schmalen, sumpfigen Fluss abbogen. Der Weg war gesäumt von brennenden Fackeln und der Feuermagier konnte sich an den Flammen, die der Feuchtigkeit des Sumpfes trotzten, nicht sattsehen.
Huh, es gibt Leben im Sumpf – also sowas wie Zivilisation Icon_wink

Zitat:Nebel schien von ihrer Wasserstraße aufzusteigen. Oder kroch er tatsächlich zwischen den knorrigen Stämmen des Waldes hervor?
„Ihre“ Wasserstraße? Wessen? Tut Nebel in der Regel auch. Die Wiederholung mit den Bäumen ist beabsichtigt, oder? Wirkt hier aber auf mich nicht …

Zitat:Aidan lief ein kalter Schauer über den Rücken. Er hatte sich von Anfang an nicht wohl in diesen Sümpfen gefühlt, und die Nähe zu den Trollen verstärkte dieses Gefühl. Flachnasen, dachte er.
Netter Junge. Da könnten einem die Trolle glatt leidtun. Icon_wink

Zitat:Die Hütte – Aidan mochte beim besten Willen keine andere Bezeichnung für dieses Brettergebilde - einfallen, war über und über mit Trollen gefüllt.
Das „einfallen“ noch in die Bindestriche (sind es ja nicht, keine Ahnung, wie die in diesem Fall genannt werden) setzen.

Zitat:Eisflüsterer hatte schon scherzend gefragt, ob für sie beide überhaupt noch Platz darin war. Im Geheimen hatte sich Aidan gewünscht, dass diese Frage verneint werden würde. Aber sie wurden doch hineingequetscht, mitten unter die Flachnasen, die nicht nur die Farbe, sondern auch den Geruch ihres Sumpfes angenommen hatten. Ehe sie sich dagegen wehren konnten, hatten schon jeder einen Krug vor sich stehen.
Der Gute hat ja eine wirklich tiefsitzende Abneigung in sich. Nur, weil die Trolle stinken? Ich meine, ansonsten sind sie ja ganz nett. Bis jetzt zumindest.
Das Kursive empfinde ich hier als Dopplung. Du hast weiter vorn bereits erwähnt, wie sie aussehen und nicht allzu angenehm riechen – wie es der Sumpf auch tut. (Anpassung, könnte man meinen *g*)

Zitat:Sie nannten dieses Getränk Moorsaft und Aidan fand diesen Namen passend. Nicht nur die Farbe stimmte damit überein, sondern auch der Geruch.
Dürfte also nach Troll riechen. Mhm, lecker. Würde das „damit“ evtl. weglassen, weil du das „womit“ nicht noch einmal explizit nennst.

Zitat:Ihm war es unmöglich, mehr als einen Schluck davon zu trinken. Eisflüsterer hingegen schien sich weder von der seltsamen Farbe(kein Komma) noch von dem Geschmack – der Aidan an Verwesung erinnerte - abschrecken lassen. Im Gegenteil er sprach dem Moorsaft gut zu und hatte schon nach wenigen Minuten den zweiten Krug vor sich stehen.
Guter Zuspruch fängt bei mir ungefähr beim dritten Krug an, aber ich denke, das ist eine Frage der Persönlichkeit (vergleichen wir das Ganze mal mit Bier – bei so manchen meiner Silvester- oder Faschingsgäste letztes Jahr hatte ich auch das Gefühl, dass ein guter Zuspruch schon das erste Bier betraf, auch wenn dann noch weitere fünf oder sechs folgten).

Zitat:„Wir sollten hier verschwinden,“ Aidan beugte sich zu seinem Begleiter über den Tisch, „man weiß nie, was diese Trolle wirklich denken.“
Hinter „verschwinden“ kein Komma, würde dafür hinter „Tisch“ einen Punkt setzen und den zweiten Teil seiner Aussage als einzelnen Satz stehen lassen.

Zitat:Eisflüsterer sah ihn ernst über seinen Krug hinweg an. „Jetzt hör mal zu, Feuerherz. Das ist der erste Abend seit langem, an dem ich nicht auf dem nassen Boden sitzen und schlafen muss.“ Er grinste. „Und an dem ich etwas anständiges zu Trinken bekomme.“
Huh, so profan? Ich hatte eigentlich beinahe erwartet, dass er einen Vortrag über unnützes Misstrauen den Trollen gegenüber hält, insbesondere, wenn er langsam etwas auftaut (*g*)

Zitat:Die Trolle hatten es nicht nur geschafft, ihr Moor trinkbar zu machen, sondern ihn auch noch mit reichlich Alkohol anzureichern.
Ihn? Es. Das Moor.

Zitat:Wer wusste schon, was der Magier noch für Geheimnisse in sich trug? Noch immer hatte er Aidan nicht diesen Gegenstand erklärt, den er regelmäßig mit seiner Magie kühlte. Aidan hingegen hatte ihm auch noch nicht zu verstehen gegeben, dass er es wissen wollte.
Ist denn ein schlechter Geschmack, wenn man Dinge trinkt, die prinzipiell ungenießbar sind? Ich verbinde das zwar eher mit Kleidung usw., aber vielleicht sehe ich das zu eng.
„Hingegen“ im dritten Satz würde ich vielleicht durch „allerdings“ ersetzen, weil ich das auch nicht als eindeutigen Gegensatz empfinde.

Zitat:Offenbar waren sie diesem Spiel sehr angetan, denn fast an jedem Tisch rollten die Holzsteine zwischen ihnen.
Achtung, ganz furchtbare Erbsenzählerei, die ich mir dennoch nicht verkneifen kann (für solche Fälle stelle ich dir gleich eine zweite Gratistonne bereit): Das „zwischen ihnen“ ist ziemlich konkret. Würde ich glatt weglassen, ändert ja nichts am Sinn. So klingt es, als würde es nicht auch um die Trolle allgemein gehen, sondern nur und ausschließlich um Ladarkhs Freunde.

Zitat:„Sag, Feuerherz, hast du schon jemals daran gedacht wie es wäre, wenn du ein zu Hause hättest?“ Eisflüsterer gab ein seltsames Seufzen von sich, bevor er einen weiteren Schluck trank und Aidan ansah. „Ich meine ein richtiges zu Hause.“
Oh, Moorsaft macht also auch rührselig Icon_wink
Vielleicht „seltsamen Seufzer“, aber ich glaube, es gibt auch „das Seufzen“. Das Zuhause, aber zu Hause.

Zitat:Aidan wusste nicht, was er erwidern sollte. Natürlich war er in Gedanken oft in der Vergangenheit, bei seiner Familie. Seinem zu Hause. Aber dies alles lag für ihn weit entfernt. Unerreichbar. Nicht in der Zukunft. „Vielleicht“, antwortete er ausweichend und ließ es offen, ob er dem noch etwas hinzufügen wollte, oder nicht.
„ließ offen, ob er [dem] noch …“ Würde das „es“ weglassen.

Zitat:Eisflüsterer erzählte ihm stattdessen etwas von einem zu Hause in den kalten Eiswüsten, von einer Frau, die es verstand(,) Fische zu fangen, von Kindern, die aus Schnee Männer bauten. Aidan verstand nicht, was Fagus an diesem Traum gefiel, aber er schob es auf dessen alkoholvernebelten Sinne.
Stattdessen im Sinne anstatt einer weiteren Aussage von Aidan?
Ein Traum? Da hört der Gute aber schlecht zu.

Zitat:„Du solltest weniger von diesem Saft trinken.“ Aber gleichzeitig wusste er auch, dass es schon zu spät war.
Zu spät wofür? Um ihn nicht besoffen zu machen?

Zitat:„Fremder, das ist mein Platz.“ Ein Troll näherte sich ihrem Tisch. Aidan schloss aus seinen wankenden Schritten, dass er dem Moorsaft ebenso zugetan war, wie es Eisflüsterer zu sein schien.
Das gibt Probleme.

Zitat:Fagus blickte sich um.
Das wirkt beinahe so, als würde er den Troll suchen, der mit ihm gesprochen hat. Vielleicht „übertrieben deutlich“? Oder so was?

Zitat:„Ich seh‘ kein Schild, auf dem das steht.“
Das sagt Fagus? Dann würde ich danach einen Absatz machen, weil momentan beziehe ich das auf Aidan, was aber zusammen mit der gewollten Unauffälligkeit Aidans keinen Sinn ergibt.

Zitat:Möglichst unauffällig versuchte er so zu tun, als ob er nicht da wäre.
Ist ein bisschen doppelt gemoppelt. Er versucht unauffällig so zu tun, als ob er nicht da wäre? Damit es nicht auffällt, dass er so tut, als ob er nicht da wäre? Das würde ja den angestrebten Effekt aufheben.

Zitat:Die Flachnase stand jetzt direkt vor ihrem Tisch und schien sich nicht beirren zu lassen.
Warum sollte sie auch? Ist ja offenbar auf Konfrontation aus … Wieder so eine Geschmackssache: Vielleicht würde ich hier den Konjunktiv nicht verwenden, denn der Troll lässt sich ja sichtbar nicht beirren. Geht aber so auch.

Zitat:„Steh‘ auf, du Wicht.“ Eisflüsterer erhob sich. Aidan konnte nur notdürftig dem Drang wiederstehen, es ihm gleichzutun. Er erhob sich halb und ließ sich sofort wieder auf seinen Stuhl sinken.
Wer spricht hier wen an? Der Troll Eisflüsterer, der daraufhin sofort aufsteht, ohne zurückzupöbeln? Hätte ich nicht erwartet. Klar, er will den Troll weiter konfrontieren, und das geht im Stehen besser. Aber würde es den Troll nicht noch mehr provozieren, wenn er einfach sitzen bleiben würde und ihn fragen würde, was er nun tun möchte?
Und warum will Aidan auch aufstehen? Er möchte doch eher deeskalierend wirken, wenn er schon nicht in einem Loch im Boden verschwinden kann, oder habe ich das falsch verstanden? Da wäre es doch eigentlich angebracht, wenn er z.B. über den Tisch langen würde, Eisflüsterer am Arm berührt und versucht, ihn irgendwie zu beruhigen.
Widerstehen wieder von Widerstand Icon_ugly

Zitat:„Eisflüsterer“, raunte er, wollte seinen Freund beruhigen. Gleichzeitig spürte Aidan, wie sein Funke zu glühen begann. Es war warm in der Hütte. Hitze, die von den Torffeuern herrührte, die von unzähligen Leibern ausging. Hitze, die sich in seiner Magengegend bildete. Er dachte an die Eismauer, die er so mühsam darum errichtet hatte, aber auch diese entschärfte nicht die Situation vor seinen Augen.
Wie laut ist es eigentlich in der Taverne? Klar, wenn die Trolle mitbekommen, dass es eine sich anbahnende Schlägerei/Streiterei gibt, könnten sie, wie du später beschreibst, hinzukommen und zugucken. Aber in diesem doch noch recht frühem Stadium stelle ich mir noch eine Menge Krach vor, sodass Eisflüsterer eventuell gar nicht verstehen kann, was Aidan ihm da zuraunt.
Und warum genau beginnt sein Funke zu glühen? Vor Angst, weil er die Konfrontation nicht möchte, die Eisflüsterer dort auf die Spitze treibt, und weil er sich sowieso nicht wohlgefühlt hat? Und wie kann die Eismauer, die er um seinen Funken gebaut hat, eine Situation entschärfen, die sich außerhalb Aidans befindet? Irgendwie sehe ich da nicht ganz durch.

Zitat:„Und? Was hast du jetzt vor … Flachnase.“ Aidan hatte sich davor gefürchtet, dass dieses Wort fallen würde. Er wusste es nicht mit Sicherheit, vermutete aber, dass es nicht dazu beitragen würde, Frieden zu stiften. Der Troll gab einen grunzenden Laut von sich.
Hier. Das ist die Provokation, die ich schon eher erwartet hätte – aber eben noch im Sitzen, oder im Aufstehen. Warum ist sich Aidan eigentlich nicht sicher, ob das Wort nun zum Frieden beitragen wird oder nicht? Ich meine, sowohl Eisflüsterer als auch er selbst nutzen es nicht öffentlich, und es klingt abfällig. Wenn er Angst davor hat, dass es fällt – warum fragt er sich noch, ob es alles schlimmer macht? Wird es, sonst hätte er keine Skrupel, es zu nutzen, oder?
Zitat:„Lass es gut sein, Eisflüsterer.“ Er versuchte nur halblaut zu sprechen, damit er nicht die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. Aber es war ihm nicht entgangen, dass es dafür schon zu spät war. Sie waren umringt von Trollen, die die Szene argwöhnisch beobachteten.
Aidan wandert als Mensch in eine Trolltaverne und ist nun damit beschäftigt, möglichst nicht aufzufallen, nachdem sein Begleiter/Freund/Lehrer in einen Streit geraten ist? Meiner Meinung nach müsste er alles daran setzen, Eisflüsterer von weiteren Ausfällen abzuhalten, ohne sich darum zu kümmern, ob er nun dabei auffällt oder nicht.

Zitat:Eisflüsterer schüttelte den Kopf. „Nein, Feuerherz, wir sind ihre Gäste.“ Mit diesen Worten richtete er sich zu seiner vollen Größe auf. Beinahe war er auf Augenhöhe mit dem Troll. „Sie sollen uns mit Respekt behandeln.“
Und der Troll? Der steht daneben, grunzt und sagt nichts? Irgendwie ist der hier schon wieder verschwunden, auch wenn ich nicht genau weiß, wie viel Zeit wirklich vergeht – weniger, als ich annehme, denke ich.

Zitat:„Eisflüsterer …“, Aidan wollte nichts falsch machen, deshalb ließ er den Satz ungesagt.
Unbeendet würde hier besser passen, mMn.

Zitat:Jedes weitere Wort wurde bereits überflüssig, als der Troll den Arm erhob und Eisflüsterer von sich stieß, sodass dieser über seinen Stuhl fiel und auf dem harten Holzfußboden liegen blieb.
„Den Arm erhob“ – unfreiwillig sehe ich da so einen Troll vor mir, der die Hand zum Winken hebt und dabei versehentlich an der Nase des vor ihm stehenden Mannes hängen bleibt Icon_ugly
Allerdings habe ich auch keinen Vorschlag parat, wie man das ändern könnte – und ich glaube, ich bin so ziemlich die Einzige, die dieses Bild im Kopf hat.

Zitat:Der Troll hatte bereits ein siegessicheres Grinsen aufgesetzt, als sich Eisflüsterer auch schon wieder erhob. Seine Knie zitterten, sein Blick war glasig, aber er hielt sich auf den Füßen.
Hier scheint das „auch schon“ (das zeitliche Nähe impliziert) ein wenig im Widerspruch zu seinem glasigen Blick und den zitternden Knien (Eisflüsterer scheint schon ziemlich lawede zu sein).

Zitat:Langsam richtete er sich vollends auf und ging auf seinen Kontrahenten zu.
„Ging“ klingt so normal, dafür, dass er schon ganz schon etwas abbekommen hat. Vielleicht „taumeln“?

Zitat:Aidan wollte sich ihm entgegenstellen, ihn aufhalten, den Wahnsinn beenden, doch Fagus ließ sich nicht beirren.
Wie kann Aidan wissen, dass Fagus sich nicht beirren lässt, wenn er sich ihm nur entgegenstellen möchte, aber es nicht tut? Vielleicht liegt es an der Formulierung, aber das wundert mich doch.

Zitat:In einem Moment der Klarheit drückte er Aidan sein Kleinod in den Arm. „Pass‘ darauf auf Feuerherz(hier kein Komma)“ flüsterte er, bevor er dem Troll entgegenging.

Zitat:Aidan fühlte sich wie benebelt. Um ihn herum löste sich die Taverne auf. Die Trolle grölten, schoben ihn mit ihren Körpern hin und her und brachten seine Eismauer zum Einsturz. Bilder von seinem Gefährten stiegen in Aidans Verstand empor. Bilder von ihm, zwischen den dunklen Leibern. Bilder von Blut. Aidans Funke glühte, schmolz seine eisige Festung und ließ die Welt in Flammen aufgehen.
Da hat er eindeutig die Kontrolle verloren, während Eisflüsterer offenbar ziemlich vermöbelt wird. Ausgewachsene Kneipenschlägerei, würde ich sagen. Vielleicht noch ein bisschen bösartiger.

Zitat:Aidan floh. Er floh aus der Trollhütte, floh vor den Bildern, floh vor den verbrannten Leibern und rettete sich auf das Floß, mit dem er gekommen war. Er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Hilflos ließ er sich auf das schwimmende Holz sinken. Er konnte nichts weiter tun, als mit anzusehen, wie die Hütte in Flammen aufging und das Ei im Arm wiegen.
Warte, ich glaube, hier habe ich was verpasst. Er flieht aus der Taverne, nachdem er die „Welt in Flammen aufgehen lassen hat“ und den verbrannten Leibern – also hat es bereits gebrannt, oder brennt noch – nach draußen und sieht, wie die Hütte noch in Flammen aufgeht? Das funktioniert zeitlich nicht ganz.

Gut. Da wären wir also, Zeit für das abschließende Fazit. Wie gesagt, ich stecke nicht mehr so sehr im ersten Teil drin, und diesen Kommentar habe ich über drei, vier Abende hinweg geschrieben, weshalb zwischendrin vielleicht einige Lücken zu finden sind, bei denen ich mich selbst an Dingen aufgehangen habe, die ich bloß meinem schlechten Gedächtnis zu verdanken habe.
Unsere beiden Protagonisten haben also, nachdem sie entdeckt haben, dass beide Magier sind, ihre Reise fortgesetzt, sind dann in einen Troll gelaufen und wurden von diesem in eine Taverne verschleppt. Der ganze Besuch endete – nun ja, sagen wir mal, wenig erfreulich.
Die Tatsache, dass Aidan am Ende alles anzündet, weil er sich nicht mehr unter Kontrolle hat, hat mich angesprochen, weil das Ganze einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, den ich an Geschichten mag Icon_wink
Allerdings hatte ich auch bei diesem Teil wieder dasselbe Teil wie beim letzten – dein Schreibstil spricht mich nicht allzu sehr an, allerdings war es auch nicht so schlimm, dass ich mich dazu zwingen musste, die Geschichte bis zum Schluss zu lesen. Hinzu kamen noch einige Szenen, die für mich ein wenig zu kurz gekommen sind, während sie in meiner Vorstellung aufgelebt sind – hier hätte ich mir doch noch etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, um zu überprüfen, ob meine Vorstellungen dem entsprechen, was du dir vorstellst: Ein Beispiel dafür wäre die letzte Szene, das, was ich als ausgewachsene Kneipenschlägerei und Eskalation empfinde, sowie das Unbehagen Aidans und seine diffuse, aber grundlegende Abneigung den Trollen gegenüber. Oder die Stelle, an der er seine Mauer baut – die hatte tolle Ansätze, aber mir fehlte da so ein bisschen der krönende Abschluss, wenn man das so nennen kann. Ich weiß nicht, eben der Moment, an dem ich gesagt hätte: „Woah, das sehe ich jetzt greifbar vor mir“.
Während der ganzen Geschichte habe ich auch eine gewisse Distanz zu Aidan gewahrt (ich weiß aber auch nicht, ob das beabsichtigt war), weshalb mich die letzte Szene weitaus weniger betroffen gemacht hat, als du es vielleicht wolltest. Klar, der hat dort alles eingeäschert, seinen Freund/Reisegefährten inklusive (so wie ich es verstanden habe), und das hat seine Tragik, zumal er erst kurz von genau diesem gelernt hatte, wie man so etwas nicht tut. Aber momentan fehlt diese ehrliche Betroffenheit, das Mitgefühl. Ich weiß, da ist etwas furchtbar schief gelaufen, und alles andere wäre unter Umständen besser gewesen, aber damit hört es auf.
Alles in allem hat deine Geschichte leider nicht wirklich meinen Geschmack getroffen, obwohl sie gute Ansätze gezeigt hat. Was aber bei weitem nicht heißen soll, dass ich mich durchquälen musste, nein, das nicht. Einige Momente hatten ihren eigenen Zauber – so am Ende von Teil 1 Eisflüsterers Eismagie oder auch am Ende von Teil 2 auf seine Weise das Bild, das die in Flammen aufgehende Hütte in mir ausgelöst hat …
Fragt sich nur noch, was aus dem Ei wird, wenn Eisflüsterer es nicht mehr kühlen kann.

Ich hoffe, der Kommentar war nützlich für dich 

Viele Grüße,
Eselfine


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Beitrag #3 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallo Finchen,

schön dich auch unter der zweiten Hälfte zu finden. Icon_smile

Zitat:Aidan hat am Ende des letzten Teils herausgefunden, dass Eisflüsterer ein Magier ist, ein Eismagier oder etwas in der Art? Und jetzt beschreibt Eisflüsterer ihm, dass sie sich im Prinzip recht ähnlich sind. Aidan trägt den Funken in sich, Eisflüsterer einen Schneekristall. (Gut, das war jetzt mehr für mich)

Das hast du richtig in Erinnerung. Pro Ich merke schon, ich habe hier mit diesem Einzel-Szenen-Stil vielleicht zu stark experimentiert.

Zitat:Was mich hieran stört, ist das „Die Geste drückte Belehrung aus“. Er hebt einen Finger, sagt nebenbei aber, was so alles passieren kann, wenn man den Schneekristall nicht beherrscht – ohne Aidan dabei wirklich zu belehren. Weshalb mich eben dieser Gestus der Belehrung irritiert.

Ist es denn so unwahrscheinlich, dass Aidan sich belehrt fühlt? Insbesondere eben durch die Geste. Erst im nächsten Satz wird ja deutlich, dass Eisflüsterer es einfach "nur so" erzählt.

Zitat:Schüler? Seit wann ist Aidan denn sein Schüler? Nur, weil er ihm den Tipp gibt, den Eisflüsterer von seinem älteren Bruder bekommen hat?

Ich glaub das "Schüler" ist hier tatsächlich etwas voreilig. Erst in den nächsten Sätzen bekommt er wirklich was von Eisflüsterer erklärt.

Zitat:Erbsenzählerei: Ein Windstoß verbinde ich nicht mit „streichen“, was mMn eher eine leichte Brise tun würde. Und dann verstehe ich nicht ganz, warum ihn da ein bisschen Wind (wenn es wirklich nicht eine plötzlich auftauchende Sturmbö ist, was ich mir vorstellen kann) ablenken sollte.

Es ist ja Sommer und da finde ich schon, dass ein plötzlicher Luftzug schon als Stoß bezeichnet werden kann, besonders wenn kein stetiger Wind weht. Ich überleg mir mal was. Hmm, man muss schon daran denken, dass Aidan ja ein jungendlicher Magier ist, der auch mal schnell die Konzentration verliert. Deshalb ist sein Funke ja so unkontrollierbar. Icon_wink

Zitat:Nebel ist doch im Sumpf an sich nichts Außergewöhnliches. Warum bezeichnet Aidan es dann als Unannehmlichkeit? Die Tage vorher muss er doch auch schon öfter durch Nebel gewatet sein. Immerhin ist es da verdammt feucht.

Mit den Unnannehmlichkeiten wollte ich mich nicht konkret auf den Nebel beziehen, sondern eher auf die allgemeine Situation dort.

Zitat:Hier stört mich aus irgendeinem Grund das „hingegen“. Aidan ist nicht sehr erfreut, dass er noch nasser und dreckiger wird, aber das kann Eisflüsterer ja völlig egal sein, wenn er sich mit dem Troll unterhält. Anders wäre es, wenn Aidan darüber nachdenkt, dass er lieber Abstand zu der fremden Spezies der Trolle hält, wer weiß, was sie insgeheim so essen

Hmm, ich wollte auf letzteres hinaus. Also das Aidan mit der Situation völlig unzufrieden ist, Eisflüsterer hingegen in das Gespräch vertieft ist. Allgemein eben und nicht speziell auf die Spritzer bezogen. Ich schau's mir nochmal an. Icon_wink

Zitat:Mit „Mann“ verbinde ich eine Menge Menschliches, ich weiß ja nicht, wie deine Trolle aussehen, aber die sind in meiner Vorstellung definitiv nicht menschlich … Erbsenzählerei, so wie immer.

Doch sie sind tatsächlich ziemlich menschlich. Bis eben auf die Größe, die Hautfarbe und die Nase. Ansonsten ist es ja trotzdem ein Troll-Mann. Mrgreen

Zitat:Nur sie beide oder auch die anderen Menschen? Irgendwoher müssen die beiden es ja haben, wenn sie vorher noch nie einem Troll begegnet sind. Und das klingt definitiv nach einem Schimpfwort, das man einer Kreatur, der man gerade erst begegnet ist und die recht gastfreundlich wirkt, nicht einfach so verpasst.

Es klingt tatsächlich etwas fies, aber sie haben ihn wirklich gerade kennengelernt und ihm schon den negativ klingenden Namen verpasst. Klingt das zu unwahrscheinlich? Immerhin hatten sie ja von Anfang an Vorurteile ...

Zitat:Das ist ein bisschen viel Information auf einen Haufen – du springst von den Flachnasen (als Schimpfwort oder sonstige mMn nicht allzu netten Bezeichnung) zum Trollgeruch (konnten sie schlechter riechen, oder riechen sie noch schlechter?) und dann zu ihrem eigentlich gar nicht mal zu ungewöhnlichen Aussehen. Klar, du möchtest die Trolle dem Leser verständlich darstellen und zeigen, ohne sie plan zu beschreiben. Aber hier wirkt es ein wenig wie Infodump, der mich hieraus reißt:

Ich hab echt ewig lang an dieser Stelle gesessen, eben weil es kein Infodump sein sollte. Aber eine bessere Stelle hab ich nicht gefunden, und die Trolle später zu beschreiben ist dann auch keine Zeit mehr. Icon_panik Und die Trolle nicht zu beschreiben macht irgendwie auch keinen Sinn. Icon_slash

Zitat:Hier kehrst du wieder zurück zur Schilderung der ersten Begegnung (Eisflüsterer scheint ein besonderes Talent dafür zu haben, in andere Menschen/Trolle zu rennen bzw. über sie zu stolpern). Würde ich vielleicht erst beenden, bevor Aidan vielleicht Ladkhar beobachtet, wie er mit Eisflüsterer über etwas redet, und dann die Überlegungen einfügen, die du oben schon hast – wie wenig unterschiedlich die Trolle doch in Wirklichkeit sind.

Jepp, Eisflüsterer hat ein Talent dafür zu stolpern. Icon_ugly Die Idee, die Rückblende zuerst abzuschließen schau ich mir mal an. Ich glaube das hatte ich sogar und den Infodump in einem anderen Absatz. Es ist und bleibt Infodump . Doh

Zitat:Trotz entsprechender Vorsicht? Meinst du gewisse Zweifel an der Aufrichtigkeit des Angebots (Trollsuppe)? Scheint ja viele Vorurteile über Trolle zu geben, und Aidan hat offenbar eine ganze Menge davon aufgesammelt, gehegt und gepflegt. Dass er da ein bisschen misstrauisch ist, wäre da kein Wunder. Und bei Fremden, denen man im Sumpf begegnet, gar nicht mal so unangebracht.

Ja, richtig. Da gibt es Vorurteile und ich denke mal es ist deutlich, dass er trotzallem noch Misstrauisch ist. Vielleicht ist einfach "Misstrauisch" da das bessere Wort als "Vorsicht"? Ich wollte halt andeuten, dass sie sich nicht blauäugig darauf eingelassen haben ...

Zitat:„Ihre“ Wasserstraße? Wessen? Tut Nebel in der Regel auch. Die Wiederholung mit den Bäumen ist beabsichtigt, oder? Wirkt hier aber auf mich nicht …

Na die, von denen die grad benutzt wird, also Eisflüsterer, Aidan und dem Troll. Icon_smile Klingt das blöd?
Ja, das mit dem Nebel war Absicht, ich habe versucht ein wenig Grusel zu erzeugen. Es sollte so klingen, als ob der eigenmächtig und fies zwischen den Bäumen hervorkriecht. Es ist schon klar, dass es da im Sumpf völlig normal ist, aber es sollte eben besonders gruselig/unangenehm auf Aidan wirken, der ja sowieso nicht gut auf die Sümpfe zu sprechen ist und sozusagen schon "Gespenster sieht".

Zitat:Der Gute hat ja eine wirklich tiefsitzende Abneigung in sich. Nur, weil die Trolle stinken? Ich meine, ansonsten sind sie ja ganz nett. Bis jetzt zumindest.

Naja, die Trolle sind ihm eben fremd und er hat fiese Gerüchte gehört und eine Menge Vorurteile. Das kann ich auch nicht so einfach unter den Tisch fallen lassen.

Zitat:Guter Zuspruch fängt bei mir ungefähr beim dritten Krug an, aber ich denke, das ist eine Frage der Persönlichkeit

Aidan vergleicht ja mit sich selbst. Und er hat nur einen Schluck getrunken. "Guter Zuspruch" also im Sinne von: "Der trinkt den gern."

Zitat:Ein Traum? Da hört der Gute aber schlecht zu.

Doch es ist Eisflüsteres Traum. Icon_smile Er erzählt nicht von seiner Vergangenheit.

Zitat:Hätte ich nicht erwartet. Klar, er will den Troll weiter konfrontieren, und das geht im Stehen besser. Aber würde es den Troll nicht noch mehr provozieren, wenn er einfach sitzen bleiben würde und ihn fragen würde, was er nun tun möchte?

Du musst bedenken: Eisflüsterer ist angetrunken und möchte sich jetzt gegenüber dem Troll beweisen und durchsetzen. Daher steht er auf. Soweit zu denken, dass Sitzenbleiben provokanter wäre geht gar nicht mehr. Icon_wink

Zitat:Und warum will Aidan auch aufstehen? Er möchte doch eher deeskalierend wirken, wenn er schon nicht in einem Loch im Boden verschwinden kann, oder habe ich das falsch verstanden? Da wäre es doch eigentlich angebracht, wenn er z.B. über den Tisch langen würde, Eisflüsterer am Arm berührt und versucht, ihn irgendwie zu beruhigen.

Kurzschlussreaktion. Aidan reagiert einfach nur, möchte vielleicht sogar dazwischen springen können, falls es nötig wird. Alle beide handeln in der Situation einfach nur noch und denken nicht mehr viel darüber nach.

Zitat:Widerstehen wieder von Widerstand

Doh

Zitat:Wie laut ist es eigentlich in der Taverne? Klar, wenn die Trolle mitbekommen, dass es eine sich anbahnende Schlägerei/Streiterei gibt, könnten sie, wie du später beschreibst, hinzukommen und zugucken. Aber in diesem doch noch recht frühem Stadium stelle ich mir noch eine Menge Krach vor, sodass Eisflüsterer eventuell gar nicht verstehen kann, was Aidan ihm da zuraunt.

Eisflüsterer muss das geraunte ja nicht unbedingt gehört haben. Ich wollte einfach nur ausdrücken, dass er es relativ leise und beruhigend sagt und eben nicht durch die Taverne brüllt. Icon_wink

Zitat:Und warum genau beginnt sein Funke zu glühen? Vor Angst, weil er die Konfrontation nicht möchte, die Eisflüsterer dort auf die Spitze treibt, und weil er sich sowieso nicht wohlgefühlt hat? Und wie kann die Eismauer, die er um seinen Funken gebaut hat, eine Situation entschärfen, die sich außerhalb Aidans befindet? Irgendwie sehe ich da nicht ganz durch.

Der Funke glüht, wegen der Hitze darin und vorallem wegen Aidans Gefühlen, die sozusagen langsam "hochkochen", hauptsächlich wegen der Angst. Deshalb denkt er an seine Eismauer und hat zunächst noch den Funken unter kontrolle. Und es ist schon klar, dass die Gefühlssituation nicht die mit den Trollen beeinflusst, genau das wollte ich ja damit sagen. Icon_wink

Zitat: Warum ist sich Aidan eigentlich nicht sicher, ob das Wort nun zum Frieden beitragen wird oder nicht? Ich meine, sowohl Eisflüsterer als auch er selbst nutzen es nicht öffentlich, und es klingt abfällig. Wenn er Angst davor hat, dass es fällt – warum fragt er sich noch, ob es alles schlimmer macht? Wird es, sonst hätte er keine Skrupel, es zu nutzen, oder?

Das mit dem Aufstehen und hinsetzen würde ich gerne so lassen. Es soll zeigen, dass sich eben auch Eisflüsterr nicht immer unter Kontrolle hat. Eben weil das Wort abfällig klingt, hat Aidan Angst davor, dass Eisflüsterer es benutzt. Tut Eisflüsterer dann aber und Aidan kann natürlich nicht vorher wissen, wie die Trolle es empfinden. Ist vielleicht unglücklich formuliert. Man kann eigentlich davon ausgehen, dass "Flachnase" nicht gut ankommt.

Zitat:Meiner Meinung nach müsste er alles daran setzen, Eisflüsterer von weiteren Ausfällen abzuhalten, ohne sich darum zu kümmern, ob er nun dabei auffällt oder nicht.

"auffallen" ist vielleicht das falsche Wort. Ich wollte darauf hinaus, dass er leise spricht, damit die Situation nicht noch schlimmer wird. Und er will natürlich auch nicht, dass die Trolle auch noch auf ihn aufmerksam/sauer werden. Icon_wink

Zitat:Und der Troll? Der steht daneben, grunzt und sagt nichts? Irgendwie ist der hier schon wieder verschwunden, auch wenn ich nicht genau weiß, wie viel Zeit wirklich vergeht – weniger, als ich annehme, denke ich.

Der Troll ist nicht verschwunden. Icon_confused Und ja: Es vergeht kaum Zeit. Nur der kurze Wortwechsel zwischen Aidan und Eisflüsterer.

Zitat:
Zitat:„Eisflüsterer …“, Aidan wollte nichts falsch machen, deshalb ließ er den Satz ungesagt.
Unbeendet würde hier besser passen, mMn.

Ich mag das ungesagt, deshalb behalte ich das mal ganz frech. Icon_cuinlove

Zitat:Allerdings habe ich auch keinen Vorschlag parat, wie man das ändern könnte – und ich glaube, ich bin so ziemlich die Einzige, die dieses Bild im Kopf hat.

Lustiges Bild. Icon_lol Aber ich denk mal, dass das "von sich stieß" ja direkt im Anschluss kommt und das ganze aufklärt.

Zitat:Warte, ich glaube, hier habe ich was verpasst. Er flieht aus der Taverne, nachdem er die „Welt in Flammen aufgehen lassen hat“ und den verbrannten Leibern – also hat es bereits gebrannt, oder brennt noch – nach draußen und sieht, wie die Hütte noch in Flammen aufgeht? Das funktioniert zeitlich nicht ganz.

Wieso nicht? Die Taverne fängt an zu brennen, er geht raus und von draußen sieht er dann wie das Ding komplett abbrennt. Ist vielleicht etwas kryptisch formuliert. "Welt in Flammen aufgehen lassen" ist eigentlich nur "in der Taverne fängt es an zu brennen".

Zitat:Die Tatsache, dass Aidan am Ende alles anzündet, weil er sich nicht mehr unter Kontrolle hat, hat mich angesprochen, weil das Ganze einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, den ich an Geschichten mag Icon_smile

Das klingt doch schonmal gut. Ich weiss ja, dass ich inhaltlich mich auf sehr dünnem Klischee-Eis bewege. Deshalb freut es mich, dass dich das zumindest angesprochen hat. Icon_smile

Zitat:Allerdings hatte ich auch bei diesem Teil wieder dasselbe Teil wie beim letzten – dein Schreibstil spricht mich nicht allzu sehr an, allerdings war es auch nicht so schlimm, dass ich mich dazu zwingen musste, die Geschichte bis zum Schluss zu lesen.

Da kann ich dich gut verstehen. Unsere Schreibstile gehen sehr auseinander. Deshalb bin ich schon zufrieden damit, dass du dich nicht dadurchquälen musstest.

Zitat:Hinzu kamen noch einige Szenen, die für mich ein wenig zu kurz gekommen sind, während sie in meiner Vorstellung aufgelebt sind – hier hätte ich mir doch noch etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht,

Auch den Punkt kann ich gut nachvolllziehen. Ich habe bei meinen Antworten zu deinen Anmerkungen schon ab und zu mal gedacht: Die Szene hätte einfach länger/ausführlicher sein können/müssen.

Zitat:Oder die Stelle, an der er seine Mauer baut – die hatte tolle Ansätze, aber mir fehlte da so ein bisschen der krönende Abschluss, wenn man das so nennen kann. Ich weiß nicht, eben der Moment, an dem ich gesagt hätte: „Woah, das sehe ich jetzt greifbar vor mir“.

Mit der Szene von der Kneipenschlägerei hast du schon recht. Das Ende kam mir selbst ein wenig kurz vor. Schlussendlich hab ich es dann so gelassen, weil ich da nicht zuviel Schnulz-Tränen-Drama drin haben wollte. Mal sehen, wie ich das löse.
Bei der Zauberei bin ich bewusst so kurz geblieben, weil ich nicht zuweit in dieses "Schüler-trifft-seinen-Lehrer-und-wir-üben-jetzt"-Klischee abrutschen wollte. Ist schlussendlich wohl auch Geschmackssache, wer es wo länger haben mag. Icon_wink

Zitat:Während der ganzen Geschichte habe ich auch eine gewisse Distanz zu Aidan gewahrt (ich weiß aber auch nicht, ob das beabsichtigt war), weshalb mich die letzte Szene weitaus weniger betroffen gemacht hat, als du es vielleicht wolltest.

Mal aus dem Nähkästchen geplaudert: Aidan ist mein Lieblingschara, ich bin also immer recht nah bei ihm. Icon_cuinlove Es ist also nicht schlimm, dass du nicht so sehr betroffen warst, weil ich dafür ja Symphatien für Eisflüsterer hätte aufbauen müssen. (Ich mochte ihn natürlich auch, aber er ist halt ein Nebenchar) Und es ist auch so: Es sollte darum gehen, wie Aidan dieses Ei bekommt und nicht um die Freundschaft oder das Drama um seinen Tod.

Zitat:Alles in allem hat deine Geschichte leider nicht wirklich meinen Geschmack getroffen, obwohl sie gute Ansätze gezeigt hat.

Das ist natürlich schade, dass ich deinen Geschmack nicht getroffen habe, aber ich vermute es liegt daran, dass mein Schreibstil, dem einfach nicht entspricht. Vielleicht habe ich auch einfach Erwartungen geschürt, die am Ende nicht eingetroffen sind, bzw. sind unsere Erwartungen an die Geschichte auseinandergegangen. (s.o.) Icon_wink

Liebes Finchen, dein Kommentar war mir sehr nützlich. Ich muss mir zwar alles nochmal genau ansehen, aber viele deiner Vorschläge werde ich übernehmen. Bei wieder anderen, bleib ich mal frech bei meiner Formulierung, weil ich manche einfach mag. Icon_wink Ansonsten schau ich mal, ob ich die ein oder andere Szene nicht einfach klarer oder länger mach.

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallo.

(07-01-2015, 15:02)LadydesBlauenMondes schrieb:
Zitat:Aidan hat am Ende des letzten Teils herausgefunden, dass Eisflüsterer ein Magier ist, ein Eismagier oder etwas in der Art? Und jetzt beschreibt Eisflüsterer ihm, dass sie sich im Prinzip recht ähnlich sind. Aidan trägt den Funken in sich, Eisflüsterer einen Schneekristall. (Gut, das war jetzt mehr für mich)

Das hast du richtig in Erinnerung. Pro Ich merke schon, ich habe hier mit diesem Einzel-Szenen-Stil vielleicht zu stark experimentiert.
Oder vielleicht habe ich auch einfach zu lange gebraucht, den zweiten Kommentar anzufangen - ach ja, wenn Tetris-Musik und Schule dazwischen kommen (vom ersten wird man blöd, und das zweite versucht es mit einer Menge neuem Stoffs und pathetischen "Dies ist euer wichtigstes Jahr"-Ankündigungen wieder gut zu machen) ...

Zitat:
Zitat:Was mich hieran stört, ist das „Die Geste drückte Belehrung aus“. Er hebt einen Finger, sagt nebenbei aber, was so alles passieren kann, wenn man den Schneekristall nicht beherrscht – ohne Aidan dabei wirklich zu belehren. Weshalb mich eben dieser Gestus der Belehrung irritiert.

Ist es denn so unwahrscheinlich, dass Aidan sich belehrt fühlt? Insbesondere eben durch die Geste. Erst im nächsten Satz wird ja deutlich, dass Eisflüsterer es einfach "nur so" erzählt.
Ach, so meinst du das. Das hätte ich dann aber anders formuliert, weil momentan wirkt es eher so, als ob du der Geste unbedingt einen belehrenden Charakter zuweisen möchtest, und nicht direkt, dass Aidan das so empfindet (was nachvollziehbar ist). Zumindest kommt es so bei mir an.

Zitat:
Zitat:Nebel ist doch im Sumpf an sich nichts Außergewöhnliches. Warum bezeichnet Aidan es dann als Unannehmlichkeit? Die Tage vorher muss er doch auch schon öfter durch Nebel gewatet sein. Immerhin ist es da verdammt feucht.

Mit den Unnannehmlichkeiten wollte ich mich nicht konkret auf den Nebel beziehen, sondern eher auf die allgemeine Situation dort.
Ah, dann habe ich das wohl einfach anders gelesen.

Zitat:
Zitat:Nur sie beide oder auch die anderen Menschen? Irgendwoher müssen die beiden es ja haben, wenn sie vorher noch nie einem Troll begegnet sind. Und das klingt definitiv nach einem Schimpfwort, das man einer Kreatur, der man gerade erst begegnet ist und die recht gastfreundlich wirkt, nicht einfach so verpasst.

Es klingt tatsächlich etwas fies, aber sie haben ihn wirklich gerade kennengelernt und ihm schon den negativ klingenden Namen verpasst. Klingt das zu unwahrscheinlich? Immerhin hatten sie ja von Anfang an Vorurteile ...
Unwahrscheinlich ist es nicht, es futtert nur ein paar (oder ziemlich viele, weil ... naja, Ladarkh gibt sich doch Mühe) Sympathiepunkte weg, die ich Aidan bis dahin gegeben hatte. Liegt wohl an meiner persönlichen Einstellung zu Vorurteilen - und den Erfahrungen, die ich damit gemacht habe. Unangenehme, insbesondere, was eigene Vorurteile betrifft.
Eine andere Sache: Später nutzen sie es allgemein für Trolle, hier nennen sie vorerst nur Ladarkh so, und wie lange fahren sie eigentlich schon auf dem Floß/sind mit dem Troll unterwegs? Hatten sie also genug unbeobachtete Zeit, um sich über diesen Namen, die sie ihm geben, auszutauschen?

Zitat:
Zitat:Das ist ein bisschen viel Information auf einen Haufen – du springst von den Flachnasen (als Schimpfwort oder sonstige mMn nicht allzu netten Bezeichnung) zum Trollgeruch (konnten sie schlechter riechen, oder riechen sie noch schlechter?) und dann zu ihrem eigentlich gar nicht mal zu ungewöhnlichen Aussehen. Klar, du möchtest die Trolle dem Leser verständlich darstellen und zeigen, ohne sie plan zu beschreiben. Aber hier wirkt es ein wenig wie Infodump, der mich hieraus reißt:

Ich hab echt ewig lang an dieser Stelle gesessen, eben weil es kein Infodump sein sollte. Aber eine bessere Stelle hab ich nicht gefunden, und die Trolle später zu beschreiben ist dann auch keine Zeit mehr. Icon_panik Und die Trolle nicht zu beschreiben macht irgendwie auch keinen Sinn. Icon_slash
Hm. Wenn du Gedanken von Aidan einbringen würdest, könntest du ja das dort einfügen, im Sinne von: "Also, hübsch sind die Trolle ja wirklich nicht, diese Flachnasen ..." oder "Hier riecht es ja noch schlimmer als der Troll selbst, und ich dachte schon, das würde nicht gehen" (als schlechte Beispiele).

Zitat:
Zitat:Trotz entsprechender Vorsicht? Meinst du gewisse Zweifel an der Aufrichtigkeit des Angebots (Trollsuppe)? Scheint ja viele Vorurteile über Trolle zu geben, und Aidan hat offenbar eine ganze Menge davon aufgesammelt, gehegt und gepflegt. Dass er da ein bisschen misstrauisch ist, wäre da kein Wunder. Und bei Fremden, denen man im Sumpf begegnet, gar nicht mal so unangebracht.

Ja, richtig. Da gibt es Vorurteile und ich denke mal es ist deutlich, dass er trotzallem noch Misstrauisch ist. Vielleicht ist einfach "Misstrauisch" da das bessere Wort als "Vorsicht"? Ich wollte halt andeuten, dass sie sich nicht blauäugig darauf eingelassen haben ...
Ja, Vorsicht schon eher. Was auch wieder sehr nachvollziehbar wäre, wer rennt denn schon einem wildfremden Troll hinterher?

Zitat:
Zitat:„Ihre“ Wasserstraße? Wessen? Tut Nebel in der Regel auch. Die Wiederholung mit den Bäumen ist beabsichtigt, oder? Wirkt hier aber auf mich nicht …

Na die, von denen die grad benutzt wird, also Eisflüsterer, Aidan und dem Troll. Icon_smile Klingt das blöd?
Klingt so, als würde die ihnen gehören, deswegen.


Zitat:
Zitat:Der Gute hat ja eine wirklich tiefsitzende Abneigung in sich. Nur, weil die Trolle stinken? Ich meine, ansonsten sind sie ja ganz nett. Bis jetzt zumindest.

Naja, die Trolle sind ihm eben fremd und er hat fiese Gerüchte gehört und eine Menge Vorurteile. Das kann ich auch nicht so einfach unter den Tisch fallen lassen.
Stimmt schon. Kostet ihm bloß noch mehr Sympathiepunkte Icon_wink

Zitat:
Zitat:Guter Zuspruch fängt bei mir ungefähr beim dritten Krug an, aber ich denke, das ist eine Frage der Persönlichkeit

Aidan vergleicht ja mit sich selbst. Und er hat nur einen Schluck getrunken. "Guter Zuspruch" also im Sinne von: "Der trinkt den gern."
Aidan schätzt wohl eher besseres Gebräu Icon_wink

Zitat:
Zitat:Ein Traum? Da hört der Gute aber schlecht zu.

Doch es ist Eisflüsteres Traum. Icon_smile Er erzählt nicht von seiner Vergangenheit.
Oh! Das habe ich nicht so erkannt.

Zitat:
Zitat:Hätte ich nicht erwartet. Klar, er will den Troll weiter konfrontieren, und das geht im Stehen besser. Aber würde es den Troll nicht noch mehr provozieren, wenn er einfach sitzen bleiben würde und ihn fragen würde, was er nun tun möchte?

Du musst bedenken: Eisflüsterer ist angetrunken und möchte sich jetzt gegenüber dem Troll beweisen und durchsetzen. Daher steht er auf. Soweit zu denken, dass Sitzenbleiben provokanter wäre geht gar nicht mehr.
Ah. Alles klar, daran habe ich gar nicht gedacht. Meinst du, dass er vielleicht sogar eher aufspringen würde? "Aufstehen" klingt so brav, vielleicht bin ich deshalb daran hängengeblieben.

Zitat:
Zitat:Wie laut ist es eigentlich in der Taverne? Klar, wenn die Trolle mitbekommen, dass es eine sich anbahnende Schlägerei/Streiterei gibt, könnten sie, wie du später beschreibst, hinzukommen und zugucken. Aber in diesem doch noch recht frühem Stadium stelle ich mir noch eine Menge Krach vor, sodass Eisflüsterer eventuell gar nicht verstehen kann, was Aidan ihm da zuraunt.

Eisflüsterer muss das geraunte ja nicht unbedingt gehört haben. Ich wollte einfach nur ausdrücken, dass er es relativ leise und beruhigend sagt und eben nicht durch die Taverne brüllt.
Das ist ein Argument Icon_wink

Zitat:
Zitat:Warte, ich glaube, hier habe ich was verpasst. Er flieht aus der Taverne, nachdem er die „Welt in Flammen aufgehen lassen hat“ und den verbrannten Leibern – also hat es bereits gebrannt, oder brennt noch – nach draußen und sieht, wie die Hütte noch in Flammen aufgeht? Das funktioniert zeitlich nicht ganz.

Wieso nicht? Die Taverne fängt an zu brennen, er geht raus und von draußen sieht er dann wie das Ding komplett abbrennt. Ist vielleicht etwas kryptisch formuliert. "Welt in Flammen aufgehen lassen" ist eigentlich nur "in der Taverne fängt es an zu brennen".
Letzteres ist da schon eindeutiger. Weil ich "Welt in Flammen aufgehen lassen" immer als das große Ganze sehe, das da lichterloh brennt.

Liebe Grüße,
Eselfine


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Beitrag #5 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallo Finchen,

danke für deine erneute Rückmeldung und überhaupt für deine Mühe mit meinem Textchen. Icon_smile

Hmm, ja durch die Vorurteile verliert Aidan Symphatiepunkte. Icon_slash Ich schau mal, was ich da machen kann, vielleicht kann ich da ein bisschen mit fiesen Gerüchten, die er gehört hat arbeiten.

Schön, dass ich mich (und den Text) erklären, konnte bzw. das meine Hintergedanken dann doch nachvollziehbar waren. Wobei es natürlich nie gut ist, wenn man den Text erklären muss ...

Grüße Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #6 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallihallo Icon_smile

Zitat: „Wir nennen es unseren Schneekristall.“ Eisflüsterer stocherte in Aidans Feuer herum.
Ich hätte jetzt gesagt, dass dieser Satz direkt an die letzte Szene anschließt, also noch dazugehört. Allerdings irritiert mich, dass du die Geschichte dann mitten in einem Absatz getrennt hättest, obwohl die Absätze ja ohnehin nicht so lang sind. Inhaltlich fände ich es flüssiger, wenn dieser Absatz hier bis »Aidan hörte es zum ersten Mal.« noch zum ersten Teil gehören würde.
Sonst wirkt es so, als wäre hier schon wieder eine neue Szene, als läge schon wieder unbestimmte Zeit zwischen
»„Dein Schnee schmilzt schnell.“ Aidan fühlte so etwas wie Erleichterung. Eisflüsterer war ein Magier. Wie er. Es würde ihnen einige Erklärungen und lästige Vorurteile ersparen, jetzt wo sie sich gegenseitig erkannt hatten.«
und
»„Wir nennen es unseren Schneekristall.“ Eisflüsterer stocherte in Aidans Feuer herum.«
Dabei liest es sich, als fände das alles in der gleichen Szene statt.


Zitat: „Wir nennen es unseren Schneekristall.“ Eisflüsterer stocherte in Aidans Feuer herum.
„Auch wir müssen lernen ihn zu beherrschen.“ Zum ersten Mal zuckte ein Lächeln über seine Lippen.
„Sonst sind wir im Eis gefangen. Erfroren.“ Er hob einen Finger.
„Oder nur gewisse Körperteile.“ Er zeigte mit der anderen Hand auf den erhobenen Finger.
„Mein älterer Bruder hat es mir gezeigt.“ Fagus tippte sich an die Schläfe. „Man muss sich eine Mauer darum vorstellen. Wenn die Magie fließen soll, wird das Tor hochgezogen.“ Sein Blick war nun in die Vergangenheit entrückt. „Aber nur gerade so hoch, dass wir es noch kontrollieren können.“
Er sah Aidan an. „Ich habe mir immer eine Wand aus Feuer vorgestellt.“ Sein Lachen kam aus seinem tiefsten Inneren. Aidan hörte es zum ersten Mal.

Hier hast du wieder eine starke Monotonie drin.
»Ein Satz wörtliche Rede.« Dann ein Satz Handlung im Schema: »Er – Verb«
und das acht Mal in Folge.
Ich verstehe, dass du Eisflüsterer nicht zu viel am Stück sagen lassen willst. Und dass er Dinge dabei tut. Aber ich würde trotzdem ein bisschen Variation reinbringen. Zumal ich die meisten Aktionen überflüssig finde. Ich verstehe, auch ohne dass Fagus auf seinen Finger zeigt, dass ein Finger ein Körperteil sein kann. Welchen Mehrwert bringt das Tippen an die Stirn?
Zudem deuten die Absätze vor jeder wörtlichen Rede an, dass sich da zwei Sprecher abwechseln, was aber gar nicht der Fall ist. Ich würde da stark zusammenstreichen:

„Wir nennen es unseren Schneekristall. Auch wir müssen lernen ihn zu beherrschen.“ Zum ersten Mal zuckte ein Lächeln über Eisflüsterers Lippen. „Sonst sind wir im Eis gefangen. Erfroren.“ Er stocherte in Aidans Feuer herum. „Oder nur gewisse Körperteile. Mein älterer Bruder hat es mir gezeigt. Man muss sich eine Mauer darum vorstellen. Wenn die Magie fließen soll, wird das Tor hochgezogen.“ Sein Blick war nun in die Vergangenheit entrückt. „Aber nur gerade so hoch, dass wir es noch kontrollieren können.“ Er sah Aidan an. „Ich habe mir immer eine Wand aus Feuer vorgestellt.“
Sein Lachen kam aus seinem tiefsten Inneren. Aidan hörte es zum ersten Mal.

Ich habe das Stochern im Feuer etwas zurückgezogen, so dass es im direkten Gegensatz zu dem »Erfroren« steht. Die Gesten von Fagus finde ich überflüssig, deshalb habe ich sie gestrichen. Außerdem habe ich die Absätze rausgenommen, weil kein Sprecherwechsel erfolgt. Für mich liest sich das sehr viel flüssiger und vor allem weniger monoton.

(Mich stört der Wechsel zwischen »Fagus« und »Eisflüsterer« übrigens extrem. Das sind für mich keine austauschbaren Synonyme, sondern vermitteln jeweils eine andere Nähe)

Zitat: die es ihm erlaubte seine Magie zu nutzen.
Komma zwischen »erlaubte, seine«

Zitat: doch schließlich gelang es ihm die Tür zu errichten.
Komma zwischen »ihm, die«

Zitat: Er öffnete er die Augen, zeigte mit einem Finger auf den bereit gelegten Holzscheit

Zitat: Dunstig stieg Nebel aus dem Moor empor.
Jetzt ist es doch wieder ein Moor und kein Waldstück mehr? Icon_wink
(»Moor« assoziiere ich persönlich übrigens noch weniger mit Bäumen als »Sumpf«)

Zitat: Inzwischen traute er den Trollsümpfen so viele Unannehmlichkeiten zu, dass er sich schon fragte, warum er noch immer hier war.
Warum traut er den Sümpfen diese Unannehmlichkeiten zu? Bisher gab es (bis auf die leicht nervige Sumpffliege) noch keinen einzigen Hinweis in der Geschichte, dass der Sumpf Schwierigkeiten macht. Auch hier müsste es ja nicht seitenweise beschrieben werden. Hin und wieder ein kurze Satz a la: »Manchmal liefen sie den halben Tag, nur um festzustellen, dass der trockene Boden mitten in einem morastigen See endete, durch den es kein Weiterkommen gab. Dann kehrten sie um und suchten sich einen neuen Pfad durch die heimtückischen Tümpel, durch mannshohes Schilf und karges Gestrüpp« oder sowas.
Oder: »Abends knurrte Aidan oft der Magen, denn die wenigen Nager, die hier hausten, reichten nicht aus, ihre Fallen zu füllen, geschweige denn ihren Hunger zu stillen.«
Also einfach nur Hinweise, dass die Wanderschaft durch die Sümpfe kein fröhlicher Spaziergang ist.

Außerdem: Ich dachte, sie haben ein Ziel. Das heißt, sie sind noch in den Trollsümpfen, weil ihr Weg sie nunmal hindurchführt.

Zitat: Die Holzstange des Trolls stakte wieder in das schlammige Wasser.
Huch, wo kommt der Troll plötzlich her?
Gerade bei sowas würde ich mir fließendere Übergänge wünschen. Du fängst immer mitten in einer neuen Szene an, so dass der Leser erstmal gar nicht weiß, worum es jetzt geht, wo sie sind, was passiert.
Warum fängst du hier nicht chronologisch an (zumal kurz darauf in einem Rückblick ja eh erklärt wird, wie sie auf den Troll gestoßen sind), mit dem unachtsamen Schritt Eisflüsterers und dem Troll. Dadurch sparst du dir auch das ganze Plusquamperfekt aus dem Rückblick.
Manchmal macht es ja Sinn, zunächst etwas zu verschweigen, aber hier sehe ich das nicht. Hier empfinde ich es einfach als unnötige Irritation.

Zitat: Noch immer wunderte sich Aidan, wie sie sich dazu hatten überreden lassen können auf dieses Floß zu steigen.
Komma zwischen »können, auf«
Wieder so eine Stelle: Hättest du es nicht selbst auf den Tisch gebracht, wäre die Frage gar nicht so präsent beim Lesen, ich hätte das einfach hingenommen. Aber dadurch, dass Aidan die Entscheidung in Frage stellt, frage ich mich jetzt auch: Ja, warum sind sie auf dem Floß? Und leider beantwortest du es nicht.
Es sei denn, die Aussicht auf die Taverne, die später angesprochen wird, ist der einzige Grund. Aber dann weiß Aidan doch, wie sie sich hatten überreden lassen können, weshalb er sich nicht wundern braucht. Da erzeugst du glaub ich mehr Widersprüche, als die Geschichte eigentlich bietet Icon_wink

Zitat: Wenn Aidan nicht dabei gewesen wäre, hätte er es wohl nicht geglaubt.
So unglaublich find ich persönlich die Geschichte jetzt nicht, dass man tagelang durch die Trollsümpfe läuft und dann tatsächlich mal einem Troll begegnet.

Zitat: Aber es war nur ein unachtsamer Schritt gewesen, den Eisflüsterer gemacht hatte und schon lag er in den Armen des Trolls.
Das ist halt so eine Sache. In dieser Kürze kann ich mir das nicht vorstellen, es wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Wie konnten sie den Troll übersehen? Er muss doch direkt vor ihnen gestanden haben, wenn ein einzelner falsche Schritt Eisflüsterer in seine Arme befördert hat. Und dann lagen sie am Boden? Was nun, sind sie beide gefallen oder lag Eisflüsterer in den Armen des Trolls? Wie kann ein gehender Mensch so viel Wucht entwickeln, dass er einen Troll (riesenhaft?) einfach umwirft? Und halt: Wo war dieser Troll, dass sie ihn beide übersehen haben?
Ich persönlich finde: Entweder, der Troll ist halt auf einmal in der Szene und gut ist.
Oder: Man erfährt, wie es zu dem Zusammentreffen kam, aber dann bitte live und nicht in einem zusammengefassten Rückblick.

Zitat: Eisflüsterer und Aidan hatten – trotz entsprechendem Misstrauen- der Versuchung nicht widerstehen können.
Da fehlt ein Leerzeichen hinter »Misstrauen«

Zitat: Bedeutete eine Taverne doch nicht nur gutes Essen und Trinken sondern auch ein trockenes Bett für die Nacht.
Ja, wenn man denn das Geld hat, es zu bezahlen. Und wieso steht da eine Taverne in den Trollsümpfen, die so furchtbar unwirtlich sind? Kommen da so viele Reisende vorbei, dass es sich lohnt? Oder ist es eine Taverne in einem Trolldorf?
Da fehlt mir als Leser dann das Bild von Ladakh, der Beweis, dass Trolle offenbar ganz nett sind und Aidan und Eisflüsterer ihm deshalb vertrauen. Denn bisher schienen sich nicht viel von Trollen zu halten, da scheint es mir merkwürdig, dass sie sich mir nichts dir nichts in ein ganzes Dorf voller Trolle schleppen lassen Icon_wink
Das sind halt alles Konflikte, die angedeutet werden, aber in der Geschichte keinen Raum finden. Was ich sehr schade finde. Wenn es dir nicht um diese kleinen Konflikte geht, würde ich sie ganz rausnehmen. Wenn es aber wichtig ist, dass Aidan Vorurteile gegen Trolle hat, dann sollten sie auch eine Rolle spielen, ihn irgendwie beeinflussen. Dieser innere Konflikt fehlt mir hier einfach.

Zitat: Eisflüsterer schien während der Floßfahrt völlig in der Unterhaltung mit dem Troll aufzugehen. Voller Begeisterung
Auch hier: das klingt nicht nach Misstrauen (»trotz entsprechendem Misstrauen«), nicht nach Vorsicht oder Abneigung gegen Trolle.

Zitat: Nun verstand er auch, wie es jemand in diesen stinkenden Sümpfen aushielt:
Bisher schien der Geruch nicht so schlimm, dass er überhaupt Erwähnung gefunden hätte. Hier dagegen klingt es, als sei es eine maßgebliche Eigenschaft der Sümpfe.

Zitat: Während ihrer Fahrt beobachtete er Ladakh und hatte er feststellen müssen, dass die Sumpfbewohner weniger außergewöhnlich waren, als er es hatte zugeben wollen.
»zugeben« scheint mir hier nicht zu passen. Eher: »als er es sich vorgestellt hatte.« oder »als die Geschichten behaupteten / vermuten ließen.«

Zitat: Sie waren etwas größer, als es menschenüblich war
warum nicht einfach: »Sie waren etwas größer als Menschen / als ein durchschnittlicher Mensch«?

Zitat: Gerade dachte Aidan über die anderen Gerüchte nach, die er über die Trolle gehört hatte
Die da wären ...? Das wäre doch spannend, wenn man als Leser auch weiß, was das ist. Sagen die Leute zum Bespiel, Trolle würden Menschenfleisch lieben? Schon hätte man Angst um Aidan und Eisflüsterer? Oder erzählt man sich, die Trolle seien die großartigsten Geigenspieler und ihre Musik würde jedes Ohr verzaubern?
Bisher weiß man nur, dass Trolle flache Nasen haben. Aber gelten sie als friedfertig oder aggressiv? Sind es Schauergeschichten, die man über sie erzählt, oder sind es lustige Geschichten?
Da verschenkst du mMn ganz viel Spannungspotenzial, wenn du das so offen lässt.
Wenn es für die Geschichte unwichtig ist, dann lass die Gerüchte doch einfach ganz weg. Lass Aidan einfach gar nichts über Trolle wissen. Dann denkt er sich eben: Ach, so schlimm können die nicht sein, der Ladakh ist ja auch ein ganz Netter. Und fertig. Icon_smile

Zitat: die der Feuchtigkeit des Sumpfes trotzten nicht sattsehen
Komma zwischen »trotzten, nicht«

Zitat: Nebel schien von der Wasserstraße aufzusteigen. Oder kroch doch zielstrebig zwischen den knorrigen Stämmen des Waldes auf ihn zu?
fast genau die gleiche Formulierung hast du schon am Anfang des letzten Abschnittes:
»Dunstig stieg Nebel aus dem Moor empor. Oder kroch er zielstrebig zwischen den knorrigen, kahlen Bäumen hervor?«

Zitat: Aidan lief ein kalter Schauer über den Rücken. Er hatte sich von Anfang an nicht wohl in diesen Sümpfen gefühlt, und die Nähe zu den Trollen verstärkte dieses Gefühl.
Die Hütte – Aidan mochte beim besten Willen keine andere Bezeichnung für dieses Brettergebilde einfallen -, war über und über mit Trollen gefüllt.

Nochmal so ein krasser Sprung: Gerade ist Aidan noch auf dem Floß und wir erhalten einen kurzen Einblick in seine Gefühlswelt (auch wenn von diesem »Nicht Wohlfühlen« bisher eigentlich nichts zu spüren war, außer dass ihn die Fliegen nerven), und zack – auf einmal sitzt er in einer Hütte voller Trolle.
Das ist so abrupt, komplett ohne Übergang.
Zwei, drei Sätze:
»Aidan lief ein kalter Schauer über den Rücken, als sie an einem Steg vor einer Hütte anlegten. Ein einsames Brettergebilde mitten im Sumpf, aus dem Lärmen und Lachen drang. Nur widerstrebend folgte er Ladakh hinein, in einen Raum, der über und über mit Trollen gefüllt war.«

Zitat: D Bezeichnung für dieses Brettergebilde einfallen -, war über und über
kein Komma hinter dem Gedankenstrich

Zitat: Eisflüsterer hatte schon scherzend gefragt, ob für sie beide überhaupt noch Platz darin war. Im Geheimen hatte sich Aidan gewünscht, dass diese Frage verneint werden würde.
Warum hier Plusquamperfekt? Das ist ja keine Rückblende, sie gehen doch gerade in die Hütte rein, oder nicht?
»Eisflüsterer fragte im Scherz, ob für sie beide überhaupt noch Platz darin sei. Im Geheimen wünschte Aidan sich, dass Ladakh diese Frage verneinen würde.«
Wobei ich persönlich es noch besser fände, mir direkter wörtlicher Rede zu arbeiten, Beispiel:

Eisflüsterer begutachtete die Masse aus Leibern. »Haben wir überhaupt noch Platz da drin?«
Es klang wie ein Scherz, doch Aidan wünschte, die Antwort wäre tatsächlich ein Nein. Aber Ladakh schob sie ungeachtet der Frage hinein, mitten unter die Flachnasen.

Also näher an der Szene bleiben, im Geschehen. Das nimmt oft nicht mehr Platz ein, als diese Zusammenfassungen, hat aber weniger Nacherzählungscharakter. Ist aktiver, lebendiger.

Zitat: hatten schon jeder einen Krug vor sich stehen.
»hatte«

Zitat: – der Aidan an Verwesung erinnerte - abschrecken lassen.
da fehlt ein »zu«: »abschrecken zu lassen«

Zitat: Im Gegenteil er sprach dem Moorsaft gut zu und hatte schon nach wenigen Minuten den zweiten Krug vor sich stehen.
„Wir sollten hier verschwinden“ Aidan beugte sich zu seinem Begleiter über den Tisch.
„Man weiß nie, was diese Trolle wirklich denken.“

Komma zwischen »Gegenteil, er«
Kein Absatz hinter »Tisch« - das ist ja noch immer Aidan, der spricht.
Außerdem seltsam: Die beiden werden da reingeschoben, aber sie sitzen schweigend am Tisch (vor allem Aidan, der offenbar wegwill), minutenlang, bis der zweite Krug vor Eisflüsterer steht, und erst dann fängt Aidan an zu reden?
Würde er nicht schon während Eisflüsterer sein Getränk runterstürzt, anfangen zu reden? Er fühlt sich unwohl, er will weg, die ganze Situation ist sehr unangenehm. Da wartet er seelenruhig, bis »nach wenigen Minuten« das zweite Getränk kommt?

Zitat: „Jetzt hör mal zu Feuerherz.
Komma zwischen »zu, Feuerherz«

Zitat: „Und an dem ich etwas anständiges zu Trinken bekomme.“
»Anständiges«; »trinken«

Zitat: Er konnte sich nicht erinnern, dass Eisflüsterer – seit er ihn kannte – jemals solch einen schlechten Geschmack bewiesen hätte.
Hatten sie denn im Sumpf eine große Auswahl? Die werden sich hier Essen / Trinken ja nicht nach Geschmack ausgesucht haben, sondern danach, was verfügbar war. Mehr als Wasser zum Trinken stand ja wahrscheinlich nicht zur Verfügung, wie soll Eisflüsterer da großartig »Geschmack« beweisen, egal in welche Richtung?

Zitat: Wer wusste schon, was der Magier noch für Geheimnisse in sich trug?
Naja, dass er Moorsaft mag, hat er vermutlich bisher nichtmal selbst gewusst (wenn das ein typisches Trollgetränk ist), da von einem »Geheimnis« zu sprechen, dass er »in sich trug«, finde ich etwas übertrieben Icon_wink

Zitat: Aidan fragte sich, wohin seine Freundlichkeit verschwunden war. Vielleicht wird er vom Wirt bezahlt, neue Kunden zu bringen?
Oder das Abendessen?
Also ehrlich, dafür, dass Aidan Trolle nicht mag und sich unwohl fühlt und verschwinden will, scheint er reichlich entspannt. Da ging es in den Gerüchten wohl doch eher um bezaubernde Geigenspiel als um blutrünstige Bestien Icon_wink

Zitat: denn fast an jedem Tisch rollten die Holzsteine.

„Sag, Feuerherz, hast du schon jemals daran

Wieso die Leerzeile? Die Szene geht doch ganz normal weiter. Gerade weil bisher nach Leerzeilen immer ein extremer Szenesprung kam, irritiert es mich, dass hier mitten im Gespräch quasi eine ist.

Zitat: hast du schon jemals daran gedacht wie es wäre, wenn du ein Zuhause hättest?
Komma zwischen »gedacht, wie«

Zitat: Natürlich war er in Gedanken oft in der Vergangenheit, bei seiner Familie.
Schade – auch davon hat man als Leser nichts mitbekommen. Bisher schien das größte Ärgernis für Aidan zu sein, dass seine Flucht ihn in die Trollsümpfe verschlagen hat. Kein Wort davon, dass seine Magie dafür verantwortlich ist, dass er seine Familie verlassen musste. Da hätte doch ein kleiner Gedanke am Anfang gereicht, zum Beispiel im dritten Abschnitt:
»Ihm war das gleiche Schicksal vorgesehen, womöglich immer auf Wanderschaft zu sein, ohne Zuhause, ohne Familie.«

Wieder rede ich hier nicht von ganzen Erzählsträngen, sondern von winzigen Nebensätzen, einzelnen Wörtern, die Hinweise bieten, was Aidan antreibt, was ihn bedrückt und was ihn motiviert.

Zitat: Seinem zu Hause.
»Zuhause«

Zitat: ob er noch etwas hinzufügen wollte, oder nicht.
kein Komma zwischen »wollte oder«

Zitat: Eisflüsterer erzählte ihm stattdessen etwas von einem zu Hause in den kalten Eiswüsten, von einer Frau, die es verstand, Fische zu fangen, von Kindern, die aus Schnee Männer bauten.
»Zuhause«
Das hier ist zum Beispiel richtig toll! Mit so wenigen Worten hast du Eisflüsterer hier einen großen Traum gegeben, ein Ziel, einen Wunsch. Das bringt ihn dem Leser direkt näher, weil man da mitfühlen kann. Und gleichzeitig ist es sehr passend, dass er sich in die Kälte sehnt.
Aber bei Aidan kommt auf der Schiene leider gar nichts rüber, weder im Kleinen noch im Großen. Er wirkt dadurch leer.
Er kann nicht einmal nachvollziehen, warum Eisflüsterer diesen Traum hat? Wieso nicht? Eben hat er noch selbst an seine Familie und sein Zuhause gedacht, es ist ihm also nicht fremd. Seine Gedanken sind oft in der Vergangenheit, also empfindet er Familie und Zuhause offenbar auch nicht als überflüssig oder störend.
Er muss ja nicht den gleichen Traum haben, aber kann er wirklich nicht einmal verstehen, dass Fagus diesen Traum hat?

Zitat: Gleichzeitig spürte Aidan wie sein Funke zu glühen begann.
Komma zwischen »Aidan, wie«

Zitat: dass es nicht dazu beitragen würde Frieden zu stiften.
Komma zwischen »würde, Frieden«

Zitat: „Eisflüsterer …“, Aidan wollte nichts falsch machen
kein Komma hinter der wörtlichen Rede

Zitat: „Pass‘ darauf auf Feuerherz“ flüsterte er,
kein Apostroph
Komma hinter der wörtlichen Rede

Zitat: Aidans Funke glühte, schmolz seine eisige Festung und ließ die Hütte in Flammen aufgehen.
Aidan floh. Er floh aus der Trollhütte, floh vor den Bildern, floh vor den verbrannten Leibern und rettete sich auf das Floß mit dem er gekommen war.

Und wieder blendest du bei einem wichtigen Ereignis - bei DEM Höhepunkt der Geschichte – einfach aus.
Ich find das so schade, weil das doch der entscheidende Moment ist, vermutlich auch für Aidans späteren Werdegang. Das wirkt auf mich ein bisschen so, als hättest du keine Lust gehabt, das genauer zu beschreiben. Es wirkt so – ich will nicht sagen, dass es so war.
Eine Hütte brennt ja nicht innerhalb von einer Sekunde bis auf die Grundmauern nieder, und alles was darin ist gleich mit. Und Aidan teleportiert sich vermutlich auch nicht aus der Menge vor die Tür.
Um ihn geht alles in Flammen auf, die Trolle brechen in Panik aus – das zu überleben, wenn man selbst mitten drin (!) ist, stelle ich mir sehr schwierig vor. Aber ich als Leser will wissen, wie Aidan das macht. Wie er sich dabei fühlt. Wie der Rauch in seiner Lunge kratzt und wie die massigen Leiber der Trolle ihn fast zerquetschen. Wie die Schreie in seinem Kopf klingen und ob ihm in diesem Moment schon klar ist, was er angerichtet hat. Ob er versucht, Eisflüsterer zu retten!
Da kippen ja nicht alle auf der Stelle tot um. Die Hütte steht direkt am Wasser, da müssen doch Trolle entkommen, versuchen sich zu retten, brennend in den Sumpf springen. In meinem Kopf ist das ein furchtbares Massaker (falls man bei einem Feuer davon reden kann *lach*) und du handelst das ab mit »ließ die Hütte in Flammen aufgehen ...« und »floh vor den verbrannten Leibern« ...
Er hat da gerade etliche Trolle und seinen Freund bei lebendigem Leib abgefackelt!
Wenn er das in einer Art Rausch tun soll, wenn ihm nicht bewusst ist, was er tut, ist das auch okee. Aber trotzdem geschehen die Dinge um ihn herum doch. Trotzdem muss er irgendetwas dafür tun, dass er selbst lebend rauskommt und trotzdem muss irgendwas geschehen, dass sonst niemand lebend rauskommt.
Als Leser fühle ich mich hier schon um ein enorm wichtiges Stück der Geschichte betrogen.
Im Prinzip hätte auch Aidan am Anfang selbst über das Ei stolpern können und aus. Wofür braucht es Eisflüsterer, wenn sein Tod am Ende nicht einmal erwähnt wird? Wenn es kein Gefühl in Aidan auslöst, ihn getötet zu haben?
(Falls es Überlebende gibt, geht das überhaupt nicht aus dem Ende hervor.)

Also, meinem Geschmack entsprechenden die vielen Sprünge in der Geschichte nicht, aber den am Ende empfinde ich als absolutes No-Go. Als wäre beim Kopieren ein Teil der Geschichte veroren gegangen.

Zitat: als mit anzusehen, wie Welt vor seinen Augen in Flammen die aufging und das Ei im Arm wiegen.
Komma zwischen »aufging, und«

Ich selbst liebe es, Magier als Perspektivencharaktere zu haben, weil ich es liebe, Zauber zu beschreiben, andere Wahrnehmung, Macht. Deshalb gefällt mir die Idee hinter der Geschichte – die Begegnung von einem Eis- und einem Feuermagier, die sich gegenseitig stärken, sich als zwei Einsame zusammentun.
Von der Entwicklung dieser Beziehung bekommt man leider nicht so viel mit – trotzdem mag ich Eisflüsterer lieber als Aidan. Eine kleine Rolle spielt da der Name, weil mir »Aidan« als Name sehr unsympathisch ist – frag mich nicht warum – und weil ich »Eisflüsterer« als Name sehr gerne mag.
Aber ihn bringst du mir auch näher, finde ich. Bei Aidan gibt es keine Motivation, keine Wünsche, keine Ziele. Er tut, was er tut, weil ... ja, keine Ahnung. Er ist im Sumpf, aber nicht einmal, weil ihm keine andere Wahl bleibt. Er hätte ja auch woandershin fliehen können. Oder den Sumpf mit Eisflüsterer nach ein paar Tagen wieder verlassen.
Er hat zwar eine Vergangenheit, aber die spielt keine Rolle, weder für das Geschehen, noch für seine Gedanken. Er bleibt einfach sehr blass, ich finde ihn fast schon wehleidig, weil er einfach nichts tut. Er stapft nur durch den Sumpf und meckert. Die Fliegen nerven, der Sumpf nervt, Trolle sind blöd ... das ist jetzt bissl überspitzt, aber viel von seinen Gedanken und Gefühlen kommt nicht rüber.
Eisflüsterer hat seinen Traum, und das Ei, das er beschützt. Aber was hat Aidan?

Ich finde, du hast da oft an den »falschen« Stellen ausgeblendet, dort, wo es interessant werden könnte, wo Gefühle und Konflikte ins Spiel kommen würden. Gerade am Ende hätte ich mir sehr viel mehr gewünscht, mehr Umgebung, mehr Handlung, mehr Wahrnehmung und Reaktion, mehr Gefühl von Aidan. Das war für mich wirklich enttäuschend.

Stilistisch fand ich es jetzt auch nicht so flüssig, wie andere Geschichten, die ich schon von dir gelesen habe. Gerade der manchmal sehr monotone Satzbau, die häufige Nennung von Aidans Namen und die vielen Zeitsprünge ohne Übergänge haben das Lesen behindert.
Inhaltlich hätt ich mir einfach mehr erhofft, aber da liegen unsere Prioritäten vielleicht einfach unterschiedlich. Ich hätte das Augenmerk stärker auf die Beziehung gerichtet, weniger auf den Sumpf und das Drumherum. Auf die Wechselwirkung der Magie zwischen Aidan und Eisflüsterer.

So, das ist jetzt ziemlich viel geworden. Falls ich mich im Eifer mal im Ton geirrt habe, entschuldige bitte. Ich will niemanden angreifen oder runtermachen, ich werd nur manchmal emotional beim Kommentieren. Letztendlich ist ja das meiste – wie schon erwähnt – Geschmackssache und meine Meinung nur eine von vielen. Und ich bin ohnehin schwer zu begeistern, fällt mir immer wieder auf. Weil ich recht genaue Vorstellungen davon habe, wie eine Geschichte zu sein hat, damit sie mir gefällt.
Vielleicht kannst du aber trotzdem das ein oder andere noch mitnehmen, und sei es nur für die nächste Geschichte Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #7 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallo Lanna,

und weiter gehts mit Teil 2.

Zitat:Ich hätte jetzt gesagt, dass dieser Satz direkt an die letzte Szene anschließt, also noch dazugehört.

Hmm, ich glaube ursprünglich hatte ich da tatsächlich nur einen einfachen Absatz. Ich glaub es ist gescheiter wenn ich die beiden Absätze zusammenlasse.

Zitat:Ich habe das Stochern im Feuer etwas zurückgezogen, so dass es im direkten Gegensatz zu dem »Erfroren« steht. Die Gesten von Fagus finde ich überflüssig, deshalb habe ich sie gestrichen. Außerdem habe ich die Absätze rausgenommen, weil kein Sprecherwechsel erfolgt. Für mich liest sich das sehr viel flüssiger und vor allem weniger monoton.

Okay, dass mit der Monotonie verstehe ich. Aber die Gesten würde ich doch gerne behalten. Vielleicht sind die wirklich überflüssig, aber ich finde es natürlich, wenn man beim Reden auch Gesten macht. Ich weiss das ich auch an dieser Stelle schon mehrmals rumgefummelt habe, ich vermute dadurch entwickeln sich bei mir komische Satzkonstrukte. Icon_slash

Zitat:(Mich stört der Wechsel zwischen »Fagus« und »Eisflüsterer« übrigens extrem. Das sind für mich keine austauschbaren Synonyme, sondern vermitteln jeweils eine andere Nähe)

(Sorry, aber ich tue das jetzt einfach als Geschmackssache ab. Es sind für mich austauschbare Synonyme.)

Zitat:Warum traut er den Sümpfen diese Unannehmlichkeiten zu? Bisher gab es (bis auf die leicht nervige Sumpffliege) noch keinen einzigen Hinweis in der Geschichte, dass der Sumpf Schwierigkeiten macht.

Na, weil er schlicht und einfach den Sumpf nicht leiden kann und noch dazu voller Vorurteile über seine Bewohner ist. Icon_wink Das es bisher keine Unannehmlichkeiten gab bestärkt ihn nur noch mehr darin, dass es irgendwann welche geben muss.

Zitat:Also einfach nur Hinweise, dass die Wanderschaft durch die Sümpfe kein fröhlicher Spaziergang ist.

Außerdem: Ich dachte, sie haben ein Ziel. Das heißt, sie sind noch in den Trollsümpfen, weil ihr Weg sie nunmal hindurchführt.

Hmm, ja. Hinweise. Es ist nunmal keine Geschichte in der es um die Wanderschaft geht, deshalb muss ich mal schauen, was da wirklich gebraucht wird. Im Grunde finde ich das überflüssiger als Eisflüsterers Gesten beim Reden. Icon_wink Und ja, sie haben ein Ziel, und ja Aidan ist klar, dass der Weg nunmal hindurchführt. Trotzdem kann er doch von den Sümpfen und allem was sie mitbringen genervt sein, oder? Icon_wink

Zitat:Manchmal macht es ja Sinn, zunächst etwas zu verschweigen, aber hier sehe ich das nicht. Hier empfinde ich es einfach als unnötige Irritation.

Ich wollte es einfach mal ausprobieren mitten in der Szene anzufangen und dann mit kurzen Rückblenden zu arbeiten. Hat wohl nicht funktioniert und ich glaube ich habe mir dadurch selbst ein Bein gestellt. Icon_slash

Zitat:
Zitat:Zitat: Wenn Aidan nicht dabei gewesen wäre, hätte er es wohl nicht geglaubt.
So unglaublich find ich persönlich die Geschichte jetzt nicht, dass man tagelang durch die Trollsümpfe läuft und dann tatsächlich mal einem Troll begegnet.

Ich wollte das darauf beziehen, dass Eisflüsterer dem Troll einfach in die Arme gelaufen ist. Nicht darauf, dass sie einem Troll begegnet sind. Icon_wink

Zitat:Ja, wenn man denn das Geld hat, es zu bezahlen. Und wieso steht da eine Taverne in den Trollsümpfen, die so furchtbar unwirtlich sind? Kommen da so viele Reisende vorbei, dass es sich lohnt? Oder ist es eine Taverne in einem Trolldorf?

Wer sagt denn, dass die beiden kein Geld haben? Und ja, es ist ein Trolltreffpunkt. Ich hoffe das wird deutlich, wenn man erstmal sieht wieviele Trolle in der Taverne sind. Icon_wink

Zitat:Denn bisher schienen sich nicht viel von Trollen zu halten, da scheint es mir merkwürdig, dass sie sich mir nichts dir nichts in ein ganzes Dorf voller Trolle schleppen lassen Icon_wink

Nunja, nur weil sie sich haben mitnehmen lassen, bedeutet das ja nicht, dass sie ihm blind vertrauen. Außerdem dachte ich mir, dass ein trockenes Bett als Motivation erstmal reicht. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Zitat: Eisflüsterer schien während der Floßfahrt völlig in der Unterhaltung mit dem Troll aufzugehen. Voller Begeisterung
Auch hier: das klingt nicht nach Misstrauen (»trotz entsprechendem Misstrauen«), nicht nach Vorsicht oder Abneigung gegen Trolle.

Richtig. Eisflüsterer ist auch nicht so voller Vorurteile und Misstrauen wie Aidan. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Zitat: Sie waren etwas größer, als es menschenüblich war
warum nicht einfach: »Sie waren etwas größer als Menschen / als ein durchschnittlicher Mensch«?

Weil ich mal eben keine abgelutschte Formulierung benutzen wollte. Icon_wink

Zitat:Wenn es für die Geschichte unwichtig ist, dann lass die Gerüchte doch einfach ganz weg. Lass Aidan einfach gar nichts über Trolle wissen. Dann denkt er sich eben: Ach, so schlimm können die nicht sein, der Ladakh ist ja auch ein ganz Netter. Und fertig. Icon_smile

Ganz so einfach ist es nicht. Ich wollte, dass Aidan wirklich misstrauisch gegenüber den Trollen ist. Um das irgendwie zu erklären habe ich die Gerüchte eingebaut. (Ich meine das wäre ein Tipp von Finchen gewesen, die noch mal zu erwähnen) Dabei ist es mMn ganz egal was für Gerüchte das sind, hauptsache Aidan findet Trolle fies und ist eigentlich nur wegen dem trockenen Bett mitgekommen und fertig. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Zitat: Nebel schien von der Wasserstraße aufzusteigen. Oder kroch doch zielstrebig zwischen den knorrigen Stämmen des Waldes auf ihn zu?
fast genau die gleiche Formulierung hast du schon am Anfang des letzten Abschnittes:
»Dunstig stieg Nebel aus dem Moor empor. Oder kroch er zielstrebig
zwischen den knorrigen, kahlen Bäumen hervor?«

Das war Absicht. Icon_wink

Zitat:Würde er nicht schon während Eisflüsterer sein Getränk runterstürzt, anfangen zu reden? Er fühlt sich unwohl, er will weg, die ganze Situation ist sehr unangenehm. Da wartet er seelenruhig, bis »nach wenigen Minuten« das zweite Getränk kommt?

Puh, ähm ... Nö. Ich stell mir das so vor, dass sich Aidan schon eine Weile das Treiben um sich herum anguckt. Außerdem ist er ja auch ein bisschen von seinem eigenen Getränk abgelenkt. Er will ja eigentlich auch bleiben (Stichwort: trockenes Bett) aber dann findet er es doch sehr unangenehm.

Zitat:Hatten sie denn im Sumpf eine große Auswahl? Die werden sich hier Essen / Trinken ja nicht nach Geschmack ausgesucht haben, sondern danach, was verfügbar war. Mehr als Wasser zum Trinken stand ja wahrscheinlich nicht zur Verfügung, wie soll Eisflüsterer da großartig »Geschmack« beweisen, egal in welche Richtung?

Nunja bei langen Gesprächen am abendlichen Feuer lernt man sich doch ein wenig kennen, denk ich mal. Sie werden auch darüber gesprochen haben, was sie so gerne essen und trinken. Icon_wink

Zitat:
Zitat:Zitat: Wer wusste schon, was der Magier noch für Geheimnisse in sich trug?
Naja, dass er Moorsaft mag, hat er vermutlich bisher nichtmal selbst gewusst (wenn das ein typisches Trollgetränk ist), da von einem »Geheimnis« zu sprechen, dass er »in sich trug«, finde ich etwas übertrieben Icon_wink

Es muss ja auch nicht gleich ein gruseliges und weltbewegendes Geheimnis sein. Icon_wink

Zitat:Kein Wort davon, dass seine Magie dafür verantwortlich ist, dass er seine Familie verlassen musste.

So ist es ja auch nicht. Icon_wink Warum und wieso er sein Zuhause verlassen musste ist eine ganz andere Geschichte, das kann ich nicht nur in wenigen Worten anschneiden. Ich wollte schlicht und einfach nur erwähnen, dass er auch eine Familie hatte. Icon_wink

Zitat:Er kann nicht einmal nachvollziehen, warum Eisflüsterer diesen Traum hat? Wieso nicht?

Ich wollte darauf hinaus, dass er das mit der Kälte (!) nicht nachvollziehen kann. Das mit der Familie schon. Aber ich kann und will hier nicht näher auf Aidan und seine Familie, bzw. seine Gefühle darüber eingehen. Natürlich denkt er auch an seine Vergangenheit, wie wohl jeder von uns, aber es ist halt nicht seine Sehnsucht/Ziel.

Zitat:Im Prinzip hätte auch Aidan am Anfang selbst über das Ei stolpern können und aus. Wofür braucht es Eisflüsterer, wenn sein Tod am Ende nicht einmal erwähnt wird? Wenn es kein Gefühl in Aidan auslöst, ihn getötet zu haben?

Also: Ich hatte es mir so vorgestellt, dass sich Aidans Feuer von selbst entzündet (er ist darin noch nicht so geübt seinen Funken zu kontrollieren) und er sich reflexartig rettet, sodass er mehr oder weniger davon nix mitbekommt. Es liegt in seiner Natur, dass er nur das Feuer wahrnimmt. Natürlich geschehen all diese Dinge um ihn herum, aber ich hatte tatsächlich keine Lust da jetzt ein riesen Klischee-Drama um Eisflüsterers Tod zu machen. Eben weil das ja irgendwie jeder bei so einer Geschichte erwartet. Icon_wink Ich finde es auch so schon Klischee-Lastig genug und wollte da ganz bewusst gegensteuern. Deshalb gibt es ja auch Eisflüsterer. Einerseits, weil Aidan wohl nie etwas mitnehmen würde, was nach Eis aussieht (auch wenn es ein Ei ist) und weil er ihm das mit der Eismauer zeigen musste.

Zitat:Er stapft nur durch den Sumpf und meckert. Die Fliegen nerven, der Sumpf nervt, Trolle sind blöd ... das ist jetzt bissl überspitzt, aber viel von seinen Gedanken und Gefühlen kommt nicht rüber.
Eisflüsterer hat seinen Traum, und das Ei, das er beschützt. Aber was hat Aidan?

Ich wollte das, was du hier beschreibst als Effekt tatsächlich erzielen. Aidan ist fast noch im Teeni-Alter und man darf dann schon spüren, dass er noch nicht so genau weiss wohin nun mit sich und seinen Kräften. Insbesondere natürlich, dass er sein Feuer noch nicht kontrollieren kann. Ehrlich gesagt mochte ich Eisflüsterer hier mehr als Aidan, obwohl eigentlich der Feuermagier (im späteren Verlauf) mein Lieblingsprot ist. Aber dann ist er ja auch Erwachsen. Icon_wink

Zitat:Stilistisch fand ich es jetzt auch nicht so flüssig, wie andere Geschichten, die ich schon von dir gelesen habe.

Ja, ich schätze man merkt, dass ich lange nicht mehr geschrieben habe. Noch dazu habe ich hierfür furchtbar lange gebraucht, das heißt zwischen den einzelnen Szenen hat die Geschichte manchmal lange gelegen. Ich befürchte genau das merkt man auch. Ich merke selber, dass es einfach "besser" und "flüssiger" wird, wenn ich am Stück schreibe. Icon_slash

Zitat:So, das ist jetzt ziemlich viel geworden. Falls ich mich im Eifer mal im Ton geirrt habe, entschuldige bitte. Ich will niemanden angreifen oder runtermachen, ich werd nur manchmal emotional beim Kommentieren. Letztendlich ist ja das meiste – wie schon erwähnt – Geschmackssache und meine Meinung nur eine von vielen. Und ich bin ohnehin schwer zu begeistern, fällt mir immer wieder auf. Weil ich recht genaue Vorstellungen davon habe, wie eine Geschichte zu sein hat, damit sie mir gefällt.
Vielleicht kannst du aber trotzdem das ein oder andere noch mitnehmen, und sei es nur für die nächste Geschichte Icon_wink

Keine Angst es gibt nichts zu entschuldigen. Vielleicht muss ich das aber, wenn ich an der ein oder anderen Stelle einfach an meinen Formulierungen festhalte, einfach weil sie mir so gefallen wie sie sind und es schlicht und einfach Absicht war. Ich hoffe ich wirke da nicht zu störisch. Icon_wink Und ja, wir haben ja schon festgestellt, dass ich einfach andere Prioritäten hatte. Es ging mir nicht umd die Beziehung zwischen den beiden, sondern ich wollte einfach nur Aidan das Ei zuspielen.

Ich danke dir für die Mühe, die du dir mit meiner Geschichte gegeben hast. Ich kann deine Kritik durchaus nachvollziehen und werde so einiges für kommende Projekte mitnehmen. Aber alles hier umzusetzen würde bedeuten, dass ich die Geschichte völlig neu aufbauen und schreiben müsste. Ich müsste einen ganz anderen Fokus setzen, die Perspektiven anders wählen und Aidan eine andere Einstellung geben. Kurz: Ich müsste eine andere Geschichte schreiben. Icon_wink

Liebe Grüße,
Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #8 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallo Lady, 

Auf zum zweiten Teil   Icon_smile

Zitat:Doch diese entglitt ihm, wie eine Erinnerung, von der man weiß, dass sie da sein muss, die aber in die Schatten des Vergessens entschwindet.
Dieser Satz gefällt mir 

Zitat:Voller Begeisterung ließ er sich erklären, in welchem Teil der „Silbersümpfe“, wie ihre Bewohner sie nannten, sie sich befanden und in welche Richtung sie fuhren. 
Persephone hätte das auch gerne gewusst  Icon_confused und es scheinen ja große Vorurteile gegen die Trolle zu bestehen. Vielleicht einmal einbauen, dass die beiden sehr erstaunt über das Verhalten des Trolls sind.

Mmmm, also mir gefällt die Geschichte grundsätzlich. Allerdings habe ich das Gefühl, dass hier und da Lücken sind. So als hättest du das Ganze gekürzt, um nicht über einen gewissen Satz herauszukommen. Bezüglich des Trolls hätte man auch mehr sagen können. Teilweise ist die Handlung recht kurz gehalten und das stört schon ein wenig. 

Das offene Ende hingegen gefällt mir. 

Liebe Grüße Persephone

Den Stil verbessern, das heißt den Gedanken verbessern

(Friedrich Nitzsche)



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Beitrag #9 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallo Persi,

dann antworte ich gleich auch noch auf den zweiten Teil. Icon_wink 

Zitat:
Zitat:Voller Begeisterung ließ er sich erklären, in welchem Teil der „Silbersümpfe“, wie ihre Bewohner sie nannten, sie sich befanden und in welche Richtung sie fuhren. 


Persephone hätte das auch gerne gewusst  [Bild: icon_confused.gif] und es scheinen ja große Vorurteile gegen die Trolle zu bestehen. Vielleicht einmal einbauen, dass die beiden sehr erstaunt über das Verhalten des Trolls sind.

Ich muss jetzt einmal ganz blöd fragen: Was nutzt es dir, wenn ich jetzt einbaue, dass sie zum Beispiel im südlichen Teil der Sümpfe sind? Mir geht es immer so, bei solchen Angaben, dass ich gar nicht versuche, mir die irgendwie vorzustellen, sondern mir ist beim Lesen wichtiger, die Aktionen der Figuren zu verfolgen. Wenn es zum Beispiel Karten gibt, dann schau ich mir die meistens nur an, weil die so hübsch sind. Icon_wink  Wahrscheinlich ist das aber Geschmackssache und ich glaube, dass eine lange Erklärung, wo sie nun sind, einfach nicht wichtig für die Geschichte ist. Deshalb meine Frage: Welche Angabe würdest du da gerne wissen? Und würde das was für dich ändern, würdest du dann die Geschichte anders lesen?
Ich würde da ja was in der Richtung einbauen, wenn ich verstehen würde, was fehlt, bzw. welche Erklärung wichtig ist. Das kann mir halt nur ein Leser sagen, weil ich als Autor, ja ein Bild vor Augen habe. Icon_wink

Es ist schonmal gut, dass dir die Geschichte grundsätzlich gefällt. Ich muss dazu sagen, sie stammt aus der Welt meines Romanes, an dem ich schon lange schreibe, was auch bedeutet, dass ich natürlich viele mehr Informationen über Welt und Charaktere (insbesondere Aidan) habe und dementsprechend schauen muss, was der Leser hier braucht und was nicht. Es ist ein bisschen wie bei Fernseh-Serien, verfolgt man diese von Anfang an, taucht man richtig ein. Schaut man nur eine Folge mittendrin, muss man vieles als gegeben hinnehmen und so ist es hier auch. So richtig funktioniert sie als Kurzgeschichte anscheinend nicht. Dabei wollte ich einfach nur zeigen, wie Aidan zu dem Ei kommt, aber ich glaube der Leser erwartet einfach mehr. Icon_smile Es war halt hier ein Experiment mit den einzelnen Szenen und Auslassungen, hat anscheinend auch nicht so richtig funktioniert. Icon_wink

Besonders hier: Vielen Dank für das ausbuddeln. Du hast mir damit wieder gezeigt, wie gerne ich mich mit Aidan und seiner Welt beschäftige und das ich mich da wieder dran setzen muss. Auch hier werde ich schauen, was ich noch ausbessern kann.

Liebe Grüße,
Lady

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